Neue Sexgeschichten

Die Stunden, die niemand zählte

Für Frauen · 21 Minuten lesen · 28 Minuten hören

Gelesen von Meher

Teil 3 der Serie Ihre Lust (2)

Der Regen hatte die Landstraße dunkel gemacht, und als ich den Motor abstellte, hörte ich nur noch das Prasseln auf dem Dach und das leise Ticken der abkühlenden Maschine. Das Mühlenhaus stand am Ende des Weges, die Fenster warm, als hätte jemand den Abend schon für mich angezündet. Ich blieb einen Moment sitzen, die Hände am Lenkrad, und spürte, wie mein Puls nicht vor Angst ging, sondern vor diesem alten, genauen Wissen: Er war da drin. Jonas. Sechsunddreißig, wie er mir in der kurzen Nachricht geschrieben hatte, als wäre das Alter eine Tür, die wir beide längst durchschritten hatten. Ich war vierunddreißig und hatte zehn Jahre lang so getan, als wäre die Anziehung zwischen uns eine Geschichte, die man abschließen kann. Der Regen lief in feinen Bahnen über die Scheibe. Ich stieg aus.

Er öffnete, bevor ich klopfen konnte. Nicht hastig, nicht mit diesem breiten Lächeln, das Menschen aufsetzen, wenn sie unsicher sind. Er stand einfach da, barfuß auf den Dielen, das Hemd am Kragen offen, und sah mich an, als müsste er sich erst erinnern, wie man atmet, wenn ich im Raum bin. „Lena“, sagte er, und mein Name klang in seinem Mund nicht wie eine Begrüßung, sondern wie etwas, das er lange nicht laut gesagt hatte. Ich nickte. Meine Jacke war nass an den Schultern. Er nahm sie mir ab, ohne mich zu berühren, und hängte sie an den Haken neben der Tür, als wäre das die wichtigste Handlung des Abends. Der Duft im Haus war Holz, Tee und ein Hauch von dem Brot, das er offenbar selbst gebacken hatte. Nichts daran drängte.

Wir setzten uns an den langen Tisch in der Küche, weil das Wohnzimmer mit dem Kamin zu nah gewesen wäre für den Anfang. Er goss Tee ein, dunklen, starken, und schob mir die Tasse so hin, dass unsere Finger sich nicht streiften. Ich bemerkte das. Ich bemerkte auch, dass er es bemerkte. Draußen schlug der Regen gegen die kleinen Scheiben, und drinnen tickte eine Uhr, die niemand stellte. „Du siehst aus, als hättest du den Weg zweimal gefahren“, sagte er. „Einmal hin und einmal, um sicherzugehen, dass du wirklich willst.“ Ich lachte leise, nicht weil es lustig war, sondern weil er recht hatte. „Ich wollte dich sehen“, sagte ich. „Nicht die Idee von dir. Dich.“ Er senkte den Blick auf seine Hände, diese ruhigen Hände, die ich früher gekannt hatte, und nickte. „Dann haben wir Zeit“, sagte er. „Die ganze Nacht, wenn du sie willst. Und wenn du irgendwann gehst, ist das auch eine Antwort.“

Wir aßen langsam. Brot, Käse, Tomaten, die nach Sommer schmeckten, obwohl der Herbst schon in den Bäumen stand. Er erzählte von der Werkstatt, in der er jetzt Möbel baute, von einem Auftrag für eine Bibliothek, von dem Geruch von frisch gehobeltem Eschenholz. Ich erzählte von meiner Arbeit in der Redaktion, von Nächten, in denen ich Sätze so lange umstellte, bis sie wahr klangen, und von der Wohnung in der Stadt, die zu still geworden war. Wir sprachen nicht sofort von damals. Das Damals lag zwischen uns wie ein drittes Gedeck, das niemand wegräumte. Irgendwann sagte ich, dass ich mich an seine Art erinnerte, eine Tür zu schließen, leise, als wollte er den Raum nicht erschrecken. Er sah mich an, und in diesem Blick war keine Eile, nur dieses alte Ziehen, das ich im Bauch spürte, tief und warm, noch bevor eine Hand mich berührte.

Nach dem Essen räumten wir gemeinsam ab. Er wusch, ich trocknete. Das warme Wasser, das Klirren des Geschirrs, das Schweigen, das nicht leer war. Einmal reichte er mir einen Teller, und unsere Finger lagen einen Herzschlag lang auf demselben Rand. Er zog nicht weg. Ich auch nicht. Die Wärme seiner Haut war vertraut und neu zugleich, trockener als in meiner Erinnerung, fester. „Darf ich“, fragte er, und die Frage hing nicht an einem bestimmten Verb. Ich verstand sie trotzdem. „Noch nicht alles“, sagte ich. „Aber das hier schon.“ Er drehte meine Hand um, strich mit dem Daumen einmal über die Innenfläche, langsam, als läse er etwas, das dort geschrieben stand, und ließ dann los. Mein Atem ging anders. Nicht schneller im Sinne von Panik. Tiefer.

Wir gingen ins Wohnzimmer, weil der Kamin dort brannte und die Sofas weit genug auseinanderstanden, um eine Wahl zu lassen. Ich setzte mich nicht ihm gegenüber. Ich setzte mich auf dieselbe Seite, mit einem Kissen zwischen uns, das ich jederzeit wegnehmen oder behalten konnte. Er schenkte Wein ein, nur ein Glas für jeden, und stellte die Flasche außer Reichweite, als wollte er nicht, dass der Abend sich an Alkohol lehnte. „Sag mir, was du dir vorgestellt hast, als du ja gesagt hast“, bat er. Ich dachte nach. Die Wahrheit war nicht spektakulär, und gerade deshalb wollte ich sie sagen. „Ich habe mir vorgestellt, dass du mich ansiehst, bis ich vergesse, höflich zu sein“, sagte ich. „Und dass wir nicht so tun, als wäre das hier ein Zufall, den man am Morgen wegwischt.“ Er nickte. „Ich will dich“, sagte er, klar und ohne Schmuck. „Ich will dich langsam. Und ich will, dass du jeden Schritt mitgehst oder anhältst. Beides ist mir recht. Beides ist wahr.“

Das Kissen blieb noch eine Weile zwischen uns. Wir redeten über die Jahre, in denen wir uns nicht geschrieben hatten, über die eine Nacht damals, in der wir zu jung für Geduld gewesen waren und trotzdem schon gewusst hatten, wie der andere schmeckt. Ich erinnerte mich an seinen Mund an meinem Hals, an das Fenster, das offen gestanden hatte, an das Gefühl, dass die Stadt draußen nichts mit uns zu tun hatte. Er erinnerte sich an mein Lachen, als ich mich auf ihn gesetzt und dann doch gezögert hatte, nicht aus Angst, sondern weil ich spüren wollte, wie lange das Warten selbst schon Lust sein kann. „Das hast du immer gekonnt“, sagte er. „Mich warten lassen, ohne mich wegzuschicken.“ Ich schob das Kissen zur Seite. Nicht dramatisch. Einfach so, dass mein Knie seines berührte.

Die Berührung war klein und wirkte im ganzen Körper. Ich spürte sie im Oberschenkel, im unteren Rücken, in der Stelle zwischen den Brüsten, wo die Haut plötzlich wacher wurde. Er bewegte sich nicht weiter. Er ließ das Knie da, warm durch den Stoff der Hose, und sah mich an, als wäre mein Gesicht die Landschaft, in der er sich nicht verirren wollte. „Komm her“, sagte ich schließlich, und meine Stimme war rau von dem Wein und von etwas anderem. Er rückte näher, bis unsere Schultern sich fanden. Sein Arm lag nicht sofort um mich. Er hob die Hand, hielt sie neben meiner Wange, und wartete. Ich legte meine Wange in seine Handfläche. Die Haut dort war warm, ein wenig rau von der Arbeit, und der Geruch von Holz hing noch schwach an ihm, vermischt mit Seife. Er strich mit dem Daumen unter meinem Auge entlang, dann zum Mundwinkel, und hielt inne. „Küss mich“, sagte ich.

Der erste Kuss war kein Sturz. Er setzte die Lippen auf meine, weich, geschlossen, und blieb dort, bis ich den Mund öffnete. Dann erst kam die Zunge, langsam, fragend, und ich antwortete mit derselben Langsamkeit, weil ich wissen wollte, wie er jetzt schmeckte, nicht wie in der Erinnerung. Er schmeckte nach Tee und nach sich selbst, nach diesem dunklen, salzigen Etwas, das ich nie hatte benennen können. Seine Hand glitt in mein Haar, nicht ziehend, nur haltend, und die andere blieb auf meinem Knie, ein Gewicht, das mich erdete. Ich drehte mich zu ihm, schob ein Bein über seines, und spürte, wie hart er schon war, durch den Stoff, ohne dass er die Hüften bewegte. Das Wissen darum lief mir heiß den Rücken hinunter. Ich küsste ihn tiefer, und er ließ ein leises Geräusch in meinen Mund, kein Stöhnen noch, eher ein Nachgeben.

Wir küssten uns lange. So lange, dass der Wein im Glas warm wurde und der Regen draußen den Takt verlor. Seine Lippen wanderten zu meinem Kiefer, zu der Stelle unter dem Ohr, wo ich immer empfindlich gewesen war, und er erinnerte sich. Er saugte nicht, er atmete dort, warm und feucht, und ich spürte, wie sich meine Brustwarzen gegen den Stoff des Pullovers drückten. „Darf ich dich anfassen“, fragte er an meiner Haut. „Über dem Stoff zuerst“, sagte ich. Seine Hand glitt von meinem Knie die Außenseite des Oberschenkels hinauf, über die Hüfte, unter den Pullover nur so weit, dass die Finger den Bund der Hose fanden und wieder zurückwichen. Dann lag die Hand auf meinem Bauch, über der Wolle, und bewegte sich in kleinen Kreisen, die nichts forderten und alles versprachen. Ich schob den Pullover selbst ein Stück hoch. Nicht ganz. Genug, dass seine Handfläche auf nackte Haut kam.

Die Wärme seiner Hand auf meinem Bauch war so unmittelbar, dass ich die Augen schloss. Er strich nach oben, langsam, bis die Finger den unteren Rand meines BHs erreichten, und blieb dort. „Weiter“, sagte ich. Er schob den Stoff hoch, fand die weiche Unterseite meiner Brust, und umfasste sie, als hätte er Zeit, das Gewicht neu zu lernen. Der Daumen strich über die Brustwarze, einmal, zweimal, und sie zog sich zusammen, hart und empfindlich. Ein Laut kam aus mir, den ich nicht geplant hatte. Er küsste mich wieder, während seine Hand mich hielt, und ich spürte, wie feucht ich wurde, ein langsames, deutliches Nachgeben zwischen den Beinen, das den Slip an meine Haut klebte. Ich wollte nicht hetzen. Ich wollte, dass er es merkte, ohne dass ich es erklärte wie eine Anweisung.

„Steh auf“, sagte ich leise. Wir standen. Ich zog den Pullover über den Kopf, und er half nur, als der Stoff an meinem Haar hängen blieb, vorsichtig, fast andächtig. Darunter trug ich einen einfachen dunklen BH, nichts, das für einen Auftritt gemacht war. Er sah mich an, und sein Blick war so offen, dass ich keine Scham fand, nur Hitze. „Du bist schöner als in meiner Erinnerung“, sagte er. „Nicht weil du dich verändert hast. Weil ich jetzt hinschaue.“ Ich öffnete seinen Hemdknopf für Knopf. Die Haut darunter war warm, die Brust mit feinem Haar, der Bauch fester als früher, gezeichnet von Arbeit, nicht von Eitelkeit. Ich legte die Lippen auf sein Schlüsselbein und schmeckte Salz. Er atmete aus, lang, und seine Hände lagen an meiner Taille, die Daumen in den kleinen Gruben über den Hüftknochen.

Wir gingen nicht sofort ins Schlafzimmer. Er führte mich zum Teppich vor dem Kamin, weil das Licht dort weicher war und der Boden unter der Decke, die er ausbreitete, nachgab. „Hier“, sagte er. „Oder oben. Du sagst es.“ „Hier“, sagte ich. „Ich will das Feuer sehen.“ Er kniete sich vor mich, als ich mich setzte, und öffnete meine Hose mit einer Geduld, die mich fast ungeduldig machte und gerade deshalb tiefer erregte. Ich hob die Hüften. Er zog Hose und Slip zusammen herunter, langsam, und als die kühle Luft meine feuchte Haut traf, zuckte ich. Er sah hin. Nicht gierig im Sinne von Nehmen. Aufmerksam. „Du bist nass“, sagte er, und die Worte waren schlicht und trafen mich wie eine Hand. „Wegen dir“, sagte ich. „Wegen der Zeit.“ Er küsste die Innenseite meines Knies, dann höher, und hielt an, kurz vor der Stelle, wo ich ihn wollte. „Sag es“, bat er. „Ich will deinen Mund“, sagte ich. „Langsam. Und wenn ich deine Haare anfasse, ist das ein Ja, kein Befehl zum Schnellerwerden.“

Er lächelte gegen meine Haut und senkte den Kopf. Der erste Kontakt seiner Zunge war ein langer, flacher Strich von unten nach oben, der meine Schamlippen teilte und an der Klitoris nur vorbeiging, sie streifte, nicht traf. Ich stöhnte, offen, und legte eine Hand in sein Haar, nicht ziehend. Er wiederholte die Bewegung, immer wieder, bis meine Schenkel zitterten und ich die Beine weiter öffnete, ohne dass er mich dazu drängte. Dann erst kreiste er mit der Zungenspitze um die Klitoris, leicht, fast zu leicht, und ich spürte, wie sich alles in mir auf diesen einen Punkt sammelte. „Ja“, sagte ich. „Genau so. Bleib da.“ Er blieb. Sein Atem war heiß, seine Lippen weich, und ab und zu saugte er ganz sanft, gerade genug, dass ein süßer Schmerz durch das Lustgefühl lief und es schärfer machte. Zwei Finger lagen an meinem Eingang, fragend, die Kuppen feucht von mir. „Rein“, sagte ich. „Langsam.“

Er schob einen Finger in mich, dann den zweiten, und die Dehnung war willkommen, voll, nicht zu viel. Er krümmte sie, suchte, und fand die Stelle an der vorderen Wand, die mich immer hatte zusammenzucken lassen. Als er sie mit gleichmäßigem Druck streichelte und gleichzeitig mit der Zunge an meiner Klitoris blieb, verlor ich den Faden der Gedanken. Es gab nur noch Hitze, das nasse Geräusch seiner Finger, das Knistern des Feuers, meinen eigenen Atem, der in kleinen, hilflosen Lauten aus mir brach. Ich sagte seinen Namen. Ich sagte, dass er nicht aufhören sollte. Meine Hüften hoben sich ihm entgegen, und er folgte, ohne den Rhythmus zu verlieren. Der Orgasmus kam nicht als Blitz. Er baute sich auf wie eine Welle, die ich kommen sah und trotzdem nicht aufhalten wollte, und als sie brach, war es tief und lang, ein Ziehen vom Bauch bis in die Zehen, mein Inneres, das sich um seine Finger schloss, wieder und wieder, während er mich durchhielt, leiser werdend, bis ich seine Haare fester fasste und „genug, einen Moment“ flüsterte.

Er hob den Kopf. Sein Mund glänzte. Er küsste meinen Bauch, meine Rippen, die Unterseite einer Brust, und wartete, während ich atmete und die Decke unter mir wieder spürte. „Das war“, begann ich und lachte leise, weil die Sprache zu klein war. „Das war genau das, was ich wollte. Und ich bin noch nicht fertig mit dir.“ Er küsste mich, und ich schmeckte mich auf seiner Zunge, salzig und vertraut, und das erregte mich neu, nicht als Scham, sondern als Beweis. Ich öffnete seine Hose. Sein Schwanz war hart, schwer in meiner Hand, die Haut heiß, die Spitze bereits feucht. Ich strich langsam von der Wurzel bis zur Eichel, einmal, zweimal, und sah ihm ins Gesicht, weil ich wissen wollte, was meine Hand mit ihm machte. Seine Augen wurden dunkel. „Lena“, sagte er, und in dem Namen lag ein Bitten, das er nicht aussprach.

„Leg dich hin“, sagte ich. Er gehorchte, nicht unterwürfig, sondern bereit. Ich zog ihm die Hose ganz aus, streifte meine eigenen Reste von Kleidung ab, öffnete den BH und ließ ihn fallen. Nackt im Feuerschein kniete ich über seinen Schenkeln, noch nicht auf ihm, und betrachtete ihn. Die Jahre hatten ihn nicht fremd gemacht. Sie hatten Linien hinzugefügt, eine Narbe am Unterarm, von der er später erzählen würde, ein wenig Grau an den Schläfen. Ich beugte mich hinunter und nahm ihn in den Mund, nicht tief sofort, erst die Spitze, die Zunge kreisend, salzig, glatt. Er stöhnte, eine Hand auf meinem Rücken, leicht. Ich nahm ihn tiefer, langsam, bis ich die Grenze spürte, und bewegte mich in einem Rhythmus, der ihm gab und mir selbst Lust machte, weil ich seine Oberschenkel zittern spürte und das Wissen, dass ich ihn so halten konnte. „Wenn du so weitermachst, komme ich“, sagte er heiser. „Noch nicht“, sagte ich und ließ ihn aus dem Mund gleiten, einen feuchten Faden zwischen uns, den ich mit dem Daumen wegstrich. „Ich will dich in mir. Aber ich bestimme das Tempo.“

Ich setzte mich über ihn, die Knie neben seinen Hüften, und führte ihn mit der Hand an meinen Eingang. Die Spitze teilte mich, heiß und stumpf, und ich senkte mich nur einen Zentimeter, dann noch einen, und hielt inne, weil die Dehnung so gut war, dass ich sie schmecken wollte, bevor sie zur Bewegung wurde. Er lag still. Seine Hände lagen auf meinen Hüften, nicht drückend. „Du fühlst dich unglaublich an“, sagte er. „So eng. So warm.“ Ich nahm ihn ganz, in einem langen, kontrollierten Nachgeben, bis ich auf ihm saß und er tief in mir war, ausgefüllt bis an eine Stelle, die fast zu viel war und genau richtig. Wir atmeten beide. Ich bewegte mich nicht sofort. Ich beugte mich vor, küsste ihn, und spürte, wie er in mir zuckte, ein unwillkürliches Pochen, das mich innerlich zusammenzog.

Dann begann ich, mich zu bewegen. Langsame Kreise zuerst, das Becken kippend, sodass meine Klitoris an seinem Unterleib rieb, während er in mir blieb. Jede Drehung schickte einen süßen Stoß durch mich. Er sah mir ins Gesicht, als wollte er nichts verpassen, und ab und zu hob er die Hüften um eine Winzigkeit, nur wenn ich nickte. „So“, sagte ich. „Bleib bei mir.“ Das Feuer warf Schatten über seine Brust. Schweiß sammelte sich in der Kuhle an meinem Hals. Ich richtete mich auf, stützte die Hände auf seine Brust, und ritt ihn in langen Zügen, hinunter bis zum Anschlag, hinauf bis fast zur Spitze, dann wieder hinunter. Das Geräusch unserer Körper war nass und deutlich, und es schämte mich nicht. Es gehörte zu uns. Seine Daumen fanden meine Brustwarzen und rieben sie im Takt, fest genug, dass ein scharfer Lustfaden von der Brust direkt zwischen meine Beine lief.

Ich wurde schneller, nicht weil die Zeit drängte, sondern weil der Körper es verlangte. Meine Schenkel brannten angenehm. Jonas setzte sich auf, ohne aus mir zu gleiten, und plötzlich war ich in seinen Armen, Brust an Brust, sein Mund an meinem Hals, während ich auf seinem Schoß weiterrollte. Die neue Haltung traf eine andere Stelle in mir, tiefer, und ich keuchte gegen seine Schulter. „Darf ich dich auf den Rücken legen“, fragte er an meinem Ohr. „Ja. Aber sieh mich an.“ Wir drehten uns, vorsichtig, und er war über mir, in mir, das Gewicht auf den Unterarmen, nicht auf meiner Brust. Er bewegte sich langsam, tiefe Stöße, jeder einzelne bis zum Ende, und zwischen ihnen eine Pause, in der er mich küsste oder einfach nur atmete und wartete, bis ich die Hüften hob. „Härter“, sagte ich irgendwann, und das Wort war klar. Er gab mir härter, nicht roh, sondern mit mehr Gewicht, das Becken fest gegen meines, und ich hörte mich selbst, laut jetzt, den Namen, das Ja, das Bitte, das Nicht-aufhören.

Seine Hand glitt zwischen uns und fand meine Klitoris, zwei Finger, die im Rhythmus seiner Stöße kreisten. Das war fast zu viel und genau das, was ich brauchte. Ich klammerte mich an seine Schultern, die Nägel leicht in der Haut, und spürte den zweiten Orgasmus kommen, schärfer als der erste, enger, ein Zusammenziehen, das ihn in mir festhielt. „Ich komme“, sagte ich, und dann kam ich, der Rücken gewölbt, die Sicht für einen Moment weiß an den Rändern, das Innerste in Wellen um ihn, während er weiter in mich stieß, langsamer jetzt, mich durch die Spitze tragend und auf der anderen Seite wieder auffing. Ich zitterte. Er hielt inne, tief in mir, und küsste meine geschlossenen Lider, meine feuchte Schläfe, den Mund. „Du bist wunderschön, wenn du so bist“, sagte er. „Nicht performst. Einfach da.“

Ich brauchte einen Moment, in dem nichts geschah außer Atmen. Er blieb in mir, halb hart noch, und das Gefühl der Verbundenheit war fast zärtlicher als die Lust davor. „Ich will, dass du auch kommst“, sagte ich, als die Sprache zurückkehrte. „In mir. Ich nehme die Pille, und ich will es so. Wenn du das auch willst.“ Er sah mich an, ernst und erregt zugleich. „Ich will es“, sagte er. „Sag mir, wie.“ „Auf die Seite“, sagte ich. „Von hinten, aber nah. Ich will deine Hand an mir und deinen Mund an meinem Nacken.“ Wir lösten uns kurz. Die Leere, als er aus mir glitt, war ein kleiner Verlust, feucht und offen. Ich legte mich auf die Seite, das obere Bein angewinkelt, und er schmiegte sich an meinen Rücken, Brust an Wirbelsäule, und drang wieder in mich ein, diesmal in einem langen, gleitenden Stoß, der mich seufzen ließ. Seine Hand lag auf meinem Bauch, dann tiefer, die Finger wieder an der Klitoris, leicht jetzt, weil ich empfindlich war. Sein Mund fand den Nacken. Er bewegte sich in kurzen, tiefen Stößen, und ich spürte, wie er die Kontrolle verlor, nicht über mich, sondern über sich.

„Lena“, sagte er, und die Stimme brach. „Ich bin nah.“ „Komm“, sagte ich. „Ich will dich spüren.“ Er stieß noch ein paar Mal, fester, und dann hielt er sich tief in mir, der ganze Körper gespannt, und ich spürte, wie er kam, das Pulsieren, das warme Ausbreiten in mir, sein Stöhnen gedämpft an meiner Haut. Ich legte meine Hand über seine an meinem Bauch und hielt ihn dort, während er zuckte und langsam weicher wurde. Wir blieben so, ineinander, der Schweiß kühlte, das Feuer sank ein wenig, und draußen war der Regen zu einem feinen Rauschen geworden. Ich spürte ihn aus mir gleiten, das nachlaufende Nass an meinem Oberschenkel, und es war nicht unordentlich im Sinne von Scham. Es war der Beweis, dass wir uns nicht nur erinnert, sondern neu berührt hatten.

Er stand auf, ohne Eile, und kam mit einem warmen, feuchten Tuch zurück, das er über dem Kessel erwärmt haben musste, bevor ich angekommen war, oder vielleicht hatte er es einfach in der kleinen Küche bereitgehalten, weil er an das Danach gedacht hatte. Er fragte, bevor er mich berührte. Ich nickte. Er wischte mich sanft ab, zwischen den Beinen, an den Schenkeln, und die Geste war so aufmerksam, dass mir die Augen feucht wurden, nicht vor Traurigkeit, sondern vor dem Gefühl, gesehen zu werden, auch wenn die Lust nachließ. „Danke“, sagte ich. „Für die Zeit. Nicht nur für das andere.“ Er legte das Tuch weg, zog die Decke über uns und legte sich hinter mich, diesmal ohne in mich zu wollen, nur Haut an Haut. Sein Arm lag über meiner Taille. Sein Atem ging in meinen Nacken, ruhiger jetzt.

Wir sprachen leise. Über nichts Großes. Darüber, dass der Käse zu salzig gewesen war und das Brot genau richtig. Darüber, dass er am Morgen Kaffee kochen würde, wenn ich blieb, und dass ich bleiben wollte, zumindest bis das Licht kam. Ich drehte mich zu ihm um und sah ihn an, das Gesicht vom Feuer weich gezeichnet, die Augen müde und wach zugleich. „Ich hatte Angst, dass es nur die Erinnerung ist“, sagte ich. „Dass wir uns anfassen und feststellen, dass da nichts mehr ist außer Gewohnheit.“ Er strich eine feuchte Strähne aus meiner Stirn. „Und?“ „Da ist etwas“, sagte ich. „Nicht dasselbe wie damals. Besser, weil wir nicht hetzen mussten, um es zu beweisen.“ Er küsste mich, kurz, geschlossen, ein Siegel eher als ein Anfang. „Wenn du morgen anders fühlst, sagst du es“, sagte er. „Ich werde nicht so tun, als hätte eine Nacht ein Versprechen geschrieben, das du nicht gegeben hast.“ „Ich gebe dir kein Versprechen für immer“, sagte ich. „Ich gebe dir den Morgen. Und vielleicht den Weg zurück, wenn die Straße wieder trocken ist. Und die Wahrheit, dass ich dich wiedersehen wollte und es nicht bereue.“

Irgendwann standen wir doch auf, nicht weil die Nähe endete, sondern weil der Teppich hart wurde und das Bett oben mit frischen Laken wartete. Er trug meine Kleidung, ich die Decke, und wir lachten leise auf der schmalen Treppe, nackt und unbekümmert, zwei Erwachsene, die sich nicht mehr verstecken mussten vor dem eigenen Wunsch. Im Schlafzimmer roch es nach Lavendel und kaltem Leinen. Er schlug die Decke zurück. Ich legte mich zuerst hin, und er kam zu mir, diesmal von vorn, das Gesicht in meiner Halsbeuge, ein Bein zwischen meinen. Wir küssten uns noch einmal, müde und gründlich, und seine Hand lag auf meiner Brust, nicht um zu erregen, sondern um zu bleiben. Ich spürte das Nachklingen zwischen den Beinen, ein süßes Ziehen, die Haut empfindlich, der Körper zufrieden auf eine Art, die keine Pointe brauchte.

„Schlaf, wenn du kannst“, sagte er. „Ich bin hier.“ Ich lag wach noch eine Weile und hörte den Regen, sein Atmen, das leise Knacken des Hauses, das sich setzte. Die Verführung war nicht ein Satz gewesen und nicht ein Griff. Sie war der Tee gewesen, das Warten mit der Hand neben meiner Wange, die Frage vor jedem neuen Stück Haut, die Stunden, in denen niemand auf eine Uhr sah. Ich dachte an die Stadt, an die stille Wohnung, an die Redaktion, und nichts davon zog mich in diesem Moment weg. Ich dachte an seinen Mund, an das Gewicht von ihm in mir, an das Wort genug, das er sofort verstanden hatte, und an das Wort härter, das er ohne Zögern erfüllt hatte. Beides gehörte zusammen. Beides hatte mich sicher gemacht, und Sicherheit hatte die Lust nicht kleiner gemacht. Sie hatte ihr Raum gegeben.

Kurz vor dem Einschlafen sagte ich noch, leise, nicht sicher, ob er es hörte: „Morgen will ich dich wieder. Langsam. Im Licht.“ Seine Antwort war ein Druck seiner Hand an meiner Taille und ein gemurmeltes Ja, das schon halb im Schlaf lag. Ich schloss die Augen. Draußen ließ der Regen nach. Drinnen war die Wärme echt, nicht geliehen aus einer alten Geschichte. Ich schlief mit dem Geschmack von ihm auf den Lippen und dem Wissen, dass die Anziehung nicht vergangen war. Sie hatte nur auf jemanden gewartet, der bereit war, ihr die Stunden zu lassen, die sie brauchte.

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