Neue Sexgeschichten

Das Verbot, das wir wollten

Für Frauen · 26 Minuten lesen · 35 Minuten hören

Gelesen von Meher

Teil 3 der Serie Ihre Lust (7)

Ich war vierunddreißig, als ich das Haus am See zum ersten Mal von innen sah, und Elias war siebenunddreißig. Wir hatten uns das Alter einmal nüchtern genannt, an einem Küchentisch in der Stadt, als wäre es eine Unterschrift unter etwas, das wir noch nicht anfassen durften. Draußen lag der späte August auf dem Wasser, still und warm, und drinnen roch es nach Holz, das den Tag gespeichert hatte. Er stand am Herd, die Ärmel hochgeschoben, und rührte in einer Pfanne, ohne sich umzudrehen, obwohl er meine Schritte auf den Dielen gehört haben musste. Drei Wochen lang hatten wir dieses Wochenende vor uns hergeschoben wie ein Glas, das man nicht abstellt, weil man den ersten Schluck zu sehr will.

Das Verbot war unser eigenes gewesen. Nach jenem Abend, an dem sein Mund einen Atemzug von meinem entfernt geblieben war, hatten wir uns hingesetzt und es ausgesprochen. Bis ich seine Hand nahm, sie auf meine Haut legte und den Satz sagte, den wir gewählt hatten, durfte er mich nicht anfassen. Kein Streifen der Finger, kein Kuss zur Begrüßung, kein Arm um die Taille, wenn der Weg schmal wurde. Ich hatte die Langsamkeit gewollt, und er hatte ja gesagt, ohne zu feilschen. Wir beide wollten die Grenze, gerade weil sie brannte.

„Du bist da“, sagte er, immer noch zur Pfanne gewandt. Seine Stimme war tiefer als am Telefon, als hätte das Haus sie verändert. Ich stellte die Tasche ab und blieb in der Tür stehen, die Hände an den Seiten, weil auch ich mich an die Regel halten wollte, solange sie noch stand. „Ich bin da“, antwortete ich. „Und ich habe Hunger.“ Er lachte leise, ein Laut, der mir in den Nacken fuhr, obwohl zwischen uns der ganze Raum lag. „Dann setz dich. Ich gebe dir etwas, das du essen kannst, ohne dass ich dich berühre.“

Wir aßen am Tisch am Fenster. Tomaten, warmes Brot, Fisch, der in Butter gelegen hatte, ein Glas Wein, das wir langsam tranken und nicht als Ausrede benutzten. Ich sah seine Hände, wie sie das Messer führten, wie die Sehnen am Handgelenk arbeiteten, und ich sagte nichts darüber, weil Worte in diesem Haus schon fast Haut waren. Er sah mich an, wenn er glaubte, ich merke es nicht, und ich merkte es jedes Mal. Das Licht fiel schräg über sein Gesicht, über den Mund, den ich seit Wochen im Kopf hatte, ohne ihn je gespürt zu haben. „Wie war die Fahrt“, fragte er. „Lang“, sagte ich. „Ich habe an die Regel gedacht. Die ganze Zeit.“ Er nickte. „Ich auch. Sie ist noch da. Ich halte sie.“

Nach dem Essen räumten wir ab, ohne uns die Teller zu reichen, wenn es sich vermeiden ließ. Einmal glitt meine Hand zu nah an seine, und er zog seine zurück, nicht erschrocken, sondern genau. Die Geste war so beherrscht, dass mir warm wurde zwischen den Schultern. „Danke“, sagte ich. „Wofür.“ „Dafür, dass du nicht so tust, als wäre es leicht.“ Er trocknete ein Glas und stellte es weg. „Es ist nicht leicht. Ich will dich anfassen, seit du aus dem Auto gestiegen bist. Ich tue es nicht. Das ist der Unterschied.“

Wir gingen hinaus auf die Terrasse, als die Mücken noch nicht da waren und das Wasser dunkelgrün unter dem letzten Licht lag. Zwei Stühle standen nebeneinander, nicht ganz parallel, sodass unsere Knie sich hätten treffen können, wenn einer von uns sich nur ein wenig drehte. Ich setzte mich und zog das Kleid über die Oberschenkel, ein dünnes Leinen, das den Tag nicht mehr ganz verbarg. Er setzte sich, die Hände auf den eigenen Knien, und sah auf den See, nicht auf mich, bis ich seinen Namen sagte. „Elias.“ „Ja.“ „Du darfst hinschauen. Das haben wir nicht verboten.“

Er drehte den Kopf. Sein Blick ging über mein Gesicht, den Hals, die Stelle, an der das Kleid am Schlüsselbein auflag, und blieb dort einen Moment zu lang, um höflich zu sein. Ich spürte es wie eine warme Hand, die nicht da war. „Du siehst aus, als hättest du den ganzen Weg hierher schon entschieden“, sagte er. „Entschieden habe ich vor drei Wochen“, antwortete ich. „Heute will ich nur fühlen, wie lange wir es aushalten.“ Er atmete aus, langsam. „Dann sag mir, wenn ich zu nah komme. Mit den Augen kann ich näher sein als mit den Händen.“

Wir sprachen über nichts Wichtiges und über alles, was zwischen uns lag. Über die Wohnung in der Stadt, in der wir uns immer nur bis zur Tür gebracht hatten. Über die Nacht, in der er meinen Mantel gehalten und nicht meinen Arm genommen hatte. Über die Tatsache, dass ich geschieden war und er nie verheiratet gewesen war und keiner von uns das als Begründung brauchte. Ich erzählte ihm, dass ich morgens manchmal wach lag und mir vorstellte, wie seine Stimme in einem dunklen Zimmer klingen würde, wenn er nichts mehr zurückhielt. Er hörte zu, die Finger ineinander verschränkt, und als ich fertig war, sagte er nur: „Ich habe mir dasselbe vorgestellt. Nur dass es deine Stimme war, die mich bat, noch zu warten.“

Die Dämmerung zog das Haus enger um uns. Drinnen machte ich Licht in der Küche und ließ das Wohnzimmer dunkel, bis auf eine Lampe neben dem Sofa. Ich ging ins Bad, wusch mir das Gesicht, sah mich im Spiegel an und erkannte die Frau, die dieses Verbot gewollt hatte, nicht als Spiel, sondern als eine Art Wahrheit. Ich wollte nicht überrumpelt werden. Ich wollte jede Stufe selbst setzen. Als ich zurückkam, hatte er die Schuhe ausgezogen und saß auf dem Sofa, die Füße auf dem Boden, als gehöre er schon ein wenig zu diesem Raum. Ich setzte mich nicht neben ihn. Ich setzte mich auf die Lehne, so nah, dass mein Knie fast seinen Oberarm streifte, und hielt den Abstand, einen Fingerbreit, der mehr wog als eine Berührung.

„Wenn ich jetzt falle“, sagte ich, „fängst du mich?“ „Nein“, sagte er, und sein Mund verzog sich. „Ich weiche aus. Das ist die Regel. Aber ich würde den Stuhl darunter schieben, ohne dich anzufassen.“ Ich lachte, und das Lachen machte mich weich. Der Duft seiner Haut stieg zu mir auf, Seife und etwas Warmes, das nur er war. Ich beugte mich vor, nicht bis zur Berührung, nur bis mein Atem seine Schläfe traf. Er schloss die Augen. „Lena.“ „Ich fasse dich nicht an“, flüsterte ich. „Ich will nur, dass du weißt, wie nah ich bin.“ „Ich weiß es. Mein ganzer Körper weiß es.“

Eine Weile blieben wir so. Ich erzählte ihm, was ich an ihm mochte, ohne die großen Wörter zu benutzen. Die Art, wie er zuhörte. Die Art, wie er in der Küche nicht hetzte. Die Art, wie er das Verbot ernst nahm, obwohl ich sah, wie sich seine Hose spannte, wenn ich mich bewegte. Er wurde rot am Hals, nicht vor Scham, vor Genauigkeit. „Du darfst das sagen“, murmelte er. „Du darfst alles sagen. Nur deine Hände bleiben, wo sie sind, bis du es anders willst.“ „Und deine“, sagte ich. „Meine bleiben auf meinen Schenkeln“, antwortete er. „Sie tun weh vor Laufenlassen. Das ist in Ordnung.“

Ich stand auf und ging zum Fenster, damit ich ihn ansehen konnte, ohne den Atem auf seiner Haut zu haben. Draußen war der See fast schwarz. Drinnen war sein Gesicht halb im Lampenlicht, halb im Schatten, und ich wollte beides. „Beschreib es“, sagte ich. „Was.“ „Was du tun würdest, wenn das Verbot nicht da wäre. Langsam. Und du bleibst sitzen.“ Er schluckte. Seine Hände pressten sich fester auf die eigenen Beine. „Ich würde aufstehen“, begann er, „und vor dich treten. Ich würde fragen, ob ich dein Gesicht anfassen darf. Wenn du ja sagst, würde ich die Finger an deine Wange legen, nur die Finger, und warten, bis du dich dagegen lehnst. Dann den Mund. Nicht sofort tief. Erst die Unterlippe. Dann die Stelle unter dem Ohr, die du heute Abend schon zweimal mit der Hand bedeckt hast, als wäre sie schon zu viel.“

Ich hatte das nicht gemerkt. Jetzt spürte ich die Stelle, als hätte er sie genannt und damit geöffnet. „Weiter“, sagte ich. Meine Stimme war belegt. „Ich würde das Kleid nicht aufreißen“, sagte er. „Ich würde den Träger mit einem Finger zur Seite schieben und dich fragen, ob die Haut darunter auch gemeint ist. Wenn du nickst, würde ich sie küssen, lange, bis du die Schulter hebst, weil du mehr willst und es nicht sagst. Ich würde es trotzdem sagen hören.“ Er hielt inne. „Ist das zu viel.“ „Nein“, sagte ich. „Es ist genau das, was ich hören wollte. Bleib sitzen.“

Ich zog den Träger selbst zur Seite. Nicht weit. Nur so weit, dass die Kurve der Schulter frei lag und die Luft sie traf. Sein Blick ging dorthin und blieb. Er bewegte sich nicht. Die Anstrengung stand ihm im Kiefer. „Du hältst es“, sagte ich. „Ich halte es“, antwortete er. „Aber wenn du so weiter machst, wird meine Stimme irgendwann nicht mehr ruhig sein.“ „Sie muss nicht ruhig sein“, sagte ich. „Sie muss nur ehrlich sein.“

Ich setzte mich auf den Teppich vor ihm, zwischen seinen Knien, ohne sie zu berühren. Der Abstand war klein genug, dass die Wärme seiner Beine an meinen Armen lag. Ich sah zu ihm auf. In diesem Winkel war sein Wunsch nicht mehr zu übersehen, und ich schämte mich nicht dafür, ihn zu sehen. „Ich will, dass du mir sagst, was du mit dem Mund tun würdest, wenn ich das Kleid ausziehe“, sagte ich. „Und ich will, dass du mich dabei ansiehst.“ Er nickte einmal. „Ich würde dich auf dieses Sofa legen“, sagte er leise. „Ich würde das Kleid hochschieben, nur wenn du die Hüften hebst. Ich würde die Innenseite deiner Schenkel küssen, erst weit oben am Knie, dann höher, und ich würde fragen, bevor ich dahin komme, wo du schon feucht bist. Ich würde dich mit der Zunge öffnen, langsam, und ich würde nicht aufhören, nur weil du die Hände in mein Haar legst. Ich würde aufhören, wenn du es sagst. Sonst nicht.“

Zwischen meinen Beinen wurde es schwer und warm. Ich presste die Schenkel nicht zusammen. Ich ließ es zu, dass er sah, wie ich atmete. „Und wenn ich komme“, fragte ich. „Dann bleibe ich“, sagte er. „Ich halte dich mit dem Mund, bis du wieder klar siehst. Danach frage ich, ob du mich in dir willst. Nicht vorher. Nicht als Preis.“ Etwas in meiner Brust löste sich, das ich nicht als Angst bezeichnet hätte, nur als die letzte Vorsicht einer Frau, die schon einmal zu schnell ja gesagt hatte und es bereut hatte. Hier bereute ich nichts. Ich wollte nur die Zeit, die wir uns versprochen hatten, bis zum Ende auskosten.

Ich stand auf. Das Kleid fiel mir um die Waden, als ich einen Schritt zurücktrat. „Zieh das Hemd aus“, sagte ich. „Du darfst dich ausziehen. Das ist keine Berührung.“ Er öffnete die Knöpfe, einen nach dem anderen, und legte das Hemd neben sich. Seine Brust war breit, die Haut ein wenig dunkler als meine, ein schmaler Streifen Haar lief zum Hosenbund. Ich sah ihn an, bis er den Blick nicht mehr halten konnte und doch wieder hersah, weil ich es verlangt hatte. „Die Hose bleibt noch“, sagte ich. „Gut“, antwortete er, heiser. „Sag mir, was du siehst.“ „Einen Mann, der wartet“, sagte ich. „Und der hart ist, ohne sich zu entschuldigen. Das gefällt mir.“

Ich griff nach dem Saum meines Kleides und zog es über den Kopf. Darunter trug ich nichts als eine einfache Hose aus Baumwolle, hell, schon ein wenig dunkler dort, wo mein Körper die Wahrheit nicht mehr versteckte. Ich ließ das Kleid auf den Stuhl fallen. Die Luft im Zimmer war nicht kalt. Sie legte sich auf meine Brüste, auf die Spitzen, die sich zusammenzogen, und ich stand still, damit er Zeit hatte. Elias’ Hände öffneten sich auf seinen Schenkeln und schlossen sich wieder. „Du bist schön“, sagte er. Es klang nicht wie eine Floskel. Es klang wie etwas, das ihm wehtat, weil er es nicht mit den Fingern belegen durfte. „Komm nicht her“, sagte ich. „Ich komme zu dir, wenn ich so weit bin. Vorher will ich, dass du mir sagst, ob du noch kannst.“ „Ich kann“, sagte er. „Ich will nicht, dass es aufhört. Aber ich kann.“

Ich hakte die Daumen in den Bund und schob die Hose über die Hüften, langsam, über die Schenkel, und stieg heraus. Nackt vor ihm zu stehen war anders als die Vorstellung. Es war konkreter. Mein Schoß war sichtbar, die Haare dort dunkel und ein wenig feucht an den Rändern, die Schenkel glänzten nicht, aber ich spürte die Nässe, wenn ich das Gewicht verlagerte. Er sah hin, dann in mein Gesicht, dann wieder hin, als müsse er sich die Erlaubnis jedes Mal neu holen. „Darf ich hinsehen“, fragte er. „Ja“, sagte ich. „So lange du willst. Fass nicht an.“

Er sah. Sein Atem wurde unregelmäßig. Ich trat zwischen seine Knie, immer noch ohne Kontakt, und beugte mich vor, bis meine Brust nah an seinem Mund war, einen Zentimeter, vielleicht weniger. Seine Lippen öffneten sich. Er küsste die Luft. Die Hitze seines Atems traf die Spitze, und ich musste ein Geräusch schlucken, das zu früh gewesen wäre. „Elias“, sagte ich. „Wenn ich jetzt deine Hand nehme, ist das der Anfang vom Ende der Regel. Nicht das Ende. Der Anfang. Verstehst du das.“ „Ja“, sagte er. „Du bestimmst die Stufen. Ich gehe keine allein.“

Ich nahm seine rechte Hand. Die erste Berührung nach drei Wochen war so schlicht, dass mir die Augen brannten. Seine Finger waren warm, ein wenig rau an den Kuppen, und sie schlossen sich nicht um meine, bis ich sie führte. Ich legte seine Handfläche auf meine Taille, nicht tiefer, nicht höher. Haut auf Haut. Er atmete aus, als hätte er unter Wasser gelegen. „Nur hier“, sagte ich. „Bis ich mehr sage.“ „Nur hier“, wiederholte er. Sein Daumen bewegte sich nicht. Die Hand lag, schwer und ruhig, und die Stelle darunter wurde heiß, als würde das Blut dorthin laufen, nur um angefasst zu werden.

Ich blieb stehen und ließ ihn gewöhnen. Dann schob ich seine Hand höher, unter die Brust, sodass das Gewicht auf seinen Fingern lag, ohne dass er griff. „Du darfst sie halten“, sagte ich. Er hob die Hand, vorsichtig, und umschloss mich. Der Daumen strich einmal über die Spitze, fragend. Ich nickte. Er tat es wieder, langsamer, und ein Ziehen lief von dort in den Bauch, tief, bis zwischen die Beine. „Die andere Hand“, sagte ich, und er hob sie, wartete. Ich legte sie auf die andere Brust. Er hielt mich, sah mir ins Gesicht, und als ich die Augen schloss, sagte er: „Sieh mich an. Ich will wissen, ob es gut ist.“ Ich sah ihn an. „Es ist gut.“

Er beugte sich vor und küsste die Haut über meinem Herzen, nicht die Brustwarze, die Stelle daneben, offen und langsam. Sein Mund war weich. Ich legte die Hände auf seine Schultern und spürte, wie er zitterte, nicht vor Kälte. „Darf ich dich küssen“, fragte er gegen meine Haut. „Den Mund“, sagte ich. „Ja.“ Er richtete sich auf, und ich beugte mich zu ihm herunter. Der Kuss begann zurückhaltend, Lippe auf Lippe, ein Druck, der fragte. Ich öffnete den Mund, und er folgte, ohne zu nehmen. Seine Zunge traf meine, warm, und der Geschmack von Wein und Salz war da, und etwas, das nur dieser Abend war. Ich küsste ihn länger, als ich vorgehabt hatte. Als wir uns lösten, lagen seine Hände immer noch nur auf meinen Brüsten, als hätte er Angst, die Erlaubnis zu überdehnen.

„Komm auf meinen Schoß“, sagte er. „Oder nicht. Sag es.“ „Noch nicht“, antwortete ich. „Ich will zuerst deinen Mund da, wo du ihn beschrieben hast. Aber ich will den Satz noch nicht sagen. Ist das möglich.“ Er verstand. „Dann ist das Verbot noch nicht vorbei“, sagte er. „Dann darf ich nur, was du einzeln freigibst.“ „Genau so.“ Ich setzte mich auf das Sofa, lehnte mich zurück, öffnete die Schenkel ein wenig und hielt inne. „Küss meine Knie. Nur die Knie. Und frag weiter.“

Er rutschte vom Sofa auf den Teppich, kniete sich zwischen meine Füße und küsste das linke Knie, dann das rechte, der Mund trocken und aufmerksam. „Höher“, fragte er. „Ja. Bis zur Mitte des Schenkels.“ Er küsste sich hinauf, eine Spur, die brannte, nachdem der Mund schon weiter war. An der Mitte hielt er an. „Weiter.“ „Ja.“ Seine Lippen lagen innen, wo die Haut dünner ist, und ich spürte seinen Atem schon am Schoß, obwohl er noch nicht dort war. Meine Hand fand sein Haar, nicht um zu ziehen, nur um da zu sein. „Elias. Sieh mich an, bevor du weitergehst.“ Er hob den Kopf. Seine Augen waren dunkel, der Mund feucht. „Willst du meinen Mund auf dir.“ „Ja“, sagte ich. „Langsam. Und wenn ich deinen Namen sage, heißt das nicht aufhören. Aufhören heißt aufhören.“ „Ich habe verstanden.“

Er küsste mich zuerst neben der Stelle, die am meisten wollte, die weiche Haut der Leiste, dann die andere Seite, als müsse er den Weg ehren, den er beschrieben hatte. Als seine Zunge schließlich über mich glitt, war es ein einzelner, langer Strich, von unten nach oben, und ich bog den Rücken, ohne es zu wollen. Er wiederholte es, langsamer, und teilte mich mit der Zunge, nicht grob, nur genau. Ich war nass, das hörte ich in dem leisen Laut, den sein Mund machte, und statt mich zu verstecken, öffnete ich die Schenkel weiter und legte ein Bein über seine Schulter. „So“, sagte ich. „Bleib so.“

Er blieb. Er leckte mich in einem Rhythmus, der nicht hetzte, die Zunge flach, dann die Spitze an der kleinen Stelle, die unter seiner Aufmerksamkeit anschwoll und empfindlich wurde. Jedes Mal, wenn ich die Hüften hob, folgte er, ohne mich festzuhalten. Seine Hände lagen auf dem Sofa neben meinen Schenkeln, sichtbar, damit ich wusste, dass er nicht mehr nahm als den Mund. „Finger“, brachte ich hervor. „Einen. Frag.“ „Darf ich einen Finger in dich legen“, fragte er, der Atem heiß auf mir. „Ja.“ Er schob ihn langsam hinein, und mein Körper nahm ihn auf, eng und willig. Er krümmte ihn ein wenig, suchte, und als er die Stelle fand, die von innen antwortete, stöhnte ich laut genug, dass es mich selbst überraschte. „Da“, sagte ich. „Bleib da. Und der Mund auch.“

Er tat beides. Die Zunge kreiste, der Finger bewegte sich in einem kleinen, stetigen Druck, und die Spannung in mir zog sich zusammen wie ein Faden, der nicht reißen wollte und doch musste. Ich hielt sein Haar fester. „Nicht schneller“, sagte ich. „Genau so.“ Er blieb in dem Tempo, das ich gewählt hatte, und die Geduld darin war das Erotische, mehr noch als die Nässe, mehr noch als das Geräusch. Ich kam nicht sofort. Ich stieg, fiel ein wenig, stieg wieder, und er folgte jeder Veränderung, ohne zu fragen, ob er gut sei. Er war gut. Ich sagte es trotzdem, weil er es hören sollte. „Du bist gut. Hör nicht auf.“

Als es kam, kam es aus der Tiefe des Bauches, nicht nur aus der kleinen Stelle unter seiner Zunge. Meine Schenkel schlossen sich um seinen Kopf, und ich rief seinen Namen, nicht als Stopp, sondern als den einzigen Laut, der noch ging. Er hielt mich mit dem Mund, wie er es versprochen hatte, leichter jetzt, während die Wellen durch mich liefen und meine Hand in seinem Haar zitterte. Ich sah an die Decke, dann zu ihm herunter, und sein Blick war auf meinem Gesicht, auch während er mich leckte, als wolle er den Ausdruck nicht verpassen. „Genug“, sagte ich schließlich, weich, und er hob den Kopf sofort. Sein Kinn glänzte. Er wischte es nicht weg. Er küsste die Innenseite meines Schenkels und wartete.

Ich atmete, bis der Raum wieder Kanten hatte. Meine Beine waren offen, mein Körper noch zuckend in kleinen Nachwehen, und ich schämte mich nicht vor ihm. „Komm her“, sagte ich. Er setzte sich neben mich, nah, aber seine Hände blieben auf seinen Knien, bis ich eine nahm und auf meinen Bauch legte. Die Haut dort war empfindlich. „Das Verbot ist noch nicht vorbei“, sagte ich. „Ich weiß.“ „Ich will dich sehen.“ Ich öffnete seinen Hosenbund mit Fingern, die noch nicht ganz ruhig waren. Er hob die Hüften, damit ich ihm Hose und Shorts ausziehen konnte, und dann war er nackt, der Schwanz schwer gegen den Bauch, die Spitze feucht. Ich sah ihn an, ohne zu greifen. „Darf ich“, fragte ich. „Ja“, sagte er. „Alles, was du willst. Ich halte immer noch, was du nicht freigibst.“

Ich schloss die Hand um ihn. Er war heiß, die Haut weich über der Härte, und als ich einmal von der Wurzel zur Spitze strich, entfuhr ihm ein Laut, den er mit den Zähnen biss. „Nicht kommen“, sagte ich. „Noch nicht. Ich will dich in mir, aber ich will den Satz sagen, wenn du in mir bist. Nicht vorher. Kannst du das.“ Er nickte, die Stirn an meiner Schläfe, ohne dass seine Hände wanderten. „Ich kann. Wenn es zu viel wird, sage ich es. Dann hören wir auf oder warten. Kein Stolz.“ „Kein Stolz“, wiederholte ich, und die Worte machten mich noch williger.

Ich schob ihn auf den Rücken, auf das breite Sofa, und setzte mich über seine Hüften, ohne ihn aufzunehmen. Sein Schwanz lag an meinem Schoß, glitt durch die Nässe, wenn ich mich ein wenig bewegte, und jedes Gleiten war eine Frage. Seine Hände lagen neben seinem Kopf, die Handflächen offen. „Fass meine Hüften an“, sagte ich. „Nur halten. Nicht führen.“ Er legte die Hände an meine Hüften, die Daumen auf den Knochen, und hielt mich, als wäre ich etwas, das man nicht besitzt. Ich rieb mich an ihm, langsam, die Spitze gegen die Stelle, die noch empfindlich war, und sah ihm dabei ins Gesicht. Sein Mund war offen. „Lena“, sagte er. „Ich will dich. Sag es, wenn du so weit bist. Oder sag es nicht. Beides ist richtig.“

Ich hob mich, nahm ihn in die Hand und setzte die Spitze an meine Öffnung. Der erste Druck war groß, nicht schmerzhaft, nur deutlich. Ich senkte mich ein Stück, hielt inne, atmete. Er bewegte sich nicht nach oben. Seine Finger spannten sich an meinen Hüften und lockerten sich wieder. „Langsam“, sagte ich, mehr zu mir als zu ihm. „Wir haben Zeit. Das war der Sinn.“ „Wir haben Zeit“, sagte er. Ich nahm ihn weiter auf, Zentimeter um Zentimeter, bis er ganz in mir war und ich auf seinen Hüften saß, ausgefüllt, die Schenkel zitternd. Wir blieben still. Ich spürte ihn pochen. Er spürte, wie ich mich um ihn schloss. In diesem Stillstehen lag mehr als in jedem Stoß, den ich bisher gekannt hatte.

Ich beugte mich vor, die Hände auf seiner Brust, und küsste ihn. Der Kuss war tiefer als der erste, weil mein Körper ihn schon hatte und der Mund es nachholte. Als ich mich aufrichtete, bewegte ich die Hüften in einem kleinen Kreis, nicht auf und ab, nur so, dass er in mir rieb, wo ich es brauchte. Ein Laut kam aus mir, tief und unordentlich. „Ist das gut für dich“, fragte er. „Ja. Und für dich.“ „Zu gut“, sagte er, und lächelte kurz, angestrengt. „Ich sage es, wenn ich muss.“

Ich begann, mich zu heben und zu senken, langsam, der ganze Weg, bis er fast aus mir glitt, dann wieder hinunter, bis ich saß. Jedes Mal, wenn ich ihn ganz aufnahm, traf etwas in mir einen Punkt, der nach mehr verlangte, ohne Eile. Seine Hände blieben an den Hüften, hielten, führten nicht. Ich sah auf die Stelle, an der wir verbunden waren, auf die Nässe, die ihn glänzen ließ, und dann in sein Gesicht, das offen war, ohne Pose. „Du darfst die Brüste anfassen“, sagte ich. Er tat es, die Daumen über die Spitzen, im Takt meiner Bewegung, und die doppelte Empfindung zog einen Faden durch mich, von der Brust bis dorthin, wo er mich füllte.

Die Lampe warf unser Schattenbild an die Wand, eine langsame Form, die sich hob und senkte. Draußen schlug etwas gegen den Steg, ein Boot oder nur das Wasser, und das Geräusch gehörte plötzlich zu uns, als hätte das Haus zugehört und sich entschieden, nichts zu stören. Ich wurde schneller, nicht viel, nur so viel, dass der Atem nicht mehr reichte für ganze Sätze. „Elias.“ „Ich bin da.“ „Ich will den Satz sagen.“ Er hielt meine Hüften fester, immer noch ohne zu stoßen. „Dann sag ihn. Ich höre.“

Ich senkte mich ganz auf ihn, blieb dort, die Stirn an seiner, und sprach die Wörter, die wir vor drei Wochen gewählt hatten, klar, ohne Flüstern, damit sie galten. „Das Verbot ist vorbei.“ Etwas in seinem Gesicht löste sich, nicht in Hast, in Erlaubnis. „Danke“, sagte er, und das Wort war so ernst, dass ich ihn küssen musste, bevor ich weitermachte. „Jetzt darfst du mich führen“, sagte ich gegen seinen Mund. „Nicht grob. Tief. Ich will dich spüren, wenn du dich bewegst.“

Er setzte sich auf, ohne aus mir zu gleiten, die Arme um meinen Rücken, und in dieser Haltung war er noch tiefer. Er küsste meinen Hals, die Stelle unter dem Ohr, die er am Abend beschrieben hatte, und diesmal war der Mund wirklich da. Ich schauderte. Er bewegte die Hüften von unten, kurze, genaue Stöße, und ich antwortete, die Knie im Sofa, die Hände in seinem Nacken. „So“, sagte ich. „Ja. So.“ Seine Hand glitt zwischen uns, der Daumen fand mich, nass und geschwollen, und rieb im Takt. Ich hatte nicht geglaubt, so schnell wieder so nah zu sein. Es war nicht schnell im Sinne von Eile. Es war nah, weil er aufgepasst hatte.

„Leg mich hin“, sagte ich. „Ich will dein Gewicht.“ Er drehte uns, vorsichtig, und ich lag auf dem Rücken, er über mir, immer noch in mir, die Unterarme neben meinem Kopf, damit er mich nicht erdrückte und doch da war. Er zog sich zurück und stieß wieder hinein, lang, und ich hob ihm die Hüften entgegen. Das Geräusch unserer Körper war deutlich in dem stillen Zimmer. Ich schämte mich nicht dafür. Ich wollte es hören. „Härter“, sagte ich, und als er zögerte, fügte ich hinzu: „Ich meine es. Wenn es zu viel wird, sage ich aufhören.“ Er nickte, küsste mich einmal, und gab mir, was ich verlangt hatte, tiefere Stöße, ein Rhythmus, der nicht mehr nur kreiste, sondern kam und blieb und wiederkam.

Ich schlang die Beine um ihn. Meine Fersen lagen an seinen Oberschenkeln, und jedes Mal, wenn er mich füllte, rieb sein Unterleib über die empfindliche Stelle, während sein Daumen nicht mehr nötig war, weil der Winkel reichte. Ich hielt sein Gesicht in den Händen. „Sieh mich an“, sagte ich, dieselben Wörter, die er vorhin benutzt hatte. Er sah mich an. In seinen Augen war nichts als Aufmerksamkeit und Lust, und die Mischung machte mich offener als jede Technik. „Ich komme gleich“, sagte ich. „Bleib in mir. Nicht schneller werden. Genau das.“ Er hielt den Rhythmus, schwer und gleichmäßig, und ich kam zum zweiten Mal, länger als beim ersten, der Körper bog sich unter ihm, der Mund an seiner Schulter, ein Laut, den ich nicht formte. Er stöhnte, weil ich mich um ihn zusammenzog, und bewegte sich durch die Wellen hindurch, ohne sie zu überrennen.

Als ich wieder sprechen konnte, war meine Stimme rau. „Du darfst jetzt“, sagte ich. „Ich will es spüren. In mir. Wenn du das willst.“ „Ich will es“, sagte er. „Bist du sicher.“ „Ja. Ich bin sicher. Ich bin hier. Ich will dich.“ Er küsste mich, dankbar und hungrig zugleich, und ließ die Zurückhaltung ein Stück weiter fallen. Seine Stöße wurden kürzer, drängender, immer noch in dem Rahmen, den mein Körper hielt. Ich strich über seinen Rücken, über den Schweiß dort, und flüsterte ihm zu, dass er schön sei, dass ich ihn wolle, dass das Verbot vorbei sei und er nicht mehr warten müsse. Bei den letzten Worten verlor er den gleichmäßigen Takt. Er stieß tief, hielt sich dort, und kam mit einem Laut an meinem Hals, heiß, sein Körper zuckte in mir, und ich hielt ihn mit Armen und Beinen, bis das Zucken nachließ.

Wir blieben so, ineinander, das Gewicht von ihm auf mir, sein Atem an meinem Ohr. Ich strich ihm über das Haar. Draußen war es ganz dunkel geworden. Die Lampe brannte noch. Mein Körper fühlte sich benutzt an auf die Art, die ich gewollt hatte, offen, müde, zufrieden, nicht leer. Er hob den Kopf. „Zu schwer“, fragte er. „Nein“, sagte ich. „Noch einen Moment.“ Er blieb, küsste die feuchte Stelle an meiner Schläfe, und als er sich schließlich aus mir zurückzog, tat er es langsam und legte sich neben mich, eine Hand auf meinem Bauch, diesmal ohne zu fragen, weil die Frage schon beantwortet war. Die Nässe kühlte auf meinen Schenkeln. Ich zog sie nicht weg.

„Wir haben es gehalten“, sagte er nach einer Weile. „Bis du es nicht mehr halten wolltest.“ „Ja“, sagte ich. „Das war der Punkt. Nicht, dass es ewig gilt. Dass es gilt, solange ich es brauche.“ Er nickte an meiner Schulter. „Wenn du morgen früh etwas anderes brauchst, sagst du es. Auch wenn es nur Kaffee ist. Auch wenn es ist, dass ich dich nicht anfasse, bis du wach genug bist.“ Ich lächelte in das Halbdunkel. „Kaffee will ich. Und dich. Aber nicht in der ersten Minute. Ich will aufwachen und wissen, dass die Langsamkeit noch da ist, auch ohne Verbot.“ „Dann ist sie da“, sagte er.

Wir standen irgendwann auf, nackt, und er holte ein Tuch, warmes Wasser, und reichte es mir, statt es selbst zu tun, bis ich seine Hand führte und ihn bat, mich zu waschen. Er tat es aufmerksam, zwischen den Beinen, an den Schenkeln, ohne neue Lust zu erzwingen, obwohl sein Blick weich wurde, als er sah, was wir hinterlassen hatten. Ich wusch ihn ebenfalls, die Hand um ihn, der jetzt ruhiger war, und er schloss die Augen unter der schlichten Pflege. Danach tranken wir Wasser am Fenster. Der See war eine dunkle Fläche ohne Spiegelung. Ich lehnte den Rücken an seine Brust, und seine Arme lagen um meine Taille, erlaubt, selbstverständlich, noch neu.

Im Bett, später, lag ich auf der Seite, er hinter mir, eine Hand zwischen meinen Brüsten, nicht fordernd. Das Laken roch nach Sonne und nach uns. Ich war nicht mehr in dem hohen Zustand der Erregung, nur in dem Nachklang, der den Körper weit macht und die Gedanken langsam. „Bereust du die drei Wochen“, fragte er leise. „Nein“, sagte ich. „Ich hätte dich auch in der ersten Nacht gewollt. Aber dann hätte ich nicht gewusst, wie du wartest. Das will ich nicht missen.“ Er küsste meinen Nacken, einmal. „Ich auch nicht. Und ich will dich wieder. Nicht jetzt. Wenn du es sagst.“ „Morgen“, sagte ich. „Im Licht. Langsam. Ohne Satz, weil der Satz gesagt ist. Aber mit derselben Frage in den Händen.“ „Die behalte ich“, antwortete er.

Ich schlief nicht sofort ein. Ich hörte seinen Atem gleichmäßiger werden und blieb wach in dem Gefühl, gewählt worden zu sein, ohne gedrängt worden zu sein. Das Verbot lag nicht mehr zwischen uns. Es lag hinter uns, gehalten bis zum letzten Wort, und die Haut, die es freigegeben hatte, war noch warm von seinem Mund, seinem Gewicht, seiner Geduld. Draußen bewegte sich das Wasser gegen den Steg, ein leises, wiederkehrendes Geräusch. Ich legte meine Hand über seine, zwischen meinen Brüsten, und ließ sie dort, bis auch ich in den Schlaf ging, sicher, dass ich am Morgen denselben Mann finden würde, und dass er fragen würde, bevor er nahm.

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