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Nach dem letzten Gast

Dreier · 28 Minuten lesen · 37 Minuten hören

Gelesen von Ekaterina

Teil 2 der Serie Zu dritt (1)

Die Uhr über der Espressomaschine zeigte drei Minuten nach eins, und das Neon der Straße lag in langen Streifen auf den Dielen, als Elias den letzten Stuhl umdrehte. Ich stand hinter der Theke, das Spültuch noch in der Hand, und hörte den Kühlschrank unter der Bar in seinem tiefen, gleichmäßigen Ton. Noah hatte die Kasse zugeschoben, ohne noch einmal zu zählen, und den Schlüssel stecken lassen, als brauchte ihn morgen niemand mehr. Draußen fuhr ein später Bus vorbei und zog einen Lichtstreifen über die Scheibe. Drinnen roch es nach Zitrone, nach verschüttetem Bier und nach dem Holz, das den ganzen Abend warm geworden war.

Wir hatten die Tür schon abgeschlossen. Die letzte Gruppe war gegen Mitternacht gegangen, laut und zufrieden, und danach war die Bar in diese besondere Stille gefallen, die nur kommt, wenn ein Raum den ganzen Tag Stimmen gehalten hat und sie auf einmal nicht mehr braucht. Elias stellte den Stuhl auf den Tisch, blieb mit der Hand an der Lehne und sah nicht zu mir herüber. Noah trocknete ein Glas ab, das längst trocken war. Ich kannte dieses Zögern. Es war dieselbe Spannung, die seit Wochen zwischen Bestellungen hing, nur dass heute nichts mehr nachkommen würde, kein Gast, keine Ausrede, kein nächster Abend in derselben Schicht.

Elias war vierunddreißig und würde morgen den frühen Zug nehmen. Noah war einunddreißig und blieb. Ich war neunundzwanzig und hatte den Sommer über so oft nach Feierabend hier gesessen, dass die beiden irgendwann aufgehört hatten, mich als Gast zu behandeln, und angefangen hatten, mir das Tuch zuzuwerfen, wenn die Theke klebte. Drei Erwachsene, die genau wussten, wie alt sie waren, weil wir es einander gesagt hatten, halb im Scherz und halb, damit nichts zwischen uns unklar blieb. Heute war die letzte Nacht vor seiner Abreise, und keiner von uns tat noch so, als ginge es nur um ein letztes Glas.

Ich legte das Spültuch über den Hahn und kam um die Theke herum. Meine Schuhe klebten leicht am Boden, wo jemand Gin verschüttet hatte, und das Geräusch meiner Schritte war in der leeren Bar zu laut. Elias hob den Kopf. Sein Hemd war an den Ärmeln aufgekrempelt, die Unterarme braun vom Sommer, eine dünne Narbe am linken Handgelenk von einem zerbrochenen Glas im Juni. Noah stellte das Glas ab. Sein Blick ging von Elias zu mir und blieb, ruhig und ohne Ausflucht, an meinem Mund hängen, bevor er ihn wieder zu meinen Augen hob.

„Setzt euch“, sagte ich, und meine Stimme war tiefer, als ich erwartet hatte. „Wenn ihr noch eine Minute so tut, als müsstet ihr putzen, gehe ich.“

Elias lachte kurz, ohne dass es wirklich ein Lachen war. Er zog zwei Stühle herunter, dann einen dritten, und wir setzten uns an den Tisch am Fenster, nicht an die Theke, wo wir den ganzen Abend gestanden hatten. Noah holte eine Flasche Wasser und drei Gläser. Keiner von uns wollte Alkohol. Wir hatten in den letzten Tagen oft genug darüber gesprochen, nüchtern und bei Tageslicht, was diese Nacht sein könnte, und ich wollte jeden Satz klar im Kopf behalten. Das Wasser war kalt. Ich trank und spürte, wie sich mein Puls trotzdem nicht beruhigte.

„Der Zug geht um sieben“, sagte Elias. Er drehte das Glas zwischen den Händen und sah auf die Ringe, die es auf dem Holz hinterließ. „Ich habe den Koffer schon gepackt. Oben im Zimmer ist alles leer bis auf das Bett und die Lampe. Ich dachte, ich sage das, damit es im Raum steht und nicht nur in meinem Kopf.“

Noah nickte. Er saß mir gegenüber, die Schultern breit unter dem schwarzen T-Shirt, die Hände flach auf dem Tisch, als müsste er sie irgendwo lassen, damit sie nicht taten, was sie seit Wochen tun wollten. „Wir haben gesagt, wir reden, bevor irgendetwas passiert“, sagte er. „Also reden wir. Mara, wenn du gehen willst, gehst du. Das ändert nichts daran, dass du uns wichtig bist. Und Elias, dasselbe gilt für dich. Niemand schuldet heute Nacht irgendwem einen Abschied in dieser Form.“

Ich sah sie beide an und spürte, wie die Ehrlichkeit im Raum wärmer wurde als die Luft von der Straße. „Ich will nicht gehen“, sagte ich. „Ich bin geblieben, weil ich das hier will. Mit euch beiden. Nicht als Trost und nicht, weil einer von euch morgen fehlt und wir das irgendwie füllen müssen. Ich will euch. Ich will, dass ihr mich wollt, und ich will, dass ihr euch dabei nicht aus dem Weg geht. Wenn das für einen von euch nicht stimmt, sagen wir es jetzt, und dann trinken wir Wasser und ich bringe Elias trotzdem zum Zug, wenn er das möchte.“

Elias hob den Blick. In seinen Augen lag diese Müdigkeit, die nicht vom Dienst kam, sondern davon, etwas lange richtig haben zu wollen. „Es stimmt“, sagte er. „Ich will dich. Ich will, dass Noah da ist. Ich habe das nicht erst heute begriffen, und ich will es nicht auf der Fahrt bereuen, nur gedacht und nie gesagt zu haben.“

Noah atmete aus, als hätte er den Satz mitgehalten. „Ich auch“, sagte er. „Ich will dich, Mara. Und ich will ihn nicht als Zuschauer und nicht als Hindernis. Wenn wir das tun, dann zu dritt, mit offenen Augen, und jeder kann in jedem Moment stoppen. Ein Wort reicht. Kein Nachfragen, kein Schmollen, kein Weitermachen aus Höflichkeit.“

„Ein Wort“, wiederholte ich. „Meins ist jetzt ja. Wenn es sich ändert, sage ich nein, und dann ist Schluss, ohne dass jemand sich entschuldigen muss, weil er aufgehört hat.“ Ich legte meine Hand in die Mitte des Tisches, die Fläche nach oben. „Aber jetzt ist es ja.“

Elias legte seine Hand auf meine. Seine Haut war warm, die Finger trocken, der Druck fest genug, dass ich ihn spürte, und leicht genug, dass ich die Hand hätte zurückziehen können. Noah legte seine darüber. Einen Moment saßen wir so, drei Hände übereinander, und das Neon draußen wechselte von blau zu einem schmutzigen Orange, als irgendwo eine Ampel umsprang. Ich spürte mein Herz im Hals. Es war kein Zweifel. Es war das Gewicht einer Entscheidung, die endlich einen Körper bekam.

„Die Jalousie“, sagte Noah leise. Er stand auf, ohne die Hände abrupt wegzuziehen, und ließ die Lamellen an der Straßenseite herunter, bis die Bar nur noch von der kleinen Lampe unter der Theke beleuchtet wurde. Das Licht wurde honigfarben und eng. Er prüfte die Tür, drehte den Schlüssel ein zweites Mal und kam zurück. Elias hatte sich nicht bewegt. Er sah mich an, als wollte er sich mein Gesicht merken, bevor er es berührte.

„Komm her“, sagte ich zu Elias, und dann, zu Noah: „Und du auch. Nicht nacheinander, als müsste einer warten, bis der andere fertig ist mit Wollen.“

Elias beugte sich über den Tisch und küsste mich. Sein Mund war warm, zuerst vorsichtig, dann tiefer, als ich die Lippen öffnete und ihm entgegenkam. Er schmeckte nach Minze und nach dem Wasser, und seine Hand fand meine Wange, den Daumen an meinem Kiefer, eine Berührung, die ich aus anderen Nächten kannte und die heute anders wog, weil Noahs Atem nah an meiner Schulter war. Ich löste mich nicht abrupt. Ich drehte nur den Kopf, und Noah war da, und sein Kuss war anders, breiter, ein wenig ungeduldiger, mit einem leisen Laut in der Kehle, den er nicht zurückhielt. Ich küsste ihn, bis mir schwindlig wurde, und dann zog ich Elias wieder heran, sodass ihre Münder nacheinander und dann fast gleichzeitig an meinem waren, Wange an Wange, Atem in Atem.

Elias zögerte einen Herzschlag, sah Noah an, und Noah nickte, kaum sichtbar. Dann küssten sie sich. Es war kein Umweg und keine Vorstellung für mich. Es war direkt, etwas unbeholfen in der ersten Sekunde und dann sicher, Elias mit der Hand in Noahs Nacken, Noah mit den Fingern an Elias’ offenem Kragen. Ich sah zu und spürte, wie mir die Hitze in den Bauch sank, schwer und klar. Das wollte ich. Nicht nur zwei Männer, die sich um mich teilten, sondern drei Menschen, die einander anfassten, weil sie es wollten.

„Hinter die Theke“, sagte Elias heiser, als wir uns lösten. „Da ist der Boden sauberer, und die Matte liegt noch von der Inventur. Oder der Tisch. Sag, was dir lieber ist.“

„Die Matte“, sagte ich. „Und Decken, wenn ihr welche habt. Ich will euch auf der Haut spüren, nicht das Gummi der Bar unter dem Rücken, und ich will, dass wir uns bewegen können.“

Noah holte aus dem kleinen Raum hinter der Spüle zwei Wolldecken, die nach Waschmittel rochen und nach dem Schrank, in dem sie lagen. Elias schob die Matte zurecht, eine dicke schwarze Gummimatte, und wir breiteten die Decken darüber, bis ein weiches Rechteck entstand, groß genug für drei Körper, die sich nicht höflich auf Abstand halten würden. Ich zog die Schuhe aus. Der Boden darunter war kühl an den Rändern, wo die Decke nicht hinreichte. Mein Kleid war ein einfaches schwarzes, das ich nach der Arbeit anbehalten hatte, dünn am Rücken, und als ich den Reißverschluss suchte, waren schon zwei Hände da.

„Darf ich“, fragte Noah an meinem Nacken.

„Ja.“

Der Reißverschluss ging langsam auf. Luft legte sich auf meine Wirbelsäule. Elias stand vor mir und sah mir ins Gesicht, während Noah den Stoff von meinen Schultern schob. Ich trug darunter keinen Bügel, nur ein schlichtes dunkles Top, und als Elias es mit meinen Händen zusammen über meinen Kopf zog, stand ich mit nacktem Oberkörper im honigfarbenen Licht, die Brüste schwer, die Warzen schon fest von der Kühle und von dem, was in mir arbeitete. Keiner sprach einen billigen Satz. Elias senkte nur den Kopf und küsste die Stelle über meinem Herzen, dann die Rundung, dann die Warze, mit einem Mund, der saugte und nicht hetzte. Ich griff in sein Haar. Noahs Hände kamen von hinten um meine Taille, groß und warm, und sein Mund lag an meiner Schulter, an der Sehne meines Halses, dort, wo ein Kuss direkt zwischen meine Beine ging.

„Hose“, sagte ich, und meine Stimme brach an dem Wort. „Eure auch. Ich will euch sehen.“

Sie zogen sich aus, ohne Theater. Elias zuerst das Hemd, Knopf für Knopf, der Brustkorb darunter mit dunklem Haar, der Bauch flach, eine Linie aus dem Sommer, in dem er Kisten geschleppt hatte. Noah das T-Shirt in einer Bewegung, breiter, glatter, eine Narbe an der Rippe von einem Fahrrad vor Jahren, die er mir einmal bei Tageslicht gezeigt hatte, als wir über nichts Besonderes redeten. Ich öffnete meinen Rock und ließ ihn fallen. Der Slip folgte, weil ich ihn selbst abstreifte, nicht weil jemand ihn mir vom Leib riss. Ich wollte, dass sie sahen, wie ich das tat. Ich war nackt, und sie waren es einen Atemzug später auch, und einen Moment standen wir nur und sahen.

Elias war hart, der Schwanz schwer gegen seinen Bauch, die Spitze schon feucht. Noah ebenso, etwas länger, die Haut dunkler, die Ader an der Unterseite deutlich im schwachen Licht. Ich spürte, wie mein eigener Körper antwortete, ein Ziehen tief im Becken, Nässe an den Schenkeln, die ich nicht versteckte, als ich die Beine ein wenig öffnete. Ich bin nicht dazu gemacht, in so einem Moment sittsam zu bleiben. Ich wollte, dass sie es sahen. Ich wollte, dass sie wussten, wie bereit ich war, und dass dieses Bereitsein von mir kam und nicht von einer Rolle, die ich für ihren letzten Abend spielte.

„Kondome liegen in der Schublade unter der Kasse“, sagte Noah. „Ich habe sie heute Nachmittag hingelegt, falls wir ja sagen. Wenn du ohne nicht willst, ist das die Regel. Wenn du irgendwo keinen willst, sagen wir das laut und entscheiden neu.“

„Mit“, sagte ich. „Überall, wo ihr in mir seid. An meinen Händen und an meinem Mund brauche ich das nicht, wenn ihr sauber seid und es sagt.“

„Sind wir“, sagte Elias. „Und wir sagen es, wenn sich etwas ändert.“

Wir knieten auf die Decken. Der Stoff kratzte leicht an meinen Schienbeinen und wurde dann warm. Ich zog Elias zu mir und küsste ihn, während meine Hand Noah fand, heiß und fest, und ihn einmal langsam von der Wurzel bis zur Spitze strich. Noah stöhnte in meinen Nacken. Elias’ Zunge lag an meiner, und seine Hand glitt zwischen meine Schenkel, nicht sofort in mich, sondern an die Innenseite, dort, wo die Haut dünn ist und jeder Finger sich anfühlt wie eine Frage. Ich spreizte die Knie. Sein Finger teilte mich, fand die Nässe und zog sie nach oben, über den Kitzler, in einem Kreis, der mich dazu brachte, in seinen Mund zu keuchen.

„So“, sagte ich. „Genau so. Nicht schneller.“

Er gehorchte nicht wie ein Diener, sondern wie ein Mann, der zuhört. Noah rutschte neben mich, küsste meine Brust, nahm die Warze zwischen die Lippen und saugte, bis ein süßer Schmerz hindurchging und sich mit Elias’ Fingern verband. Ich hatte beide im Griff, so gut es ging, eine Hand an Noahs Schwanz, die andere an Elias’ Hüfte, und ich spürte, wie sie sich mir entgegendrückten, ohne mich zu überrollen. Das Gewicht von zwei Körpern hätte mich klein machen können. Es machte mich nicht klein. Es machte den Raum enger und mich deutlicher.

Ich legte mich zurück. Die Decke roch nach Wolle und ein wenig nach uns, schon jetzt. Elias folgte mit dem Mund meinen Bauch hinab, küsste den Nabel, die weiche Stelle darunter, den Ansatz der Haare. Noah blieb an meiner Brust, eine Hand flach auf meinem Rippenbogen, damit ich wusste, wo er war. Als Elias’ Zunge mich das erste Mal teilte, bog ich den Rücken durch und sagte seinen Namen, nicht leise. Er leckte langsam, von unten nach oben, blieb am Kitzler, umkreiste ihn, saugte ihn behutsam zwischen die Lippen und ließ wieder los, wenn meine Hüften zu hart wurden. Noah sah zu. Ich sah, wie sein Gesicht sich veränderte, offener, hungriger, und ich zog ihn am Haar zu meinem Mund.

„Ich will dich schmecken“, sagte ich. „Komm her. Und Elias, hör nicht auf. Wenn es zu viel wird, sage ich es.“

Noah kniete neben meinem Kopf. Ich drehte mich ein wenig, nahm ihn in die Hand und führte ihn an meine Lippen. Die Spitze war salzig und glatt. Ich leckte einmal darüber, dann nahm ich ihn in den Mund, nicht tief auf Anhieb, sondern so, dass ich atmen konnte und ihn trotzdem ganz spürte, die Wärme, das leichte Zucken, als meine Zunge an der Unterseite lag. Er fluchte leise und hielt sich am Regal hinter der Theke fest, nicht an meinem Kopf. Das merkte ich, und ich nahm ihn dafür tiefer, aus eigenem Willen, bis mir die Augen feucht wurden und ich mich zurückzog, um Luft zu holen, und wieder kam.

Elias schob inzwischen zwei Finger in mich, langsam, die Handfläche nach oben, und krümmte sie, während sein Mund nicht von meinem Kitzler wich. Die Doppelung war fast zu viel. Mund und Hand und der Schwanz an meinen Lippen, Noahs Atem, Elias’ Schultern zwischen meinen Schenkeln, das Licht, das auf uns lag wie Öl. Ich stöhnte um Noah herum, und das Vibrieren ließ ihn die Hüften ein kleines Stück vorschieben, sofort wieder zurück, eine Frage. Ich nickte, so gut es ging, und nahm ihn wieder. Meine freie Hand lag in Elias’ Haar und hielt ihn dort, wo ich ihn brauchte.

Das erste Kommen baute sich nicht artig auf. Es kam in einer Welle, die in den Oberschenkeln anfing und sich zusammenzog, bis ich Noah aus dem Mund lassen musste, weil ich sonst die Zähne nicht sicher gehabt hätte. „Warte“, keuchte ich, und Noah wartete sofort, die Hand an meiner Wange, der Schwanz feucht von meinem Speichel an meinem Kinn. Elias hörte nicht auf, weil ich ihn nicht wegdrückte, und ich kam auf seiner Zunge, die Hüften gegen seinen Mund, ein Laut, der in der leeren Bar viel zu groß war und den ich nicht dämpfte. Meine Schenkel zitterten. Er leckte mich durch die Spitze und wurde dann weicher, küsste die Innenseite meines Beins, bis ich die Hand auf seine Stirn legte und „kurz“ sagte.

Wir atmeten. Noah strich mir das Haar aus dem Gesicht. Elias’ Kinn glänzte. Ich lachte einmal, heiser, und zog beide zu mir herunter, küsste Elias und schmeckte mich selbst, salzig und hell, und küsste Noah und ließ ihn denselben Geschmack teilen. Es war schamlos und genau richtig. Ich wollte nicht, dass irgendetwas an diesem Nachtkörper versteckt blieb.

„Ich will euch in mir“, sagte ich, als die Zunge wieder gehorchte. „Einer nach dem anderen, und der andere bleibt an mir. Nicht wegdrehen. Elias zuerst, wenn du willst. Noah, ich will deine Hände und deinen Mund, während er in mir ist. Und ihr sagt, wenn ihr kurz davor seid. Ich will das hören.“

Noah holte die Kondome. Das Reißen der Folie war ein kleines, nüchternes Geräusch in all der Hitze, und ich war dankbar dafür, weil es uns im Hier hielt. Elias rollte es über sich, die Stirn leicht gerunzelt vor Konzentration, und ich sah ihm zu, eine Hand an seinem Oberschenkel. Noah kniete neben uns, schon selbst übergezogen, weil wir nicht mitten in einer Bewegung suchen wollten. Ich öffnete die Beine. Elias kam über mich, stützte sich auf die Unterarme, und die Spitze lag an mir, heiß sogar durch das dünne Material, ein Druck, der noch nicht Eintritt war.

„Ja“, sagte ich, bevor er fragen konnte, und dann fragte er trotzdem.

„Ja?“

„Ja. Komm.“

Er schob sich in mich, Zentimeter für Zentimeter, und ich nahm ihn auf, die Dehnung klar und gut, ein Füllen, das mich zum Ausatmen brachte. Er blieb einen Moment still, als er ganz in mir war, die Stirn an meiner, die Augen offen. Ich spürte seinen Puls in mir. Noah küsste meine Schläfe, meine Brust, die empfindliche Seite unter dem Arm, und seine Hand lag flach auf meinem Bauch, direkt über der Stelle, wo Elias sich bewegte. Als Elias begann, in langen, tiefen Stößen, drückte Noahs Handfläche leicht mit, und ich fühlte beides, den Stoß von innen und die Wärme von außen, als würden sie mich gemeinsam halten.

„Mehr“, sagte ich. „Nicht härter. Tiefer. So, ja.“

Elias fand den Winkel, bei dem jeder Stoß über die Stelle in mir ging, die nach dem ersten Kommen noch empfindlich und schon wieder hungrig war. Ich hob die Hüften. Die Decke rutschte. Noah beugte sich herab und nahm meine Warze in den Mund, saugte im Takt, und ich griff nach seinem Schwanz, streichelte ihn, feucht von dem, was ich vorhin getan hatte, und von dem, was er selbst dazugab. Die Geräusche waren deutlich. Haut, Atem, ein leises Klatschen, wenn Elias ganz kam, mein eigenes Stöhnen, das ich nicht mehr in Worte fasste. Die Bar hörte zu und sagte nichts. Die Jalousie hielt die Straße draußen.

„Ich will ihn auch“, sagte ich nach einer Weile, die Stimme rau. „Noah. Tauscht. Elias, bleib an meinem Mund. Ich will dich nicht verlieren, nur die Stelle wechseln.“

Sie bewegten sich ohne Hast und ohne dieses peinliche Manövrieren, das drei Körper manchmal zu einer Baustelle macht. Elias zog sich zurück, küsste mich einmal fest, und Noah nahm seinen Platz ein. Er war anders in mir, der Winkel ein wenig steiler, die Stöße am Anfang vorsichtiger, bis ich die Fersen in seine Waden drückte und „ich halte das aus, ich will das“ sagte. Dann gab er mir, was ich meinte. Nicht Gewalt. Gewicht. Eine stetige, tiefe Bewegung, bei der seine Hüften an meine schlugen und sein Atem an meinem Ohr brach. Elias kniete neben meinem Kopf. Ich drehte mich und nahm ihn in den Mund, schmeckte Gummi und darunter ihn, und die Verbindung von Noah in mir und Elias an meiner Zunge war so vollständig, dass ich einen Moment die Augen schließen musste, um nicht nur noch Empfindung zu sein.

Ich war Empfindung, und ich war trotzdem da. Ich hörte Noah meinen Namen sagen. Ich hörte Elias warnen, dass er nicht mehr lange so bleiben könne, und ich ließ ihn aus dem Mund, streichelte ihn mit der Hand, fest und langsam, und sagte: „Noch nicht. Ich will euch beide noch. Legt mich auf die Seite.“

Sie halfen mir. Ich lag auf der Seite, ein Knie angezogen, Noah hinter mir, Elias vor mir. Noah glitt von hinten wieder in mich, eine Hand an meiner Hüfte, der Daumen in der Kuhle über dem Knochen, und der Winkel war neu, enger, jeder Stoß ein Ziehen bis in den Bauch. Elias lag mir gegenüber, küsste mich, seine Hand zwischen uns an meinem Kitzler, zwei Finger, die im Takt von Noahs Hüften kreisten. Ich kam zum zweiten Mal so, kürzer und schärfer, die Stirn an Elias’ Brust, die Zähne auf seiner Haut, ohne zu beißen, nur haltend. Noah fluchte und wurde langsamer, blieb in mir, wartete, bis das Zittern nachließ, und küsste meine Schulter, eine Reihe kleiner Münder entlang des Schulterblatts.

„Ihr dürft“, sagte ich, als ich wieder sprechen konnte. „Ich will, dass ihr kommt. Sagt mir, wie. Ich kann euch mit dem Mund nehmen, oder ihr bleibt in mir, oder ihr kommt auf mir. Ich will es sehen oder spüren. Wählt, und sagt es.“

Elias’ Stimme war kaum noch Stimme. „In dir“, sagte er. „Wenn du das noch willst. Ich bin nah.“

„Ich auch“, sagte Noah an meinem Ohr. „Aber ich kann warten, bis er da war. Oder wir wechseln noch einmal. Du entscheidest das Tempo, nicht wir.“

Ich drehte mich auf den Rücken und zog Elias über mich. „Du jetzt“, sagte ich. „Noah, küss mich, während er kommt. Ich will dein Gesicht dabei.“

Elias drang wieder in mich ein, und diesmal war nichts mehr an Zurückhaltung in dem Rhythmus außer der Sorgfalt, mich nicht zu verlieren. Er stützte sich auf eine Hand, die andere unter meinem Gesäß, und hob mich ihm entgegen. Noah lag neben mir, den Mund an meinem, schluckte meine Laute, seine Hand an meiner Brust, der Daumen über der Warze. Ich spürte Elias dicker werden, die Stöße kürzer, und er sagte meinen Namen, dann „ich komme“, und ich hielt ihn mit den Beinen und sagte „ja, komm, ich will das“. Er kam mit einem tiefen, gebrochenen Laut, die Stirn an meiner Schulter, der Körper einen Moment ganz schwer und dann zitternd. Ich strich ihm über den Rücken, über die feuchte Haut zwischen den Schulterblättern, und ließ ihn bleiben, bis sein Atem wieder einen Rand bekam.

Er zog sich vorsichtig zurück, hielt das Kondom, küsste mich auf den Mundwinkel und auf die Stirn, eine Zärtlichkeit, die nach dem Stoß fast mehr wog als der Stoß selbst. „Danke“, sagte er, und es klang nicht höflich. Es klang wie ein Mann, der etwas bekommen hatte, das er nicht als selbstverständlich nahm.

Noah wartete, bis ich ihn ansah und nickte. Er kam über mich, fragte noch einmal mit dem Blick, und ich sagte „ja, jetzt du“. Er war vorsichtig am Anfang, weil ich empfindlich war, und ich sagte ihm das, und er wurde flacher, rieb mehr, als dass er stieß, die Spitze immer wieder über die empfindliche Stelle, bis das Zu-viel-Gefühl in ein neues Wollen kippte. Dann durfte er tiefer. Ich nahm sein Gesicht in beide Hände und sah ihn an, während er sich bewegte. Das war mir wichtig. Nicht nur Körper. Sein Blick, der nicht auswich. Elias lag an meiner Seite, eine Hand auf meinem Oberschenkel, und küsste Noahs Schulter, einmal, dann meinen Hals. Wir waren nicht zwei Paare, die sich abwechselten. Wir waren drei.

Noahs Rhythmus wurde ungleich. „Mara“, sagte er. „Ich bin gleich so weit. Bleib bei mir.“

„Ich bin da“, sagte ich. „Komm. Ich halte dich.“

Er kam mit einem Laut, der in meiner Kehle zu enden schien, weil er mich dabei küsste, die Hüften fest an meine gedrückt, ein langes Zucken, das ich von innen spürte. Ich hielt seinen Nacken. Elias hielt uns beide, so gut ein Arm das kann, und einen Moment war das Gewicht von zwei Männern auf und neben mir das Sicherste im Raum. Dann wurde es zu viel an Wärme und an Atem, und ich lachte leise und schob an Noahs Schulter.

„Runter“, sagte ich. „Nicht weg. Nur runter. Ich will Luft, und ich will euch trotzdem anfassen.“

Er glitt aus mir, ebenso vorsichtig wie Elias, und sie entsorgten die Kondome in dem kleinen Eimer hinter der Theke, ohne dass daraus eine Unterbrechung der Zärtlichkeit wurde. Ich blieb auf der Decke liegen, die Beine noch offen, der Körper schwer und hell und ein wenig wund auf eine Art, die ich kannte und mochte. Meine Haut kühlte. Noah kam mit einem feuchten, warmen Tuch zurück, das er unter dem Hahn erwärmt hatte, und fragte, bevor er es benutzte. Ich nickte. Er wischte mich sauber, langsam, an den Schenkeln, am Bauch, dort, wo Speichel und Schweiß sich gemischt hatten, und Elias trocknete mich mit einem zweiten Tuch ab. Es war praktisch und es war zärtlich, und ich ließ es zu, ohne mich zu bedecken.

Wir lagen danach nebeneinander, ich in der Mitte, eine Decke über unsere Hüften gezogen, weil die Klimaanlage ansprang und die Luft auf einmal zu klar wurde. Elias’ Arm lag unter meinem Nacken. Noahs Hand ruhte auf meinem Bauch, die Finger gespreizt, als wollte er die Wärme halten, die noch dort war. Niemand sprach sofort. Die Uhr war von hier unten nicht zu sehen. Ich hörte nur den Kühlschrank und irgendwo ein Rohr, das tickte.

„Wie spät ist es“, fragte ich schließlich.

Noah hob den Kopf, suchte die Uhr und ließ ihn wieder sinken. „Halb drei. Der Zug ist in ein paar Stunden. Du musst nicht wach bleiben, Elias. Wir können dich wecken.“

„Ich will nicht schlafen und es verpassen“, sagte Elias. Seine Stimme war rau und jünger als vorhin. „Nicht den Zug. Euch. Ich meine den Rest von dieser Nacht. Wenn ich die Augen zumache, ist das in Ordnung, solange ihr da seid, wenn ich sie wieder aufmache.“

Ich drehte mich zu ihm und küsste die Stelle unter seinem Ohr. „Wir sind da“, sagte ich. „Und morgen bringe ich dich nicht zum Bahnsteig, wenn du das allein willst. Aber ich kann. Noah auch. Das ist kein Anhang an das hier. Das ist nur ein Weg, den wir gehen können, wenn du Gesellschaft willst.“

„Ich will Gesellschaft bis zur Tür“, sagte er. „Nicht bis in den Zug. Am Bahnsteig will ich euch noch einmal ansehen und dann einsteigen, ohne dass jemand winkt, als wäre das ein Film. Ist das kleinlich?“

„Nein“, sagte Noah. „Das ist klar. Klar ist heute Nacht unsere einzige Regel gewesen, und sie hat gehalten.“

Ich lag zwischen ihnen und spürte, wie mein Körper langsam aus dem hohen Ton herunterkam, in dem er gestanden hatte. Die Innenseite meiner Schenkel war empfindlich. Meine Lippen schmeckten nach uns. An meiner Schulter trocknete ein Fleck, wo Elias’ Mund gewesen war. Ich bereute nichts, und ich machte daraus auch kein Versprechen, das die Abreise kleiner schlug, als sie war. Elias würde fahren. Noah würde bleiben. Ich würde morgen in meiner Wohnung aufwachen, mit dem Geruch dieser Bar noch in den Haaren, und die Woche würde gewöhnlich weitergehen, nur mit einer Nacht mehr im Körper.

„Noch einmal“, sagte ich leise, nicht als Forderung, sondern als Möglichkeit. „Nicht alles. Nur Münder. Ich will euch noch küssen, bevor wir uns anziehen und so tun, als könnten wir die Stühle wieder herunterstellen, ohne dass die Hände zittern.“

Elias küsste mich zuerst, langsam, ohne die Dringlichkeit von vorhin, ein Kuss, der sich Zeit nahm, weil die Zeit knapp war und er sie trotzdem nicht hetzte. Noah wartete nicht abseits. Er küsste meine Schulter, dann meinen Mund, als Elias ihn freigab, und dann küssten sie sich über mir, ruhiger als beim ersten Mal, und ich lag darunter und sah die Linie ihrer Hälse, die geschlossenen Augen, und legte eine Hand an jede Wange. Als sie sich lösten, zog ich sie beide herunter, bis ihre Stirnen an meinen Schläfen lagen. Drei Atemzüge, nicht im gleichen Takt, aber im selben Raum.

Wir standen irgendwann auf, weil der Boden kalt wurde und weil ein Körper, der gelegen hat, irgendwann aufstehen muss, wenn der Morgen nicht verhandelt. Ich zog das Kleid wieder an, ohne Slip, den ich in die Tasche steckte, und lachte, als Noah eine Augenbraue hob. „Ich will ihn nicht naß in die Tasche und auch nicht anziehen“, sagte ich. „Das Kleid reicht bis zum Knie. Niemand sieht mich außer euch, und ihr habt mehr gesehen.“

Elias knöpfte das Hemd falsch und musste noch einmal von vorn anfangen. Noah half ihm nicht, sah nur zu, mit einem Lächeln, das keine Spitze hatte. Wir falteten die Decken, nicht ordentlich, nur genug, dass sie nicht mitten in der Bar lagen, wenn am Morgen die Putzkraft kam, die nichts mit unserer Nacht zu tun hatte. Elias wischte den Tisch ab, an dem wir gesessen hatten. Die Gläser stellten wir in die Spüle. Es war kein Auslöschen. Es war nur das Minimum, damit der Raum morgen wieder eine Bar sein konnte und nicht die Bühne von etwas, das nur uns gehörte.

An der Tür blieb Elias stehen, den Schlüssel in der Hand, das Hemd endlich richtig geknöpft, das Haar noch von meinen Fingern durcheinander. Draußen war die Straße leer bis auf einen Fuchs, der am Bordstein entlanglief und im Neon kurz kupferfarben wurde, bevor er in einer Einfahrt verschwand. Die Luft, die durch den Spalt kam, roch nach Regen, der noch nicht fiel.

„Ich habe Angst, dass das hier im Zug kleiner wird“, sagte er. „Dass ich es mir in einer Stunde schon nicht mehr richtig erzählen kann. Nicht die Einzelheiten. Die Wahrheit davon.“

Ich nahm seine freie Hand. Noah nahm die andere. „Dann erzähl es nicht kleiner“, sagte ich. „Es war groß. Es war einvernehmlich. Es war das, was wir wollten, und wir haben aufgehört, wo wir aufgehört haben, und weitergemacht, wo wir ja gesagt haben. Daran ist nichts, was du glätten musst, damit es in einen Satz passt.“

Noah drückte seine Hand. „Und es ist nicht das Ende von uns dreien, nur weil ein Zug fährt“, sagte er. „Es ist das Ende dieser Nacht. Das reicht als Gewicht. Du musst nicht noch ein größeres draus machen, und du musst es auch nicht leicht nehmen, damit das Einsteigen geht.“

Elias nickte. Er küsste mich, kurz, an der Tür, und küsste Noah, ebenso kurz, und dann schloss er auf. Die Straße nahm uns auf, kühl und gewöhnlich, mit dem Geruch von nassem Staub und dem fernen Surren einer Klimaanlage über einem geschlossenen Laden. Wir gingen nicht eng umschlungen. Wir gingen nebeneinander, drei Erwachsene nach einer langen Schicht und einer längeren Nacht, und unsere Schultern stießen manchmal aneinander, absichtslos und absichtlich zugleich.

In Elias’ Straße brannte im Treppenhaus noch das Licht, das man mit einem Timer nicht ganz besiegt. Er blieb auf der untersten Stufe stehen und sah uns an, wirklich an, nicht vorbei auf den Morgen. „Kommt ihr um sechs“, fragte er. „Nicht früher. Ich will eine Stunde allein mit dem Koffer, und dann will ich euch unten sehen.“

„Um sechs“, sagte ich.

„Um sechs“, sagte Noah.

Er ging hinauf, ohne sich noch einmal umzudrehen, und das war keine Kälte. Das war der Abstand, den er sich ausgebeten hatte, und wir gaben ihn ihm. Noah und ich standen noch einen Moment auf dem Bürgersteig. Meine Beine waren müde auf eine gute Art. Zwischen ihnen erinnerte mich jeder Schritt an die Nacht, nicht als Schmerz, sondern als Nachdruck.

„Ich bringe dich nach Hause“, sagte Noah. „Wenn du willst. Oder wir setzen uns noch irgendwo hin, wo offen ist, und trinken etwas Warmes, und reden nicht alles kaputt.“

„Nach Hause“, sagte ich. „Und du darfst mit hochkommen, wenn du nur schlafen willst oder wenn du noch einmal neben mir liegen willst, ohne dass daraus eine zweite Vorstellung wird. Ich bin müde. Ich bin glücklich. Ich will nicht, dass das eine das andere auffrisst.“

„Neben dir liegen reicht“, sagte er. „Mehr als reicht.“

Wir nahmen den langen Weg, an der geschlossenen Bar vorbei, deren Jalousie von außen unschuldig aussah, ein gewöhnliches Metall im Straßenlicht. Niemand hätte ihr angesehen, was auf den Decken dahinter geschehen war. Ich sah es trotzdem, in den Knien, im Mund, in der Stelle an meinem Hals, die morgen einen schwachen Schatten tragen würde, den ich nicht verstecken musste und nicht erklären wollte. Noahs Hand fand meine, als wir an der Ampel warteten, obwohl kein Auto kam. Ich ließ sie dort.

In meiner Wohnung roch es nach der Orange, die ich am Morgen liegen gelassen hatte, und nach sauberer Wäsche. Wir zogen uns aus, diesmal ohne Zeremonie, und legten uns unter die Decke, ich mit dem Rücken an seiner Brust, sein Arm um meine Taille, sein Atem schon schwerer, noch nicht im Schlaf. Ich dachte an Elias in seinem leeren Zimmer, an die Lampe, an den Koffer, an den Zug um sieben. Ich dachte an Noahs Mund an meiner Schulter in der Bar und an Elias’ Stimme, als er gesagt hatte, er wolle uns nicht verpassen. Der Wecker war noch nicht gestellt. Ich würde ihn stellen. In dieser Minute stellte ich ihn nicht.

„Danke, dass du geblieben bist“, murmelte Noah an meinem Haar.

„Ich bin nicht geblieben“, sagte ich. „Ich habe mich entschieden. Das ist etwas anderes, und es war richtig.“

Er antwortete nicht mehr mit Worten. Sein Arm wurde schwerer. Ich lag wach noch eine Weile, hörte die Stadt in ihrer dünnsten Stunde und spürte die Nacht in mir nachklingen, nicht als Geschichte, die ich schon erzählen konnte, sondern als Wärme, die sich langsam verteilte, bis sie überall war und nirgends mehr drängte. Morgen würde ein Zug fahren. Heute Nacht hatte niemand etwas genommen, das ihm nicht gegeben worden war. Das reichte, um die Augen zu schließen.

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