Neue Sexgeschichten

Bis der Regen uns einholte

Für Frauen · 20 Minuten lesen · 26 Minuten hören

Gelesen von Lana Weiss

Teil 1 der Serie Ihre Lust (9)

Ich war zweiunddreißig, und ich hatte drei Tage lang so getan, als wäre Begehren eine Frage der Höflichkeit. Das kleine Holzhaus gehörte einer Freundin, die vierzig war und am Freitagmorgen mit dem Zug in die Stadt zurückfuhr, nachdem sie uns den Schlüssel, eine Einkaufsliste und ein kurzes Lachen dagelassen hatte. Zurück blieben Jonas und ich. Er war sechsunddreißig, Schreiner, mit ruhigen Händen und einer Stimme, die nicht lauter wurde, wenn etwas schwierig war. Wir sollten die alten Fensterrahmen richten und den Garten vor dem Herbst in Ordnung bringen. Das klang nach Arbeit. Es wurde etwas anderes.

Am ersten Abend schälten wir Kartoffeln und sprachen kaum. Er stand an der Spüle, ich am Tisch, und wenn ich an ihm vorbeiging, wich er ein wenig zur Seite, als hätte die schmale Küche plötzlich zu viele Kanten. Einmal berührte sein Ärmel meinen Unterarm. Es war nichts, und es war alles. Ich spürte die Stelle noch, als ich später im Gästezimmer lag und dem Wind in den Kiefern zuhörte.

Ich dachte an seinen Mund, als er kurz gelacht hatte, überrascht von sich selbst, und an die Art, wie er mich angesehen hatte, bevor er den Blick senkte. Sein Lachen war nicht laut gewesen. Es hatte nur die Küche für einen Moment wärmer gemacht. Ich schlief schlecht. Nicht aus Angst. Aus einer Ungeduld, die ich nicht rechtfertigen wollte.

Am Samstag arbeiteten wir im Garten. Die Erde war noch warm von den Tagen davor, und der Himmel hing hoch und blass über den Kiefern. Er kniete an den Beeten, die Ärmel hochgeschoben, und ich sah die Sehne an seinem Unterarm, den Staub auf seiner Haut, die ruhige Genauigkeit, mit der er eine morsche Latte auswechselte. Ich goss die neuen Stauden. Das Wasser aus dem Schlauch war kalt und spritzte mir über die Waden, bis der Saum meines Kleides dunkel wurde.

Als ich aufblickte, stand er da und sah mich an, nicht flüchtig und nicht höflich. Sein Blick blieb an meinem Hals, an dem nassen Saum, an meinen Händen, die den Schlauch hielten. Ich hätte etwas Leichtes sagen können, einen Scherz über das Wasser oder über die Sonne. Ich sagte nichts. Die Luft zwischen uns wurde eng, obwohl der Himmel weit war und irgendwo ein Vogel rief, als ginge ihn das nichts an.

Mittags aßen wir Brot und Tomaten auf der Stufe vor der Küchentür. Das Brot war noch warm, die Tomaten süß und ein wenig zu weich, und der Salzstreuer stand zwischen uns wie ein kleiner Vorwand. Er reichte ihn mir und hielt die Dose einen Moment zu lange fest, sodass unsere Finger sich trafen. Ich zog nicht weg. Er auch nicht. Ein Auto fuhr auf der fernen Straße vorbei und verschwand, und danach war nur das Summen der Insekten in den Beeten zu hören.

Jonas sagte leise, er habe seit dem Frühjahr an mich gedacht, seit jenem Abend bei unserer Freundin, an dem wir bis nach Mitternacht über Häuser, Licht und die Frage gesprochen hatten, was ein Raum aushalten müsse. Ich erinnerte mich genau. Ich hatte an dem Abend mein Glas zu fest gehalten, weil ich seine Nähe schon damals als etwas Körperliches gespürt hatte, nicht nur als Gespräch.

Ich fragte, warum er es nicht früher gesagt habe. Er antwortete, er habe nicht stören wollen, und er habe nicht gewusst, ob ich dasselbe meine. Ich sah auf seine Hände. Sie waren breit, mit einem kleinen Schnitt am Knöchel, sauber verheilt, die Nägel kurz, ein Streifen heller Haut dort, wo der Arbeitshandschuh gesessen hatte. Ich wollte diese Hände auf meiner Taille. Ich wollte seinen Mund auf meinem, und ich wollte es so klar, dass mir das Schlucken schwerfiel.

Ich sagte, ich wisse es auch nicht ganz, und das war nur halb wahr. Ich wusste es. Ich hatte nur Angst, den ersten Schritt in ein Haus zu setzen, das ich danach nicht mehr als bloßes Arbeitsprojekt würde betrachten können. Er nickte, als hätte er denselben Gedanken, und aß weiter, langsam, ohne mich zu drängen. Diese Rücksicht machte es schlimmer und besser zugleich.

Am Nachmittag zogen Wolken auf, noch ohne Regen, nur als eine Verdichtung am Horizont. Wir strichen die Fensterrahmen im Wohnzimmer, weil draußen der Wind anzog und die Farbe im Freien zu schnell angetrocknet wäre. Der Geruch war herb und ein wenig süß. Er stand auf der Leiter, ich reichte ihm den Pinsel, und als er sich hinunterbeugte, war sein Gesicht nah an meinem. Ich sah das Grün in seinen Augen, einen kleinen Sprung in der Unterlippe, den Schweiß an seiner Schläfe.

Er hielt inne. Ich hob das Kinn, nur ein wenig, nicht genug für einen Kuss und doch genug, dass er es verstehen konnte. Er atmete aus, als hätte er einen Satz begonnen und wieder geschluckt. Dann nahm er den Pinsel und stieg höher, und die Leitersprosse knarrte unter seinem Gewicht. Meine Knie waren weich. Ich stellte die Farbdose ab, damit sie nicht in meinen zitternden Händen klirrte.

Abends kochte er Linsen mit Kümmel, und das Haus füllte sich mit einem Geruch, der mich an Winter denken ließ. Ich deckte den Tisch und merkte, dass ich die Gabeln zweimal zurechtrückte, nur um die Hände zu beschäftigen. Wir aßen langsam. Er erzählte von einer Werkstatt in der Stadt, von einem Auftrag, der ihn im Winter beschäftigen würde. Ich hörte zu und dachte, dass ich auch etwas sei, das er nicht überstürzen wolle, und dass mir diese Geduld gefiel und mich zugleich unruhig machte.

Am Sonntag regnete es kurz am Morgen und hörte wieder auf. Der Garten dampfte. Die Erde roch süß und schwer, und auf den Blättern der Funkien standen Tropfen, die das Licht brachen. Wir gingen den Feldweg hinunter bis zu einer Stelle, wo der Bach unter einer kleinen Holzbrücke lief. Jonas ging neben mir, nicht zu nah und nicht weit. Unsere Arme streiften sich zweimal. Jedes Mal war es wie ein Satz, den keiner zu Ende sprach.

Er fragte, ob ich in der Stadt bleibe oder ob ich im Frühjahr wieder reise. Ich sagte, ich wisse nur, dass ich diese Tage nicht als Zufall ablegen wolle. Die Worte waren größer, als ich sie geplant hatte. Sie lagen auf dem Weg zwischen den Pfützen, und ich konnte sie nicht zurücknehmen. Er blieb stehen, und der Bach machte ein helles, eiliges Geräusch. Er sah mich an, als würde er etwas abwägen, das schwerer war als Holz und genauer gemessen werden musste.

Dann legte er die Hand an meine Wange. Nur die Hand, warm und ein wenig rau von der Arbeit der letzten Tage. Ich lehnte mich hinein, ohne nachzudenken, und mein Herz schlug so laut, dass ich dachte, er müsse es unter der Haut hören. Er küsste mich nicht. Er strich mit dem Daumen einmal unter meinem Auge entlang und sagte, er wolle nichts überstürzen, nicht hier auf dem Weg, nicht solange er nicht sicher sei, dass ich es auch wolle, wenn wir wieder im Haus seien und die Tür zu sei.

Ich nickte. Ich wollte es, und ich sagte es leise, damit der Bach es nicht ganz verschluckte: Ich wolle ihn, nicht nur einen Kuss auf dem Weg, den man später als Stimmung erklären könne, sondern im Haus, mit geschlossener Tür, und ich wolle, dass er mich frage und dass ich ja sagen könne, ohne dass uns jemand hetze. Er schloss kurz die Augen, als hätte der Satz ihn getroffen und gehalten zugleich. Dann gingen wir zurück, und die nicht geschehene Berührung der Münder lag zwischen uns wie ein versprochener Abend.

Auf dem Rückweg sprach keiner von uns viel. Die Arme streiften sich öfter, und diesmal wich keiner aus. Einmal verschränkte er seine Finger kurz mit meinen, nur für zehn Schritte, dann ließ er los, als wolle er mir die Wahl lassen, die Hand wieder zu suchen. Ich suchte sie nicht sofort. Ich ließ die Wärme in der Handfläche nachklingen und merkte, wie sehr ich das Warten inzwischen als Teil der Lust empfand, nicht als Verweigerung. Mein Puls ging schneller, obwohl noch nichts entschieden war außer den Worten.

Der eigentliche Regen kam am späten Nachmittag, nachdem wir die Werkzeuge unter das Vordach geräumt hatten und der Himmel von Westen her zuzog. Erst fielen einzelne Tropfen auf die breiten Blätter, hörbar wie Finger auf Papier. Dann wurde es ein gleichmäßiges Prasseln, und schließlich ein Guss, der den Hof in eine dunkle, bewegte Fläche verwandelte. Jonas stand an der Brüstung der Veranda, das Hemd schon feucht an den Schultern, und sah in den Garten, als würde er dort einen Entschluss suchen, den der Bach ihm nicht gegeben hatte.

Ich trat zu ihm hinaus, ohne Jacke. Das Wasser war kalt auf meinen Armen und zugleich nicht kalt genug, um die Hitze zu löschen, die seit dem Feldweg in mir saß. Der Himmel hing niedrig, und der Geruch von Erde stieg auf, dicht und süß. Ich sagte seinen Namen, er drehte sich um, und der Regen lief ihm über die Stirn und über den Mund, ohne dass er ihn wegwischte.

Ich musste lauter sprechen, weil das Dachblech lärmte. „Ich habe drei Tage lang so getan, als wäre das hier nur Arbeit“, sagte ich. „Es ist keine Arbeit. Ich bin in dich verliebt, nicht seit heute, sondern seit dem Abend im Frühjahr, und seit Freitag jede Stunde mehr. Ich will nicht mehr höflich an dir vorbeigehen. Ich will, dass du mich anfasst, und ich will diese Nacht mit dir, und ich will auch den Morgen danach, wenn der Regen aufhört und wir noch dieselben sind.“

Er stand ganz still. Das Wasser tropfte von seinem Kinn auf das schon dunkle Hemd. Dann lachte er einmal, kurz und heiser, nicht spöttisch, eher wie jemand, dem die Luft zurückgegeben wird, nachdem er zu lange flach geatmet hat. „Ich auch, Mara“, sagte er. „Ich bin in dich verliebt, und ich habe es auf dem Weg nicht ganz gesagt, weil ich wollte, dass du es hörst, wenn du es auch sagen kannst, ohne dass der Weg uns drängt: Jetzt sagst du es, jetzt sage ich es, und ich meine den Morgen genauso wie die Nacht.“

Er kam die zwei Schritte auf mich zu. Seine Hände fanden meine Taille, fest und fragend zugleich, und ich legte die Arme um seinen Nacken. Der Regen schlug uns auf die Köpfe, lief uns in die Kragen und machte das Hemd schwer und das Kleid an meinen Beinen kalt. Sein Mund traf meinen, endlich, salzig vom Wasser, warm und offen. Ich küsste ihn, als hätte ich den Kuss seit Samstag im Garten geprobt, und zugleich war nichts daran geprobt. Er zog mich enger, und ich spürte seinen Körper durch die nassen Stoffe, die Breite seiner Brust und die Härte, die sich an meinem Bauch abzeichnete, während ein Laut aus meiner Kehle sich löste, den der Regen fast schluckte.

„Willst du rein?“, fragte er an meinem Mund. „Ja“, sagte ich, „jetzt, mit dir, nur wenn du es auch willst, ganz, nicht nur weil der Regen uns mutig macht.“ Er hielt mein Gesicht in beiden Händen, und der Regen lief zwischen seinen Fingern hindurch auf meine Wangen. „Ich will es“, sagte er. „Ich will dich, nicht nur heute, aber heute zuerst, wenn du mich lässt, und ich will, dass du jeden Augenblick noch nein sagen kannst, ohne dass daraus ein Vorwurf wird.“

Wir stolperten nicht. Wir gingen bewusst über die Schwelle, nass, und ich lachte einmal, weil meine Schuhe auf den Dielen quietschten, und dann wurde das Lachen wieder ernst, weil die Tür hinter uns zufiel und das Haus uns aufnahm. Im Flur war es dunkler. Der Regen blieb ein dichtes Rauschen an den Scheiben und auf dem Dach. Jonas schob mir das nasse Haar aus der Stirn und küsste mich langsamer, als hätte der Lärm draußen uns drinnen Zeit gegeben.

Ich öffnete den Mund. Seine Zunge fand meine, nicht hastig, eher suchend, und ich antwortete mit dem ganzen Körper, drückte mich an ihn und spürte, wie meine Brustwarzen hart gegen den nassen Stoff standen. „Darf ich dich ausziehen?“, fragte er. „Ja“, sagte ich, „bitte, und nicht zu schnell, ich will jeden Knopf mitbekommen.“ Er nickte an meinem Mund, als wäre die Bitte ein Geschenk und keine Bremse. Seine Hände lagen schon an meiner Taille, wartend, warm durch das kalte Kleid.

Er knöpfte mein Kleid auf, Knopf für Knopf, die Finger etwas ungeschickt vom Wasser und von einer Ungeduld, die er trotzdem bremste. Der Stoff klebte an den Schultern und an der Taille. Er schob ihn hinunter, und die kühle Luft traf meine Haut, die vom Regen und von ihm zugleich brannte. Ich trug darunter einen einfachen Slip, hell, am Bund vom Regen dunkel geworden, sonst nichts. Er sah mich an, und in diesem Blick war keine Bewertung, nur Hunger und eine Zärtlichkeit, die mich fast mehr erregte als die Nacktheit selbst.

„Du bist schön“, sagte er. „Ich habe das gedacht, seit du mit dem Schlauch im Garten standest, und ich habe es nicht gesagt, weil ich nicht starren wollte wie ein Mensch ohne Manieren.“ Ich lachte leise, und das Lachen löste etwas in meiner Brust. „Starr ruhig“, sagte ich. „Ich will, dass du hinsiehst, und ich will, dass du mich anfasst, während du hinsiehst.“ Er sah hin. Seine Hände legten sich um meine Brüste, warm, und der Daumen strich über die eine Brustwarze, dann über die andere, langsam, bis ich die Luft anhielt.

Er beugte sich und nahm eine Brustwarze in den Mund. Die Wärme seiner Zunge nach dem kalten Regen war so deutlich, dass ich die Finger in sein Haar grub und seinen Namen sagte. Er saugte sanft, dann fester, und die Empfindung zog sich als heißer Faden bis zwischen meine Schenkel. Jetzt wurde es unübersehbar. Meine Hüften bewegten sich von selbst gegen seinen Oberschenkel, und er ließ es zu, drückte das Bein ein wenig höher, damit ich mich reiben konnte, ohne zu bitten.

Er richtete sich auf und zog sein Hemd aus. Es fiel nass auf die Dielen und blieb dort liegen wie ein abgelegtes Zögern. Seine Brust war breit, die Haut ein wenig gerötet von der Arbeit der Tage, und ein dunkler Strich von Haaren lief zum Bund seiner Hose. Ich legte die flachen Hände auf ihn, spürte das Herz, die Wärme, die leichte Nässe. Ich küsste seine Brust, die Vertiefung am Schlüsselbein, den Hals, wo der Puls ging. Er stöhnte leise, ein Geräusch, das ich sofort wieder hören wollte.

Meine Hand glitt tiefer, über den Bauch, und legte sich auf die deutliche Wölbung in seiner Hose. Er war hart. Ich strich einmal darüber, durch den Stoff, langsam von der Wurzel bis zur Spitze, und er zuckte, hielt dann meine Hüfte fester, als müsse er sich an mir orientieren. „Schlafzimmer“, sagte ich, „nicht der Flur: Ich will dich liegen sehen, und ich will Zeit, nicht eine schnelle Sache an der Wand, so sehr die Wand mich auch gerade lockt.“ Er nickte, die Stirn an meiner, und sein Atem ging schnell.

Wir gingen den kurzen Gang und blieben zweimal stehen, weil ein Kuss den nächsten forderte und weil meine Knie noch nicht ganz gehorchten. Im Schlafzimmer brannte nur die kleine Lampe auf der Kommode, gelb und niedrig, und warf unsere Schatten lang an die Wand. Das Bett war breit, die Decke zurückgeschlagen, weil ich am Morgen gelüftet und nicht alles wieder glatt gezogen hatte. Draußen schlug der Regen an die Scheiben. Drinnen roch es nach Leinen und nach uns, nach nasser Haut und dem beginnenden Salz der Erregung.

Jonas setzte sich auf die Bettkante und zog mich zwischen seine Knie. Er küsste meinen Bauch, die Stelle unter dem Nabel, den Ansatz meiner Hüfte, und seine Bartstoppeln kratzten ganz leicht, gerade genug, um die Haut wach zu machen. Seine Hände strichen an meinen Seiten herab, langsam, als würde er sich die Form merken, um sie später im Dunkeln wiederzufinden. Dann hakte er die Finger in den Bund meines Slips und sah auf. „Darf ich?“, fragte er. „Ja“, sagte ich, und meine Stimme war heiser. Er zog den Stoff hinunter, und ich stieg heraus.

Ich stand nackt vor ihm, und die Scham, die ich erwartet hatte, kam nicht. Stattdessen war da ein klares, heißes Gefühl: Ich wollte gesehen werden. Ich wollte, dass er wusste, wie sehr ich ihn wollte, nicht als Ahnung, sondern als Tatsache meines Körpers. Er betrachtete mich, den Mund leicht geöffnet, die Hände auf meinen Hüften, die Daumen still. Dann beugte er sich vor und küsste die Innenseite meines Oberschenkels, erst links, dann rechts, höher, bis sein Atem mich dort traf, wo ich schon feucht war.

Ich legte eine Hand auf seine Schulter, um nicht zu schwanken. „Jonas“, sagte ich, „bitte.“ Er antwortete nicht mit einem Wort, sondern mit dem Mund. Seine Zunge glitt langsam durch meine Spalte, einmal von unten nach oben, und ich keuchte so laut, dass ich selbst erschrak und dann nicht mehr erschrak, weil es wahr war. Seine Hände hielten meine Hüften, nicht um mich festzuhalten, sondern um mich zu stützen, und diese Unterscheidung spürte ich sofort.

Er leckte wieder, aufmerksamer, fand die kleine harte Stelle und umkreiste sie, ohne sie gleich zu überfallen. Die Lust stieg in Wellen, nicht als gerader Weg, eher als etwas, das zurückwich und dann näher kam. Ich spürte, wie ich nasser wurde, wie mein Körper sich ihm öffnete, wie die Tage der fast berührten Hände sich in diesem einen Punkt sammelten. Er saugte sanft, und ich stöhnte lauter, als ich vorgehabt hatte, während meine Finger sich in sein Haar krallten. „Nicht aufhören“, sagte ich, „genau so, nur ein wenig langsamer.“

Er folgte, als hätte er auf meine Stimme gewartet, und die Langsamkeit machte es schärfer. Jeder Strich seiner Zunge war einzeln zu spüren, warm, nass, genau. Er schob eine Hand zwischen meine Schenkel und ließ einen Finger an meinem Eingang entlanggleiten, fragend, ohne einzudringen. Ich nickte, obwohl er es vielleicht nicht sah, und sagte ja, ich wolle seine Finger, einen zuerst. Er drang langsam in mich ein, und die Enge und die Nässe machten ein leises Geräusch, das mich erröten ließ und zugleich noch mehr erregte.

Er krümmte den Finger, suchte, fand die Stelle an der Vorderwand, die mich zusammenzucken ließ. „Da“, sagte ich, „da, bleib da, und beweg dich klein, nicht stoßend.“ Er blieb, bewegte sich in einem kleinen, stetigen Rhythmus, während sein Mund wieder meine Klitze umschloss und die Zunge im selben Takt kreiste. Ich musste mich an seinen Schultern festhalten. Die Lust wurde groß, fast zu groß für das Stehen, und meine Oberschenkel zitterten so sehr, dass er es merkte und die freie Hand fester an meine Hüfte legte.

„Warte“, sagte ich atemlos. „Ich will auf dem Bett kommen. Ich will dich dabei ansehen können, oder ich will dein Gesicht zwischen meinen Beinen spüren, aber ich will liegen, weil meine Knie mich sonst verraten.“ Er löste sich sofort, küsste noch einmal die Innenseite meines Schenkels und half mir aufs Bett, als wären meine Knie wirklich aus Wasser. Ich legte mich auf den Rücken. Das Leinen war kühl an meinem Rücken, mein Körper heiß, und der Gegensatz ließ mich kurz lachen, bevor die Lust das Lachen wieder schluckte.

Er kniete sich zwischen meine geöffneten Beine und sah mich an, das Kinn feucht von mir, die Augen dunkel, das Haar vom Regen noch ein wenig zerzaust. „Du schmeckst nach Regen und nach dir“, sagte er leise. „Ich will dich zum Höhepunkt bringen, bevor ich in dir bin. Ist das recht?“ „Ja“, sagte ich. „Das ist mehr als recht: Komm her, und sieh mich an, wenn du kannst, ich will nicht nur gespürt werden, ich will auch dein Gesicht.“

Er senkte den Kopf wieder, und diesmal war es tiefer und sicherer, weil er meinen Körper schon ein wenig kannte. Zwei Finger glitten in mich, langsam gedehnt, und sein Mund arbeitete in dem Rhythmus, den ich ihm gezeigt hatte, dann ein wenig schneller, als mein Becken ihm entgegenkam. Ich hielt die Bettdecke in einer Faust. Mit der anderen Hand lag ich an seinem Kopf, nicht drückend, nur verbunden. Die Spannung der Tage zog sich zusammen, wurde enger und heller, und ich hörte den Regen, mein eigenes Atmen und das nasse Geräusch seiner Finger.

Ich sagte seinen Namen. Ich sagte, dass ich komme. Dann kam ich, und es war kein kleiner Ruck, sondern eine Welle, die im Unterleib begann und durch die Schenkel, den Bauch und die Brust lief, so stark, dass ich den Rücken hob und einen langen Laut ausstieß, den ich nicht dämpfte. Er blieb bei mir, leckte mich durch den Höhepunkt, langsamer, als die Zuckungen nachließen, bis die Berührung fast zu viel wurde und ich sanft an seinem Haar zog. Er verstand sofort. Er küsste meinen Bauch, meine Rippen, die Unterseite einer Brust und kam zu meinem Mund herauf.

Ich schmeckte mich auf seinen Lippen, salzig und eigen, und küsste ihn trotzdem tief, weil es zu diesem Abend gehörte, nichts von mir verbergen zu wollen. „Jetzt du“, sagte ich, als ich wieder sprechen konnte. „Ich will dich nackt, und ich will dich in mir, aber ich will dich vorher anfassen, damit ich weiß, wie du dich anfühlst, wenn du so hart bist meinetwegen.“ Er stand auf und öffnete die Hose. Der nasse Stoff widersetzte sich ein wenig, dann war er nackt, und ich setzte mich auf, um ihn anzusehen.

Sein Glied stand schwer und gerade, die Spitze schon feucht, die Haut gespannt und warm, als ich die Hand darum legte. Er atmete scharf ein. Ich strich langsam von der Wurzel bis zur Spitze, spürte das Pulsieren, das Gewicht, die Weichheit über der Härte, und nahm ihn dann in den Mund, erst die Spitze, die Zunge kreisend, salzig, dann mehr. Er legte die Hand in mein Haar, ohne zu drücken, und sagte meinen Namen, Mara, belegt und ehrfürchtig. „Wenn du so weitermachst, halte ich nicht lange“, sagte er. „Ich will in dir kommen, wenn du das auch willst.“

Ich löste mich, küsste die Spitze noch einmal und sah zu ihm auf. „Ich will dich in mir“, sagte ich, „und im Nachttisch liegt ein Kondom.“ Er holte es, streifte es über, und die praktische Geste erregte mich, weil sie bedeutete, dass wir weitergingen, bewusst und geschützt. Dann kniete er sich zwischen meine Beine, die Spitze an meinem Eingang, und stützte sich auf die Unterarme. „Sieh mich an“, sagte er, „und sag mir, wenn es zu viel ist: Ich will dich spüren, nicht über dich hinweg.“

Ich legte die Hände an seine Wangen und sagte, er solle langsam kommen. Er drang ein, Zentimeter für Zentimeter, bis ich ihn ganz in mir spürte und die Leere der letzten Tage einen Namen hatte. „Beweg dich“, sagte ich. Er fand einen tiefen Rhythmus, ich hob ihm das Becken entgegen, und als ich die Hand zwischen uns schob, ersetzte er meine Finger durch seine und rieb mich im Takt. Ich kam zum zweiten Mal, enger, zuckend um ihn, und er folgte kurz darauf, das Gesicht an meinem Hals, ein langer Laut, den ich festhielt, während er in mir pulsierte.

Danach blieben wir liegen, sein Gewicht schwer und richtig, bis er sich vorsichtig löste und kurz ins Bad ging. Er brachte Wasser, reichte mir das Glas zuerst und trank danach aus demselben, und diese Gemeinsamkeit rührte mich fast so sehr wie der Höhepunkt. „Ich habe es ernst gemeint“, sagte ich, „nicht nur die Nacht.“ Er nickte und sagte, er habe gefürchtet, ich würde es am Morgen als Stimmung abtun. Ich schüttelte den Kopf: Der Regen habe uns nur nass gemacht, die Tage davor hätten das hier gebaut. Er küsste mein Haar und sagte, ohne Lärm auf dem Dach, dass er mich liebe, und ich antwortete dasselbe, während draußen nur noch die Dachrinne tropfte.

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