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Die Wette im letzten Gartenlicht

Für Frauen · 24 Minuten lesen · 32 Minuten hören

Gelesen von Lana Weiss

Teil 2 der Serie Ihre Lust (8)

Ich war dreiunddreißig, als der Abend kam, an dem unsere Wette fällig wurde. Julian war neununddreißig. Wir hatten die Zahlen einmal beiläufig genannt, zwischen Maßband und Gießkanne, und danach nicht wieder, weil nichts zu klären war. Er zeichnete Gärten. Ich setzte sie in Erde. An diesem Juniabend trug ich noch die Leinenhose mit Gras an den Knien, und er kam die Kieseinfahrt herunter, als hätte der Garten ihn gerufen.

Die Bauherrin war seit dem Morgen in der Stadt. Das Tor hatte ich hinter dem Lieferwagen geschlossen und den Riegel vorgelegt, so wie wir es für solche Abende verabredet hatten. Niemand sonst sollte den Kies hören. Die Linden warfen lange Schatten über die neue Mittelachse, die Julian so hartnäckig verteidigt hatte, und am Rand dieser Achse standen meine Nachtkerzen, widerspenstig und bereits offen.

Er blieb vor ihnen stehen. Das helle Hemd klebte ihm leicht am Rücken. In der Hand hielt er die Uhr, nicht das Telefon, weil wir Telefone an diesem Tag im Schuppen gelassen hatten. Neunzehn Uhr zwölf hatte er selbst abgelesen, als die ersten Blüten aufsprangen. Jetzt war es später, und das Licht wurde honigfarben, und er nickte, als müsse er einem Vertrag zustimmen, den er selbst aufgesetzt hatte.

Wir hatten die Wette vor acht Tagen auf der Terrasse geschlossen, nach einem Streit, der kein Streit gewesen war. Er wollte die Sichtachse rein. Ich wollte die Nachtkerzen, weil ein Garten, der nur Linien kennt, nach Papier riecht und nicht nach Abend. Er hatte gelacht und gesagt, die Blüten würden sich an seinen Zeitplan halten. Ich hatte gesagt, Pflanzen halten sich an Wärme. Dann hatten wir die Regeln aufgeschrieben, langsam, damit keiner später behaupten konnte, er habe sie im Rausch missverstanden.

Der Zettel lag noch im Schuppen zwischen den Saatguttüten. Ich kannte ihn auswendig. Wer verlor, blieb bis zur Dämmerung und folgte drei Regeln der siegenden Person. Das Wort genug beendete alles, sofort, ohne Nachfrage und ohne Groll. Nur wir beide. Kein Bild. Keine Erzählung an Dritte in Einzelheiten, die der andere nicht freigab. Die siegende Person bestimmte Ort, Tempo und was berührt wurde. Nichts galt, was nicht beide wollten, und das Wollen durfte sich ändern.

Julian strich mit dem Daumen über eine geöffnete Blüte, vorsichtig, als sei sie ein Beweisstück. Dann sah er mich an. In seinem Blick lag kein Ärger. Eher diese ruhige Aufmerksamkeit, mit der er sonst Höhenlinien las, nur wärmer, und schon seit Wochen auf mich gerichtet, wenn er glaubte, ich sei mit dem Unkraut beschäftigt.

Du hast gewonnen, sagte er.

Ich weiß, sagte ich.

Er wartete. Das gehörte zu ihm. Er drängte nicht, wenn eine Linie noch nicht feststand. Ich spürte den Kies unter den Sohlen und den Schweiß im Nacken und darunter etwas, das seit dem Mittag nicht mehr nur Arbeit war. Ich hatte den ganzen Tag daran gedacht, wie seine Hände das Maßband hielten, wie ruhig seine Stimme wurde, wenn er etwas wirklich meinte. Die Wette war ein Spiel gewesen. Der Wunsch dahinter nicht.

Komm mit, sagte ich. Bis zur Mauer bei der Orangerie. Dort ist der Rasen trocken, und die Bank steht im Schatten der Wand. Wenn du genug sagst, gehen wir auseinander, als wäre nur ein Plan besprochen worden. Wenn ich es sage, gilt dasselbe.

Er nickte. Wir gingen nebeneinander, nicht Hand in Hand, noch nicht. Die Luft roch nach warmem Stein, nach Thymian und nach dem Wasser, das ich am Nachmittag in die Beete gelassen hatte. Irgendwo tickte ein Bewässerungsventil und schwieg dann. Meine Schulter streifte einmal seinen Ärmel. Er wich nicht aus.

An der Bank blieb ich stehen. Die Mauer hielt noch die Tageswärme. Darüber lag der Himmel in einem tiefen, klaren Blau, das langsam dünner wurde. Ich setzte mich nicht. Ich wollte ihn stehen sehen, während ich die drei Regeln aussprach, damit er sie mit dem ganzen Körper hörte und nicht nur mit dem Verstand, der so gern alles ordnete.

Erste Regel, sagte ich. Du sprichst nur, wenn ich dich frage. Nicken darfst du. Das Wort genug darfst du immer sagen. Das zählt nicht als Bruch.

Er nickte.

Zweite Regel. Deine Hände gehen nur dorthin, wo ich sie hinlege. Dein Mund auch. Wenn ich sie wegnehme, bleiben sie weg, bis ich sie wieder hole.

Wieder ein Nicken. Sein Atem hatte sich verändert. Nicht hastig. Tiefer.

Dritte Regel. Du lässt mich zuerst kommen. Du verlangst nichts für dich, bevor ich es dir anbiete. Und du siehst mich an, wenn es so weit ist, sofern ich die Augen nicht schließe. Wenn ich sie schließe, wartest du, bis ich sie wieder öffne.

Er sah mich an, lange, und nickte ein drittes Mal. In diesem Nicken lag ein Ja, das schwerer wog als die Wette. Ich spürte es im Bauch, ein Ziehen, das nichts mit Angst zu tun hatte. Ich wollte ihn. Ich wollte ihn unter Regeln, die ich selbst gesetzt hatte, weil Regeln mir den Raum gaben, langsam zu sein und trotzdem alles zu nehmen.

Darf ich dich etwas fragen, bevor die erste Regel ganz gilt, sagte ich.

Ja.

Willst du das. Nicht die Wette. Das hier. Mich. So.

Ja, sagte er. Ich will es seit der Woche, in der du die Achse um einen halben Meter verschoben hast und recht hattest. Ich will es nüchtern. Ich will es, weil du es willst. Und wenn du genug sagst, höre ich auf, auch wenn mein Körper etwas anderes behauptet.

Gut, sagte ich. Dann gilt die erste Regel ab jetzt.

Die Stille, die folgte, war nicht leer. Sie füllte sich mit dem Summen der Bienen in den späten Blüten, mit dem Knacken der Mauer, die die Wärme wieder abgab, mit seinem Atem und mit meinem. Ich trat näher. Der Leinengeruch seines Hemdes mischte sich mit dem Salz auf seiner Haut. Ich legte meine Hand an seine Brust, nicht fordernd, nur um den Herzschlag zu fühlen. Er schlug fest und ein wenig zu schnell für einen Mann, der vorgab, Pläne zu lesen.

Ich knöpfte das Hemd auf, einen Knopf nach dem anderen. Darunter war Haut, warm, mit einem dunklen Haaransatz, der sich über dem Brustbein teilte. Ich strich mit den Fingerspitzen darüber und sah, wie sich seine Bauchmuskeln kurz anspannten. Er hob die Hände nicht. Er hielt sie an den Seiten, die Finger leicht gekrümmt, als koste ihn das Halten mehr Kraft als jede Zeichnung.

Zieh es aus, sagte ich. Das ist eine Anweisung, keine Frage.

Er zog das Hemd von den Schultern. Der Stoff fiel auf die Bank. Ohne den Kragen wirkte sein Hals länger, die Schlüsselbeine deutlicher. Ich legte den Mund an die Stelle unter seinem Ohr, nur einen Augenblick, und spürte, wie er den Atem anhielt. Dann trat ich zurück, weil ich selbst noch zu viel anhatte und weil ich wollte, dass er zusah, wie ich das änderte.

Die Leinenhose löste ich langsam. Darunter trug ich nichts Weiches aus Spitze, sondern schlichte Baumwolle, vom Tag warm und an einer Stelle bereits dunkler, als der Stoff sein sollte. Ich schämte mich nicht dafür. Es gehörte zu dem, was ich ihm zeigen wollte. Ich streifte die Hose ab, dann das Hemd, das nach Erde und Seife roch, und stand in Unterwäsche und staubigen Knöcheln vor ihm. Die Abendluft legte sich kühl auf meine Brüste, obwohl der Stoff sie noch bedeckte. Meine Brustwarzen zogen sich zusammen. Sein Blick folgte dieser kleinen Bewegung, und ich ließ ihn.

Sieh hin, sagte ich. Das darfst du. Anfassen noch nicht.

Er sah hin. Nicht gierig im billigen Sinn. Aufmerksam, als wolle er sich jede Linie merken, um sie später nicht zu verraten, nur zu behalten. Ich hakte die Träger von den Schultern und ließ das Oberteil fallen. Die Luft auf der nackten Haut war ein Schock und gleich darauf ein Versprechen. Ich nahm seine rechte Hand und legte sie unter meine linke Brust, schwer in seine Handfläche, die Brustwarze gegen seinen Handballen.

So, sagte ich. Nur hier. Und langsam.

Sein Daumen bewegte sich, ein Kreis, dann ein zweiter, fester, als er merkte, dass ich mich ihm entgegenschob. Die andere Hand blieb an seiner Seite. Ich achtete darauf. Es rührte mich mehr, als ich erwartet hatte, dieses Gehorchen, das kein Kleinerwerden war. Er war ein großer Mann mit ruhigen Schultern, und er hielt sich an meine Grenze, als sei sie eine Mauer, die er selbst gesetzt hätte und nun respektierte.

Ich führte seine Hand zur anderen Brust, dann wieder zurück, dann an meinen Nacken, wo der Schweiß des Tages noch salzig war. Jedes Mal sagte ich hier oder dort, leise, und jedes Mal folgte er. Als ich seine Hand an meine Taille legte und sie einen Moment dort ließ, beugte er sich vor, bis seine Stirn meine berührte. Er küsste mich nicht. Er wartete. Das Warten machte mich ungeduldig auf eine Art, die ich genoss.

Mund, sagte ich. Auf meinen.

Der Kuss war zuerst zurückhaltend, dann nicht mehr. Er schmeckte nach dem Wasser, das er auf dem Weg getrunken hatte, und nach etwas Wärmerem, das nur er war. Ich öffnete den Mund und ließ seine Zunge hinein, und ein Laut stieg in mir auf, den ich nicht schluckte. Meine Hände lagen in seinem Haar. Seine eine Hand blieb an meiner Taille, weil ich sie nicht weggenommen hatte, und die andere hing noch immer nutzlos und gehorsam herab. Ich löste mich so weit, dass ich sie nehmen und auf meine Hüfte legen konnte.

Beide Hände da, sagte ich. Nicht tiefer. Noch nicht.

Er hielt mich, als könnte ich sonst in den Rasen sinken. Ich rieb mich an ihm, durch die restliche Baumwolle und durch seine Hose, und spürte, wie hart er bereits war. Das Wissen darum lief mir heiß den Rücken hinunter. Ich wollte ihn nicht sofort. Ich wollte den Weg. Ich wollte, dass mein Körper den Takt angab und seiner folgen musste, so wie seine Pläne an diesem Abend meinen Pflanzen gefolgt waren.

Ich setzte mich auf die Bank, den Rücken an der warmen Mauer, und spreizte die Knie ein wenig. Der Stein drückte angenehm zwischen meine Schulterblätter. Julian stand vor mir, das Hemd fort, die Hose noch zu, die Hände wieder an den Seiten, weil ich sie losgelassen hatte. Sein Blick fragte, ohne dass sein Mund es durfte. Ich mochte diese Frage. Ich beantwortete sie, indem ich die Baumwolle auszog und sie neben mich legte.

Knie dich, sagte ich. Zwischen meine Beine. Hände auf meine Schenkel, außen. Mund noch nicht.

Er kniete sich auf den Rasen. Die Halme mussten in seine Knie stechen. Er beschwerte sich nicht, und ich hatte ihn auch nicht gefragt. Seine Handflächen legten sich auf meine Schenkel, warm, breit, die Daumen still. Ich war offen vor ihm, und die Abendluft strich über die feuchte Haut dort unten, eine kühle Linie, die mich zusammenzucken ließ. Er sah es. Seine Finger spannten sich und lockerten sich wieder, ohne zu wandern.

Sieh mich an, sagte ich.

Er hob den Blick von meinem Schoß zu meinem Gesicht. In seinen Augen lag Hunger und eine Sorgfalt, die den Hunger nicht kleiner machte. Ich legte eine Hand in sein Haar und die andere auf seine, auf meinem rechten Schenkel.

Jetzt der Mund, sagte ich. Langsam. Von innen nach außen. Und wenn ich deine Hand tiefer schiebe, dann darfst du sie benutzen. Nicht vorher.

Er beugte sich vor. Der erste Kuss galt nicht der Mitte, sondern der weichen Haut hoch an der Innenseite meines Schenkels. Ich hatte innen gesagt, und er nahm mich beim Wort. Seine Lippen wanderten, warm, ein wenig rau vom Tag, und sein Atem traf mich, bevor seine Zunge es tat. Als er endlich an der feuchten Falte entlangstrich, tat er es so langsam, dass ich den Kopf gegen die Mauer legen musste. Ein Laut kam aus mir, tief und ungeschickt. Ich hielt sein Haar fester.

Er leckte nicht hastig. Er lernte mich, so wie er ein Gelände lernte, nur dass hier kein Plan galt außer meinem Zucken und meinem Atem. Die Zunge flach, dann die Spitze, dann wieder flach. Er umkreiste die Stelle, an der alles zusammenlief, ohne sie gleich zu treffen, und diese Umsicht machte mich fast böse vor Lust. Ich schob seine Hand von meinem Schenkel nach innen, zwischen meine Beine, und führte zwei seiner Finger an meinen Eingang.

Hier, sagte ich. Langsam. Nicht stoßen. Fühlen.

Er schob sie hinein, und ich war so bereit, dass es kaum Widerstand gab, nur diese volle, glatte Dehnung, die mich den Mund öffnen ließ. Seine Finger krümmten sich, suchten, und als sie die Stelle fanden, die nach vorn zog, sagte ich ja, obwohl er nicht gefragt hatte. Das Ja war Erlaubnis und Lob zugleich. Er blieb dort. Sein Mund schloss sich um meine Klitoris, saugte leicht, ließ los, leckte, saugte wieder. Die Finger bewegten sich in einem Rhythmus, den ich mit dem Hüftkippen steuerte. Wenn ich mich ihm entgegenschob, wurde er fester. Wenn ich stockte, stockte er.

Die Mauer war warm in meinem Rücken. Der Rasen roch grün und ein wenig nach dem Schnitt vom Vormittag. Über uns verlor der Himmel an Blau. Ich hörte mich selbst, kleine, unordentliche Laute, und ich hörte das nasse Geräusch seiner Finger und seines Mundes, und beides gehörte in diesen Garten, so sehr wie das Wasser in den Beeten. Ich war nicht mehr die Frau, die Linien korrigierte. Ich war nur noch Körper, der genau wusste, was er wollte, und ein Mann, der sich daran hielt.

Schneller, sagte ich. Mund und Hand. Sieh mich nicht an, bis ich es sage. Bleib da.

Er gehorchte. Der Druck wurde dichter, die Zunge genauer, die Finger tiefer und gekrümmter. Lust stieg in mir auf wie Wasser in einem Beet, das endlich die Wurzel erreicht, nicht als Bild, sondern als Tatsache: ein Ziehen vom Becken in die Schenkel, ein Flirren in den Fußsohlen, ein Engerwerden um seine Finger. Ich hielt seinen Kopf, nicht um ihn zu zwingen, sondern um nicht wegzurutschen. Meine andere Hand lag auf der Bank und krallte sich in das Holz.

Ich komme, sagte ich, und die Worte brachen. Sieh mich an.

Er hob den Blick, ohne den Mund wegzunehmen. Seine Augen waren dunkel und klar. In diesem Blick zu kommen war fast zu viel und genau richtig. Die Spannung riss nicht sauber. Sie öffnete sich in Wellen, eine nach der anderen, und ich presste mich an seinen Mund und an seine Hand und ließ den Laut heraus, den ich den ganzen Tag in der Kehle getragen hatte. Meine Schenkel zitterten um seinen Kopf. Er wurde nicht gröber. Er blieb, leichter jetzt, weil mein Körper zuckte und ich nicht gesagt hatte, er solle aufhören, aber auch nicht, er solle weiterdrücken, und er las das Zittern richtig.

Als die Wellen nachließen, legte ich die Hand an seine Wange und schob ihn sanft weg. Genug an dieser Stelle, sagte ich. Nicht das Wort. Nur hier Pause.

Er verstand. Seine Finger glitten aus mir, nass, und er legte die Hände wieder auf meine Schenkel, außen, wie zu Beginn. Sein Mund glänzte. Er wischte ihn nicht ab. Er kniete und atmete und sah mich an, als sei das, was er gerade getan hatte, das Genaueste, was er je gemessen hatte. Ich lachte einmal, kurz, heiser, und strich ihm das Haar aus der Stirn.

Gut, sagte ich. Sehr gut. Steh auf.

Er stand. An seiner Hose zeichnete sich deutlich ab, wie sehr ihn das gekostet und gegeben hatte. Ich öffnete den Gürtel, dann den Knopf, dann den Reißverschluss, und schob Stoff und Unterhose zugleich über seine Hüften. Sein Schwanz sprang frei, schwer, die Spitze bereits feucht. Ich nahm ihn nicht sofort in den Mund. Ich sah ihn an, wie er mich angesehen hatte, und legte die Hand um ihn, fest genug, dass er die Luft durch die Zähne zog, ohne zu sprechen.

Du darfst stöhnen, sagte ich. Das ist kein Satz. Das ist nur Laut.

Er stöhnte, als ich die Hand einmal von der Wurzel zur Spitze führte, den Daumen über die feuchte Kuppe. Die Haut war heiß. Ich beugte mich vor und nahm ihn in den Mund, nicht tief, nur die Spitze, die Zunge darunter, und schmeckte Salz und ihn. Seine Hände hoben sich und sanken wieder, weil ich sie nicht eingeladen hatte. Ich mochte das. Ich mochte, wie sein Bauch sich anspannte und wie er trotzdem stillhielt. Nach ein paar langsamen Zügen ließ ich ihn aus dem Mund gleiten und stand auf.

Nicht so, sagte ich. Ich will dich in mir. Auf der Bank. Ich oben. Du hältst meine Hüften, wenn ich deine Hände dorthin lege. Du bewegst dich erst, wenn ich es sage. Und du kommst nicht, bevor ich es dir erlaube. Wenn es zu viel wird, sagst du genug. Verstanden. Das ist eine Frage.

Ja, sagte er. Die Stimme war rau. Ja.

Ich ließ ihn sich setzen, den Rücken an der Mauer, die Beine auseinander, die Füße fest auf dem Rasen. Dann stieg ich über ihn, ein Knie links auf der Bank, eines rechts, und hielt mich an seinen Schultern. Sein Schwanz lag heiß an meinem Bauch. Ich rieb mich daran, einmal, zweimal, verteilte meine Nässe über ihn, und das Gefühl war so unmittelbar, dass ich die Augen kurz schließen musste. Als ich sie öffnete, sah er mich an, wartend, die Hände auf dem Holz neben seinen Schenkeln.

Hände an meine Hüften, sagte ich.

Er legte sie dorthin. Die Daumen strichen über die Knochen, nicht führend, nur haltend. Ich griff zwischen uns, richtete ihn aus und senkte mich langsam. Die Dehnung war anders als seine Finger, voller, wärmer, ein Druck, der bis in den Bauch reichte. Ich nahm ihn nicht auf einmal. Ich ließ mich Zentimeter um Zentimeter nieder, atmete, hob mich ein wenig, sank wieder. Er füllte mich, und jeder kleine Widerstand in mir wurde zu einem Willkommen. Als ich ganz saß, blieb ich still. Wir atmeten gegeneinander. Seine Stirn lag an meiner. Sein Schwanz zuckte in mir, und ich spürte es wie einen zweiten Herzschlag.

Nicht bewegen, sagte ich. Noch nicht.

Ich rollte die Hüften, klein, nur ein Kreisen, das ihn in mir verschob, ohne dass er stoßen musste. Die Reibung traf genau die Stelle, die seine Finger zuvor gefunden hatten, und von außen rieb ich mich an seinem Unterleib. Es war dicht und langsam und mein. Seine Hände hielten meine Hüften, fest genug, dass ich mich sicher fühlte, nicht fest genug, um den Takt zu stehlen. Ich küsste ihn und schmeckte mich selbst auf seiner Zunge, einen dunklen, klaren Geschmack, und das machte mich noch nasser um ihn herum.

Jetzt darfst du mitkommen, sagte ich. Langsam. Von unten. Wenn ich schneller werde, wirst du schneller. Wenn ich halte, hältst du.

Er stieß nach oben, vorsichtig zuerst, dann im Maß meiner Bewegung. Die Bank knarrte. Die Mauer gab Wärme ab. Irgendwo in den Beeten sprang ein letzter Sprinkler an und wieder aus, ein kurzes Zischen, das niemand außer uns hörte. Ich ritt ihn nicht wild. Ich ritt ihn genau. Jeder Stoß traf tiefer, und ich neigte das Becken, bis es nicht mehr nur Fülle war, sondern ein wiederholtes, helles Ziehen an der Stelle, die mich vorhin schon hatte kommen lassen. Meine Brüste bewegten sich an seiner Brust. Er senkte den Mund nicht, bis ich seinen Kopf dorthin zog.

Hier, sagte ich. Saug. Nicht zu fest.

Er nahm eine Brustwarze zwischen die Lippen, die Zunge dagegen, und der Impuls lief geradewegs zwischen meine Beine. Ich wurde schneller, ohne es zu beschließen. Meine Knie brannten auf dem Holz. Es war mir gleich. Ich wollte die zweite Welle, und ich wollte sie mit ihm in mir, mit seinem Mund an meiner Brust und seinen Händen an meinen Hüften und seinem Blick, wenn ich ihn verlangte. Schweiß lief mir zwischen den Schulterblättern hinab. Sein auch. Wir rochen nach Haut und Garten und Sex, und nichts davon war mir peinlich.

Ich beugte mich zurück, die Hände auf seinen Knien, und die neue Neigung ließ ihn noch tiefer gehen. Er stöhnte, ein langer Laut, und seine Finger gruben sich in meine Hüften. Nicht genug, um wehzutun. Genug, um mir zu sagen, dass er nah war und sich hielt. Ich sah auf ihn herab. Sein Mund war offen. Seine Augen waren auf mein Gesicht gerichtet, auch ohne Befehl, und das rührte mich mitten in der Lust.

Fass mich an, sagte ich und nahm eine seiner Hände von der Hüfte und legte sie zwischen uns, dorthin, wo ich ihn in mir aufnahm, an die geschwollene Stelle darüber. Kreis. Gleichmäßig. Nicht aufhören.

Er tat es. Der Daumen fand den Rhythmus meiner Hüften und blieb dabei, nass von mir, präzise. Die Kombination war fast zu klar, um sie lange zu ertragen: er in mir, sein Daumen außen, die warme Mauer hinter ihm, der Abend auf meiner Haut. Ich hörte mich seinen Namen sagen, einmal, dann noch einmal, nicht als Frage. Die Spannung kehrte zurück, enger als zuvor, weil ich schon einmal gekommen war und der Körper keine Umwege mehr machte.

Sieh mich an, sagte ich, obwohl er es schon tat.

Ich kam mit offenen Augen. Es war weniger ein Reißen als ein langes, tiefes Pulsieren um ihn herum, Welle auf Welle, die meine Schenkel zum Zittern brachte und meine Stimme klein und heiser machte. Ich drückte seine Hand fester an mich und ritt die letzten Stöße aus, langsam, weil schnell jetzt zu viel gewesen wäre. Er hielt still in der Bewegung, als ich stockte, und sein Daumen wurde leichter, ohne ganz zu verschwinden, bis ich seine Hand wegnahm und an meinen Mund führte und seine Finger küsste.

Du darfst kommen, sagte ich. In mir. Jetzt. Ich will es spüren.

Er brauchte nicht viel. Ein paar Stöße von unten, tiefer, weniger kontrolliert, und dann spannte sich sein ganzer Körper unter mir. Er kam mit einem Laut, den er nicht in einen Satz verwandelte, das Gesicht an meinem Hals, die Hände wieder an meinen Hüften, weil ich sie dorthin zurückgelegt hatte. Ich spürte das Pulsieren in mir, heiß und deutlich, und hielt ihn, während es durch ihn ging. Meine eigene Nachwellen antworteten, klein und süß. Ich bewegte mich kaum noch. Ich saß auf ihm und ließ ihn auslaufen und strich über seinen schweißnassen Nacken.

Danach war die Stille anders als die vor den Regeln. Sie war satt. Sein Atem ging gegen meine Brust. Die Bank knarrte noch einmal, als wir uns verschoben, und dann nicht mehr. Irgendwo in den Linden rief ein Vogel die letzte Runde aus. Das Blau über der Mauer war zu einem tiefen Violett geworden, noch nicht Nacht, aber nicht mehr der Tag, an dem man Maße abliest.

Ich blieb auf ihm, bis er in mir weicher wurde und die Haltung unbequem. Dann hob ich mich langsam. Ein warmer Laut entwich mir bei der Leere, die er hinterließ. Nässe lief an meinem Schenkel hinab, seine und meine, und ich wischte sie nicht sofort weg. Es gehörte zum Abend. Ich setzte mich neben ihn auf die Bank, nackt, die Schulter an seiner, und er legte den Arm nicht um mich, bis ich seine Hand nahm und sie auf meinen Bauch legte.

Hier darfst du bleiben, sagte ich. Die Regeln sind erfüllt. Du darfst wieder sprechen, wenn du willst.

Eine Weile sprach er nicht. Seine Hand lag ruhig auf meinem Bauch, der Daumen strich einmal über die Haut und hielt dann inne, als wolle er nichts verderben, indem er zu viel tat. Ich hörte unser Atmen sich angleichen. Die Mauer kühlte langsam ab. Auf meinen Brüsten trocknete der Schweiß zu einem feinen Salz. Zwischen den Beinen pochte es noch, angenehm, ein Echo, kein Anspruch.

Du hast die Nachtkerzen nicht betrogen, sagte er schließlich. Sie sind von selbst aufgegangen. Ich habe auf die Uhr gesehen, weil ich verlieren wollte und es nicht zugeben konnte, ohne die Regeln zu ehren.

Ich drehte den Kopf. Sein Profil war im letzten Licht weicher als auf den Baustellen. Ich hatte nicht gewonnen, weil die Pflanzen mich liebten. Ich hatte gewonnen, weil Wärme schneller ist als ein Zeitplan. Trotzdem gefiel mir, was er sagte. Es nahm der Wette nichts. Es gab ihr einen zweiten Boden.

Ich auch, sagte ich. Nicht das Verlieren. Das Hier. Ich wollte die Regeln, weil ich wissen wollte, ob du mich lassen würdest, wenn ich führe. Du hast mich gelassen.

Immer, sagte er, und das Wort stand so schlicht zwischen uns, dass ich es nicht größer machen wollte, als es war. Nicht immer für alles. Immer für das, was wir gerade getan hatten: aufhören, wenn eines von uns genug sagte, und bleiben, wenn keines es sagte.

Wir zogen uns nicht sofort an. Ich holte die Wasserflasche, die ich am Nachmittag an der Mauer vergessen hatte, und wir tranken abwechselnd. Das Wasser war lauwarm und schmeckte nach Plastik und trotzdem nach Rettung. Julian reichte mir mein Hemd, ohne es über meine Brüste zu legen, als müsse er mich bedecken. Er hielt es nur hin. Ich nahm es und zog es über, offen, weil die Luft noch gut war. Er zog die Hose hoch und ließ den Gürtel offen. Wir sahen aus wie Menschen, die eine Arbeit unterbrochen hatten und sie nicht bereuten.

Am Beet der Nachtkerzen blieben wir noch einmal stehen, bevor wir zum Tor gingen. Die Blüten waren weit offen, blassgelb im violetten Licht, und einige begannen sich schon wieder zu schließen, so wie sie es tun, wenn die Nacht wirklich kommt. Julian berührte keine. Er sah sie an und dann mich.

Wenn ich das nächste Mal einen Plan zeichne, sagte er, lasse ich am Rand Platz. Nicht weil ich verloren habe. Weil der Rand heute besser war als die Achse.

Und wenn ich das nächste Mal eine Wette vorschlage, sagte ich, schreibe ich die Regeln wieder auf. Laut. Vorher. Damit keiner später so tun kann, als hätte der Garten sie erfunden.

Er lächelte. Darf ich dich zum Tor bringen.

Ja.

Am Riegel blieb seine Hand auf dem Eisen liegen, nicht auf mir. Ich öffnete. Draußen war die Straße leer, der Kies hell, die erste Laterne noch nicht an. Ich schloss hinter uns nicht sofort. Ich wollte den Garten noch einen Atemzug riechen, Thymian, Wasser, warme Haut, das Grün des frischen Schnitts. Zwischen meinen Beinen war ich wund auf eine gute Art, benutzt im Sinne von gewollt, nicht von genommen. Der Unterschied lag in den drei Regeln und in dem Wort, das keiner von uns hatte sagen müssen.

Julian beugte sich vor und küsste mich auf die Schläfe, leicht, eine Frage ohne Druck. Ich drehte das Gesicht und küsste ihn auf den Mund, kurz, salzig, fertig für heute und nicht fertig für später.

Morgen messe ich die Achse nach, sagte er.

Morgen gieße ich die Nachtkerzen, sagte ich. Und wenn du vorbeikommst, bringen wir den Zettel nicht in den Schuppen zurück. Wir lassen ihn liegen. Er hat getan, was er sollte.

Er nickte. Wir gingen nicht Hand in Hand die Einfahrt hinunter. Wir gingen nebeneinander, wie zu Beginn, nur näher, und der Kies knirschte unter vier Schuhen, von denen zwei noch Gras an den Sohlen hatten. Hinter uns hielt der Garten das letzte Licht, und vor uns lag die Straße, gewöhnlich und weit genug. Ich spürte ihn neben mir, ohne ihn anzufassen, und das war genug für den Weg. Das andere hatten wir schon gehabt, klar, langsam und ganz, unter Regeln, die uns nicht kleiner gemacht hatten, sondern erst den Raum gegeben hatten, in dem ich kommen konnte, ohne mich zu beeilen, und in dem er bleiben konnte, ohne zu nehmen, was ich nicht gab.

Am Auto blieb er stehen. Er fragte nicht, ob ich mitfahren wolle. Mein Fahrrad lehnte am Pfosten, wie immer. Ich mochte diese Zurückhaltung jetzt mehr als am Morgen, weil ich wusste, was darunter lag: nicht Gleichgültigkeit, sondern das Weitergelten einer Grenze, auch nachdem die Körper sie weit geöffnet hatten.

Schlaf gut, Mara, sagte er.

Schlaf gut, sagte ich.

Er fuhr erst, als ich das Fahrradlicht eingeschaltet hatte. Das rote Rücklicht zog eine Linie die Straße hinunter und verschwand hinter der Biegung bei den Pappeln. Ich blieb einen Moment auf dem Sattel sitzen, die Füße auf dem Kies, und legte die Hand auf den Bauch, dorthin, wo seine Hand zuletzt gelegen hatte. Die Haut war noch warm. In mir war eine Ruhe, die nicht Leere war. Ich hatte gewonnen, und ich hatte genommen, was ich gewinnen wollte, und ich hatte nichts genommen, was er nicht gegeben hatte.

Als ich losfuhr, roch die Nacht nach Wasser auf Erde. Die Nachtkerzen würden sich schließen und morgen wieder öffnen, nach ihrer eigenen Uhr, nicht nach unserer. Das war mir recht. Manche Dinge halten einen Plan. Manche Dinge halten eine Regel. Und manche Dinge, dachte ich, während der Kies unter dem Reifen nachließ und der Asphalt begann, halten nur, wenn zwei Menschen sie laut aussprechen, bevor sie die Hände dahin legen, wo sie wirklich hinwollen.

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