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Die Absprache unter dem Dach

Nachbarin · 19 Minuten lesen · 26 Minuten hören

Gelesen von Meher

Teil 1 der Serie Nebenan (1)

Der Umzugswagen blockierte seit dem frühen Nachmittag die schmale Straße, und über das Treppenhaus zog der Geruch von Karton und warmem Staub. Ich stand in meiner Wohnungstür im dritten Stock und hörte Schritte über mir, dort wo die Decke schräg wird und das Dachgeschoss beginnt. Eine Frauenstimme sagte etwas Kurzes zu den Trägern, ruhig und bestimmt, und dann fiel eine Tür ins Schloss. Ich hatte die Wochen davor die leere Wohnung gesehen, die schiefen Fenster, den hellen Dielenboden. Nun war jemand eingezogen, und ich merkte, dass ich länger zuhörte, als nötig gewesen wäre.

Am Abend traf ich sie auf dem Absatz zwischen unseren Etagen. Sie trug ein graues Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, hatte das Haar im Nacken zusammengenommen und hielt eine Kiste mit Geschirr so, als wiege sie nichts. Ich bin einunddreißig, und sie wirkte ein paar Jahre älter, nicht viel, nur so, dass die Ruhe in ihrem Gesicht schon geübt war. Sie stellte die Kiste ab, sah mich an und sagte, sie heiße Juna und wohne ab heute oben. Ich nannte meinen Namen, Nele, und bot ihr an, die schwere Kiste die letzten Stufen hinaufzutragen. Sie lächelte kurz, nahm das Angebot an und ging voraus, ohne zu erklären, wo der Lichtschalter saß. Oben roch es nach frischer Farbe und nach dem Holz der Fensterbänke.

Die Wohnung war noch halb leer. Unter dem großen Schrägfenster stand ein Tisch, darauf zwei Tassen und eine Thermoskanne. Juna goss ein, ohne zu fragen, ob ich bleiben wollte, und schob mir die Tasse hin. Der Kaffee war stark und ein wenig bitter. Wir sprachen über den Hausflur, über den Briefkasten, der klemmte, und über die Tatsache, dass man im Dachgeschoss im Sommer die Fenster früh öffnen musste, sonst staute sich die Hitze unter den Balken. Sie erzählte, sie habe die Stelle in der Stadt angenommen und die alte Wohnung hinter sich gelassen, weil sie dort zu lange alles allein entschieden habe, vom Einkauf bis zum Feierabend. Ich hörte zu und sah, wie das Abendlicht auf ihrem Schlüsselbein lag, wo das Hemd ein Stück offen stand.

In den Tagen danach begegneten wir uns oft. Sie kam mit einem Korb vom Markt, ich mit der Post. Manchmal blieb sie auf meinem Treppenabsatz stehen und fragte, ob der Lärm der Handwerker mich störe. Ich sagte nein und meinte es. Einmal brachte sie mir einen Teller mit geschnittenem Obst, weil sie zu viel gekauft hatte, und blieb in meiner Küche stehen, während ich eine Orange aß. Ihre Gegenwart füllte den Raum, ohne dass sie viel sagte. Ich merkte, dass ich auf ihre Stimme wartete, wenn ich abends das Fenster öffnete und von oben das Klirren von Geschirr hörte.

Am dritten Wochenende lud sie mich hinauf. Es war warm, die Schrägfenster standen gekippt, und auf dem Tisch lagen Brot, Tomaten und ein Krug Wasser mit Minze. Wir aßen langsam. Juna sprach davon, dass sie in ihrer Arbeit gewohnt sei, den Ablauf festzulegen, Termine zu setzen, anderen zu sagen, wo sie stehen sollten. Zu Hause sei das ähnlich gewesen, sagte sie, und sie wolle das nicht einfach in diese Wohnung mitnehmen. Ich erzählte ihr, dass ich meist warte, bis jemand anderes den ersten Schritt tut, und dass mich dieses Warten müde mache. Zwischen uns lag das, was keiner von uns bisher ausgesprochen hatte, und es war nicht unangenehm. Es war deutlich.

Sie stellte ihr Glas ab und sah mich ruhig an. Dann sagte sie, sie habe gemerkt, wie ich sie ansehe, und sie sehe mich ebenso an. Wenn ich das wolle, könnten wir einen Abend verabreden, an dem die gewohnten Rollen nicht gelten. Sie würde nicht führen. Ich würde sagen, was geschieht, in welcher Reihenfolge, wie nah, wie langsam. Sie würde folgen, solange es ihr recht sei, und ich würde aufhören, sobald sie es wolle. Ich spürte, wie mir warm wurde, nicht nur im Gesicht. Ich sagte, dass ich das wolle, und dass ich es klar und ohne Spielerei meine.

Wir sprachen länger, als ich erwartet hatte. Juna wollte Grenzen vorher wissen, nicht erst in der Hitze. Ich nannte, was mir guttat und was ich nicht wollte: kein Schmerz, kein Fotografieren, kein Überrumpeln. Sie nannte dasselbe und fügte hinzu, dass sie es mochte, wenn man ihr sagte, wo die Hände bleiben sollten, solange sie jederzeit nein sagen konnte. Wir einigten uns auf ein Wort, das alles stoppte, ohne Erklärung und ohne Nachfragen in dem Moment. Das Wort war Fenster, weil wir beide dieses Schrägfenster mochten und es nichts mit dem zu tun hatte, was zwischen uns geschehen sollte. Danach saßen wir noch eine Weile und tranken Wasser, und die Absprache lag zwischen uns wie ein Gegenstand, den man anfassen konnte.

Wir legten den Abend auf den folgenden Freitag. Bis dahin grüßten wir uns im Haus, aber wir spielten nicht schon vorher an dem, was wir uns versprochen hatten. Ich merkte trotzdem, wie sich mein Körper erinnerte, wenn ich ihre Schritte über mir hörte. Am Freitagnachmittag duschte ich lange, zog ein schlichtes Kleid an und ging mit leeren Händen nach oben. Juna öffnete barfuß. Sie trug eine dunkle Hose und ein helles Oberteil, das Haar offen. Auf dem Tisch standen zwei Teller, nichts Aufwendiges, nur etwas Warmes und Brot. Sie ließ mich eintreten und wartete, und ich verstand, dass die Absprache schon an der Tür begann.

Ich sagte, wir essen zuerst, und sie nickte. Wir setzten uns. Das Licht fiel schräg über den Tisch, und draußen wurde es langsam Abend. Ich fragte sie, ob sie den Tag hinter sich lassen wolle, und sie sagte ja. Ich sagte, dann bleibe das Telefon in der Küche, und sie stand auf, legte es dorthin und kam zurück. Diese kleine Folge, ihr Gehen und ihr Wiederkommen, weil ich es gesagt hatte, ließ etwas in mir ruhiger werden. Ich war nicht laut. Ich musste nicht laut sein. Es reichte, dass sie zuhörte und dass ich wusste, sie tat es freiwillig.

Nach dem Essen räumten wir nicht sofort ab. Ich stand auf, ging um den Tisch und blieb neben ihrem Stuhl stehen. Ich fragte, ob sie bereit sei. Sie sah zu mir hoch und sagte ja, deutlich, ohne Lächeln, das die Sache kleiner gemacht hätte. Ich legte eine Hand an ihre Wange, nur die Fläche, und spürte die Wärme ihrer Haut. Dann beugte ich mich und küsste sie. Der Kuss war zuerst vorsichtig, Lippen auf Lippen, ein kurzes Innehalten, in dem sie nichts übernahm. Ich öffnete den Mund ein wenig, und sie folgte. Ihr Atem roch nach dem Wein, den wir nur in kleinen Schlucken getrunken hatten, und nach etwas Eigenem, das ich schon auf dem Treppenabsatz wahrgenommen hatte, ohne es benennen zu können.

Ich richtete mich auf und sagte, sie solle sitzen bleiben, bis ich es anders sage. Sie blieb. Ich strich mit dem Daumen über ihre Unterlippe, dann über den Hals bis zum Kragen. Das Oberteil hatte kleine Knöpfe. Ich öffnete den obersten, dann den nächsten, und hielt inne, um ihr Gesicht zu sehen. Ihre Augen waren dunkel und wach. Ich fragte, ob das so bleibe. Sie sagte ja. Ich öffnete weiter, schob den Stoff von den Schultern und ließ ihn über die Stuhllehne fallen. Darunter trug sie nichts. Ihre Brüste waren voll, die Haut am Ansatz ein wenig heller, die Brustwarzen schon fest, bevor ich sie berührt hatte. Ich sah sie an, lange genug, dass sie den Blick aushielt, und sagte, sie sei schön, weil es stimmte und weil ich wollte, dass sie es von mir hörte.

Ich kniete mich nicht sofort. Ich blieb stehen, beugte mich und küsste die Stelle unter ihrem Ohr, dann die Schulter, dann die obere Wölbung einer Brust. Meine Hand lag auf der anderen, warm, ohne zu drücken. Juna atmete tiefer. Ihre Hände ruhten auf den Oberschenkeln, wie ich es nicht extra hatte sagen müssen, weil wir vorher gesprochen hatten: sie greift nicht zuerst. Ich nahm eine Brustwarze zwischen die Lippen, langsam, und spürte, wie sie sich unter der Zunge weiter zusammenzog. Ein leiser Laut kam aus ihrer Kehle, kein Wort. Ich wechselte zur anderen Seite und ließ die feuchte Spur auf der Haut abkühlen. Draußen fuhr ein Auto vorbei. Hier oben war es still genug, dass ich ihren Atem hörte.

Ich sagte, sie solle aufstehen. Sie stand. Ich öffnete den Knopf ihrer Hose, zog den Reißverschluss herunter und schob den Stoff über die Hüften, zusammen mit dem, was darunter war. Sie stieg heraus, als ich es mit einer kleinen Bewegung andeutete, und stand dann nackt auf den Dielen, die Arme locker, nicht verlegen und nicht zur Schau gestellt. Ich betrachtete den Bauch, die Linie der Hüfte, das dunkle Haar zwischen den Schenkeln, die Art, wie sie das Gewicht auf einem Fuß hielt. Ich zog mein Kleid selbst aus, langsam, und legte es auf den Stuhl. Ich wollte, dass sie mich ebenso sah, und ich sagte das. Ihr Blick ging über meine Brüste, meinen Bauch, meine Schenkel, und sie sagte nichts, bis ich fragte, ob sie bleiben wolle. Sie sagte, sie wolle bleiben.

Ich nahm ihre Hand und führte sie zum Bett unter dem Schrägfenster. Die Decke war zurückgeschlagen, das Laken kühl. Ich sagte, sie solle sich auf den Rücken legen, den Kopf zum Fenster. Sie tat es. Ich kniete neben sie, nicht auf sie, und strich von der Schulter über die Brust, den Bauch, die Hüfte, bis zum Knie, und wieder hinauf an der Innenseite des Schenkels, ohne die Mitte zu berühren. Juna lag still, aber ihr Körper war nicht starr. Die Haut an den Schenkeln spannte sich, wenn meine Finger näher kamen, und entspannte sich, wenn ich wieder nach außen ging. Ich wiederholte das, bis ihr Atem ungleich wurde, und fragte dann, ob sie meine Hand dort wolle. Sie sagte ja, bitte, und das Bitte war leise und klar.

Ich legte die Hand flach auf den Venushügel, spürte das Haar und die Wärme darunter, und ließ sie einen Moment einfach liegen. Dann teilte ich mit zwei Fingern die äußeren Lippen und strich langsam durch die Feuchtigkeit, die schon da war. Sie war glatt und warm, und als ich die Klitoris fand, zuckte Juna leicht und hielt danach still, weil ich die andere Hand auf ihren Bauch gelegt hatte, nicht als Gewicht, sondern als Halt. Ich kreiste langsam, mit wenig Druck, und sah ihr Gesicht. Die Augen waren halb geschlossen. Ich sagte, sie solle mich ansehen, und sie öffnete sie. Das machte die Berührung dichter, obwohl sich an meiner Hand nichts geändert hatte.

Ich beugte mich und küsste sie wieder, während die Finger weiter unten blieben. Ihr Mund war weich und hungrig, aber sie wartete auf meine Zunge, bevor sie ihre dagegen legte. Ich mochte das. Ich mochte, dass die Frau, die im Treppenhaus Kisten dirigiert und im Beruf Abläufe gesetzt hatte, hier unter meiner Hand lag und nichts an sich riss. Es war kein Spiel, in dem eine kleiner wurde. Es war die Absprache, und sie hielt sie, weil sie es wollte. Ich sagte ihr das zwischen zwei Küssen, und sie nickte, die Stirn an meiner.

Ich rutschte tiefer, küsste das Brustbein, den Bauch, die weiche Stelle über dem Haar. Dann schob ich ihre Schenkel auseinander, nicht ruckartig, und sie öffnete sie weiter, als ich mit den Händen an den Knien nachhalf. Ich sah sie an, offen, gerötet, feucht, und sagte, ich wolle sie mit dem Mund. Sie sagte ja. Ich legte mich zwischen ihre Beine, die Arme unter den Oberschenkeln, und küsste zuerst die Innenseite, dann die äußere Lippe, dann die andere. Der Geschmack war salzig und eigen, nicht süß, und ich nahm ihn langsam auf. Als meine Zunge die Klitoris berührte, hob sich ihr Becken ein wenig. Ich legte eine Hand auf die Hüfte und hielt sie unten, nicht hart, nur so, dass sie spürte, wo sie bleiben sollte. Sie verstand und ließ das Becken sinken.

Ich leckte in langen Zügen, dann in kleinen Kreisen, und wechselte, wenn ihr Atem zu gleichmäßig wurde. Mit zwei Fingern der anderen Hand strich ich am Eingang entlang, fragte, ob ich hineingehen solle, und hörte ihr Ja, das schon ein wenig brüchig war. Ich schob einen Finger hinein, langsam, spürte die Wärme und das Nachgeben, dann einen zweiten, und krümmte sie leicht, während die Zunge oben blieb. Juna griff ins Laken, nicht in mein Haar, weil ich das nicht gesagt hatte. Ich merkte es und war dankbar für diese Genauigkeit. Ich sagte, sie dürfe eine Hand in mein Haar legen, wenn sie wolle, und sie tat es, leicht, ohne zu ziehen.

Die Zeit verlor ihre Kanten. Draußen wurde das Licht blau, und unter dem Fenster war ihr Körper warm und offen. Ich hörte die kleinen Laute, die sie nicht mehr zurückhielt, und spürte, wie sich die Muskeln um meine Finger enger zogen. Ich blieb bei dem Rhythmus, der sie dorthin gebracht hatte, und sagte gegen ihre Haut, sie solle kommen, wenn es so weit sei, nicht früher und nicht aus Gefälligkeit. Kurz darauf spannte sich alles, ihr Schenkel gegen meine Schulter, ihr Inneres um meine Finger, und ein langer, tiefer Laut ging durch sie. Ich ließ nicht sofort los. Ich wurde nur weicher, langsamer, bis das Zucken nachließ und sie die Hand aus meinem Haar nahm, um sie flach auf die Matratze zu legen.

Ich küsste die Innenseite ihres Schenkels und zog die Finger behutsam zurück. Dann richtete ich mich auf und sah sie an. Ihre Wangen waren gerötet, der Mund offen, die Augen klar. Ich fragte, ob es gut sei. Sie sagte ja, und dann, nach einem Atemzug, dass sie mehr wolle, wenn ich es wolle. Ich sagte, noch nicht sofort. Ich wollte sie nicht hetzen und mich nicht. Ich legte mich neben sie, eine Hand auf ihrem Bauch, und wir atmeten, bis der Puls in ihrem Hals ruhiger wurde. Das Schrägfenster zeigte ein Stück Himmel ohne Sterne, nur das letzte Grau.

Als ich bereit war, setzte ich mich auf und sagte, sie solle sich auf die Seite drehen, das Gesicht zu mir. Sie tat es. Ich küsste sie, und sie schmeckte sich selbst auf meinen Lippen, ohne zurückzuweichen. Ich nahm ihre Hand und legte sie auf meine Brust. Ich sagte, jetzt dürfe sie mich berühren, aber nur dort, wo ich die Hand hinführe. Sie nickte. Ich führte ihre Finger über die Brustwarze, ließ sie dort kreisen, dann weiter über den Bauch. Meine eigene Erregung war nicht neu. Sie hatte schon beim Öffnen ihres Oberteils begonnen und war während ihres Kommens nicht kleiner geworden. Zwischen meinen Schenkeln war ich nass, und als ich ihre Hand dorthin legte, spürte sie es sofort. Ihr Blick wurde noch wacher.

Ich sagte, zwei Finger, langsam, und sie folgte. Die Berührung war zuerst fast zu vorsichtig, und ich sagte, fester, hier, und schob ihre Finger an die richtige Stelle. Sie lernte schnell, nicht weil sie die Führung zurücknahm, sondern weil sie zuhörte. Ich lag auf dem Rücken, ein Knie angewinkelt, und sah zu, wie ihre Hand zwischen meinen Beinen arbeitete. Es war ungewohnt, so genau zu sagen, was ich brauchte, und es war gut. Ich sagte, hinein, und sie glitt in mich, ein Finger, dann der zweite, der Daumen an der Klitoris. Ich hielt ihr Handgelenk, nicht um sie zu stoppen, sondern um das Tempo zu setzen, und sie ließ sich führen.

Ich wollte ihren Mund. Ich sagte es, und sie rutschte nach unten, ohne die Finger ganz zu verlassen, bis ich sagte, die Hand weg, nur die Zunge. Sie gehorchte und legte den Mund auf mich. Die erste Berührung war breit und warm. Ich sagte, kleiner, oben, und sie fand die Stelle. Ich hielt ihren Kopf nicht fest. Ich lag da und sagte leise, was blieb und was sich ändern sollte, und sie änderte es. Das Gefühl baute sich nicht als Blitz auf, sondern als Wärme, die sich sammelte, nachließ und wieder kam. Ich ließ es kommen. Als es nah war, sagte ich, nicht aufhören, und sie hörte nicht auf. Der Höhepunkt ging durch den Bauch und die Schenkel, lang, mit einem Laut, den ich nicht kannte, weil ich ihn selten in Gegenwart eines anderen Menschen gemacht hatte. Sie blieb, bis ich ihre Schulter berührte und sagte, genug.

Sie kam wieder nach oben und legte sich neben mich, das Gesicht nah, ohne zu küssen, bis ich sie küsste. Wir schmeckten beide nach der anderen. Ich strich ihr das Haar aus der Stirn und fragte, ob das Wort irgendwo nahe gewesen sei. Sie sagte nein. Ich sagte, bei mir auch nicht. Danach war eine Weile nur das Atmen und das leise Ticken der alten Heizung, die im Sommer nichts tat und trotzdem manchmal ein Geräusch machte.

Ich war noch nicht fertig mit dem, was ich wollte, und ich sagte das. Juna lag auf dem Rücken, als ich sie bat, und spreizte die Beine, als ich ihre Knie berührte. Diesmal setzte ich mich zwischen sie, meine Schenkel an ihren, und rieb mich langsam an ihr, Haut an Haut, Feuchtigkeit an Feuchtigkeit. Es war kein Ersatz und kein Ziel für sich, nur eine Nähe, die ich sehen wollte. Sie hielt die Hände neben dem Kopf, weil ich gesagt hatte, sie solle sie dort lassen. Ich beugte mich vor, stützte mich ab und küsste sie, während sich unsere Körper unten aneinander rieben. Der Druck war ungenau und trotzdem stark. Ich spürte ihre Klitoris an meiner, manchmal, und wenn der Winkel stimmte, atmeten wir beide kürzer.

Ich hielt inne und sagte, ich wolle wieder in ihr sein, mit den Fingern, und sie dabei ansehen. Sie sagte ja. Ich kniete mich zurecht, schob zwei Finger in sie und legte die andere Hand flach auf den unteren Bauch, den Daumen an der Klitoris. So konnte ich Tempo und Druck selbst halten. Juna sah mich an, wie ich es verlangt hatte. Ihre Lippen waren offen. Ich bewegte die Finger gleichmäßig, nicht schnell, und sprach leise, dass sie bleiben solle, dass sie nicht die Hüften hochwerfen solle, dass ich das Tempo habe. Sie hielt sich daran, auch als es schwer wurde. Schweiß stand in der Kuhle ihres Halses. Ich beugte mich und leckte ihn weg, ohne die Hand unten zu unterbrechen.

Als sie zum zweiten Mal kam, war es kürzer und tiefer, ein Zusammenziehen, das ich in der Hand spürte, und ein erstickter Laut gegen meine Schulter, weil ich mich zu ihr hinabgebeugt hatte. Ich blieb in ihr, bis die letzten Wellen vorbei waren, und zog mich dann langsam zurück. Meine Finger glänzten. Ich wischte sie nicht sofort ab. Ich legte mich auf sie, Brust an Brust, und sie durfte die Arme um mich legen, weil ich es jetzt sagte. Sie hielt mich fest, nicht gierig, nur nah, und ich spürte ihr Herz unter meinem.

Wir blieben so, bis das Gewicht zu viel wurde, und ich rollte zur Seite. Das Laken war zerknittert und an manchen Stellen feucht. Juna lag mit einem Arm über den Augen, nicht aus Scham, sondern weil das Licht der Straßenlaterne inzwischen durch das Schrägfenster fiel und sie blendete. Ich stand auf, schloss den Vorhang ein Stück und holte ein Glas Wasser aus der Küche. Als ich zurückkam, hatte sie den Arm sinken lassen. Ich reichte ihr das Glas, sie trank, und ich trank danach. Das Wasser war kühl und gewöhnlich, und gerade deshalb gut.

Ich setzte mich an den Bettrand und sagte, die Absprache gelte noch, bis wir sie beenden. Sie nickte. Ich fragte, ob sie etwas brauche, das ich nicht gesehen habe. Sie sagte, sie wolle noch einmal meine Haut an ihrer, ohne dass etwas geschehen müsse. Ich legte mich wieder zu ihr, die Vorderseite an ihren Rücken, ein Arm um ihre Taille, die Hand flach unter der Brust. So lagen wir. Ihr Haar roch nach dem Kissen und nach uns. Ich küsste die Stelle zwischen den Schulterblättern und sagte nichts mehr für eine Weile.

Später, als die Straße ganz still war, drehte sie sich zu mir um. Sie fragte, ob sie sprechen dürfe, nicht um zu führen, nur um zu sagen, wie es ihr gehe. Ich sagte ja. Sie sagte, es sei ungewohnt gewesen, nichts zu entscheiden, und es sei gut gewesen, weil sie gewusst habe, dass sie jederzeit hätte aufhören können. Sie sagte, meine Stimme sei ruhig gewesen und das habe ihr geholfen. Ich hörte zu und spürte eine Wärme, die nicht nur vom Körper kam. Ich sagte, es sei für mich ungewohnt gewesen, so genau zu sagen, was ich will, und dass ich es wieder tun wolle, wenn sie es wolle, an einem anderen Abend, mit derselben Absprache oder mit einer, die wir neu besprechen. Sie sagte, sie wolle das.

Wir beendeten die Absprache mit einem einfachen Satz, den wir uns vorher nicht ausgedacht hatten und der trotzdem passte. Ich sagte, jetzt sind wir wieder nur wir, und sie wiederholte es. Danach küsste sie mich von sich aus, zum ersten Mal an diesem Abend ohne meine Aufforderung, und ich ließ es geschehen, weil die Rolle vorbei war und der Kuss nichts zurücknahm. Er war weich und kurz. Danach lag ihre Hand auf meiner Hüfte, gewöhnlich, nachbarlich beinahe, wenn das Wort in diesem Bett noch einen Sinn hatte.

Ich blieb nicht die ganze Nacht. Wir hatten das nicht verabredet, und ich wollte den Morgen in meiner eigenen Wohnung beginnen, mit dem Wissen, dass sie über mir schlief. Ich zog mich an, während sie im Bett lag und zusah, ohne mich zu bitten zu bleiben und ohne Eile in den Blick zu legen. An der Tür küsste ich sie noch einmal, angezogen gegen ihre nackte Schulter, ein kleiner Gegensatz, der mich lächeln ließ. Sie sagte, der Kaffee stehe morgen früh, wenn ich wolle. Ich sagte, ich komme gegen neun. Dann ging ich die Treppe hinunter, barfuß in den Schuhen, die ich erst auf dem Absatz anzog, und schloss meine Tür leise.

In meiner Wohnung roch es nach nichts Besonderem, nach dem Geschirr vom Mittag und nach dem offenen Fenster. Ich stellte mich unter die Dusche, nicht um etwas wegzuwaschen, sondern weil die Haut salzig war und ich schlafen wollte. Unter dem Wasser dachte ich an ihre Stimme, als sie ja gesagt hatte, an die Hand im Laken, an das Wort Fenster, das wir nicht hatten brauchen müssen. Ich trocknete mich ab, legte mich ins Bett und hörte über mir einen einzelnen Schritt, dann Stille. Juna war noch wach oder schon fast eingeschlafen. Beides war in Ordnung.

Am Morgen ging ich hinauf, wie gesagt. Sie öffnete in einem weiten Hemd, das Haar feucht vom Duschen, und der Tisch unter dem Schrägfenster war wieder gedeckt, diesmal mit Kaffee und Brot. Wir sprachen über den Markt und über einen tropfenden Hahn in ihrem Bad, nicht über die Nacht, bis der erste Becher leer war. Dann sagte sie, die Absprache habe gehalten, und ich sagte, ja. Mehr brauchte es an diesem Tisch nicht. Draußen wurde es hell, und unter dem Dach war es noch kühl. Ich blieb, bis der Kaffee alle war, und als ich ging, lag ihre Hand einen Moment an meinem Unterarm, fest und gewöhnlich, wie bei jemandem, der weiß, dass es ein nächstes Mal gibt und dass man es vorher wieder in Worte fassen wird.

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