Drei und der offene Koffer
Dreier · 20 Minuten lesen · 26 Minuten hören
Gelesen von Meher
Teil 2 der Serie Zu dritt (3)
Die letzte Flasche stand noch auf dem Wohnzimmertisch, als die Wohnung endlich still wurde. Ich war siebenundzwanzig, Lena vierundzwanzig, und Jonas, der am nächsten Mittag den Zug nehmen würde, einunddreißig. Wir drei waren nüchtern genug, um jedes Wort zu meinen, obwohl der Wein den Abend weich gemacht hatte. Die anderen Gäste waren gegangen. Im Flur stand sein Koffer halb offen, ein Hemd über dem Rand, als hätte die Abreise schon angefangen und sich dann noch einmal umgedreht.
Ich trug Gläser in die Küche und hörte, wie die Wohnungstür ins Schloss fiel. Lena lehnte am Fensterrahmen, barfuß, das Haar noch vom Tanzen durcheinander. Jonas kam aus dem Flur zurück und blieb in der Tür stehen, als wüsste er nicht, ob er sich setzen oder den Koffer schließen sollte. Die Musik lief leise weiter, ein Lied, das niemand mehr ausgesucht hatte. Draußen war die Straße dunkel, und in unserer Wohnung roch es nach Kerzenwachs, Zitrone und dem letzten Stück Kuchen, das niemand angerührt hatte.
Wir setzten uns nicht sofort. Ich spülte zwei Gläser, ließ das Wasser laufen und sah mein Gesicht in der dunklen Scheibe über der Spüle. Hinter mir trat Jonas näher, nicht zu nah, und fragte, ob er helfen solle. Ich sagte, die Nacht sei zu kurz zum Spülen. Er lachte leise, und dieses Lachen kannte ich aus drei Jahren Wohngemeinschaft, aus Morgenkaffee und aus Abenden, an denen wir uns Geschichten erzählt hatten, ohne die Hände voneinander zu nehmen. Heute lag etwas anderes in der Luft, und wir alle drei wussten es, bevor jemand es aussprach.
Lena kam in die Küche, stellte sich auf die andere Seite der Arbeitsplatte und sah uns an, als prüfe sie, ob der Abend noch zu retten sei oder ob er gerade erst beginne. Sie sagte, sie wolle nicht, dass wir uns mit einem höflichen Kuss an der Tür verabschiedeten. Jonas stellte das Glas ab. Seine Stimme war ruhig, als er fragte, was sie dann wollte. Lena sah mich an, und ich nickte, weil dasselbe in mir lag, seit Wochen, seit er den neuen Vertrag unterschrieben hatte und die Tage kürzer geworden waren.
Ich sagte, dass ich ihn wollte und dass ich Lena wollte und dass ich beides nur wollte, wenn es für uns drei klar und frei war. Jonas schwieg einen Moment. Dann fragte er jede von uns einzeln, ob wir das wirklich meinten, hier, in dieser Nacht, ohne dass der Wein für uns sprach. Lena sagte ja, deutlich, und sie legte ihre Hand auf meine, warm und fest. Ich sagte ja, und ich hörte selbst, wie sicher das klang. Jonas sagte, dass er uns beide wollte, dass er morgen trotzdem fahren würde und dass er nichts versprechen könne, was über diese Nacht hinausging. Das war ehrlich, und gerade deshalb blieb ich.
Wir gingen ins Wohnzimmer zurück, ohne Hast. Die Kerzen waren niedriger geworden. Lena setzte sich auf den Teppich, den Rücken an das Sofa, und ich setzte mich neben sie. Jonas kniete sich vor uns, nicht theatralisch, nur nah genug, dass wir seine Wärme spürten. Er fragte noch einmal, ob wir aufhören dürften, sobald eine von uns es wollte. Wir sagten beide, dass genau das galt. Dann beugte er sich zu mir, und ich kam ihm entgegen.
Sein Mund war warm, der Kuss zuerst vorsichtig, dann tiefer, als ich die Hand in seinen Nacken legte. Ich schmeckte Wein und die Salzigkeit seiner Haut. Neben mir atmete Lena schneller. Ich löste mich von ihm und wandte mich ihr zu, weil ich nicht wollte, dass sie nur zusah, solange sie selbst in diesem Kreis stand. Ihr Kuss war anders, weicher am Anfang, dann entschlossen. Sie hielt mein Gesicht mit beiden Händen, und ich spürte, wie sich etwas in meiner Brust öffnete, das ich lange nur nebenbei gedacht hatte.
Jonas sah uns an, die Hände auf den Oberschenkeln, und wartete, bis Lena sich zu ihm drehte. Sie küsste ihn langsamer, als hätte sie sich das schon oft vorgestellt und wolle es nun in Ruhe haben. Ich legte die Hand auf ihren Rücken, unter das dünne Kleid, und fühlte, wie ihre Haut sich unter meiner Handfläche spannte. Sie seufzte in seinen Mund. Das Geräusch ging mir durch den ganzen Körper.
Wir zogen uns nicht auf einmal aus. Jonas öffnete den obersten Knopf meines Hemdes und hielt inne, bis ich nickte. Lena schob den Träger ihres Kleides von der Schulter und fragte mich, ob ich ihn ganz herunterziehen solle. Ich sagte ja. Der Stoff glitt, und ihre Brüste lagen frei im Kerzenlicht, voll und ruhig, die Warzen schon fest. Ich beugte mich hin und küsste die eine, langsam, mit der Zunge über die Spitze, bis Lena den Kopf in den Nacken legte und meinen Namen sagte, nicht laut, aber klar.
Jonas knöpfte mein Hemd weiter auf. Seine Finger waren sicher, nicht eilig. Als der Stoff von meinen Schultern fiel, strich er mit dem Daumen unter meiner Brust entlang und fragte, ob das gut sei. Es war gut. Ich sagte es. Lena half mir aus dem Hemd und küsste die Stelle an meinem Hals, an der mein Puls schlug. Ich spürte beide zugleich, seine Hand an meiner Taille, ihren Mund an meiner Haut, und einen Moment lang konnte ich nicht sagen, welcher Reiz stärker war, weil sie sich ineinander legten.
Wir standen auf, nur um uns die restlichen Kleider abzustreifen, und sanken dann auf die Decke, die Lena schon früher am Abend auf den Teppich gezogen hatte, als hätte sie gehofft, ohne es auszusprechen. Jonas zog sich das Shirt über den Kopf. Sein Körper war mir vertraut aus dem Badflur und aus Sommern auf dem Balkon, und doch neu, weil ich ihn jetzt ansehen durfte, ohne wegzublicken. Lena öffnete seinen Gürtel. Sie fragte ihn, ob sie weitermachen solle. Er sagte ja, die Stimme tiefer als vorhin.
Als er nackt vor uns kniete, lag sein Schwanz schwer und hart gegen den Unterbauch. Lena umfasste ihn mit der Hand, langsam, und sah mich an, als lade sie mich ein, nicht als fordere sie. Ich legte meine Hand über ihre. Gemeinsam strichen wir über die warme Haut, über die Ader an der Unterseite, bis zur Spitze, die schon feucht war. Jonas atmete aus, ein langer Ton, und stützte sich mit einer Hand auf das Sofa. Er sagte, wir sollten uns Zeit lassen. Das taten wir.
Ich beugte mich hin und nahm ihn in den Mund, nicht tief sofort, sondern mit der Zunge um die Spitze, während Lena weiter an der Wurzel hielt. Er schmeckte salzig und sauber. Ich hörte, wie er meinen Namen sagte, und spürte Lenas andere Hand in meinem Haar, nicht drückend, nur da. Als ich den Kopf hob, küsste sie mich, und zwischen unseren Mündern lag noch sein Geschmack. Das machte mich so nass, dass ich die Schenkel zusammendrückte.
Jonas bat uns, uns hinzulegen. Wir taten es, Seite an Seite, und er kniete zwischen unseren Beinen, erst bei Lena. Er küsste die Innenseite ihres Oberschenkels, fragte, ob er sie lecken dürfe, und sie sagte bitte, mit einer Stimme, die ich so noch nicht von ihr gehört hatte. Ich drehte den Kopf und sah zu, wie sein Mund sich auf ihre Spalte legte, wie seine Zunge langsam durch die Falten glitt und dann an ihrer Klitoris kreiste. Lena griff nach meiner Hand. Ihre Finger waren fest. Sie stöhnte offen, ohne Scham, und ich fühlte jedes ihrer Geräusche in meinem eigenen Unterleib.
Ich konnte nicht nur zusehen. Ich beugte mich über sie und küsste ihre Brüste, nahm eine Warze zwischen die Lippen, saugte sanft, dann fester, als sie mich darum bat. Jonas hob kurz den Kopf und sagte, wie schön wir seien, nicht als Floskel, sondern so, als müsse er es loswerden. Dann senkte er sich wieder. Lena kam nicht sofort. Sie wand sich, hielt meine Hand, sagte meinen Namen und seinen, und als die Spannung in ihr brach, zog sie die Knie an und lachte mitten im Stöhnen, überrascht von sich selbst.
Sie brauchte einen Moment. Jonas küsste ihren Bauch und fragte, ob es zu viel sei. Sie schüttelte den Kopf und sagte, jetzt sei ich dran, wenn ich wolle. Ich wollte. Ich öffnete die Beine, und er rückte zu mir. Seine Hände lagen auf meinen Hüften, warm, wartend. Er fragte noch einmal. Ich sagte ja, bitte, jetzt. Sein Mund war geduldig. Er küsste erst den Venushügel, dann die weiche Haut daneben, und erst als ich die Hüften hob, legte er die Zunge flach auf meine Spalte und leckte von unten nach oben, langsam, als habe er die ganze Nacht dafür.
Lena lag an meiner Seite und streichelte meine Brust, den Daumen über die Warze, im selben Takt, in dem seine Zunge meine Klitoris umkreiste. Ich hatte nicht gewusst, dass zwei Münder und zwei Hände mich so vollständig ausfüllen könnten, ohne dass schon jemand in mir war. Ich wurde laut. Das war mir sonst nicht leicht, aber hier, zwischen ihnen, fiel die Scheu weg. Jonas saugte sanft, dann schob er einen Finger in mich, fragte mit einem Blick nach oben, und ich nickte, den Mund offen. Der Finger krümmte sich, fand die Stelle, die mich zittern ließ, und Lena küsste mich, während ich kam, lang und ziehend, die Schenkel um seinen Kopf, bis ich ihn losließ, weil es zu viel wurde und gerade deshalb gut.
Wir lagen einen Augenblick still. Mein Herz schlug bis in die Kehle. Jonas wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und lächelte, ein wenig atemlos. Lena strich mir das Haar aus der Stirn und fragte, ob ich mehr wolle. Ich sagte ja. Sie sagte, sie auch. Jonas holte aus seiner Jacke, die über dem Stuhl hing, ein Kondom, und hielt es hoch, als sei das eine Frage. Wir nickten beide. Er rollte es über seinen Schwanz, sorgfältig, und kam zu uns zurück.
Lena wollte ihn zuerst in sich. Sie legte sich auf den Rücken, zog mich neben sich und sagte Jonas, er solle langsam anfangen. Er kniete sich zwischen ihre Beine, setzte die Spitze an und wartete, bis sie die Hüften entgegenhob. Dann glitt er in sie, Zentimeter um Zentimeter. Lena atmete scharf ein und sagte, ja, so, genau so. Ich sah, wie ihr Körper ihn aufnahm, wie ihre Hände sich in die Decke krallten, und ich spürte eine Mischung aus Lust und Zärtlichkeit, die mich fast überwältigte. Ich küsste sie, während er sich in ihr bewegte, erst flach, dann tiefer, immer im Rhythmus, den sie mit der Stimme führte.
Sie bat mich, ihre Klitoris zu berühren. Ich legte die Hand zwischen ihre Körper, fand die kleine feste Stelle und rieb sie kreisend, nass von ihrem Saft und von dem, was sein Stoßen nach außen drückte. Lena wurde lauter. Jonas hielt sich zurück, das sah ich an seinem Kiefer, und fragte, ob das Tempo stimmte. Sie sagte, fester, und er gehorchte, nicht roh, sondern voller. Als sie kam, zog sie mich an sich, das Gesicht an meinem Hals, und ich fühlte das Zittern durch ihren ganzen Leib, während er in ihr stillhielt, bis die Wellen nachließen.
Er zog sich zurück, vorsichtig, und fragte mich, ob ich ihn jetzt wolle. Mein Körper antwortete schon, bevor ich sprach. Ich sagte ja, und ich sagte, wie: ich wollte auf ihm sitzen, ihn sehen, Lena neben mir. Er legte sich auf den Rücken. Ich stieg über ihn, führte ihn mit der Hand an meinen Eingang und ließ mich sinken, langsam, weil er groß war und ich ihn ganz spüren wollte. Die Dehnung war süß und voll. Ich blieb einen Moment sitzen, die Hände auf seiner Brust, und atmete, bis mein Körper sich um ihn schloss, als gehöre er dorthin, wenigstens für diese Stunde.
Lena kniete sich neben uns und küsste mich, dann ihn, dann wieder mich. Ich begann mich zu bewegen, ein Wiegen mehr als ein Stoßen, und jedes Mal, wenn ich mich senkte, traf er tief. Jonas hielt meine Hüften, nicht um zu führen, sondern um mitzugehen. Er sagte, ich solle nehmen, was ich brauche. Das tat ich. Ich ritt ihn schneller, die Brüste schwangen, und Lena nahm eine in den Mund, saugte, während ihre Hand zwischen uns glitt und meine Klitoris fand. Der doppelte Reiz war fast zu scharf. Ich sagte ihren Namen, dann seinen, und bat sie, nicht aufzuhören.
Jonas setzte sich auf, ohne aus mir zu gleiten, und der Winkel änderte sich. Ich schlang die Beine um ihn. Lena drückte sich von hinten an meinen Rücken, ihre Brüste an meinen Schulterblättern, ihre Hand immer noch zwischen uns, und küsste meinen Nacken. Ich war umschlossen. Sein Schwanz füllte mich, ihre Finger rieben mich, ihr Mund war an meinem Ohr, und sie sagte leise, dass ich kommen dürfe, dass sie mich halten würde. Ich kam so heftig, dass ich den Kopf an seine Schulter fallen ließ und ein Geräusch ausstieß, das ich nicht kannte. Meine inneren Muskeln zogen sich um ihn zusammen, wieder und wieder, und er stöhnte in mein Haar, hielt aber still, bis ich wieder atmen konnte.
Wir wechselten, weil keiner von uns fertig war und weil die Nacht noch trug. Lena wollte mich schmecken, während er sie von hinten nahm. Sie legte sich auf den Bauch, das Gesicht zwischen meinen Schenkeln, und ich öffnete mich für sie. Ihre Zunge war anders als seine, kleiner, schneller, neugieriger. Jonas kniete hinter ihr, strich über ihren Rücken und fragte, ob sie ihn so wolle. Sie hob das Becken und sagte ja, deutlich, den Mund noch an mir. Er drang in sie ein, und der Stoß schob ihr Gesicht fester gegen meine Spalte. Ich hielt ihren Kopf nicht fest. Ich ließ die Hand in ihrem Haar liegen und sagte ihr, wie gut sie sei, wie genau ihre Zunge mich traf.
Es entstand ein Rhythmus zu dritt, ohne dass wir ihn verabredet hätten. Wenn er in sie stieß, leckte sie mich, und wenn er sich zurückzog, holte sie Luft und küsste meine Klitoris, als wolle sie mich nicht verlieren. Ich sah über ihren Rücken hinweg sein Gesicht, angespannt, aufmerksam, die Augen oft bei mir, oft bei der Stelle, wo er in Lena verschwand. Er fragte einmal, ob es für sie noch gut sei. Sie hob den Daumen, ohne den Mund von mir zu nehmen, und lachte dann kurz gegen meine Haut, weil die Geste so alltäglich war mitten in all dem. Ich lachte auch, und das Lachen ging in ein Stöhnen über, als sie zwei Finger in mich schob und gleichzeitig leckte.
Ich kam wieder, diesmal kürzer, heller, die Hüften gegen ihren Mund. Lena stöhnte mit, gedämpft, weil Jonas das Tempo erhöht hatte und sie offenbar selbst nah war. Sie löste sich von mir, stützte sich auf die Unterarme und sagte, er solle nicht aufhören, genau dort, ja. Ich setzte mich auf und küsste ihren Rücken, ihre Schulter, griff unter sie und fand ihre Klitoris, nass und geschwollen. Jonas sah meine Hand und verlangsamte sich, damit ich sie gut treffen konnte. Lena kam mit einem langen, offenen Laut, das Gesicht zur Seite gedreht, die Augen zu, und ich spürte, wie ihr Körper unter meinen Lippen bebte.
Jonas zog sich zurück, das Kondom noch intakt, und atmete schwer. Er sagte, er sei nah und wolle wissen, wo wir ihn haben wollten. Lena und ich sahen uns an. Sie sagte, sie wolle ihn in den Mund nehmen, zusammen mit mir, wenn er das wolle. Er nickte, zog das Kondom ab, knotete es und legte es zur Seite, dann kniete er sich vor uns. Wir knieten beide, Schulter an Schulter. Ich nahm ihn zuerst in den Mund, tief genug, dass er die Faust in die Decke drückte, und Lena leckte die Wurzel und den Sack, sanft, aufmerksam. Wir wechselten. Sie nahm ihn auf, die Lippen fest, und ich küsste die Stelle, wo ihr Mund ihn nicht erreichte, und seine Hüfte, und einmal die Innenseite seines Oberschenkels, wo die Haut dünn und heiß war.
Er warnte uns, die Stimme brüchig. Wir blieben bei ihm. Lena führte ihn mit der Hand, und wir hielten die Münder nah, Zungen an der Spitze, als er kam. Der erste Schub traf meine Zunge, warm und salzig, der nächste Lenas Lippen. Wir teilten ihn, ohne Eile, küssten uns danach, sein Samen zwischen unseren Mündern, und er sah uns an, als könne er den Anblick nicht ganz fassen. Ich schluckte, was auf meiner Zunge lag. Lena wischte sich mit dem Daumen über die Unterlippe und lächelte, offen, nicht verlegen.
Wir sanken auf die Decke. Niemand sprach sofort. Jonas lag in der Mitte, ich an seiner linken Seite, Lena an der rechten, unsere Beine übereinander, die Haut klebrig und warm. Draußen fuhr ein spätes Auto vorbei. Die Kerze auf dem Tisch flackerte und wurde kleiner. Ich hörte unser Atmen, drei verschiedene Tempi, die sich langsam anglichen. Meine Hand lag auf seinem Bauch. Lenas Hand lag über meiner. Es fühlte sich nicht nach einem Ende an, nur nach einer Pause, in der der Körper nachholte, was die Lust überholt hatte.
Jonas fragte leise, ob es uns gut gehe. Ich sagte ja. Lena sagte, besser als gut, und dann, dass sie noch nicht schlafen wolle. Ich auch nicht. Die Nacht war noch nicht verbraucht. Wir tranken Wasser aus demselben Glas, reichten es herum, und die einfache Geste war fast so intim wie das, was vorher gewesen war. Jonas strich mir eine feuchte Strähne aus dem Gesicht. Er sagte, er habe sich das nicht ausgemalt, nicht so, nicht mit uns beiden, und dass er froh sei, gefragt zu haben, statt zu raten. Lena sagte, sie habe seit dem Sommer gewusst, dass sie mich küssen wolle, und seit er den Koffer aus dem Keller geholt habe, dass sie diese Nacht nicht vorbeiziehen lassen wolle. Ich sagte, dass ich beide schon länger angesehen habe, als ich zugegeben hätte, und dass das Ja von vorhin immer noch galt.
Wir küssten uns wieder, diesmal ohne das erste Zögern. Jonas küsste Lena, dann mich, dann sah er zu, wie wir uns küssten, länger, die Zungen langsam, die Hände an Brüsten und Hüften. Die Erregung kam zurück, nicht als Sturm, sondern als Wärme, die sich ausbreitete. Ich spürte, wie ich wieder feucht wurde, als Lenas Oberschenkel sich zwischen meine schob. Jonas wurde erneut hart an meiner Hüfte. Er lachte leise darüber, fast verlegen, und ich nahm ihn in die Hand und sagte, dass das kein Problem sei, wenn er noch wolle und wir noch wollten.
Er holte ein zweites Kondom. Diesmal wollte ich ihn in mir, während Lena auf meinem Gesicht saß, wenn ihr das recht war. Sie fragte, ob ich das wirklich wolle, nicht nur, weil es sich gut anhöre. Ich sagte, ich wolle ihren Geschmack, ihr Gewicht, ihre Stimme über mir. Sie stieg über mich, das Gesicht zu Jonas gewandt, und senkte sich langsam, bis ihre Spalte auf meinem Mund lag. Ich hielt ihre Hüften und leckte, erst die äußeren Lippen, dann tiefer, fand ihre Klitoris und umkreiste sie, während sie sich auf meinen Zügen wiegte. Sie schmeckte nach sich selbst und nach der Nacht, salzig, süß, lebendig.
Jonas kniete sich zwischen meine Beine, setzte sich an und glitt in mich, diesmal in einem Zug, weil ich schon weit offen und nass war. Die Fülle ließ mich gegen Lenas Haut stöhnen. Sie spürte das und drückte sich fester auf meinen Mund, nicht erstickend, nur nah. Er stieß langsam, tief, und jedes Mal hob sich mein Gesicht ein wenig gegen sie. Lena beugte sich vor, ich sah es nicht, aber ich hörte, wie sie ihn küsste, und spürte, wie ihre Hand nach unten griff, zwischen meinen Körper und seinen, und meine Klitoris rieb, während er in mir war. Ich war zwischen ihnen eingespannt, Mund voll von ihr, Schoß voll von ihm, und es gab keinen Gedanken mehr, der nicht Körper war.
Ich leckte sie, wie ich selbst geleckt werden wollte, gleichmäßig, mit flacher Zunge, dann mit der Spitze, dann wieder breit. Lena sagte, genau da, und blieb in der Bewegung, klein, kreisend. Jonas fand ein Tempo, das zu ihrem passte. Ich kam zuerst diesmal, überrascht, die Beine zuckend, und er hielt mich an den Hüften, damit ich nicht von ihm rutschte, und bewegte sich weiter, sanfter, durch die Nachwehen. Lena kam kurz darauf, die Schenkel an meinen Wangen, ein tiefer Laut, und ich trank sie, so gut ich konnte, bis sie sich zur Seite rollte und keuchend neben mir lag.
Jonas war noch in mir. Er fragte, ob er bleiben dürfe, ob ich noch könne. Ich sagte ja, aber langsamer, und ich wollte sein Gesicht sehen. Lena rückte beiseite. Er beugte sich über mich, die Unterarme neben meinem Kopf, und küsste mich, obwohl mein Mund nach ihr schmeckte. Das schien ihn nicht zu stören. Er bewegte sich tief und gemessen, sah mir in die Augen, und ich hielt seinen Blick, so lange ich konnte. Lena lag an unserer Seite, eine Hand auf seinem Rücken, eine auf meiner Brust, und sprach leise, dass wir schön seien, dass er mich gut fülle, dass ich ihn nehmen solle. Ihre Worte machten mich wieder eng um ihn.
Er sagte, er komme. Ich sagte, ja, in mir, das Kondom sei da, er solle nicht aufhören. Seine Stöße wurden kürzer, dann hielt er inne, tief, und ich spürte das Pulsieren, gedämpft durch das Gummi, aber deutlich, während er an meinem Mund stöhnte und Lenas Hand sich auf seinem Rücken spannte, als wolle sie ihn halten, bis es vorbei war. Er blieb einen Moment in mir, die Stirn an meiner, beide von uns nass vor Schweiß. Dann zog er sich zurück, vorsichtig, und legte sich zwischen uns, das Kondom noch an, bis er Atem genug hatte, es abzunehmen und in ein Taschentuch zu wickeln.
Diesmal war die Stille länger. Mein Körper summte. Die Innenseiten meiner Schenkel waren feucht, meine Lippen geschwollen, mein Mund schmeckte nach Lena und nach ihm. Lena lag auf der Seite, das Gesicht zu mir, und lächelte mit geschlossenen Augen. Jonas hatte einen Arm unter meinem Nacken und den anderen um sie. Niemand machte einen Witz, um die Nähe kleiner zu machen. Das war mir wichtig. Die Nacht sollte bleiben, was sie war.
Nach einer Weile stand ich auf, nackt, und holte ein feuchtes Tuch aus dem Bad, dazu das Wasser und eine Decke vom Sofa. Ich wusch erst Lena, sanft zwischen den Beinen, und sie zuckte einmal, überempfindlich, dann lächelte sie und sagte danke. Dann wusch ich Jonas, der die Augen offen hielt und mich ansah, als sei auch diese Geste ein Teil dessen, worum wir gebeten hatten. Zum Schluss wusch ich mich selbst, während sie zusahen, ohne Kommentar, nur da. Wir zogen die leichtere Decke über uns. Die schwere lag feucht unter uns, und das war in Ordnung.
Jonas sagte, der Zug gehe um kurz nach zwölf. Lena sagte, wir würden ihn nicht zur Tür jagen. Ich sagte, er solle schlafen, wenn er könne, und dass der Koffer im Flur bis zum Morgen warten könne. Er küsste uns beide auf die Stirn, erst sie, dann mich, und das war kein Abschied, nur eine Ruhe. Draußen wurde der Himmel nicht hell. Es war noch tief in der Nacht. Irgendwo im Haus schloss eine Tür. Unsere Wohnung blieb still.
Ich lag wach länger als die beiden. Lenas Atem wurde gleichmäßig. Jonas murmelte einmal etwas, das kein Wort war, und zog mich im Schlaf ein wenig näher. Ich sah den offenen Koffer im Flur, das Hemd über dem Rand, und fühlte keine Eile, ihn zu schließen. Was diese Nacht gewesen war, ließ sich nicht einpacken. Es blieb auf der Haut, im Mund, in der Art, wie Lenas Hand auch im Schlaf auf meinem Bauch lag. Ich war siebenundzwanzig, sie vierundzwanzig, er einunddreißig, und wir hatten einander klar gewollt, klar gefragt und klar genommen. Das genügte. Ich schloss die Augen, hörte die leise Musik, die irgendwann von selbst endete, und blieb bei ihnen, bis auch ich in den Schlaf glitt, die letzte Flasche ungeöffnet auf dem Tisch und der Morgen noch weit genug entfernt.
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