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Wiedersehen im Mauergarten

Für Frauen · 21 Minuten lesen · 29 Minuten hören

Gelesen von Ivanna

Teil 1 der Serie Ihre Lust (5)

Der Mauergarten roch nach warmem Stein und nach dem staubigsüßen Duft der späten Rosen. Ich stellte den Korb mit den Handschuhen neben das Tor und blieb stehen, weil ich seine Stimme schon hörte, bevor ich ihn sah. Er sprach leise am anderen Ende des Mittelwegs, und die alten Wörter fielen mir wieder ein, die Art, wie er Maße nannte, als seien sie etwas, das man anfassen konnte.

Acht Jahre lagen zwischen diesem Abend und dem Tag, an dem wir den Garten gemeinsam angelegt hatten. Ich war sechsunddreißig, er einundvierzig, und nichts an uns war mehr das junge Staunen von damals, nur die Anziehung war geblieben, als hätte der Boden sie mit den Wurzeln festgehalten. Die Eiben hatten die Höhe gehalten, die er vorgesehen hatte. Der Kies war an den Rändern in die Beete gewandert, und ich kannte jede dieser Verschiebungen, weil ich am Morgen schon einmal allein durchgegangen war.

Er legte auf und drehte sich um. Elias trug kein Jackett, nur ein helles Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln und die dunkle Hose, in der er früher über Baustellen gegangen war, als der Boden noch aus Schnüren und Kreide bestand. Sein Haar war an den Schläfen grauer. Das Gesicht war schmaler geworden, die Augen aber dieselben, aufmerksam und ein wenig zu ernst, bis er mich erkannte und der Ernst für einen Atemzug nachgab.

„Mara“, sagte er, und mein Name klang in seinem Mund, als hätte er ihn in den Jahren nicht oft ausgesprochen und gerade deshalb nicht vergessen. Ich ging ihm entgegen. Der Kies knirschte. Zwischen uns blieb zuerst eine höfliche Distanz, die nach Arbeit aussah und nach allem anderen roch.

„Der Auftrag ist klar“, sagte ich, weil ich irgendwo anfangen musste. „Die Besitzer wollen den ursprünglichen Plan zurück, ohne das Wilde ganz auszureißen. Ich soll die Pflanzung führen. Du die Linien.“ Er nickte. Seine Hand hob sich, als wolle er meine berühren, und sank dann wieder. „Dann arbeiten wir wie damals“, sagte er. „Nur dass wir diesmal wissen, was wir damals nicht ausgesprochen haben.“

Die Sonne stand schon tief und legte lange Schatten über den Rasen. Wir gingen den Mittelweg entlang, und ich erzählte von den Rosen, die ich stehen lassen wollte, von dem Buchs, der an einer Ecke krank war, von der Stelle unter der Linde, wo der Boden zu trocken geworden war. Er hörte zu, wie er immer zugehört hatte, mit dem Blick auf dem, was ich meinte, nicht nur auf dem, was ich sagte. Manchmal blieb er stehen und maß eine Breite mit Schritten ab. Ich kannte diese Schritte. Früher hatte ich ihnen zugesehen und so getan, als ginge es mich nichts an, wie sich sein Rücken unter dem Hemd bewegte.

An der Linde blieb ich stehen. Die Rinde war warm. Hier hatten wir vor acht Jahren die letzte Schnur gespannt, und hier hatte er mich angesehen, lange genug, dass ich den Kuss schon im Mund gespürt hatte, bevor er kam. Dann hatte sein Telefon geklingelt. Eine andere Stimme, eine andere Verpflichtung, und ich hatte am nächsten Monat eine Stelle in einer anderen Stadt angenommen. Nichts war geschehen. Alles war geschehen.

„Ich war nicht frei“, sagte er leise, als hätte er denselben Augenblick vor Augen. „Das weißt du. Seit zwei Jahren bin ich es. Ich sage das nicht, damit du etwas daraus machst. Ich sage es, weil ich dich nicht noch einmal in einem halben Satz stehen lassen will.“ Ich lehnte den Rücken an den Stamm und sah ihn an. Die Luft zwischen uns war dick von Harz und von dem, was wir uns schuldig geblieben waren. „Ich bin auch frei“, sagte ich. „Und ich bin nicht hergekommen, um höflich an dir vorbeizugehen.“

Er atmete aus, ein kurzes, fast belustigtes Geräusch, in dem Erleichterung lag. „Dann lass uns den Garten zu Ende ansehen“, sagte er. „Und danach entscheiden wir, ob wir nur über Beete reden.“ Wir gingen weiter, langsamer jetzt. Seine Hand streifte meine, als der Weg schmal wurde, und diesmal zog keiner von uns sie weg. Die Berührung war klein und brannte trotzdem den Arm hinauf. Ich spürte, wie sich meine Aufmerksamkeit verengte, auf die Wärme seiner Finger, auf den Geruch seines Hemdes, auf das leise Knirschen unter unseren Schuhen.

Im hinteren Teil des Gartens stand das alte Gartenhaus, ein niedriger Bau aus Stein mit einer breiten Bank davor und einer Tür, die nur einrastete, wenn man sie kannte. Die Besitzer waren für die Woche verreist. Das hatte in der Nachricht gestanden, nüchtern, zusammen mit dem Schlüssel und der Bitte, bis zum Abend die ersten Markierungen zu setzen. Niemand sonst war auf dem Grundstück. Die Mauern hielten den Straßenlärm draußen. Nur eine Amsel rief noch, und dann wurde auch sie still.

Wir setzten uns auf die Bank, weil die Beine vom langen Stehen schwer wurden und weil keiner von uns so tun wollte, als ginge es noch um den Buchs. Elias legte die Mappe mit den alten Plänen neben sich. Ich zog die Handschuhe aus und legte sie auf den Stein. Meine Hände waren Erde an den Nägeln, trotz des Wassers am Morgen. Er sah sie an, und in diesem Blick lag keine Bewertung, nur ein Erkennen, das mich wärmer machte als die Sonne auf dem Stoff meines Kleides.

„Darf ich“, fragte er und hielt die eigene Hand über meine, ohne sie zu nehmen. Die Frage war schlicht und deutlich. Ich drehte die Handfläche nach oben. „Ja“, sagte ich. „Ich will, dass du mich anfasst.“ Seine Finger schlossen sich um meine, fest genug, dass ich den Druck spürte, vorsichtig genug, dass ich ihn jederzeit hätte lösen können. Er führte meine Hand an seinen Mund und küsste die Innenfläche, dort, wo die Haut dünn ist. Die Berührung ging mir durch den Arm in die Brust und weiter hinab, ein langsames, klares Ziehen.

Ich rückte näher, bis unser Knie sich berührte. „Ich habe dich damals gewollt“, sagte ich. „Nicht als Idee. Als Mann, der neben mir stand und den Boden gelesen hat, als könne er ihn hören. Ich bin gegangen, weil ein halber Kuss mich kaputtgemacht hätte, wenn danach eine andere auf dich wartete.“ Er nickte. Seine Stirn legte sich für einen Moment an meine. „Es tut mir leid, dass ich dich in diesem Dazwischen gelassen habe“, sagte er. „Heute ist kein Dazwischen. Wenn du mich willst, dann ganz. Wenn du nur reden willst, dann reden wir, und ich bringe dich zum Tor.“

„Ich will dich“, sagte ich. Die Worte waren ruhig und wahr. „Hier. Jetzt. Nicht weil der Garten romantisch ist, sondern weil ich dich ansehe und mein Körper schon ja sagt, bevor ich den Satz zu Ende denke.“ Er lächelte, klein und ernst zugleich. „Dann sagst du mir, wenn etwas nicht stimmt“, sagte er. „Und ich sage es dir auch. Ein Wort genügt.“ „Ein Wort genügt“, wiederholte ich, und damit war die Grenze gezogen, innerhalb derer wir uns frei bewegen konnten.

Der erste Kuss kam ohne Eile. Seine Lippen waren warm und ein wenig trocken von der Sonne, dann weicher, als er den Mund öffnete und ich ihm entgegenkam. Ich schmeckte Tee und etwas Herbes, vielleicht den Apfel, den er auf der Fahrt gegessen hatte. Meine Hand lag an seinem Nacken. Sein Daumen strich über meinen Handrücken, immer wieder, als wolle er sich vergewissern, dass ich noch da war und noch ja meinte. Ich meinte ja. Ich zog ihn näher, und der Kuss wurde tiefer, unsere Zungen fanden sich, langsam zuerst, dann mit einem Hunger, der acht Jahre nicht höflich geblieben war.

Er löste sich nur so weit, dass er mich ansehen konnte. „Komm mit ins Haus“, sagte er. „Die Bank ist hart, und ich will dich nicht zwischen Kies und Abendkälte haben, wenn ich dich ausziehe.“ Ich stand auf. Meine Knie waren weich, nicht vor Unsicherheit, sondern vor diesem süßen, schweren Gefühl, das sich schon zwischen meinen Beinen sammelte. Er nahm die Mappe, ich den Korb, und wir gingen die drei Stufen hinauf, als wären es mehr. Drinnen roch es nach Holz, nach trockenem Stroh in einem Korb und nach dem Lavendel, den jemand im Fenster getrocknet hatte. Ein breites Sofa stand unter dem Fenster, bezogen mit verwaschenem Leinen. Auf dem Tisch lag ein Krug Wasser. Elias schloss die Tür, ohne den Riegel vorzulegen, und sah mich an, als warte er noch einmal.

„Riegel zu oder offen“, fragte er. „Offen ist mir recht“, sagte ich. „Niemand kommt. Und ich will nicht den Eindruck, dass wir uns einschließen müssen, um ehrlich zu sein.“ Er ließ den Riegel, wie er war. Dann kam er zu mir, und diesmal war der Kuss kein Anfang mehr, sondern eine Fortsetzung. Seine Hände lagen an meiner Taille, über dem Kleid, und warteten. Ich führte eine davon höher, an die Seite meiner Brust. „Hier“, sagte ich. „Und überall, wo du willst, solange du mich dabei ansiehst, wenn ich den Atem verliere.“

Er sah mich an, während seine Hand die Brust umfasste, durch den Stoff hindurch, der Daumen über der Stelle, an der die Brustwarze sich schon aufgerichtet hatte. Das Kleid war dünn. Ich trug darunter nichts Enges, nur ein schlichtes Hemdchen und einen Slip, beides hell und vom Tag warm. Als er die Brustwarze zwischen Finger nahm und leicht drehte, ging ein scharfer, guter Schmerz durch mich, der sofort in Wärme umschlug. Ich stöhnte in seinen Mund, leise, und er wiederholte die Bewegung, aufmerksamer jetzt, lernend.

„Zieh es mir aus“, sagte ich. Er fand den Reißverschluss im Rücken und zog ihn hinunter, Zahn um Zahn, die Knöchel streiften meine Wirbelsäule. Das Kleid rutschte von den Schultern. Ich half mit den Armen und stand dann im Hemdchen vor ihm, die Abendluft kühl auf der bloßen Haut der Schultern, sein Blick heiß. Er strich mit beiden Händen von den Schlüsselbeinen abwärts, langsam, bis zu den Rippen, und hielt dort inne. „Du bist schön“, sagte er, ohne die Stimme zu heben. „Nicht als Satz, den man sagt. So, wie du jetzt stehst, mit Erde unter den Nägeln und diesem Mund, der gerade meinen Namen noch nicht gesagt hat und ihn gleich sagen wird.“

Ich zog ihm das Hemd aus der Hose und öffnete die Knöpfe, einen nach dem anderen. Darunter war seine Brust warm, mit dunklem Haar, das ich mit den Fingern nachzeichnete, bis zu der Linie, die im Hosenbund verschwand. Seine Brustwarzen zogen sich unter meiner Berührung zusammen. Ich beugte mich vor und nahm eine in den Mund, saugte leicht, spürte, wie sein Atem stockte und seine Hand in mein Haar fuhr, nicht drückend, nur haltend. „Mara“, sagte er, und diesmal war der Name kein Erkennen mehr, sondern ein Bitten.

Wir zogen uns gegenseitig weiter aus, ohne Hast und ohne Umweg. Das Hemdchen ging über meinen Kopf. Meine Brüste lagen schwer und empfindlich in der kühleren Luft, die Warzen dunkel und fest. Er senkte den Mund darauf, küsste die eine, dann die andere, leckte in langsamen Kreisen und sog, bis ich die Finger in seine Schultern krallte und die Hüfte unwillkürlich gegen ihn schob. Seine Hose öffnete ich mit beiden Händen. Er half, schob sie hinunter, und stand in kurzen dunklen Shorts vor mir, in denen sein Schwanz schon hart gegen den Stoff drückte, deutlich, schwer, eine Form, die meinen Mund trocken und meinen Schoß feucht machte zugleich.

Ich legte die Hand darauf, von außen, und spürte die Hitze. „Ich will dich sehen“, sagte ich. Er nickte und schob die Shorts selbst hinunter, weil meine Finger auf einmal ungeschickt waren vor lauter Wollen. Sein Schwanz sprang frei, dick, mit einer leichten Krümmung, die Eichel schon feucht. Ich umfasste ihn, nicht fest, nur um das Gewicht zu kennen, und strich mit dem Daumen über die Spitze. Er zuckte in meiner Hand. Ein Laut kam aus seiner Kehle, roh und leise. „Wenn du so weitermachst, stehe ich nicht lange“, sagte er. „Dann setz dich“, sagte ich. „Ich bin noch nicht fertig mit dem Ansehen.“

Er setzte sich auf das Sofa. Ich blieb stehen, zog den Slip aus und ließ ihn neben das Kleid fallen. Nackt vor ihm zu stehen, im letzten Licht, das durch das Fenster auf meinen Bauch fiel, war kein Verlust von Haltung. Es war eine Wahl. Ich sah, wie sein Blick über meine Brüste, meinen Bauch, die dunkle Locke zwischen meinen Schenkeln ging und dort blieb, aufmerksam, hungrig, ohne zu greifen. „Komm her“, sagte er. „Nur wenn du willst, dass ich dich mit dem Mund kennenlerne, bevor ich in dir bin.“

Ich wollte das. Ich setzte mich rittlings auf seine Oberschenkel, noch nicht auf seinem Schwanz, nur so, dass meine feuchte Mitte seinen Unterleib berührte und sein Schwanz zwischen uns lag, heiß an meinem Bauch. Wir küssten uns wieder, tiefer, nasser. Seine Hände umfassten meinen Hintern und zogen mich enger, sodass ich an ihm entlangglitt und die Reibung mich schon zittern ließ. Ich war feucht genug, dass die Bewegung glatt wurde, ein langsames Gleiten meiner Schamlippen an seinem Schaft, ohne dass er eindrang. Jedes Mal, wenn die Eichel meine Klitoris streifte, stockte mir der Atem.

„Leg dich hin“, sagte ich schließlich, weil ich seinen Mund wollte und weil mein Körper nach einer direkteren Berührung verlangte. Er legte sich auf den Rücken, den Kopf auf einem Kissen, und ich kniete mich über sein Gesicht, die Knie neben seinen Schultern, eine Hand an der Lehne. „So“, fragte ich. „Ja“, sagte er, und seine Hände legten sich an meine Hüften, führend, nicht zwingend. „Komm runter. Ich will dich schmecken.“

Ich senkte mich, bis sein Mund mich fand. Die erste Berührung seiner Zunge war breit und warm, ein Strich von unten nach oben, der mich laut machen ließ. Er leckte mich, als hätte er Zeit und als wäre diese Zeit das Eigentliche. Die Zunge teilte mich, kreiste um die Klitoris, saugte sie vorsichtig zwischen die Lippen und ließ wieder ab, wenn mein Oberschenkel zuckte. Ich hörte das feuchte Geräusch, roch mich selbst und ihn, spürte seinen Atem heiß an der empfindlichen Haut. Meine Hand fand sein Haar. „Genau da“, sagte ich, als er einen Punkt traf, der mir die Knie weich machte. „Bleib da. Nicht schneller. Nur so.“

Er blieb. Die Gleichmäßigkeit war fast unerträglich und genau richtig. Spannung sammelte sich tief in meinem Becken, zog sich zusammen, löste sich nicht, baute sich höher. Ich rieb mich leicht gegen seinen Mund, und er ließ es zu, die Hände fest an meinen Hüften, der Griff ein Versprechen, dass er mich hielt. Als ich kam, war es nicht leise. Ein langer Laut brach aus mir, mein Körper spannte sich, die Klitoris pochte gegen seine Zunge, und Wellen liefen durch den Bauch, die Schenkel, bis in die Fußsohlen. Er leckte mich durch den Höhepunkt, sanfter dann, bis ich mich zur Seite sinken ließ und auf dem Sofa neben ihm lag, atemlos, die Innenseite der Schenkel nass von mir und von seinem Mund.

„Komm her“, sagte ich, als ich wieder sprechen konnte. Ich zog ihn über mich, dann änderte ich den Sinn und setzte mich auf, weil ich ihn auch schmecken wollte, bevor er in mir war. „Leg dich zurück.“ Er tat es. Ich küsste seine Brust, den Bauch, die Linie der Hüfte, und nahm seinen Schwanz in die Hand, dann in den Mund. Er schmeckte nach Salz und nach Haut, die Eichel glatt auf meiner Zunge. Ich nahm ihn so tief, wie es mir leicht fiel, und arbeitete mit der Hand am Schaft, langsam, mit Aufmerksamkeit für das Zucken, für das leise Fluchen, das er in die Armbeuge drückte. Seine Hand lag auf meinem Haar, offen, nicht drückend. „Mara, wenn du mich so nimmst, komme ich“, sagte er heiser. Ich hob den Kopf. „Noch nicht“, sagte ich. „Ich will dich in mir, wenn du kommst. Und ich will vorher noch einmal kommen, mit dir darin.“

Er setzte sich auf und küsste mich, schmeckte sich und mich, und das Vermischen der Geschmäcker machte mich von neuem ungeduldig. „Wie willst du mich“, fragte er. „Sag es.“ „Auf dem Rücken zuerst“, sagte ich. „Ich will dein Gewicht. Und ich will dein Gesicht sehen. Wenn es zu viel wird, sage ich es, und wir wechseln.“ Er nickte. Ich legte mich hin, ein Kissen unter der Hüfte, die Beine geöffnet. Er kniete zwischen ihnen und strich mit der Eichel durch meine Nässe, ohne einzudringen, auf und ab, bis ich die Hüfte hob und ihm entgegenkam. „Jetzt“, sagte ich. „Langsam. Ich will jeden Zentimeter spüren.“

Er setzte an und schob sich in mich, langsam, wie gebeten. Die Dehnung war voll und gut, ein Brennen, das sofort in Fülle umschlug. Ich atmete aus, die Hände an seinen Oberarmen, und sah ihm ins Gesicht, während er tiefer ging, bis er ganz in mir war und wir beide für einen Moment stillhielten. Er füllte mich so, dass ich die eigene Enge um ihn spürte, das Pochen, das Nachgeben. „Gut“, flüsterte ich. „Sehr gut. Beweg dich.“

Er zog sich zurück und kam wieder, ein langer Stoß, dann noch einer, im Takt meines Atems. Das Sofa gab leise nach. Draußen war der Garten nur noch ein dunklerer Duft durch das offene Fenster, Rosen, Stein, Erde. Drinnen war alles Haut und das nasse Geräusch unseres Zusammenkommens, sein leises Stöhnen an meinem Ohr, mein Name, wenn er besonders tief ging. Ich schlang die Beine um seine Hüften und änderte den Winkel, sodass er an der vorderen Wand entlangstrich, dort, wo die Lust schärfer wurde. „Da“, sagte ich. „Bleib in diesem Winkel. Ja. Genau so.“

Seine Stirn lag an meiner. Schweiß kühlte auf meiner Brust, wo seine Haut meine berührte und sich wieder löste. Er stützte sich auf einen Arm und schob die andere Hand zwischen uns, fand meine Klitoris mit zwei Fingern und rieb sie im Takt seiner Stöße, nicht hart, kreisend, so wie sein Mund es vorher getan hatte. Die doppelte Empfindung zog mir den Boden weg. Ich war laut, ohne mich dafür zu schämen. Jeder Stoß schob mich ein wenig höher auf dem Leinen, und er folgte, blieb in mir, blieb bei der Stelle, die ich ihm gezeigt hatte.

„Ich bin nah“, sagte ich. „Nicht aufhören. Sieh mich an.“ Er sah mich an. In seinem Blick lag Konzentration und eine Zärtlichkeit, die mich fast mehr traf als die Bewegung selbst. Der zweite Höhepunkt kam tiefer als der erste, aus dem Bauch heraus, ein Zusammenziehen um seinen Schwanz, das ich nicht steuern konnte und nicht steuern wollte. Ich kam mit offenem Mund, die Fersen in seinen Rücken gedrückt, und er hielt den Rhythmus, bis die Wellen nachließen und ich zitternd unter ihm lag, überempfindlich und noch immer voll von ihm.

„Warte“, sagte ich leise. „Einen Atemzug. Dann will ich oben sein.“ Er blieb in mir und wartete, küsste meine Schläfe, meine Mundwinkel, die feuchte Haut unter meinem Ohr. Als das Zittern nachließ, half er mir, uns zu drehen, ohne ganz aus mir zu gleiten. Ich saß auf ihm, die Knie im Leinen, die Hände auf seiner Brust. So hatte ich die Tiefe selbst in der Hand. Ich hob mich und senkte mich, zuerst langsam, dann mit einem Rollen der Hüfte, das die Eichel immer wieder an dieselbe gute Stelle brachte. Sein Schwanz war hart und heiß in mir. Seine Hände lagen an meinen Brüsten, die Daumen über den Warzen, und jedes Mal, wenn ich mich senkte, drückte er leicht zu, im Takt, den ich vorgab.

„Du fühlst dich unglaublich an“, sagte er. Die Stimme war rau. „Eng und warm und so nass, dass ich kaum klar denken kann.“ Ich lachte kurz, atemlos, und das Lachen ging in ein Stöhnen über, weil ich mich gerade besonders tief genommen hatte. „Dann denk nicht“, sagte ich. „Fass mich an. Und sag mir, wenn du kommst. Ich will es hören.“ Er setzte sich weiter auf, sodass wir Brust an Brust waren, und küsste mich, während ich auf ihm ritt. Die neue Nähe ließ seinen Schwanz noch voller in mir sitzen. Seine Hände glitten an meinen Rücken, eine blieb an meiner Hüfte und half der Bewegung, ohne sie zu übernehmen.

Ich spürte, wie seine Oberschenkel sich spannten. Sein Atem wurde kürzer. „Mara, ich bin gleich so weit“, sagte er. „Willst du, dass ich in dir komme?“ „Ja“, sagte ich sofort. „In mir. Ich will es spüren. Komm.“ Er hielt meine Hüfte und stieß von unten entgegen, drei tiefe, etwas härtere Bewegungen, dann blieb er ganz in mir und kam. Ich spürte das Pulsieren, das warme Nachgeben, sein Stöhnen an meinem Hals, den Namen, der in dem Laut unterging. Meine eigenen inneren Muskeln zogen sich noch einmal um ihn, ein Nachbeben, kein neuer Gipfel, aber nah daran, süß und ausgedehnt. Ich hielt ihn, die Arme um seinen Nacken, und bewegte mich nur noch wenig, bis auch das letzte Zucken verebbte.

Wir blieben so, ineinander, die Stirnen aneinander, der Atem laut im stillen Haus. Draußen hatte sich die Dämmerung über die Mauern gelegt. Ein später Wind bewegte die Rosen und trug ihren Duft durch das Fenster zu uns herein, vermischt mit dem Geruch von Sex und warmer Haut. Ich spürte, wie er in mir weicher wurde, und die Nässe, die uns verband, kühlte langsam an meinen Schenkeln. Es war nicht unangenehm. Es war der Beweis, dass wir nicht wieder nur fast gewesen waren.

„Ich hebe dich gleich“, sagte er nach einer Weile. „Sonst wird dir kalt.“ „Noch einen Moment“, sagte ich. Meine Hand lag flach auf seinem Herzen. Es schlug schnell und wurde allmählich ruhiger. „Ich will das noch fühlen, dich in mir, bevor wir wieder zwei Leute mit Plänen sind.“ Er küsste mich, langsam, ohne Anspruch. „Wir sind beides“, sagte er. „Die Pläne lügen nicht. Und das hier auch nicht.“

Als wir uns lösten, war es vorsichtig. Er glitt aus mir, und ich spürte die Leere und das Nachlaufen seiner Wärme. Er stand auf, nackt und unbefangen, holte ein sauberes Tuch aus dem Schrank und den Krug vom Tisch. „Darf ich“, fragte er wieder, und ich nickte. Er wusch mich mit dem feuchten Tuch, aufmerksam, zwischen den Beinen, an den Innenseiten der Schenkel, ohne Eile und ohne Kommentar, der die Zärtlichkeit kleiner gemacht hätte. Danach wusch er sich selbst. Ich sah ihm zu, dem Körper, der eben noch in meinem gewesen war, den Schultern, dem nachlassenden Schwanz, den Händen, die am Morgen noch Linien in einen Plan gezeichnet hatten.

Wir zogen uns nicht sofort an. Er holte eine Decke von der Lehne und legte sie über uns beide, als wir uns wieder auf das Sofa setzten, ich mit dem Rücken an seiner Brust, seine Arme um meine Mitte. Durch das Fenster sah ich die schwarze Masse der Eiben und einen Streifen noch hellen Himmels. Mein Körper war müde auf die gute Art, die Haut empfindlich, zwischen den Beinen ein sattes, leichtes Ziehen. Ich nahm seine Hand und legte sie auf meinen Bauch, unter die Decke.

„Ich bleibe in der Stadt“, sagte ich. „Der Auftrag dauert Wochen, und danach gibt es andere Gärten. Ich bin nicht mehr die, die am nächsten Monat verschwindet, weil ein halber Kuss zu viel war.“ Er war eine Weile still, und die Stille war nicht schwer. „Ich will dich wiedersehen“, sagte er dann. „Nicht nur auf dem Kies. Zum Essen, in meiner Wohnung, in deiner, an einem Morgen, an dem niemand einen Plan von uns erwartet. Wenn du das auch willst.“ „Ich will das“, sagte ich. „Und ich will auch die Arbeit mit dir. Beides, ohne dass das eine das andere entschuldigen muss.“

Er lachte leise an meinem Haar. „Dann setzen wir morgen die ersten Markierungen“, sagte er. „Heute setzen wir keine mehr. Heute ist der Garten fertig mit uns, und wir mit ihm, für diese Stunde.“ Ich drehte den Kopf und küsste den Ansatz seines Kiefers. Der Bart war ein wenig rau. „Einverstanden“, sagte ich. „Aber bevor wir gehen, will ich noch einmal deinen Mund. Nicht um noch einmal anzufangen. Nur damit der letzte Geschmack dieser Stunde nicht der von Wasser ist, sondern von dir.“

Er drehte mich in seinen Armen und küsste mich, lange, weich, mit der Ruhe von jemandem, der nicht mehr beweisen muss, dass er bleibt. Ich schmeckte uns beide noch, fern schon, und darunter nur ihn. Als wir uns anzogen, half er mir mit dem Reißverschluss, und ich knöpfte sein Hemd, diesmal von oben nach unten, die Finger langsamer als nötig. Draußen war der Kies kaum noch zu sehen. Wir gingen den Mittelweg ohne Lampe, weil die Mauern den Weg hielten und weil unsere Augen sich gewöhnt hatten.

Am Tor blieb er stehen und nahm meine Hand, diesmal ohne zu fragen, weil die Erlaubnis des Abends noch in der Haut lag und weil ich die Finger selbst verschränkte. „Morgen um neun“, sagte er. „Ich bringe Kaffee. Du bringst die Entscheidung über die kranke Ecke Buchs.“ „Die Ecke bleibt“, sagte ich. „Wir schneiden zurück und warten. Manches erholt sich, wenn man es nicht ausreißt.“ Er verstand den Satz in beiden Richtungen und nickte nur. Dann küsste er mich noch einmal, kurz, an der offenen Tür zur Straße, wo die Luft nach Stadt und nach Nacht roch.

Ich fuhr nicht sofort. Ich saß einen Moment im Wagen und sah zum Mauergarten zurück, dessen Tor wir angelehnt gelassen hatten, weil der Schlüssel im Haus lag und weil Elias ihn holen und schließen wollte. Mein Körper erinnerte sich an ihn in jeder Bewegung, mit der ich mich auf den Sitz setzte. Zwischen den Beinen war ich noch feucht, das Kleid duftete nach uns, und auf der Zunge lag sein Name, nicht als Sehnsucht nach etwas Unmöglichem, sondern als Tatsache. Acht Jahre hatten die Anziehung nicht verdünnt. Sie hatten ihr nur die Ungeduld einer halben Geste genommen und eine ganze gegeben.

Als ich endlich anfuhr, lag der Abend hinter mir wie ein geschlossener Kreis aus Stein, Haut und einem Ja, das wir beide laut gesagt hatten. Der Garten würde morgen wieder Maße von uns verlangen. Heute hatte er schon bekommen, was zwischen seinen Linien seit langem gewartet hatte.

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