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Die Nacht gehörte uns dreien

Dreier · 20 Minuten lesen · 27 Minuten hören

Gelesen von Ivanna

Teil 1 der Serie Zu dritt (1)

Miriam kam am Freitagabend, als der Regen schon seit Stunden an den Scheiben stand. Elias öffnete, und ihr Lachen kam vor ihr in den Flur. Sie schüttelte Wasser aus dem Haar, stellte die Tasche ab und zog mich in eine Umarmung, die länger dauerte als sonst. Ich war dreiunddreißig, Elias sechsunddreißig, Miriam einunddreißig. Wir kannten einander seit dem Studium, und gerade weil nichts neu sein sollte, spürte ich die Wärme ihres Körpers so deutlich.

Sie roch nach nasser Wolle und nach dem Parfüm, das sie schon mit einundzwanzig getragen hatte. Elias nahm ihr die Tasche ab. Seine Hand lag einen Moment an ihrem Arm, nicht fest, nur da. Ich sah es und sagte nichts. In der Küche kochte Wasser. Ich hatte Pasta gemacht, weil Miriam Pasta aß, wenn sie müde war, und sie war müde von der Fahrt und von einer Wohnung, die seit dem Frühjahr zu groß für eine Person war.

Wir aßen am Tisch unter der Lampe. Ein Glas Wein stand vor jedem von uns, nicht mehr, weil wir klar bleiben wollten und weil der Abend ohnehin schon eine eigene Schärfe hatte. Miriam sprach von der Fahrt und von der Stille in ihren Zimmern. Elias hörte mit dem ganzen Gesicht zu. Ich kannte diesen Blick: er gehörte sonst mir, wenn ich von etwas sprach, das mich wirklich beschäftigte. Jetzt lag er auf ihr, und statt Eifersucht stieg in mir eine Hitze auf, die ich nicht sofort benennen wollte.

Unter dem Tisch berührte Miriams Knie das meine. Es konnte Zufall sein. Der Zufall blieb. Ich zog das Bein nicht weg. Elias schnitt Brot und reichte es ihr, und seine Finger streiften ihre, und sie sah nicht auf das Brot, sondern auf mich. In diesem Blick lag eine Frage, die noch keine Worte hatte. Ich hielt ihn aus. Mein Puls saß hoch im Hals.

Nach dem Essen räumten wir langsam ab. Der Raum war eng, und jedes Drehen brachte eine Berührung, die niemand entschuldigte. An der Spüle stand Miriam so nah, dass ich die Wärme ihrer Seite an meiner Hüfte spürte. Elias trat hinter mich, um ein Glas zu nehmen, und seine Brust lag an meinem Rücken. Für einen Atemzug waren wir drei ein enger Körper in einer kleinen Küche. Niemand lachte es weg.

Später saßen wir im Wohnzimmer. Miriam hatte die Schuhe ausgezogen und die Füße auf das Sofa gezogen. Ich saß am anderen Ende, Elias auf dem Teppich, den Rücken an meinen Schienbeinen. Draußen rauschte der Regen. Sie sagte, das Haus fühle sich an wie ein Ort, an dem man die Schultern senken könne. Elias legte die Hand um meinen Knöchel. Sein Daumen strich einmal über die Haut. Ich sah, wie Miriam dieser Bewegung folgte, und ich sah, dass ihr Mund sich leicht öffnete.

Als wir uns gute Nacht sagten, umarmte sie mich wieder. Diesmal lag ihre Hand flach zwischen meinen Schulterblättern. Ich spürte jeden Finger. Elias küsste sie auf die Wange, und der Kuss saß näher am Mundwinkel, als Wangenküsse sitzen. Miriam wurde nicht rot. Sie sah ihn an, dann mich, und sagte nur, sie sei froh, hier zu sein. Im Schlafzimmer lag ich wach neben Elias, und zwischen uns lag das Wissen, dass im Gästezimmer eine Frau lag, deren Wärme ich noch an den Händen hatte.

Am Samstagmorgen kam Licht durch die Vorhänge, blass und ohne Regen. Ich ging barfuß in die Küche und fand Miriam schon dort. Sie trug ein dünnes Kleid über nackten Beinen und hielt die Kaffeekanne, als gehöre sie seit Jahren in diesen Raum. Ein Tropfen lief an ihrem Hals hinunter und verschwand am Ausschnitt. Ich blieb in der Tür stehen, länger als nötig.

"Du starrst", sagte sie, ohne Schärfe.

"Ja", sagte ich. Es war das ehrlichste Wort, das ich seit gestern gefunden hatte.

Sie lächelte, nicht triumphierend, eher erleichtert, und reichte mir eine Tasse. Unsere Finger lagen übereinander am Henkel, bis der Kaffee zu heiß an der Keramik wurde und wir beide lachen mussten. Elias kam herein, das Haar zerzaust, und blieb ebenfalls stehen. Er sah mich an, dann sie, und in seinem Gesicht lag dieselbe ungeschützte Aufmerksamkeit. Er küsste mich auf den Mund, vor ihr, langsamer als unsere Morgenküsse sonst. Miriam wandte sich nicht ab.

Wir frühstückten mit Pfirsichen, die Elias am Vortag gekauft hatte, und mit Brot und Butter. Miriam biss in eine Frucht, und Saft blieb an ihrer Unterlippe. Sie wischte ihn nicht sofort weg. Elias sah hin. Ich sah hin. Miriam sah uns beide an und leckte den Saft dann langsam mit der Zunge fort, nicht als Vorstellung, eher als eine Wahrheit, die sie sich erlaubte. Mein Unterleib zog sich zusammen. Ich legte die Hand auf Elias' Oberschenkel unter dem Tisch, fest, damit er wusste, dass ich hier war und dass ich nicht wegwollte.

Am Vormittag gingen wir über den Markt. Die Stadt war nass und hell. Miriam lief zwischen uns, manchmal so nah, dass ihre Hand meinen Arm streifte. An einem Stand hielt sie einen Schal an meine Schulter, und ihre Knöchel ruhten an meinem Schlüsselbein. Elias stand hinter ihr und sagte, die Farbe stehe mir, und seine Stimme war tiefer als auf der Straße nötig. Eine Frau am Stand lächelte uns zu, als gehörten wir auf eine selbstverständliche Art zusammen.

Zu Hause regnete es wieder. Miriam las auf dem Sofa, die Füße nahe an meinem Oberschenkel, nicht ganz berührend. Elias setzte sich auf den Boden, legte das Telefon weg und lehnte die Schulter an Miriams Knie. Seine Hand lag auf meinem Fußrist. So saßen wir eine lange Zeit, in der kaum gesprochen wurde und doch jeder Atemzug etwas sagte.

Ich ging in die Küche, um Wasser zu holen, und Miriam kam nach. Sie stellte sich neben mich an die Spüle. Draußen war der Garten dunkelgrün und nass.

"Ich schlafe schlecht", sagte sie leise.

"Wegen des Bettes?"

"Wegen euch." Sie sah mich nicht an, während sie es sagte. "Ich will nichts kaputt machen. Ich sage es nur, weil Schweigen zwischen uns dreien gerade lauter ist als jedes Wort."

Ich drehte den Hahn zu. In der Stille hörte ich meinen eigenen Puls. "Du machst nichts kaputt", sagte ich. "Ich liege auch wach. Elias auch, glaube ich. Wir haben noch nicht richtig darüber gesprochen. Aber was du spürst, ist nicht nur deins."

Sie atmete aus, lang. Ihre Hand fand meine auf dem Rand der Spüle. Wir standen so, Hand in Hand, und küssten uns nicht. Das Nichtküssen war fast schwerer. Als Elias in die Tür trat, sah er unsere Hände und blieb stehen. Ich nickte ihm zu. Er nickte zurück. Niemand erklärte etwas. Wir gingen ins Wohnzimmer zurück, und der Nachmittag zog sich wie ein Faden, der nicht reißen wollte.

Am Abend kochten wir zusammen, eng an der Arbeitsfläche, und aßen wenig. Einmal hielt Elias mir den Löffel hin, und Miriam sah auf meinen Mund, die Lippen leicht getrennt. Wir tranken kaum. Die Klarheit im Raum war fast greifbar, und niemand tat mehr so, als sei dies nur ein Abendessen unter Freunden.

Bevor Miriam ins Gästezimmer ging, blieb sie im Flur stehen. "Ich will nichts überstürzen", sagte sie. "Und ich will nichts, was ihr beide nicht beide wollt."

"Morgen", sagte ich. "Wir reden morgen, bei Tageslicht. Nicht im Flur, nicht halb im Schlaf."

Elias sagte: "Du kannst nein sagen. Auch morgen. Auch danach. Das Haus bleibt trotzdem deins für diese Tage." Miriam sah ihn an, dann mich, und ihre Augen waren feucht, nicht vor Schmerz, vor Erleichterung. "Gut", sagte sie. "Dann schlafe ich wenigstens mit einem Satz im Kopf, der wahr ist."

In unserem Bett lag Elias auf der Seite, das Gesicht zu mir. Ich erzählte ihm, was Miriam an der Spüle gesagt hatte. Er schwieg einen Moment. Dann sagte er, er habe es seit ihrer Umarmung an der Tür gespürt und sich geschämt, weil er nicht wusste, ob Scham das richtige Wort sei. Ich legte die Hand an seine Wange.

"Ich will sie", sagte ich. "Und ich will dich dabei. Nicht hinter meinem Rücken. Mit mir. Wenn sie es auch will, und nur dann."

Er küsste meine Handfläche. "Ich will das auch. Ich will dich nicht verlieren, indem ich etwas nehme, das du nicht gibst."

"Du nimmst nichts", sagte ich. "Wir fragen sie. Wir hören zu. Wenn es ein Nein ist, essen wir morgen trotzdem zusammen. Wenn es ein Ja ist, dann nicht hastig und nicht, weil jemand sich verpflichtet fühlt."

Er nickte. Wir schliefen eng aneinander, ohne einander zu nehmen, und das Warten hatte eine eigene Süße, fast unerträglich und doch richtig.

Der Sonntag kam klar. Wir frühstückten mit offenem Fenster, und die Luft roch nach nassem Stein. Niemand drängte. Nach dem Kaffee gingen wir an den Fluss, langsam, zu dritt. An einer Bank unter einer Platane setzten wir uns. Das Wasser lief grau und schnell. Ich sprach zuerst, weil ich es versprochen hatte und weil die Worte in mir schon seit der Küche fertig waren.

"Miriam", sagte ich. "Elias und ich haben geredet. Wir wollen dich. Nicht als Spiel und nicht als etwas, das die Ehe prüfen soll. Wir wollen eine Nacht mit dir, wenn du sie willst. Du kannst nein sagen, und dann bleibt alles, was wir sind. Du kannst ja sagen und jederzeit aufhören. Niemand hier schuldet dem anderen einen Körper."

Miriam sah auf das Wasser. Ihre Hände lagen ruhig im Schoß. Dann lachte sie einmal, kurz, ein Laut der Erleichterung, kein Spott. "Ich habe mir eingeredet, ich bilde es mir ein", sagte sie. "Seit Freitag. Eigentlich länger, wenn ich ehrlich bin, aber Freitag hat es unmöglich gemacht, weiter so zu tun. Ich will euch. Beide. Ich will nicht zwischen euch stehen wie ein Riss. Ich will bei euch sein."

Elias sprach leise. "Dann sind wir drei einverstanden. Heute Nacht, nicht jetzt auf dieser Bank und nicht, weil der Augenblick uns überrollt. Wir gehen nach Hause. Wir lassen den Tag zu Ende gehen. Und heute Nacht, wenn es noch stimmt, fangen wir an. Wenn es nicht mehr stimmt, sagen wir es."

Miriam nickte. "Heute Nacht", sagte sie. "Ich will es wach und mit Absicht."

Ich nahm ihre Hand. Elias legte seine darüber. Drei Hände, kühl vom Wind, dann warm. Wir saßen noch eine Weile, und das große Ja lag unter den kleinen Sätzen und machte sie klarer, nicht kleiner.

Zu Hause kochten wir eine Suppe, die niemand ganz aufaß. Der Nachmittag war hell und voller Blicke, die jetzt erlaubt waren. Miriam strich im Vorbeigehen über meinen Nacken. Elias küsste mich in der Küche, und Miriam blieb in der Tür, die Hand am Rahmen, die Lippen offen. Ich streckte die Hand nach ihr aus. Sie kam. Wir standen zu dritt, Stirn an Stirn, ohne den Mund für mehr als Atem zu öffnen. Das Warten war eine Entscheidung, und sie machte die Haut dünn.

Als es dunkel wurde, löschten wir die helle Lampe in der Küche. Im Wohnzimmer brannte nur die kleine Leuchte neben dem Sofa. Miriam trug ein schlichtes schwarzes Kleid, Stoff, der ihrer Haut nah war. Elias hatte die Ärmel hochgeschoben. Ich hatte ein Kleid an, das ich an Abenden trug, an denen ich mich gesehen fühlen wollte.

Ich setzte mich neben Miriam. "Es stimmt noch", sagte ich.

"Bei mir auch", sagte sie.

Elias setzte sich auf den Boden vor uns, wie am Freitag, nur dass jetzt alles einen Namen hatte. "Bei mir auch", sagte er. "Nora, du wolltest anfangen. Dann fang an."

Ich beugte mich zu Miriam. Der erste Kuss war vorsichtig, nur Lippen, ein Prüfen. Sie antwortete sofort, weich und sicher, und öffnete den Mund ein wenig. Ich schmeckte Minze und den Rest des Tees. Meine Hand lag an ihrem Kiefer. Ihre Hand fand meine Taille und zog mich näher, nicht grob, mit einem klaren Willen. Der Kuss wurde tiefer. Unsere Zungen trafen sich, langsam, dann weniger langsam. Als ich die Augen öffnete, sah ich Elias, die Hände auf den Knien, das Gesicht offen, ohne Hast.

"Komm her", sagte Miriam zu ihm, die Stimme schon rau.

Er kniete auf. Ich küsste ihn, während Miriams Hand noch an meiner Taille lag, und dann küsste er Miriam. Ich sah ihre Münder, die Art, wie sie sich fanden, und ein heißer Schauer lief mir über den Rücken. Es war kein Verlust. Es war ein Bild, das ich gewollt hatte, und es war schöner als die Vorstellung. Miriam küsste mich wieder, und Elias' Mund lag an meinem Hals, unter dem Ohr, dort, wo ich immer nachgebe.

Wir zogen uns nicht im Wohnzimmer ganz aus. Wir wollten das Bett, unser Bett, weil ich es so gesagt hatte und weil Miriam gefragt hatte, ob das wirklich unser Raum sein dürfe. Ich hatte ja gesagt. Ich wollte sie in unserem Bett, nicht im Gästezimmer, als wäre sie nur zu Besuch in dieser Sache.

Im Schlafzimmer war das Licht warm und niedrig. Die Tür ließen wir angelehnt, weil eine geschlossene Tür sich in diesem Moment falsch angefühlt hätte. Elias stellte sich hinter mich und öffnete den Reißverschluss meines Kleides, langsam, Zahn um Zahn. Miriam stand vor mir und sah zu. Als der Stoff von meinen Schultern glitt, strich sie mit den Fingerspitzen über meine Schlüsselbeine, dann über die obere Wölbung meiner Brüste. Meine Brustwarzen waren schon hart. Miriam senkte den Mund und küsste eine, dann die andere, die Zunge kurz und feucht, und ich stöhnte leise, überrascht von der Schärfe.

Elias küsste meinen Nacken, während Miriam meine Brüste mit Mund und Händen nahm. Ich griff nach hinten und fand seinen Gürtel, dann den Knopf, dann ihn, schon hart unter dem Stoff. "Ich will dich sehen", sagte ich. Er zog Hemd und Hose aus, ohne Eile, und stand nackt neben dem Bett, sein Glied schwer und aufgerichtet. Miriam sah hin, dann zu mir, eine stumme Frage. Ich nickte. "Ja. Schau ihn an. Ich will, dass du ihn ansiehst."

Sie zog ihr Kleid über den Kopf. Darunter war sie nackt. Ihre Brüste waren voll, die Brustwarzen dunkel, der Bauch weich auf eine Art, die ich anfassen wollte. Zwischen ihren Schenkeln war ein schmaler Streifen Haar, und die Haut darunter glänzte schon. Ich zog den Rest meiner Kleidung aus und stand einen Moment zwischen ihnen, nackt und gesehen. Die Scham, die ich erwartet hatte, kam nicht. Stattdessen kam ein klares, heißes Ja im ganzen Körper.

Wir legten uns aufs Bett. Miriam auf den Rücken, ich neben sie, Elias auf der anderen Seite. Ich küsste sie lange, während meine Hand über ihren Bauch nach unten wanderte. Sie öffnete die Schenkel. Meine Finger fanden sie nass und heiß, die kleinen Falten geschwollen, die Perle darunter empfindlich, als ich sie kaum berührte. Miriam zog die Luft ein und sagte meinen Namen. Elias küsste ihre Schulter und ihre Brust, und seine Hand lag über meiner, nicht führend, nur mitgehend, bis ich seine Finger mit meinen in die Nässe zog. Miriam hob die Hüften. "Mehr", sagte sie. "Bitte mehr."

Ich rutschte tiefer. Ich wollte sie schmecken. Ich küsste die Innenseite ihrer Schenkel, die Haut dort dünn und warm, und dann legte ich den Mund auf sie. Sie schmeckte salzig und süß, nach Haut und Erregung. Ich leckte langsam, von unten nach oben, und blieb an der Perle, kreiste mit der Zunge, saugte leicht. Miriams Hand fand mein Haar, nicht drückend, haltend. Elias kniete neben ihrem Kopf und küsste sie, während ich sie leckte, und das nasse Geräusch ihrer Küsse ging mir direkt zwischen die Beine.

"Nora", sagte Elias heiser. "Darf ich dich anfassen, während du das tust?"

"Ja", sagte ich gegen Miriams Haut.

Seine Hand strich über meinen Rücken, meine Hüfte, dann zwischen meine Schenkel von hinten. Ich war so nass, dass seine Finger leicht glitten. Er fand meine Öffnung und schob einen Finger hinein, langsam, dann einen zweiten, und krümmte sie so, wie er es bei mir kannte. Ich stöhnte in Miriam hinein. Sie zuckte und lachte einmal, atemlos, und sagte: "Das spüre ich. Dein Mund wird anders, wenn er dich anfasst. Mach weiter. Bitte."

Ich leckte sie fester und schob zwei Finger in sie, spürte, wie sie mich umschloss, heiß und eng. Elias bewegte seine Finger in mir im gleichen Rhythmus, und ich verlor für einen Moment die saubere Trennung, wer wen berührte. Miriam kam zuerst. Es baute sich in kleinen Zuckungen auf, dann in einem langen Beben. Sie presste die Schenkel an meinen Kopf, nicht zu fest, und rief etwas, das kein Wort mehr war. Ich blieb an ihr, leckte sie durch die Wellen, bis sie meine Stirn berührte und sagte: "Genug, zu viel, komm her."

Ich kroch zu ihr hoch. Sie küsste mich tief und schmeckte sich selbst auf meiner Zunge, und das machte sie noch offener. Elias kniete hinter mir. Sein Glied lag schwer an meiner Spalte, nicht eindringend. "Willst du mich jetzt?" fragte er.

"Ja", sagte ich. "Langsam. Und Miriam soll mich ansehen."

Miriam hielt mein Gesicht in beiden Händen. Elias drang in mich ein, Zentimeter um Zentimeter, und die Dehnung war vertraut und neu zugleich, weil Miriams Augen dabei auf meinen lagen. Er füllte mich ganz. Ich stöhnte in ihren Mund. Er begann sich zu bewegen, tief und gleichmäßig, eine Hand an meiner Hüfte, die andere zwischen meinen Beinen, wo er meine Perle mit feuchten Fingern umkreiste. Miriam küsste meine Brüste, biss leicht in eine Brustwarze, leckte danach. Ich war zwischen ihnen und wollte nirgends anders sein.

"Ich will dich auch schmecken", sagte Miriam. "Darf ich, wenn er in dir ist?"

"Ja", sagte ich, schon kaum noch in ganzen Sätzen.

Wir wechselten die Lage, ohne Hast, mit kleinen Absprachen. Ich lag auf dem Rücken. Elias kam über mich und drang wieder ein, die Stirn an meiner, der Blick klar. Miriam legte sich zwischen unsere Körper, so gut es ging, und leckte dort, wo wir verbunden waren: meine Perle, den Ansatz seines Gliedes, die Nässe, die an uns beiden glänzte. Die Empfindung war fast zu viel. Elias fluchte leise, ein gutes Fluchen, und bewegte sich langsamer, damit er nicht sofort kam. Ich hielt Miriams Haar und seine Schulter und sagte immer wieder ja, weil das Ja das Einzige war, was noch stimmte.

Dann wollte Miriam ihn in sich. Sie sagte es deutlich, an mich gewandt, nicht an ihn allein. "Ich will Elias in mir. Aber nur, wenn du dabei bist und es willst. Wenn du meine Hand hältst."

Ich sah Elias an. Er wartete. "Ich will es", sagte ich. "Ich will zusehen und dich anfassen. Elias, willst du sie?"

"Ja", sagte er. "Wenn ihr beide ja sagt."

Miriam legte sich auf den Rücken. Ich kniete neben ihr und küsste sie, während Elias sich zwischen ihre Schenkel setzte. Er strich mit der Spitze seines Gliedes durch ihre Nässe, fragte noch einmal, und sie sagte: "Jetzt." Er drang ein. Miriams Mund öffnete sich an meinem. Ich sah nach unten, sah, wie er in ihr verschwand, langsam, bis er ganz in ihr war. Die Eifersucht, vor der ich mich gefürchtet hatte, blieb aus. Stattdessen wurde ich noch nasser. Ich legte die Hand auf ihren Bauch, dann tiefer, und rieb ihre Perle, während er sich bewegte. Miriam klammerte sich an meinen Arm. Elias sah mich an, nicht weg von mir, und in seinem Blick lag Dank und Lust und die alte Vertrautheit.

"Küss mich", sagte ich zu ihm, und er beugte sich vor, noch in ihr, und küsste mich über Miriams Körper hinweg. Miriam drehte den Kopf und leckte an meiner Brust. Wir waren ein Knäuel aus Mund und Händen und dem nassen Geräusch seiner Bewegungen in ihr. Ich rieb sie fester. Sie kam wieder, kürzer und schärfer, und zog Elias mit den Beinen enger an sich. Er hielt still in ihr, die Zähne zusammen, und wartete, bis die Welle vorbei war.

"Ich will noch einmal dich", sagte er zu mir, die Stimme brüchig. "Ich komme sonst zu schnell, und ich will in dir kommen, wenn du es willst. Oder auf dir. Sag es."

"In mir", sagte ich. "Ich will dich in mir, und Miriam soll mich zum Kommen bringen."

Er zog sich aus Miriam zurück. Sie war offen und glänzend und lächelte mich an, benommen und wach. Ich setzte mich auf Elias, das Gesicht zu ihm, und nahm ihn in mich, tief, in einem Zug, weil ich keine Geduld mehr hatte. Miriam kniete hinter mir, ihre Brüste an meinem Rücken, ihre Hand zwischen meinen Beinen, zwei Finger an meiner Perle, kreisend, feucht von mir und von ihr. Elias hielt meine Hüften und stieß nach oben. Ich ritt ihn, erst langsam, dann schneller. Miriams Mund war an meinem Ohr. Sie sagte, wie schön ich sei, wie nass, wie gut ich ihn nehme. Die Worte waren schlicht und trafen trotzdem.

Die Spannung zog sich zusammen, tief im Bauch, in den Schenkeln, hinter den Augen. "Ich komme", sagte ich. "Nicht aufhören."

Miriam rieb schneller, genau so, wie ich es brauchte. Elias stieß tief und blieb dort, und ich kam in einer langen, harten Welle, die mich nach vorn auf seine Brust warf. Ich schrie in seine Schulter, nicht laut für die Nachbarn, aber offen, ohne mich zu zügeln. Er folgte mir einen Atemzug später. Ich spürte, wie er in mir kam, heiß, in Stößen, sein Stöhnen an meinem Hals, seine Hände fest und nicht schmerzhaft. Miriam hielt mich von hinten, küsste meine Schulter, und ihre Finger wurden weicher, bis ich ihre Hand wegzog, weil alles zu empfindlich war.

Wir blieben so, ineinander, atmend. Elias war noch in mir, weicher werdend. Miriams Arme lagen um meine Taille. Schweiß kühlte auf meiner Haut. Niemand sprach sofort. Das Sprechen hätte den Moment kleiner gemacht, und er war nicht klein.

Als wir uns lösten, holte Elias ein Glas Wasser und ein Tuch. Er reichte beides zuerst Miriam, dann mir, mit der Sorgfalt, die ich an ihm kannte. Wir lagen unter der Decke, ich in der Mitte, Miriam an meiner linken Seite, Elias an der rechten. Miriams Kopf lag auf meiner Schulter. Elias' Hand ruhte auf meinem Bauch, und Miriam legte ihre darüber. Draußen war die Stadt leise. Drinnen roch es nach Sex und nach dem Tee von vorhin und nach unserer Haut.

"Geht es dir gut?" fragte ich Miriam.

"Ja", sagte sie. "Besser als gut. Und dir?"

"Ja." Ich drehte den Kopf zu Elias. "Und dir?"

Er küsste meine Schläfe. "Ja. Ich bin noch hier. Ganz hier."

Wir sprachen nicht von der Zukunft, nicht in dieser Stunde. Miriam würde am Montag fahren. Das wussten wir. Was blieb, war diese Nacht und die Tage davor, in denen wir einander nicht belogen hatten. Ich strich über Miriams Haar. Sie atmete schon langsamer. Elias fand meine Finger unter der Decke und drückte sie einmal, unser altes Zeichen, das nichts erklären musste.

Ich lag noch eine Weile wach und hörte sie beide. Mein Körper summte, empfindlich und satt. Zwischen den Schenkeln war ich nass von ihm und von mir, und das fühlte sich nicht unordentlich an, sondern wahr. Die Spannung hatte Tage gebraucht. Die Nacht hatte sie nicht vernichtet. Sie hatte ihr einen Ort gegeben.

Miriam murmelte etwas im Halbschlaf, meinen Namen, dann seinen. Elias antwortete nicht mit Worten, nur mit einer Hand, die über meine hinweg ihre Schulter fand. Ich schloss die Augen. Das Haus war still. Wir drei waren es nicht ganz, nicht innen, aber still genug, um zu schlafen, und das reichte.

Am Morgen kam Licht in denselben Vorhängen wie am Samstag. Miriam war noch da, der Arm über meiner Taille, Elias schon wach und still, damit er uns nicht störte. Als sie die Augen öffnete, lächelte sie, nicht verlegen, nur wach. Wir standen nacheinander auf und duschten nacheinander, weil der Morgen andere Maße hatte als die Nacht. In der Küche kochte ich Kaffee. Miriam schnitt Brot. Elias stellte Tassen hin. Unsere Hände fanden sich beim Reichen, kürzer als gestern, aber ohne das alte Ausweichen.

"Der Zug geht um 11 Uhr", sagte Miriam.

"Wir bringen dich", sagte Elias.

Ich nickte. Auf dem Bahnsteig würde die Stadt wieder größer sein als dieses Haus, und das war in Ordnung. Ich würde ihre Umarmung spüren und wissen, was sie bedeutete. Ich würde mit Elias nach Hause fahren und seine Hand halten und die Nacht nicht zu einem Traum machen, den man nicht beim Namen nennen darf. Wir hatten sie gewollt. Wir hatten sie genommen, wach und einverstanden. Der Kaffee war heiß. Draußen trocknete die Straße. Drinnen saßen wir zu dritt am Tisch, und für diese letzte Stunde gehörte der Morgen noch uns.

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