Neue Sexgeschichten

Der Mann, der zuerst zuhörte

Für Frauen · 21 Minuten lesen · 28 Minuten hören

Gelesen von Ivanna

Teil 1 der Serie Ihre Lust (3)

Ich war vierunddreißig, als ich die kleine Weinstube an der Ecke betrat, und ich wusste schon an der Tür, dass ich zu früh war. Der Mantel roch nach kalter Luft und nach dem Parfüm, das ich nur an Abenden trug, an denen ich mich selbst ernst nehmen wollte. Drinnen brannte wenig Licht. An den Tischen saßen Paare, die leise sprachen, und an der Theke stand ein Mann mit dem Rücken zu mir, die Schultern etwas breiter als in meiner Erinnerung, das Haar kürzer. Jonas drehte sich um, bevor ich seinen Namen sagen konnte. Er lächelte nicht sofort. Er sah mich an, als müsse er sich erst vergewissern, dass ich wirklich da war, und dieses Zögern traf mich stärker als jedes schnelle Wiedererkennen.

„Lena“, sagte er, und meine Name klang in seinem Mund ruhiger als früher. Er stand auf, blieb aber einen Schritt entfernt, die Hände sichtbar an den Seiten, als wolle er mir die Entscheidung über die Nähe lassen. Ich nickte, zog den Mantel aus und setzte mich ihm gegenüber. Zwischen uns stand ein Glas Wasser und eine Karte, die niemand aufschlug. Sieben Jahre lagen auf dem Tisch, ohne dass wir sie benennen mussten. Ich war damals siebenundzwanzig gewesen und er dreißig, und wir hatten eine Anziehung gehabt, die wir beide gespürt und beide nicht zu Ende geführt hatten, weil das Leben uns in verschiedene Städte gezogen hatte. Heute war er siebenunddreißig. Das stand in der Nachricht, mit der er sich gemeldet hatte, schlicht und ohne Spiel: Er sei wieder in der Stadt, er denke manchmal an mich, und er wolle mich sehen, wenn ich das auch wolle.

„Du siehst aus, als hättest du den Weg zu Fuß gemacht“, sagte er. „Ist dir kalt?“

„Ein wenig“, antwortete ich. „Der Wind an der Brücke war stärker, als ich gedacht hatte.“

Er winkte nicht sofort dem Service. Er schob mir das Wasserglas ein Stück näher und wartete, bis ich trank. Erst dann fragte er, ob ich Rotwein wolle oder etwas Wärmeres. Ich nannte einen Wein, den ich mochte, und er bestellte denselben, nicht aus Nachahmung, sondern weil er sagte, er wolle wissen, wonach der Abend für mich schmecke. Das war neu an ihm und zugleich vertraut. Früher hatte er auch zugehört, aber damals war das Zuhören oft der Anfang eines Satzes gewesen, den er selbst zu Ende bringen wollte. Heute ließ er Pausen stehen.

Wir sprachen zuerst über die Stadt, über die Wohnung, die ich vor zwei Jahren bezogen hatte, über seine Arbeit in einem Büro mit großen Fenstern, über den Hund einer Nachbarin, der mich morgens anbellte, als sei ich eine Einbrecherin mit Schlüssel. Ich merkte, wie meine Schultern sanken. Er unterbrach mich nicht, wenn ich einen Gedanken suchte. Einmal stockte ich bei dem Satz über die letzte Beziehung, die vor einem Jahr geendet hatte, und er nickte nur, als sei das Stocken selbst eine Antwort. „Du musst das nicht erklären“, sagte er. „Nur wenn du willst.“ Ich wollte. Nicht alles, aber genug, damit er verstand, dass ich nicht aus Einsamkeit hier saß, sondern weil die alte Anziehung nie ganz aufgehört hatte, in mir zu arbeiten.

„Ich habe oft an den Abend im Atelier gedacht“, sagte ich. „Damals, als du meine Hand gehalten hast und wir beide so getan haben, als sei das nur Freundschaft.“

Er legte die Finger um den Stiel seines Glases und sah nicht weg. „Ich habe auch daran gedacht. Ich habe mich später geärgert, dass ich nicht gefragt habe, was du wolltest. Ich habe angenommen. Das war falsch.“

Die Wärme stieg mir in den Hals. Nicht nur weil er sich erinnerte, sondern weil er den Fehler bei sich suchte und nicht bei mir. Ich erzählte ihm, dass ich damals gewollt hatte, dass er blieb, und dass ich gleichzeitig Angst gehabt hatte, die Freundschaft zu verlieren. Er hörte zu, ohne mich zu korrigieren. Als ich schwieg, fragte er leise: „Und heute? Was willst du von diesem Abend, Lena? Nicht was ich mir wünsche. Was du willst.“

Ich hätte ausweichen können. Ich tat es nicht. „Ich will dich nicht nur ansehen“, sagte ich. „Ich will dich anfassen. Und ich will, dass du mich fragst, bevor du etwas tust, das über einen Kuss hinausgeht. Ich will bestimmen können, wie weit wir gehen.“

Er atmete aus, langsam, und in diesem Atem lag Erleichterung und Begehren zugleich. „Das kann ich“, sagte er. „Das will ich. Wenn du irgendwann stopp sagst, hören wir auf. Auch mitten in etwas. Auch wenn es mir schwerfällt.“

„Und wenn ich mehr will?“

„Dann sagst du es. Oder du zeigst es. Ich werde nachfragen, wenn ich unsicher bin.“

Wir tranken den Wein nicht aus. Draußen war die Straße feucht vom letzten Regen, und die Laternen warfen lange Flecken auf das Pflaster. Er bot mir seinen Schal an, ich lehnte ab, und er nickte, ohne gekränkt zu sein. Auf dem Weg zu meiner Wohnung sprach er wenig. Einmal blieb er stehen, weil ich stehen blieb, und fragte, ob mir das Tempo recht sei. Ich lachte kurz, nicht aus Spott, sondern weil diese Frage so genau zu dem Mann passte, den ich an diesem Abend wiederfand. „Ja“, sagte ich. „Ich will nur nicht hetzen.“

Im Treppenhaus roch es nach altem Holz und nach dem Brot, das jemand im zweiten Stock gebacken hatte. Vor meiner Tür suchte ich den Schlüssel länger als nötig. Meine Hände waren nicht ungeschickt. Sie wollten nur einen Moment, in dem nichts schon entschieden war. Jonas stand schräg hinter mir, nah genug, dass ich seine Wärme spürte, und fern genug, dass ich mich umdrehen konnte, ohne gegen ihn zu stoßen. „Darf ich dich küssen, wenn die Tür zu ist?“, fragte er.

„Ja“, sagte ich. „Sobald sie zu ist.“

Die Wohnung war still. Ich ließ den Mantel über den Stuhl fallen, schaltete nur die Lampe neben dem Sofa an und zog die Schuhe aus. Er tat dasselbe, ohne dass ich es sagen musste, und stellte seine Schuhe ordentlich nebeneinander, als wolle er zeigen, dass er bleiben durfte und doch nicht einfach Besitz ergreifen würde. Ich ging zu ihm. Der erste Kuss war kein Sturz. Er war warm, offen, ein wenig unsicher an den Rändern, und ich spürte, wie er wartete, bis ich den Mund weiter öffnete. Seine Hand lag an meiner Taille, nicht tiefer. Ich legte meine an seinen Nacken und zog ihn näher. Er schmeckte nach Wein und nach der Minze, die er vor dem Treffen gekaut haben musste, und unter allem nach ihm, nach einer Haut, die ich früher nur an den Händen und einmal, viel zu kurz, am Hals gekannt hatte.

„Ist das gut?“, murmelte er an meinem Mund.

„Ja. Langsamer an der Unterlippe.“

Er folgte. Die Langsamkeit machte mich ungeduldiger und zugleich sicherer. Ich spürte, wie mein Körper antwortete, bevor mein Kopf alle Sätze sortiert hatte: ein Ziehen im Bauch, ein Wärmerwerden zwischen den Beinen, das Verlangen, die Bluse zu öffnen und trotzdem noch einen Moment im Kuss zu bleiben. Ich führte seine Hand an meine Seite, unter den Stoff, auf die nackte Haut über der Hüfte. Er strich dort mit dem Daumen, fragte nicht jedes Mal mit Worten, aber er hob den Blick, wenn er eine neue Stelle suchte, und ich nickte oder schob seine Finger dorthin, wo ich sie haben wollte.

„Setz dich“, sagte ich und meinte das Sofa. Er setzte sich. Ich blieb stehen, zwischen seinen Knien, und knöpfte die Bluse selbst auf, Knopf für Knopf, weil ich sehen wollte, wie er zusah, ohne zu greifen. Sein Blick war dunkel und aufmerksam. Er sagte nichts Billiges. Er sagte: „Du bist schön. Darf ich die Träger anfassen?“

„Ja.“

Seine Finger waren warm an meinen Schultern. Er schob die Träger hinunter, wartete, und ich öffnete den Verschluss selbst. Der Stoff fiel. Die Luft der Wohnung war kühl an meinen Brüsten, und die Kühle machte die Brustwarzen hart, bevor er sie überhaupt berührt hatte. Er sah hin, dann zu meinem Gesicht. „Mit dem Mund oder mit der Hand?“

„Zuerst die Hand. Sanft. Dann den Mund, wenn ich es sage.“

Er umfasste meine linke Brust, nicht fest, der Daumen strich über die Spitze, und ein kleines Geräusch kam aus meiner Kehle, das ich nicht geplant hatte. Er wiederholte die Bewegung, langsamer, und die andere Hand lag ruhig an meiner Hüfte, als wolle er mich halten, nicht lenken. Ich beugte mich zu ihm und küsste ihn wieder, diesmal tiefer, und sagte an seinen Lippen: „Jetzt den Mund.“

Sein Mund war heiß. Er leckte zuerst nur die Spitze, dann nahm er sie zwischen die Lippen und sog behutsam, und die Empfindung lief mir als feine Linie bis zwischen die Beine. Ich hielt seinen Kopf, nicht um ihn zu drücken, sondern um das Tempo zu spüren. Als er zu fest wurde, sagte ich „weniger“, und er ließ sofort nach. Dieses sofort machte mich feucht auf eine Weise, die nichts mit Eile zu tun hatte. Es war das Wissen, dass mein Wort Gewicht hatte. Ich öffnete seine Hemdknöpfe, schob den Stoff von seinen Schultern und legte die flache Hand auf seine Brust. Sein Herz schlug schnell. Unter der Ruhe, die er mir gab, war er erregt, und das zu spüren, ohne dass er mich damit überrollte, machte mich kühner.

„Ich will dich ausziehen“, sagte ich.

„Dann tu es.“

Ich öffnete seinen Gürtel, den Knopf, den Reißverschluss. Er hob die Hüften, damit ich Hose und Shorts hinunterziehen konnte, und sein Schwanz lag hart gegen den Bauch, die Spitze schon feucht. Ich betrachtete ihn einen Moment, nicht aus Bewertung, sondern weil ich das Recht haben wollte, hinzusehen, bevor ich anfasste. „Darf ich?“, fragte ich, und er lachte leise, überrascht und dankbar.

„Ja. Bitte.“

Ich schloss die Hand um ihn, fest genug, dass er die Luft anhielt, und strich langsam nach oben. Er legte den Kopf gegen die Sofalehne und sah mich an, die Lippen leicht offen. „Sag mir, wenn ich zu fest bin“, sagte ich.

„Du bist gut. Etwas mehr Druck an der Spitze. Ja. So.“

Ich mochte es, dass auch er sprach. Das Zuhören war keine Einbahnstraße. Ich beugte mich hinunter und leckte einmal über die Spitze, schmeckte Salz, und sein Oberschenkel spannte sich unter meiner anderen Hand. Dann richtete ich mich auf, weil ich noch nicht dort bleiben wollte. Ich wollte zuerst selbst berührt werden, und ich sagte es so klar, wie ich es in meinem Kopf gehört hatte. „Ich will, dass du mich leckst. Auf dem Sofa. Und ich will dir sagen, wo.“

„Komm her“, sagte er, und diesmal war es keine Anordnung, sondern eine Einladung, die auf meine Worte antwortete.

Ich streifte den Rock ab, dann den Slip, und setzte mich so, dass ich mich an die Lehne stützen konnte, die Beine geöffnet, ein Kissen unter dem Kreuz. Er kniete sich zwischen meine Schenkel auf den Teppich, die Hände auf meinen Knien, und wartete. Das Warten war fast unerträglich und genau richtig. Ich spürte die kühle Luft an meiner feuchten Haut und das Pochen, das schon da war, bevor sein Mund mich erreichte. „Küss die Innenseite“, sagte ich. „Links. Höher. Noch nicht die Mitte.“

Er küsste. Seine Lippen waren weich, sein Bartschatten kratzte leicht, und ich mochte dieses Kratzen, weil es die Weichheit danach deutlicher machte. Er arbeitete sich langsam nach oben, fragte mit einem Blick, und ich nickte. Der erste Kontakt seines Mundes mit meiner Scham war kein Stoß in die Mitte. Er küsste die äußeren Lippen, leckte flach darüber, und ich atmete aus, als hätte ich einen Satz zu lange angehalten. „Die Klitoris“, sagte ich. „Mit der Zunge, breit, nicht spitz. Langsam.“

Er tat es. Die breite, warme Zunge strich über die empfindliche Stelle, und mein Becken hob sich ihm entgegen, ohne dass ich es beschlossen hatte. Er legte einen Unterarm leicht über meinen Unterbauch, nicht um mich festzuhalten, sondern um mich zu stützen, und sah kurz hoch. „Zu viel?“

„Nein. Genau das. Bleib dabei. Ein wenig schneller, wenn ich die Hüften bewege.“

Er blieb dabei. Die Lust baute sich nicht als einzelner Blitz auf, sondern als eine Folge von Wellen, die jedes Mal ein Stück höher liefen. Ich hörte mich selbst, leise zuerst, dann offener, und schämte mich nicht dafür, weil er auf jedes Geräusch hörte, als sei es eine Wegbeschreibung. Als ich „Finger“ sagte, hob er den Mund nur so weit, um zu fragen: „Einen?“

„Einen. Langsam. Und die Zunge nicht weg.“

Sein Finger glitt in mich, und ich war so feucht, dass es keinen Widerstand gab, nur das volle, genaue Gefühl, ausgefüllt zu werden, während sein Mund weiter an der Klitoris arbeitete. Er krümmte den Finger leicht, suchte, und ich führte seine Hand mit meiner, bis er die Stelle innen fand, die mich enger werden ließ. „Da“, sagte ich. „Bleib da. Nicht härter. Nur stetig.“

Die Kombination war fast zu viel und doch nicht genug, um schon zu kommen. Ich wollte es hinauszögern, wollte das Gewicht seines Kopfes zwischen meinen Schenkeln, den nassen Laut seiner Zunge, das leise Stöhnen, das er von sich gab, wenn ich mich um seinen Finger zusammenzog. Er fragte nicht mehr bei jeder Bewegung. Er hatte meinen Rhythmus verstanden, und wenn ich „links“ flüsterte oder „fester an der Zunge, nicht am Finger“, änderte er nur das, was ich genannt hatte. Dieses Gehorsam ohne Unterwerfung, dieses genaue Hören, machte mich so erregt, dass ich die Sofakante mit einer Hand umklammerte und mit der anderen in sein Haar griff.

„Ich will dich in mir“, sagte ich, als die Wellen zu dicht wurden und ich noch nicht kommen wollte, nicht so, nicht bevor ich ihn gespürt hatte. „Aber ich will oben sein. Und ich will, dass du ein Kondom benutzt. Sie liegen in der Schublade neben dem Sofa.“

Er hob den Kopf. Sein Mund glänzte, seine Augen waren dunkel, und er nickte sofort. „Ja. Oben. Du bestimmst das Tempo. Ich hole es.“

Er stand auf, nackt, der Schwanz schwer und hart, und suchte nicht hektisch. Er fand die Schachtel, zeigte sie mir kurz, als wolle er sicher sein, dass es die richtige war, und rollte das Kondom über sich, während ich ihn ansah. Die Geste war praktisch und trotzdem erregend, weil sie zu dem gehörte, was wir verabredet hatten: kein Übergehen, kein Annehmen. Ich setzte mich aufrechter, spreizte die Beine ein wenig mehr und streckte die Hand nach ihm aus. „Komm her. Küss mich zuerst. Ich will mich schmecken.“

Er kniete sich wieder zwischen meine Schenkel und küsste mich, tief, und ich schmeckte mich auf seiner Zunge, salzig und warm, und das machte mich ungeduldig auf eine neue Art. Ich schob ihn auf das Sofa, setzte mich auf seine Oberschenkel und rieb mich an ihm, ohne ihn schon in mich zu nehmen. Die Spitze glitt durch meine Nässe, stieß gegen die Klitoris, und wir stöhnten beide. Seine Hände lagen an meinen Hüften, locker. „Darf ich dich führen, wenn du es sagst, oder gar nicht?“, fragte er.

„Gar nicht, bis ich es sage. Halt mich nur.“

Ich griff nach ihm, setzte ihn an und senkte mich langsam. Das erste Eindringen war ein Dehnen, voll und heiß, und ich hielt inne, als er halb in mir war, um zu atmen. Er bewegte sich nicht nach oben. Seine Daumen strichen über meine Hüftknochen, und er sah mir ins Gesicht, nicht auf die Stelle, an der wir verbunden waren. „Alles gut?“, fragte er.

„Ja. Es ist viel. Gut viel. Warte.“

Ich senkte mich weiter, bis ich auf ihm saß und ihn ganz in mir hatte. Ein Laut kam aus uns beiden, seiner tiefer, meiner höher. Ich blieb einen Moment still, nur um das Ausgefülltsein zu spüren, das Pochen, das leichte Zittern in meinen Oberschenkeln. Dann begann ich mich zu bewegen, klein zuerst, ein Wiegen, das die Spitze in mir gegen die empfindliche Stelle drückte. Er biss sich auf die Lippe. „Du fühlst dich unglaublich an“, sagte er. „Sag mir, wenn ich die Hüften heben soll.“

„Noch nicht. Sieh mich an.“

Er sah mich an. Ich ritt ihn langsam, die Hände auf seiner Brust, die Brüste bewegten sich mit jedem Senken, und sein Blick ging zwischen meinem Gesicht und meinem Körper hin und her, ohne hastig zu werden. Ich beugte mich vor, küsste ihn, und der Winkel änderte sich so, dass jeder Stoß, den ich selbst erzeugte, flacher und reibender über die Klitoris lief, weil mein Becken sich gegen ihn presste. „Jetzt darfst du ein wenig entgegenkommen“, sagte ich. „Klein. Wenn ich mich senke.“

Er tat es, ein kurzes Heben der Hüften, abgestimmt auf mich, und die Lust wurde schärfer. Ich richtete mich wieder auf, legte eine Hand zwischen uns und rieb meine Klitoris mit zwei Fingern, während ich ihn ritt. Er beobachtete meine Hand, dann mein Gesicht. „Ist das für dich besser so?“

„Ja. Fass meine Brüste an. Die rechte etwas fester.“

Seine Hände kamen hoch. Er nahm die rechte Brustwarze zwischen Finger und Daumen, nicht zu hart, und die linke streichelte er mit der flachen Hand. Die drei Empfindungen gleichzeitig, sein Schwanz in mir, meine Finger an der Klitoris, sein Mund, der sich jetzt vorbeugte und die linke Spitze leckte, weil ich den Kopf senkte und es zuließ, trieben mich schnell höher. Ich sagte seinen Namen. Ich sagte „so“, und „nicht schneller“, und „bleib“. Er blieb in dem Tempo, das ich vorgab, auch als sein eigener Atem rau wurde und seine Finger sich fester in meine Hüfte gruben. Einmal hob er sich zu stark, und ich zuckte. Sofort hielt er inne.

„Zu viel?“, fragte er, die Stimme belegt.

„Ein bisschen. Zurück zu klein. Ja. So ist es wieder gut.“

Dass er mitten in der Erregung stoppen konnte, ohne beleidigt zu sein, ohne mich zu drängen, weiterzumachen, als sei mein Unbehagen nur eine Pause in seinem Plan, öffnete etwas in mir, das die Lust noch tiefer machte. Ich wurde lauter. Die Reibung war nass und deutlich, mein Körper nahm ihn leicht, und jeder Stoß, den ich selbst setzte, traf jetzt genau. Ich spürte den Orgasmus kommen wie eine Enge, die sich von der Klitoris nach innen zog, in den Bauch, in die Oberschenkel, in die Stelle, an der er mich füllte. „Ich komme“, sagte ich. „Beweg dich nicht stärker. Halt mich.“

Er hielt mich. Seine Hüften blieben in dem kleinen Rhythmus, den ich brauchte, seine eine Hand an meiner Taille, die andere an meiner Brust, und er sah mich an, während ich kam. Es war kein kurzer Ruck. Es war ein langes, wiederholtes Ziehen, in dem ich mich um ihn zusammenkrampfte, den Kopf in den Nacken legte und einen Laut ausstieß, der in der stillen Wohnung groß klang. Meine Finger rieben weiter, bis es zu empfindlich wurde, dann ließ ich ab und ritt die letzten Wellen nur noch mit dem Wiegen meines Beckens aus. Er stöhnte unter mir, hielt aber das Tempo, bis ich auf seine Brust sank und „langsam“ flüsterte.

Er wurde langsamer, fast still, noch in mir, die Arme um meinen Rücken, das Gesicht an meiner Schulter. Ich spürte, wie hart er noch war, wie sein Körper zitterte vor Zurückhaltung. „Du bist nicht gekommen“, sagte ich an seinem Hals.

„Ich wollte dich zuerst hören“, sagte er. „Und sehen. Darf ich jetzt? Oder willst du eine Pause?“

Die Frage, mitten in seiner eigenen Not, rührte mich und erregte mich zugleich neu. Ich war empfindlich, aber nicht fertig mit ihm. Ich wollte sein Kommen spüren, wollte wissen, dass auch sein Körper zu dem Abend gehörte und nicht nur als Werkzeug für meinen diente. „Ich will dich“, sagte ich. „Aber ich will auf dem Rücken liegen. Und du fragst, bevor du schneller wirst.“

„Ja.“

Er half mir, mich von ihm zu heben, vorsichtig, und das Hinausgleiten war ein eigenes, leeres Gefühl, das ich einen Atemzug lang bedauerte. Ich legte mich auf das Sofa, ein Kissen unter dem Kopf, die Beine geöffnet, und er kam über mich, stützte sich auf die Unterarme, suchte meinen Blick. „Darf ich wieder in dich?“

„Ja. Langsam am Anfang.“

Er führte sich mit der Hand und glitt hinein, und weil ich noch weit und feucht vom Orgasmus war, war es leicht und trotzdem intensiv, fast zu direkt an den überempfindlichen Stellen. Ich zuckte, und er hielt sofort. „Zu viel?“

„Warte zwei Atemzüge. Dann flacher. Nicht so tief.“

Er zog sich ein wenig zurück und bewegte sich in kurzen, flachen Stößen, die mehr rieben als stießen. Das war besser. Die Überempfindlichkeit wurde wieder zu Lust, wärmer, weicher, und ich schlang die Beine um seine Hüften, nicht um ihn tiefer zu zwingen, sondern um ihn nah zu halten. Ich küsste seinen Mund, seine Wange, das Ohr. „Jetzt darfst du etwas schneller“, sagte ich. „Immer noch nicht hart. Ich will dich hören.“

Er wurde schneller, der Atem an meinem Hals stoßweise, und jedes Mal, wenn er ein Geräusch machte, lief mir eine neue Wärme durch den Bauch. Ich legte die Hand an seinen Hintern und spürte, wie die Muskeln arbeiteten, wie er sich zurückhielt, auch jetzt. „Sieh mich an, wenn du kommst“, sagte ich.

Er hob den Kopf. Seine Stirn war feucht, die Augen weit, und in ihnen lag nichts als Konzentration und Verlangen und diese Aufmerksamkeit, die den ganzen Abend getragen hatte. „Ich bin nah“, sagte er. „Darf ich tiefer, nur am Ende?“

„Ja. Tief. Jetzt.“

Er stieß tiefer, drei, vier Mal, und dann spannte sich sein ganzer Körper. Er kam mit einem rauen Laut, den er nicht schluckte, die Hüften an mich gepresst, und ich hielt sein Gesicht zwischen den Händen, damit er mich ansah, während es durch ihn ging. Ich spürte das Pochen in mir, das Nachgeben seiner Arme, das Zittern, das danach kam. Er sank nicht mit seinem ganzen Gewicht auf mich. Er stützte sich weiter, auch als der Höhepunkt nachließ, und küsste mich langsam, dankbar, fast ungläubig.

„Bleib noch einen Moment“, sagte ich.

„Ich bleibe.“

Wir lagen so, verbunden, bis sein Atem ruhiger wurde und die Empfindlichkeit in mir von einem satten Nachklang abgelöst wurde. Dann zog er sich vorsichtig zurück, hielt das Kondom fest, und stand auf, um es zu entsorgen. Ich hörte das Wasser im Bad, kurz, und er kam mit einem feuchten, warmen Tuch zurück, das er mir hinhielt, nicht aufdrängte. „Darf ich?“

Ich nickte. Er wischte mich sanft zwischen den Beinen ab, ohne die Berührung in ein neues Spiel zu verwandeln, und die Fürsorge danach gehörte für mich zu demselben Zuhören wie alles zuvor. Er legte das Tuch weg, holte die Decke vom Sessel und breitete sie über uns, als er sich wieder neben mich setzte und mich an seine Seite zog. Meine Wange lag auf seiner Brust. Sein Herz schlug noch schnell, dann langsamer. Draußen fuhr ein spätes Auto vorbei. In der Wohnung tickte nichts. Es gab nur unseren Atem und die Wärme unter der Decke.

„War das so, wie du es wolltest?“, fragte er nach einer Weile.

Ich dachte nicht lange. Der Körper hatte schon geantwortet, aber er hatte nach den Worten gefragt, und die Worte waren leicht. „Ja. Du hast zugehört. Nicht nur am Anfang. Auch als es schwierig wurde, auch als du selbst nah warst. Das hat mir den Raum gegeben, zu wollen.“

Er strich mir über das Haar, langsam, und schwieg einen Moment, als müsse er das Gesagte ablegen, bevor er etwas Eigenes darauf setzte. „Ich habe früher oft gedacht, Begehren zeige sich darin, dass man nicht warten kann“, sagte er. „Heute habe ich gemerkt, dass das Warten das Begehren nicht kleiner macht. Es macht es genauer.“

Ich küsste seine Brust, dort, wo der Herzschlag am deutlichsten war. „Ich will dich wiedersehen“, sagte ich. „Nicht nur wegen diesem. Auch wegen dem. Aber ich will, dass wir jedes Mal neu fragen. Auch wenn wir uns schon kennen.“

„Das will ich auch“, sagte er. „Morgen darf ich dich anrufen?“

„Ja. Nicht zu früh. Ich schlafe lang, wenn ich gut geschlafen habe.“

Er lachte leise, und das Lachen vibrierte unter meiner Wange. Wir standen nicht sofort auf. Wir blieben auf dem Sofa, die Decke bis zu den Schultern, seine Hand ruhig an meinem Rücken, meine Finger auf seinem Bauch, und sprachen über kleine Dinge, die nichts entscheiden mussten: welchen Kaffee ich morgens trank, ob er den Wein von vorhin noch im Glas stehen gelassen hatte, ob der Hund der Nachbarin mich auch am Sonntag anbellen würde. Die Erregung war nicht verschwunden. Sie lag als warme Müdigkeit in den Gliedern, als Erinnerung an seinen Mund, an das Gewicht von ihm in mir, an den Satz, mit dem er innegehalten hatte, als ich gezuckt hatte. Ich spürte, dass ich ihn noch einmal wollen würde, vielleicht in dieser Nacht, vielleicht erst am nächsten Abend, und dass das Wollen nicht hetzen musste.

Als er später aufstand, um Wasser zu holen, sah ich ihn durch die halbdunkle Wohnung gehen, nackt, unbefangen, und er drehte sich an der Küchentür um, als habe er meinen Blick gehört. „Willst du auch?“, fragte er.

„Ja“, sagte ich. „Und komm danach zurück. Ich bin noch nicht fertig mit dem Zuhören. Diesmal will ich dir zuhören, wenn du mir sagst, was du als Nächstes von mir willst.“

Er blieb in der Tür stehen, das Glas in der Hand, und sein Lächeln war ruhig und offen. „Dann werde ich es dir sagen“, antwortete er. „Langsam. Und du darfst nein sagen.“

Ich nickte. Die Nacht war noch nicht zu Ende, und nichts in ihr drängte. Das war das Geschenk dieses Wiedersehens: eine alte Anziehung, die endlich einen Mund bekommen hatte, und ein Mann, der zuerst hörte, bevor er nahm.

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