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Wiedersehen am Pool der Nachbarin

Nachbarin · 20 Minuten lesen · 27 Minuten hören

Gelesen von Ivanna

Teil 3 der Serie Nebenan (5)

Im Juli stand ich wieder vor dem Gartentor der Nachbarin, und der Pool hinter der Hecke warf ein helles, unruhiges Licht in die heiße Luft. Chlor lag über dem Steinweg, dazu der Geruch von warmem Holz und von Lavendel, der an der Mauer vertrocknete. Ich war vierunddreißig, trug ein dünnes Kleid, und meine Haut fühlte sich an, als hätte die Stadt sie den ganzen Tag festgehalten. Fünf Jahre hatte ich diese Straße nicht betreten. Fünf Jahre hatte ich mir eingeredet, die alte Anziehung sei nur ein Sommer gewesen, der sich von selbst verbraucht habe.

Sabine lag auf dem Rücken im Wasser, die Arme auf dem Rand, die Augen geschlossen. Sie war siebenunddreißig, das wusste ich, weil wir uns damals unser Alter gesagt hatten, als wäre es ein Versprechen, nichts zu überstürzen und nichts zu verwischen. Ihr dunkles Haar klebte an den Schläfen. Die Sonne lag auf ihren Schlüsselbeinen und auf dem nassen Stoff ihres Bikinis, der sich bei jedem Atemzug leicht hob. Ich blieb am Tor stehen und hörte das leise Schlagen des Wassers gegen die Fliesen. Mein Herz tat dasselbe, nur härter.

Sie öffnete die Augen, ohne sich zu erschrecken. Ein Lächeln zog über ihr Gesicht, langsam, als hätte sie mich schon erwartet und sich nur die Freude aufgespart. „Lena“, sagte sie, und meine Name klang in ihrem Mund nach Schatten und nach etwas, das wir nicht zu Ende gebracht hatten. Sie schwamm zum Rand, stützte sich auf und sah mich an, als prüfe sie, ob ich wirklich da war. Wassertropfen liefen über ihre Arme. Ich spürte sie fast auf meiner eigenen Haut.

„Ich hole nur den Karton aus dem alten Haus“, sagte ich, und die Stimme gehorchte mir nicht ganz. „Der Vermieter hat ihn im Keller gelassen.“ Sabine nickte, ohne den Blick abzuwenden. „Der Karton läuft nicht weg“, sagte sie. „Du siehst aus, als würdest du gleich in der Straße schmelzen. Komm rein. Der Pool ist kalt genug, und ich bin alt genug, um zu wissen, was ich anbiete.“ Sie lachte leise dabei, nicht spöttisch, eher um die Hitze und die Jahre zugleich zu nehmen. Ich öffnete das Tor.

Der Garten war geschlossen von hohen Hecken und einer Mauer, über die niemand sehen konnte. Die Liegen standen im Schatten einer Markise, Handtücher lagen gefaltet, ein Krug mit Wasser und Minze beschlug im Warmen. Sabine stieg die Stufen hinauf. Wasser lief an ihren Schenkeln herab und sammelte sich kurz an den Knöcheln, bevor es auf den Stein tropfte. Sie war schlanker geworden an den Schultern und weicher an der Hüfte, und beides gefiel mir so unmittelbar, dass ich den Blick erst senkte, als sie schon neben mir stand. „Vierunddreißig“, sagte sie, als hätte sie mitgezählt. „Und ich siebenunddreißig. Damals warst du neunundzwanzig und ich zweiunddreißig. Wir waren erwachsen und trotzdem feige.“

Ich nickte. Die Erinnerung kam ohne Umweg: derselbe Garten, ein später Augustabend, Wein, den wir kaum getrunken hatten, ihre Finger an meinem Handgelenk, mein Mund schon halb geöffnet. Dann war ein Gewitter über die Dächer gezogen, und wir waren ins Haus gerannt, nass und lachend und plötzlich schüchtern, als hätte der Regen uns die Erlaubnis wieder weggenommen. Am nächsten Morgen war ich weggezogen, wegen einer Stelle in einer anderen Stadt, und wir hatten uns Nachrichten geschickt, die immer kürzer wurden. Nichts davon war vergessen. Es hatte nur gewartet.

„Ich habe oft an dich gedacht“, sagte Sabine. Sie sagte es ohne Theater, mit nassen Händen, die sie an einem Handtuch trocknete und dann wieder sinken ließ, als wäre Trockenheit gerade nicht wichtig. „Nicht nur am Anfang. Auch später, wenn der Juli so wurde wie heute und der Pool leer blieb, weil ich keine Lust auf Gesellschaft hatte, die nicht du war.“ Ich spürte, wie sich etwas in meiner Brust löste, das ich jahrelang als Vernunft bezeichnet hatte. „Ich auch“, sagte ich. „Ich habe mir eingebildet, es sei vorbei, sobald ich die Straße verlasse. Das war gelogen.“

Sie hielt mir den Krug hin. Das Wasser war kalt, die Minze bittergrün, und ich trank, bis der Durst nachließ und nur noch der andere blieb. Sabine setzte sich auf den Rand einer Liege und bedeutete mir, neben ihr Platz zu nehmen. Unsere Knie berührten sich nicht, aber die Wärme zwischen ihnen war schon eine Berührung. „Du musst nichts“, sagte sie. „Du kannst den Karton holen und gehen. Oder du bleibst, schwimmst, und wir reden. Und wenn du mehr willst, sagst du es. Ich will es. Ich will es seit damals. Aber nur, wenn du es auch willst, und nur so weit, wie du es willst.“

Die Klarheit in ihrem Ton machte mich ruhiger und zugleich wacher. Ich stellte das Glas ab. „Ich will bleiben“, sagte ich. „Ich will schwimmen. Und ich will nicht so tun, als wäre das alles.“ Sabine atmete aus, ein kleines, zufriedenes Geräusch. „Gut“, sagte sie. „Dann zieh das Kleid aus, bevor es noch mehr nach Straße riecht. Im Korb liegt ein Bikini, wenn du einen willst. Oder du kommst so, wie du bist. Hier sieht uns niemand.“ Sie stand auf und ging zurück zum Wasser, ohne mich zu drängen, und gerade das gab mir den Mut.

Ich zog das Kleid über den Kopf und legte es über die Lehne. Darunter trug ich schlichte Wäsche, hell und vom Tag etwas feucht am Rücken. Einen Moment stand ich nur da und ließ die Luft an die Stellen, die der Stoff verdeckt hatte. Sabine sah mich an, offen, ohne zu greifen. „Du bist schön“, sagte sie. „Das habe ich dir damals nicht gesagt, weil ich Angst hatte, du würdest es für eine Höflichkeit halten.“ Ich lachte kurz. „Jetzt halte ich es für eine Einladung.“ Ich streifte auch die Wäsche ab, weil der Bikini im Korb mir vorkam wie eine Ausrede, und stieg die Stufen hinunter.

Das Wasser war kühl genug, um die Hitze aus den Knochen zu ziehen, und warm genug, um die Haut nicht zu erschrecken. Es schloss sich um meine Waden, meine Hüften, meine Brüste. Sabine kam mir entgegen, bis wir uns im flachen Teil gegenüberstanden, das Wasser bis knapp unter die Rippen. Ihre Hände blieben an der Oberfläche. „Darf ich näher kommen?“ fragte sie. „Ja“, sagte ich. Sie trat einen Schritt, dann noch einen, und das Wasser zwischen uns wurde schmal. Ich roch ihre Haut, Sonnencreme und Salz und etwas Eigenes, das ich aus der Erinnerung kannte, obwohl ich es damals nur an ihrer Schläfe gerochen hatte.

Unsere Knie stießen unter Wasser aneinander. Sie legte eine Hand an meine Taille, fragend, und ich legte meine darüber, damit sie blieb. „Küss mich“, sagte ich, weil ich nicht noch einmal fünf Jahre zwischen Wunsch und Mund lassen wollte. Sabine lächelte, dann beugte sie sich vor. Der erste Kuss war vorsichtig, Lippen auf Lippen, ein Prüfen der Temperatur. Der zweite war es nicht mehr. Sie öffnete den Mund, ich auch, und ihre Zunge fand meine mit einer Sicherheit, die mich leise aufstöhnen ließ. Das Wasser schwankte um uns. Ihre andere Hand glitt in meinen Nacken, nass und fest, und ich hielt mich an ihren Schultern fest, als könnte der Boden unter den Fliesen nachgeben.

Wir küssten uns lange. Ich schmeckte Minze und sie, und dazwischen das Chlor, das an ihren Lippen hing. Ihre Brust streifte meine, nass und weich, die Nippel schon hart von der Kühle und von dem, was wir taten. Jede kleine Bewegung rieb uns aneinander, und ich spürte, wie sich zwischen meinen Beinen eine Wärme sammelte, die nichts mit dem Juli zu tun hatte. Sabine löste sich nur so weit, dass sie mich ansehen konnte. „Noch?“ fragte sie. „Noch“, sagte ich. „Und mehr. Ich will deine Hände. Ich will deinen Mund. Sag du mir, wenn dir etwas zu viel wird.“ Sie nickte. „Dasselbe gilt für dich. Ein Wort, und ich höre auf.“

Ihre Hand wanderte von meiner Taille über die Hüfte und blieb auf dem oberen Ansatz meines Schenkels liegen. Der Daumen strich langsam über die nasse Haut. Ich spreizte die Beine ein wenig, nicht aus Ungeduld allein, sondern damit sie den Weg sah. Sabine verstand. Ihre Finger glitten nach innen, erst nur an der weichen Stelle, wo der Schenkel in den Körper übergeht, dann höher, durch das Wasser, bis sie die Hitze fand, die das Wasser nicht kühlen konnte. Ich zog scharf die Luft ein. „Da“, sagte ich. „Genau da.“ Sie lächelte an meinem Mund und küsste mich wieder, während zwei Finger mich langsam teilten und die Feuchtigkeit fanden, die nicht vom Pool kam.

Es war ein seltsames, gutes Gefühl, unter Wasser berührt zu werden: der Druck gedämpft, die Bewegung gleitend, und doch jede Linie ihrer Finger deutlich. Sie strich an meiner Spalte entlang, ohne gleich einzudringen, und kreiste dann über die kleine, empfindliche Stelle, die unter ihrer Berührung anzuschwellen schien. Ich legte die Stirn an ihre Schulter und atmete gegen ihre Haut. „Sabine“, sagte ich, und es war kein Einwand. Sie murmelte meinen Namen zurück und ließ den Druck ein wenig wachsen, kreisend, geduldig, bis meine Hüften von selbst gegen ihre Hand drängten und kleine Wellen gegen den Poolrand schlugen.

Ich wollte nicht nur genommen werden. Ich wollte sie auch. Meine Hand fand ihre Brust, hob sie aus dem Wasser, und ich senkte den Mund auf die nasse Haut. Sie schmeckte nach Sommer. Ich leckte über den Nippel, nahm ihn zwischen die Lippen und sog, bis Sabine ein heiseres Geräusch machte und ihre Finger an mir für einen Moment stillhielten. „Nicht aufhören“, sagte ich gegen ihre Brust, und sie lachte atemlos und bewegte die Hand wieder. Mit der freien Hand fuhr ich an ihrem Bauch hinab, über den Nabel, durch das kurze, dunkle Haar und zwischen ihre Beine. Sie war heiß und glatt und öffnete sich meiner Hand, als hätte sie genau darauf gewartet.

Wir standen so, Brust an Brust, und berührten uns gegenseitig, während das Wasser uns trug und zugleich störte. Ich wollte sie genauer spüren. „Komm raus“, sagte ich. „Ich will dich sehen. Ich will dich richtig schmecken.“ Sabine küsste mich noch einmal, hart und kurz, dann nahm sie meine Hand und führte mich zu den Stufen. Wir stiegen hinaus, nass, nackt, und die Luft war nach dem Wasser fast zu warm. Sie zog mich nicht zur Liege im offenen Licht, sondern unter die Markise, wo eine breite Gartenliege mit dicken Tüchern lag und der Stein nicht brannte. „Hier“, sagte sie. „Leg dich hin, wenn du willst. Oder ich lege mich zuerst. Du entscheidest.“

„Du zuerst“, sagte ich. „Ich will dich ansehen, bevor ich den Kopf verliere.“ Sabine legte sich zurück, ein Bein angewinkelt, das andere lang, die Arme locker neben dem Körper. Wasser tropfte aus ihrem Haar auf das Tuch. Ihre Brüste hoben sich mit dem Atem, die Nippel dunkel und fest, der Bauch weich in der Mitte, die Schenkel leicht geöffnet. Zwischen ihnen glänzte sie, und nicht nur vom Pool. Ich kniete mich neben sie und strich mit der flachen Hand von ihrer Kehle bis zum Nabel, langsam, damit sie jede Stelle kommen sah. „Darf ich?“ fragte ich trotzdem. „Ja“, sagte sie. „Überall. Ich will deinen Mund zwischen meinen Beinen. Ich will deine Finger in mir. Und ich will dasselbe bei dir, wenn du soweit bist.“

Ich küsste ihren Mund, dann die Stelle unter dem Ohr, dann die Mulde über dem Schlüsselbein. Meine Zunge zog eine nasse Linie zur Brust. Ich nahm eine Brust in die Hand, wog sie, strich mit dem Daumen über den Nippel und schloss dann die Lippen darum. Sabine bog den Rücken. Ihre Hand fand mein Haar, nicht drückend, nur haltend. Ich wechselte zur anderen Brust, sog, leckte, biss so leicht, dass sie nur zuckte und „noch“ sagte. Der Geschmack ihrer Haut wurde salziger, je weiter ich nach unten kam. Ich küsste den Bauch, die weiche Stelle daneben, die Innenseite eines Schenkels, und spürte, wie ihr Bein sich weiter öffnete.

Als mein Mund sie endlich erreichte, hielt ich einen Moment inne und atmete sie ein. Warm, eigen, süßlich und scharf zugleich. Ich küsste sie dort, offen, und Sabine stöhnte so tief, dass ich es im eigenen Unterleib spürte. Meine Zunge glitt durch ihre Spalte, von unten nach oben, langsam, und fand die kleine Perle, die unter der Berührung hart wurde. Ich leckte sie in ruhigen Zügen, dann in engeren Kreisen, und hörte an ihrem Atem, was sie brauchte. Ihre Hand in meinem Haar wurde fester. „Ja, Lena, so“, sagte sie. „Bleib da. Ein bisschen fester. Gott, ja.“

Ich gab ihr, was sie verlangte. Zwei Finger legte ich an ihren Eingang, wartete auf das Nicken, das sofort kam, und schob sie hinein. Sie war eng und heiß und zog mich tiefer. Ich krümmte die Finger, suchte die Stelle an der vorderen Wand, und als Sabine die Hüften hob und einen abgerissenen Laut ausstieß, wusste ich, dass ich sie gefunden hatte. Mein Mund blieb an ihrer Klitoris, die Zunge flach und dann spitz, im Takt der Finger. Das Tuch unter uns wurde feucht von Poolwasser und von ihr. Ich hörte nur noch ihren Atem, das leise Schmatzen meiner Lippen und das ferne Plätschern des Filters, das nichts mit uns zu tun hatte.

Sabine kam nicht sofort, und ich wollte es auch nicht überstürzen. Ich wechselte den Rhythmus, wurde langsamer, küsste die Innenseite ihres Schenkels, ließ die Finger in ihr ruhen und sie nur leicht bewegen, bis sie ungeduldig die Hüften drehte. „Nicht aufhören“, sagte sie, diesmal dringender. Ich senkte den Mund wieder, sog die empfindliche Stelle zwischen die Lippen und stieß die Finger tiefer, gleichmäßig, mit dem Handballen gegen sie. Ihr Schenkel begann zu zittern. Sie sagte meinen Namen, dann nur noch Ja, dann nichts mehr, nur ein langes, gebrochenes Stöhnen, während sie sich um meine Finger zusammenzog und gegen meinen Mund drückte. Ich blieb bei ihr, leckte sie durch die Wellen, bis sie meine Schulter berührte und „genug, einen Moment“ hauchte.

Ich zog die Finger langsam heraus und küsste sie noch einmal, zart, auf den Venushügel, dann auf den Bauch. Sabine lag mit geschlossenen Augen, die Brust hob sich schnell, ein Lächeln lag auf ihrem Mund, als hätte jemand eine Spannung gelöst, die seit Jahren dort gesessen hatte. Sie öffnete die Augen und sah mich an, dunkel und weich. „Komm her“, sagte sie. Ich kroch zu ihr hinauf, und sie küsste mich, schmeckte sich auf meinen Lippen und stöhnte leise in den Kuss hinein. Ihre Hand glitt zwischen meine Beine, ohne Eile, aber ohne Zögern. „Du bist so nass“, sagte sie an meinem Mund. „Leg dich auf den Rücken. Ich will dich genauso.“

Ich legte mich hin. Das Tuch war warm von ihrem Körper. Sabine kniete sich zwischen meine Beine und sah mich an, als wollte sie sich das Bild merken: meine Brüste, meinen Bauch, die gespreizten Schenkel, das Glänzen dazwischen. „Sag mir, was du magst“, sagte sie. „Deinen Mund“, sagte ich. „Deine Zunge auf mir, langsam am Anfang, dann fester. Finger, wenn du willst, zwei, und nicht zu hastig. Und sieh mich an, wenn du kannst. Ich will wissen, dass du es bist.“ Sie nickte, küsste mein Knie, die Innenseite des Schenkels, biss dort so sanft, dass ich lachen und stöhnen zugleich musste, und senkte dann den Kopf.

Der erste Strich ihrer Zunge war lang und flach und ließ mich die Finger in das Tuch krallen. Sie leckte mich, als hätte sie Zeit, als wäre der Juli nicht heiß und der Abend nicht schon in den Hecken. Ihre Zunge teilte mich, umkreiste die empfindliche Stelle, vermied sie kurz, kam zurück, und jedes Ausweichen machte die Rückkehr schärfer. Ich sah an meinem Körper hinab und traf ihren Blick. Das allein hätte fast gereicht. Sabine hielt den Blick, während sie mich leckte, und die Offenheit darin, das Wissen, dass wir beide genau hier sein wollten, zog mir die Kehle eng.

Sie schob zwei Finger in mich, langsam, und ich nahm sie mit einem Laut auf, der mir fremd und richtig vorkam. Sie füllte mich, drehte die Hand ein wenig, und ihr Mund schloss sich um meine Klitoris. Der Doppelreiz war sofort zu viel und genau richtig. Ich hob die Hüften, und sie legte den freien Arm über meinen Unterbauch, nicht um mich festzuhalten, sondern um mich zu spüren. „Ist das gut?“ fragte sie, die Lippen noch an mir. „Ja“, sagte ich. „Tiefer. Und bleib mit dem Mund da. Bitte.“ Sie gehorchte nicht wie eine Dienerin, sondern wie eine Frau, die dasselbe wollte. Ihre Finger fanden einen Rhythmus, stoßend und kreisend, und ihre Zunge folgte ihm.

Die Hitze stieg mir vom Becken in den Bauch, in die Brüste, in den Hinterkopf. Ich hörte mich selbst, kurze, hilflose Laute, und schämte mich nicht dafür. Sabine stöhnte gegen mich, als gefiele ihr mein Geschmack, und das Vibrieren ihrer Stimme ging direkt in mich über. Ich griff nach ihrer freien Hand, fand sie auf meinem Bauch und verschränkte die Finger mit ihren. „Ich komme gleich“, sagte ich. „Nicht weggehen.“ Sie drückte meine Hand und leckte fester, gleichmäßiger, die Finger tief und gekrümmt. Der Orgasmus kam nicht als einzelner Schlag, sondern als eine Welle, die sich aufbaute, stockte und dann brach. Ich bog den Rücken, presste mich gegen ihren Mund und kam mit einem Laut, den die Hecke schluckte. Meine Schenkel zitterten um ihren Kopf. Sie blieb, bis die Zuckungen nachließen und ich sie am Haar nach oben zog, weil die Empfindlichkeit zu scharf wurde.

Sabine kam zu mir herauf und legte sich halb auf mich, nass, warm, schwer auf die richtige Art. Wir küssten uns langsam. Ich schmeckte mich und sie, und der Geschmack war kein Ende, sondern eine Fortsetzung. Meine Hand glitt wieder zwischen ihre Beine. Sie war noch offen, noch feucht, und zuckte, als ich sie berührte. „Noch einmal?“ fragte ich. „Wenn du kannst.“ Sie lachte leise an meinem Hals. „Ich kann. Aber ich will dich dabei sehen. Setz dich auf mich, oder lass mich auf dich. Ich will deine Brüste im Mund, während du mich anfasst, oder während ich dich anfasse. Ich will nicht, dass es nur nacheinander bleibt.“

Wir rückten um. Sabine setzte sich auf, den Rücken gegen die erhöhte Lehne, und ich kniete mich über ihren Schoß, die Knie neben ihren Hüften, ohne mich ganz auf sie zu setzen. So waren wir auf Augenhöhe. Sie nahm meine Brüste in beide Hände, hob sie, leckte von einer zur anderen, und ich griff zwischen uns nach unten. Meine Finger fanden sie wieder, glitten in sie, und gleichzeitig schob sie eine Hand zwischen meine Beine und rieb mich mit dem Handballen, zwei Finger leicht in mir, nicht tief, nur als Halt. Wir bewegten uns gegeneinander, Brust an Mund, Hand an Hand, und das Tuch raschelte unter unseren Knien.

Es war unordentlich und genau. Manchmal verloren wir den Takt, lachten kurz, fanden ihn wieder. Sabine sog an meinem Nippel, bis es fast wehtat, und ich stieß die Finger schneller in sie, der Daumen auf ihrer Klitoris. Sie stöhnte gegen meine Brust. „So“, sagte sie, „hör nicht auf, Lena, ich bin nah.“ Ich blieb bei dem Rhythmus, auch als mein eigener Arm zu brennen begann. Ihre Hand an mir wurde ungenauer, weil sie selbst zu sehr fühlte, und das war mir recht. Ich wollte zusehen, wie sie kam. Ihr Mund öffnete sich, ihr Blick wurde weit, und dann zog sie sich um meine Finger zusammen, die Stirn an meiner Brust, ein langer, tiefer Laut, der in meine Haut ging. Ich bewegte die Hand weiter, sanfter, bis sie mich am Handgelenk bremste und den Kopf hob, die Augen nass vor Anstrengung und Glück.

„Du“, sagte sie nur, und ihre Finger wurden wieder klar. Sie rieb mich fest und gleichmäßig, den Mund an meinem Hals, die andere Hand an meiner Hüfte, und ich ritt ihre Hand, ohne Scham, die Knie weit, der Atem kurz. Der zweite Höhepunkt kam schneller und schärfer als der erste. Ich klammerte mich an ihre Schultern, sagte ihren Namen, und kam so heftig, dass ich für ein paar Sekunden nur noch das Pochen zwischen meinen Beinen und ihren Halt spürte. Sie küsste mich durch das Zittern, langsam, als wollte sie mich zurückholen, ohne mich zu früh aus dem Gefühl zu ziehen.

Danach sanken wir seitlich auf die Liege, ineinander verhakt, die Beine noch überkreuzt, die Haut klebrig von Wasser, Schweiß und dem, was wir einander gegeben hatten. Die Markise warf einen kühlen Streifen über unsere Körper. Draußen auf dem Pool lag die Sonne noch, und das Wasser bewegte sich, als wäre nichts geschehen, nur ein wenig unruhiger an den Rändern. Sabine strich mir das feuchte Haar aus der Stirn. „Alles gut?“ fragte sie. „Mehr als gut“, sagte ich. „Und bei dir?“ Sie nickte. „Ich habe das gewollt. Jeden Teil davon. Wenn du irgendwo unsicher warst, sag es mir.“ Ich dachte nach, ehrlich, und fand nichts, das ich zurücknehmen wollte. „Ich war sicher“, sagte ich. „Vom Tor an, eigentlich. Nur langsam im Kopf. Der Körper war schneller.“

Wir lagen eine Weile, ohne zu reden. Ihr Herz schlug unter meiner Hand, erst schnell, dann ruhiger. Eine Amsel rief aus der Hecke, und irgendwo in der Nachbarstraße schloss jemand ein Fenster gegen die Hitze. Sabine küsste meine Schulter, nicht fordernd, nur anwesend. „Bleib noch“, sagte sie. „Nicht für immer in diesem Satz. Für den Abend. Wir können noch einmal ins Wasser, wenn du willst, oder nur hier liegen, bis es dunkler wird. Der Karton im Keller ist geduldig.“ Ich lachte leise. „Der Karton kann bis morgen warten. Ich habe ihn nur als Grund benutzt, an deinem Tor vorbeizugehen.“

Sie hob den Kopf und sah mich an, amüsiert und gerührt zugleich. „Das habe ich mir gedacht“, sagte sie. „Ich habe den Pool heute früher aufgedeckt als sonst. Falls du kommst, dachte ich. Falls nicht, hätte ich wenigstens schwimmen können und so getan, als wäre das genug.“ Ich zog sie näher. „Es war nicht genug“, sagte ich. „Damals nicht und heute nicht. Aber heute haben wir es nicht stehen lassen.“ Sabine schwieg einen Moment, dann nickte sie. „Komm morgen wieder, wenn du willst. Oder heute Nacht, wenn dir die Stadt zu laut ist. Mein Haus hat ein Gästezimmer, und es hat mein Bett. Du musst keines von beiden wählen, bevor du soweit bist. Ich will nur, dass du weißt, die Tür ist offen, und dass das hier kein Versehen war.“

„Ich weiß“, sagte ich. „Ich will wiederkommen. Nicht nur wegen dem, was wir gerade getan haben, obwohl ich das wieder will. Auch weil ich mit dir reden will, wenn wir nicht nackt und außer Atem sind.“ Sie lächelte. „Das können wir auch nackt“, sagte sie, und der Satz war leicht, nicht drängend. Wir standen schließlich auf, ein wenig unsicher in den Knien, und gingen noch einmal zum Pool. Das Wasser nahm die Klebrigkeit von der Haut. Wir schwammen nebeneinander, ohne uns zu hetzen, und als Sabine untertauchte und an meinem Knöchel zog, lachte ich so laut, dass es von der Mauer zurückkam. Sie tauchte auf, küsste mich im Wasser, kurz und salzig, und ließ mich dann los, als wäre auch das Loslassen eine Form von Nähe.

Später saßen wir in Tücher gewickelt auf der Liege, tranken das restliche Wasser mit Minze und aßen Pfirsiche, die Sabine aus der Küche holte. Der Saft lief mir über das Kinn, und sie wischte ihn mit dem Daumen weg und leckte ihn ab, eine kleine Geste, die mich wieder warm machte, ohne dass wir sofort neu anfangen mussten. Die Sonne sank hinter die Dächer. Der Pool wurde dunkelblau, dann fast schwarz, mit einer einzigen Lampe unter der Oberfläche, die Sabine einschaltete, damit wir den Rand sahen. „Juli“, sagte sie. „Endlich ein Juli, der nicht nur heiß ist.“ Ich lehnte den Kopf an ihre Schulter. „Wiedersehen“, sagte ich. „Und diesmal kein Gewitter, das uns ins Haus jagt, bevor wir mutig sind.“

„Das Gewitter kommt vielleicht später“, sagte Sabine. „Dann bleiben wir trotzdem. Im Haus, im Bett, wo du willst. Aber nicht, weil wir fliehen.“ Ich nickte. Meine Hand lag auf ihrem Knie, unter dem Tuch, ruhig. In mir war noch das Nachbeben, ein süßes Ziehen, und darüber eine Klarheit, die ich lange nicht gekannt hatte. Ich war vierunddreißig, sie siebenunddreißig, wir hatten uns gewählt, laut und mit Händen und mit Mund, und niemand von uns musste so tun, als wäre es nur die Hitze gewesen. Als ich irgendwann das Kleid wieder anzog, weil die Straße zwischen ihrem Garten und dem alten Haus kurz und hell erleuchtet war, hielt Sabine mich am Tor noch einmal fest. „Morgen“, sagte sie. „Komm schwimmen. Oder komm einfach.“ Ich küsste sie, vor der Hecke, wo uns die Straße nicht sehen konnte, und der Kuss war kein Abschied, sondern der Satz, den wir damals nicht zu Ende gesprochen hatten.

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