Neue Sexgeschichten

Der vereinbarte Tausch zwischen den Regalen

Fremdgehen · 8 Minuten lesen · 11 Minuten hören

Gelesen von Lana Weiss

Teil 3 der Serie Verbotene Nächte (6)

Ich drehte den Schlüssel im Schloss der Archivtür und prüfte zweimal, ob sie wirklich zu war. Draussen auf dem Flur brannte nur noch die Notbeleuchtung, die Kollegen hatten das Gebäude vor einer Stunde verlassen. Drinnen roch es nach altem Papier, nach Leim und nach dem feinen Staub, der sich in den Jahren auf den Aktendeckeln gesammelt hatte. Die hohen Regale warfen Schatten, die bis zur Mitte des Ganges reichten. Mira stand bereits dort, wo wir es am Vormittag leise verabredet hatten, zwischen zwei Reihen grauer Ordner, deren Rücken vergilbt und an den Kanten eingerissen waren. Sie trug noch die gleiche Bluse wie tagsüber, doch der oberste Knopf stand offen, und ihr Blick war ruhiger als sonst im Büro.

Wir hatten alles klar besprochen. Kein Zweifel, kein Missverständnis. Ich war einunddreißig, sie dreiunddreißig, beide verheiratet, beide mit Männern zu Hause, die glaubten, wir sässen über einer dringenden Bestandsaufnahme. Das Fremdgehen hatte mit einem langen Blick in der Teeküche begonnen, dann mit einer Hand, die länger als nötig auf einem Unterarm liegen blieb, dann mit diesem Abend. Heute sollte der Rollentausch gelten. Sonst bestimmte ich das Tempo, sagte, wann und wie. Heute führte sie. Ich hatte zugestimmt, jede Grenze genannt, jedes Ja gegeben, bevor wir die Tür schlossen.

Sie kam auf mich zu, ohne zu lächeln, und legte beide Hände an meine Wangen. Ihr Kuss war zuerst langsam, Lippen weich, dann öffnete sie den Mund und ihre Zunge suchte meine. Ich schmeckte Minze und den letzten Kaffee. Meine Hände wollten an ihre Taille, doch ich liess sie sinken, weil die Absprache das so wollte. Sie löste sich, sah mich an und sagte leise, ich solle das Jackett ausziehen. Ich tat es und legte es auf den niedrigen Katalogschrank. Die Luft im Archiv war kühl auf den Armen. Sie öffnete meine Bluse Knopf für Knopf, die Finger ruhig, und schob den Stoff von den Schultern. Der BH folgte. Meine Brüste lagen frei, die Warzen bereits fest von der Kühle und von dem, was kommen sollte.

Mira beugte den Kopf und nahm eine Warze zwischen die Lippen. Sie saugte erst sanft, dann stärker, die Zunge kreiste, und ein leises Geräusch entkam mir, das zwischen den Regalen hängen blieb. Ihre andere Hand lag flach auf meinem Bauch, warm, und glitt tiefer, unter den Bund des Rocks. Sie schob den Slip zur Seite und fand mich feucht. Zwei Finger strichen langsam durch die Nässe, ohne einzudringen, nur um zu prüfen und zu reizen. Ich lehnte mich gegen das Regal, die Ordner hinter mir gaben ein wenig nach, und ich spürte, wie mein Atem kürzer wurde. Sie richtete sich auf und sagte, ich solle den Rock ausziehen und den Slip dazu. Ich gehorchte, stellte die Schuhe beiseite und stand nackt auf dem kühlen Linoleum, während sie noch angezogen war. Das gehörte zum Tausch. Heute blieb sie länger bekleidet, heute bestimmte sie, wann Haut auf Haut kam.

Sie drehte mich um, so dass ich mit dem Gesicht zu den Akten stand, und drückte meine Hände flach gegen zwei Ordnerrücken. Dann kniete sie hinter mir. Ich spürte ihren Atem zuerst an den Oberschenkeln, dann höher. Ihre Zunge fuhr langsam von hinten nach vorn, teilte mich, fand die Stelle, die bereits geschwollen war, und blieb dort. Sie leckte in gleichmässigen, festen Zügen, eine Hand an meiner Hüfte, die andere zwischen meinen Beinen, zwei Finger, die nun eindrangen und sich krümmten. Ich presste die Stirn gegen das kühle Papier eines Aktendeckels und versuchte, leise zu bleiben. Das Gefühl war deutlich, nass, fordernd. Sie wechselte den Rhythmus, mal langsam und breit, mal schnell und spitz auf der Klitoris, während die Finger in mir ein gleichmässiges Ziehen erzeugten. Mein Mann sass zu Hause vor dem Fernseher, ihr Mann ebenfalls, und hier zwischen vergilbten Unterlagen leckte sie mich, bis meine Knie nachgaben und ich mich am Regal festhalten musste.

Sie stand auf, drehte mich wieder zu sich und küsste mich, so dass ich mich selbst auf ihren Lippen schmeckte. Dann öffnete sie ihre eigene Bluse, liess sie fallen, öffnete den BH und zog Rock und Slip in einem Zug aus. Ihre Brüste waren voller als meine, die Warzen dunkel und hart. Sie setzte sich auf den niedrigen Schrank, spreizte die Beine und sagte, ich solle knien. Ich kniete auf dem Linoleum, das hart unter den Knien war, und beugte mich vor. Ihr Geruch war warm, salzig, vertraut aus den Wochen davor und doch neu, weil sie heute die Worte sprach und ich nur folgte. Ich leckte sie so, wie sie es von mir verlangte: zuerst breit und langsam über die ganzen Schamlippen, dann gezielter, die Zungenspitze um die Klitoris, ohne sie direkt zu überfallen. Sie legte eine Hand in mein Haar, nicht zerrend, nur führend, und sagte leise, tiefer, dann wieder höher, dann die Finger dazu. Ich schob zwei Finger in sie, spürte, wie sie sich um sie schloss, und leckte gleichzeitig in dem Takt, den sie mit kleinen Bewegungen der Hüfte angab.

Die Zeit dehnte sich. Ich hörte nur unseren Atem, das leise Rascheln, wenn sie sich gegen die Ordner hinter ihr lehnte, und das feuchte Geräusch meiner Zunge. Sie wurde nasser, die Schenkel zitterten leicht, und sie flüsterte, ich solle nicht aufhören, genau so bleiben. Ich blieb. Meine eigene Erregung pochte zwischen den Beinen, unberührt jetzt, und das machte sie stärker. Der Gedanke an das Fremdgehen sass darunter wie ein zweiter Puls: die Lüge am Telefon vorhin, die SMS, die ich später schicken würde, die Tatsache, dass wir beide etwas taten, das unsere Ehen nicht vorsahen, und dass wir es trotzdem klar und einvernehmlich taten, mit offenen Augen und offenen Beinen in diesem stillen Raum.

Sie kam mit einem unterdrückten Laut, die Muskeln um meine Finger zogen sich rhythmisch zusammen, und sie hielt meinen Kopf sanft an Ort und Stelle, bis die Wellen nachliessen. Dann zog sie mich hoch, küsste mich wieder und sagte, jetzt sei ich dran, aber auf ihre Weise. Sie führte mich zu dem langen Tisch, auf dem tagsüber die grossen Mappen lagen, schob einen Stapel beiseite und hiess mich, mich auf den Rücken zu legen, die Beine gespreizt, die Füsse auf der Kante. Sie stellte sich zwischen meine Schenkel, beugte sich vor und leckte mich erneut, diesmal von oben, während drei Finger in mich glitten und der Daumen die Klitoris in kleinen Kreisen bearbeitete. Ich hielt mich an der Tischkante fest. Das Holz war glatt und kühl unter meinem Rücken. Sie sah mich dabei an, den Blick fest, und wechselte zwischen Zunge und Fingern, bis ich nicht mehr unterscheiden konnte, was mich näher an den Rand brachte.

Ich kam heftig, die Hüften hoben sich vom Tisch, ein langer Laut, den ich nicht ganz unterdrücken konnte, hallte kurz zwischen den Regalen und verlor sich im Papier. Sie liess nicht sofort nach, leckte mich durch die Nachwellen, bis ich empfindlich wurde und sie es spürte und sanfter wurde. Dann stieg sie zu mir auf den Tisch, setzte sich über mein Gesicht, die Knie links und rechts von meinem Kopf, und senkte sich herab. Ich leckte sie von unten, die Hände an ihren Oberschenkeln, während sie sich langsam bewegte und mir sagte, wo genau. Ihre Nässe lief über mein Kinn. Sie beugte sich vor, stützte sich auf die Arme und erreichte mit einer Hand zwischen meine Beine, zwei Finger wieder in mir, der Handballen auf der Klitoris. So blieben wir, sie über mir, ich unter ihr, gegenseitig, der Rollentausch in der Bewegung selbst: sie bestimmte den Druck, das Tempo, wann sie sich senkte und wann sie sich hob, und ich folgte mit Zunge und Lippen, während ihre Finger mich erneut aufbauten.

Es dauerte lange. Der Tisch knarrte leise unter unserem Gewicht. Schweiss bildete sich auf ihrer Haut und auf meiner, der Geruch von Sex mischte sich mit dem von Papier und Staub. Sie kam ein zweites Mal, diesmal lauter, die Schenkel pressten sich um meinen Kopf, und gleichzeitig krümmte sie die Finger in mir so, dass ich kurz danach folgte, ein zweiter Orgasmus, der durch den ganzen Körper lief und mich für einen Moment blind machte für alles ausser dem Gefühl. Sie blieb noch einen Augenblick sitzen, dann glitt sie zur Seite und legte sich neben mich auf den schmalen Tisch, eine Hand auf meinem Bauch, unser Atem langsam wieder gleichmässiger.

Wir sprachen wenig. Sie sagte, der Tausch habe sich richtig angefühlt, fester als sie erwartet hatte, und ich nickte, weil die Worte noch nicht da waren. Die Absprache hatte gehalten. Keine Grenze überschritten, jedes Ja noch gültig. Draussen im Flur klickte irgendwo eine Zeitschaltuhr, das Licht wurde eine Spur dunkler. Wir standen auf, suchten unsere Kleidung zwischen den Schränken zusammen, zogen uns an, ohne zu hasten. Sie half mir, die Bluse zu schliessen, ich strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn. Der Slip war feucht, der Rock sass wieder, das Jackett roch noch nach meinem Parfüm vom Morgen. Wir prüften, ob Akten verrutscht waren, schoben den Stapel auf dem Tisch zurecht, wischten mit einem Taschentuch über die Fläche, auf der wir gelegen hatten.

An der Tür blieb sie stehen und küsste mich einmal kurz, ohne Zunge, nur Lippen. Sie sagte, sie werde zuerst gehen, den Hinterausgang nehmen, und ich solle zehn Minuten warten. Ich nickte. Als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel, stand ich noch einen Moment zwischen den Regalen und hörte das Gebäude atmen, die Heizung, das leise Knacken von Holz. Mein Körper fühlte sich benutzt und wach an zugleich, die Haut an den Innenschenkeln noch empfindlich, der Geschmack von ihr noch auf der Zunge. Zu Hause würde mein Mann fragen, ob die Bestandsaufnahme lange gedauert habe, und ich würde sagen, ja, die alten Jahrgänge seien unordentlich gewesen. Die Lüge sass schon bereit. Das Fremdgehen blieb, was es war: eine klare, abgesprochene Stunde zwischen Akten, die niemand sonst sehen sollte, und die nun wieder in ihren Regalen standen, als wäre nichts geschehen. Ich löschte das Licht, schloss ab und ging den langen Flur hinunter, die Schritte leise auf dem Stein, den Körper noch warm unter der Kleidung.

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