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Die letzte Wette hinter der Theke

Dreier · 25 Minuten lesen · 33 Minuten hören

Gelesen von Meher

Teil 1 der Serie Zu dritt (3)

Der Riegel fiel ins Schloss, und das Geräusch schnitt die Nacht entzwei. Ich ließ die Hand noch einen Moment am kalten Metall und drehte mich dann um. Elias hatte die Musik bereits ausgemacht. Tom schob die letzte Kiste unter die Theke und richtete sich auf, die Schultern noch vom Tragen gespannt. In der Bar roch es nach Zitronenschale, nach dem süßlichen Rest in der Tropfschale und nach dem Putzmittel, das wir zu sparsam nahmen, weil Elias sagte, die Gäste sollten Whiskey riechen und keine Klinik. Draußen fuhr ein Bus vorbei. Seine Scheinwerfer strichen einmal über die Jalousien und waren fort.

Ich war neunundzwanzig. Elias war einunddreißig. Tom war siebenundzwanzig. Das hatten wir an einem leeren Dienstag gesagt, als das Alter nur ein Satz unter anderen gewesen war und keine Grenze, die jemand prüfen musste. Keiner von uns war neu in diesem Leben. Wir arbeiteten seit einem halben Jahr hier, ich an vier Abenden, sie an fünf, und aus der Überschneidung war etwas geworden, das wir lange nicht benannt hatten.

Elias trocknete ein Glas, das schon trocken war. Tom lehnte an der Eismaschine und sah mich an, als die Stille zu lang wurde. Ich kannte diesen Blick. Er kam nicht aus einer Laune. Er kam aus Wochen, in denen unsere Hände sich an der Flaschenreihe trafen und keiner die eigene zuerst wegzog.

„Die Wette gilt noch“, sagte Tom. Seine Stimme war leiser als hinter der Theke. „Falls du sie gehört hast.“

Ich hatte sie gehört. Gegen halb zwei, als die letzten Gäste an der Tür ihre Jacken suchten, hatte Elias halblaut gesagt, Tom werde kneifen, sobald ich die Regeln stelle. Tom hatte geantwortet, Elias rede nur so lange groß, wie niemand ja sage. Der Einsatz war albern gewesen: vier Sonntage Inventur allein und die Schürze des anderen waschen. Mich hatten sie nicht gefragt. Sie hatten nur so getan, als wäre ich nicht drei Schritte entfernt.

Ich legte das Messer ins Becken. Das Wasser war lauwarm. „Ich habe sie gehört“, sagte ich. „Und ich sage ja. Aber nur, wenn die Regeln von mir kommen und ihr sie mir wiederholt, bevor irgendwer irgendwen anfasst.“

Elias stellte das Glas ab. Er sah nicht triumphierend aus. Er sah aus, als hätte er den Atem angehalten. „Dann sag sie“, sagte er. „Wir wiederholen sie. Wenn eine nicht sitzt, gilt die Wette nicht.“

Ich ging um die Theke herum und setzte mich auf einen Hocker, die Knie zur Seite, die Schürze noch umgebunden. Die Bar war abgeschlossen. Die Jalousien waren unten. Das Neon über dem Spiegel brannte nur noch halb, und in diesem Licht sahen beide älter aus als in der Schicht, ruhiger, ohne das Lächeln für Gäste. Ich wollte sie so. Ich wollte sie seit Wochen so, und ich hatte keine Lust, das noch eine weitere Nacht in den Geschirrspüler zu schieben.

„Erste Regel“, sagte ich. „Das Wort ist Glas. Wer Glas sagt, hört alles auf. Sofort. Kein Nachfragen mitten in der Bewegung, kein Weitermachen, weil es gerade gut war. Ihr dürft das Wort genauso sagen wie ich.“

Tom nickte. Elias auch. Ich wartete, bis sie es aussprachen.

„Das Wort ist Glas“, sagte Elias. „Wer es sagt, stoppt alles.“

„Glas stoppt alles“, sagte Tom. „Auch wenn ich es bin.“

„Zweite Regel. Ich sage, was als Nächstes passiert. Nicht ihr untereinander. Wenn einer von euch etwas will, fragt er mich, nicht den anderen über meinen Kopf hinweg. Ein Nicken gilt. Ein Zögern gilt als nein, bis ich es anders sage.“

Sie wiederholten es. Elias langsamer, Tom mit einem kleinen Ruck in der Stimme, als müsse er sich selbst daran erinnern, dass Eile hier verlor.

„Dritte Regel. Für alles, was in mich hineingeht, ein Kondom. Wir haben welche in der Schublade unter der Kasse, ungeöffnet, aus der Packung von letzter Woche. Keiner kommt in mir ohne. Wenn die Packung leer ist, ist dieser Teil vorbei, und der Rest kann trotzdem bleiben.“

„Kondom“, sagte Tom. „Oder dieser Teil ist vorbei.“

Elias wiederholte es Wort für Wort und fügte nichts hinzu. Das mochte ich an ihm. Er schmückte eine Grenze nicht aus, bis sie weicher klang, als sie war.

„Vierte Regel. Keine Bilder. Kein Erzählen an die Frühschicht, an Gäste, an irgendwen, der hier Bier bestellt. Was hier passiert, bleibt in diesem Raum, bis wir drei zusammen etwas anderes beschließen. Nicht einer allein.“

Sie sagten es nach. Tom rieb sich mit dem Daumen über die Unterlippe und ließ die Hand dann sinken, als wäre ihm aufgefallen, dass schon diese Geste zu viel sein konnte, bevor die Regeln standen.

„Fünfte Regel. Die Wette gewinnt nicht, wer länger durchhält oder wer mich zuerst irgendwohin bringt. Die Wette gewinnt, wen ich am Ende nenne, weil er meine Regeln genauer gehalten hat. Wenn ich sage, sie gilt nicht, gilt sie nicht, und keiner von euch hat verloren. Der Einsatz zählt nur, wenn ich ihn am Schluss noch will.“

Elias sah Tom an, dann mich. „Das ist fair“, sagte er. „Und es ist deine Wette, nicht unsere.“

„Wiederholt die fünfte“, sagte ich.

Sie taten es. Tom stolperte einmal über das Wort Einsatz und setzte neu an, klarer. Elias sprach leise, aber vollständig. Als sie fertig waren, lag die Stille anders im Raum. Nicht mehr wie eine Falle. Wie eine Tür, die jemand von innen aufgeschlossen hatte.

„Wollt ihr das?“, fragte ich. „Nicht die Inventur. Das hier. Mich. Euch beide. Jetzt.“

„Ja“, sagte Elias.

„Ja“, sagte Tom. „Seit du das Messer weggelegt hast. Eigentlich länger.“

„Dann Handys aus, Bildschirm nach unten, in die Kasse. Ich will kein Licht, das uns mitten in etwas anleuchtet.“

Wir legten die drei Telefone in die Kassenschublade. Elias drehte den Schlüssel und ließ ihn stecken. Tom prüfte noch einmal den Riegel an der Tür, nicht aus Angst, sondern weil ich es mit einem Blick verlangt hatte. Ich löste die Schürze und hängte sie an den Haken, an dem sonst nur Lappen hingen. Darunter trug ich das schwarze Shirt der Bar und die Jeans, die nach einer Schicht immer ein wenig nach Sirup roch. Ich fühlte mich nicht kostümiert. Ich fühlte mich endlich ohne Publikum.

Elias kam als Erster näher, blieb aber auf Armlänge stehen. „Darf ich dich küssen?“, fragte er.

„Ja.“

Sein Mund war warm und nach Minze, die er nach der Schicht gekaut hatte, und nach etwas Herbem darunter, das nur er war. Er küsste nicht hastig. Er küsste, als hätte er sich das Aufmachen des Mundes gemerkt und wolle es nicht verschwenden. Ich legte die Hände an seinen Nacken. Die Haut dort war heiß vom Abend. Als ich die Augen öffnete, stand Tom noch an der Eismaschine, die Fäuste locker, und wartete. Das Warten stand ihm gut. Es machte ihn größer als sein Lachen in der Schicht.

„Komm her“, sagte ich.

Tom trat neben uns. Ich drehte den Kopf und küsste ihn, während Elias meine Taille hielt und nicht weiterging. Toms Kuss war anders, offener, ein wenig atemlos, und er zog sich zurück, bevor ich es musste, als wollte er beweisen, dass er die zweite Regel schon im Mund hatte. Ich lachte leise gegen seine Lippe. Das Lachen brach nicht die Spannung. Es setzte sie richtig.

„Shirts aus“, sagte ich. „Eure. Meins lasse ich noch.“

Sie zogen sich die schwarzen Hemden über den Kopf. Elias war breiter in der Brust, mit einer Narbe unter dem linken Schlüsselbein, die ich schon einmal gesehen hatte, wenn er die Ärmel hochschob, und die ich jetzt anfassen durfte. Sie war glatt und alt. Tom war schmaler, die Haut über den Rippen hell, ein Muttermal neben dem Nabel. Ich legte eine Hand auf Elias’ Brust und eine auf Toms Bauch und spürte zwei Herzschläge, die nicht im Takt waren. Meiner zog nach.

„Ihr dürft mein Shirt anfassen“, sagte ich. „Noch nicht ausziehen.“

Elias schob die Hände unter den Saum und legte sie flach auf meinen Rücken. Tom strich über den Stoff an meinen Seiten, dann höher, bis seine Daumen die untere Rundung meiner Brüste fanden und dort blieben. Ich atmete ein. Der Stoff scheuerte leicht. Darunter wurden meine Brustwarzen hart, und ich wollte, dass sie es merkten, ohne dass ich es erklären musste. Elias’ Mund fand meinen Hals. Tom küsste die andere Seite, vorsichtiger, und fragte gegen die Haut: „Hier?“

„Ja. Fester.“

Er biss nicht. Er sog, langsam, und die Stelle wurde warm und dann empfindlich. Ich drückte den Rücken durch. Elias’ Hände wanderten nach vorn, über meinen Bauch, bis zu den Brüsten, und er umfasste sie durch das Shirt, wog sie, rieb mit dem Daumen über die Spitzen, bis ich ein Geräusch machte, das in der leeren Bar lauter war, als ich gedacht hatte. Tom lächelte nicht darüber. Er hörte zu.

„Ausziehen“, sagte ich.

Elias zog mir das Shirt über den Kopf. Ich trug keinen Büstenhalter. Die Luft war kühl von der Klimaanlage, die wir vergessen hatten auszumachen, und meine Haut zog sich zusammen. Tom sah mich an, als müsse er sich das Bild merken, bevor er es anfassen durfte. „Darf ich?“, fragte er.

„Beide.“

Zwei Münder an meinen Brüsten, nicht gleichzeitig am selben Punkt, sondern versetzt, Elias links, Tom rechts, Zungen warm, Zähne nur als Andeutung. Ich hielt mich an Elias’ Schulter und an Toms Haar fest. Zwischen meinen Beinen wurde es schwer und feucht, ein Ziehen, das ich seit der Mitte der Schicht schon gekannt und in die Arbeit geschoben hatte. Jetzt durfte es bleiben. Elias’ Hand lag auf meiner Jeans, über dem Schritt, und drückte nur so fest, wie ich mich gegen sie schob.

„Aufmachen“, sagte ich.

Er öffnete Knopf und Reißverschluss. Tom half, die Jeans über die Hüften zu schieben, und kniete sich dafür, ohne dass ich es verlangt hatte, aber er sah hoch, und ich nickte. Der Boden hinter der Theke war gefliest und nicht sauber genug für das, was ich wollte. „Nicht hier knien“, sagte ich. „Die Eckbank. Die mit dem Leder. Decke aus dem Büro, die graue, auf die Sitzfläche.“

Tom holte die Decke. Elias führte mich hin, eine Hand an meinem unteren Rücken, und wartete, bis das Leder bedeckt war, bevor er mich setzte. Die Bank war breit genug für mich und einen von ihnen daneben, nicht für alle drei liegend. Das war in Ordnung. Ich wollte sie nicht als Knäuel. Ich wollte sie als Hände, die ich zuordnen konnte.

Sie zogen mir Jeans und Socken aus. Den Slip ließ ich an, schwarz, schlicht, schon dunkel an der Mitte. Elias sah hin und dann in mein Gesicht. „Darf ich dich anfassen, darüber?“, fragte er.

„Ja. Tom, mein Mund. Küssen, nicht mehr, bis ich es sage.“

Elias rieb mit zwei Fingern über den Stoff, langsam, von unten nach oben, und fand die Stelle, an der ich am empfindlichsten war, ohne zu suchen wie ein Fremder. Er hatte monatelang gesehen, wie ich stand, wie ich mich setzte, wie ich die Beine übereinanderschlug, wenn ein Gast zu lange redete. Das war kein Wissen über meinen Körper aus Recht. Das war Aufmerksamkeit, und ich ließ sie zu. Tom küsste mich tief, eine Hand in meinem Nacken, die andere auf der Bank, nicht an meiner Brust, weil ich das nicht freigegeben hatte in diesem Augenblick. Die Unterscheidung machte mich noch nasser. Elias spürte es durch den Stoff und atmete aus, ein kurzer Laut, den er nicht spielen musste.

„Slip aus“, sagte ich. „Und dann dein Mund, Elias. Tom bleibt an meinen Brüsten, Hände und Mund, nichts zwischen meinen Beinen, bis ich wechsle.“

Sie wiederholten es nicht laut. Sie taten es. Der Slip glitt über meine Knöchel. Ich spreizte die Knie auf der Decke, die Fersen auf dem Leder, und Elias kniete zwischen ihnen auf dem Boden, der dort wenigstens trocken war. Sein erster Kuss war auf die Innenseite meines Oberschenkels, nicht sofort auf die Mitte. Ich hatte nicht darum gebeten, und ich hielt ihn nicht auf. Der zweite Kuss lag höher. Der dritte fand mich offen und feucht, und seine Zunge legte sich flach dagegen, warm, geduldig, ein Strich, der mich ganz ausfüllte, ohne zu stoßen.

Ich ließ den Kopf gegen die Lehne sinken. Tom beugte sich über die Lehne von der Seite, nahm eine Brust in den Mund und die andere in die Hand, und das Zusammentreffen der beiden Rhythmen machte meine Hüften unruhig. Elias legte die Unterarme über meine Oberschenkel, nicht um mich festzuhalten, sondern um mitzugehen. Seine Zunge kreiste, wurde spitzer, fand die Knospe und blieb dort, klein und gleichmäßig. Ich sagte seinen Namen. Es war kein Befehl. Es war das Geräusch, das herauswollte.

„Finger?“, fragte er gegen mich, die Stimme belegt.

„Einen. Langsam.“

Er schob einen Finger in mich, und ich war so bereit, dass es kein Widerstand war, nur Wärme und ein enges Willkommen. Er krümmte ihn, suchte, fand die Stelle vorn, die mich zusammenzucken ließ, und blieb dort, während seine Zunge nicht aufhörte. Tom wechselte die Brust. Seine freie Hand strich über meinen Bauch, immer wieder, als wolle er die Spannung glätten und gleichzeitig halten. Ich griff in Elias’ Haar und führte ihn ein wenig höher. Er folgte. Das war die zweite Regel in der Praxis, und sie machte mich kühner.

„Tom“, sagte ich. „Zieh die Hose aus. Ich will dich sehen. Noch nicht anfassen, nur sehen.“

Er richtete sich auf und öffnete Gürtel und Jeans. Darunter war er hart, der Stoff der Shorts gespannt, und als er auch die auszog, stand sein Schwanz frei, dick genug, dass meine Hand ihn nicht ganz würde umschließen können, die Spitze schon feucht. Er hielt die Hände an den Seiten. Elias hob den Blick nicht von mir. Sein Finger bewegte sich weiter, ein zweiter fragte an meinem Eingang.

„Zwei“, sagte ich.

Die Dehnung war gut, ein Brennen, das sofort in Wärme überging. Ich rollte die Hüften gegen seinen Mund. Tom sah zu, die Lippen offen, und die Tatsache, dass er nur sah, weil ich es so wollte, zog sich als neuer Impuls durch meinen Bauch. Ich war nah. Ich wollte es noch nicht. Ich wollte den Bogen länger, und ich wollte beide in ihm.

„Stopp mit dem Mund“, sagte ich zu Elias. „Finger bleiben. Tom, komm her. Ich will dich im Mund. Elias, du bleibst mit der Hand, wo du bist, und du siehst mich an, wenn ich es sage.“

Elias gehorchte ohne Kränkung. Das gefiel mir so sehr, dass ich einen Moment die Augen schließen musste. Tom trat an die Seite der Bank. Ich drehte mich, stützte mich auf einen Ellbogen und nahm ihn in die Hand. Er war heiß, die Haut weich über der Härte, und er zuckte, als ich mit dem Daumen über die Spitze strich. „Sag, wenn es zu viel wird“, sagte ich.

„Mache ich.“

Ich nahm ihn in den Mund, erst die Spitze, salzig und glatt, dann mehr, so weit, wie mein Winkel es erlaubte. Elias’ Finger bewegten sich in mir im Takt, den ich mit der freien Hand an Toms Hüfte vorgab, langsam. Tom fluchte leise, kein hässliches Wort, nur meinen Namen und ein gebrochenes Bitte. Ich sah hoch. Seine Augen waren dunkel, aufmerksam, nicht verloren. Elias sah mich an, wie verlangt, und das Bild, das er haben musste, meine Lippen um Tom, seine eigene Hand in mir, ließ ihn schwerer atmen.

Ich ließ Tom aus dem Mund gleiten, einen Faden Speichel zwischen uns, und wischte ihn mit dem Daumen weg, ohne Eile. „Elias, ausziehen“, sagte ich. „Kondom bereitlegen, noch nicht überziehen. Tom, deine Finger statt seiner. Ich will den Unterschied.“

Sie wechselten ohne Gerangel. Elias stand auf, zog sich aus, und sein Schwanz war länger als Toms, ein wenig schmaler, die Adern deutlich, die Spitze dunkel. Er legte zwei Kondome auf den Tisch neben der Bank, die Packung aufgerissen, die Hüllen noch zu. Tom kniete sich zwischen meine Beine. Seine Finger waren kühler als Elias’ gewesen, und er fragte noch einmal, obwohl ich es schon gesagt hatte. Ich nickte. Er schob zwei in mich, vorsichtiger, und sein Daumen fand meine Knospe von außen. Der Rhythmus war ungleichmäßiger. Ich korrigierte ihn mit der Hüfte und mit einem „langsamer“, und er lernte es in drei Zügen. Elias stand neben mir, nackt, und ich nahm ihn in die Hand, strich von der Wurzel zur Spitze, fest genug, dass er die Zähne zusammenbiss.

„Küss mich“, sagte ich zu ihm.

Er beugte sich herunter. Ich schmeckte mich auf seinem Mund, salzig und warm, und das machte mich ungeduldig auf eine Art, die ich nicht mehr zurückhalten wollte. Toms Daumen kreiste. Seine Finger krümmten sich. Ich spürte, wie sich alles in mir sammelte, eng und hell, und ich sagte: „Nicht aufhören. Genau so.“

Der Höhepunkt kam nicht als Sturz. Er kam als Welle, die unten anfing und durch den Bauch in die Brüste lief, und ich presste die Schenkel um Toms Hand, ohne ihn auszuschließen, und hielt Elias’ Schwanz fester, während ich in seinen Mund stöhnte. Tom blieb bei dem Rhythmus, bis ich seine Handgelenk umfasste und „weich“ sagte. Er verlangsamte, zog die Finger nicht sofort heraus, ließ mich ausklingen. Elias küsste meine Schläfe. Niemand sprach von Gewinnen.

Als ich wieder klar sah, lag ein Glänzen auf Toms Hand. Er betrachtete sie, nicht stolz, eher erstaunt, und wartete. Ich setzte mich aufrechter hin. Meine Beine zitterten ein wenig. Das war kein Zeichen, aufzuhören. Das war der Körper, der Platz machte für mehr.

„Ich will euch in mir“, sagte ich. „Nacheinander, dann so, wie ich es sage. Elias zuerst, Kondom, ich auf dem Rücken, du über mir, Tom an meinem Mund oder an meiner Brust, je nachdem, wie der Winkel ist. Wenn einer von euch Glas braucht, sagt er es. Ich auch.“

„Verstanden“, sagte Elias.

Er riss die Hülle auf und rollte das Kondom über sich, sorgfältig, bis zum Ansatz. Ich legte mich zurück auf die Decke, ein Knie angezogen, das andere offen. Er kam über mich, stützte sich auf die Unterarme, und die Spitze lag an mir, ohne einzudringen. „Jetzt?“, fragte er.

„Jetzt. Langsam.“

Er schob sich in mich, und die Fülle war anders als Finger, tiefer, ein Ausfüllen, das mir den Atem für einen Satz nahm. Ich legte die Hände an seinen Rücken und spürte die Muskeln arbeiten, während er Zentimeter um Zentimeter nachgab und nahm. Als er ganz in mir war, hielt er still. Sein Gesicht war nah. Ich sah die kleinen Falten an seinen Augen und das Mühevolle in seinem Kiefer, das nicht Schmerz war, sondern Zurückhaltung. „Beweg dich“, sagte ich.

Er zog sich zurück und kam wieder, ein langer Stoß, dann ein zweiter, im Tempo meines Atems. Die Bank knarrte leise. Tom kniete auf dem Boden neben meinem Kopf, eine Hand auf meiner Brust, die Brustwarze zwischen zwei Fingern, und küsste mich seitlich auf den Mund, wenn Elias’ Rhythmus es zuließ. Ich drehte den Kopf und nahm Toms Schwanz wieder zwischen die Lippen, nicht tief, nur die Spitze und ein Stück des Schafts, im Takt von Elias in mir. Das Gefühl, gefüllt zu sein und gleichzeitig zu schmecken, zog einen neuen Knoten in meinem Unterleib. Ich war laut. Die leere Bar gab den Laut zurück, und ich schämte mich nicht dafür.

Elias senkte den Mund an mein Ohr. „Darf ich fester?“

„Ein wenig. Nicht schneller.“

Er gehorchte. Die Stöße wurden bestimmter, trafen tiefer, und jeder Endpunkt rieb innen an der Stelle, die seine Finger schon gekannt hatten. Tom stöhnte, weil meine Zunge unter seiner Spitze kreiste, und zog sich zurück, bevor er zu nah kam. „Ich will nicht so kommen“, sagte er. „Nicht, wenn du mich noch anders willst.“

„Gut“, sagte ich und ließ ihn los. „Elias, hoch. Ich will auf dir sitzen. Tom, hinter mich, Hände an meinen Hüften und an meinen Brüsten, nichts in mir außer Elias, bis ich es ändere.“

Wir lösten uns. Das Kondom glänzte. Ich schob Elias auf die Bank, Rücken an der Lehne, und setzte mich auf ihn, die Knie neben seinen Hüften, die Decke unter uns verrutscht und wieder zurechtgezogen. Ich führte ihn ein und sank, diesmal selbst bestimmt, bis ich saß und ihn ganz hatte. Der Winkel war schärfer. Ich bewegte mich, erst kreisend, dann hebend, und Elias hielt meine Taille, ohne das Tempo zu übernehmen. Tom kniete hinter mir auf der Bank, so gut es ging, seine Brust an meinem Rücken, seine Hände von vorn an meinen Brüsten, und küsste meine Schulter. Sein Schwanz lag hart an meiner Wirbelsäule, nicht fordernd, nur da. Ich griff nach hinten und legte seine Hand tiefer, auf meinen Bauch, dann auf die Stelle über der Stelle, wo Elias in mir war.

„Reib mich“, sagte ich. „Während ich ihn reite.“

Tom tat es, zwei Finger, feucht von mir, kreisend. Elias sah zu uns hoch, den Mund offen, und stieß von unten nur so weit, wie mein Senken es erlaubte. Ich fand einen Rhythmus, der alle drei verband: mein Heben, Toms Finger, Elias’ kurzes Entgegenkommen. Hitze sammelte sich wieder, schneller als beim ersten Mal, schärfer, weil ich schon einmal gekommen war und der Körper die Tür nicht ganz geschlossen hatte. Ich sagte es ihnen. „Ich komme noch einmal. Bleibt genau so.“

Der zweite Höhepunkt war kürzer und härter. Ich krampfte um Elias, hörte ihn aufstöhnen, spürte Tom hinter mir fest werden, ohne dass seine Hand aus dem Takt fiel. Ich sank nach vorn an Elias’ Brust und atmete gegen seinen Hals, bis die Zuckungen nachließen. Er hielt mich und bewegte sich nicht, obwohl er zitterte vor Anstrengung. Das zählte. Das zählte mehr als jeder Stoß.

„Raus“, sagte ich leise. „Ich will Tom. Neues Kondom. Elias, du an meinen Mund, wenn du noch kannst, oder an meiner Seite, deine Hand in meinem Haar, nicht drücken.“

Elias zog sich zurück, hielt das Kondom fest, knotete es und warf es in den Eimer neben der Theke, den wir sonst für Zitronenschalen nahmen. Tom nahm das zweite Kondom, die Hände nicht ganz ruhig, und rollte es über sich. Ich drehte mich auf der Bank auf die Knie, die Unterarme auf der Lehne, den Rücken durchgedrückt, und sah über die Schulter. „So. Langsam rein. Elias, komm her, ich will dich sehen, nicht nur spüren.“

Tom setzte die Spitze an und wartete auf mein Nicken. Ich gab es. Er drang ein, dicker als Elias an der Dehnung, und ich atmete durch den ersten Moment, bis es nur noch gut war. „Ja“, sagte ich. „So tief. Dann warte.“

Er wartete. Elias kniete vor mir auf der Bank, soweit die Breite es zuließ, und ich küsste seinen Bauch, seine Hüfte, nahm ihn wieder in den Mund, das Kondom war weg, die Haut salzig von Schweiß und von mir. Ich bewegte mich zurück gegen Tom, und er verstand, dass er nun stoßen durfte, langsam, jeder Stoß eine Frage, die mein Körper mit einem Entgegenkommen beantwortete. Seine Hände lagen auf meinen Hüften. Einmal griff er fester, und ich sagte „weniger“, und er lockerte sofort. Danach waren seine Daumen weich auf meinen Knochen, und die Stöße blieben tief.

Ich ließ Elias aus dem Mund, weil ich sprechen wollte. Speichel glänzte auf ihm. Er strich mir das Haar aus dem Gesicht, ohne zu ziehen. „Ihr seid gut“, sagte ich, und die Worte waren heiser und wahr. „Tom, fester jetzt. Elias, deine Hand zwischen mir und der Lehne, an mir. Ich will euch beide an der Stelle, die zählt.“

Elias schob die Hand unter mich, fand meine Knospe geschwollen und nass, und rieb im Gegentakt zu Tom. Das war fast zu viel. Ich sagte es nicht als Stopp. Ich sagte: „Bleibt. Ich halte das.“ Tom stieß fester, der Klang von Haut auf Haut leise und feucht in dem kleinen Raum, sein Atem an meinem Nacken. Elias’ Finger waren genau. Ich kam ein drittes Mal, kürzer, ein Zusammenziehen, das Tom in mir spüren ließ und das ihn zum Stocken brachte.

„Nicht kommen“, sagte ich, noch im Nachbeben. „Noch nicht. Raus. Ich will euch sehen, wenn ihr kommt. Auf mich, nicht in mich. Kondome ab, nur wenn ihr wollt und wenn ich ja sage.“

Tom zog sich zurück, vorsichtig. Beide standen vor der Bank, ich setzte mich an den Rand, die Beine offen, die Haut gerötet, die Haare am Nacken feucht. Ich sah sie an, zwei Männer, die ich kannte und die in diesem Licht neu waren, hart, wartend, die Kondome noch an. „Abziehen“, sagte ich. „In die Hand oder auf meinen Bauch und meine Brüste. Ihr fragt noch einmal, jeder für sich.“

„Darf ich auf dir kommen?“, fragte Elias.

„Ja.“

„Darf ich?“, fragte Tom.

„Ja. Nebeneinander. Ich fasse euch an.“

Sie streiften die Kondome ab und warfen sie zum ersten in den Eimer. Ich nahm jeden in eine Hand, Elias links, Tom rechts, und bewegte sie fest und gleichmäßig, so wie ich es im Mund und im Körper schon gelernt hatte. Sie standen nah, ihre Hüften fast an meinen Knien. Elias kam zuerst, ein tiefes Ausatmen, heiße Stöße über meinen Bauch und die untere Brust, sein Schwanz zuckend in meiner Faust. Tom folgte wenige Atemzüge später, ein höherer Laut, den er in die Zähne biss, und sein Samen mischte sich mit Elias’ auf meiner Haut, warm, schwer, ein Geruch, der salzig und lebendig war. Ich ließ sie ausklingen, lockerte die Hände nicht zu früh, und sah ihnen ins Gesicht, weil ich das gewollt hatte: nicht nur den Körper, auch den Moment, in dem sie die Haltung verloren und sie mir gaben.

Danach war es still auf eine neue Art. Die Klimaanlage klickte. Irgendwo im Keller summte der Kühlschrank. Elias holte als Erster ein sauberes Barhandtuch, befeuchtete es am Spülbecken mit warmem Wasser und reichte es mir, bevor er mich anfasste. „Darf ich?“, fragte er noch einmal, obwohl das Gröbste vorbei war.

„Ja.“

Er wischte mich ab, gründlich und ohne Eile, und Tom holte ein zweites Tuch für das, was das erste nicht nahm. Sie waren unbeholfen darin und ernst, und die Unbeholfenheit rührte mich mehr als jedes geschickte Stoßen. Ich zog die Knie an, dann ließ ich sie wieder sinken, weil ich nicht klein werden wollte in einem Raum, den ich gerade groß gemacht hatte. Mein Körper pochte, angenehm überreizt, die Innenseiten der Schenkel feucht, die Lippen vom Küssen geschwollen. Ich trank das Wasser, das Tom mir in einem frischen Glas reichte, in langen Zügen.

„Die Wette“, sagte ich, als die Stimme wieder trug. „Sie gilt. Ihr habt beide die Regeln gehalten. Ich nenne keinen Verlierer. Der Einsatz fällt aus. Vier Sonntage Inventur macht ihr zusammen oder gar nicht, das ist eure Sache und nicht mehr meine.“

Tom lachte einmal, kurz, erleichtert, und setzte sich neben mich auf die Decke, mit Abstand, bis ich seine Hand nahm und auf mein Knie legte. Elias setzte sich auf die andere Seite. Wir waren nackt und nicht mehr in der Szene, nur noch in der Nacht danach, und das war ein anderer Vertrag, den niemand laut machen musste, solange niemand zu viel nahm.

„War das für dich richtig?“, fragte Elias.

„Ja“, sagte ich. „Ich habe es gewollt, bevor ihr die Wette ausgesprochen habt. Die Wette war nur der Anlass, es mit Regeln zu sagen. Wenn einer von euch morgen so tut, als wäre es ein Streich gewesen, sage ich Glas in die Schicht hinein, und dann reden wir. Nicht als Strafe. Als Erinnerung.“

„Wir tun nicht so“, sagte Tom. „Ich jedenfalls nicht.“

Elias nickte. Seine Hand lag neben meiner auf der Decke, der kleine Finger berührte meinen. Draußen wurde es nicht hell. Es war immer noch tief in der Nacht, vielleicht kurz vor vier, und die Stadt würde uns gleich wieder als drei Leute behandeln, die eine Bar zugemacht hatten. Das war in Ordnung. Ich wollte keine Bühne. Ich wollte die Erinnerung an Leder unter einer grauen Decke, an zwei Münder, die gefragt hatten, an das Wort, das wir nicht hatten benutzen müssen, und an den Geschmack von Salz und Minze.

Wir zogen uns an, ohne zu hetzen. Ich fand meinen Slip unter der Bank, die Jeans, das Shirt, das nach uns roch und nach Zitrone. Elias leerte den Eimer in den Müll hinter der Theke und knotete den Sack zu. Tom faltete die Decke und brachte sie ins Büro, nicht in den Wäschekorb der Bar, sondern in seine Tasche, um sie zu Hause zu waschen. Das war eine kleine, genaue Geste. Ich merkte sie mir.

An der Tür prüfte ich den Riegel ein letztes Mal von innen, dann schlossen wir auf und traten in die Gasse. Die Luft war kalt und roch nach Regen, der noch nicht fiel. Elias schloss ab. Tom stellte den Kragen hoch. Ich stand zwischen ihnen, nicht eingehakt, nur nah, und keiner griff nach mir, weil die Regeln des Raumes draußen nicht automatisch weitergalten und sie das wussten.

„Morgen Schicht“, sagte ich. „Ich komme um sechs. Wer zu müde ist, sagt es, bevor die Gäste da sind. Nicht mitten im ersten Ansturm.“

„Ich bin da“, sagte Elias.

„Ich auch“, sagte Tom. Er zögerte, dann: „Darf ich dich noch einmal küssen? Hier, kurz. Nur das.“

Ich sah die leere Gasse an. Ein Fenster gegenüber war dunkel. „Ja. Kurz.“

Er küsste mich, weich, ohne die Nacht noch einmal zu öffnen. Elias wartete, und ich drehte mich zu ihm und gab ihm denselben Kuss, gleich lang, damit keine Rechnung entstand, die wir nicht gewollt hatten. Dann gingen wir in drei Richtungen, die sich am nächsten Abend wieder an der Theke treffen würden. In meiner Tasche klimperten die Schlüssel. Auf der Haut unter dem Shirt war ich sauber und trotzdem noch gezeichnet, nicht sichtbar, nur für mich, ein Nachklang, der bei jedem Schritt zwischen den Beinen warm blieb.

Ich bereute nichts. Die Wette war vorbei, weil ich sie beendet hatte, und der Wunsch war nicht vorbei, weil ein Einsatz ausgefallen war. Das würde ich ihnen sagen, wenn ich es wieder wollte, mit demselben Wort für ein Stopp und mit neuen Sätzen für ein Ja. Bis dahin trug ich die Nacht allein nach Hause, die Straße hinunter, an geschlossenen Läden vorbei, und der Geschmack von beiden blieb auf meiner Zunge, klar und einvernehmlich, bis ich die Wohnungstür aufschloss und das Licht anmachte.

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