Zu dritt hinter der Zimmertür
Dreier · 19 Minuten lesen · 25 Minuten hören
Gelesen von Meher
Teil 3 der Serie Zu dritt (3)
Ich war einunddreißig, Henrik dreiunddreißig, und der Mann an der Rezeption nannte sich Adrian und war sechsunddreißig. Das stand nicht auf seinem Namensschild, das sagte er uns am zweiten Abend, als wir zu lange im Foyer blieben und er uns Kaffee nachschenkte, obwohl die Küche schon geschlossen hatte. Wir waren für vier Nächte gekommen, weil Henrik eine Besprechung in der Stadt hatte und ich mir freigenommen hatte, um die Stadt ohne Ziel zu durchqueren. Das Hotel lag an einem stillen Platz, das Licht im Foyer war warm, und Adrian trug eine dunkle Jacke, die an den Schultern saß, als hätte jemand sie nur für ihn geschnitten.
Am ersten Nachmittag nahm er unseren Koffer, ohne zu fragen, und führte uns zum Aufzug. Seine Hand lag kurz an meiner Taille, nur um mich an der schmalen Stelle vor der Messingtür vorbeizulassen, und die Berührung war so knapp, dass ich sie hätte übersehen können. Ich übersah sie nicht. Henrik sah sie auch. In unserem Zimmer stellte Adrian den Koffer ab, erklärte die Vorhänge und das Wasser und blieb einen Augenblick länger stehen, als der Satz zu Ende war. Er blickte nicht nur mich an. Er blickte Henrik an, dann wieder mich, und in diesem doppelten Blick lag keine Hast und kein Besitz. Er wünschte uns einen guten Aufenthalt, und die Tür fiel leise ins Schloss.
Henrik setzte sich auf die Bettkante und sah mich an, als hätte er eine Frage, die noch keinen Satz gefunden hatte. Ich zog die Schuhe aus und spürte den Teppich unter den Füßen und das Nachklingen jener Hand. Wir sprachen nicht sofort davon. Wir öffneten das Fenster, die Stadt roch nach Regen, der noch nicht gefallen war, und Henrik kam hinter mich und legte die Arme um meine Mitte. Sein Mund fand meinen Nacken. Ich lehnte mich zurück und dachte an den Mann im Foyer und schämte mich nicht dafür, weil Henrik denselben Gedanken in den Händen hielt.
Am nächsten Morgen stand Adrian wieder an der Rezeption, als wir zum Frühstück hinuntergingen. Er grüßte uns mit unseren Namen, nicht mit einer Formel, und empfahl ein Café zwei Straßen weiter, in dem das Brot noch warm sei. Als ich an ihm vorbeiging, roch ich Zedernholz und etwas Herbes, das nicht nach dem Hotel duftete, sondern nach ihm. Henrik blieb einen Schritt zurück und fragte nach einem Tisch für den Abend. Adrian schrieb eine Adresse auf eine Karte, und seine Finger streiften Henriks Finger, als er die Karte übergab. Es war nichts, und es war alles. Beim Frühstück aß ich wenig und trank den Kaffee zu heiß und erzählte Henrik, dass ich die Nacht schlecht geschlafen hätte. Er lächelte, nicht spöttisch, und sagte, er auch.
Den Tag verbrachten wir in der Stadt. Henrik hatte seine Besprechung am Vormittag, ich lief durch eine Galerie und setzte mich danach in ein Café, ohne zu lesen. Immer wieder kam mir Adrians Blick in den Sinn, dieser ruhige, der nicht auswich und nichts forderte. Als Henrik mich abholte, erzählte er von einem Kollegen und von Zahlen, und dazwischen sagte er, der Concierge habe ihm am Morgen noch den Weg zur U-Bahn erklärt, obwohl der Weg auf dem Schild stand. Wir lachten beide ein wenig zu lange. Am Abend aßen wir in dem empfohlenen Lokal, und das Essen war gut, und wir sprachen endlich offen.
Henrik sagte, er habe gesehen, wie ich Adrian angesehen hätte. Ich sagte, ich hätte gesehen, wie Adrian ihn angesehen hätte. Wir saßen an einem Ecktisch, das Licht war niedrig, und Henriks Hand lag auf meinem Knie unter der Decke des Tischtuchs. Er fragte, ob mich das störe. Ich fragte zurück, ob es ihn störe. Keiner von uns sagte ja. Wir sprachen leise über das, was wir uns manchmal erzählt hatten, wenn das Licht aus war und die Stadt draußen noch wach: dass wir uns einen Dritten vorstellen konnten, wenn es der richtige Mensch wäre, wenn niemand gedrängt würde, wenn wir beide es wollten und der andere es auch wollte. Bisher war das ein Satz geblieben, der im Dunkeln gut klang. Jetzt hatte der Satz ein Gesicht und eine Stimme und einen Namen.
Als wir ins Hotel zurückkamen, war das Foyer fast leer. Adrian stand noch da, die Jacke aufgeknöpft, die Krawatte gelockert, als hätte die Schicht ihr Ende schon hinter sich und er bliebe aus einem eigenen Grund. Er fragte, ob das Essen gefallen habe. Henrik sagte ja und dankte ihm für die Karte. Adrian sah uns an, einen nach dem anderen, und in seinen Augen lag etwas Waches, das nicht zur Dienstvorschrift gehörte. Er wünschte uns eine ruhige Nacht. Im Aufzug schwieg Henrik, bis die Türen sich schlossen, und dann sagte er, Adrian wisse es. Ich nickte. Wir wussten es auch.
Die dritte Nacht schlief ich unruhig. Henrik lag auf dem Rücken, ich auf der Seite, und seine Hand ruhte auf meiner Hüfte, als wollte er mich nicht verlieren und mich doch nicht halten. Gegen Morgen träumte ich von einer Tür, die sich öffnete, und von zwei Mündern, und ich wachte mit einem Ziehen im Unterleib auf, das ich nicht wegschob. Henrik war schon wach. Er küsste mich langsam, ohne Eile, und seine Finger glitten unter das Hemd, das ich zum Schlafen trug, und fanden mich warm und bereit. Wir liebten uns leise, mit dem Fenster einen Spalt offen, und während er in mir war, flüsterte ich Adrians Namen nicht, aber ich dachte ihn, und Henrik sah mir ins Gesicht und verstand es ohne Wort. Danach lagen wir still, und er sagte, wenn wir es wollten, sollten wir es sagen, nicht nur denken. Ich sagte, ich wolle es. Er sagte, er wolle es auch. Wir würden nichts erzwingen. Wir würden fragen, und ein Nein wäre ein Nein, und damit wäre der Urlaub trotzdem gut.
Am dritten Tag regnete es. Henrik hatte keine Termine mehr, wir blieben lange im Zimmer, lasen, duschten, zogen uns an und wieder aus, ohne dass es zur Sache kam, weil die Sache woanders wartete. Gegen Abend gingen wir hinunter. Adrian war nicht an der Rezeption. Eine junge Frau, deren Alter ich auf Mitte zwanzig schätzte und die uns freundlich und ohne jenen Blick grüßte, sagte, er habe Schichtwechsel. Ich spürte eine Enttäuschung, die ich nicht versteckte. Henrik bestellte im Foyer zwei Gläser Wein, und wir setzten uns in die tiefen Sessel am Fenster, wo der Regen die Scheiben streifte. Wir sprachen über Belangloses und hörten nicht richtig zu.
Adrian kam gegen neun durch die Drehtür, den Mantel dunkel vom Regen, das Haar an den Schläfen feucht. Er sah uns sofort. Er hätte an uns vorbeigehen können. Er blieb stehen, grüßte, und Henrik bat ihn, sich zu setzen, wenn seine Schicht vorbei sei. Adrian zögerte einen Atemzug lang, dann sagte er, er habe Feierabend und einen Wein vertrage er. Er setzte sich uns gegenüber, nicht zwischen uns, und die junge Frau an der Rezeption brachte ein drittes Glas, ohne Fragen zu stellen. Wir sprachen über die Stadt, über ein Konzert, das er am Wochenende hören wollte, über Henriks Arbeit in zwei Sätzen und über meine in dreien. Adrian hörte zu, als wäre jedes Wort ein Raum, den er betreten durfte. Einmal lachte er, und das Lachen veränderte sein Gesicht, machte es jünger und offener.
Ich sagte irgendwann, wir würden morgen abreisen. Adrian nickte und sagte, das sei schade. Henrik sah mich an, und ich nickte kaum merklich, und dann sagte Henrik, es müsse nicht schade bleiben, wenn Adrian den Abend mit uns verbringen wolle. Nicht hier unten. Oben. Adrian stellte das Glas ab. Er fragte, ob wir beide das meinten. Ich sagte ja. Henrik sagte ja. Adrian fragte, ob wir das schon länger wollten oder ob der Wein spreche. Ich sagte, der Wein sei nur mutig, der Wunsch sei älter als dieser Abend, mindestens so alt wie seine Hand an meiner Taille am ersten Tag. Er lächelte kurz, ernst darunter, und sagte, er habe uns auch angesehen, von der ersten Minute an, und er habe nichts unternommen, weil er Gäste nicht bedränge und weil er sehen wollte, ob der Blick zurückkomme. Er komme zurück, sagte ich. Von uns beiden.
Er fragte noch einmal, langsam, ob wir sicher seien, ob einer von uns nur dem anderen zuliebe ja sage. Henrik schüttelte den Kopf. Ich auch. Adrian sagte, er wolle keine Szene, die am nächsten Morgen nach Reue schmecke, und keine, in der jemand sich übergangen fühle. Wir einigten uns auf einfache Dinge: jeder dürfe jederzeit aufhören, niemand müsse etwas tun, was er nicht wolle, und was im Zimmer geschehe, bleibe im Zimmer. Er würde in einer halben Stunde kommen, nach dem Duschen, nicht in der Uniform. Wir sollten die Tür nur öffnen, wenn wir es dann noch wollten. Er stand auf, berührte weder mich noch Henrik, und ging. Im Aufzug zitterten meine Hände nicht vor Angst. Sie zitterten vor dem Wissen, dass die Tage jetzt ein Ende hatten und die Nacht begann.
Im Zimmer duschte ich, cremte mich ein, zog ein dunkles Kleid an und wieder aus und entschied mich für ein seidenes Hemd, das bis zur Mitte der Oberschenkel reichte, und sonst nichts. Henrik rasierte sich nicht neu, er roch nach dem Duschgel des Hotels und nach sich selbst. Wir küssten uns an der Tür, lange, und er fragte ein letztes Mal, ob ich es wolle. Ich sagte, ich wolle ihn, und ich wolle Adrian, und ich wolle sehen, wie die beiden sich ansahen, wenn sie mich gemeinsam berührten. Henrik sagte, genau das wolle er auch. Wir ließen eine Lampe an und die andere aus. Der Regen tickte an die Scheibe.
Es klopfte leise. Henrik öffnete. Adrian stand im Flur in einem dunklen Hemd und einer einfachen Hose, das Haar noch feucht, die Schuhe in der Hand, als wollte er den Teppich nicht mit der Straße beschmutzen. Er fragte, ob er hereinkommen dürfe. Wir sagten ja. Er stellte die Schuhe ab, schloss die Tür und blieb einen Moment stehen, als müsste der Raum ihn erst aufnehmen. Dann kam er zu uns. Er küsste nicht sofort. Er legte eine Hand an Henriks Schulter und eine an meine, und die Wärme seiner Handflächen war ruhig. Er sagte, wenn einer von uns stocke, genüge ein Wort. Wir nickten.
Der erste Kuss galt mir. Adrian neigte den Kopf, fragte mit den Augen, und ich kam ihm entgegen. Sein Mund war warm, sein Kuss langsam, nicht fordernd, und er schmeckte nach Minze und nach dem Wein von unten. Henrik stand dicht bei uns, seine Hand an meinem Rücken, und als Adrian sich löste, küsste Henrik mich, tiefer, vertrauter, und ich spürte den Unterschied und liebte beide. Dann wandte Henrik sich Adrian zu. Es gab eine kleine Stille, in der zwei Männer sich ansahen, die sich noch nie so nahe gewesen waren. Adrian wartete. Henrik überbrückte den Abstand und küsste ihn. Es war kein langer Kuss, aber ein echter, und ich sah ihre Münder und spürte ein Ziehen, das mir die Knie weich machte.
Wir bewegten uns zum Bett, ohne zu hetzen. Adrian öffnete die Knöpfe meines Hemdes einen nach dem anderen, und Henrik schob den Stoff von meinen Schultern. Die Luft im Zimmer war nicht kalt, und doch zog sich meine Haut zusammen, als sie frei lag. Adrian betrachtete mich, ohne zu hasten, und sagte leise, ich sei schön. Henrik sagte, das sei sie, und seine Stimme war rau. Ich knöpfte Adrians Hemd auf und fand eine Brust, die warm war und an der das Haar dunkel und weich lag. Henrik zog sein eigenes Hemd aus. Ich kannte seinen Körper, die Narbe an der Schulter, die Linie der Hüfte, und ich kannte Adrians noch nicht, und das Nebeneinander machte mich atemlos.
Sie legten mich auf das Bett. Henrik küsste meinen Hals, meine Brüste, nahm eine Brustwarze in den Mund und saugte, bis ich leise stöhnte. Adrian küsste die andere Seite, seine Zunge kreiste langsam, und seine Hand lag flach auf meinem Bauch, schwer und ruhig. Ich griff in Henriks Haar und in Adrians Nacken und hielt beide, nicht um sie zu lenken, sondern um zu spüren, dass sie da waren. Adrians Hand glitt tiefer, über den Hügel, zwischen die Schenkel, und er hielt inne, bis ich die Beine öffnete. Seine Finger fanden mich feucht. Er sagte es nicht laut als Triumph. Er atmete nur aus, als hätte er etwas erwartet und es trotzdem als Geschenk genommen.
Henrik rutschte nach unten. Er küsste die Innenseite meiner Oberschenkel, langsam, und dann legte er den Mund auf mich und leckte, so wie er es kannte, breit und geduldig, bis meine Hüften sich hoben. Adrian küsste mich dabei auf den Mund, schluckte mein Stöhnen, und seine Finger lagen neben Henriks Zunge, nicht im Weg, sondern als zweite Wärme, die meine Schamlippen teilte und mich öffnete. Ich kam nicht sofort. Ich wollte den Weg. Henrik saugte an meiner Klit, Adrian schob einen Finger in mich, dann einen zweiten, und die Fülle war noch nichts gegen das, was kommen würde, und doch bog ich den Rücken durch. Henrik hob den Kopf und sah Adrian an, und Adrian nickte, und sie wechselten, ohne zu sprechen. Adrians Mund war anders, seine Zunge fester, sein Rhythmus neu, und Henrik küsste meine Brüste und flüsterte, ich solle mich nicht zurückhalten. Ich hielt mich nicht zurück. Der erste Höhepunkt kam schnell und hell, ich presste Adrians Kopf an mich und rief Henriks Namen und dann keinen Namen mehr, nur einen Laut, der im Kissen verging.
Sie ließen mich atmen. Adrian küsste meinen Bauch, Henrik meine Schläfe. Ich wollte sie sehen. Ich setzte mich auf, noch weich in den Gliedern, und öffnete Adrians Hose. Sein Schwanz war schon hart, schwer in meiner Hand, die Haut heiß, die Eichel feucht. Henrik hatte seine Hose ebenfalls abgestreift. Ich kannte das Gewicht seines Schwanzes, die Ader, die Art, wie er zuckte, wenn ich mit dem Daumen über die Spitze strich. Ich nahm beide in die Hände, einen links, einen rechts, und der Anblick machte mich wieder feucht, als hätte der erste Höhepunkt nur eine Tür geöffnet. Adrian stöhnte leise. Henrik auch. Ich beugte mich vor und nahm Adrian in den Mund, langsam, so tief ich konnte, und hielt Henriks Schwanz dabei in der Faust. Dann wechselte ich. Henriks Geschmack war vertraut, salzig und nah, Adrians etwas herber. Ich wechselte wieder, leckte die eine Eichel, während ich die andere massierte, und sah zu ihnen auf. Beide sahen mich an, die Münder halb offen, und zwischen ihnen lag kein Wettbewerb, nur dasselbe Staunen.
Henrik fragte, ob ich sie beide wolle, jetzt, in mir. Ich sagte ja. Adrian fragte, wie. Ich sagte, Henrik solle sich hinlegen, ich wolle auf ihm sitzen, und Adrian solle hinter mir sein, an meinem Rücken, an meinem Nacken, mit den Händen überall, und wenn ich bereit sei, wolle ich ihn auch, aber nicht gleichzeitig in derselben Öffnung, das hatten wir nie geübt und wollten wir heute nicht. Sie stimmten zu, ohne Diskussion. Henrik legte sich auf den Rücken. Ich stieg über ihn, führte ihn in mich und sank langsam herab, bis er ganz in mir war. Die Dehnung war vertraut und trotzdem neu, weil Adrian hinter mir kniete und meine Brüste umfasste und meinen Nacken küsste, während ich mich auf Henrik bewegte.
Ich ritt langsam. Henriks Hände lagen an meinen Hüften, Adrians an meinen Brüsten, und jeder Stoß von unten traf eine Stelle, die mich keuchen ließ. Adrian flüsterte an meinem Ohr, wie gut ich aussähe, wie Henrik in mir verschwinde, wie feucht ich sei. Henrik sah an mir vorbei zu Adrian und sagte, er solle mich anfassen, wo er wolle. Adrians Hand glitt zwischen meine Beine, fand meine Klit und rieb sie im Takt meiner Bewegungen. Ich wurde schneller. Das Bett gab nach. Der Regen war nur noch ein fernes Geräusch. Ich kam ein zweites Mal, enger diesmal, um Henriks Schwanz herum, und er hielt mich fest, damit ich nicht zusammenbrach, und stöhnte meinen Namen.
Ich blieb auf ihm, zitternd, und sagte, ich wolle Adrian jetzt. Henrik glitt aus mir, vorsichtig, und ich legte mich auf den Rücken, die Beine offen, und zog Adrian zu mir. Er kniete sich zwischen meine Schenkel, strich mit der Eichel durch meine Nässe und fragte noch einmal. Ich sagte, komm. Er drang ein, langsam, und er war etwas dicker als Henrik, die Dehnung anders, ein Brennen, das sofort in Wärme umschlug. Er füllte mich in einem langen Stoß und hielt inne, die Stirn an meiner, und atmete. Ich schlang die Beine um seine Hüften. Henrik lag neben mir, küsste meinen Mund, meine Wange, und seine Hand lag auf meinem Bauch, dort wo Adrian sich in mir bewegte.
Adrian stieß ruhig, tief, und jedes Mal, wenn er ganz in mir war, entfuhr mir ein Laut, den ich nicht dämpfte. Henrik nahm meine Hand und führte sie an seinen Schwanz, der noch hart war, glänzend von mir. Ich massierte ihn, während Adrian mich nahm, und der Rhythmus der beiden Männer geriet ineinander, ohne gleich zu sein. Adrian wurde schneller, als ich es wollte, und ich sagte es, leiser, und er wurde sofort wieder langsam, küsste mich zur Entschuldigung, die keine sein musste, und fand einen Takt, der mich höher trug statt mich zu überrollen. Henrik rutschte höher, und ich nahm ihn in den Mund, seitlich, so gut es ging, während Adrian in mir blieb. Der Winkel war ungelenk und trotzdem berauschend: Henriks Geschmack, Adrians Stöße, meine eigene Stimme, gedämpft um Henriks Schwanz.
Wir lösten uns und fanden eine neue Lage. Ich kniete auf dem Bett, die Unterarme im Kissen, Henrik hinter mir. Er drang ein und stieß fester als Adrian zuvor, so wie ich es von ihm kannte, wenn die Nacht schon lang war und die Höflichkeit der ersten Minuten vorbei. Jeder Stoß schob mich nach vorn, und ich griff ins Laken. Adrian kniete vor mir, und ich nahm ihn wieder in den Mund, diesmal tiefer, weil der Winkel es erlaubte. Henrik hielt meine Hüften, Adrian mein Haar, nicht grob, nur als Führung, und ich war zwischen ihnen, gefüllt vorn und hinten im Wechsel des Atems, und dachte keinen klaren Satz mehr. Nur: mehr, und ja, und nicht aufhören.
Henrik griff um mich herum und rieb meine Klit, während er stieß. Der dritte Höhepunkt baute sich langsamer auf, tiefer, und als er kam, zog er sich durch den ganzen Unterleib, und ich ließ Adrians Schwanz aus dem Mund gleiten, weil ich schreien musste, ein heiserer Laut, den das Kissen nicht ganz schluckte. Henrik folgte mir fast sofort. Er stieß noch zweimal, hart, und kam in mir, mit einem Stöhnen an meinem Rücken, sein Schwanz zuckend, seine Hände fest an meinen Hüften. Er blieb einen Moment in mir, küsste meine Schulter und zog sich dann behutsam zurück. Ich spürte seine Wärme an den Schenkeln.
Adrian hatte gewartet. Er fragte, ob ich noch könne, ob ich ihn noch wolle. Meine Beine zitterten, und ich wollte ihn. Ich legte mich auf die Seite, Henrik hinter mich, sein Arm um meine Taille, sein Mund an meinem Nacken, sein Schwanz weich an meinem Kreuz. Adrian legte sich vor mich, hob mein oberes Bein und drang von vorn ein, langsam, weil ich empfindlich war und er es merkte. Er bewegte sich in kurzen, tiefen Stößen, die nicht wehtaten, sondern mich wieder öffneten. Henrik hielt mich, flüsterte, dass ich schön sei, dass er uns sehen könne, dass er das gewollt habe. Ich küsste Adrian und schmeckte mich und ihn. Seine Stöße wurden unregelmäßiger. Er sagte, er sei nah. Ich sagte, er solle kommen, ich wolle es spüren. Er kam mit einem tiefen Laut, die Stirn an meiner, sein Schwanz pulsierend in mir, und ich hielt ihn mit dem Bein fest, bis das Zucken nachließ.
Wir blieben so liegen, ineinander und aneinander, bis der Atem sich beruhigte. Adrian zog sich zurück, vorsichtig, und holte ein Handtuch aus dem Bad, ohne dass wir darum bitten mussten. Er reichte es mir, nicht als Geste der Distanz, sondern der Sorgfalt. Henrik stand auf und brachte Wasser. Wir tranken, nackt, auf dem zerwühlten Bett, und niemand sprach in den ersten Minuten, weil die Körper noch lauter waren als die Sätze. Adrian setzte sich an die Kante und fragte, ob es gut gewesen sei, nicht aus Unsicherheit, sondern weil er es hören wollte. Ich sagte, es sei mehr gewesen als gut. Henrik sagte, er habe sich nicht außen gefühlt, keinen Augenblick. Adrian nickte, und in seinem Gesicht lag eine Ruhe, die ich am ersten Tag schon geahnt hatte.
Er blieb noch eine Weile. Wir lagen zu dritt unter der Decke, ich in der Mitte, Henriks Brust an meinem Rücken, Adrians Hand auf meinem Bauch. Wir sprachen leise über nichts Wichtiges: den Regen, den frühen Zug, ein Frühstück, das wir vielleicht noch unten nehmen würden. Adrian sagte, er werde nicht an der Rezeption stehen, wenn wir gingen, nicht weil er sich schäme, sondern weil der Abschied dann leichter sei und weil er uns nicht in eine Rolle zurückzwingen wolle, die wir für eine Nacht abgelegt hätten. Ich verstand das. Henrik auch. Gegen zwei stand Adrian auf, duschte kurz, zog sich an. An der Tür küsste er mich auf den Mund, langsam, und Henrik auf den Mund, kürzer, und sagte, wenn wir je wieder in dieser Stadt seien und es noch wollen, wisse er, wo wir wohnten, und wir wüssten, wo er stehe. Wir sagten, wir würden uns melden, wenn es sich richtig anfühle, und nichts versprechen, was wir nicht halten könnten. Er nickte. Die Tür schloss sich leise.
Henrik und ich duschten zusammen, ohne viel zu reden, seine Hände in meinem Haar, meine Stirn an seiner Brust. Im Bett zog er mich an sich. Ich fragte, ob er bereue. Er sagte nein. Ich sagte, ich auch nicht. Draußen ließ der Regen nach. Ich schlief mit dem Geruch von zwei Männern auf der Haut und mit Henriks Arm um mich, und der Schlaf war tief und ohne Traum.
Am Morgen packten wir ohne Eile. Das Frühstück schmeckte nach Brot und Kaffee und nach einer Nacht, die nicht im Foyer erklärt werden musste. Die junge Frau an der Rezeption gab uns die Rechnung und wünschte uns eine gute Reise. Adrian war nicht zu sehen. Auf der Rechnung lag keine Nachricht, und ich brauchte keine. Im Taxi zum Bahnhof hielt Henrik meine Hand. Die Stadt zog vorbei, nass und gewöhnlich, und in mir lag die Nacht noch warm, nicht als Geheimnis, das schwer wog, sondern als etwas, das wir beide gewollt und bekommen und gut hinter uns gelassen hatten, mit der Tür leise im Schloss und dem Wissen, dass wir einander dabei nicht verloren hatten.
Mehr zum Thema Dreier
| Titel | Thema | Minuten |
|---|---|---|
| Die Nacht gehörte uns dreien | Dreier | 20 |
| Nach dem letzten Gast | Dreier | 28 |
| Drei im letzten Licht | Dreier | 13 |
| Der Concierge, der uns kannte | Dreier | 19 |
| Die zwei Künstler der Vernissage | Dreier | 16 |
| Die letzte Wette hinter der Theke | Dreier | 25 |