Was wir beenden wollten
Fremdgehen · 20 Minuten lesen · 27 Minuten hören
Gelesen von Ekaterina
Teil 1 der Serie Verbotene Nächte (4)
Der Regen hatte die Straße dunkel gemacht, obwohl es erst später Nachmittag war. Ich ging am Rand des Bürgersteigs, den Mantelkragen hoch, und wiederholte im Kopf die drei Sätze, mit denen ich die Affäre beenden wollte. Ich war vierunddreißig. Jonas war einundvierzig.
Trotzdem hatte ich den ganzen Weg über das Gefühl, meine Füße wüssten mehr als mein Mund. Das Hotel lag an der Ausfallstraße, hinter einer Hecke, die im Regen glänzte. Im Flur roch es nach nassem Teppich und nach dem Mittel, mit dem jemand den Boden gewischt hatte. Ich nahm die Treppe.
Auf jeder Stufe sagte ich mir, dass ich nur gekommen war, um es auszusprechen und dann zu gehen. Vor Zimmer 214 blieb ich stehen. Hinter der Tür war es still. Ich hob die Hand und klopfte leiser, als ich es mir vorgenommen hatte.
Er öffnete, bevor ich ein zweites Mal klopfen konnte. Jonas stand barfuß auf dem Teppich, das Hemd am Kragen offen, die Ärmel bis zu den Unterarmen hochgeschoben. Er sah müde aus und gleichzeitig wach, so wie Menschen aussehen, die eine Stunde lang auf einen Satz gewartet haben. „Du bist da“, sagte er, und es klang nicht wie eine Begrüßung, sondern wie eine Feststellung, die ihn selbst überraschte.
Ich nickte und trat ein. Das Zimmer war schmal: ein Bett, ein Tisch am Fenster, zwei Stühle, ein Schrank, dessen Tür nicht ganz schloss. Auf dem Tisch standen zwei Gläser und eine Flasche Wasser. Kein Wein. Das hatten wir uns so gesagt. Wir wollten klar bleiben.
Ich legte den Mantel über die Stuhllehne und blieb stehen, weil Sitzen sich anfühlte wie ein Versprechen, länger zu bleiben. Jonas schloss die Tür. Das Schloss klickte leise. Draußen zog ein Wagen vorbei, und das Geräusch verlor sich im Regen. „Ich habe meinem Mann gesagt, ich treffe eine Freundin“, sagte ich.
Die Worte lagen schwer im Raum, nicht weil sie neu waren, sondern weil wir sie schon zu oft benutzt hatten. Jonas nickte. „Ich habe gesagt, ich müsse noch in die Werkstatt.“ Er arbeitete mit Holz, reparierte Möbel, und die Werkstatt war oft der Ort gewesen, an den er angeblich fuhr, wenn er zu mir kam.
Heute war die Lüge dazu da, uns das Ende zu ermöglichen. Das machte sie nicht leichter.
Wir setzten uns trotzdem. Die Stühle standen sich gegenüber, der Tisch zwischen uns, schmal genug, dass unsere Knie sich hätten berühren können, wenn einer von uns nachgegeben hätte. Niemand gab nach. Jonas schenkte Wasser ein.
Seine Hand war ruhig, ruhiger als seine Augen. Ich nahm das Glas und trank, weil ich etwas tun musste, das nicht Sprechen war. Das Wasser war kühl und schmeckte nach nichts. „Also“, sagte er. Ich nickte. „Also.“
Wir lächelten beide nicht. Draußen schlug der Regen gegen die Scheibe, und das Licht im Zimmer war gelb von der Lampe über dem Bett. Ich sah seine Hände auf dem Tisch, die Adern, den kleinen Schnitt an einem Knöchel, den ich kannte. Ich kannte zu viel von ihm für einen Menschen, den ich verlassen wollte.
„Wir haben gesagt, wir hören auf“, begann ich. Meine Stimme war fester, als ich erwartet hatte. „Nicht irgendwann. Heute. Bevor es noch jemandem wehtut, der nichts davon weiß.“
Jonas sah auf das Glas, dann auf mich. „Ja“, sagte er. „Das haben wir gesagt.“ Er schwieg einen Moment. „Ich will das auch. Ich will nicht der Mann sein, der immer noch eine Tür offen lässt, wenn er längst hätte schließen müssen.“
Ich spürte, wie etwas in meiner Brust nachgab und gleichzeitig enger wurde. Es war leichter, wenn er widersprach. Wenn er dasselbe wollte wie ich, blieb nur noch die Ausführung. Und die Ausführung saß mir gegenüber und atmete.
Wir sprachen eine Weile so, als könnten richtige Sätze das ersetzen, was zwischen uns lag. Ich sagte, dass mein Mann nichts merke und dass genau das mich am meisten beschäme. Jonas sagte, seine Lebensgefährtin frage nicht mehr, wo er sei, und dass dieses Nichtfragen schlimmer sei als ein Streit.
Wir nannten keine Einzelheiten aus den Betten, in die wir abends zurückkehrten. Das wäre billig gewesen und außerdem nicht der Grund, aus dem wir hier saßen. Der Grund saß zwischen den Gläsern: drei Monate, in denen wir uns in seiner Werkstatt, in meinem Auto, einmal in einer fremden Wohnung getroffen hatten, immer mit der Versicherung, es sei das letzte Mal, und immer mit dem Wissen, dass die Versicherung log.
„Heute nicht“, sagte ich. „Heute sagen wir es und halten es.“ Jonas hob den Blick. Es war kein langer Blick, noch nicht. Es war nur ein Prüfen, ob ich es ernst meinte. Ich hielt stand.
Meine Hände lagen flach auf dem Tisch, die Nägel kurz, der Ring an der linken Hand ein schmales Gold, das im Lampenlicht einen kleinen Strich zog. Ich hatte den Ring nicht abgenommen. Das gehörte zu dem, was ich mir schuldig war. Jonas trug keinen Ring. Er hatte nie einen getragen. Trotzdem lag auf seinem Gesicht dieselbe Schwere, die ich im eigenen Mund schmeckte, wenn ich abends nach Hause kam und so tat, als sei der Tag gewöhnlich gewesen.
Er erzählte, wie er am Morgen in der Werkstatt gestanden und ein Stuhlbein geleimt hatte, während er schon wusste, dass er am Nachmittag hier sein würde. Der Leim hatte an seinen Fingern geklebt. Er hatte die Hände gewaschen, bis die Haut rot war, und trotzdem gemeint, der Geruch sei noch da.
„Ich wollte sauber hier ankommen“, sagte er und lachte kurz, ohne Freude. „Als ob das ginge.“ Ich verstand ihn besser, als mir lieb war. Ich hatte mich zu Hause geduscht, langsam, mit dem Rücken zur Tür, und dabei gedacht, ich wasche mir die Absicht ab.
Als ich das Handtuch nahm, war die Absicht noch da. Sie saß nicht in der Haut. Sie saß tiefer, an einem Ort, den Wasser nicht erreichte.
Eine Weile hörten wir nur den Regen. Ich dachte an den ersten Abend, nicht um ihn herzuholen, sondern weil er sich von selbst in den stillen Raum schob. Damals hatten wir in seiner Werkstatt gestanden, zwischen Sägemehl und einer Lampe, die zu grell war, und hatten über einen Tisch gesprochen, den er für eine Bekannte von mir reparieren sollte.
Irgendwann war das Gespräch dünn geworden. Er hatte mich angesehen, lange, und ich hatte nicht weggesehen. Heute, in diesem Hotel, merkte ich, dass ich genau vor dieser Stelle angekommen war, nur mit mehr Wissen und mit weniger Recht. Ich räusperte mich.
„Wir sollten die praktischen Dinge klären“, sagte ich. „Keine Nachrichten mehr. Keine Ausreden. Wenn wir uns in der Stadt sehen, grüßen wir und gehen weiter.“
„Ja“, sagte Jonas. Er wiederholte meine Sätze, langsam, als schriebe er sie sich auf. Keine Nachrichten. Kein Vorbeifahren an meiner Straße. Kein Warten vor dem Laden, in dem ich manchmal Brot kaufte, nur weil er wusste, dass ich dienstags dort war.
Ich hörte zu und nickte bei jedem Punkt, und mit jedem Nicken wurde mir klarer, wie genau er mich kannte. Das Wissen war das Eigentliche, das wir hätten zurückgeben müssen, und wir konnten es nicht zurückgeben. Es blieb in ihm. Es blieb in mir.
Als er fertig war, legte er die Hände flach auf den Tisch, spiegelgleich zu meinen, ohne sie zu berühren. Zwischen unseren Fingerspitzen lag vielleicht eine Handbreit Luft.
Ich sah auf diese Luft, als wäre sie eine Aufgabe. Wenn ich jetzt aufstand, den Mantel nahm und ging, war die Affäre beendet, wenigstens dem Wort nach. Meine Beine blieben, wo sie waren. Jonas atmete aus, lang und leise.
Ich hob den Kopf, weil das Schweigen zu dicht wurde, und in dem Moment hob auch er den Kopf. Unsere Blicke trafen sich nicht zufällig. Sie trafen sich, weil keiner von uns mehr auf die Hände sehen konnte, ohne zu lügen.
Es war ein langer Blick. Nicht der kurze, prüfende von vorhin. Dieser blieb. Er hatte Zeit. Er fragte nichts und sagte alles.
Ich kannte seine Augen, grau mit einem dunklen Rand, und ich kannte die kleine Falte zwischen den Brauen, die kam, wenn er etwas nicht sagen wollte und es doch nicht lassen konnte. In diesem Blick war die Falte da und zugleich etwas Weiches, das ich nur selten an ihm gesehen hatte. Er sah mich an, als merke er sich mein Gesicht für eine Zeit, in der er es nicht mehr sehen durfte.
Ich tat dasselbe, ohne es zu wollen. Ich sah den Mund, der jetzt geschlossen war, die Linie des Kinns, den Hals, an dem eine Ader leicht schlug. Ich sah, dass er nicht wegsehen würde, solange ich nicht wegsah. Der Regen wurde lauter. Im Zimmer bewegte sich nichts außer unserem Atem.
Der Blick hielt so lange, dass mir warm wurde, erst im Gesicht, dann tiefer, an einer Stelle, die nichts mit Anstand zu tun hatte. Ich schämte mich dafür und blieb trotzdem. Scham und Wunsch saßen in mir nebeneinander, ohne sich zu verdrängen.
Jonas schluckte. Ich sah es an seinem Hals. Seine Finger zuckten einmal auf der Tischplatte, als wollte die Hand etwas, das der Rest von ihm noch verbot. „Wenn du jetzt gehst“, sagte er leise, „gehe ich nicht hinter dir her.“
„Ich weiß“, sagte ich. Meine Stimme war nicht mehr fest. „Deshalb bin ich noch hier.“ Das war die Wahrheit, und sie machte den langen Blick noch länger. Keiner von uns lächelte. Es gab nichts zu beschönigen.
Ich weiß nicht, wer sich zuerst bewegte. Vielleicht ich, vielleicht er, vielleicht die Luft zwischen uns, die zu eng geworden war. Meine rechte Hand löste sich vom Tisch und lag einen Augenblick in der Schwebe.
Jonas sah auf die Hand, dann wieder in mein Gesicht, und in diesem zweiten Blick fragte er, ohne den Mund zu öffnen. Ich nickte, kaum sichtbar. Er hob seine Hand ebenso langsam, als hätte Eile alles verdorben, was wir uns noch erlauben wollten.
Seine Fingerspitzen berührten meine. Nur das. Haut an Haut, trocken, warm, ein kleiner Stoß, der durch den Arm bis in die Brust ging. Ich atmete ein und vergaß, gleich wieder auszuatmen.
„Ist das noch das Ende?“, fragte er. Seine Stimme war rau. „Nein“, sagte ich. „Aber ich will es trotzdem.“ Er schloss für eine Sekunde die Augen, als müsse er den Satz irgendwo ablegen, wo er ihn später wiederfand.
Dann öffnete er sie und sah mich an, klar, ohne Ausflucht. „Ich auch“, sagte er. „Sag es noch einmal, damit ich sicher bin.“ Ich drückte seine Finger. „Ich will dich. Heute. Auch wenn wir danach gehen und es beenden. Ich will dich jetzt.“
Jonas nickte. „Und ich will dich. Nicht, weil du gehen könntest. Weil du hier bist und ich dich ansehe und nicht mehr so tun kann, als reiche das Reden.“
Er stand auf, ohne meine Hand loszulassen, und ich stand mit ihm auf. Der Tisch blieb zwischen uns, ein letztes Möbelstück mit Anstand. Jonas ging um ihn herum. Ich blieb, wo ich war, und sah ihm entgegen.
Als er vor mir stand, roch ich das Holz an ihm, trotz des Waschens, einen trockenen, hellen Geruch, und darunter seine Haut. Er war größer als ich. Das hatte ich immer gewusst und vergaß es jedes Mal neu, wenn er so nah kam.
Er hob die freie Hand nicht sofort. Er wartete, bis ich den Kopf etwas in den Nacken legte und ihn ansah, von unten, mit dem ganzen langen Blick noch im Gesicht. „Darf ich?“, fragte er.
„Ja“, sagte ich. Erst dann legte er die Hand an meine Wange. Die Handfläche war warm und ein wenig rau von der Arbeit. Der Daumen strich einmal unter meinem Auge entlang, langsam, als prüfe er, ob ich wirklich da war.
Ich lehnte mich in die Berührung, nur einen Zentimeter, und dieser Zentimeter reichte, um den Rest der Vorsätze leiser zu machen. Jonas beugte sich herab. Er küsste mich nicht sofort. Er hielt den Mund nah an meinem, sodass ich seinen Atem auf der Oberlippe spürte, warm und unruhig.
Ich öffnete die Lippen ein wenig. Er auch. Dann trafen sie sich, erst vorsichtig, dann mit dem Hunger, den wir eine Stunde lang in Sätze gesperrt hatten.
Der Kuss war tief und ohne Eile am Anfang, dann nicht mehr ohne Eile. Ich schmeckte das Wasser, das er getrunken hatte, und darunter ihn, einen Geschmack, den ich wiedererkannte wie eine Tür, die man im Dunkeln findet. Meine Hände gingen an seine Seiten, über das Hemd, und spürten die Wärme darunter.
Er zog mich näher, eine Hand im Nacken, die andere an meiner Taille. Der Tisch stieß leicht gegen meine Hüfte. Ich achtete nicht darauf. Ich öffnete den Mund weiter, und seine Zunge fand meine, langsam zuerst, dann sicherer, ein Gespräch, das keine praktischen Dinge mehr kannte.
Ein leises Geräusch kam aus meiner Kehle. Er antwortete mit einem tieferen Atemzug und küsste mich, als hätte er genau auf dieses Geräusch gewartet.
Wir lösten uns nur so weit, dass wir atmen konnten. Seine Stirn lag an meiner. „Komm“, sagte er, und es war keine Anordnung, eher ein Vorschlag, den er selbst brauchte. Ich nickte.
Er führte mich die wenigen Schritte zum Bett, die Hand noch an meiner. Das Bett war schmal für zwei Menschen, die sich nicht entscheiden konnten, wie nah sie sich erlauben wollten. Heute war die Entscheidung schon gefallen.
Ich setzte mich auf die Kante. Die Decke war glatt und kühl unter meinen Handflächen. Jonas kniete sich nicht hin. Er blieb stehen, zwischen meinen Knien, und sah auf mich herab, und ich sah zu ihm auf, und der lange Blick kehrte zurück, jetzt mit weniger Abstand und mit mehr Hitze.
Ich öffnete den ersten Knopf seines Hemdes. Meine Finger zitterten ein wenig, nicht vor Angst, vor Genauigkeit. Ich wollte ihn sehen. Ich wollte die Zeit nicht überspringen, als wäre der Körper nur ein Mittel zum Schluss.
Jonas ließ mich. Er stand still, die Hände an meinen Schultern, die Daumen in kleinen Kreisen, die durch den Stoff gingen. Der zweite Knopf. Der dritte. Darunter kam seine Brust, die Haut etwas dunkler als mein Handrücken, ein paar Haare, die ich mit den Fingerspitzen zur Seite strich.
Er atmete tiefer, als ich die flache Hand auf sein Brustbein legte und die Wärme aufnahm. Sein Herz schlug schnell. Meins auch. Ich schob das Hemd von seinen Schultern, und er half, indem er die Arme sinken ließ.
Das Hemd fiel auf den Stuhl, oder vielleicht auf den Boden. Ich sah nicht hin. Ich sah auf seinen Bauch, auf die Linie, die vom Brustbein nach unten führte, auf die Hose, die schon enger saß.
Jonas beugte sich und küsste mich wieder, kürzer diesmal, und seine Hände fanden den Saum meines Pullovers. „Darf ich dich ausziehen?“, fragte er an meinem Mund. „Ja“, sagte ich. „Langsam.“
Er nickte, als hätte ich ihm die einzige Anweisung gegeben, die er brauchte. Er zog den Pullover nach oben, und ich hob die Arme. Für einen Moment war ich im Stoff gefangen, blind, und spürte nur seine Knöchel an meinen Seiten. Dann war der Pullover weg, und die Luft des Zimmers lag kühl auf meinen Armen und auf dem dünnen Hemdchen darunter.
Jonas betrachtete mich, und ich ließ es zu. Es war wieder dieser Blick, nur jetzt auf Haut und Stoff gerichtet, und er machte mich weich und wach zugleich. Er strich mit beiden Händen über meine Schultern, die Träger des Hemdchens hinab, ohne es gleich auszuziehen.
Seine Handflächen waren groß. Sie deckten viel von mir. Ich spürte jeden Schwielenrand, jede warme Stelle. Er küsste meine Schulter, dann die Mulde über dem Schlüsselbein, dann den Hals, dort, wo der Puls saß.
Ich legte den Kopf zur Seite und gab ihm den Platz. Mein Atem ging kürzer. Zwischen meinen Beinen wurde es warm und schwer, ein Ziehen, das ich nicht mehr als Scham abtun konnte. Ich wollte seine Hände tiefer.
Ich zog mir das Hemdchen selbst über den Kopf, weil Warten sich plötzlich wie eine Lüge anfühlte. Darunter trug ich keinen weiteren Stoff an der Brust. Die kühle Luft traf meine Brustwarzen, und sie zogen sich zusammen, hart und empfindlich.
Jonas hielt inne. Sein Blick ging über mich, nicht hastig, nicht besitzergreifend auf eine Art, die mich klein gemacht hätte. Er sah aus, als danke er dem Augenblick, obwohl wir beide wussten, dass wir kein Recht auf Dank hatten.
„Du bist schön“, sagte er, schlicht, ohne Schmuck darum. Ich glaubte ihm, weil seine Stimme brach. Er beugte sich und nahm eine Brustwarze in den Mund, warm, feucht, die Zunge langsam kreisend. Ein Stoß ging durch meinen Bauch. Ich griff in sein Haar und hielt ihn dort.
Er wechselte zur anderen Brust, saugte sanft, dann etwas fester, und ich hörte mich leise stöhnen. Meine Schenkel öffneten sich weiter, ohne dass ich es beschloss. Jonas kniete sich jetzt doch, zwischen meine Beine, die Hände an meinen Hüften, der Mund noch an meiner Haut.
Er küsste eine Spur hinab über den Bauch, langsam, mit Pausen, in denen er die Stirn an mich legte und einfach atmete. Ich streichelte seinen Nacken. Die Haut dort war heiß. „Jonas“, sagte ich, und mehr war nicht nötig.
Er sah auf, das Kinn an meinem Bauch, die Augen dunkel. „Sag mir, wenn ich aufhören soll“, sagte er. „Ich sage es, wenn ich es will“, antwortete ich. „Jetzt will ich nicht, dass du aufhörst.“
Er öffnete den Knopf meiner Hose. Der Reißverschluss gab ein kleines, alltägliches Geräusch, das in diesem Zimmer unanständig klang, weil alles andere so leise war. Ich hob die Hüften, und er zog die Hose über sie, dann die Beine hinab, sorgfältig, als wäre der Stoff etwas, das man nicht einfach wegwarf.
Die Schuhe hatte ich schon an der Tür verloren, ohne es recht zu merken. Er strich mit den Händen an meinen Waden hinauf, über die Knie, an die Innenseite der Schenkel. Dort blieb er, die Daumen in kleinen Kreisen, nah genug, dass ich die Wärme seiner Haut durch den dünnen Stoff meines Slips spürte, und doch nicht nah genug.
Ich war schon feucht. Ich spürte es bei jeder kleinen Bewegung, ein Glätten, ein Ziehen.
Jonas küsste die Innenseite eines Schenkels, dann die andere, höher jedes Mal. Sein Atem traf den Stoff, und ich zuckte. Er sah auf, suchte mein Gesicht. Ich nickte. Er hakte die Finger unter den Slip und zog ihn langsam herab.
Ich hob wieder die Hüften. Als der Stoff weg war, lag ich offen vor ihm, auf der Bettkante, die Knie auseinander, und die Scham, die ich vorhin noch neben dem Wunsch sitzen gehabt hatte, wurde für einen Moment ganz laut. Dann sah ich sein Gesicht.
Er betrachtete mich mit einem Hunger, der nichts Grobes hatte, und die Scham wich genug, dass der Wunsch den Platz behielt. „Darf ich dich schmecken?“, fragte er. „Ja“, sagte ich, und das Wort kam rau.
Er senkte den Mund auf mich. Der erste Kontakt war weich, fast fragend, die Zunge flach über die äußeren Lippen, ein langsames Kennenlernen, obwohl er mich kannte. Ich stöhnte und legte mich ein Stück zurück, gestützt auf die Ellbogen, damit ich ihn sehen konnte.
Sein dunkles Haar zwischen meinen Schenkeln, seine Schultern, die sich bewegten, seine Hände, die meine Hüften hielten, nicht fest, nur sicher. Er leckte mich in langen Zügen, von unten nach oben, und jedes Mal, wenn er die Stelle erreichte, an der alles zusammenlief, wurde mein Atem ein kleiner Laut.
Er blieb dort nicht gleich. Er umkreiste sie, neckte, kam zurück, bis ich die Hüften hob und ihm entgegenkam.
„Dort“, sagte ich, und meine Stimme gehorchte mir kaum. „Bleib dort. Bitte.“ Er blieb. Seine Zunge wurde genauer, kleine Kreise, dann ein Saugen, sanft und stetig, und zwei Finger legten sich an meinen Eingang, ohne einzudringen, nur als Wärme und Druck.
„Ja“, sagte ich, ehe er fragen konnte. Er schob einen Finger in mich, langsam, und ich war so feucht, dass es ohne Widerstand ging, nur mit einem tiefen, vollen Gefühl. Er krümmte den Finger, fand die Stelle innen, die mich jedes Mal weich machte, und bewegte sich im Takt seiner Zunge.
Ich ließ den Kopf nach hinten fallen. Die Lampe über dem Bett war ein gelber Fleck. Der Regen schlug. Ich hörte beides und hörte es nicht.
Ein zweiter Finger kam dazu, und die Dehnung war genau richtig, ein Brennen, das sofort in Lust umschlug. Ich bewegte die Hüften gegen seinen Mund, nicht wild, aber ohne Zurückhaltung. Jonas stöhnte an mir, und die Vibration ging durch die empfindlichste Stelle.
Meine Schenkel begannen zu zittern. Ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, eng um seine Finger, höher und höher, eine Welle, die noch nicht brechen wollte und doch nicht mehr aufzuhalten war. „Ich komme“, sagte ich, überrascht, wie schnell es ging, und wie wenig ich es aufhalten wollte.
Er wurde nicht schneller. Er blieb in dem Rhythmus, den mein Körper schon angenommen hatte. Dann brach es. Ich kam mit einem Laut, den ich in die Armbeuge drückte, die Hüften zuckend, die Innenwände eng um seine Finger, eine lange, helle Entladung, die mich leer und voll zugleich zurückließ.
Er blieb bei mir, bis das Zucken nachließ, die Zunge jetzt leichter, fast tröstend, die Finger noch in mir, still. Dann zog er sie langsam heraus und küsste die Innenseite meines Schenkels, einmal, wie einen Punkt am Ende eines Satzes. Ich lag auf den Ellbogen und atmete, als hätte ich eine Treppe zu schnell genommen.
Jonas richtete sich auf. Sein Mund glänzte. Er wischte sich nicht sofort ab. Er sah mich an, und in dem Blick lag etwas, das über die Lust hinausging, eine Zärtlichkeit, die gefährlicher war als der Hunger.
Ich setzte mich auf und zog ihn zu mir. Ich küsste ihn und schmeckte mich auf seiner Zunge, salzig und warm, und der Geschmack machte mich von neuem unruhig, obwohl mein Körper noch nachbebte.
Ich öffnete seine Hose. Er half, schob sie hinab, dann die Shorts, und sein Schwanz sprang frei, hart, die Spitze schon feucht. Ich nahm ihn in die Hand, spürte die Hitze, das Pochen, und strich langsam von der Wurzel bis zur Spitze. Jonas stöhnte in meinen Mund.
„Ich will in dir sein“, sagte er. „Willst du das?“ „Ja“, sagte ich. „Komm her.“ Ich rutschte auf dem Bett nach hinten und zog ihn mit. Er legte sich zwischen meine Schenkel, stützte sich auf die Unterarme, und wir sahen uns an, nah genug, dass ich die grauen Ränder seiner Augen sah.
Er setzte die Spitze an mich, wartete einen Herzschlag, und ich hob ihm die Hüften entgegen.
Er drang langsam in mich ein. Die Fülle war sofort da, tief, genau, ein Ausfüllen, das mich wieder öffnete, obwohl ich eben erst gekommen war. Ich schlang die Beine um seine Hüften und hielt ihn, als er ganz in mir war. Wir bewegten uns nicht gleich. Wir atmeten, Stirn an Stirn, und ich spürte ihn pochen.
Dann zog er sich zurück und stieß wieder hinein, lang und tief, in einem Takt, der nicht hetzte. Jeder Stoß rieb an der Stelle, die seine Finger schon gefunden hatten. Ich kam ihm entgegen. Das Bett gab ein leises Geräusch. Der Regen deckte uns zu. „Sieh mich an“, sagte ich, und er sah mich an, den ganzen langen Blick, während er in mir war.
Der Takt wurde dichter. Ich griff seine Schultern, die Nägel leicht in der Haut, und er stöhnte, ohne den Blick zu lassen. Eine Hand schob sich zwischen uns und fand meine Klitoris, zwei Finger, kreisend, im selben Rhythmus wie seine Stöße. Das zweite Kommen baute sich schneller auf, schärfer, weil ich schon offen war.
„Mit mir“, sagte ich. „Ich bin nah“, sagte er. Ich kam zuerst, eng um ihn, ein Ziehen, das durch den ganzen Körper ging, und er folgte, stieß noch zweimal tief und hielt dann still, während er in mir pulsierte, das Gesicht an meinem Hals, ein gebrochener Laut an meiner Haut. Wir blieben so, ineinander, bis der Atem sich beruhigte und der Regen wieder das lauteste im Zimmer war.
„Wir haben es nicht beendet“, sagte ich, als wir angezogen an der Tür standen. Der Regen hatte nicht nachgelassen. Jonas nickte. „Heute nicht. Aber wir wollten es.“ Ich nahm den Mantel. Wir sahen uns noch einmal an, lang, und dann ging ich die Treppe hinunter, ohne das Versprechen zu wiederholen.
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