Neue Sexgeschichten

Die Ältere von uns beiden

Reife Frau · 22 Minuten lesen · 30 Minuten hören

Gelesen von Meher

Teil 1 der Serie Im besten Alter (6)

Ich war 45 Jahre alt, als ich an einem nassen Montag im März die Glastür der Beratung aufstieß und den Mann sah, der mein Abteilungsleiter sein sollte. Leon Hartwig stand am Ende des Flurs mit einer Tasse, die längst leer war, und wirkte nicht wie jemand, der Räume füllt, sondern wie jemand, der sie still ordnet. Die Assistentin hatte mir am Telefon sein Alter genannt, 31 Jahre, als wäre das eine Randnotiz im Vertrag. Sein Hemd war am Kragen offen, an den Schläfen lag ein früher Schatten, und mein Blick blieb einen Atemzug zu lang an ihm hängen.

Er kam ohne Eile auf mich zu und reichte mir die Hand. Sie war warm und trocken, der Druck fest und nicht länger als nötig. „Miriam Voss“, sagte ich, und er wiederholte den Namen, als prüfe er, wie er im Mund lag. „Willkommen in der Projektabteilung. Wir sind froh, dass Sie da sind.“ Das Sie stand zwischen uns wie ein Möbel, das noch niemand verrückt hatte. Ich lächelte, weil das am ersten Tag erwartet wird, und spürte dabei, dass mein Lächeln ehrlicher ausfiel als geplant.

Er führte mich durch die Etage im achten Stock, vorbei an Glaswänden, an denen der Regen in feinen Bahnen hinunterlief. Mein Schreibtisch stand am Fenster, gegenüber von seinem Büro, so dass wir uns sehen konnten, ohne es zu müssen. Er erklärte die laufenden Mandate in ruhigen Sätzen, ohne mich zu belehren, und ließ Pausen, in denen ich nachfragen konnte. Als er sich über meinen Monitor beugte, um eine Datei zu öffnen, roch ich Seife und einen Hauch von Kaffee, nichts Aufdringliches, nur Nähe. Sein Unterarm lag knapp neben meiner Schulter, ohne sie zu berühren, und diese knapp verfehlte Berührung beschäftigte mich länger als die Tabelle auf dem Bildschirm.

In der Mittagspause aß ich allein in der kleinen Küche und sah auf die nasse Straße hinunter. Ich war nicht neu in diesem Beruf, nur neu in diesem Haus, und ich kannte das Gefühl, Räume erst lesen zu müssen, bevor man in ihnen atmet. Was ich nicht kannte, war dieser klare, unbequeme Zug in der Brust, der nichts mit Nervosität vor einer Probezeit zu tun hatte. Leon war jünger als ich, mein Vorgesetzter, ein Mann, den ich seit zwei Stunden kannte. Trotzdem lag sein Blick noch auf meiner Haut, höflich und aufmerksam, als hätte er nicht nur zugehört, sondern mich gemeint.

Am Nachmittag saßen wir mit dem Team im Besprechungsraum, und ich sprach zum ersten Mal über den Kunden, den ich übernehmen sollte. Meine Stimme war fest, meine Hände lagen flach auf der Mappe, und ich merkte, wie Leon mich ansah, nicht prüfend, sondern mit einer Ruhe, die mich wärmer machte, als der Raum es verdiente. Als eine Kollegin meinen Vorschlag zu klein nannte, widersprach er knapp und ohne Schärfe. Er sagte, der Gedanke trage, man müsse ihm nur Raum geben. Ich spürte die Wärme in meinem Hals und senkte den Blick auf das Papier, damit niemand las, was nicht für die Runde bestimmt war.

Dienstag brachte ich meinen eigenen Becher mit und stellte ihn neben die Tastatur, als könnte Ordnung das andere in mir klein halten. Leon kam gegen zehn an meinen Tisch, legte eine ausgedruckte Gliederung hin und bat mich, die Schwachstellen zu markieren, nicht die Schönheiten. Wir standen nebeneinander, Schulter an Schulter fast, und ich zeichnete mit dem Stift Kreise an den Rand. Einmal griffen wir gleichzeitig nach demselben Blatt. Unsere Finger streiften sich, kurz, harmlos, und doch zog ich die Hand nicht sofort weg. Er auch nicht. Dann lachte er leise, fast verlegen, und das Lachen war jünger als sein Amt.

„Sie arbeiten gründlich“, sagte er, und das Sie klang an diesem Vormittag schon ein wenig wie eine Höflichkeit, die ihm Mühe machte. Ich antwortete, Gründlichkeit sei das Einzige, was ich einem neuen Haus am zweiten Tag sicher anbieten könne. Er sah mich an, länger als ein Vorgesetzter muss, und nickte, als hätte ich etwas anderes gesagt. Danach ging er in sein Büro und schloss die Tür nicht ganz. Durch den Spalt sah ich, wie er sich an den Schreibtisch setzte und einen Moment lang nicht auf den Bildschirm schaute, sondern auf seine eigene Hand.

Am Abend schrieb er mir eine Mail, sachlich, mit drei Punkten und einer Frist. Unter der Signatur stand ein Satz, der nicht nötig gewesen wäre: Danke, dass Sie den Raum heute ruhiger gemacht haben. Ich las ihn zweimal, dann ein drittes Mal, und löschte die Antwort, die mir zuerst in die Finger kam, weil sie zu warm war. Ich schickte stattdessen eine knappe Bestätigung und saß danach noch lange im Mantel auf dem Bettrand, die Schuhe noch an, als müsste ich irgendwohin. In der Dusche ließ ich das Wasser heiß über den Nacken laufen und legte die Hand flach auf den Bauch, nicht um etwas zu beginnen, nur um zu prüfen, ob der Körper schon weiter war als der Verstand.

Mittwoch regnete es nicht mehr, die Stadt glänzte nur noch. Im Teamgespräch verteidigte ich eine Zahl, die andere für zu vorsichtig hielten, und Leon ließ mich ausreden, bis der letzte Satz wirklich zu Ende war. Danach sagte er nur, er teile die Vorsicht, und das Wort teilen setzte sich in mir fest. In der Pause trafen wir uns an der Kaffeemaschine, allein für sieben Minuten, die sich länger anfühlten. Er fragte, ob ich in der Stadt schon einen Ort habe, an dem ich abends zur Ruhe komme. Ich sagte, noch nicht, ich kenne vor allem den Weg vom Aufzug zur Tür. Er lächelte schmal. „Das ändert sich. Oder es ändert sich nicht, und man lernt, den Weg zu mögen.“

Ich sah auf seine Hände, wie sie den Becher hielten, die Knöchel ruhig, kein Ring. Eine dumme Beobachtung, und doch eine, die ich nicht wegschieben konnte. Er fragte, ob das Sie ihm erlaube, wenigstens nach der Arbeit weniger steif zu klingen, und korrigierte sich sofort, das sei unpassend, vergessen Sie es. Ich sagte, ich vergesse ungern Sätze, die ehrlich klingen. Darauf schwieg er, und in diesem Schweigen lag mehr als in der ganzen Morgenrunde. Als die Assistentin um die Ecke kam, traten wir beide einen halben Schritt zurück, als hätten wir uns bei etwas ertappt, das noch keinen Namen hatte.

Donnerstag blieb ich länger, weil eine Anlage nicht stimmte und ich keine halben Dinge in ein fremdes Archiv legen wollte. Gegen sieben war die Etage fast leer. Leon kam aus seinem Büro, den Mantel über dem Arm, und blieb an meinem Tisch stehen, als hätte er den Aufzug verfehlt. „Sie müssen nicht die Letzte sein, nur weil Sie die Neue sind“, sagte er. Ich antwortete, ich sei die Letzte, weil die Zahl nicht stimme, nicht weil ich mich beweisen müsse. Er zog sich einen Stuhl heran, nicht zu nah, und wir gingen die Zellen durch, bis der Fehler klein und begreiflich vor uns lag. Unsere Knie berührten sich unter der Tischplatte einmal und blieben dann, als wäre Wegziehen lauter als Bleiben.

Ich roch wieder diese Seife, dazu die Wärme eines Tages, der zu lang gewesen war. Er sprach leiser als nötig. Ich antwortete leiser als nötig. Als die Zahl endlich stimmte, lehnten wir uns gleichzeitig zurück, und das Lachen, das uns kam, war kurz und echt. „Gehen Sie nach Hause, Miriam“, sagte er, und der Vorname rutschte ihm heraus wie etwas, das er schon lange im Mund gehabt hatte. Er wurde rot, auf eine Art, die ich bei Männern seines Alters selten sehe, weil sie es sich abgewöhnt haben. „Entschuldigung. Frau Voss.“ Ich schüttelte den Kopf. „Miriam ist richtig. Nur nicht im Meeting.“

Er stand auf, zog den Mantel an und blieb an der Tür noch einen Moment. „Dann gute Nacht, Miriam.“ Ich sagte seinen Namen zum ersten Mal laut, Leon, und es fühlte sich an, als hätte ich eine Tür einen Spalt aufgemacht, hinter der schon Licht brannte. Auf dem Heimweg im Zug stand ich, obwohl Sitze frei waren, weil Sitzen sich zu weich angefühlt hätte für das, was in mir wach war. Zu Hause aß ich Brot mit Käse am Fenster und dachte nicht an Strategie, sondern an sein Knie an meinem und an die Stelle, an der er meinen Namen falsch und dann richtig gesagt hatte.

Freitag früh trug ich ein dunkles Kleid, schlicht, mit einem Ausschnitt, der nichts versprach und doch die Linie meines Schlüsselbeins freiließ. Ich sagte mir, es sei das Kleid für den Kundentermin, nicht für ihn. Als ich aus dem Aufzug trat, stand er schon an der Glaswand und sah herüber, und sein Blick blieb an eben jener Linie hängen, bevor er höflich zu meinen Augen fand. In der Runde war er wieder der Abteilungsleiter, klar, knapp, gerecht. Nur einmal, als ich sprach, legte er den Stift hin und hörte so aufmerksam zu, dass ich den Faden fast verlor. Ich fand ihn wieder, weil ich 45 bin und weiß, wie man einen Satz zu Ende bringt, auch wenn das Blut anderswo ist.

Der Termin zog sich. Am späten Nachmittag lag die Präsentation noch offen, drei Folien zu grob, eine Zahl ohne Quelle. Leon bat das Team, nach Hause zu gehen, der Rest sei Sache der beiden, die den Faden hielten. Die anderen packten dankbar ein. Die Assistentin wünschte ein schönes Wochenende und löschte das Licht im Vorraum. Dann war die Etage still, bis auf das Summen der Geräte und den Regen, der wieder an die Scheiben fand. Leon lockerte die Krawatte, die er den ganzen Tag getragen hatte, und sah mich an. „Sie können auch gehen. Ich schaffe den Rest.“ Ich schloss die Mappe nicht. „Wir schaffen den Rest. Und ich heiße Miriam, wenn niemand sonst zuhört.“

Er nickte langsam. „Miriam.“ Wir setzten uns an den langen Tisch im Besprechungsraum, nicht in sein Büro, als wäre der neutrale Raum eine letzte Höflichkeit. Draußen wurde es dunkel, drinnen blieb das Licht warm und etwas zu gelb. Wir arbeiteten eine Stunde wirklich, strichen Sätze, setzten Quellen, und ich merkte, wie gut wir nebeneinander denken konnten, ohne uns in die Quere zu kommen. Dann war die letzte Folie sauber. Er lehnte sich zurück, rieb sich einmal über das Gesicht und lachte leise. „Jetzt sollten wir gehen, bevor das Haus uns für Inventar hält.“ Ich blieb sitzen. „Ich habe keinen Hunger auf die leere Wohnung. Noch nicht.“

Er sah mich an, und diesmal nahm er den Blick nicht zurück. „Ich auch nicht.“ Eine Weile sagten wir nichts. Der Regen machte das einzig laute Geräusch. Ich stand auf, holte zwei Gläser Wasser aus der Küche und stellte seins so hin, dass unsere Hände sich nicht aus Versehen trafen, weil ich Versehen satt hatte. Als ich mich wieder setzte, zog ich den Stuhl ein wenig näher. „Leon, ich bin 45. Du bist mein Abteilungsleiter und 31. Ich weiß, was das für ein Gefälle ist, und ich will es nicht höflich übersehen.“ Er stellte das Glas ab. Seine Stimme war rau und vorsichtig. „Ich will nichts, was du dir aus Pflicht oder aus Unsicherheit einredest.“

„Das tue ich nicht“, sagte ich. „Ich bin neu hier, nicht neu im Leben. Wenn du willst, dass wir jetzt die Mäntel holen und so tun, als wäre diese Woche nur Arbeit gewesen, dann tun wir das. Wenn du bleiben willst, dann bleibe ich, weil ich es will.“ Er atmete aus, als hätte er denselben Satz seit Dienstag bei sich getragen. „Ich will bleiben. Und ich will, dass du jederzeit nein sagen kannst, auch mitten in einem Satz, auch ohne Begründung.“ Ich nickte. „Dasselbe gilt für dich.“ Er lächelte, endlich ohne Amt darin. „Dann ist das klar.“ Ich stand auf, ging zur Tür des Besprechungsraums und drehte den Riegel um. Das Klicken war leise und endgültig.

Als ich mich umdrehte, war er auch aufgestanden. Wir trafen uns in der Mitte des Raums, noch ohne Hände, nur mit diesem letzten Abstand, den man selbst überschreiten muss. Ich legte meine Hand an seine Wange, spürte den kurzen Bart des Abends und die Wärme darunter. „Küss mich“, sagte ich, weil ich nicht wollte, dass der jüngere Mann die ganze Last des ersten Schritts trägt, und weil ich den Satz selbst hören wollte. Er beugte sich herunter und küsste mich langsam, zuerst nur die Lippen, weich, fragend, dann tiefer, als ich den Mund öffnete und ihn einließ. Sein Atem schmeckte nach Kaffee und nach dem Minzbonbon, das er nach dem Termin gelutscht hatte. Ich zog ihn näher, bis meine Brust an seinem Hemd lag.

Der Kuss wurde wärmer, nicht hastig. Seine Hände blieben an meiner Taille, fest und noch gesittet, bis ich eine davon nahm und höher führte, an die Seite meiner Brust. Er stöhnte leise in meinen Mund, ein Laut, der mich mehr erregte als jede geschickte Bewegung. „Darf ich“, fragte er an meinen Lippen. „Ja“, sagte ich. „Ich will deine Hände.“ Er strich über den Stoff des Kleides, fand die Rundung, den Punkt, an dem die Brustwarze sich schon zusammenzog, und rieb sie durch den Stoff mit dem Daumen, langsam, als hätte er Zeit und als wüsste er, dass ich Zeit mag. Meine Knie wurden weich. Ich hielt mich an seinen Schultern fest und küsste ihn tiefer, mit der Zunge, ohne Eile und ohne Scham.

Er öffnete den Reißverschluss in meinem Rücken nur so weit, wie ich ihn ließ, und ich ließ ihn weit. Das Kleid rutschte von den Schultern, blieb an den Ellbogen hängen, und die kühle Luft der Etage legte sich auf meine Haut. Darunter trug ich einen schlichten dunklen Büstenhalter, nichts für eine Bühne, nur für mich. Leon sah mich an, und in seinem Blick lag Hunger, kein Abhaken. „Du bist schön“, sagte er, und es klang nicht wie eine Floskel, sondern wie ein Befund, der ihn unruhig machte. Ich lächelte. „Sag das noch einmal, wenn du mich ganz siehst.“ Er öffnete den Verschluss, der Büstenhalter fiel, und meine Brüste lagen frei, voll, mit dunklen Höfen, die Brustwarzen schon hart von Kuss und Luft.

Er senkte den Mund auf meinen Hals, dann tiefer, küsste die obere Wölbung, nahm eine Brustwarze zwischen die Lippen und saugte, erst sanft, dann fester, während seine Zunge kreiste. Ein heißer Stich lief von dort in meinen Schoß. Ich griff in sein Haar, nicht um ihn wegzuziehen, sondern um ihn dort zu halten. Die andere Brust nahm er in die Hand, wog sie, drückte sie, rieb die Spitze zwischen zwei Fingern, bis ich leise seinen Namen sagte. Er wechselte die Seite, gleich aufmerksam, gleich hungrig, und ich spürte, wie feucht ich wurde, ein langsames, sicheres Nasswerden, das nichts mit Eile zu tun hatte. Meine Hüften suchten von selbst seine, und durch die Hose spürte ich, dass er hart war.

„Komm her“, sagte ich und führte ihn zum Ende des Tisches, wo keine Laptops mehr lagen. Ich setzte mich auf die Kante, das Kleid um die Hüften geschoben, und zog ihn zwischen meine Schenkel. Er küsste mich wieder, während seine Hände meine Oberschenkel hinaufwanderten, langsam, die Daumen innen, dort wo die Haut dünn und empfindlich ist. „Willst du, dass ich dich ansehe“, fragte er. „Ich will, dass du mich anfasst“, sagte ich. „Und ich will dich sehen.“ Ich öffnete seinen Gürtel, den Knopf, den Reißverschluss, und schob Hose und Shorts weit genug herunter. Sein Glied sprang frei, dick, warm, die Eichel schon feucht. Ich nahm ihn in die Hand und strich einmal von der Wurzel bis zur Spitze, fest genug, dass er die Augen schloss.

Er war schön auf diese schlichte Art, die nichts mit Pose zu tun hat: glatte Spannung, eine Ader am Schaft, das Zucken, als mein Daumen über die empfindliche Unterseite ging. Ich beugte mich vor und leckte einmal über die Eichel, schmeckte Salz und Haut, und hörte, wie ihm der Atem stockte. „Miriam.“ Ich nahm ihn in den Mund, nicht tief auf Anhieb, sondern so, dass ich ihn mit Zunge und Lippen kennenlernte, langsam saugend, die Hand am Schaft im selben Takt. Er legte eine Hand in meinen Nacken, leicht, ohne zu drücken, und das gefiel mir: die Bitte in der Berührung, nicht der Anspruch. Ich wurde mutiger, nahm ihn tiefer, ließ Speichel die Bewegung gleitend machen, und spürte, wie meine eigene Erregung mit jedem seiner unterdrückten Laute stieg.

Er zog sich zurück, bevor es zu viel wurde, und küsste mich auf den Mund, als wollte er den Geschmack teilen. „Ich will dich schmecken“, sagte er. „Darf ich?“ „Ja“, sagte ich, und meine Stimme war heiser. Er schob das Kleid höher, hakte die Finger in meinen Slip und sah mich an, bis ich die Hüften hob. Der Stoff glitt an meinen Beinen herunter und fiel auf den Teppich. Dann kniete er sich zwischen meine Schenkel, schob sie weiter auseinander und sah mich an, offen, ohne Hast. Die kühle Luft traf meine feuchte Haut. Ich war nicht verlegen. Ich war 45 und wusste, dass ein Körper, der Lust hat, nichts zu entschuldigen hat. Sein Blick machte mich noch nasser.

Er küsste die Innenseite eines Schenkels, dann des anderen, näher und näher, bis sein Atem auf meinem Schoß lag. Die erste Berührung seiner Zunge war langsam, ein langer Strich durch meine Spalte, von unten nach oben, der an der Klitoris endete und dort einen Moment blieb. Ich stöhnte, lauter als ich vorgehabt hatte, und legte eine Hand vor den Mund, dann nahm ich sie wieder weg. Hier war niemand. Hier war er. Er leckte mich mit einer Geduld, die mich fast ungeduldig machte, breite Zunge, dann die Spitze, Kreise um die Klitoris, ohne sie sofort zu überreizen. Zwei Finger strichen an meinem Eingang entlang, fragend. „Ja“, sagte ich. „Langsam.“ Er schob einen Finger in mich, dann den zweiten, und krümmte sie, während sein Mund oben blieb.

Das Zusammenspiel war genau richtig: Fülle innen, nasse Wärme außen, ein Rhythmus, den er an meinem Atem ablas. Ich lag halb auf den Ellbogen, sah auf seinen dunklen Kopf zwischen meinen Schenkeln und spürte, wie sich alles in mir sammelte. Meine Brustwarzen waren hart in der Luft, mein Bauch spannte sich, meine Schenkel zitterten um seine Schultern. „Dort“, flüsterte ich, als er einen Punkt innen traf, der mich hell machte. „Genau dort. Nicht schneller. Nur so.“ Er gehorchte, nicht unterwürfig, sondern aufmerksam, und die Lust stieg in einer langen, sauberen Welle. Ich kam mit seinem Namen im Mund, die Hüften gegen sein Gesicht gedrückt, die innere Muskulatur um seine Finger geschlossen, ein Orgasmus, der tief saß und mich für ein paar Atemzüge sprachlos ließ.

Er küsste mich durch das Nachbeben, die Finger noch in mir, der Mund weicher jetzt, fast zärtlich auf der überempfindlichen Klitoris, bis ich seine Haare griff und ihn hochzog. Sein Gesicht glänzte. Ich küsste ihn und schmeckte mich selbst, salzig und warm, und das gefiel mir. „Ich will dich in mir“, sagte ich. „Hast du ein Kondom?“ Er nickte, holte aus der Innentasche seiner Jacke, die über einem Stuhl hing, ein einzelnes Päckchen, und ich musste trotz der Hitze lächeln. „Optimist.“ „Seit Donnerstag“, sagte er ehrlich, und die Ehrlichkeit machte mich noch weicher. Er streifte es über, ich half mit der Hand, und dann stand er wieder zwischen meinen Beinen, die Spitze an meinem Eingang, wartend. „Jetzt“, sagte ich.

Er drang langsam in mich ein, Zentimeter für Zentimeter, und ich atmete ihn ein, gedehnt, gefüllt, genau an der Grenze zwischen viel und richtig. Als er ganz in mir war, blieben wir einen Moment so, Stirn an Stirn, sein Schwanz tief, mein Körper darum geschlossen. „Gut?“, fragte er. „Sehr gut“, sagte ich. „Beweg dich.“ Er zog sich zurück und stieß wieder hinein, erst vorsichtig, dann mit einem gleichmäßigen Takt, der den Tisch leise mitnehmen ließ. Jeder Stoß rieb mich innen dort, wo seine Finger schon gewesen waren, und außen streifte sein Becken meine Klitoris, nicht immer, aber oft genug. Ich hielt seine Hüften, bestimmte mit dem Griff das Tempo, langsamer, dann tiefer, und er folgte, die Zähne leicht aufeinander, die Augen auf meinem Gesicht.

Ich wollte ihn noch näher und zog das Kleid ganz aus, achtlos, bis ich nackt auf der Tischkante saß und er halb bekleidet zwischen meinen Beinen stand, Hemd offen, Hose an den Knien. Der Gegensatz erregte mich: meine bloße Haut, seine noch halb amtliche Kleidung, die wir beide nicht mehr ernst nahmen. Ich öffnete die restlichen Knöpfe, schob das Hemd von seinen Schultern und küsste seine Brust, die glatte Wärme, die kleine harte Brustwarze. Er stöhnte und stieß fester. „Warte“, sagte ich, nicht weil es zu viel war, sondern weil ich die Führung wollte. „Setz dich auf den Stuhl.“ Er gehorchte, das Kondom glänzend, der Blick dunkel vor Lust. Ich stieg auf seinen Schoß, die Knie neben seinen Hüften, und führte ihn selbst wieder in mich ein.

So saß ich auf ihm, die Ältere von uns beiden, und nahm ihn in meinem Tempo. Ich ritt ihn langsam, kreiste mit dem Becken, spürte, wie er jedes Mal tief stieß, wenn ich mich senkte. Seine Hände lagen an meinen Hüften, dann an meinen Brüsten, er saugte wieder an einer Brustwarze, während ich mich bewegte, und die doppelte Empfindung machte mich laut. Der Stuhl knarrte. Ich lachte einmal atemlos in sein Haar und bewegte mich weiter. „Sieh mich an“, sagte ich. Er sah mich an, wirklich, nicht an einen Körperteil, sondern an mich, und sagte meinen Namen, als wäre er ein Satz für sich. Ich spürte den nächsten Höhepunkt sich sammeln, schwerer als der erste, breiter.

„Ich bin nah“, sagte ich. „Bleib so, tief, und fass mich an.“ Seine Hand glitt zwischen uns, zwei Finger auf meiner Klitoris, kreisend, feucht von mir, im Takt meiner Bewegung. Das reichte. Ich kam auf ihm, die Stirn an seiner, der Mund offen, die Schenkel zitternd, innen eng um ihn gepresst, Welle um Welle, bis ich mich an seinen Schultern festhalten musste, um nicht die Form zu verlieren. Er hielt mich, stieß nur noch klein und tief, und flüsterte, dass ich schön sei, wenn ich komme, dass er das nicht vergesse. Ich küsste ihn hart, noch im Nachhall, und spürte, wie sehr er selbst am Rand war, das Zittern in seinen Oberschenkeln, der feste Griff an meiner Taille.

„Noch nicht aufhören“, sagte ich, als ich wieder sprechen konnte. „Ich will, dass du auch kommst. Aber nicht hier auf dem Stuhl. Komm mit.“ Wir lösten uns, er half mir hoch, und wir gingen die wenigen Schritte zu dem niedrigen Sofa an der Glaswand, wo tagsüber niemand saß, weil alle immer meinten, sie hätten keine Zeit. Ich kniete mich auf die Polster, die Hände auf der Lehne, den Rücken durchgebogen, und sah über die Schulter. „So. Und wenn es zu viel wird, sagst du es.“ Er stellte sich hinter mich, strich mit beiden Händen über meinen Rücken, meinen Hintern, die weiche Stelle am Übergang zu den Schenkeln, und küsste mein Kreuz. Dann drang er wieder ein, von hinten, tiefer in diesem Winkel, und wir stöhnten beide.

Sein Takt war jetzt weniger beherrscht, noch immer aufmerksam, aber getrieben. Er hielt meine Hüften und stieß gleichmäßig, die Haut klatschte leise, ein Geräusch, das mich nicht störte, sondern heißer machte. Eine Hand wanderte nach vorn, fand meine Klitoris wieder, und obwohl ich empfindlich war, wollte ich die Berührung, leichter diesmal, nur als Glut, nicht als Forderung. Ich drückte mich ihm entgegen, nahm ihn ganz, spürte seine Hoden an mir, die Hitze seines Bauchs an meinem Rücken, wenn er sich beugte, um meinen Nacken zu küssen. „Miriam, ich kann nicht mehr lange“, sagte er an meinem Ohr. „Dann komm“, sagte ich. „Ich will es spüren.“

Er stieß noch ein paar Mal tief und blieb dann in mir, der Körper gespannt, ein raues Stöhnen an meiner Schulter, und ich fühlte das Pulsieren, auch durch das Kondom hindurch, das Zucken, mit dem er kam. Seine Hand auf meinem Bauch hielt mich an ihn gezogen, nicht grob, nur nah. Wir blieben so, atmend, bis seine Knie nachgaben und er sich vorsichtig aus mir zurückzog. Ich drehte mich um, setzte mich, und er setzte sich neben mich, noch außer Atem, das Hemd irgendwo auf dem Boden, die Hose halb hochgezogen, das Gesicht offen und jung und ein bisschen fassungslos. Ich legte die Hand an seine Wange. „Gut“, sagte ich. „Sehr gut.“ Er lachte leise, heiser. „Das Wort reicht nicht.“

Er entsorgte das Kondom im Bad am Ende des Flurs und kam mit einem feuchten Tuch und einem trockenen zurück, ohne Aufhebens, als gehöre Fürsorge zu dem, was wir gerade getan hatten. Ich ließ mich abwischen, zwischen den Beinen noch empfindlich, und die schlichte Geste rührte mich mehr, als ich erwartet hatte. Danach zog er mich an seine Seite, auf dem Sofa, meine nackte Haut an seiner, eine Decke gab es nicht, nur seinen Mantel, den er über unsere Beine legte. Draußen lief der Regen die Scheibe hinunter. Drinnen roch es nach Sex und nach dem staubigen Stoff des Sofas und nach seiner Haut. Ich hörte seinen Herzschlag unter meinem Ohr, schnell, dann langsamer.

„Bereust du es“, fragte er nach einer Weile, und die Frage war ernst, nicht eitel. „Nein“, sagte ich. „Ich habe es gewollt, ich habe es gesagt, und ich habe es getan. Du auch.“ Er küsste mein Haar. „Montag wird seltsam.“ „Montag wird Arbeit“, sagte ich. „Wir sind erwachsen. Du bist mein Abteilungsleiter, ich bin die neue Kollegin, und das hier war keine Bedingung und kein Versehen.“ Er schwieg einen Moment. „Wenn du willst, dass es nur diese Nacht war, dann ist es nur diese Nacht. Ich werde dich nicht bedrängen und nicht benachteiligen, weder so noch so.“ Ich strich über seine Brust. „Ich will nicht heute Nacht über alle Montage entscheiden. Ich will nur, dass du weißt: ich schäme mich nicht.“

Wir zogen uns langsam an, Stück für Stück, und das Anziehen hatte seine eigene Zärtlichkeit. Er schloss den Reißverschluss meines Kleides, ich knöpfte sein Hemd, wo die Knöpfe noch hielten, und wir lächelten über die Falten, die nichts mehr retten konnte. Mein Slip war feucht, ich steckte ihn in die Manteltasche statt ihn wieder anzuziehen, und sein Blick, als er das sah, war noch einmal dunkel vor Erinnerung. An der Tür blieb er stehen, die Hand am Riegel, und küsste mich ein letztes Mal, langsam, ohne die Hitze von vorhin, mit einem Nachgeschmack, der mich durch den ganzen Körper warm hielt. „Gute Nacht, Miriam.“ „Gute Nacht, Leon.“

Ich fuhr allein mit dem Aufzug nach unten, die Lippen noch empfindlich, die Schenkel noch weich, das Kleid glatt über einer Haut, die sich anders anfühlte als am Morgen. In der Spiegelwand sah ich eine Frau von 45 Jahren, das Haar nicht mehr ordentlich, die Augen klar. Oben im achten Stock ging das Licht in dem Besprechungsraum aus, dann das in seinem Büro. Ich trat in den Regen, nicht eilig, und die Stadt roch nach nassem Stein. In der Tasche lag der Slip, in der Brust lag kein Schrecken, nur die ruhige, schwere Wärme einer Nacht, die ich gewollt hatte und die jetzt zu mir gehörte.

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