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Liebesworte im warmen Regen

Für Frauen · 19 Minuten lesen · 25 Minuten hören

Gelesen von Meher

Teil 2 der Serie Ihre Lust (7)

Der Regen hatte die Stadt schon am frühen Abend dicht gemacht, und ich stand ohne Schirm unter dem Vordach einer geschlossenen Buchhandlung, dreiunddreißig Jahre alt und mit nassem Kragen. Das Wasser roch nach warmem Stein und nach den Linden an der Ecke, und die Tropfen schlugen so gleichmäßig auf das Blech über mir, dass ich einen Moment lang nur zuhörte. Mein Leinenkleid klebte an den Schultern, kühl dort, wo der Stoff dünn geworden war. Ich wollte nur die Ampel abwarten und dann schnell nach Hause laufen.

Dann sah ich ihn auf der anderen Seite der Straße, und alles in mir wurde still. Jonas stand ebenfalls im Regen, das helle Hemd dunkel und an die Brust geklebt, die Haare nass an der Stirn, eine Tüte in der einen Hand, die er nicht schützte. Er war sechsunddreißig, das wusste ich genau, weil wir früher oft über die drei Jahre gelacht hatten, die zwischen uns lagen. Acht Jahre hatte ich dieses Gesicht nicht gesehen, und doch erkannte ich die Linie seines Mundes, bevor er den Kopf hob. Er sah mich an, als hätte der Regen einen alten Satz zu Ende gesprochen.

Die Ampel sprang auf Grün, und ich ging nicht. Er kam über die Straße, ohne auf die Autos zu achten, die ohnehin langsam fuhren, und blieb einen Schritt vor mir unter dem Vordach stehen. Wasser lief ihm von den Wimpern, und er wischte es nicht weg. Lena, sagte er, und mein Name klang in seinem Mund so vertraut, dass mir die Kehle eng wurde. Ich nickte, weil ein ganzes Wort in diesem Moment zu viel gewesen wäre, und dann sagte ich doch: Jonas.

Wir sahen uns an, und der Regen füllte die Pause, die wir beide nicht füllen konnten. Ich roch ihn trotz des Wassers, etwas Warmes, Seife und Haut, und darunter die Erinnerung an eine Küche in einer anderen Stadt, an eine Nacht, die nicht zu Ende gegangen war. Damals hatten wir uns fast geliebt und dann nicht, weil am Morgen ein Zug wartete und keiner von uns den Mut hatte, den Zug zu verpassen. Er lächelte schmal, nicht sicher, und fragte, ob ich noch hier wohnte oder nur zu Besuch war.

Ich wohne drei Straßen weiter, seit vier Jahren, sagte ich, und meine Stimme war ruhiger, als ich mich fühlte, und dann fragte ich, wo er geblieben sei. Er hob die nasse Tüte ein wenig, als wäre sie eine Erklärung, und sagte, er sei seit zwei Monaten zurück, eine neue Stelle, eine kleine Wohnung am Fluss. Er habe meinen Namen schon zweimal in der Stadt gedacht, ohne ihn auszusprechen. Ich hörte den Regen auf dem Blech und das leise Tropfen von seinem Ärmel auf den Stein. Zwischen uns stand acht Jahre Abstand und zugleich gar keiner.

Ich fragte, ob er Zeit habe, und die Frage war kleiner als das, was ich meinte. Er sagte ja, sofort, als hätte er auf nichts anderes gewartet als auf diese Erlaubnis. Wir blieben noch einen Moment unter dem Vordach, weil keiner den ersten Schritt in den Regen zurück wollte und weil der Blick zu viel trug. Ich sah die Narbe an seinem linken Fingerknöchel, dünn und hell, von einer Tür, die damals zugefallen war. Er sah auf meinen Mund und dann wieder in meine Augen, höflich und hungrig zugleich, und ich spürte die alte Anziehung wie eine Hand auf der Haut.

Du bist nass, sagte er unnötig, und wir lachten beide, kurz und erleichtert. Das Lachen löste etwas, nicht alles. Ich erzählte ihm in wenigen Sätzen von meiner Arbeit in einer kleinen Redaktion, von der Wohnung mit dem großen Fenster, von einer Beziehung, die vor einem Jahr leise zu Ende gegangen war, ohne Drama und ohne Rest. Er hörte zu, als wäre jedes Wort ein Ort, an dem er sich setzen wollte. Dann sagte er, er sei allein, seit längerem, und er habe in der anderen Stadt oft an diese Küche gedacht, an den Moment, in dem er meine Hand nicht festgehalten hatte.

Der Regen wurde dichter, ein Vorhang vor der Straße, und die Buchhandlung hinter uns blieb dunkel. Ich spürte, wie mir ein Tropfen vom Vordach in den Nacken lief, kalt, und wie sich die Haut dort zusammenzog. Jonas trat einen halben Schritt näher, nicht aufdringlich, nur so, dass seine Wärme die kühle Luft zwischen uns teilte. Darf ich mit dir gehen, fragte er, wenigstens bis zu deiner Tür, damit du nicht allein durch das Wasser läufst? Ich sagte ja, und das Ja war schon mehr als ein Geleit.

Wir traten zusammen in den Regen, und er zog das Hemd nicht über den Kopf, er hielt nur die Tüte so, dass sie mich nicht streifte, und ging dicht neben mir. Das Wasser schlug uns ins Gesicht, warm vom Sommer und doch frisch auf den Lippen, und ich schmeckte es, wenn ich sprach. Unsere Arme berührten sich beim Gehen, nasser Stoff an nackter Haut, denn mein Kleid hatte kurze Ärmel und sein Unterarm war frei. Jede Berührung war klein und jede ließ eine Spur, die der Regen nicht wegwusch. Ich dachte daran, wie oft ich mir genau das vorgestellt hatte und wie anders die Wirklichkeit roch, nach nassem Haar und nach ihm.

An der Ecke blieb er stehen, weil ein Gully überlief und wir einen Bogen machen mussten. Er nahm meine Hand, um mich an der Pfütze vorbeizuführen, und ließ sie danach nicht los. Seine Finger waren warm, trotz allem, und der Griff war fest, ohne zu pressen, eine Frage in der Form einer Berührung. Ich drückte zurück. Wir standen mitten auf dem Gehweg, während das Wasser an uns hinunterlief, und die Stadt war nur noch Geräusch und Licht in Pfützen. Ich habe dich vermisst, sagte er, und die Worte kamen ohne Umweg, nass und klar.

Ich hätte etwas Leichtes sagen können, eine Ausweichung, einen Witz über acht Jahre und schlechte Schirme, doch ich tat es nicht. Der Regen lief mir über die Wangen, und ich konnte nicht unterscheiden, was Wasser war und was nicht, also sprach ich trotzdem. Ich habe dich auch vermisst, sagte ich, nicht nur am Anfang, sondern immer wieder, an Abenden wie diesem, wenn es nach Sommer roch und ich allein nach Hause ging. Er schloss die Augen einen Moment, als würde er die Worte ablegen, wo sie hingehörten, an eine Stelle in der Brust. Dann öffnete er sie wieder und sah mich so an, dass mir die Knie weich wurden.

Ich hätte den Zug verpassen sollen, sagte er, und seine Stimme war rau vom Regen und von etwas, das länger in ihm gelegen hatte. Ich habe es damals nicht gesagt, weil ich dachte, du wolltest die leichte Version von uns, die ohne Versprechen, und das war feige. Ich liebe dich, Lena. Ich habe dich damals geliebt, und ich liebe dich jetzt, hier, in diesem Regen, und ich will, dass du es hörst, bevor wir irgendwo trocknen und wieder höflich werden. Die Liebeserklärung stand zwischen uns wie ein zweites Wetter, wärmer als das erste. Ich spürte sie auf der Haut, noch bevor ich antwortete.

Ich trat ganz zu ihm, sodass unsere Körper sich im Wasser berührten, Brust an Brust, sein Hemd kalt und darunter er warm. Meine Hände lagen an seinen Seiten, und ich fühlte, wie er atmete, schnell und tief. Ich liebe dich auch, sagte ich, und die Worte waren nicht schwer, sie waren nur lange getragen worden. Ich habe es damals schon gewusst und es nicht gesagt, weil ich Angst hatte, du würdest aus Pflicht bleiben und nicht aus Wunsch. Ich will dich ganz, wenn du das auch willst, und ich will, dass wir ehrlich sind, solange der Regen uns kein Versteck lässt.

Er lachte einmal, leise und ungläubig, und dann küsste er mich. Der Kuss war zuerst vorsichtig, die Lippen salzig vom Regen, ein Fragen, und ich antwortete, indem ich den Mund öffnete und ihn einließ. Seine Zunge fand meine, langsam, und der Geschmack war Wasser und Haut und ein Wiedererkennen, das mir durch den ganzen Körper ging. Ich stellte mich auf die Zehen, das Kleid schwer an den Schenkeln, und er hielt mich an der Taille, die Hand gespreizt, der Daumen warm an meiner Rippe. Um uns rauschte der Regen, und ich wollte nur, dass dieser Kuss nicht wieder abbrach wie damals in jener Küche.

Als wir uns lösten, blieb seine Stirn an meiner, und unser Atem mischte sich, warm gegen das kühle Nass. Bist du sicher, fragte er, und er meinte nicht den Kuss, er meinte alles, was ich gesagt hatte. Ich bin sicher, sagte ich, damit kein Zweifel im Regen unterging. Ich bin dreiunddreißig, ich weiß, was ich will, und ich will dich mit nach oben nehmen, wenn du es auch willst. Wenn nicht, bleiben wir hier stehen, bis wir ehrlich frieren, und ich bin dir nicht böse. Er küsste mich auf die nasse Schläfe und sagte, er wolle nichts anderes, als mit mir zu gehen.

Die drei Straßen waren kurz und zugleich lang, weil jede Berührung das Verlangen dichter machte. Er hielt meine Hand, und sein Daumen strich über den Handrücken, eine kleine Bewegung, die ich bis zwischen die Beine spürte. Ich nannte Hausnummer, Code und Stockwerk, praktische Worte, während mein Körper schon woanders war. Das Treppenhaus roch nach nassem Stein, und unsere Schritte hallten auf den Stufen. Der Regen trommelte noch auf dem Dach über uns, als gehörte er noch zu uns. Vor meiner Tür blieb ich stehen, der Schlüssel in der nassen Hand, und sah ihn im Flurlicht an, bevor wir allein sein würden.

Du kannst jederzeit gehen, sagte ich, weil die Tür keine Falle sein sollte. Und du kannst bleiben, ich möchte, dass du bleibst. Er stellte die durchweichte Tüte auf die Matte und legte beide Hände an mein Gesicht. Ich bleibe, sagte er, und ich gehe nur, wenn du es sagst. Sag es laut, wenn etwas nicht stimmt, und ich höre sofort auf, ohne Kränkung und ohne Nachfragen. Ich küsste seine Handfläche, die nach Regen schmeckte, schloss auf, und drinnen war es dämmrig, das große Fenster stand einen Spalt offen, und der Regen klang lauter als auf der Straße.

Wir zogen die Schuhe aus, und Wasser lief aus dem Leder auf die Matte, ein kleines Geräusch nach so großen Worten. Dann fiel die Höflichkeit von uns ab, und ich küsste ihn ohne Regen zwischen uns, nur die Nässe, die wir mitgebracht hatten. Sein Mund war warm, seine Zunge sicher, und er stöhnte leise, als ich mich an ihn drückte und seine Härte durch den nassen Stoff spürte. Das Wissen, dass er schon so erregt war, lief mir heiß durch den Bauch. Ich wollte ihn sehen, anfassen und in mir haben, und ich wollte, dass er mich ebenso deutlich wollte.

Er fragte, ob er mein Kleid öffnen dürfe, und ich führte seine Hände an den Reißverschluss im Rücken. Der Stoff klebte, wehrte sich einen Moment und fiel dann schwer zu meinen Füßen. Darunter trug ich einen einfachen BH und einen Slip, beides dunkel vor Nässe, die Haut kühl und empfindlich. Jonas sah mich an, und sein Blick war Hunger und Zärtlichkeit zugleich, keine Bewertung. Du bist schön, sagte er schlicht, und die Worte legten sich warm auf Brüste, Bauch und Schenkel, während ich sein Hemd Knopf für Knopf öffnete, ungeduldig und doch langsam, weil ich jede Haut wiedersehen wollte.

Seine Brust war breiter als in meiner Erinnerung, die Haut warm, die Brustwarzen hart von der Kälte der nassen Kleidung. Ich strich mit den Handflächen darüber und dann mit dem Mund, und er atmete scharf ein, die Hand in meinem nassen Haar. Ich küsste die Linie unter seinem Schlüsselbein, schmeckte Regen und Salz und spürte, wie sein Herz schlug. Er öffnete meinen BH, wartete einen Herzschlag, und als ich nickte, streifte er ihn ab. Seine Hände umschlossen meine Brüste, die Daumen über die Brustwarzen, und ein Laut kam aus mir, tief und offen, den ich nicht geplant hatte.

Wir gingen zum Sofa am Fenster, weil das Bett weiter war und wir den Weg nicht mehr wollten. Der Regen schlug an die Scheibe, und das Licht der Stadt lag weich auf unserer Haut. Er setzte sich, zog mich auf seinen Schoß, meine Knie neben seinen Hüften, und der nasse Slip drückte gegen seine Hose. Ich bewegte mich einmal, langsam, und wir stöhnten beide in denselben Atem. Ich will dich ausziehen, sagte ich an seinem Mund, alles, und ich will, dass du mich anfasst, bis ich nicht mehr denken kann, und dann will ich dich in mir.

Er sagte ja, mit einer Stimme, die tiefer war als der Regen, und hob mich gerade genug, um Gürtel und nasse Hose zu öffnen. Wir halfen uns, bis der Stoff am Boden lag, unbequem und ehrlich. Sein Glied war hart in meiner Hand, die Haut heiß, die Spitze feucht, und ich strich langsam hinauf, den Blick in seinem Gesicht. Ich beugte mich hinunter und nahm ihn in den Mund, zuerst nur die Spitze, die Zunge kreisend, der Geschmack salzig und klar. Er stöhnte, hielt mein Haar ohne zu drücken und sagte, ich solle aufhören, wann ich wollte, er sei schon nah an einem Rand.

Ich wollte ihn schmecken, doch ich wollte ihn noch mehr in mir, also ließ ich von ihm ab und setzte mich wieder auf. Er zog mir den Slip aus, vorsichtig über die nassen Schenkel, und legte ihn neben sich, als gehörte auch dieser Stoff zur Sorgfalt des Abends. Dann strichen seine Finger die Innenseiten hinauf, bis ich die Beine weiter öffnete, und er fragte leise, ob er dürfe. Bitte, sagte ich, und das Wort war kaum noch ein Wort. Sein Daumen fand meine Klitoris und rieb sie kreisend, mit genau dem Druck, der mich nicht überrollte, sondern aufbaute.

Ich stützte die Hände auf seine Schultern und bewegte mich gegen seine Hand, den Regen im Rücken, seinen Blick auf meinem Gesicht. Er las mich, wurde langsamer, wenn ich die Luft anhielt, und fester, wenn ich mich ihm entgegendrückte. Zwei Finger glitten in mich, leicht, weil ich so bereit war, warm und gedehnt, ein Gefülltsein, das mir die Augen schließen ließ. Er krümmte sie, suchte, und als er die Stelle innen fand, die mich aufstöhnen ließ, blieb er dort, während der Daumen außen weiter kreiste. Ich sagte seinen Namen, dann dass es gut sei, dann dass er nicht aufhören solle.

Er nahm eine Brustwarze in den Mund, saugte sanft, die Zunge flach, und die Berührung zog einen Faden durch meinen Körper. Ich spürte, wie ich enger um seine Finger wurde, und die Nässe zwischen uns kam von mir, glatt und warm. Ich will dich kommen sehen, sagte er an meiner Haut, bevor ich in dir bin, wenn du das willst, du sollst zuerst dran sein. Die Worte, so direkt und so zärtlich, lösten etwas, das ich lange gehalten hatte. Ich nickte und bewegte mich auf seiner Hand, während er mich hielt, der Arm um meinen Rücken, der Mund an meiner Brust.

Der Höhepunkt kam nicht als Überfall, sondern als ein Nachgeben, dem ich entgegengehen konnte. Ich spürte das Ziehen tief im Becken, das Schnellerwerden, das kurze Wegfallen der Gedanken, und dann die Kontraktionen, stark und rhythmisch um seine Finger. Ein Laut brach aus mir, und er blieb bei mir, hielt mich, bis die Wellen nachließen. Ich lag zitternd an seiner Schulter, das Gesicht in seiner Halsbeuge, der Atem heiß auf seiner Haut, der Regen noch im Ohr. Es war mehr als gut, sagte ich, und ich wollte ihn jetzt in mir, langsam zuerst, weil ich ihn spüren und nicht nur verbrauchen wollte.

Er küsste mich lang und tief, und ich schmeckte ihn und den Regen, der noch in seinem Haar war. Wir rutschten auf den Teppich vor dem Fenster, weil wir mehr Platz wollten, und ich zog eine Decke heran, weich genug unter dem Rücken. Er legte sich nicht sofort auf mich, er kniete zwischen meinen Beinen und küsste die Innenseite eines Knies, dann höher. Darf ich dich mit dem Mund berühren, fragte er, auch jetzt, nach dem ersten Kommen. Ich sagte ja, ich wolle seine Zunge und ihm dabei zusehen, und er senkte den Kopf mit einem ernsten Lächeln.

Seine Zunge war breit und warm, zuerst flach über meine Scham, dann gezielter, ein langsames Lecken, das die empfindliche Stelle umkreiste, ohne sie zu überreizen. Ich war noch offen vom ersten Höhepunkt, jeder Strich ein helles Gefühl, fast zu viel und genau richtig. Ich legte eine Hand in sein Haar, um ihn zu halten, und er stöhnte gegen mich. Er leckte tiefer und kam zurück nach oben, geduldig, als hätte der Regen uns alle Zeit gelassen. Ich sagte ihm, dass es schön sei, dass er bleiben solle und dass ich ihn liebte, mitten in dieser offenen Lust.

Als das zweite Steigen begann, zog ich ihn zu mir herauf, weil ich ihn in mir haben wollte, bevor ich wieder kam. Er verstand, küsste mich, und ich schmeckte mich auf seinen Lippen, salzig und vertraut, und ich schämte mich nicht, es erregte mich. Hast du etwas dabei, fragte ich, praktisch mitten in der Hitze, und er nickte, griff nach der Hose und zog ein Kondom aus der Brieftasche. Ich nahm es ihm ab, rollte es über sein Glied, die Finger fest, und sah, wie er die Zähne zusammenbiss vor Lust. Ich will dich, sagte ich deutlich, komm zu mir.

Er legte sich über mich, und die Spitze seines Glieds lag heiß an meinem Eingang. Er wartete und sah mir in die Augen, und ich hob die Hüften, eine Einladung ohne Umweg. Er drang ein, langsam, und die Dehnung war voll und süß, eine Fülle, die mir den Atem nahm und ihn als Stöhnen zurückgab. Ich war eng um ihn, trotz aller Bereitschaft, und er hielt inne, als er ganz in mir war, die Stirn an meiner, beide zitternd. Ist das gut, fragte er, und ich sagte ja, bleib so, ich will dich spüren und wissen, dass du da bist.

Er blieb still in mir, und in diesem Stillhalten war mehr Nähe als in jedem hastigen Stoß. Ich spürte ihn pulsieren und spürte meinen Körper sich um ihn schließen und wieder lösen, ein leises Antworten. Dann begann er sich zu bewegen, langsam heraus und tiefer hinein, ein Rhythmus, der den Regen am Fenster begleitete, ohne ihm zu gleichen. Jeder Stoß rieb innen an jener Stelle, und sein Becken streifte meine Klitoris oft genug, dass die Lust tiefer aufbaute. Ich schlang die Beine um seine Hüften, die Fersen an seinem Rücken, und er stöhnte meinen Namen in meinen Mund.

Wir fanden einen Takt zwischen uns, der nicht schnell war und nicht zahm. Ich sagte, fester, und er wurde fester, die Stöße länger, das Geräusch unserer Körper leise und nass unter dem Regen. Seine Hand fand meine Brust, der Daumen die Brustwarze, und ich bog mich ihm entgegen, wollte mehr Haut, mehr Gewicht, mehr von diesem Wiedererkennen. Sieh mich an, sagte ich, und er sah mich an, die Augen dunkel, der Mund offen, kein Verstecken mehr. Ich sagte, dass ich ihn liebte, nicht als Floskel, sondern weil es wahr war, und er antwortete mit demselben Satz, gebrochen von einem Stoß.

Ich spürte, wie der nächste Höhepunkt sich von innen anbahnte, dort wo er mich füllte, und schob eine Hand zwischen uns, kreisend, im Takt seiner Bewegungen. Er bemerkte es, stöhnte und sagte, das sei schön, ich solle mir nehmen, was ich brauche, er wolle mir zusehen. Die Erlaubnis, so offen ausgesprochen, ließ mich loslassen. Die Lust kletterte schnell, und dann kam ich um ihn herum, eng und lang, und sein Name riss aus mir. Er hielt den Rhythmus, wurde nicht grob, blieb bei mir, bis ich ihn mit beiden Armen festhielt, als könnte der Regen ihn sonst wieder mitnehmen.

Ich bin nah, sagte er leise an meinem Ohr und fragte, ob er so kommen solle, in mir, mit dem Kondom. Ich zog ihn tiefer, die Beine fest, und sagte, so, bitte, ich wolle seinen Höhepunkt mit meinem Körper begleiten. Er stieß noch einige Male, tiefer und langsamer, und dann spannte sich sein Rücken unter meinen Händen, ein Beben. Er kam mit einem tiefen, offenen Laut, das Gesicht an meinem Hals, die Hüften eng an mich gepresst. Ich hielt ihn, strich über seinen Rücken, spürte das Nachzucken und flüsterte, dass ich da sei und dass nichts mehr wegzulaufen hatte.

Er blieb in mir, bis das Zittern nachließ, zog sich dann vorsichtig zurück und küsste mich kurz und dankbar, bevor er ins Bad ging. Ich lag nackt auf der Decke, die Haut kühl, zwischen den Beinen ein sattes, weiches Gefühl. Als er zurückkam, legte er ein warmes Handtuch über mich, weil er gesehen hatte, dass ich fror. Er legte sich neben mich, zog mich an seine warme Brust, und ich roch nur noch ihn, nicht mehr den Regen. Geht es dir gut, fragte er, und ich sagte ja, mehr als gut, und fragte ihn dasselbe, weil Fürsorge keine Einbahnstraße war.

Wir sprachen leise über die acht Jahre, nicht als Verhör, sondern als Ausbreiten der fehlenden Seiten. Er erzählte von der Arbeit, die ihn fortgezogen hatte, von der Leere danach und von dem Mut, der erst jetzt reichte. Ich erzählte von einer Beziehung, die freundlich gewesen war und nie dieses Ziehen gehabt hatte, dieses Wiedererkennen im ersten Blick. Seine Hand lag ruhig auf meinem Bauch, und er küsste meine Schläfe, als müsste er prüfen, dass ich wirklich da war. Ich küsste seine Brust, dort wo das Herz schlug, und sagte, die Liebeserklärung im Regen sei keine Übertreibung des Augenblicks gewesen.

Ich meinte sie, sagte ich, und ich meine sie jetzt auch, hier auf der Decke, nackt und ein wenig wund auf die gute Art. Ich will dich wiedersehen, nicht nur heute, ich will Frühstück, echte gewöhnliche Tage und auch das hier, wenn wir es beide wollen. Aber ich will keine halben Sätze mehr und keine Abreise aus Angst. Er schwieg, hörte mit mir den Regen, und sagte dann, ein Teil von ihm habe auf eine Tür gewartet, an die er nicht zu klopfen gewagt habe. Ich bleibe heute Nacht und morgen, so lange du mich willst, ohne feige Abreise, sagte er.

Ich zog die Decke über uns beide und schmiegte mich an ihn, die Wange an seiner Schulter, sein Arm um meinen Rücken, die Hand warm zwischen den Schulterblättern. Draußen lief der Regen die Scheibe hinunter, und die Stadtlichter zersplitterten darin zu langen Strichen. Ich war müde auf eine Art, die nicht leer war, sondern gefüllt, der Körper satt, das Herz wach und ruhig zugleich. Bleib, sagte ich, und es war keine Bitte aus Angst, sondern eine Entscheidung. Er sagte ja, küsste mein Haar, und wir lagen noch lange so, während draußen das Wasser weitersprach und drinnen nichts mehr ungesagt zwischen uns stand.

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