Die Woche und diese Nacht
Für Frauen · 20 Minuten lesen · 26 Minuten hören
Gelesen von Ekaterina
Teil 1 der Serie Ihre Lust (1)
Ich war zweiunddreißig und hatte die Woche am Wasser gemietet, weil mein Manuskript seit dem Frühjahr stillstand und ich glaubte, Salz und Wind könnten den Satz wieder in Bewegung setzen. Das Haus war alt, weiß getüncht, mit zwei Wohnungen, die nur die Küche und den schmalen Garten teilten. Elias war neununddreißig. Das sagte er mir am zweiten Morgen, ruhig, als wäre ein Alter nur eine weitere Tatsache neben der Farbe des Meeres.
Er arbeitete an der Kapelle über dem Ort, setzte Putz und Holz in Stand und schlief in der anderen Hälfte des Hauses. Ich wollte Stille. Stattdessen lernte ich das Geräusch seiner Schritte auf den Dielen, das Wasser in seinen Rohren, das leise Schließen seiner Tür am Abend.
Am ersten Nachmittag regnete es so dicht, dass die Bucht verschwand. Ich stand mit dem Koffer vor der falschen Tür, der linken, und er öffnete, groß und barfuß, das Hemd an den Ärmeln feucht von Arbeit. Er fragte, ob ich Hilfe brauche, und wartete auf die Antwort, statt den Griff schon zu nehmen. Ich sagte ja.
Seine Hand streifte meine am Koffergriff, nur einen Augenblick, warm und rau von Kalk. Er trug den Koffer in die rechte Wohnung, stellte ihn ab, nannte seinen Namen und ging, ohne zu bleiben. Ich schloss die Tür und hielt die eigene Hand noch eine Weile so, als wäre die Berührung ein Gegenstand, den man nicht sofort weglegen sollte.
Abends hörte ich ihn durch die Wand. Kein Lärm, nur Wasser in einer Schüssel, ein Stuhl, später eine Stille, die aufmerksam wirkte. Ich lag auf dem schmalen Bett und dachte an seine Unterarme, an die Art, wie er gefragt hatte. Das war noch kein Begehren mit einem festen Namen.
Am Morgen kochte ich zu viel Kaffee, aus Gewohnheit oder aus einer Absicht, die ich mir nicht eingestand. Ich stellte eine zweite Tasse auf den Gartentisch, unter das Vordach, wo der Regen von den Balken tropfte. Er kam heraus, sah die Tasse, sah mich. Ich sagte, es sei zu viel geworden.
Er setzte sich, nicht zu nah, und trank langsam. Wir sprachen über die Straße, die im Winter zufriert, über die Kapelle, über meine Arbeit mit fremden Sätzen. Ich übersetzte Romane und hatte den eigenen verloren. Er hörte zu, ohne die Lücken zu füllen, und das mochte ich sofort.
Als ich fragte, wie alt er sei, lächelte er kurz. Neununddreißig, sagte er, und du. Zweiunddreißig, sagte ich, und die Zahlen lagen zwischen uns wie zwei Steine, die man anfassen kann. Nichts an ihm wirkte eilig, und nichts an mir war es sonst gewesen.
An diesem Tisch aber merkte ich, dass ich länger blieb, als der Kaffee reichte, nur um zu sehen, wie das Licht auf seinem Hals lag, dort wo der Kragen offen war. Er bemerkte es, glaube ich, denn sein Mund wurde weicher, ohne dass er etwas sagte.
Am Nachmittag zeigte er mir die Kapelle, weil ich gefragt hatte und weil er, wie er später sagte, gehofft hatte, dass ich frage. Der Weg stieg zwischen Ginster und nassem Gras, und der Wind roch nach Tang. Drinnen war es kühler, nach Kalk, Holz und alter Steinluft. Er erklärte nicht viel.
Er legte die flache Hand an eine Wand und sagte, hier halte der Putz wieder. Ich stellte mich neben ihn, nah genug, um die Wärme seiner Schulter zu spüren, ohne sie zu suchen. Die Treppe zum kleinen Chor war so schmal, dass unsere Ärmel sich berührten, Stoff an Stoff, dann kurz Haut durch den Stoff. Ich ging nicht schneller, und er auch nicht.
Oben fiel Licht durch ein rundliches Fenster auf den Staub, und ich dachte, ganz klar und ohne Ausflucht, an seinen Mund. Ich wurde warm im Gesicht und zwischen den Beinen, eine erste, deutliche Nässe, die mich überraschte. Er sah mich an, als hätte er den Gedanken gehört, und schwieg freundlich.
Am dritten Tag traf ich ihn auf dem kleinen Markt zwischen Fischkisten und Blumen. Ich hatte zu viel eingekauft, aus derselben dummen Fülle wie beim Kaffee. Er fragte, ob er die Tasche nehmen dürfe. Ich sagte ja, und diesmal blieb seine Hand einen Moment länger an meiner, bevor er den Henkel übernahm.
Wir gingen die schmale Gasse hinunter, und er roch nach Seife und nach dem Holz der Kapelle. Ich erzählte von einem Satz, der mir nicht gehorchte. Er sagte, manche Dinge wollten nicht gezwungen werden, sie wollten Zeit.
An einer niedrigen Mauer setzten wir uns, die Tasche zwischen uns, das Meer grau und nah. Er sagte, er lebe seit einem Jahr allein, nach einer langen Beziehung, die freundlich zu Ende gegangen sei. Ich sagte, bei mir seien es zwei Jahre, und ich hätte die Stille gewählt, nicht erlitten. Wir sahen uns an, und in diesem Blick lag keine Eile, nur die Feststellung, dass wir beide frei waren und beide wach.
Nachmittags schwamm ich. Das Wasser war kalt genug, um die Gedanken zu klären, und nicht kalt genug, um sie zu töten. Er saß auf dem Steg mit einem Buch, die Beine lang, das Hemd offen über einem dunklen Shirt. Als ich aus dem Wasser stieg, das Haar nass im Nacken, sah er mich an, sah weg und sah wieder hin.
Ich spürte seinen Blick auf den Schultern, auf der Linie der Hüfte unter dem nassen Stoff, und ich schämte mich nicht. Ich wurde warm, obwohl der Wind kühl war, und die Brustwarzen zogen sich zusammen, nicht nur von der Kälte. Ich legte das Tuch um mich langsamer, als nötig gewesen wäre. Er verstand das, glaube ich, denn sein Mund wurde still und seine Hände lagen unbewegt auf dem Buch.
Am Abend klopfte ich an seine Tür, um ein Buch zurückzugeben, das er mir geliehen hatte, einen dünnen Band über alte Kirchen, den ich kaum gelesen hatte. Er öffnete, und wir standen im Rahmen, ich auf der Schwelle, er im Halbdunkel des Flurs. Keiner nahm das Buch richtig. Unsere Finger lagen auf demselben Einband, und die Zeit wurde dick.
Ich hätte ihn küssen können. Er hätte sich vorbeugen können. Stattdessen sagte er leise, dass er mich nicht überrumpeln wolle, nicht an einer Tür, nicht nach drei Tagen, die sich schon wie mehr anfühlten. Ich sagte, dass ich das wisse und dass ich trotzdem nicht weggehen wolle.
Wir lächelten beide, ein wenig hilflos, und das Lächeln war fast so nah wie ein Kuss. Ich ging. In meinem Zimmer legte ich die Hand auf den Mund und atmete, als hätte ich einen langen Weg hinter mir.
Die Nacht war schlecht im besten Sinn. Ich wälzte mich, hörte die Brandung, hörte einmal seine Tür und dann nichts. Meine eigene Hand glitt unter das Hemd, über den Bauch, tiefer, bis zu der Wärme zwischen den Schenkeln.
Ich war feucht, deutlich, und ein Finger hätte genügt, um mich zu beruhigen. Ich hörte auf, bevor es ein Ersatz wurde. Ich wollte nicht mich selbst zum Schweigen bringen. Ich wollte ihn, und das Begehren sollte wach bleiben, bis wir beide die Tür schlossen.
Am vierten Tag kam Sturm. Der Wind drückte gegen die Fenster, und das Meer war eine graue, aufgewühlte Fläche ohne Horizont. Ich arbeitete zwei Stunden und strich alles, weil jeder Satz nach ihm schmeckte. Gegen Mittag roch es in meiner Küche verbrannt, denn ich hatte Öl zu heiß werden lassen und zu lange auf eine Zeile gestarrt.
Er klopfte und fragte, ob alles in Ordnung sei. Ich lachte, zum ersten Mal richtig, und sagte, meine Kompetenz ende bei Worten. Er kam herein, löschte die Pfanne, öffnete das Fenster, und der Sturm fuhr kühl über unsere Gesichter. Wir standen am Spülbecken, Hände im selben warmen Wasser, Teller zwischen uns.
Seine Finger streiften meine Knöchel, nass und sicher. Diesmal zog keiner weg. Als das Wasser ablief, blieb die Wärme in den Händen, und ich wusste, dass wir gleich etwas sagen würden, das man nicht zurücknehmen will.
Er trocknete sich an einem Tuch und sah mich an, ohne die Stimme zu heben. Ich denke seit Dienstag an dich, sagte er. Nicht nur an dein Gesicht. An die Art, wie du zuhörst, und an den Moment auf der Treppe, als ich deinen Atem gehört habe.
Ich spürte, wie die Worte in mir ankamen, tief, zwischen Brust und Schoß. Ich sagte, dass ich auch an ihn denke, seit dem Koffer, seit dem Kaffee, seit ich aus dem Wasser gestiegen bin und seinen Blick auf der Haut hatte. Wir standen so nah, dass ich seinen Atem an der Schläfe fühlte. Mein Puls schlug dort, wo sein Mund hätte sein können.
Er fragte, ob ich Zeit wolle oder Nähe. Ich sagte, beides, und dass ich die Langsamkeit nicht aus Angst wollte, sondern weil sie das Begehren größer mache. Er nickte, und Erleichterung ging durch sein Gesicht, als hätte er gefürchtet, zu viel gesagt zu haben. Ich legte die nasse Hand an seinen Unterarm und ließ sie dort, bis die Haut darunter warm wurde.
Er berührte meine Wange mit dem Rücken der Finger, nur das, und die Geste war so zärtlich, dass mir die Augen brannten. Dann ging er zurück an seine Arbeit, weil der Sturm die Gerüste unsicher machte und er das Holz sichern musste. Ich blieb am Fenster und presste die Oberschenkel zusammen, allein mit einem Ja, das schon gesprochen war und noch nicht eingelöst.
Der fünfte Tag war klar und fast grausam schön. Ich konnte nicht schreiben. Jeder Satz bog sich zu seinem Mund, zu seinen Händen, zu der Stelle an meinem Arm, die er nicht berührt hatte und die trotzdem wartete.
Am späten Nachmittag kam er und fragte, ob ich die Kapelle im Abendlicht sehen wolle. Ich sagte ja, ohne zu zögern, und holte nur eine Jacke. Wir gingen den Hügel hinauf. Die Luft war mild, nach Salz und warmem Stein, und unsere Arme streiften sich einmal, zweimal, beim dritten Mal blieben sie einen Schritt lang aneinander.
In dem leeren Schiff hallten unsere Schritte, und das Gold des Abends lag auf dem neuen Holz. Er zeigte mir eine Naht, an der das frische Holz das alte traf, eine Linie, die man nur aus der Nähe sah. Ich legte die Hand auf seine Brust, über dem Hemd, und spürte den Herzschlag, schnell für einen so ruhigen Mann. Er legte seine Hand über meine, und wir standen so, als wäre das schon eine Vereinigung.
Wir küssten uns. Es war ein kurzer Kuss, Mund auf Mund, kein Drängen, nur die weiche Öffnung, der Geschmack von Tee und Salzluft. Ich wurde sofort nass, so deutlich, dass ich die Schenkel enger stellte und ein Laut in der Kehle blieb. Er merkte das Zittern in meiner Hand und hielt sie fester, nicht um mich festzuhalten, sondern um mitzumachen.
Ein Wagen fuhr unten auf der Straße vorbei, und das Geräusch erinnerte uns an den Entschluss, nicht aus Schreck, sondern aus Treue zu dem, was wir wollten. Er löste sich, die Stirn an meiner. Nicht hier, sagte er. Nicht halb.
Ich will dich ganz, sagte er, und ich will, dass du es willst, wenn wir die Tür schließen und niemand mehr vorbeifährt. Ich sagte, dass ich es schon wolle und dass ich die Nacht wählen werde, nicht einen zufälligen Moment zwischen Gerüst und Staub. Wir gingen zurück, ohne uns an den Händen zu halten. Diese Enthaltsamkeit war fast unerträglich und genau richtig, denn sie ließ das Begehren ungeteilt.
Am sechsten Tag sprach kaum einer von uns viel. Wir begegneten uns im Garten, am Wasserhahn, auf dem Weg zum Bäcker, und jede Begegnung war eine Berührung, die nicht stattfand und deshalb lauter war. Er reichte mir ein Brot, und unsere Finger blieben ineinander, drei Sekunden, vier, fünf. Ich sagte leise, heute, und er sagte, ich warte, bis du kommst.
Den Nachmittag verbrachte ich im Bad, nicht aus Eitelkeit, sondern weil ich meinen Körper kennen wollte, bevor er ihn kannte. Ich wusch mich langsam, die Brüste, den Bauch, die Innenseiten der Schenkel, und stellte mir seine Hände vor, groß und geduldig. Zwischen den Beinen war ich schon glatt und warm und bereit. Ich ließ die Finger einmal durch die Nässe gleiten, nur um zu wissen, wie sehr, und zog sie zurück, bevor die Lust sich selbst genügte.
Ich zog ein einfaches Kleid an, nichts, das nach Verkleidung aussah. Darunter trug ich nichts. Das war meine Entscheidung, klar und privat, bis ich sie ihm schenken würde. Als es dunkel wurde, schrieb ich keinen Zettel und schickte keine Nachricht, denn wir hatten das Kommen schon vereinbart, mit Stimmen, nicht mit Zeichen.
Ich ging barfuß über die kühlen Fliesen des gemeinsamen Flurs und klopfte an seine Tür. Er öffnete sofort, als hätte er dagestanden, mit einem frischen Hemd, die Ärmel offen. Er sah mich an, als wäre das Kleid schon eine Antwort. Komm herein, sagte ich, und meine Stimme war ruhig, obwohl mein Puls es nicht war.
Er trat zur Seite. Drinnen roch es nach Seife, nach Holz, nach einem Abendessen, das er nicht angerührt hatte. Er schloss die Tür und ließ die Hand am Rahmen, ohne mich zu berühren. Bist du sicher, fragte er, und in der Frage lag keine Unsicherheit über sich, nur Sorge um mich.
Ich sagte ja. Ich will das. Ich will dich, heute Nacht, und nicht, weil die Woche zu Ende geht, sondern weil ich dich die ganze Woche schon wollte und jetzt bereit bin. Er atmete aus, ein langes, hörbares Nachgeben, und sagte, ich auch.
Wenn du irgendwann langsamer willst oder aufhören, sagst du es, und ich höre, sagte er. Ich sagte, dasselbe gilt für dich, und wenn ich etwas genauer will, sage ich das auch. Wir sahen uns an. Das Einverständnis lag nicht als Formalität im Raum: Es war das warme Tor, durch das wir gingen.
Er küsste mich zuerst auf die Stirn, dann auf den Mund. Diesmal blieb der Kuss. Ich öffnete die Lippen, und seine Zunge fand meine, langsam, fragend, dann sicherer, als ich ihm entgegenkam. Er schmeckte nach Minze, und ich legte die Hände in sein kurzes dunkles Haar und zog ihn näher.
Sein Körper war fest und wärmer als meiner, und ich spürte an meinem Bauch, dass er schon hart war. Das Wissen fuhr mir in die Knie und in den Schoß zugleich. Ich drängte mich nicht sofort dagegen. Ich ließ die Härte durch den Stoff zu mir sprechen, und ein Laut, klein und echt, kam aus meiner Kehle.
Wir küssten uns lange, erst an die Wand gelehnt, dann ohne Wand, nur ineinander. Seine Hände blieben zuerst an meinem Rücken, über dem Kleid, groß und geduldig, und ich spürte, wie sehr er sich zügelte. Ich sagte, du darfst mich ausziehen. Er suchte meinen Blick, fand das Ja noch einmal darin und griff nach dem Saum.
Das Kleid ging nach oben, über die Schenkel, über die Hüften, und als er merkte, dass darunter nichts war, hielt er inne, die Stirn an meiner Schulter. Er lachte leise, heiser, nicht spöttisch. Du bringst mich um, sagte er. Noch nicht, sagte ich, und meine Stimme zitterte vor Lust, nicht vor Zweifel.
Das Kleid fiel auf den Stuhl. Ich stand nackt vor ihm, mit Brüsten, die schwerer waren, als der Stoff verraten hatte, mit einem Bauch, der nicht flach sein musste, mit Schenkeln, die sich kannten. Er sah mich an, als wäre Sehen eine Form von Berühren. Du bist schön, sagte er, und es klang nicht wie eine Höflichkeit, sondern wie ein Befund, den er mit dem ganzen Körper machte.
Ich knöpfte sein Hemd auf, Knopf für Knopf, und küsste die Haut, die frei wurde, die Mitte der Brust, die kleine Vertiefung am Schlüsselbein. Als das Hemd fiel, legte ich die flache Hand auf seinen Bauch und spürte, wie die Muskeln unter der Berührung sprangen. Er war nicht übertrieben gebaut: Er war ein Mann, der arbeitete, mit Schultern, die trugen.
Ich öffnete seine Hose, und er half, ohne zu drängen, den Blick immer wieder an meinem, als prüfe er, ob das Ja noch galt. Es galt. Als ich ihn befreite, war er dick und hart, die Haut heiß, die Spitze schon feucht. Ich nahm ihn in die Hand, wog das Gewicht und strich langsam von der Wurzel bis zur Spitze.
Er stöhnte in meinen Mund, leise, und seine Hüfte zuckte einmal, dann hielt er sich. Sag mir, was du magst, flüsterte er an meiner Schläfe. Ich sagte, alles, was langsam beginnt, deinen Mund auf mir, und dich in mir, wenn ich so nass bin, dass es keinen Zweifel gibt. Er küsste mich dafür, tief, und die Dankbarkeit in dem Kuss war selbst schon erregend.
Er führte mich zum Bett, nicht gezogen, nur mit der Hand in meiner, und ich legte mich hin, das Laken kühl an Rücken und Po. Er kniete neben mich und küsste meinen Hals, die Stelle unter dem Ohr, die mich immer wehrlos macht. Seine Zunge dort ließ mich die Augen schließen. Ich bog den Kopf und gab ihm mehr Haut, und er nahm sie, langsam, mit Lippen und Atem.
Er nahm sich Zeit für die Brüste, umfasste sie, hob ihr Gewicht, küsste die weiche Unterseite, dann die Höfe, dann die Brustwarzen, die sich hart zusammenzogen. Er saugte nicht grob. Er lernte, was mich atemlos machte, und als ich die Hand in sein Haar legte und ihn dort hielt, verstand er und blieb. Er leckte, sog, wechselte, bis ich die Hüften auf das Laken drückte und einen offenen Laut nicht mehr zurückhielt.
Zwischen meinen Beinen pochte es. Ich war nass, ich spürte es an den Schamlippen, ein Glanz, der in die Falte lief und das Laken darunter kühl erscheinen ließ. Er küsste sich hinunter, über den Bauch, in den Nabel, an den Ansatz der Schenkel, und jede Station war eine Frage, die mein Körper mit einem Zittern beantwortete. Hier, fragte er, und ich sagte ja, bitte.
Er schob meine Knie auseinander, nicht weit aus Zwang, nur weit genug, und sah mich an, offen, rosa und feucht. Der Blick allein ließ mich zittern, denn ich hatte mich noch nie so angesehen gefühlt, ohne bewertet zu werden. Dann senkte er den Mund. Seine Zunge war breit und warm, ein langer Strich von unten nach oben, und ich bog den Rücken vom Laken weg.
Er leckte mich, als hätte er die ganze Woche dafür zugehört, langsam um die Perle, dann direkter, dann wieder kreisend. Zwei Finger fanden meine Öffnung und warteten. Ich sagte, ja, hinein, und er schob einen Finger in mich, dann den zweiten, und krümmte sie, suchte, fand die Stelle, die mich enger werden ließ. Ich griff ins Laken, und mein Atem wurde kurz.
Er saugte sanft an der Klit, leckte im Takt seiner Finger, und die Spannung, die seit Tagen in mir gewohnt hatte, zog sich zu einem Punkt zusammen. Ich kam nicht sofort, und er hetzte mich nicht. Ich wollte den Gipfel nicht verschenken, bevor ich ihn in mir hatte, und zugleich wollte ich diesen Mund nicht verlassen. Ich sagte seinen Namen, Elias, und er hob den Blick, das Kinn nass von mir, die Augen dunkel.
Ich will dich in mir, sagte ich, und ich will deinen Mund noch einmal, aber nicht bis zum Ende. Komm herauf. Er küsste mich, und ich schmeckte mich auf seiner Zunge, salzig und süß, und das erregte mich so, dass ich die Beine um seine Hüften schlang. Sein Schwanz lag schwer auf meinem Bauch, heiß, und ich griff hinunter.
Ich führte die Spitze an meine Nässe und rieb mich an ihm, ohne ihn schon einzulassen. Wir stöhnten beide. Er fragte noch einmal, jetzt, und ich sagte jetzt, ich will dich. Er drang langsam ein, und die Dehnung war deutlich, ein kurzes Brennen, das sofort in Fülle umschlug, weil ich so bereit war.
Zentimeter um Zentimeter füllte er mich, und ich atmete gegen seinen Mund, hielt seine Schultern, sagte nicht aufhören, sagte genau so. Als er ganz in mir war, blieben wir still. Ich spürte ihn pulsieren, spürte mich um ihn schließen, spürte die Woche in diesem einen vollen Augenblick zusammenfallen. Er küsste mein Augenlid und sagte heiser, du fühlst dich unglaublich an.
Beweg dich, langsam, sagte ich. Er zog sich zurück und kam wieder, ein langer Stoß, dann noch einer, der Rhythmus eines Mannes, der zuhört. Jedes Hineingleiten rieb an der Stelle, die seine Finger schon gefunden hatten, und an der Klit, wenn er sich tief drehte. Ich hob ihm die Hüften entgegen, und das Geräusch war nass, leise und ehrlich.
Er stützte sich auf die Unterarme, und ich zog ihn trotzdem näher, wollte die Brust an meiner, die Reibung auf den Brustwarzen. Ich sagte, härter, nicht schneller, und er gehorchte, tiefer, mit mehr Kraft. Ein Laut brach aus mir, den ich nicht kannte und sofort wieder haben wollte. Ich sagte seinen Namen, und er sagte meinen, Mira, gebrochen vor Lust.
Ich drückte gegen seine Schulter, und er ließ sich auf den Rücken drehen, ohne aus mir zu gleiten. Ich saß auf ihm, die Knie im Laken, und sank so tief, dass ich ihn ganz hatte. So bestimmte ich das Tempo, kreiste, rieb meine Klit an seinem Schambein, die Hände auf seiner Brust. Er hielt meine Hüften, nicht um zu führen, sondern um zu spüren, und sein Blick blieb an meinem Gesicht.
Er legte den Daumen an meine Klit, klein, kreisend, nass von mir, und fragte, so. Ich sagte, ja, nicht aufhören. Die Spannung zog sich dicht, eine Hitze von der Stelle, wo wir verbunden waren, hinauf in den Bauch und in den Hals. Meine Schenkel zitterten, und ich sah ihn an, während es kam, weil ich wollte, dass er es sah.
Der Orgasmus hob mich und hielt mich oben, wo alles eng und hell war, und dann brach er. Ich kam um ihn herum, die inneren Muskeln in harten, süßen Stößen, und ich rief seinen Namen und ein Ja, das kein Satz mehr war. Er hielt den Daumen im richtigen Druck und blieb tief in mir, bis die Wellen nachließen. Ich sank zitternd auf seine Brust, lachend und den Tränen nah vor Erleichterung.
Er hielt mich, strich über den Rücken, küsste mein Haar, und ich spürte, dass er noch hart in mir war, zitternd vor Zurückhaltung. Komm, sagte ich, ich will es spüren, in mir. Er fragte, sicher, und ich sagte ja, bitte, jetzt. Er bewegte sich wieder, tief und langsam, das Gesicht an meinem Hals.
Noch ein paar Stöße, dann kam er, mit einem rauen Laut, der nichts Glattes hatte, die Hüften fest an mich gedrückt. Ich spürte das Pulsieren, die Wärme, das Nachgeben seines ganzen Körpers, und hielt ihn, die Beine um ihn, damit nichts von diesem Moment verloren ging. Er sank über mich, gestützt, nicht mit vollem Gewicht. Wir atmeten, als hätten wir die Woche in einer einzigen Lungenfüllung verbraucht.
Wir legten uns auf die Seite, und er blieb eine Weile in mir, bis er weicher wurde und hinausglitt. Er holte ein Tuch, fragte, ob er mich waschen dürfe, und ich sagte ja. Seine Hand war sanft, und ich wusch ihn danach ebenso, nicht um ihn wieder zu wecken, sondern um zu danken. Dann lagen wir unter dem Laken, meine Wange auf seiner Brust, das Fenster einen Spalt offen, die Brandung wie ein ferner Atem.
Am Morgen stellte er die zweite Tasse vor mich, als wäre das von Anfang an unser Satz gewesen. Ich sagte ja zu diesem Tag und zu dem Gespräch danach. Die Nacht lag hinter uns wie ein Ufer, das man erreicht hat: fest, warm und noch salzig auf der Haut.
Wir gingen später zum Wasser, die Hände ineinander, und die Bucht lag still. Mein Körper war wund auf eine gute Art, innen noch voll von der Erinnerung an ihn. Elias drückte meine Hand, und ich drückte zurück. Die Woche war zu Ende und zugleich erst begonnen.
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