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Die Regeln aus meiner Hand

Reife Frau · 17 Minuten lesen · 22 Minuten hören

Gelesen von Meher

Teil 2 der Serie Im besten Alter (1)

Ich schloss die letzte Tür der Galerie und ließ die Hand einen Moment am kalten Metall, weil ich wusste, dass hinter mir die Nacht begann, die wir uns gegeben hatten. Draußen lag die Straße still, und das Licht der Laternen zeichnete einen schmalen Streifen auf das Parkett. Ich war 52 Jahre alt, Adrian war 49, und keiner von uns konnte sich hinter Jugend oder Unwissen verstecken. Die Abmachung, die uns hier hielt, hatten wir drei Tage zuvor bei vollem Verstand getroffen, mit klaren Sätzen und mit dem Recht, jederzeit aufzuhören.

Der Streit war in einem kleinen Restaurant nach der Eröffnung entstanden, als die Gäste fort waren und nur noch das Salz auf dem Tischtuch lag. Adrian hatte gesagt, ich verstecke mich hinter der Galerie, als sei Professionalität eine Rüstung gegen jedes Begehren. Ich hatte geantwortet, ein Sammler, der die Frau und nicht nur das Werk wolle, müsse bereit sein zu verlieren und bereit sein, sich Regeln zu beugen, die nicht er schrieb. Zwischen den Gläsern war daraus eine Wette geworden, nicht aus Leichtsinn, sondern weil wir beide genau wussten, was wir sagten.

Der Einsatz war ein unsigniertes Bild im hinteren Kabinett, eine Leinwand, die ich nie in den Verkaufsraum gehängt hatte. Wenn er die Malerin ohne Hilfe und ohne Fragen an mein Personal benennen konnte, schuldete ich ihm eine Nacht unter Regeln, die ich allein aufsetzen würde. Wenn er scheiterte, zahlte er den Preis des Bildes in den Museumsfonds und sprach mich nie wieder auf diese Weise an. Wir hatten uns die Hand gegeben, nicht als Spielerei, sondern als Vertrag zwischen zwei Menschen, die lange genug lebten, um ein Nein zu kennen.

Er hatte lange vor der Leinwand gestanden, den Kopf leicht schief, und dann den Namen einer Frau gesagt, die in der Provinz gearbeitet und nur die Keilrahmen signiert hatte. Er hatte recht gehabt. In meinem Gesicht war Wärme aufgestiegen, und darunter eine Ruhe, die ich nicht erwartet hatte, denn ich hatte die Niederlage gefürchtet und zugleich gehofft, dass er klug genug sein würde. Die Regeln hatte ich noch am selben Abend geschrieben, allein an meinem Schreibtisch, mit der Tür zu und mit dem Wissen, dass ich sie jederzeit zerreißen durfte.

Nun gingen wir durch die dunklen Räume, und ich ließ die großen Lampen aus, weil ich die Nacht klein halten wollte. Meine Absätze klangen leise auf dem Holz, seine Schritte folgten in einem Abstand, den ich nicht befohlen hatte und der mich trotzdem beruhigte. Im Kabinett hing das Bild noch an derselben Wand, dunkel und genau, und ich sah es nicht lange an. Die Wette war entschieden. Was jetzt kam, gehörte nicht mehr dem Beweis, sondern dem, was wir beide gewollt hatten, als wir die Sätze aussprachen.

Die Wohnung über der Galerie war warm, und ich hatte sie vorbereitet, ohne es ihm zu sagen. Eine Lampe brannte niedrig, auf dem Tisch standen Wasser und zwei Gläser, und das gefaltete Papier lag neben einem schlichten Morgenmantel. Die Schlafzimmertür war geschlossen. Ich wollte, dass er den Raum zuerst als meinen erkannte und nicht als eine Bühne, die er betreten durfte, weil er ein Rätsel gelöst hatte. Er blieb an der Schwelle stehen, bis ich ihn mit einem Nicken hereinbat.

Wein bot ich nicht an. Wir hatten Stunden zuvor jeder ein Glas zum Essen getrunken, und für das, was die Regeln erlaubten, wollte ich klare Köpfe und einen Körper, der wusste, was er tat. Ich schenkte Wasser ein, reichte ihm ein Glas und trank selbst, langsam, während er mich ansah und wartete. Dieses Warten gefiel mir. Es zeigte, dass er die Nacht nicht als Beute verstand, auch wenn er die Wette gewonnen hatte. Ich setzte mich nicht. Ich wollte die Sätze im Stehen lesen, damit sie Gewicht behielten.

Ich nahm das Papier, faltete es auf und las mit ruhiger Stimme, ohne Eile und ohne Spott. Die erste Regel lautete, dass ich Tempo, Ort und Ablauf bestimmte. Er durfte vorschlagen. Er durfte nicht nehmen. Wenn er etwas wollte, hatte er zu fragen, und mein Schweigen galt nicht als Erlaubnis. Er nickte, und ich sah ihm dabei ins Gesicht, weil ein Nicken allein mir nicht reichte und ich den Satz noch einmal von ihm hören wollte.

Die zweite Regel war das Wort Elfenbein. Sagte einer von uns es, endete alles sofort, ohne Überredung, ohne gekränkten Stolz und ohne die Pflicht, einen Grund zu liefern. Kleider wieder an, Wasser, Abschied, und die Wette galt trotzdem als beendet, wenn das Wort fiel, denn Aufhören war kein Verlust. Adrian wiederholte das Wort deutlich, einmal und dann noch einmal, und ich hörte, dass er es sich merkte und nicht als Zierde behandelte. Das beruhigte mich mehr als jede Schmeichelei.

Die dritte Regel verlangte ein gesprochenes Ja für jede neue Art der Berührung. Ein Seufzer war kein Ja. Stillhalten war kein Ja. Ein Körper, der sich entgegenbog, durfte mich freuen, ersetzte aber nicht den Satz. Ich sagte ihm, dass ich selbst mich an diese Regel binden würde, wenn ich ihn anfassen wollte, denn die Nacht sollte nicht nur meine Macht beweisen, sondern unsere Klarheit. Er sagte, er verstehe das, und er sagte es ohne Ungeduld.

Die vierte Regel schloss Fotografien aus, Geschichten an andere Sammler und Spuren, die meine Bluse am nächsten Tag bei der Eröffnung nicht bedecken würde. Er durfte mich nicht kaufen, nicht im Scherz und nicht als Lob, und er durfte die Nacht nicht gegen ein Werk aufrechnen. Was zwischen uns geschah, blieb in diesen Räumen. Adrian wiederholte auch das, langsam, und fügte hinzu, dass er nichts mitnehmen wolle außer dem, was ich ihm frei gebe. Ich faltete das Papier wieder und legte es sichtbar auf den Tisch, damit es nicht zur Dekoration wurde.

Dann fragte ich ihn, ob er die Frau wollte oder nur den Sieg. Er stellte das Glas ab und sagte, der Sieg sei nur die Tür gewesen, und hinter der Tür wolle er mich, so wie ich hier stand, mit den Jahren, die man mir ansah, und mit dem Willen, den ich gerade vorgelesen hatte. Ich sagte, dass ich ihn auch wollte, und dass dieses Wollen das Papier nicht aufhob. Er durfte näher kommen, wenn er fragte. Er fragte. Ich sagte ja.

Der erste Kuss war vorsichtig, fast prüfend, und wurde tiefer, als ich den Mund öffnete und ihn einließ. Er schmeckte nach Kaffee und nach der Minze, die er unten in der Galerie genommen hatte, und seine Hand blieb an meiner Taille, bis ich sie dorthin schob, wo ich sie haben wollte. Ich spürte mein eigenes Gewicht, die Wärme unter dem Stoff und die einfache Tatsache, dass ich nicht spielte. Als ich den Kuss löste, war mein Atem kürzer, und ich hatte keine Lust, das zu verbergen.

Ich trat einen Schritt zurück und nahm die Ohrringe selbst ab, langsam, damit er sah, dass ich die Gesten bestimmte. Die Schuhe stellte ich nebeneinander an die Wand. Dann sagte ich, er solle zusehen und nicht helfen, bis ich es sagte. Die Bluse öffnete sich unter meinen Fingern, Knopf für Knopf, und die Luft der Wohnung legte sich auf die Haut, die den Tag über bedeckt gewesen war. Ich war nicht damit beschäftigt, jünger zu wirken. Ich bot einen Körper an, den ich kannte, und ich wollte, dass er ihn genau so ansah.

Der Stoff fiel über die Stuhllehne. Darunter trug ich nichts Gesuchtes, nur einen schlichten Büstenhalter in der Farbe von hellem Stein, und als ich ihn öffnete, lagen meine Brüste frei, voll, mit dunkleren Höfen und Brustwarzen, die sich in der kühleren Luft zusammenzogen. Mein Bauch war weich, die Linie der Hüften deutlich, und an den Seiten zeichneten sich die Jahre, ohne dass ich sie entschuldigte. Adrian sah mich an, als hätte man ihm etwas gezeigt, das man nicht besitzt, und in seinem Blick lag kein Spott und kein Vergleich. Das genügte mir, um weiterzumachen.

Ich sagte, er dürfe die Hände an meine Taille legen. Er tat es, warm und noch unsicher im Druck, und ich korrigierte ihn, indem ich seine Handflächen fester an mich zog und dann wieder lockerte. Als ich seine Hände höher führte, an die Unterseite der Brüste und dann über die Brustwarzen, sagte ich ihm, welcher Druck mir guttat und welcher zu hastig war. Er lernte schnell. Mein Atem änderte sich, und zwischen den Schenkeln wurde ich feucht, deutlich genug, dass ich es selbst spürte, als ich das Gewicht verlagerte. Ich ließ ihn das noch nicht anfassen.

Stattdessen öffnete ich sein Hemd und legte die Handflächen auf seine Brust, auf Haut und Haar und die ruhige Wärme darunter. Er wartete, auch als ich die Nägel leicht über seine Rippen zog und den Gürtel nur berührte, ohne ihn zu lösen. Dieses Warten erregte mich mehr als ein Griff, der sich etwas nahm. Ich küsste ihn noch einmal, länger, und sagte dann, wir gingen ins Schlafzimmer. Er fragte, ob er meine Hand nehmen dürfe. Ich gab sie ihm für die wenigen Schritte und ließ sie vor der Tür wieder los, weil ich selbst öffnen wollte.

Im Schlafzimmer brannte dieselbe niedrige Lampe, und das Bett war bezogen, ohne dass es wie eine Falle aussah. Ich sagte ihm, er solle sich ausziehen und stehen bleiben, und ich setzte mich auf die Kante und sah zu. Er tat es ohne Theater, Schuhe, Hemd, Hose, bis er nackt vor mir stand, erregt, das Glied schwer und aufgerichtet, die Schultern ein wenig gespannt. Ich bat um Erlaubnis, ihn in die Hand zu nehmen. Er sagte ja, klar und leise. Ich schloss die Finger um ihn, strich langsam von der Wurzel bis zur Spitze und beobachtete, wie sein Mund sich öffnete und wieder schloss.

Seine Haut war heiß, der Puls darin deutlich, und an der Spitze fand ich schon eine feuchte Spur, die ich mit dem Daumen verteilte. Ich drückte nicht zu fest und ließ ihn nicht in meine Faust stoßen, obwohl seine Hüften einmal zuckten und er sich sofort wieder hielt. Das gefiel mir. Ich sagte ihm, dass er gut so blieb, und ich meinte es als Lob und als Grenze zugleich. Dann ließ ich ihn los, stand auf und streifte den letzten Stoff von meinen Hüften, bis auch ich nackt war, mit der Nässe zwischen den Beinen und dem Wissen, dass er sie noch nicht gesehen hatte, nur ahnte.

Ich legte mich auf den Rücken, die Knie zunächst geschlossen, und sagte ihm, was ich zuerst wollte: seinen Mund, langsam, und seine Hände nur dort, wo ich sie hinlegte. Er fragte, ob er sich zwischen meine Schenkel knien dürfe. Ich sagte ja und öffnete die Beine so weit, wie es mir bequem war, nicht als Bild für ihn, sondern als Raum, den ich gab. Er küsste zuerst die Brüste, dann den weichen Bauch, dann die Innenseite der Oberschenkel, und jedes Mal wartete er, wenn ich die Hand in sein Haar legte und ihn einen Atemzug festhielt.

Als seine Zunge mich fand, war ich schon nass, und der erste Strich war zu eilig. Ich sagte es ihm, ohne Schärfe, und führte seinen Mund dorthin, wo ich ihn haben wollte: breiter über die Schamlippen, dann weicher an die Klitoris, nicht als Punkt, den man hetzt, sondern als kleine Stelle, die Aufmerksamkeit verträgt. Er hörte zu. Seine Zunge wurde flacher, dann wieder gezielter, und seine Hände blieben auf meinen Hüften, weil ich sie dort festgehalten hatte. Ich spürte, wie die Wärme sich sammelte, wie mein Becken sich ihm entgegenhob und wie ich anfing, leise und ohne Scham zu stöhnen.

Ich sagte ihm, er solle zwei Finger benutzen, wenn er wolle und wenn ich ja sagte. Er fragte. Ich sagte ja. Er glitt langsam in mich, erst einer, dann der zweite, und krümmte sie so, wie ich es ihm mit der Stimme zeigte, während sein Mund oben blieb und nicht von der Klitoris wich. Das Zusammenwirken war genau richtig, ein Ziehen tief innen und ein helles, fast zu scharfes Pochen darüber, das er milderte, sobald ich „weicher“ sagte. Ich hielt sein Haar, nicht um ihn zu zwingen, sondern um den Rhythmus zu besitzen, und ich merkte, wie nah ich schon war.

Die Spannung stieg in den Schenkeln, im Bauch, in der Stelle, an der seine Zunge kreiste und seine Finger mich füllten. Ich sagte seinen Namen, dann dass er nicht aufhören solle, und er hörte auch das als Erlaubnis und nicht als Befehl, der ihn überrollte. Als es kam, kam es lang: ein Ziehen, das sich öffnete, ein Pulsieren um seine Finger, ein Laut, den ich nicht dämpfte, weil die Wohnung uns gehörte. Meine Hüften zuckten, meine Hand presste ihn kurz fester an mich, und ich blieb in der Welle, bis sie flacher wurde und ich ihn stillhalten musste, weil alles zu empfindlich war.

Er hob den Kopf erst, als ich es sagte, und sein Mund glänzte, sein Atem ging schnell, und in seinen Augen lag eine Frage ohne Ungeduld. Ich lag einen Moment mit offenen Beinen und geschlossenen Augen, spürte das Nachbeben und die Nässe auf den Schenkeln und schämte mich nicht dafür. Dann bat ich ihn um das Wasserglas. Er reichte es mir, half mir, mich aufzusetzen, und trank selbst, als ich ihm das Glas zurückgab. Die Lampe brannte weiter. Nichts in dem Raum verlangte, dass wir uns beeilten oder so taten, als sei das eben Geschehene ein Versehen.

Ich fragte, ob er noch in mir sein wolle. Er sagte ja, wenn ich es wolle, und er sagte es so, dass das Wenn nicht nur höflich klang. Ich wollte es. Auf dem Nachttisch lag, was ich am Abend dorthin gelegt hatte, schlicht und vorbereitet, weil die Regeln auch das Praktische umfassten und ich keine Überraschung in einer Nacht haben wollte, die von Klarheit lebte. Ich sagte ihm, er solle es überziehen, langsam, und ich wolle zusehen. Er tat es ohne Hast, die Hände ruhig, das Glied noch hart, und die schlichte Sorgfalt erregte mich von neuem, tiefer als ein ungeduldiges Drängen es getan hätte.

Ich ließ ihn sich auf den Rücken legen und setzte mich über seine Hüften, die Knie im Laken, die Hände auf seiner Brust. So blieb die Führung bei mir, und so konnte ich das Tempo wählen, wenn die Dehnung kam. Ich führte ihn an meinen Eingang, spürte die glatte Wärme durch den dünnen Schutz und senkte mich nur so weit, dass die Spitze eindrang. Dann hielt ich inne, atmete, und sagte ihm, er solle die Hüften still halten, bis ich mehr nahm. Er gehorchte, die Hände offen neben sich, und das Zittern in seinen Schenkeln verriet, was ihn das kostete.

Langsam ließ ich mich tiefer sinken, Zentimeter um Zentimeter, bis er ganz in mir war und ich das Gewicht meines eigenen Körpers auf ihm spürte. Die Füllung war deutlich, ein Druck, der anfangs fast zu viel war und dann genau richtig wurde, warm und fest und an der Grenze zwischen Dehnung und Lust. Ich blieb sitzen, ohne mich zu bewegen, und legte seine Hände an meine Hüften, damit er einen Ort hatte und keinen zweiten suchte. Als ich mich aufrichtete und wieder senkte, glitt er in mir, und ein leiser Laut kam aus meiner Kehle, den ich nicht zurücknahm.

Ich fand einen Rhythmus, der mir gehörte: nicht schnell, nicht zur Schau gestellt, ein Rollen der Hüften, bei dem die Klitoris an seinem Körper rieb und sein Glied die Stelle innen traf, die seine Finger vorhin geweckt hatten. Meine Brüste bewegten sich mit mir, schwer und wirklich, und er sah sie an, bis ich sagte, er dürfe sie küssen, wenn er sich aufsetzte. Er fragte. Ich sagte ja, und für eine Weile war sein Mund an einer Brustwarze, während ich weiter die Bewegung hielt und die Lust sich von neuem sammelte, tiefer als beim ersten Mal und mit einem anderen Hunger.

Ich fragte, ob es für ihn gut sei. Er sagte ja, heiser, und dass er warten könne, solange ich es brauchte. Das war die richtige Antwort. Ich nahm mir die Zeit, wechselte den Winkel, stützte eine Hand neben seinem Kopf ab und ließ die andere zwischen uns gleiten, zwei Finger an meiner Klitoris, kreisend, während er in mir blieb. Die doppelte Empfindung machte mich enger um ihn. Ich sagte, er dürfe jetzt von unten kommen, aber nur so tief, wie ich es mit der Stimme steuerte. Er stieß hinauf, erst vorsichtig, dann fester, als ich „ja, so“ sagte, und das Geräusch unserer Körper wurde deutlicher, nass und regelmäßig.

Ich prüfte noch einmal, nicht aus Zweifel, sondern weil die Regel galt, solange wir atmeten. Ich fragte, ob alles noch gut sei, und er sagte ja, und ich sagte, dass ich Elfenbein nicht brauchte und dass er bleiben solle, wo er war. Danach ließ ich die Worte weg. Die Lust zog sich zusammen, scharf und weit zugleich, und ich ritt ihn schneller, die Finger fest an mir, sein Glied tief, seine Hände an den Hüften, wo ich sie haben wollte. Als es zum zweiten Mal kam, kam es enger als zuvor, ein Krampfen um ihn, ein Laut an seinem Mund, den ich im Kuss verlor, und ein Zittern, das durch Bauch und Schenkel lief, bis ich mich kaum noch halten konnte.

Ich sagte ihm, er dürfe loslassen. Er tat es mit einem Ton, den er klein zu halten versuchte und der trotzdem den Raum füllte, die Hüften ein paarmal hart nach oben, dann still, während ich auf ihm blieb und das Nachgeben in mir spürte. Ich bewegte mich nicht mehr, nur mein Atem ging, und seine Hände lagen noch an meinen Hüften, offen, nicht krallend. Eine Weile war nichts zu hören außer uns und dem fernen Auto unten auf der Straße. Die Wette war in diesem Moment weder Sieg noch Niederlage. Sie war eine Nacht, die wir beide gewollt und beide gehalten hatten.

Ich hob mich von ihm, langsam, und wir erledigten das Praktische ohne Verlegenheit, ein Tuch, ein Griff, das kleine Aufräumen, das zu einem Körper gehört, der nicht aus einer Vorstellung stammt. Dann lag ich neben ihm, die Decke nur über den Beinen, die Haut noch feucht, die Lampe noch an. Ich hatte kein Bedürfnis, mich zu bedecken. Mein Körper fühlte sich benutzt an auf die gute Art, warm, ein wenig wund, zufrieden, und ich legte die Hand auf meinen eigenen Bauch, nicht um ihn zu prüfen, sondern um da zu sein. Adrian fragte, ob er den Arm um mich legen dürfe. Ich sagte ja.

Er dankte mir, und er dankte nicht wie ein Gewinner und nicht wie ein Käufer. Ich sagte, die Wette sei beglichen und die Regeln hätten gehalten, und das sei mir wichtiger als jede hübsche Formel danach. Meine Finger lagen an seinem Handgelenk, dort, wo der Puls langsam ruhiger wurde. Ich sagte, er könne bleiben, bis die ersten Bahnen fuhren, und dann solle er durch die Seitentür gehen, bevor die Galerie aufwachte. Er stimmte zu, ohne zu feilschen und ohne eine zweite Nacht zu erbitten. Das respektierte ich, und es ließ den Abschied sauber bleiben.

Wir sprachen eine Weile leise, über das Bild im Kabinett und nicht über Besitz. Er erzählte, woran er die Malerin erkannt hatte, an einem bestimmten Grau im Hintergrund und an der Art, wie die Schulter einer Figur aus dem Licht trat. Ich hörte zu und spürte dabei das angenehme Ziehen zwischen den Beinen und die Ruhe nach dem Wollen, die nicht leer war. Als er sich anzog, sah ich ihm mit derselben Aufmerksamkeit zu, die ich einem Werk schenkte, das ich nicht billig hergeben würde. Es war kein Versprechen. Es war nur genau.

An der Tür küsste ich ihn einmal, kurz und warm, und sagte, die Nacht sei ebenso meine gewesen wie seine. Er wiederholte das Wort Elfenbein nicht, weil er es nicht brauchte, und er wiederholte auch die Regeln nicht, weil wir sie gelebt hatten. Seine Schritte gingen die Treppe hinunter. Ich schloss die Wohnung ab, löschte die Lampe und blieb einen Moment im Dunkeln stehen, zufrieden und klar, mit dem Papier noch auf dem Tisch und dem ersten blassen Licht am Fenster. Unten würde die Galerie bald wieder meine sein. Oben hatte ich nichts verloren, was ich nicht selbst gegeben hatte.

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