Neue Sexgeschichten

Zwischen zwei Türen

Nachbarin · 28 Minuten lesen · 37 Minuten hören

Gelesen von Lana Weiss

Teil 3 der Serie Nebenan (3)

Ich kam an diesem Abend später die Treppe herauf als sonst. Der Regen hatte den Asphalt dunkel gemacht, und in meinem Haar hing noch die feuchte Luft der Straße. Im Hausflur roch es nach nassem Stein und nach dem Holz der alten Türen, ein Geruch, den ich seit dem Einzug kannte und der mich jedes Mal ein wenig ruhiger atmen ließ. Das Licht über dem Treppenabsatz brannte gelb und sparsam. Es reichte nicht bis in die Ecken, und genau deshalb wirkte der Flur enger und wärmer, als er bei Tag war.

Gegenüber stand Sabines Tür einen Spalt offen. Ich hörte kein Radio, keine Stimme, nur das leise Klirren eines Glases, das auf Holz gesetzt wurde. Sie lehnte im Rahmen, barfuß, die Bluse halb aus der Hose gezogen, als hätte sie sich gerade erst entschieden, den Abend nicht mehr zu ordnen. In der Hand hielt sie Wein, dunkelrot, und ihr Blick traf meinen, bevor ich den Schlüssel ins Schloss schieben konnte.

Wir hatten uns monatelang so angesehen. Nicht jeden Tag, aber oft genug, dass ich die Dauer dieser Blicke zu zählen begann, ohne es zu wollen. Zuerst waren es Höflichkeiten gewesen, ein Nicken, ein kurzes Guten Abend, das Geräusch ihrer Tür, wenn ich meine schloss. Dann war ihr Mann ausgezogen. Kisten hatten im Flur gestanden, ordentlich beschriftet, und sie hatte mir einmal die Tür aufgehalten, als ich mit Einkäufen die Treppe hinaufkam. Danach war etwas in ihrem Gesicht offener gewesen, nicht traurig auf eine Weise, die Abstand verlangte, sondern wach, als prüfe sie, was von ihrem Leben noch ihr gehörte.

Ich blieb stehen. Der Schlüssel lag kühl zwischen meinen Fingern. Sabine bewegte sich nicht aus dem Rahmen. Sie sah mich an, und diesmal ließ sie den Blick nicht nach zwei Sekunden fallen. Er blieb auf meinem Mund, wanderte zu meinen Augen zurück und hielt dort, ruhig und ohne Entschuldigung. Ich spürte, wie sich in meiner Brust etwas zusammenzog, nicht Angst, sondern die klare, fast unangenehme Deutlichkeit eines Wunsches, den ich bisher nur im Vorbeigehen zugelassen hatte.

„Du bist spät“, sagte sie. Ihre Stimme war leise, damit der Flur sie nicht weitertrug als bis zu mir.

„Die Bahn ist stehen geblieben“, sagte ich. Es war nicht einmal ganz gelogen. Ich hätte früher gehen können. Ich hatte es nicht getan, weil ich seit Tagen an genau diesen Moment dachte, an das Licht, an ihre Tür, an die Möglichkeit, dass sie wieder dort stehen würde.

Sie nickte, als hätte sie die halbe Wahrheit gehört und die andere Hälfte nicht gebraucht. Der Wein in ihrem Glas bewegte sich, als sie das Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagerte. Ihre Zehen waren auf dem kühlen Fliesenboden lang und still. Ich sah hin, ohne es zu verbergen, und als ich wieder aufsah, lag in ihren Augen kein Vorwurf, nur dieselbe Aufmerksamkeit, mit der sie mich angesehen hatte.

„Komm rein“, sagte sie. „Oder bleib da stehen und sieh mich weiter an. Beides ist mir recht. Aber der Flur hört alles, und ich möchte heute nicht, dass er alles bekommt.“

Ich steckte den Schlüssel weg. Meine Tasche stellte ich neben meine eigene Tür, als müsste ich mir einen Rückweg markieren, und ging die wenigen Schritte zu ihr hinüber. Der Abstand zwischen unseren Türen war klein, drei Schritte, vielleicht vier, und doch hatte er sich über Wochen wie ein eigener Raum angefühlt, in dem nichts gesagt werden durfte. Als ich ihn jetzt durchquerte, roch ich ihren Wein und darunter etwas Wärmeres, Haut und ein Seifenrest, der nach Zedernholz ging.

An ihrer Schwelle blieb ich stehen. Sie trat nicht zurück. Wir standen so nah, dass ich die feine Linie an ihrem Hals sah, wo der Kragen der Bluse die Haut ein wenig gerötet hatte. Ihr Atem streifte meine Wange. Ich hätte sie da schon küssen können. Ich tat es nicht, weil der Blick zwischen uns noch nicht fertig war und weil ich wissen wollte, wie lange sie ihn aushielt.

„Ich bin zweiunddreißig“, sagte ich, ohne zu wissen, warum gerade das aus mir herauskam. Vielleicht, weil die Nacht klar sein sollte. Vielleicht, weil ich in ihrem Gesicht etwas suchte, das keine Eile hatte.

Sie lächelte zum ersten Mal an diesem Abend, klein und echt. „Vierunddreißig. Und getrennt, falls du das noch nicht aus den Kisten gelesen hast. Er wohnt nicht mehr hier. Er hat keinen Schlüssel. Und ich will dich nicht, weil mir jemand fehlt. Ich will dich, weil du seit Wochen so guckst, als wüsstest du schon, wie meine Haut sich anfühlt.“

Die Worte legten sich zwischen uns wie eine Hand. Ich spürte, wie mein Puls in den Handgelenken arbeitete. Im Flur knackte irgendwo eine Leitung. Sonst war das Haus still, die anderen Wohnungen dunkel oder hinter Türen, die uns nichts angingen.

„Ich weiß es nicht“, sagte ich. „Ich stelle es mir vor. Das ist nicht dasselbe.“

„Dann komm herein und hör auf, es dir nur vorzustellen.“

Sie trat zur Seite, nicht weit, sodass ich an ihr vorbeimusste und der Stoff ihrer Bluse meinen Ärmel streifte. Die Berührung war gering und dennoch so genau, dass ich einen Moment lang vergaß, den Fuß zu heben. Hinter mir schloss sie die Tür. Das Schloss fiel leise. Der Flur blieb draußen, mit seinem gelben Licht und dem Regen an den Schuhen, und in ihrer Wohnung war es wärmer, dunkler, nach Holz und nach dem Wein, den sie schon eine Weile getrunken hatte.

Ich kannte den Raum nur vom Türspalt her. Jetzt sah ich das Sofa, eine Decke darüber, die nicht glatt lag, einen Tisch mit zwei Gläsern, von denen nur eines benutzt war. An der Wand hing nichts mehr, wo früher wohl Bilder gewesen waren. Die helleren Rechtecke auf der Tapete störten mich nicht. Sie machten den Raum ehrlicher. Sabine stellte ihr Glas ab und blieb mit dem Rücken zur Küchenzeile stehen, die Hände locker an den Seiten, als wollte sie mir Zeit geben, mich umzusehen und gleichzeitig nicht so zu tun, als wäre das hier ein Besuch.

„Wein?“, fragte sie.

„Ja.“

Sie goss ein, ohne zu fragen, wie voll, und reichte mir das Glas. Unsere Finger berührten sich am Stiel. Diesmal zog keiner die Hand weg. Ich spürte die Wärme ihrer Knöchel und den kleinen Druck, mit dem sie das Glas hielt, bis ich es sicher hatte. Dann ließ sie los, aber ihr Blick blieb. Er war lang, ohne Hast, und er fragte nicht um Erlaubnis für das Sehen. Das Sehen war schon die Erlaubnis, die wir uns seit Wochen gegeben hatten, immer nur für die Dauer eines Atems im Flur, und jetzt ohne diese Grenze.

Ich trank. Der Wein war trocken und ein wenig zu warm, und er schmeckte nach ihrer Wohnung. Sabine lehnte sich neben mich an den Tisch, nicht gegenüber, sodass unsere Schultern fast auf einer Linie lagen. Ich roch sie deutlicher. Unter der Seife lag Salz, der Geruch eines Tages, der nicht mit einem Bad geendet hatte, und ich mochte das. Es machte sie gegenwärtig. Es machte mich gegenwärtig.

„Im Flur“, sagte sie, „habe ich dich oft länger angesehen, als höflich ist. Ich dachte, du merkst es und gehst schneller. Stattdessen hast du langsamer geschlossen.“

„Ich habe gewartet, ob du etwas sagst.“

„Ich habe gewartet, ob du bleibst.“

Wir lachten beide kurz, leise, und das Lachen löste nichts, es setzte nur die Luft in Bewegung. Danach war es wieder still, und die Stille hatte Gewicht. Ich stellte das Glas ab. Meine Hand lag auf dem Tisch, flach, und Sabine sah sie an, als wäre die Hand eine Frage, die man nicht mit dem Mund stellen musste. Sie hob ihre eigene Hand, hielt sie über meiner, ohne zu senken, und wartete.

„Darf ich?“, fragte sie.

„Ja.“

Ihre Handfläche legte sich auf meinen Handrücken. Die Berührung war trocken, warm, vollständig. Kein Streicheln zuerst, nur das Liegen der Haut auf Haut, das Gewicht einer Entscheidung. Ich drehte die Hand um, sodass unsere Innenflächen sich fanden, und ihre Finger schoben sich zwischen meine. Der Druck war fest genug, um nicht zufällig zu sein. Ich spürte den Puls in ihrem Daumenballen, oder vielleicht war es meiner, der gegen ihren schlug. Es spielte keine Rolle, wem er gehörte.

„Ich will dich küssen“, sagte ich. Die Worte kamen klarer heraus, als ich erwartet hatte. „Nicht weil der Abend lang ist. Weil ich es seit dem Tag will, an dem du mir die Tür aufgehalten hast und dein Arm meinen gestreift hat.“

Sabine antwortete nicht sofort. Sie sah mir in den Mund, dann in die Augen, und in diesem Blick lag nichts Unsicheres mehr, nur die Langsamkeit einer Frau, die sich das Recht nahm, zu wählen. „Dann küss mich“, sagte sie. „Und wenn ich stopp sage, hörst du auf. Wenn du stopp sagst, höre ich auf. Einverstanden?“

„Einverstanden.“

Sie beugte sich nicht über mich. Sie wartete, bis ich den Abstand schloss. Ich tat es. Ihr Mund war weich und nach Wein, und der erste Kuss war kein Sturz, sondern ein Halten. Lippen auf Lippen, ein kleines Öffnen, der Geschmack von ihr, die Wärme ihres Atems in meinem. Ich legte die freie Hand an ihre Taille, über die Bluse, und spürte, wie sie sich in die Berührung lehnte, nicht flüchtend und nicht drängend, einfach da. Als ich den Kuss vertiefte, öffnete sie den Mund und ihre Zunge traf meine, langsam, neugierig, mit einem leisen Laut, der irgendwo in ihrer Kehle entstand und in mir weiterging.

Wir küssten uns lange. Der Tisch drückte gegen meine Hüfte. Sabine drehte sich, stellte sich zwischen meine Knie, und ich saß halb auf der Tischkante, ohne mich zu erinnern, wie ich dort hingekommen war. Ihre Hände lagen an meinen Schultern, dann an meinem Nacken, die Finger in meinem noch feuchten Haar. Ich zog sie näher. Der Stoff ihrer Hose rieb an der Innenseite meiner Schenkel, und durch meine eigene Hose hindurch spürte ich die Wärme ihres Körpers, dichter als der Wein, dichter als das Licht im Flur.

„Zu viel?“, fragte sie an meinem Mund.

„Nein. Mehr.“

Sie lächelte in den Kuss hinein. Ihre Hände wanderten zu den Knöpfen meiner Jacke. Sie öffnete sie einen nach dem anderen, ohne Eile, und schob den Stoff von meinen Schultern. Darunter trug ich ein dünnes Hemd, und die Luft der Wohnung war kühl genug, dass meine Haut darunter wach wurde. Sabine legte die flache Hand auf mein Brustbein, über dem Stoff, und hielt sie dort, bis mein Atem sich ihrem Rhythmus anpasste. Dann knöpfte sie auch das Hemd auf. Jeder Knopf war ein kleines Geräusch. Ich sah zu, wie ihre Finger arbeiteten, wie die Haut darunter freikam, Stück für Stück, und wie ihr Blick dem folgte, was sie freilegte.

Als das Hemd offen war, strich sie mit dem Handrücken über die obere Wölbung meiner Brust. Die Berührung war so leicht, dass sie fast eine Frage blieb. Meine Brustwarzen zogen sich zusammen, hart und empfindlich unter dem dünnen Stoff des BHs. Sabine sah es. Sie senkte den Kopf und küsste die Stelle direkt über dem Rand, dort, wo die Haut dünn und warm war. Ich atmete aus, länger als nötig, und legte die Hand in ihr Haar. Es war schwer und glatt und roch nach demselben Zedernholz wie ihre Haut.

„Darf ich den ausziehen?“, fragte sie und meinte den BH.

„Ja. Und deine Bluse will ich auch.“

Sie richtete sich auf. Ich öffnete ihre Knöpfe, während sie hinter mich griff und den Verschluss löste. Wir waren ungeschickt und gleichzeitig genau, zwei Paar Hände, die sich nicht im Weg sein wollten und es doch kurz waren, und das Lachen, das dabei kam, machte nichts kaputt. Es machte den Wunsch nur menschlicher. Die Bluse fiel über ihre Arme. Der BH fiel in meine Hände, und ich legte ihn auf den Stuhl, als wäre Ordnung noch wichtig. Dann standen wir voreinander, die Oberkörper frei, und der lange Blick kehrte zurück, nur dass er jetzt Haut hatte, auf die er fallen konnte.

Sabines Brüste waren voller als meine, die Warzen dunkel und schon fest. Ich hob die Hände und hielt inne, die Handflächen wenige Zentimeter vor ihr, bis sie nickte. Dann legte ich sie auf. Das Gewicht füllte meine Hände. Die Haut war warm, weich an den Seiten, fester zur Mitte hin. Ich strich mit den Daumen über die Warzen, langsam, und Sabine schloss die Augen. Ein Laut kam aus ihr, tief und kurz, und ihre Hände fanden meine Taille, zogen mich vom Tisch herunter und an sich. Brust an Brust. Der Schock der direkten Haut war so groß, dass ich einen Moment lang nichts dachte. Nur Wärme. Nur der Herzschlag, der irgendwo zwischen uns beiden lag und nicht zuordnen war.

Wir küssten uns wieder, härter jetzt, mit Zähnen, die vorsichtig an Unterlippen zogen, mit Zungen, die nicht mehr fragten. Ich schob eine Hand in ihren Nacken und die andere an ihren unteren Rücken, unter den Hosenbund, nur die Fingerspitzen auf nackter Haut. Sie drängte sich gegen meine Hüfte. Ich spürte, wie feucht ich schon war, ein Ziehen tief im Bauch, das sich zwischen den Beinen sammelte und die Unterhose an mich klebte. Sabine musste etwas Ähnliches spüren. Ihr Atem ging schneller, und als ich die Hand weiter nach unten schob, über den Ansatz ihres Pos, stöhnte sie in meinen Mund und sagte meinen Namen nicht, weil sie ihn nicht brauchte. Sie sagte nur: „Ja. Da.“

„Schlafzimmer?“, fragte ich.

„Oder hier. Das Sofa ist nah. Ich will nicht durch die Wohnung laufen, als müssten wir uns erst erlauben.“

„Sofa.“

Sie nahm meine Hand und führte mich die wenigen Schritte. Die Decke war weich und ein wenig zerknittert. Sabine setzte sich, zog mich mit, und ich kniete mich über ihre Schenkel, die Knie links und rechts von ihren Hüften. So sah ich auf sie herab und sie auf mich herauf, und der Blick war wieder lang, nur dass jetzt nichts Höfliches mehr darin war. Ich beugte mich vor und küsste ihren Hals, die Stelle unter dem Ohr, die Mulde über dem Schlüsselbein. Sie legte den Kopf zurück und gab mir mehr Haut. Ich leckte eine langsame Linie bis zwischen ihre Brüste und nahm dann eine Warze in den Mund.

Sie schmeckte nach Salz und nach Wärme. Ich saugte behutsam, dann fester, und meine Zunge kreiste, während meine Hand die andere Brust hielt und den Nippel zwischen zwei Fingern rollte. Sabine grub die Finger in meine Hüften. Ihr Becken hob sich, suchte Druck, und ich gab ihn, indem ich mich tiefer auf sie setzte und mich langsam an ihr rieb. Durch zwei Lagen Stoff hindurch war es nicht genug und gleichzeitig schon fast zu viel. Jede Bewegung zog ein helles Ziehen durch meinen Unterleib. Ich hörte mich selbst, ein leises, unwillkürliches Geräusch, und schämte mich nicht dafür.

„Hose aus“, sagte sie, und es klang nicht wie ein Befehl, sondern wie ein Wunsch, der keine Geduld mehr für Stoff hatte. „Deine und meine. Wenn du das willst.“

„Ich will das.“

Wir lösten uns nur so weit, wie nötig war. Ich stand auf, öffnete meinen Gürtel, schob Hose und Unterhose zusammen über die Hüften und stieg heraus. Die Luft an meiner nackten Haut war kühl an den Schenkeln und heiß dort, wo ich feucht war. Sabine sah hin. Ihr Blick blieb zwischen meinen Beinen, offen, ohne sich zu entschuldigen, und ich ließ sie sehen. Ich spreizte die Füße ein wenig, nicht zur Schau, sondern weil das Stehen sonst unsicher wurde unter diesem Blick. Sie stand ebenfalls auf, öffnete ihre Hose, und ich half, den Stoff über ihre Hüften zu ziehen. Ihre Unterhose war dunkel und an der Mitte deutlich feucht. Ich hakte die Finger in den Bund und sah sie an.

„Ja“, sagte sie, bevor ich fragen konnte.

Ich zog sie herunter. Sie stieg heraus. Dann standen wir nackt voreinander im Licht der einzigen Lampe, und der lange Blick wurde zu etwas, das der ganze Körper hielt. Sabine war weich am Bauch, fest an den Schenkeln, mit einer Narbe an der linken Hüfte, dünn und alt, die ich später mit dem Mund würde kennenlernen wollen. Zwischen ihren Beinen war das Haar kurz, dunkel, und die Haut darunter glänzte. Ich wollte sie berühren und gleichzeitig noch eine Sekunde nur sehen, weil das Sehen selbst schon eine Form von Berührung war, die wir im Flur monatelang geübt hatten.

Sie setzte sich wieder, lehnte sich zurück, die Beine ein wenig geöffnet, und streckte die Hand aus. Ich nahm sie und kniete mich zwischen ihre Knie auf die Decke, die sie auf den Boden gezogen hatte, ohne dass ich es bemerkt hatte. Meine Hände lagen auf ihren Oberschenkeln. Die Haut dort war warm und ein wenig rau an den Innenseiten, dort, wo Stoff den Tag über gerieben hatte. Ich strich nach oben, langsam, bis meine Daumen die weiche Falte erreichten, wo Schenkel in Körpermitte überging. Sabine atmete flach. Ihre Hand lag in meinem Haar, nicht drückend, nur haltend.

„Sag mir, wenn etwas nicht gut ist“, sagte ich.

„Das werde ich. Und du auch. Jetzt bitte berühr mich.“

Ich tat es. Zwei Finger glitten durch ihre Nässe, nicht hinein, nur entlang der äußeren Lippen, die geschwollen und heiß waren. Sie war sehr feucht. Die Feuchtigkeit zog sich in einem klaren Faden an meinen Fingern, als ich sie ein wenig spreizte, und der Geruch stieg zu mir auf, sauber und schwer und unverkennbar. Ich beugte mich vor und küsste die Innenseite ihres linken Schenkels, dann des rechten, und arbeitete mich höher, bis mein Mund dicht über ihr war und mein Atem sie traf. Sabine zuckte. Ein Laut, halb Lachen, halb Stöhnen.

„Empfindlich“, sagte sie. „Gut empfindlich. Nicht weniger. Nur langsam am Anfang.“

Ich leckte einmal, lang und flach, von unten nach oben, und der Geschmack füllte meinen Mund, salzig, ein wenig süß, lebendig. Sabine stöhnte offen. Ihre Schenkel spannten sich neben meinem Kopf und lockerten sich wieder, als sie sich entschied, mich nicht zu erdrücken. Ich wiederholte die Bewegung, diesmal mit mehr Druck, und teilte sie mit der Zunge, fand die kleine, feste Stelle oben und umkreiste sie, ohne direkt darauf zu bleiben. Ihre Hand in meinem Haar wurde fester. Ich hörte, wie ihr Atem brach und sich neu setzte.

„Da“, sagte sie. „Genau da, aber leichter. Ja. So.“

Ich gehorchte nicht, weil sie befahl, sondern weil ich hören wollte, was ihrem Körper guttat. Meine Zunge wurde weicher, kleiner in der Bewegung, ein enger Kreis, dann ein flaches Lecken, dann wieder der Kreis. Mit zwei Fingern strich ich weiter unten, sammelte Nässe und schob die Kuppen an ihren Eingang, ohne einzudringen, nur den Druck haltend. Sabine hob das Becken. „Rein“, sagte sie. „Ein Finger. Langsam.“

Ich schob einen Finger in sie. Sie war eng und heiß und so nass, dass es keinen Widerstand gab, nur das Umschließen, das Ziehen nach innen. Ich krümmte den Finger leicht, suchte, und als ich eine Stelle fand, die sie zusammenzucken ließ, blieb ich dort und bewegte mich in einem kleinen, stetigen Rhythmus, während mein Mund oben blieb. Sabine fluchte leise, ein Wort ohne Schärfe, nur Überraschung. Ihre freie Hand griff in die Decke. Ich sah an ihrem Körper hinauf, zwischen ihren Brüsten hindurch, und ihr Gesicht war offen, die Augen halb geschlossen, der Mund ein wenig geöffnet. Dieser Anblick ging mir durch den ganzen Körper. Ich wurde noch feuchter, spürte es an den Innenseiten meiner eigenen Schenkel, ein langsames Laufen, das die Luft kühlte.

„Zweiter Finger“, sagte sie nach einer Weile. „Wenn du willst.“

„Ich will.“

Ich zog mich ein wenig zurück, setzte den zweiten Finger an und schob beide zusammen hinein. Sie nahm mich mit einem langen Ausatmen auf. Ich bewegte die Hand, nicht schnell, tief genug, dass mein Handballen gegen sie drückte, wenn ich ganz in ihr war. Meine Zunge kehrte zu der kleinen festen Stelle zurück, und jetzt hielt ich sie dort, leckte in demselben Takt, in dem meine Finger sich bewegten. Sabine begann, sich gegen meinen Mund zu bewegen. Nicht wild. Geführt. Ihr Becken fand den Rhythmus und gab ihn mir zurück, und ich folgte, bis wir nicht mehr unterscheiden konnten, wer führte.

Die Geräusche im Raum wurden einfacher. Ihr Atem. Das leise, nasse Geräusch meiner Finger. Das Sofa, das einmal knarrte, als sie den Rücken durchdrückte. Ich war so konzentriert auf sie, dass ich meine eigene Erregung erst wieder spürte, als sie die Hand aus meinem Haar nahm und nach unten tastete, an meiner Schulter vorbei, und meine Brust fand. Sie kniff leicht in die Warze. Der Reiz schoss zwischen meine Beine, so direkt, dass ich gegen ihren Schenkel stöhnte und den Rhythmus für einen Herzschlag verlor.

„Komm her“, sagte sie. Ihre Stimme war rau. „Ich will dich auch. Nicht nur genommen werden. Ich will dich anfassen, während du mich so hast.“

Ich hob den Kopf. Mein Mund war nass von ihr. Sie zog mich nach oben, küsste mich und schmeckte sich selbst, ohne zurückzuzucken, und dieser Kuss war tiefer als die vorherigen, dankbar und hungrig zugleich. Dann schob sie eine Hand zwischen uns, an meinem Bauch hinab, durch das Haar und direkt in meine Nässe. Zwei Finger teilten mich, fanden mich geschwollen und glitschig, und sie lachte leise an meinem Mund, ein Laut der Freude, nicht des Spottes.

„So lange schon“, sagte sie. „Und du hast im Flur so getan, als wärst du nur höflich.“

„Ich war nicht höflich. Ich war vorsichtig.“

„Sei jetzt nicht vorsichtig. Sei deutlich.“

Ihre Finger begannen, mich zu streicheln, kreisend, mit genau dem Druck, den ich brauchte, als hätte sie meinen Körper schon gekannt. Ich stützte mich mit einer Hand neben ihrem Kopf ab und ließ die andere zwischen ihren Beinen, zwei Finger noch in ihr, den Daumen nun an ihrer kleinen festen Stelle, weil mein Mund nicht mehr dort war. Wir lagen seitlich verschoben, ineinander verhakt, und bewegten die Hände im selben langsamen Takt. Jedes Mal, wenn sie einen Kreis vollendete, zog sich etwas in mir zusammen. Jedes Mal, wenn ich den Daumen ein wenig fester setzte, hob sie die Hüfte und nahm meine Finger tiefer.

„Gut?“, fragte ich, obwohl ich die Antwort an ihrer Hand spürte, die nicht aufhörte.

„Sehr gut. Du auch? Fester oben, bitte. Ja. Genau so.“

Ich gab ihr, was sie verlangte, und sie gab mir dasselbe. Die Welt verengte sich auf vier Punkte: ihren Mund an meinem Hals, ihre Finger zwischen meinen Beinen, meine Hand in ihr, den Geruch von uns beiden, der den Wein längst überdeckt hatte. Ich spürte, wie sich die Spannung in meinem Unterleib sammelte, ein Ziehen, das von den Zehen bis in die Kopfhaut lief und sich dann wieder zwischen den Beinen ballte. Sabine merkte es. Sie verlangsamte nicht. Sie hielt den Rhythmus, den ich ihr mit meinem Atem vorgab, und flüsterte: „Nicht hetzen. Bleib bei mir. Ich bin auch nah, aber ich will dich zuerst hören, wenn du das willst. Oder zusammen. Sag es.“

„Zusammen“, brachte ich heraus. „Oder so nah wie möglich. Hör nicht auf.“

„Ich höre nicht auf.“

Wir fanden einen gemeinsamen Takt, der nicht perfekt war und gerade deshalb trug. Meine Finger krümmten sich in ihr, mein Daumen kreiste, ihre Hand arbeitete an mir mit zwei Fingern außen und einem Druck, der mich öffnete, ohne einzudringen, bis ich selbst „rein“ sagte und sie einen Finger in mich schob, dann einen zweiten, und das Gefühl der Fülle mich kurz die Augen schließen ließ. Es war viel. Es war richtig. Ich bewegte mich auf ihrer Hand, und sie bewegte sich auf meiner, und die Decke unter uns verrutschte, und das Sofa drückte gegen meine Schulter, und nichts davon störte.

Der Höhepunkt kam nicht als Blitz aus dem Nichts. Er baute sich in Wellen, jede ein wenig höher, und ich sagte es ihr, weil ich wollte, dass sie es wusste. „Ich komme gleich.“ Sie nickte an meiner Schulter, ihr eigener Atem schon gebrochen, und ihre Finger wurden ein wenig schneller, nicht grob, nur sicherer. Ich tat dasselbe für sie. Als es mich erfasste, zog sich alles in mir zusammen um ihre Finger, ein hartes, helles Pulsieren, das ich nicht steuern konnte, und ich stöhnte laut, den Mund an ihrem Haar, den Namen nicht, nur den Laut. Meine Hand verlor für zwei Sekunden den Takt. Sabine führte sich selbst gegen meinen Daumen, halb auf meiner Hand reitend, und dann kam auch sie, ich spürte es um meine Finger, das rhythmische Zusammenziehen, heiß und eng, und hörte sie, einen langen, tiefen Laut, der in ein Lachen überging, als die erste Welle nachließ und eine zweite, kleinere nachrollte.

Wir bewegten uns noch ein wenig, langsamer, durch das Nachbeben hindurch, bis sie „zu viel“ sagte und ich sofort stillhielt, die Finger noch in ihr, aber ohne Druck. Sie tat dasselbe bei mir. Wir blieben so, ineinander, atmend, die Stirnen aneinander, der Schweiß kühl werdend auf den Schlüsselbeinen. Draußen im Hausflur knackte wieder die Leitung. Das Geräusch kam von sehr weit her, obwohl die Tür nur wenige Meter entfernt war.

„Raus, langsam“, sagte sie nach einer Weile, und ich zog die Finger behutsam zurück. Sie tat es bei mir ebenso. Die Leere danach war ein eigener Reiz, empfindlich, fast traurig, und gleichzeitig erleichternd. Ich wischte die Hand an der Decke ab und lachte leise über die Nutzlosigkeit dieser Geste. Sabine küsste mich, weicher jetzt, ohne Hunger, mit dem Mund einer Frau, die gerade bekommen hatte, was sie wollte, und noch nicht bereit war, die Nähe aufzugeben.

Wir lagen eine Zeit lang ohne zu sprechen. Meine Wange an ihrer Brust, ihr Arm um meinen Rücken, die Decke halb über unseren Hüften, weil die Wohnung abkühlte und die Haut das merkte. Ich hörte ihr Herz. Es wurde ruhiger, nicht ganz ruhig. Meine eigene Erregung ebbte in kleinen Nachwellen ab, ein Zucken dann und wann, wenn sie mit den Fingernägeln leicht über meine Wirbelsäule strich. Ich hätte einschlafen können. Ich tat es nicht, weil ich den Nachklang nicht verpassen wollte und weil ich wusste, dass der Flur draußen noch da war, mit meinen Schuhen und meiner Tasche und der Tür, die mir gehörte.

„War das zu schnell nach all dem langen Gucken?“, fragte sie irgendwann. Ihre Stimme war heiser und zufrieden.

„Nein. Das Gucken war schon der Anfang. Das hier war nur die Stelle, an der wir aufgehört haben, so zu tun.“

Sie schwieg einen Moment. Ihre Hand lag still auf meinem Rücken. „Ich will keine Geschichte erzählen, die größer ist als dieser Abend“, sagte sie dann. „Nicht heute. Ich bin getrennt, und das ist gut so, und ich will nicht aus einem leeren Wohnungsschlüssel eine neue Wohnung machen, bevor ich weiß, wie ich allein atme. Aber ich will dich wieder. Nicht nur im Flur. Hier. Wenn du das auch willst, ohne dass wir es größer nennen, als es ist.“

Ich hob den Kopf und sah sie an. Ihr Gesicht war weich, die Lippen noch gerötet, die Augen klar. Kein Bedauern. Keine Falle. Nur die Ehrlichkeit, die sie schon an der Tür gezeigt hatte, als sie gesagt hatte, der Flur solle nicht alles bekommen.

„Ich will dich wieder“, sagte ich. „Nicht als Ersatz und nicht als Plan. Als das, was heute war. Und ich will, dass wir jedes Mal neu fragen. Nicht aus Angst. Weil es mir gefällt, wenn du ja sagst und ich es höre.“

„Dann frag mich jetzt noch einmal, nur damit ich es sagen kann.“

„Willst du, dass ich bleibe, bis der Wein alle ist, und dich noch einmal berühre, langsamer, wenn du magst? Oder soll ich gehen, solange es gut ist, und morgen im Flur so tun, als wüssten wir beide etwas, das die Wände nicht wissen müssen?“

Sie lachte, diesmal länger, und der Laut vibrierte unter meiner Wange, bevor ich mich aufgesetzt hatte. „Bleib, bis der Wein alle ist. Und berühr mich noch einmal. Langsamer. Ich sage ja.“

Wir tranken die Gläser aus, nackt auf dem Sofa, die Decke über den Knien, und der Wein schmeckte anders als vor einer Stunde, weniger nach Wohnung und mehr nach dem, was unsere Münder inzwischen getan hatten. Sabine erzählte ein wenig von den Kisten, nicht vom Mann, nur davon, wie seltsam es gewesen sei, seine Tassen wegzuräumen und die eigenen stehen zu lassen, als würde das Geschirr eine Entscheidung bestätigen, die der Kopf schon getroffen hatte. Ich erzählte von der Bahn, die wirklich gestanden hatte, und von dem Moment auf der Treppe, in dem ich ihren Türspalt gesehen und gewusst hatte, dass ich heute nicht nur nicken würde. Wir sprachen nicht viel. Das Sprechen war ein Ausruhen der Hände, kein Ersatz für sie.

Als die Gläser leer waren, stellte sie sie auf den Boden und zog mich wieder zu sich. Diesmal lag ich auf dem Rücken, und sie kniete zwischen meinen Beinen, die Hände auf meinen Knien, und sah mich an mit derselben langen Aufmerksamkeit wie im Flur, nur dass nichts mehr zwischen ihrem Blick und meiner Haut stand. „Darf ich dich mit dem Mund haben?“, fragte sie.

„Ja.“

Sie küsste sich von meinem Knie die Innenseite des Schenkels hinauf, langsam genug, dass ich jede Stelle einzeln spürte. Als sie zwischen meinen Beinen ankam, atmete sie mich ein, ohne Eile, und der warme Hauch ihrer Nase an meiner empfindlichsten Haut ließ mich die Hüften heben. Sie legte eine Hand auf meinen Bauch und drückte mich sanft zurück. „Bleib“, sagte sie. „Ich habe Zeit. Du auch.“

Ihre Zunge war breit und weich beim ersten Lecken, ein Kennenlernen, kein Zugriff. Ich war noch empfindlich vom ersten Mal, fast zu sehr, und sie merkte es an dem Zucken, das durch mich ging. Sie wurde leichter, leckte neben der Stelle, die am meisten pochte, dann darüber, dann endlich direkt, mit einem Druck, der trug statt zu stechen. Ich griff in die Decke. Mein anderer Arm lag über den Augen, bis ich ihn wegnahm, weil ich sie sehen wollte. Ihr dunkles Haar fiel über meinen Schenkel. Ihre Schultern bewegten sich mit jedem Atemzug. Die Lampe machte ihre Haut golden an der Stelle, wo der Rücken in den Po überging.

Sie schob zwei Finger in mich, langsam, und krümmte sie, während ihr Mund oben blieb. Der zweite Höhepunkt baute sich anders auf, tiefer, weniger hell, mehr wie eine Flut, die von innen gegen die Haut drückte. Ich sagte ihr, was gut war, mit kurzen Worten, nicht aus Höflichkeit, sondern weil sie danach gefragt hatte, indem sie auf meine Hüften hörte. „Etwas fester. Ja. Die Finger so lassen. Nicht schneller.“ Sie gehorchte mit einer Ruhe, die mich mehr erregte als jede Eile. Als ich kam, war es lang und zitternd, ein Ziehen, das sich in Wellen durch die Schenkel fortsetzte, und ich hielt ihren Kopf nicht fest, ich legte nur die Hand auf ihr Haar und ließ sie entscheiden, wann es genug war.

Sie entschied gut. Sie blieb, bis das Zucken nachließ, und küsste sich dann an meinem Bauch hinauf, zwischen die Brüste, an den Hals, bis ihr Mund meinen fand. Ich schmeckte mich auf ihrer Zunge und zog sie ganz auf mich, ihr Gewicht willkommen, ihre Knie neben meinen Hüften. Eine Weile lagen wir nur so. Dann schob ich eine Hand zwischen uns und fand sie wieder nass, bereit, und sie nickte an meinem Mund. Ich rieb sie mit der flachen Hand, langsam, so wie sie es verlangt hatte, und sie bewegte sich auf meiner Handfläche, die Stirn an meiner, die Augen offen. Es dauerte nicht lange. Sie kam leise diesmal, ein Beben mehr als ein Laut, und biss sich auf die Unterlippe, nicht vor Schmerz, sondern weil das Haus dünne Wände hatte und sie den Flur nicht doch noch alles hören lassen wollte.

Danach war es genug. Nicht aus Erschöpfung allein, sondern weil der Bogen geschlossen war und ein Weiteres ihn nur wieder geöffnet hätte. Wir wussten das beide, ohne es auszusprechen. Sabine rollte sich neben mich, zog die Decke höher, und wir atmeten, bis die Haut nicht mehr glühte, sondern nur warm war. Ich stand irgendwann auf, suchte meine Kleider, und sie sah mir dabei zu, ohne zu drängen und ohne zu bitten, dass ich blieb. Das Nicht-Bitten war eine Form von Respekt, die ich ihr hoch anrechnete.

An der Tür, wieder angezogen, die Haare notdürftig geordnet, küsste sie mich noch einmal. Kein Anfang, ein Siegel. „Morgen“, sagte sie, „wenn wir uns im Flur sehen, darfst du mich ansehen, so lange du willst. Ich werde nicht wegschauen. Aber ich werde nichts sagen, wenn andere da sind. Das hier gehört nicht dem Haus.“

„Einverstanden“, sagte ich. „Und wenn der Flur leer ist, darfst du meine Hand nehmen. Nur die Hand. Der Rest bleibt hinter einer Tür, die wir beide wollen.“

Sie öffnete. Das gelbe Licht fiel herein, ärmer als ihre Lampe, vertraut. Meine Tasche stand noch neben meiner Tür, ein wenig schief, als hätte der Abend sie vergessen. Ich trat hinaus. Der Fliesenboden war kühl unter den Schuhen, die ich wieder trug. Sabine blieb im Rahmen, barfuß wie zu Beginn, die Bluse falsch geknöpft, das Haar durcheinander, und sah mich an. Der Blick war lang. Er hatte jetzt ein Gedächtnis. Ich hielt ihn, bis mein Schlüssel im Schloss war, und nickte einmal. Sie nickte zurück. Dann schloss sie ihre Tür, und ich schloss meine, und zwischen den beiden Türen blieb der Flur, still, gelb, nach Regen riechend, als wüsste er nichts. Ich lehnte mich innen an das Holz und legte die Hand auf die Stelle an meinem Hals, wo ihr Mund gewesen war, und der Nachklang war warm, deutlich und ganz mein.

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