Neue Sexgeschichten

Der Handwerker von damals

Fremdgehen · 21 Minuten lesen · 28 Minuten hören

Gelesen von Ekaterina

Teil 3 der Serie Verbotene Nächte (3)

An dem Morgen, an dem Jonas wieder in mein Haus kam, war ich sechsunddreißig und seit elf Jahren verheiratet, und die Terrassentür schloss nicht mehr. Markus war am Montag nach Hamburg gefahren, eine Messe, drei Nächte, und das Haus hielt die Stille fest, die er hinterließ: die unberührte zweite Tasse, das Bett nur auf einer Seite warm, der Schlüsselbund, der nicht klirrte. Ich hatte die Firma am Dienstag angerufen, weil der Wind durch den Spalt pfiff und das Schloss nicht einrastete, und am Mittwoch stand auf der Bestätigung ein Name, den ich seit Jahren nicht laut gesagt hatte. Monteur: J. Berger. Ich saß am Küchentisch, die Tasse zwischen beiden Händen, und las die Zeile zweimal, als könnte der Buchstabe sich noch ändern.

Damals, in jenem Sommer am See, war ich vierundzwanzig gewesen und er neunundzwanzig. Er hatte den neuen Steg gebaut, ich hatte im Hotel an der Rezeption gestanden, und zwischen Feierabend und Dunkelheit war etwas gewachsen, das wir nie zu Ende brachten. Kein Versprechen, kein Bruch, nur eine Hitze, die wir beide kannten und die wir stehen ließen, weil ich im Herbst in eine andere Stadt zog und er einen Auftrag im Norden annahm. Danach kam Markus, kam die Hochzeit, kam dieses Haus mit der Terrasse, die nach Westen lag. Ich hatte Jonas nicht vergessen. Ich hatte nur aufgehört, den Namen zu suchen.

Ich hätte anrufen und um einen anderen Monteur bitten können. Ich tat es nicht. Ich stellte die Tasse ab, ging nach oben und zog das weite Hauskleid aus, das ich seit zwei Tagen trug, und suchte etwas, das nicht nach Erwartung aussah und doch nicht nach Gleichgültigkeit. Eine helle Bluse, eine dunkle Hose, die Haare offen, kein Parfüm, nur Seife und die Wärme der Haut. Im Spiegel sah ich die Ringe unter den Augen und den Ehering, schmal und vertraut, und ich drehte ihn einmal, ließ ihn aber an. Wenn er kam und es nichts war, sollte nichts fehlen. Wenn es etwas war, wollte ich nicht so tun, als hätte ich es nicht gewusst.

Er klingelte um kurz nach zehn. Ich öffnete, und einen Augenblick standen wir nur da, er mit dem Werkzeugkoffer, das Haar kürzer als früher, ein wenig Grau an den Schläfen, die Schultern breiter unter dem Hemd der Firma. Einundvierzig, dachte ich, ohne es zu rechnen, und dann rechnete ich doch: zwölf Jahre. Sein Blick ging über mein Gesicht, blieb an meinen Augen, sank nicht sofort auf den Ring und sank dann doch. Er sagte meinen Namen, leise, als prüfe er, ob er noch stimmte. Ich sagte seinen. Der Flur roch nach dem Holz seines Koffers und nach dem Kaffee, den ich zu stark gekocht hatte.

„Wenn dir das unangenehm ist, fahre ich wieder und schicke jemand anderen“, sagte er. Seine Stimme war tiefer als in meiner Erinnerung, ruhiger, und gerade diese Ruhe machte es schwerer. Ich schüttelte den Kopf und trat zur Seite, damit er eintreten konnte. „Es ist lange her. Die Tür ist hinten. Sie schließt nicht, und nachts ist mir das nicht gleichgültig.“ Er nickte, zog die Schuhe nicht aus, fragte mit einem Blick, und ich sagte, er solle sie anbehalten, der Flur sei ohnehin voller Sand von der Terrasse. Wir gingen durch die Küche. Ich spürte ihn hinter mir, nicht nah, aber vorhanden, ein Gewicht in der Luft, das der leere Morgen nicht gehabt hatte.

Draußen war der Himmel hell und ohne Drama, ein gewöhnlicher Mittwoch, Nachbarn nicht zu sehen, der Rasen noch nass vom Sprenger der Nacht. Er kniete sich vor die Tür, strich mit dem Daumen über das Holz, prüfte das Band, das Schließblech, den verzogenen Rahmen. Ich blieb im Rahmen der Küchentür stehen und sah seinen Händen zu. Dieselben Hände, breiter vielleicht, eine helle Narbe über dem linken Knöchel, die ich kannte: ein Spliss am Steg, ein Nachmittag, an dem ich ihm ein Pflaster aus dem Hotelverbandkasten geholt hatte und unsere Finger zu lange aneinander geblieben waren. Er bemerkte meinen Blick nicht, oder er tat so, und beides war eine Form von Rücksicht.

„Der Rahmen hat gearbeitet“, sagte er. „Ich kann das Band versetzen und das Schloss neu setzen. Eine Stunde, vielleicht etwas mehr. Du musst nicht dabeistehen.“ Ich sagte, ich wisse das, und ging trotzdem nicht weit. Ich kochte frischen Kaffee, stellte zwei Tassen auf den Tisch, schnitt Äpfel, die niemand verlangt hatte, und hörte das leise Metall seiner Werkzeuge, das Schaben, ein kurzes Fluchen, das nicht mir galt. Durch das Fenster sah ich seinen Nacken, wenn er sich beugte, die Linie vom Ohr zur Schulter, einen Streifen Haut, wo der Kragen verrutschte. Mein Körper erinnerte sich schneller als mein Vorsatz. Zwischen den Beinen wurde es warm, eine langsame, ungebetene Antwort, und ich presste die Schenkel nicht zusammen, weil das die Wärme nur deutlicher gemacht hätte.

Er kam herein, wischte die Hände an einem Tuch ab und nahm die Tasse, die ich ihm hinschob. Wir standen an der Arbeitsplatte, nicht gegenüber, nebeneinander, und tranken. „Du siehst aus, als gehöre dir das Haus“, sagte er. „Es gehört mir mit. Markus ist bis Freitag in Hamburg.“ Der Name lag zwischen uns, nicht als Warnung und nicht als Einladung, nur als Tatsache. Jonas nickte langsam. „Ich habe von der Hochzeit gehört. Jahre später, über jemand aus dem Hotel. Ich habe mich gefreut, dass es dir gut geht, und ich habe mich nicht gefreut, und beides war wahr.“ Ich lachte kurz, ohne Freude und ohne Spott. „Es geht mir nicht schlecht. Es ist nur still geworden. Er ist oft fort. Wenn er da ist, reden wir über Rechnungen und über das, was im Garten wächst, und nachts liegen wir so, dass sich die Knie nicht berühren.“

Ich hatte das noch niemandem so gesagt. Es kam heraus, weil er nicht nachfragte und weil die Küche nach Kaffee und nach seinem Hemd roch, nach Baumwolle und einem Hauch von Metall. Er stellte die Tasse ab. „Ich bin nicht hergekommen, um das aufzumachen“, sagte er. „Ich bin hergekommen, weil der Auftrag auf meinem Zettel stand und weil ich deinen Namen gelesen habe und den Wagen trotzdem hergefahren habe. Das ist der ehrliche Teil.“ Ich sah auf seine Hände, die flach auf der Arbeitsplatte lagen, nah an meinen, nicht darüber. „Der unehrliche Teil“, sagte ich, „wäre zu tun, als hätten wir uns damals nichts gewollt. Wir haben es nur nicht getan.“

Er schwieg einen Moment. Draußen tickte ein Ast gegen die Regenrinne. „Am letzten Abend auf dem Steg“, sagte er dann, „hattest du die Schuhe ausgezogen, und das Wasser war kalt, und du hast gesagt, wenn wir jetzt anfingen, würden wir es nicht sauber zu Ende bringen. Du hattest recht. Ich habe trotzdem noch Jahre später an deinen Mund gedacht, wenn ich eine Tür einpasste und die Arbeit still wurde.“ Die Wärme in mir zog sich zusammen und öffnete sich wieder. Ich drehte mich zu ihm. „Ich habe an deine Hände gedacht. Nicht oft. Oft genug, dass es unehrlich wäre, es zu leugnen.“

Er hob eine Hand, langsam, und hielt sie auf halbem Weg an, die Handfläche offen, eine Frage ohne Wort. Ich legte meine dagegen. Seine Haut war warm und rau an den Kuppen, vertraut auf eine Weise, die der Ehering an meiner anderen Hand nicht auslöschen konnte. Wir standen so, die Finger ineinander, und atmeten. „Lena“, sagte er, „du bist verheiratet. Wenn du willst, dass ich die Tür fertig mache und gehe, mache ich die Tür fertig und gehe. Wenn du etwas anderes willst, musst du es sagen, klar, und du kannst es in jedem Moment zurücknehmen. Ich will dich. Ich wollte dich damals, und ich will dich jetzt. Aber ich will es nicht aus einer Stille heraus, die du morgen bereust, ohne dass du es gewählt hast.“

Ich hörte das Haus, das leise Surren des Kühlschranks, einen Wagen auf der Straße, der vorbeifuhr und nichts mit uns zu tun hatte. Ich dachte an Markus in einem Hotelzimmer mit Aussicht auf einen Parkplatz, an seine Art, mir die Schulter zu drücken, wenn er ging, freundlich und schon halb fort. Ich dachte nicht, dass er es verdient hätte. Ich dachte, dass ich seit Monaten niemanden so angesehen hatte und dass Jonas vor mir stand und wartete, ohne zu ziehen. „Ich will es“, sagte ich. „Ich weiß, was es ist. Ich will dich trotzdem. Hier, jetzt, und wenn ich stopp sage, hörst du auf.“ Er nickte. „Sofort.“ Dann beugte er sich vor, langsam genug, dass ich hätte zurückweichen können, und küsste mich.

Der erste Kuss war vorsichtig, Mund auf Mund, trocken am Anfang, ein Wiedererkennen. Dann öffnete ich die Lippen, und er folgte, und die Vorsicht brach nicht, sie wurde nur wärmer. Er schmeckte nach Kaffee und nach sich selbst, ein Geschmack, den ich nicht benennen konnte und den mein Körper sofort als ja las. Seine freie Hand lag an meiner Taille, nicht tiefer, der Druck fest und fragend. Ich stellte mich näher, Brust an Brust, und spürte, wie hart er schon war, durch Hose und Hemd, ein deutliches, unmissverständliches Gewicht an meinem Bauch. Ein Laut kam aus meiner Kehle, klein und heiser. Er löste den Kuss, die Stirn an meiner. „Noch ja?“ „Ja.“

Er küsste mich wieder, diesmal tiefer, die Zunge langsam, nicht hastig, als habe er Zeit und wolle sie nutzen. Ich öffnete seine Hemdknöpfe, einen nach dem anderen, und legte die Hände auf seine Brust, auf das Haar dort, auf die Wärme, die unter der Haut arbeitete. Er ließ mich, die Augen halb geschlossen, und als ich mit dem Daumen über seine Brustwarze strich, zog er scharf die Luft ein. „Oben oder hier“, sagte er. „Hier ist Licht. Oben ist das Bett, in dem du mit ihm schläfst. Du entscheidest.“ Ich sah zur Treppe und dann zur Arbeitsplatte, zum hellen Rechteck der Terrassentür, die noch offen stand und den Garten hereinließ. „Nicht im Bett“, sagte ich. „Hier. Die Tür machst du zu, damit uns niemand sieht, und dann kommst du zurück.“

Er ging, schloss die Terrassentür so weit, dass der Spalt zu war, ohne sie zu verriegeln, und kam zurück. Das Licht blieb, weich und vollständig, kein Verstecken in einem dunklen Zimmer. Er stellte sich wieder vor mich, und ich zog ihm das Hemd von den Schultern. Sein Oberkörper war der eines Mannes, der arbeitet: nicht glatt, nicht zur Schau gestellt, die Arme sehnig, der Bauch fest, eine Linie aus Haaren, die unter dem Hosenbund verschwand. Ich küsste seine Brust, die Mulde über dem Schlüsselbein, die Stelle am Hals, die nach Salz schmeckte. Er stöhnte leise, eine Hand in meinem Haar, nicht ziehend, nur haltend. „Darf ich dich ausziehen?“ „Ja.“

Er öffnete meine Bluse mit einer Geduld, die mich unruhig machte und zugleich hielt. Jeder Knopf, dann der Stoff von den Schultern, dann der Blick auf den einfachen hellen BH, auf die Haut darunter, auf die Brust, die sich hob. Er strich mit den Knöcheln an der Seite entlang, fragte mit den Augen, und ich nickte. Der Verschluss ging auf. Kühle Luft, dann seine Hand, warm, die Brust füllend, der Daumen über der Brustwarze, die sich sofort zusammenzog. Er senkte den Mund und nahm sie zwischen die Lippen, saugte langsam, die Zunge flach und dann spitz, und ein Ziehen lief von dort gerade hinunter zwischen meine Beine. Ich hielt seinen Kopf, die Finger in seinem kurzen Haar, und sagte seinen Namen, nicht laut, aber so, dass er es hörte.

Er richtete sich auf und küsste mich, während seine Hände an meine Hose gingen. „Sag, wenn etwas zu viel ist.“ „Es ist nicht zu viel.“ Der Knopf, der Reißverschluss, der Stoff über die Hüften. Ich stieg heraus. Der Slip war hell, schon feucht in der Mitte, und er sah es, und sein Atem ging schwerer, aber er kommentierte es nicht mit einem billigen Wort. Er legte die Hand darüber, die ganze Fläche, Wärme auf Wärme, und rieb einmal, langsam, durch den Stoff. Meine Knie gaben ein wenig nach. Ich stützte mich an der Arbeitsplatte ab. „Jonas.“ „Ich bin hier.“ Er zog den Slip herunter, kniete sich, half mir heraus, und dann war ich nackt in meiner eigenen Küche, am hellen Mittwoch, und er kniete vor mir mit offenem Hemd und sah mich an, als sei das der Teil der Arbeit, für den er gekommen war.

Er küsste die Innenseite meines Oberschenkels, erst links, dann rechts, langsam nach oben, der Bartschatten eine feine Reibung, die mich zittern ließ. Seine Hände hielten meine Hüften, nicht fest genug, um mich zu fangen, fest genug, um mich zu halten, wenn die Beine nachgaben. Als sein Mund endlich meine Scham erreichte, tat er es nicht sofort mit der Zunge an der empfindlichsten Stelle. Er küsste die weiche Haut daneben, atmete mich ein, strich mit der Nase durch das Haar, und erst dann öffnete er mich mit zwei Fingern, behutsam, und leckte einmal lang von unten nach oben. Ich stieß einen Laut aus, der in der stillen Küche laut war. Er wiederholte die Bewegung, langsamer, lernte mich, fand den Punkt, an dem mein Becken ihm entgegenkam, und blieb dort, die Zunge kreisend, dann flach, dann wieder spitz, ein Rhythmus, der nicht hetzte.

Ich griff in sein Haar und in die Kante der Arbeitsplatte. Die Lust stieg nicht wie ein Schalter, sie stieg wie Wasser, das eine Stufe nach der anderen nahm. Er schob einen Finger in mich, dann einen zweiten, krumm, suchend, und als er die Stelle innen fand, die auf Druck antwortete, und zugleich mit dem Mund an meiner Klitoris blieb, musste ich die Zähne zusammenbeißen, um nicht schon zu kommen. „Warte“, sagte ich, atemlos. Er hielt sofort inne, die Finger still in mir, der Mund einen Zentimeter entfernt, der Atem heiß auf nasser Haut. „Zu viel?“ „Nein. Ich will dich sehen, wenn ich komme. Noch nicht. Zieh dich aus.“

Er stand auf, die Lippen glänzend, und ich öffnete seinen Gürtel, die Hose, schob alles hinunter. Sein Schwanz war hart, dick, die Spitze schon feucht, die Haut heiß, als ich die Hand darum legte. Er zuckte in meiner Faust, ein unwillkürliches Stoßen, und fluchte leise, diesmal mir zugewandt, nicht der Tür. Ich strich langsam von der Wurzel zur Spitze, den Daumen über die feuchte Stelle, und sah ihm ins Gesicht. Die Kontrolle, die er beim Knien gehabt hatte, war dünner geworden. „Ich will dich im Mund“, sagte ich. „Nur einen Moment. Dann will ich dich in mir.“ Er nickte, die Hand an meiner Wange. „Du bestimmst das Tempo.“

Ich ging in die Knie auf dem Küchenboden, der fliesenkalt unter mir war, und nahm ihn in den Mund. Salz, Wärme, der Geschmack seiner Haut, das Gewicht auf der Zunge. Ich nahm ihn nicht tief auf Anhieb, ich gewöhnte mich an ihn, die Lippen fest, die Zunge unten entlang, eine Hand an der Wurzel, die andere an seinem Oberschenkel, wo der Muskel hart wurde. Er stöhnte, offen jetzt, eine Hand in meinem Haar, ohne zu drücken. „Lena. Das ist gut. So ist es gut.“ Ich bewegte den Kopf, fand einen langsamen Takt, spürte, wie er dicker wurde, wie seine Hüfte einmal zuckte und er sie dann bewusst stillhielt. Nach einer Weile zog ich mich zurück, küsste die Spitze, stand auf. Meine Knie waren rot vom Boden. Es war mir gleich.

Er hob mich auf die Arbeitsplatte, als wöge ich weniger, als ich wog, und ich lachte einmal, überrascht, dann nicht mehr, weil er sich zwischen meine Schenkel stellte und sein Schwanz an meiner nassen Öffnung lag, noch nicht darin. Wir sahen uns an. „Jetzt?“, fragte er. „Jetzt. Langsam.“ Er schob sich in mich, Zentimeter um Zentimeter, und die Dehnung war deutlich, ein Brennen, das sofort in Fülle überging. Ich war so feucht, dass er glitt, und doch spürte ich jeden Millimeter, das Ausfüllen, den Moment, in dem er ganz in mir war und stillhielt, die Stirn an meiner, beide atmend, als müssten wir uns an die Tatsache gewöhnen. „Alles ja?“, fragte er, die Stimme rau. „Alles ja. Beweg dich.“

Er zog sich zurück und kam wieder, langsam, tief, die Hände an meinen Hüften, der Blick auf meinem Gesicht, dann auf der Stelle, wo wir verbunden waren. Ich sah auch hin: sein Schwanz, glänzend von mir, verschwand und kam wieder, und der Anblick traf mich ebenso wie das Gefühl. Jeder Stoß rieb innen an der Stelle, die seine Finger schon gefunden hatten, und außen streifte sein Unterleib meine Klitoris, nicht immer, aber oft genug. Ich legte die Beine um ihn, die Fersen an seinen Oberschenkeln, und zog ihn näher. Der Takt wurde fester, nicht hart, aber ohne Zögern. Die Arbeitsplatte war kühl unter meinem Gesäß, sein Körper heiß zwischen meinen Beinen, und das Geräusch war nass und leise und unverkennbar, dazu unser Atem, dazu einmal mein Name in seinem Mund.

„Mehr“, sagte ich, und er gab mehr, die Stöße länger, das Becken so gedreht, dass er bei jedem Hineingehen an mir rieb, wo ich es brauchte. Ich griff nach seinen Schultern, nach dem Schweiß dort, und küsste ihn, unordentlich, Zähne an seiner Unterlippe, weil die Lust anfing, die ordentlichen Bewegungen zu überholen. Er löste eine Hand von meiner Hüfte und legte sie zwischen uns, zwei Finger an meiner Klitoris, kreisend im Takt seiner Stöße. Das war fast zu genau. Die Wärme zog sich zusammen, tief im Bauch, in den Oberschenkeln, hinter den Augen. „Da“, sagte ich. „Bleib da. Nicht schneller. Genau so.“

Er blieb. Der Finger gleichmäßig, der Schwanz tief und stetig, sein Blick auf mir, als wolle er nichts von dem verpassen, was in meinem Gesicht vorging. Ich kam nicht in einem einzigen Schlag. Es baute sich auf, eine Enge, ein Zittern, dann ein Nachgeben, und dann war es da: Wellen, die von der Stelle unter seinen Fingern ausgingen und sich durch den ganzen Unterleib zogen, innen um ihn herum pulsierend, so dass er stöhnte, weil ich ihn drückte. Ich hielt mich an ihm fest, die Stirn an seiner Schulter, und ließ den Laut heraus, lang, nicht schön, wahr. Er bewegte sich weiter, kleiner jetzt, begleitend, bis das Zucken nachließ und ich weich wurde, überempfindlich, lachend und außer Atem zugleich.

„Stopp, einen Moment“, sagte ich, und er hielt sofort, noch in mir, die Hand weg von der zu empfindlichen Stelle, nur die Arme um mich. Wir atmeten. Draußen fuhr wieder ein Wagen. Die Welt hatte nicht angehalten, und das machte das, was in der Küche geschah, nicht kleiner. „Ich will dich noch“, sagte ich an seiner Haut. „Anders. Ich will dich von hinten spüren, und ich will, dass du kommst. Nicht auf mir, in mir. Ich verhüte, das weißt du nicht, aber es ist so, und ich will es.“ Er küsste meine Schläfe. „Sicher?“ „Sicher.“

Er half mir von der Platte. Meine Beine waren unsicher, und er hielt mich, bis sie gehorchten. Ich drehte mich, stützte die Unterarme auf die Arbeitsplatte, den Rücken durchgedrückt, und sah über die Schulter. Er strich mit beiden Händen über meinen Rücken, über das Gesäß, spreizte mich ein wenig, und ich spürte die Luft und dann ihn, die Spitze an mir, das Hineingleiten diesmal leichter und tiefer. Der Winkel war anders, voller, ein Druck, der bis nach vorn reichte. Er bewegte sich langsam, prüfend, und als ich ihm entgegenkam, fand er den Takt, fest, gleichmäßig, die Hände an meinen Hüften, die Daumen in den Mulden über dem Gesäß.

„Sieh mich an, wenn du kannst“, sagte er, und ich drehte den Kopf. Sein Gesicht war offen, die Kontrolle fast weg, die Lust deutlich in dem Zug um den Mund. Er stieß tiefer, und ich sagte ja, immer wieder ja, weil jedes Ja ihn fester machte und weil ich es meinte. Eine seiner Hände kam nach vorn, nicht auf die noch empfindliche Klitoris, sondern flach auf meinen Bauch, haltend, und das Gefühl, von vorn und von hinten gehalten zu sein, während er in mir war, zog eine neue Wärme hoch, nicht sofort ein zweites Kommen, aber ein dichtes, andauerndes Genießen, das ich nicht unterbrechen wollte.

„Ich bin nah“, sagte er, die Stimme brüchig. „Willst du es wirklich so?“ „Ja. Komm in mir. Ich will es spüren.“ Er stieß noch ein paar Mal, tiefer, weniger gleichmäßig, und dann hielt er sich in mir und kam, ein Pulsieren, das ich deutlich fühlte, heiß, sein Stöhnen an meinem Ohr, weil er sich über mich gebeugt hatte, die Brust an meinem Rücken, die Arme rechts und links von meinen auf der Platte. Ich blieb still und nahm es, das Zucken, das Nachgeben seines Gewichts, den Atem, der langsam wurde. Es war konkret und unumkehrbar, und ich bereute es in diesem Moment nicht. Ich spürte ihn, und ich spürte mich, und beides war gewählt.

Er blieb einen Augenblick so, dann zog er sich vorsichtig heraus. Wärme lief an meinem Oberschenkel hinunter. Er drehte mich um, hob mich nicht, hielt mich nur, und küsste mich, weich jetzt, ohne die frühere Dringlichkeit. „Alles in Ordnung?“, fragte er. „Ja. Die Beine nicht. Aber ja.“ Er lachte leise, ein echtes Lachen, und holte ein sauberes Handtuch aus der Schublade, die ich ihm zeigte, und half mir, mich abzutrocknen, ohne Eile und ohne Wegsehen. Wir standen nackt in der Küche, das Licht unverändert, der Kaffee kalt, und es war kein Film, der ausblendete. Es war ein Mittwoch, und wir hatten getan, was wir getan hatten.

Er zog mich an sich, mein Ohr an seiner Brust, sein Herz noch schnell. „Ich mache die Tür fertig“, sagte er nach einer Weile. „Nicht, weil ich gehen will, als wäre nichts gewesen. Weil du gesagt hast, dass sie nachts nicht gleichgültig ist, und weil ich nicht wollen würde, dass du mit einem offenen Schloss hierbleibst, nachdem ich gegangen bin.“ Ich nickte an seiner Haut. „Zieh dich an. Ich auch. Und dann bleib noch für den Kaffee, der neu ist, nicht für den kalten.“ „Gern.“

Wir kleideten uns ohne Hast und ohne Theater. Er fand seinen Gürtel unter dem Tisch. Ich knöpfte die Bluse und ließ die obersten Knöpfe offen, weil es sich falsch angefühlt hätte, mich bis zum Kragen zu schließen, als könnte Stoff die letzte Stunde ungeschehen machen. Er ging hinaus, setzte das Band, richtete das Schließblech, prüfte den Riegel dreimal. Ich kochte Kaffee und sah ihm durch die Scheibe zu, seinen Rücken, die bekannten Hände, jetzt wieder bei der Arbeit. Als er hereinkam, roch er nach Holz und nach uns. Der Riegel fiel mit einem klaren, sauberen Laut ein.

Wir tranken im Stehen, näher als am Morgen, die Schultern berührten sich. „Ich werde Markus nichts sagen“, sagte ich. „Nicht heute und nicht, um mich zu entlasten. Das ist keine Bitte an dich, zu lügen, wenn dich jemand fragt. Es ist nur die Wahrheit über das, was ich vorhabe.“ Er nickte. „Niemand wird mich fragen. Und ich werde nicht so tun, als wäre das eine Geschichte, die uns gehört und ihm nicht wehtut. Es tut weh, wenn er es erfährt. Es ist trotzdem geschehen, weil wir es beide wollten.“ Ich drehte den Ehering einmal und ließ ihn, wo er war. „Ja.“

Er stellte die Tasse ab, küsste mich einmal, kurz, auf den Mund, ohne den Anspruch, neu anzufangen. „Wenn die Tür wieder klemmt, ruf die Firma an und sag, wen du willst oder wen du nicht willst. Beides ist in Ordnung. Ich werde nicht unangemeldet vor der Tür stehen.“ „Das ist gut so“, sagte ich, und meinte es. Er nahm den Koffer, ging durch den Flur, und ich begleitete ihn bis zur Haustür. Draußen war der Himmel noch derselbe. Er sah mich an, sagte meinen Namen ein letztes Mal, nicht als Frage, und stieg in den Wagen. Ich wartete, bis er um die Ecke war.

Im Haus war es wieder still, aber nicht die Stille vom Morgen. Die Terrassentür ließ sich schließen, der Riegel hielt, der Spalt war zu. Auf der Arbeitsplatte lag ein Tropfen Kaffee, und der Boden war kühl, wo ich gekniet hatte. Ich legte die Hand flach auf die Stelle, an der er in mir gewesen war, nicht aus Scham und nicht aus Triumph, nur um zu wissen, dass der Körper die Wahrheit noch trug. Markus würde am Freitag kommen, den Koffer in den Flur stellen, mich auf die Wange küssen und fragen, ob die Tür gemacht sei. Ich würde ja sagen. Ich würde das Geschirr spülen, das Bett auf seiner Seite aufschlagen und die Nacht neben ihm liegen, mit einem Wissen, das nicht in die Rechnungen und nicht in den Garten passte.

Ich schloss die Küche nicht ab gegen das, was geschehen war. Ich öffnete die Terrassentür noch einmal, nur einen Spalt, ließ die Luft herein, die nach geschnittenem Gras roch, und schloss sie wieder, bis der Riegel fasste. Das Geräusch war klein und endgültig. Ich blieb davor stehen, die Hand am Rahmen, den Ring kühl am Finger, und spürte noch seine Stirn an meiner, noch das Ja, das ich gesagt hatte und das ich nicht zurücknahm. Der Nachmittag ging weiter, gewöhnlich und hell, und ich war nicht mehr die Frau, die am Morgen den Namen auf dem Zettel zweimal gelesen hatte, in der Hoffnung, er könnte sich ändern.

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