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Die Bitte im Gartenhaus

Nachbarin · 26 Minuten lesen · 34 Minuten hören

Gelesen von Ekaterina

Teil 2 der Serie Nebenan (1)

Der Juni lag schwer auf den Gärten, und die Luft roch nach warmem Holz, nach frisch gemähtem Gras und nach dem Wasser, das abends aus den Schläuchen lief. Ich war zweiunddreißig und wohnte seit dem Frühjahr in dem schmalen Reihenhaus am Ende der Straße. Neben mir wohnte Jonas, sechsunddreißig, allein hinter der hohen Ligusterhecke. Hinter dieser Hecke stand sein Gartenhaus, ein kleiner Bau aus hellem Holz mit einem Fenster zur Abendsonne und einer Tür, die er oft offen stehen ließ, wenn er dort arbeitete.

Wir hatten uns zuerst nur über den Zaun gegrüßt, höflich und kurz, wie Menschen es tun, die noch nicht wissen, ob aus Nähe etwas werden kann. Dann blieb er eines Abends länger stehen, die Unterarme auf dem Holz, und fragte, ob mir die Tomaten in der Hitze nicht zu viel wurden. Ich sagte, dass ich sie mochte, gerade weil sie Arbeit machten. Er lachte leise, und dieses Lachen setzte sich in mir fest, wärmer als der Tag. Seitdem suchte ich seinen Blick, ohne es mir einzugestehen.

An den Samstagen hörte ich ihn im Gartenhaus hämmern oder sägen, und manchmal trat er in die Tür, das Hemd am Rücken dunkel vor Schweiß, und trank Wasser aus einer Flasche. Ich stand dann an meinem Küchenfenster und tat, als suchte ich etwas im Garten. In Wahrheit sah ich die Linie seines Nackens, die ruhigen Hände, die Art, wie er sich den Schweiß von der Stirn wischte und kurz zu meinem Haus herübersah. Es war, als wüsste er, dass ich dort stand.

Es war kein Zufall mehr, dass ich abends länger im Garten blieb. Ich goss Pflanzen, die schon genug Wasser hatten, und er fand Gründe, die Hecke zu schneiden, gerade dort, wo der Zaun niedriger war. Wir sprachen über den Sommer, über die Leute weiter unten an der Straße, über nichts, das uns wirklich anging. Unter den Sätzen lag etwas anderes, eine Aufmerksamkeit, die sich nicht abschütteln ließ, sobald man sie einmal bemerkt hatte. Ich ging später ins Haus und hörte noch lange das leise Klirren seines Werkzeugs.

An jenem Donnerstag kam er nicht an den Zaun. Er stand in der offenen Tür des Gartenhauses, als ich mit dem Korb voll Wäsche in den Garten trat, und er wartete, bis ich ihn ansah. Dann sagte er meinen Namen, Sara, so ruhig, dass ich den Korb abstellte, ohne es zu merken. Er bat mich nicht sofort. Er sah mich nur an, und in diesem Blick lag schon die Hälfte dessen, was er gleich aussprechen würde. Die Wäsche roch nach Sonne und wurde unwichtig.

Er sagte, er habe eine Bitte, und er wolle sie nur einmal aussprechen, weil man solche Sätze nicht zurücknehmen könne, wenn sie erst in der Luft seien. Ich sollte am Abend ins Gartenhaus kommen, wenn ich wolle, und dort bleiben, solange ich wolle. Er wolle mich küssen, mich ausziehen und mich anfassen, bis ich selbst nicht mehr wisse, wo meine Hände aufhörten und seine anfingen. Wenn ich nein sage, werde er nie wieder davon sprechen. Die Worte hingen zwischen uns wie etwas, das man nicht mehr einfangen konnte.

Ich hörte mein eigenes Blut. Der Korb stand zwischen meinen Füßen, und die Hecke raschelte in einem Wind, den ich nicht spürte. Er blieb in der Tür, die Hände an den Seiten, und er drängte nicht. Gerade das machte die Bitte schwerer und klarer zugleich. Er hatte sie ausgesprochen, und sie ließ sich nicht mehr in ein höfliches Gespräch zurückbiegen. Ich konnte gehen. Ich konnte auch bleiben und antworten. Beides war möglich, und genau deshalb zitterte etwas in mir.

Ich sagte nicht sofort ja. Ich sagte, dass ich den Abend brauche, um zu wissen, ob ich die Bitte tragen könne, ohne sie hinterher kleinreden zu wollen. Er nickte, als habe er mit nichts anderem gerechnet. Dann fügte er hinzu, dass auch sein Ja schon gegeben sei und dass er es nicht zurückholen werde, selbst wenn ich nicht käme. Das Gartenhaus sei offen bis Mitternacht. Danach werde er die Tür schließen und die Sache als gesagt und unbeantwortet lassen.

Ich trug die Wäsche ins Haus und faltete sie, ohne auf die Kanten zu achten. In der Küche stand ein Glas Wasser, das ich nicht trank. Immer wieder hörte ich seine Sätze, nicht laut, sondern so, wie man eine Berührung nachfühlt, wenn die Hand schon weg ist. Ich war nicht erschrocken. Ich war getroffen an einer Stelle, die ich seit Wochen selbst warm gehalten hatte, ohne sie zu benennen. Die Bitte hatte nur ausgesprochen, was zwischen Zaun und Hecke schon gewachsen war.

Gegen neun wurde es dämmrig, und die Gärten verloren ihre scharfen Farben. Ich zog ein leichtes Kleid an, nichts, das nach einer Verabredung aussah, und ließ das Haar offen, weil ich die Hände nicht dafür hergeben wollte, es hochzustecken. Barfuß ging ich über meinen Rasen bis an die Stelle, wo die Hecke eine schmale Lücke ließ. Dahinter brannte im Gartenhaus eine Lampe, warm und niedrig. Die Tür stand einen Spalt offen. Ich hätte noch umkehren können. Ich tat es nicht.

Jonas saß auf der Kante einer niedrigen Liege, die er an die Rückwand gestellt hatte, und stand auf, als ich eintrat. Das Gartenhaus roch nach Holz, nach Leinöl und nach dem Sommer, der sich in den Balken gehalten hatte. Auf einem Hocker lag eine gefaltete Decke. Er hatte die Werkzeuge weggeräumt. Nichts in dem Raum drängte. Alles wartete. Er sagte, ich müsse nichts erklären, wenn ich nur gekommen sei, um die Tür wieder zu schließen. Seine Stimme blieb ruhig, aber seine Augen nicht.

Ich schloss die Tür hinter mir, nicht ganz, sodass ein Streifen Abendluft blieb. Dann sagte ich, dass ich die Bitte nicht zurückgeben wolle. Ich wolle sie annehmen, mit allem, was sie danach zwischen uns ändern werde. Ich wolle geküsst werden, ausgezogen werden und angefasst werden, und ich wolle selbst anfassen, solange es uns beiden recht sei. Wenn ich aufhören wolle, werde ich es sagen, und er ebenso. Er atmete einmal tief aus, als habe er den ganzen Tag auf diesen Satz gewartet.

Er kam nicht sofort auf mich zu. Er fragte, ob er mich jetzt berühren dürfe, und ich nickte, dann sagte ich ja, weil ein Nicken mir zu klein vorkam für das, was wir gerade festgelegt hatten. Seine Hand legte sich an meine Wange, warm, ein wenig rau von der Arbeit, und der Daumen strich einmal unter meinem Auge entlang. Ich schloss die Lider. Der erste Kuss war langsam, kaum mehr als das Aneinanderlegen der Münder, und doch lief mir davon eine Wärme den Hals hinunter.

Er küsste mich wieder, diesmal tiefer, und ich öffnete den Mund, ließ seine Zunge an meine kommen, langsam, als prüften wir beide, wie viel Nähe der Raum vertrug. Meine Hände fanden sein Hemd. Der Stoff war weich von vielen Wäschen, und darunter war Wärme, der feste Bogen seiner Brust, das leise Heben seines Atems. Ich zog ihn näher. Er ließ es geschehen und hielt mich zugleich so, dass ich jederzeit einen Schritt zurück hätte tun können. Ich tat keinen.

Seine Lippen wanderten an meinen Kiefer, an die Stelle unter dem Ohr, wo die Haut dünn ist und jedes Atmen zu viel wird. Ich hörte mich selbst, ein kleines Geräusch, das ich nicht geplant hatte. Er hielt inne und fragte, ob das gut sei. Ich sagte ja, bitte, und das Wort bitte klang in dem Gartenhaus anders als am Zaun, nicht mehr wie eine Grenze, sondern wie eine Tür, die wir beide aufdrückten. Seine Hände lagen an meiner Taille, über dem Kleid, und warteten.

Ich nahm seine Handgelenke und führte seine Hände höher, bis sie über meinen Rippen lagen, dicht unter der Brust. Das Kleid war dünn. Ich spürte die Wärme seiner Handflächen durch den Stoff, und meine Brustwarzen wurden hart, noch bevor er sie berührte. Er sah mir ins Gesicht, während seine Daumen langsam höher strichen, einmal, dann noch einmal, über die empfindliche Spitze. Ein Ziehen lief mir in den Bauch. Ich lehnte die Stirn an seine und sagte, dass er das Kleid ausziehen solle, wenn er es noch wolle.

Er fand den Reißverschluss im Rücken und zog ihn langsam herunter, Zahn um Zahn, und die kühle Luft der offenen Tür legte sich auf die freigegebene Haut. Das Kleid rutschte von den Schultern. Ich ließ es fallen und stand in Unterwäsche vor ihm, hellgrauer Stoff, nichts Ausgesuchtes, und doch sah er mich an, als habe der Raum gerade seine eigentliche Farbe bekommen. Er strich mit dem Handrücken über meine Schulter, den Arm hinab, und fragte noch einmal, leise, ob ich bleiben wolle. Ich sagte, ich sei schon geblieben.

Er zog sein Hemd über den Kopf. Darunter war Haut, die von der Sonne an den Armen dunkler war als an der Brust, und eine schmale Narbe an der linken Rippe, alt und glatt. Ich legte die Finger darauf, ohne zu fragen, und er ließ es zu. Dann öffnete ich seinen Gürtel, nicht hastig, sondern so, wie man eine Entscheidung wiederholt, die man schon getroffen hat. Er half mir, die Hose abzustreifen. In der kurzen Hose darunter zeichnete sich ab, wie sehr er mich wollte, und zwischen meinen eigenen Beinen antwortete ein schwerer, warmer Puls.

Wir küssten uns wieder, diesmal mit weniger Vorsicht und mit mehr Hunger. Seine Hände glitten über meinen Rücken, fanden den Verschluss des Büstenhalters und hielten dort inne, bis ich das Kinn an seine Schulter legte und ja sagte. Der Stoff fiel. Die Luft auf meinen Brüsten war kühl, seine Handflächen gleich darauf warm. Er umfasste sie nicht grob. Er hielt sie, wog sie, strich mit den Daumen über die harten Spitzen, bis ich mich ihm entgegenbog und ein Laut aus mir kam, den die Holzwände leise zurückgaben.

Ich wollte seine Haut ebenso. Ich schob die kurze Hose über seine Hüften, und er stieg heraus, nackt vor mir, der Schwanz schon schwer und aufgerichtet, die Spitze feucht. Ich legte die Hand darum, nicht um zu nehmen, sondern um zu wissen. Er war heiß, die Haut glatt über der Härte, und als ich langsam auf und ab strich, schloss er die Augen und fluchte leise, nicht hässlich, eher wie jemand, der eine Grenze überschritten hat und sie nicht bereut. Ich fragte, ob das zu viel sei. Er sagte, es sei genau richtig, und ich solle nur nicht aufhören, wenn ich es nicht wolle.

Er führte mich zur Liege. Die Decke war weich, nach Seife gewaschen, und das Holz darunter gab ein wenig nach, als wir uns setzten. Er kniete sich vor mich, zwischen meine Knie, und küsste meinen Bauch, die Unterseite einer Brust, dann die andere, nahm eine Brustwarze in den Mund und saugte so behutsam, dass das Ziehen bis zwischen meine Schenkel lief. Ich hielt seinen Kopf, die Finger in seinem kurzen Haar, und sagte seinen Namen. Er hob den Blick, ohne den Mund von mir zu lösen, und in diesem Blick lag die Bitte noch einmal, jetzt ohne Worte, und ich nickte.

Seine Hände schoben den grauen Stoff meiner Unterhose an den Hüften herunter. Ich hob das Becken, half ihm, und dann war ich nackt, die Knie auseinander, weil er zwischen ihnen blieb und nicht so tat, als sei das ein Versehen. Er sah mich an, lange, und strich mit zwei Fingern die Innenseite meines Schenkels hinauf, langsam genug, dass ich jedem Zentimeter folgen konnte. Als er die feuchte Wärme erreichte, hielt er still. Ich bin nass, sagte ich, und es klang in dem stillen Raum klarer als gedacht. Er lächelte, kaum, und sagte, das sei die schönste Antwort, die er sich habe vorstellen können.

Er berührte mich mit der flachen Hand zuerst, warm und breit, dann mit den Fingern, die meine Schamlippen teilten und die Feuchtigkeit verteilten, ohne hineinzudrängen. Der Mittelfinger fand die Klitoris und kreiste, leicht, dann fester, als ich die Hüften hob. Ich hörte meinen Atem schneller werden. Er fragte, ob er in mich dürfe, mit den Fingern, und ich sagte ja, bitte, jetzt. Ein Finger glitt hinein, dann ein zweiter, langsam, und die Fülle war genau das, wonach mein Körper schon seit dem Zaun verlangt hatte, ohne dass ich es laut gedacht hätte. Er krümmte die Finger, suchte, fand die Stelle, an der ich zusammenzuckte, und blieb dort, während der Daumen oben weiter kreiste.

Ich ließ mich auf die Ellbogen zurücksinken und sah ihm zu. Das Licht der Lampe lag auf seiner Schulter, auf dem nassen Glanz seiner Finger, auf dem konzentrierten Zug um seinen Mund. Es war nicht nur mein Körper, der genommen wurde. Ich gab, und er nahm nur, was ich ihm hinhielt. Als das Ziehen zu scharf wurde, sagte ich langsamer, und er wurde sofort langsamer, küsste mein Knie, wartete, bis ich die Hüften wieder suchend bewegte. Dieses Warten machte mich noch nasser. Ich sagte ihm das. Er antwortete, indem er den Mund senkte.

Die erste Berührung seiner Zunge war so leicht, dass ich sie fast für Atem gehalten hätte. Dann leckte er fester, von unten nach oben, durch die Feuchtigkeit, und schloss die Lippen um die Klitoris. Ich stöhnte, diesmal ohne mich zu zügeln. Seine Finger blieben in mir, bewegten sich im Takt seines Mundes, und die doppelte Empfindung zog mir die Knie weiter auseinander. Ich griff in die Decke. Der Geruch von Holz mischte sich mit unserem Geruch, warm, salzig, eindeutig. Er stöhnte gegen mich, als schmecke er etwas, das er sich lange versagt hatte, und die Schwingung dieses Lautes lief mir direkt in den Unterleib.

Ich sagte ihm, dass ich kommen könne, wenn er so weitermache, und dass ich es wolle, aber noch nicht, nicht bevor ich ihn auch im Mund gehabt hätte. Er hob den Kopf, die Lippen glänzend, und sah mich an, als müsse er sich vergewissern, dass ich das wirklich sagte. Ich setzte mich auf, küsste ihn und schmeckte mich selbst auf seiner Zunge, fremd und vertraut zugleich. Dann drückte ich ihn zurück auf die Liege, nicht herrisch, nur bestimmt, und er ließ sich legen, die Arme neben dem Körper, die Augen dunkel vor Warten.

Ich küsste seine Brust, die Narbe, den Bauch, die Linie dunkler Haare, die nach unten führte. Sein Schwanz lag schwer an seinem Unterleib, zuckte, als mein Atem ihn traf. Ich nahm ihn in die Hand, strich die Vorhaut zurück und leckte einmal über die Spitze, salzig, warm. Er sagte meinen Namen wie eine Warnung und wie ein Dank. Ich nahm ihn in den Mund, erst nur die Eichel, dann tiefer, die Lippen fest, die Zunge unten entlang der Ader. Meine Hand arbeitete mit, dort, wo der Mund nicht hinkam. Er legte eine Hand in mein Haar, nicht drückend, nur haltend, und fragte, ob das so recht sei. Ich summte ja, und er lachte kurz, atemlos, und das Lachen brach in ein Stöhnen.

Ich mochte die Macht darin, und ich mochte, dass sie keine Gewalt brauchte. Wenn ich langsamer wurde, folgte sein Atem. Wenn ich ihn tiefer nahm, spannten sich seine Oberschenkel. Einmal sagte er, ich solle aufhören, sonst sei er zu weit, und ich ließ von ihm ab, küsste die feuchte Spitze noch einmal und richtete mich auf. Zwischen meinen Beinen pochte es so stark, dass das Sitzen allein schon eine Berührung war. Ich sagte, ich wolle ihn in mir. Nicht irgendwann. Jetzt, wenn er noch wolle und wenn er etwas dabei habe, das uns schütze.

Er griff unter die Liege, ohne den Blick von mir zu lassen, und holte eine kleine Folie hervor. Er hatte also gehofft, aber er hatte nicht vorausgesetzt. Das rührte mich mehr, als ich in diesem Moment sagen konnte. Ich nahm ihm das Päckchen aus der Hand, riss es auf und rollte das Kondom über ihn, langsam, mit beiden Händen, und sah zu, wie sein Gesicht sich bei jeder Bewegung änderte. Er fragte, wie ich ihn wolle. Ich sagte, zuerst über ihm, damit ich das Tempo halten könne, und später so, wie es uns beide am tiefsten nehme. Er nickte und legte die Hände an meine Hüften, offen, wartend.

Ich kniete mich über ihn, eine Hand an seiner Brust, die andere führte ihn an meinen Eingang. Die Spitze drückte gegen mich, glitt in der Nässe, und ich senkte mich ein Stück, hielt inne, atmete. Es war voll, ein Dehnen, das an der Grenze zwischen zu viel und genau richtig lag. Er rührte sich nicht. Seine Daumen strichen über meine Hüftknochen, und er sagte, ich hätte alle Zeit. Ich nahm mir diese Zeit. Zentimeter um Zentimeter ließ ich mich herab, bis er ganz in mir war und mein Becken auf seinem ruhte. Wir stöhnten gleichzeitig, leise, fast überrascht, als habe die Bitte vom Nachmittag erst in diesem Augenblick ihren Körper gefunden.

Ich blieb still, nur um zu fühlen, wie er in mir pochte. Dann begann ich mich zu bewegen, kleine Kreise zuerst, dann ein Heben und Senken, langsam, die Oberschenkel schon warm von der Anstrengung. Jedes Herabgleiten traf eine Tiefe, die mir den Atem nahm. Er sah mir ins Gesicht, nicht an meinen Brüsten vorbei, sondern wirklich mir, und das machte es schärfer als jede schnellere Bewegung. Seine Hände wanderten zu meinen Brüsten, kneteten sie im Takt, zwirbelten die Spitzen gerade so fest, dass ein süßer Schmerz sich mit der Fülle in mir mischte. Ich sagte, fester an den Hüften, und er packte zu, half mir, hob mich und ließ mich wieder auf ihn sinken.

Das Holz der Liege knarrte. Draußen strich der Wind durch die Hecke, und irgendwo weiter unten bellte ein Hund und verstummte. In dem Gartenhaus gab es nur unseren Atem, das nasse Geräusch, wenn ich mich auf ihn setzte, und die leisen Worte, die wir uns zuwarfen. Gut. So. Bleib. Tiefer. Ich beugte mich vor, küsste ihn, und der Winkel änderte sich, seine Eichel rieb innen an der Stelle, die seine Finger vorhin gefunden hatten. Ich stöhnte in seinen Mund. Er fragte, ob er die Hüften bewegen dürfe. Ich sagte ja, und er stieß von unten herauf, kontrolliert, tief, jeder Stoß ein Satz, den man nicht mehr zurücknehmen konnte.

Die Spannung baute sich in mir auf wie eine Hitze, die keinen Ausgang suchte und ihn doch fand. Meine Klitoris rieb bei jedem Senken an seinem Unterleib, und ich griff zwischen uns, zwei Finger auf mir, kreisend, während er in mir blieb. Er sah das und stöhnte, sagte, dass er mich so sehen wolle, dass er sich das schon vorgestellt habe, an Abenden, an denen nur die Lampe im Gartenhaus brannte. Ich sagte, ich hätte am Fenster gestanden und ihn angesehen und mich später selbst angefasst, mit seinem Namen im Mund, den ich nicht laut gesagt hätte. Er wurde bei diesen Worten noch härter in mir. Ich spürte es und lachte, atemlos, und das Lachen ging in ein Wimmern über.

Ich wollte ihn anders. Ich sagte es, und wir lösten uns, nur für einen Atemzug, der sich zu lang anfühlte. Er drehte mich auf den Rücken, schob mir ein Kissen unter die Hüften, das er aus einer Kiste gezogen hatte, und kniete sich zwischen meine Beine. Bevor er wieder eindrang, küsste er mich zwischen den Schenkeln, einmal, tief, als wolle er den Geschmack nicht verlieren. Dann führte er sich ein, langsam, und diesmal war der Stoß von ihm geführt. Er füllte mich ganz, zog sich fast zurück, glitt wieder hinein, und das Wiederholen machte mich wahnsinnig auf die beste Art. Ich schlang die Beine um seine Taille und zog ihn tiefer.

Er stützte sich auf die Unterarme, das Gesicht nah an meinem, und wir küssten uns zwischen den Stößen, unordentlich, mit Zähnen an der Unterlippe, mit Atem, der nicht mehr zu ordnen war. Eine seiner Hände fand meine, verschränkte die Finger neben meinem Kopf. Die andere glitt unter meinen Hintern, hob mich dem Stoß entgegen. Ich sagte, nicht aufhören, und er sagte, er werde nicht aufhören, solange ich es wolle. Das Tempo wurde fester. Nicht roh, aber ohne die frühere Vorsicht, ein Rhythmus, der uns beide mitnahm. Meine Brüste bewegten sich unter seinen Stößen, und er senkte den Kopf, nahm eine Brustwarze in den Mund, saugte, während er in mir blieb, und ich bog den Rücken so stark, dass die Liege protestierte.

Ich spürte, wie der Orgasmus sich sammelte, nicht mehr als Möglichkeit, sondern als etwas, das bereits unterwegs war. Meine inneren Muskeln zogen sich um ihn zusammen, und er fluchte wieder, leise an meiner Haut, sagte, dass ich ihn so eng mache, dass er kaum noch denken könne. Ich bat ihn, die Hand zwischen uns zu legen. Er tat es, der Daumen auf meiner Klitoris, kreisend im Takt seiner Hüften, und die beiden Empfindungen liefen ineinander, bis ich nicht mehr wusste, welche mich höher trug. Ich klammerte mich an seine Schultern. Meine Fersen drückten in seinen Rücken. Ich sagte, ich komme, und er sagte, ja, komm, ich bin hier, ich halte dich.

Es brach über mich herein, nicht als einzelner Schlag, sondern als Welle, die sich zog und wieder zog. Ich kam um ihn herum, die Muskeln im Rhythmus pulsierend, ein Laut in seiner Halsbeuge, den ich nicht kannte und nicht zurückhielt. Meine Schenkel zitterten. Die Zehen krümmten sich. Für ein paar Atemzüge sah ich nur das Lampenlicht als warmen Fleck und spürte ihn in mir, still geworden, damit ich die Welle ganz haben konnte. Er küsste meine Schläfe, meine nasse Wange, und flüsterte, dass ich wunderschön sei, so, genau so. Ich lachte einmal, gebrochen, und sagte, er solle nicht aufhören, er solle auch kommen, in mir, jetzt, wenn er könne.

Er bewegte sich wieder, erst vorsichtig, dann, als ich die Hüften entgegenhob und ja sagte, tiefer und schneller. Die Überempfindlichkeit nach dem Orgasmus war fast zu viel und genau deshalb gut, ein helles Ziehen bei jedem Stoß. Ich hielt sein Gesicht in beiden Händen und sah ihm zu, wie die Kontrolle aus seinen Zügen wich. Seine Stöße wurden kürzer, härter, der Rhythmus unregelmäßig. Er sagte meinen Namen, dann nur noch ein heiseres Bitte, als sei die Bitte vom Nachmittag nun seine. Ich zog ihn an mich, die Beine fest, und sagte, ja, Jonas, komm.

Er kam mit einem tiefen, gepressten Laut, die Stirn an meiner, die Hüften eng an mich gepresst, und ich spürte das Pulsieren in mir, gedämpft durch das Kondom und doch deutlich, Welle um Welle. Seine Arme zitterten. Er hielt das Gewicht gerade noch, damit er mich nicht erdrückte, und ich wollte dieses Gewicht, zog ihn herunter, bis seine Brust auf meiner lag und unser Schweiß sich mischte. Wir atmeten gegeneinander, zu schnell, dann langsamer, und das Gartenhaus schien mit uns zu atmen, das Holz warm, die Lampe ruhig, draußen die Hecke dunkel.

Eine Weile sprachen wir nicht. Er blieb in mir, bis er weicher wurde, und zog sich dann behutsam zurück, hielt das Kondom fest, knotete es und legte es in ein Tuch, das er bereitgestellt hatte, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Diese kleine Sorgfalt rührte mich auf eine Art, die nichts mit dem Höhepunkt zu tun hatte. Er kam zurück auf die Liege, zog die Decke über unsere Hüften und legte sich auf die Seite, mir zugewandt. Seine Hand ruhte auf meinem Bauch, nicht fordernd, nur da. Ich drehte mich zu ihm und küsste ihn langsam, mit dem Geschmack von Salz und von uns beiden.

Ich fragte, ob er die Bitte bereue. Er schüttelte den Kopf an meinem Haar und sagte, er bereue nur, dass er so lange gebraucht habe, sie auszusprechen. Ich sagte, dass ich sie nicht zurücknehmen wolle, auch jetzt nicht, wo sie einen Körper bekommen habe und nicht mehr nur ein Satz am Zaun sei. Zwischen uns lag die Wärme nach, ein leichtes Ziehen in den Schenkeln, die Empfindlichkeit der Brustwarzen, wenn die Decke darüberstrich. Ich war müde auf eine satte Art und zugleich wach, weil der Raum noch nach uns roch und weil ich wusste, dass der Morgen den Zaun nicht ungeschehen machen würde.

Er strich mir eine feuchte Strähne aus der Stirn und fragte, ob ich bleiben wolle, bis das Licht ganz weg sei, oder ob ich gehen wolle, solange die Gärten noch still seien. Beides sei recht. Ich sagte, ich wolle noch ein wenig bleiben, nicht die ganze Nacht, weil ich in meinem eigenen Bett aufwachen und den Tag mit klarem Kopf beginnen wolle. Er nickte, ohne enttäuscht zu wirken, und das machte es leichter, zu bleiben. Wir lagen da, seine Knie an meinen, seine Hand auf meiner Hüfte, und hörten, wie irgendwo eine Tür ins Schloss fiel, weit weg, in einem anderen Leben als diesem.

Ich erzählte ihm, dass ich am ersten Samstag, an dem ich ihn in der Tür des Gartenhauses gesehen hatte, den Guss vergessen und die Tomaten überwässert hatte. Er lachte leise an meiner Schulter und sagte, er habe an dem Tag dreimal dasselbe Brett gehobelt, weil er immer wieder zu meinem Fenster gesehen habe. Wir lagen in diesem Geständnis wie in einer zweiten Wärme. Es war nicht nur der Sex, der die Bitte unumkehrbar gemacht hatte. Es waren diese Sätze danach, die man ebenfalls nicht zurück in den Mund nehmen konnte, ohne sich selbst zu belügen.

Seine Hand wanderte wieder, nicht eilig, über meine Taille, die Kurve meiner Hüfte, den Oberschenkel. Ich öffnete die Beine ein wenig, nicht als Einladung zu einer zweiten Runde um jeden Preis, sondern weil ich seine Hand dort haben wollte, ruhig, wissend. Er streichelte mich außen, durch die noch feuchte Wärme, und ich seufzte. Es war empfindlich, fast zu viel, und doch wollte ich die Berührung nicht missen. Er fragte, ob er aufhören solle. Ich sagte, nein, nur leicht, nur so. Er blieb leicht. Der Daumen zeichnete langsame Linien, und mein Körper, eben noch gesättigt, begann von neuem zu summen, leiser als vorher, aber eindeutig.

Ich drehte mich auf den Rücken und zog ihn zu einem Kuss. Diesmal war kein Hunger mehr darin, der uns überrannte, sondern ein Wiedererkennen. Ich nahm seine Hand und legte sie fester zwischen meine Beine, führte zwei Finger dorthin, wo ich ihn noch spürte, und sagte, dass ich noch einmal kommen wolle, von seiner Hand, langsam, wenn er die Geduld habe. Er sagte, er habe die Geduld. Er küsste mich, während seine Finger in mich glitten, leicht, denn ich war noch offen und nass von vorhin, und der Daumen fand die Klitoris mit einer Sicherheit, die mich lächeln ließ in den Kuss hinein.

Es dauerte länger als das erste Mal und war deshalb anders. Kein Sturz, eher ein Steigen. Er hörte auf meinen Atem, wurde langsamer, wenn ich die Stirn runzelte, fester, wenn ich die Hüften hob. Ich hielt sein Handgelenk und führte ihn, ohne Worte, ein wenig höher, ein wenig kreisender, und er folgte, als sei meine Hand die seine. Die Lampe brannte. Draußen war es inzwischen ganz dunkel. Ich kam das zweite Mal leiser, mit einem langen Ausatmen, die inneren Muskeln um seine Finger geschlossen, die Augen offen, auf seinem Gesicht. Er sah mich an, als sei das die eigentliche Antwort auf seine Bitte, nicht der Höhepunkt vorher, sondern dieses Vertrauen, noch einmal ja zu sagen, wenn der Körper schon müde war.

Danach zog er die Finger zurück, küsste sie nicht theatralisch, sondern wischte sie an der Decke ab und legte die Hand wieder auf meinen Bauch. Ich lachte leise und sagte, das sei sehr praktisch von ihm. Er sagte, praktisch sei er schon immer gewesen, nur nicht, was mich angehe. Wir blieben noch eine Weile so. Ich spürte den Schweiß trocknen, die Haut kühl werden, wo die Decke nicht lag, und zog sie höher. Er stand auf, nackt, und schloss das Fenster einen Spalt weiter, weil ein Nachtwind aufgekommen war. Im Zurückgehen sah ich ihn ganz, ohne Eile, ohne dass einer von uns den Blick senkte. Es war ein gutes Sehen. Kein Nehmen mehr, nur das Bleiben dessen, was wir einander gezeigt hatten.

Ich stand ebenfalls auf und suchte mein Kleid. Es lag beim Hocker, ein wenig staubig am Saum von den Brettern. Er hob es auf, schüttelte es aus und hielt es mir hin, damit ich hineinschlüpfen konnte, wie man einem Menschen in einen Mantel hilft, nicht wie man eine Szene beendet. Ich ließ den Reißverschluss offen, bis er ihn zuzog, langsam, und dabei den Nacken küsste, einmal. Die Unterwäsche steckte ich in die Tasche des Kleides. Es fühlte sich ein wenig verrucht an und zugleich völlig richtig, barfuß und ohne Stoff zwischen den Beinen durch die Dunkelheit zu meinem Haus zu gehen, mit seinem Geruch noch auf der Haut.

An der Tür blieb ich stehen. Die Bitte vom Nachmittag war nicht mehr nur seine. Sie gehörte uns beiden, und sie ließ sich nicht kleinreden zu einem Ausrutscher der Hitze. Ich sagte ihm das. Er lehnte am Rahmen, noch ohne Hemd, die Hose in der Hand, und nickte. Er sagte, er werde morgen früh nicht so tun, als sei nichts gewesen, und er werde auch nicht über den Zaun rufen, was uns nicht gehöre. Wenn ich kommen wolle, sei die Tür des Gartenhauses abends wieder offen. Wenn ich nur grüßen wolle, sei das ebenso eine ganze Antwort. Ich dankte ihm für diesen Satz, weil er die Schwere aus der Unwiderruflichkeit nahm, ohne sie zu leugnen.

Ich trat in den Garten. Das Gras war kühl unter den Fußsohlen, und die Tomaten rochen stark in der Nacht, grün und ein wenig scharf. Hinter mir blieb das Licht im Gartenhaus noch einen Moment, dann wurde es kleiner, als er die Lampe herunterdrehte. Ich ging durch die Lücke in der Hecke, die ich am Abend so bewusst benutzt hatte, und blieb auf meiner Seite stehen. Die Häuser der Straße schliefen. In meiner Küche brannte das Licht, das ich vergessen hatte auszumachen, und es sah aus wie ein Versprechen, dass ich irgendwohin zurückkonnte, das mir gehörte.

Im Haus trank ich endlich das Wasser, das seit Stunden auf der Anrichte stand. Es war lau und schmeckte nach nichts, und gerade deshalb tat es gut. Ich wusch mich nicht sofort. Ich wollte seinen Geruch noch ein wenig auf den Fingern, an den Schenkeln, im Haar. Im Schlafzimmer zog ich das Kleid aus und legte mich nackt unter das Laken, das Fenster einen Spalt offen, sodass die Nacht hereinkam. Zwischen den Beinen pochte ein letzter, zufriedener Nachhall. Ich dachte an seine Stimme am Zaun, an den Satz, den man nicht zurücknehmen kann, und daran, dass ich ihn nicht zurückgegeben hatte. Ich hatte ihn angenommen, mit Mund, mit Händen, mit dem ganzen Gewicht meines Körpers auf seinem.

Der Schlaf kam nicht sofort. Ich lag wach und hörte, wie nebenan eine Tür ging, leise, vielleicht die des Gartenhauses, vielleicht die seines Hauses. Es spielte keine Rolle. Die Bitte war gesprochen, beantwortet und in Haut übersetzt worden, und kein Morgen würde sie wieder in ein unausgesprochenes Vielleicht verwandeln. Ich legte die Hand auf den Bauch, dort, wo seine gelegen hatte, und lächelte in das Dunkel. Morgen würde ich die Tomaten gießen, nicht zu viel, und wenn er an der Hecke stand, würde ich seinen Namen sagen, nicht als Geheimnis und nicht als Widerruf, sondern als das, was zwischen uns geblieben war: eine offene Tür, ein klares Ja, und die Wärme eines Gartenhauses, das nach Holz roch und nach uns.

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