Wiedersehen nach der Yogastunde
Reife Frau · 26 Minuten lesen · 35 Minuten hören
Gelesen von Lana Weiss
Teil 2 der Serie Im besten Alter (3)
Ich hatte seinen Namen schon am Morgen auf der Liste gelesen und ihn zweimal gelesen, als könnte das Papier sich irren. Markus Ellert. Derselbe Nachname, dieselbe Stadt, und ein Alter, das zu meinem passte: wir waren beide siebenunddreißig. Den ganzen Tag hatte ich so getan, als wäre das nur ein Zufall unter vielen, und am Abend, als die letzte Stunde begann, stand er dennoch in der Tür des Studios, die Matte unter dem Arm, das Haar etwas kürzer als früher und die Schultern breiter. Er sah mich an, und ich sah ihn an, und zwischen uns lag nicht die Höflichkeit von Fremden, sondern die alte, unausgesprochene Wärme von damals.
Wir hatten uns mit Anfang zwanzig kennengelernt, in einer kleinen Wohnung voller Pflanzen und schlechtem Kaffee, bei Freunden, die längst woanders wohnten. Er hatte mir damals die Jacke umgelegt, als der Wind von der Elbe kam, und seine Hand war an meinem Nacken liegen geblieben, einen Atemzug zu lang. Wir hatten nicht geküsst. Das Leben hatte uns auseinandergezogen, ohne dass einer von uns ein klares Wort dafür gefunden hätte. Jetzt stand er in meinem Unterricht, im gleichen Alter wie ich, und fragte leise, ob noch ein Platz frei sei.
Ich nickte und wies ihm die Matte am Fenster zu, weil meine Stimme sonst zu weich geworden wäre. Die anderen waren schon da: eine Frau aus der Nachbarschaft, ein Mann, der nach der Arbeit die Schultern lösen wollte, zwei Stammgäste, die mich seit Jahren kannten. Ich begrüßte sie wie immer, nannte die Stunde und bat um Ruhe im Raum. Als ich an Markus vorbeiging, roch ich Seife und etwas Warmes, das ich nicht benennen wollte, und mein Puls schlug einmal hart gegen die Rippen.
Ich führte sie durch den Atem, langsam, mit der Stimme, die ich für den Unterricht gelernt hatte. Einatmen in die Seiten, ausatmen in die Länge. Meine eigenen Hände zitterten nicht, doch unter dem Brustbein saß eine Unruhe, die kein Atem ganz glättete. Markus folgte den Ansagen genau. Er war kräftiger geworden, aber nicht steif, und wenn er die Arme hob, spannte sich der Stoff seines Shirts über dem Rücken. Ich sah hin und sah wieder weg, weil ich Lehrerin war und weil ich eine Frau war, die ihn schon einmal beinahe gewollt hatte.
Bei der ersten Korrektur fragte ich, wie ich alle frage, ob eine Berührung an der Schulter in Ordnung sei. Er sagte ja, klar und ohne Zögern, und ich legte zwei Finger an den oberen Rand seines Schulterblatts, nur um die Haltung zu ordnen. Seine Haut war warm durch den Stoff. Er atmete aus, tiefer als nötig, und ich zog die Hand zurück, bevor die Berührung etwas anderes wurde als Unterricht. Die anderen merkten nichts. Ich merkte alles.
Die Stunde zog sich und war zugleich zu kurz. Ich sprach von Standfestigkeit und von dem, was man loslassen kann, und hörte selbst, wie doppelt die Worte klangen. Markus lächelte nicht offen. Er hörte zu, als gälte jede Ansage ihm allein, und einmal, als alle in der Vorbeuge waren, hob er den Blick und fand meinen. Es war kein Blick, den man im Raum verliert. Es war ein Wiedererkennen, ruhig und deutlich, und ich spürte, wie die Wärme mir in den Bauch sank.
Am Ende der Stunde bat ich sie, auf dem Rücken zu liegen und die Augen zu schließen. Das Licht war schon gedämpft. Draußen fuhr ein Bus vorbei, und im Raum war nur noch Atem. Ich ging leise zwischen den Matten hindurch und blieb bei ihm einen Moment länger stehen, ohne ihn anzufassen. Sein Brustkorb hob und senkte sich. Eine Ader an seinem Hals schlug sichtbar. Ich dachte an die Jacke damals, an seine Hand, an all die Jahre, in denen ich seinen Namen nicht ausgesprochen hatte, und ich ging weiter, weil die Stunde noch nicht zu Ende war.
Als ich sie aus der Ruhe holte, setzten sie sich langsam auf. Ich dankte ihnen, nannte die nächste Stunde und öffnete die Tür zum Flur. Die anderen rollten ihre Matten, sprachen leise, zogen Schuhe an. Markus blieb sitzen, die Hände auf den Knien, und wartete, bis der Raum sich leerte. Ich räumte Blöcke in das Regal und hörte, wie die Tür hinter der letzten Teilnehmerin ins Schloss fiel. Dann war es still, bis auf das leise Knarren des Holzbodens unter meinen Füßen.
Er stand auf, rollte die Matte aber nicht. „Ich wusste nicht, ob du mich wiedererkennen würdest“, sagte er. Seine Stimme war tiefer als früher und doch dieselbe. Ich stellte den letzten Block ab und drehte mich zu ihm. „Ich habe deinen Namen gelesen, bevor du kamst“, sagte ich. „Und ich habe dich erkannt, sobald du in der Tür standst.“ Er nickte, als hätte er das gehofft und zugleich gefürchtet. Zwischen uns lagen vielleicht vier Schritte, und keiner von uns machte sie sofort.
Wir sprachen zuerst von den einfachen Dingen, weil die einfachen Dinge einen Boden geben. Er wohnte seit einem Jahr wieder in der Stadt, arbeitete in einem Büro mit zu vielen Bildschirmen und hatte das Yoga begonnen, weil sein Rücken nach langen Tagen schmerzte. Ich erzählte von dem Studio, das ich vor drei Jahren eröffnet hatte, von den Morgenstunden und von dem Geruch nach Holz und Orangenöl, der hier immer hing. Wir waren gleich alt, und das sagte ich laut, weil es mir wichtig war, die Jahre klar zu haben. Siebenunddreißig, beide, und kein Missverständnis über das, was wir waren: zwei erwachsene Menschen, die sich einmal fast gewählt hatten.
„Damals an der Elbe“, sagte er, „habe ich die Hand zu lange liegen lassen.“ Ich lehnte mich an das Regal und spürte das Holz im Rücken. „Ich habe sie gelassen“, sagte ich. „Ich wollte, dass du sie liegen lässt. Und dann kam der Anruf, und dann der Umzug, und dann haben wir so getan, als wäre nichts gewesen.“ Er trat einen Schritt näher, nicht bedrängend, nur so, dass ich sein Gesicht besser sah. Die Falten an seinen Augen waren neu. Der Mund war derselbe. „Es war etwas“, sagte er. „Ich bin hergekommen, weil ich wissen wollte, ob es noch etwas ist. Wenn du nein sagst, rolle ich die Matte und gehe. Das meine ich so.“
Ich hörte den Satz und spürte, wie sich in mir etwas löste, das jahrelang festgesessen hatte. Kein Zweifel an seinem Ernst. Kein Drängen. Nur eine offene Tür, durch die ich gehen oder vor der ich stehen bleiben konnte. Ich sah zur Studiotür, die noch unverschlossen war, und dann zu ihm. „Ich will nicht, dass du gehst“, sagte ich. „Nicht heute. Nicht so. Aber ich will es klar sagen, bevor wir irgendetwas tun: ich will dich. Hier. Wenn du dasselbe willst, schließen wir ab. Wenn nicht, trinken wir Wasser und reden nur.“
Er antwortete nicht sofort mit Worten. Er kam die letzten Schritte, langsam genug, dass ich ihn hätte aufhalten können, und blieb vor mir stehen, die Hände offen an den Seiten. „Ich will dasselbe“, sagte er. „Sag mir, wenn ich zu schnell bin. Sag mir, wenn ich aufhören soll. Ich höre auf dich.“ Ich nickte, ging zur Tür, drehte den Schlüssel und ließ die Jalousie am Fenster herunter, bis der Raum nur noch von der kleinen Lampe über dem Regal beleuchtet war. Das Holz schimmerte warm. Unsere Matten lagen noch auf dem Boden, seine und meine, fast parallel, mit einer Handbreit Abstand.
Als ich zurückkam, nahm er meine Hand, nicht fest, nur so, dass ich die Wärme seiner Handfläche spürte. „Darf ich dich küssen?“ fragte er. Ich sagte ja, und das Ja war kein Flüstern aus Unsicherheit, sondern ein klares Wort. Sein Mund traf meinen zuerst vorsichtig, trocken und warm, und dann, als ich die Lippen öffnete, tiefer. Ich schmeckte Minze und ihn, und der Kuss wurde langsam zu dem, was wir damals nicht gewagt hatten. Meine Hände lagen an seiner Brust. Seine lagen an meiner Taille, über dem weichen Stoff der Yogahose, und er fragte noch einmal, mit dem Mund an meinem Mund, ob das so richtig sei. Ich zog ihn näher und sagte, dass es richtig sei.
Wir küssten uns lange, ohne Eile, als müssten wir die Jahre in den Mund nehmen und sie dort warm werden lassen. Ich spürte, wie mein Körper antwortete, nicht als Einfall, sondern als etwas, das schon bereitgelegen hatte: die Brustwarzen zogen sich unter dem Top zusammen, der Bauch wurde weich und schwer, und zwischen den Beinen sammelte sich eine Wärme, die ich nicht verstecken wollte. Er merkte es an meinem Atem. Ich merkte es an seinem, und an der Härte, die sich gegen meinen Unterleib drückte, als wir uns enger stellten. „Ich will dich anfassen“, sagte ich. „Und ich will, dass du mich anfasst. Überall, wo ich ja sage. Und ich sage jetzt schon ja zu deinen Händen auf meiner Haut.“
Er streifte mir das Top über den Kopf, nachdem ich die Arme gehoben hatte, und legte es gefaltet auf die Bank, als wäre auch das eine Form von Achtung. Darunter trug ich nichts. Die Luft im Raum war mild, und doch zog sich meine Haut zusammen, als sein Blick auf meine Brüste fiel. Er sah nicht gierig. Er sah, als hätte er lange auf diese Erlaubnis gewartet. Seine Hände kamen von unten, warm, und umschlossen mich, die Daumen strichen über die Spitzen, bis ich leise den Atem ausstieß. „Gut?“ fragte er. „Gut“, sagte ich, und dann: „Fester, wenn du willst. Ich mag das.“ Er nahm die Spitzen zwischen Finger und Lippen, erst die eine, dann die andere, und die feuchte Wärme seines Mundes ließ mir die Knie weich werden.
Ich öffnete den Knoten seiner Hose und schob den Stoff hinunter, zusammen mit der kurzen Unterhose, die er darunter trug. Sein Glied sprang frei, schon hart, die Haut warm und gespannt, und ich nahm es in die Hand, nicht um zu prüfen, sondern um zu spüren. Er stöhnte leise an meiner Brust. Ich strich langsam von der Wurzel bis zur Spitze, spürte den Puls darin und die Feuchtigkeit, die schon an der Öffnung stand. „Ich will dich schmecken“, sagte ich. Er hielt meine Hand einen Moment fest, nicht um mich zu stoppen, sondern um mir in die Augen zu sehen. „Nur wenn du es willst“, sagte er. „Ich will es“, sagte ich, und das war die Wahrheit, die mir im Mund schon süß lag.
Ich ging vor ihm auf die Knie, auf meine eigene Matte, und der Holzgeruch mischte sich mit seinem. Ich küsste die Innenseite seines Oberschenkels, die weiche Stelle über dem Knie, dann höher, bis mein Mund die heiße Haut an der Wurzel fand. Ich leckte einmal langsam an der Unterseite entlang, hörte, wie sein Atem brach, und nahm ihn dann in den Mund, so tief, wie es mir angenehm war. Meine Zunge lag fest an ihm. Meine Hand führte, was der Mund nicht ganz fasste. Er legte eine Hand in mein Haar, leicht, ohne zu drücken, und fragte, ob das in Ordnung sei. Ich summte ein Ja um ihn herum und spürte, wie er darauf reagierte, ein Zucken, ein leises Fluchen, das eher Gebet war als Wort.
Ich nahm mir Zeit. Ich wollte nicht, dass es schnell vorbei war, und ich wollte selbst die Macht dieses Augenblicks schmecken: sein Salz, seine Wärme, das leichte Beben in seinen Schenkeln, wenn ich die Spitze mit der Zunge umkreiste und dann wieder tiefer ging. Speichel machte alles gleitend. Ich sah zu ihm auf, und er sah auf mich herab, die Lippen offen, die Augen dunkel vor Lust und vor etwas Zarterem. „Lena“, sagte er, und meinen Namen so zu hören, mit seinem Glied in meinem Mund, zog mir eine heiße Welle durch den Unterleib. Ich ließ ihn einen Moment frei, küsste die Spitze und sagte: „Ich bin noch nicht fertig mit dir. Aber ich will dich auch auf mir. Und in mir. Wenn du das willst.“
„Ich will dich“, sagte er, und seine Stimme war rau. „Komm hoch. Ich will dich sehen, wenn ich dich ausziehe.“ Er half mir auf, küsste mich, schmeckte sich auf meinen Lippen und schien das nicht zu stören, im Gegenteil. Seine Hände fanden den Bund meiner Hose. „Darf ich?“ Ich nickte und hob die Hüften ein wenig, als er den Stoff hinunterschob, Hose und den schmalen Slip darunter in einem Zug. Kühle Luft traf meine nasse Haut. Ich war schon so bereit, dass die Innenseiten meiner Schenkel glänzten, und ich schämte mich nicht dafür. Er sah hin, atmete aus und ging selbst in die Knie, als wäre das die natürlichste Antwort der Welt.
Sein Mund an meiner Scham war langsam und aufmerksam. Er küsste zuerst den Hügel, dann die weichen Falten, und teilte mich mit der Zunge, bis er die Stelle fand, die mich zusammenzucken ließ. „Da“, sagte ich, „genau da, aber nicht zu hart am Anfang.“ Er hörte. Er leckte in kleinen, gleichmäßigen Zügen, dann flacher und breiter, und zwei Finger strichen an meinem Eingang entlang, ohne einzudringen, bis ich selbst die Hüften entgegenhob. „Bitte“, sagte ich. „Innen. Langsam.“ Er schob einen Finger hinein, dann einen zweiten, und krümmte sie so, dass ein tiefes, süßes Ziehen durch mich ging. Sein Mund blieb an mir. Ich hielt mich an seiner Schulter fest und ließ die Geräusche heraus, die ich im Unterricht nie machte: kurze, offene Laute, sein Name, ein Ja, das sich wiederholte, weil jedes Ja noch wahrer wurde.
Die Spannung baute sich nicht wie ein Sturz, sondern wie eine Welle, die immer höher an den Strand kam. Meine Knie zitterten. Er stützte mich mit dem freien Arm und fragte, ohne den Mund lange von mir zu nehmen, ob ich so kommen wolle oder mit ihm in mir. „Beides“, sagte ich, und lachte einmal kurz, atemlos. „Zuerst so. Ich bin nah. Hör nicht auf.“ Er hörte nicht auf. Die Finger bewegten sich stetig, die Zunge auch, und ich ließ los, den Kopf in den Nacken, die eine Hand in seinem Haar. Der Höhepunkt kam tief und lang, ein Ziehen, das sich in den Oberschenkeln festsetzte und dann in Wellen aus mir herausbrach. Ich rief nicht laut, aber ich rief ihn, und ich spürte, wie mein Körper sich um seine Finger zusammenzog, wieder und wieder, bis die Empfindlichkeit kam und ich seine Hand sanft wegzog.
Er küsste meinen Bauch, meine Rippen, die Unterseite einer Brust, und stand auf, das Gesicht feucht von mir, die Augen weich. „Du bist schön, wenn du kommst“, sagte er, ohne Pathos, nur als Tatsache. Ich küsste ihn und schmeckte mich, salzig und warm, und das gefiel mir. Mein Körper war noch offen, noch nachklingend, und schon wieder hungrig. Ich spürte sein Glied an meinem Bauch, hart und heiß, und ich wollte ihn nicht länger nur mit dem Mund und den Händen. „Ich habe Kondome in der Schublade unter dem Waschbecken“, sagte ich. „Ich will dich in mir, aber so. Ist das für dich in Ordnung?“ Er nickte sofort. „Ja. Hol sie. Oder ich hole sie. Sag mir, wo genau.“
Ich ging selbst, nackt durch den stillen Raum, und die Nacktheit fühlte sich nicht entblößt an, sondern gewählt. In der Schublade lag die kleine Schachtel, die ich für mich dort hatte, nicht für den Unterricht, sondern für ein Leben, das auch außerhalb der Matten stattfand. Ich nahm eines, kam zurück und setzte mich auf die gefaltete Decke, die ich immer für die Schlussentspannung bereithielt. Er kniete zwischen meinen Beinen. Ich öffnete die Packung, rollte das Kondom über ihn, langsam, und spürte, wie er unter meinen Fingern zuckte. „Sag mir, wie du mich willst“, sagte er. „Und sag mir, wenn ich etwas ändern soll.“
„Zuerst so“, sagte ich und lehnte mich zurück, die Knie geöffnet, die Fersen auf der Decke. „Ich will dein Gesicht sehen. Ich will, dass du langsam kommst, bis ich dich ganz habe. Und ich will, dass du mit mir sprichst, wenn es sich gut anfühlt. Nicht laut. Nur ehrlich.“ Er stützte sich neben meinem Kopf ab, führte sich mit der anderen Hand und setzte die Spitze an meinen Eingang. Die erste Berührung war heiß, auch durch den dünnen Schutz. Er sah mich an. Ich nickte. Er schob sich hinein, Zentimeter um Zentimeter, und ich atmete ihn ein, weit und feucht und bereit, bis er ganz in mir war und wir beide einen Moment stillhielten, nur um das zu fühlen.
Es war voll auf eine Weise, die nicht nur körperlich war. Sein Gewicht lag nicht auf mir, sondern neben mir, kontrolliert, und in mir füllte er eine Leere, von der ich nicht gewusst hatte, wie genau sie seine Form hatte. Ich schlang die Beine um seine Hüften und zog ihn noch ein wenig tiefer. „Beweg dich“, sagte ich. „Langsam.“ Er zog sich zurück und kam wieder, ein langer Stoß, dann noch einer, und der Rhythmus fand uns ohne Absprache. Jedes Hinein gleitete durch die Nässe, die er mit Mund und Fingern schon geweckt hatte. Jedes Zurück ließ mich die Länge spüren, bis zur Spitze, und dann das neue Füllen, das mir ein leises Stöhnen aus der Kehle hob.
Ich hielt sein Gesicht zwischen den Händen und küsste ihn zwischen den Stößen, offen, manchmal ungenau, weil die Lust die Münder verschob. Er sagte meinen Namen. Ich sagte seinen. Er fragte, ob der Winkel gut sei, und ich bat ihn, die Hüften ein wenig höher zu nehmen, und als er das tat, traf er eine Stelle in mir, die mich die Augen schließen ließ. „Da“, sagte ich. „Bleib in diesem Winkel. Nicht schneller. Genau so.“ Er blieb. Die Stöße wurden nicht härter, nur sicherer, und die Reibung baute sich erneut auf, diesmal von innen, dichter, mit dem Druck seines Beckens an meiner Klitoris bei jedem tiefen Kommen.
Schweiß sammelte sich zwischen uns, an seiner Brust, an meinem Bauch, und der Geruch wurde würziger, nach Haut und Sex und dem Orangenöl, das noch in der Luft hing. Ich strich über seinen Rücken, spürte die Muskeln arbeiten, kratzte leicht mit den Nägeln, als die Lust schärfer wurde, und er stöhnte in meinen Mund. „Ich halte nicht ewig“, sagte er ehrlich. „Du fühlst dich zu gut an. Sag mir, was du brauchst, damit du mitkommst.“ Ich nahm seine Hand und legte sie zwischen uns, dorthin, wo wir verbunden waren, an die kleine, empfindliche Stelle über dem Eingang. „Hier. Kreise. Nicht zu fest. Und hör nicht auf, mich zu ficken, genau so.“ Das Wort kam klar aus mir, und es passte, weil es wahr war und weil er es mit einem dunklen, zustimmenden Laut aufnahm.
Seine Finger fanden den Takt seiner Hüften. Ich war schon empfindlich vom ersten Höhepunkt, und doch wollte mein Körper den zweiten, tieferen, der sich an ihm rieb. Die Welt verengte sich auf den Raum zwischen uns: sein Glied, das mich füllte, seine Finger, die kreisten, sein Atem an meinem Ohr, meine eigenen Laute, die ich nicht mehr dämpfte. „Ich komme“, sagte ich, und es war eine Ansage und eine Bitte zugleich. Er blieb im Winkel, den ich gebraucht hatte, und ich brach um ihn herum, diesmal lauter, die Fersen in seinen Rücken gedrückt, die inneren Muskeln zuckend, eine lange, rollende Erlösung, die mich fast zum Weinen brachte vor lauter Empfindung. Er hielt mich durch, küsste meine Schläfe und bewegte sich nur noch wenig, bis die Wellen nachließen.
„Jetzt du“, sagte ich, noch atemlos, die Arme um seinen Nacken. „Ich will spüren, wie du kommst. Nicht zurückhalten. Ich bin hier.“ Er suchte meinen Blick, fand das Ja darin und ließ den Rhythmus endlich freier werden. Die Stöße wurden tiefer und etwas schneller, immer noch kontrolliert, nie achtlos. Ich hielt ihn mit den Beinen und mit den Händen und sprach leise an seinem Ohr, dass er gut sei, dass ich ihn wollte, dass er loslassen dürfe. Sein Atem wurde abgehackt. Die Muskeln in seinem Rücken spannten sich unter meinen Händen. Er stieß ein letztes Mal ganz hinein, blieb dort und kam mit einem tiefen, offenen Laut, das Gesicht an meinem Hals, der Körper bebend, während ich ihn festhielt und jede Zuckung in mir spürte.
Wir blieben so, verbunden, bis sein Gewicht ein wenig schwerer wurde und er sich auf die Unterarme stützte, um mich nicht zu erdrücken. Sein Herz schlug hart gegen meine Brust. Meines antwortete. Ich strich ihm das feuchte Haar aus der Stirn und küsste ihn langsam, ohne Hunger jetzt, nur mit der Wärme, die nach der Lust bleibt. „Gut“, sagte ich, und das Wort war zu klein und trotzdem richtig. „Sehr gut“, sagte er, und lachte einmal leise, erleichtert, fast jung. Er zog sich vorsichtig zurück, hielt das Kondom fest, und ich spürte die Leere als etwas Sanftes, nicht als Verlust. Er entsorgte es im kleinen Bad nebenan, kam mit einem warmen, feuchten Tuch zurück und fragte, ob er mich abwischen dürfe. Ich sagte ja und ließ ihn, die Berührung nun fürsorglich, nicht mehr suchend.
Wir lagen danach auf der Decke, Seite an Seite, meine Beine über seinen, sein Arm unter meinem Nacken. Die Lampe brannte noch. Draußen war die Straße leiser geworden. Ich hörte unseren Atem sich angleichen, nicht im Unterrichtsrhythmus, sondern in dem langsameren Takt von zwei Menschen, die gerade sehr nah gewesen waren. Meine Haut kühlte ab. Er zog die zweite Decke über uns, die ich für kühle Abende im Regal hatte, und die Wolle roch nach Lavendel. Ich legte die Hand auf seine Brust und spürte, wie der Puls sich beruhigte.
„Ich habe jahrelang an diesen Abend gedacht, ohne zu wissen, dass es dieser Abend sein würde“, sagte er nach einer Weile. „Nicht an das Studio. An dich. Daran, ob du noch so lachst, wenn etwas wahr ist.“ Ich drehte den Kopf und sah ihn an. Die Falten, das kurze Haar, der Mund, der mich gerade überall geküsst hatte. „Ich lache noch so“, sagte ich. „Und ich will nicht so tun, als wäre das nur eine Stunde gewesen, die man vergisst. Aber ich will auch nichts versprechen, was wir heute nicht halten müssen. Wir sind erwachsen. Wir können morgen sprechen, nüchtern, bei Tageslicht, und sehen, was bleibt.“
Er nickte und küsste meine Stirn. „Morgen“, sagte er. „Ich komme nicht in die frühe Stunde, wenn dir das lieber ist. Oder ich komme, und wir tun so, als wären wir nur Lehrerin und Schüler, bis der Raum wieder leer ist. Du entscheidest. Ich dränge nicht.“ Diese Ruhe in ihm, nach all der Hitze, berührte mich fast mehr als der Höhepunkt. Ich hatte Männer gekannt, die nach dem Sex schon halb zur Tür sahen, und Männer, die zu viel auf einmal wollten. Er lag einfach da, gleich alt wie ich, mit offenen Händen auf der Decke, und ließ mir den nächsten Schritt.
Ich erzählte ihm dann doch ein wenig mehr, weil die Nähe es leicht machte. Von der ersten Zeit des Studios, als ich abends allein die Matten ausgewischt und mich gefragt hatte, ob ein Leben aus Atem und Korrektur genug sei. Von einer kurzen Beziehung vor zwei Jahren, die freundlich geendet hatte, ohne diese Art von Wiedererkennen. Er erzählte von einer Frau, mit der er zusammengezogen und wieder auseinandergezogen war, ohne Drama, nur mit der Müdigkeit von zwei Menschen, die nicht dieselbe Richtung hatten. Keiner von uns machte aus der Vergangenheit einen Wettbewerb. Wir legten sie nebeneinander, wie man Schuhe an die Tür stellt, und kehrten zu dem zurück, was im Raum noch warm war.
Irgendwann drehte ich mich auf die Seite, den Rücken an seiner Brust, und er legte den Arm um meine Taille, die Hand flach auf meinem Bauch. Die Berührung war nicht mehr drängend, und doch spürte ich, wie mein Körper leise antwortete, ein Nachglühen, kein neuer Hunger, nur die Erinnerung an ihn in mir. „Darf ich so bleiben, bis du gehst?“ fragte er. „Du musst nicht sofort gehen“, sagte ich. „Die Tür ist zu. Die nächste Stunde ist erst morgen früh. Wenn du willst, bleiben wir noch. Wenn du müde wirst, sagst du es.“ Er zog mich ein wenig näher. „Ich bin nicht müde von dir“, sagte er. „Nur ruhig. Das ist selten.“
Wir sprachen weniger und atmeten mehr. Ich dachte an die Liste am Morgen, an seinen Namen, an die Angst, er könnte ein anderer Markus sein, und an die Erleichterung, dass er dieser war. Ich dachte an die Hand an meinem Nacken vor Jahren und daran, dass wir diesmal nicht vom Wind und von einem Anruf unterbrochen worden waren. Mein Körper trug die Spuren der Stunde noch: eine leichte Empfindlichkeit zwischen den Beinen, die süß war, der Geschmack von ihm, der noch irgendwo im Mund lag, die Wärme seiner Brust an meinem Rücken. Ich war nicht verlegen. Ich war satt und wach zugleich.
Als die Lampe zu grell wurde für die späte Stunde, stand ich auf und schaltete sie aus, bis nur noch das Licht aus dem Flur durch den Spalt der Badezimmertür fiel. Im Halbdunkel fand ich zurück zu ihm. Er setzte sich auf, als ich kam, und zog mich auf seinen Schoß, nicht um neu zu beginnen, sondern um mich zu halten. Meine Knie lagen zu beiden Seiten seiner Hüften. Seine Hände ruhten auf meinem unteren Rücken. Wir küssten uns langsam, müde und gründlich, und ich spürte, wie er unter mir wieder ein wenig härter wurde, ohne dass einer von uns daraus sofort eine Forderung machte.
„Noch einmal?“ fragte er leise, und die Frage war ein Angebot, kein Anspruch. Ich spürte in mich hinein. Die Empfindlichkeit war da, aber auch das Verlangen, ihn noch einmal zu spüren, langsamer, im Sitzen, mit seinem Gesicht nah an meinem. „Ja“, sagte ich. „Aber sehr langsam. Und noch ein Kondom. Ich will dich, und ich will es sauber haben.“ Er lächelte gegen meinen Mund. „Ich auch.“ Ich holte das zweite, setzte mich wieder auf ihn, und diesmal führte ich ihn selbst, die Hand zwischen uns, bis er an meinem Eingang lag. Ich senkte mich in meinem Tempo, Zentimeter um Zentimeter, und das zweite Mal war anders: weniger neu, dafür tiefer vertraut, ein Gleiten in etwas, das mein Körper schon kannte und trotzdem wieder als Geschenk nahm.
Wir bewegten uns kaum am Anfang. Ich saß auf ihm, ganz gefüllt, die Stirn an seiner, und wir atmeten in denselben Takt. Dann begann ich, die Hüften kreisen zu lassen, klein, ohne ihn zu verlassen. Er stöhnte leise und hielt meine Taille, führte nicht, begleitete nur. „So ist es gut“, sagte ich. „Bleib bei mir. Fass meine Brüste an, wenn du willst.“ Er tat es, die Daumen wieder an den Spitzen, und die doppelte Empfindung, oben und unten, ließ mich den Kopf in den Nacken legen. Sein Mund fand meinen Hals, küsste, biss nicht, nur ein leichtes Saugen, das ich mit einem Ja bestätigte. Ich ritt ihn langsam, hob mich und sank, und jedes Sinken war ein Nachhausekommen in dieser einen Nacht.
Er sprach diesmal mehr, leise Sätze an meiner Haut: dass ich mich gut anfühlte, dass er meinen Blick wollte, dass er nicht vergessen würde, wie ich auf ihm saß. Ich öffnete die Augen und gab ihm den Blick. Es war intim auf eine Weise, die über das Körperliche hinausging, und gerade deshalb erregend. Ich spürte, wie die Lust sich zum dritten Mal sammelte, nicht als Sturm, sondern als warmes, stetiges Steigen. „Deine Hand“, sagte ich, „zwischen uns. Wie vorhin.“ Er fand die Stelle, und ich bewegte mich gegen seine Finger und um sein Glied zugleich, bis das Steigen kippte und ich auf ihm kam, leiser diesmal, die Zähne an seiner Schulter, der Körper in kleinen Zuckungen, die ihn mitnahmen.
Er hielt noch aus, fragte, ob er dürfe, und ich sagte ja, bitte, ich wolle es. Ich blieb auf ihm, eng und feucht, und bewegte mich in kurzen, tiefen Stößen, bis sein Griff an meiner Taille fester wurde und er mit einem gedämpften Laut kam, das Gesicht an meiner Brust, die Hüften einmal, zweimal nach oben. Ich hielt ihn, wie er mich gehalten hatte, und wartete, bis das Beben aufhörte. Dann blieben wir sitzen, ineinander, die Stirnen wieder zusammen, und keiner sprach, weil der Atem genug sagte.
Später, als wir uns gelöst hatten und das zweite Kondom fort war, zogen wir uns nicht sofort an. Wir saßen auf der Decke, Schulter an Schulter, und tranken Wasser aus den Flaschen, die noch von der Stunde übrig waren. Das Wasser war lau und trotzdem gut. Ich spürte den Holzboden unter der Decke, die leichte Kühle an den Armen, die Wärme, wo sein Bein meines berührte. Draußen schlug irgendwo eine Tür. Drinnen war unser Raum noch unserer, für ein paar Minuten mehr.
„Ich werde morgen nicht so tun, als wäre nichts gewesen“, sagte ich. „Wenn du in die Stunde kommst, werde ich dich ansehen wie einen Schüler, solange andere da sind. Das gehört zu meiner Arbeit, und das ist mir wichtig. Aber wenn du nach der Stunde bleiben willst, und wenn ich es auch will, dann bleiben wir. Nicht jedes Mal. Nur wenn es wahr ist.“ Er nahm meine Hand und küsste die Innenfläche, eine Geste, die mich mehr traf als ein großes Wort. „Das ist ein guter Rahmen“, sagte er. „Ich will deine Arbeit nicht stören. Ich will dich. Beides kann nebeneinander stehen, wenn wir ehrlich bleiben.“
Wir zogen uns schließlich an, Stück für Stück, und das Anziehen war kein Ende der Nähe, sondern eine Rückkehr in die Kleider, die uns am Morgen wieder gehören würden. Er half mir, das Top zu finden. Ich reichte ihm das Shirt, das unter der Bank gerutscht war. Wir rollten die Matten, schüttelten die Decken aus und legten sie dorthin, wo sie hingehörten, als wäre Ordnung eine Art Dank an den Raum, der uns gehalten hatte. Ich öffnete die Jalousie einen Spalt und sah die dunkle Straße. Kein Regen. Nur Laternenlicht auf dem Asphalt.
An der Tür blieb er stehen, die Matte unter dem Arm, und sah mich an, wie er mich am Anfang der Stunde angesehen hatte, nur ohne die Unsicherheit. „Danke, dass du nicht so getan hast, als wäre der Name auf der Liste ein Versehen“, sagte er. „Danke, dass du gefragt hast, bevor du geblieben bist“, sagte ich. Wir küssten uns noch einmal, kurz, fest, mit geschlossenen Lippen und offenen Augen danach. Ich schloss auf. Die kühle Luft des Flurs kam herein. Er ging die Treppe hinunter, und ich hörte seine Schritte, bis die Haustür unten fiel.
Ich blieb noch einen Moment im Studio, allein, aber nicht leer. Der Geruch nach uns hing schwach unter dem Orangenöl. Meine Beine waren müde auf eine gute Art. Ich wischte die Matten mit dem Tuch ab, das ich immer benutzte, löschte das Flurlicht und schloss zweimal ab, wie jeden Abend. Auf dem Weg nach Hause dachte ich nicht an Versprechen, die wir nicht gegeben hatten. Ich dachte an seinen Mund, an das klare Ja, an das Gewicht seiner Hand auf meinem Bauch unter der Decke, und an den Morgen, an dem sein Name wieder auf einer Liste stehen würde, diesmal nicht als Schreck und nicht als Zufall, sondern als etwas, das wir beide gewählt hatten.
In meiner Wohnung zog ich die Schuhe aus und stellte mich unter die Dusche, warm, nicht zu heiß, und ließ das Wasser über die Stellen laufen, die er geküsst hatte. Ich war siebenunddreißig, Lehrerin, eine Frau, die einen Mann im gleichen Alter in ihren Raum gelassen hatte, mit offenen Worten und offenem Körper. Nichts daran fühlte sich wie ein Fehler an. Als ich später im Bett lag, die Hand auf dem eigenen Bauch, dort, wo seine gelegen hatte, schlief ich nicht sofort ein. Ich hörte noch einmal seine Frage, ob er bleiben dürfe, und meine Antwort, die keine Eile gehabt hatte. Draußen fuhr ein später Bus. Drinnen war ich ruhig, wund auf die sanfte Art, und bereit für den Tag, der kommen würde, ohne dass ich ihn kleiner machen musste, als er gewesen war.
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