Neue Sexgeschichten

Drei Nächte bis zur Tür

Gruppensex · 30 Minuten lesen · 41 Minuten hören

Gelesen von Ivanna

Teil 2 der Serie Gemeinsame Nächte (5)

Am Freitag kurz nach sechs standen wir vor dem eisernen Tor, und der Kies unter den Schuhen klang lauter, als er sollte. Ich war vierunddreißig, Markus achtunddreißig, und wir hatten dieses Wochenende seit dem Winter ausgesprochen, ohne es jemals so nah gehabt zu haben. Der Club lag außerhalb eines kleinen Orts, ein langes Haus mit matten Fenstern und einem Schild, das nur die Hausnummer zeigte. Markus trug die Tasche. Ich hielt den Umschlag mit dem Schlüssel, und meine Hand war so warm, dass das Papier weich wurde.

Die Fahrt hatte zwei Stunden gedauert, und wir hatten wenig geredet. Nicht aus Kälte, sondern weil jedes Wort zu groß geworden wäre. Einmal hatte Markus gefragt, ob ich noch wolle, und ich hatte ja gesagt, mit einer Stimme, die fester war als mein Magen. Er hatte genickt und die Hand einen Moment auf meinem Knie gelassen, dann wieder ans Lenkrad gelegt. Wir hatten uns versprochen, dass ein Nein an jeder Schwelle gelten würde, auch an der eigenen, auch spät, auch ohne Begründung. Dieses Versprechen lag zwischen uns wie ein zweiter Sitzgurt.

Drinnen roch es nach Holz, nach Chlor aus einem entfernten Becken und nach etwas Süßem, das ich nicht benennen konnte. Eine Frau an der Rezeption, ruhig und freundlich, erklärte die Regeln in wenigen Sätzen: niemand wird angefasst, der nicht ja sagt; ein Nein gilt sofort; Handtücher liegen in den Körben; die privaten Zimmer haben Riegel. Ich hörte jedes Wort und nickte, weil ich es schon kannte und weil es mich trotzdem beruhigte, es von einer fremden Stimme zu hören. Markus legte seine Hand nicht auf mich. Er wartete, bis ich den Stift selbst nahm und unterschrieb.

Unser Zimmer lag im oberen Gang, schmal, mit einem breiten Bett und einem Fenster zum Hof. Ich stellte die Tasche ab und setzte mich auf die Kante, und einen Moment lang war da nur das Summen der Leitung in der Wand. Markus setzte sich neben mich, nicht zu nah. Wir hatten uns versprochen, an diesem ersten Abend nichts zu suchen. Nur anzukommen. Nur zu sehen, ob der Ort uns trug oder ob wir am Morgen wieder fahren würden, ohne dass jemand enttäuscht sein musste.

Ich öffnete das Fenster einen Spalt. Draußen lag ein Hof mit Liegen, einer Mauer aus altem Stein und einem Baum, dessen Blätter sich kaum bewegten. Irgendwo lachte jemand, kurz und ohne Spitze. Markus zog die Schuhe aus und stellte sie parallel an die Wand, eine Gewohnheit, die mich sonst amüsierte und die mich jetzt rührte, weil sie so alltäglich war. Ich sagte, der Ort sei leiser, als ich ihn mir ausgemalt hatte. Er sagte, leise sei gut. Laut könne man immer noch werden, wenn man es wirklich wolle.

Zum Essen gingen wir in den kleinen Saal, wo die Tische weit auseinander standen und das Licht niedrig war. Paare saßen da, manche schon in leichten Kleidern, manche noch in dem, was sie von der Straße mitgebracht hatten. Niemand starrte. Das war das Erste, was mich lockerte: die Blicke waren offen und kurz, wie eine Frage, die man nicht stellen muss, wenn die Antwort noch nicht da ist. Ich aß langsam. Markus erzählte von der Fahrt, von einer Baustelle, von nichts, und ich war ihm dankbar für das Nichts, weil mein Puls sonst zu laut gewesen wäre.

Eine Frau am Nachbartisch hob das Glas in unsere Richtung, nicht aufdringlich, nur als Gruß. Ich hob meines ebenfalls und ließ es dabei bewenden. Markus sah mich an, und in seinem Blick lag keine Enttäuschung, nur die Frage, ob mir das reichte. Es reichte. Ich wollte an diesem Abend keine Tür öffnen, die ich am Morgen nicht mehr würde schließen können. Wir aßen zu Ende, ließen den Wein stehen, den man uns angeboten hatte, und nahmen Wasser mit in den Gang.

Nach dem Essen führte der Weg an offenen Türen vorbei. In einem Raum tanzten zwei Menschen eng, in einem anderen lag ein Paar auf einer Liege und sprach leise, die Hände aufeinander, noch angezogen. Weiter hinten hörte ich ein Stöhnen, gedämpft durch eine halb geschlossene Tür, und mein Körper antwortete schneller als mein Kopf. Ich blieb am Rahmen einer offenen Nische stehen, nicht aus Gier, sondern weil ich verstehen wollte, wie so ein Ja aussieht, wenn es noch kein Körper ist. Markus stand hinter mir, sein Atem an meinem Haar. Er fragte nicht, ob ich bleiben wollte. Er wartete, bis ich weiterging, und das war die richtige Art von Nähe.

In einer Ecke saß eine kleine Gruppe und redete, die Handtücher locker um die Hüften, die Stimmen gewöhnlich wie in einer Küche. Niemand winkte uns heran. Das Nicht-Winken beruhigte mich mehr als jede Einladung es getan hätte. Ich begriff, dass der Ort nicht nach uns griff. Er ließ uns durchgehen und behielt sich das Recht vor, uns nicht zu kennen, solange wir selbst noch nicht wussten, was wir wollten. Markus berührte meinen Ellbogen nur, um mich an einer Stufe zu warnen. Selbst diese kleine Geste fragte vorher mit dem Zögern der Finger.

In unserem Zimmer zog ich die Schuhe aus und blieb barfuß auf dem kühlen Boden stehen. Markus kam aus dem Bad, das Hemd offen, und sah mich an, als würde er eine Tür prüfen, bevor er sie drückt. Wir küssten uns lange, ohne Eile, und seine Hände blieben auf meinem Rücken, dort, wo ich sie kannte. Ich wollte mehr und sagte es nicht sofort, weil das Mehr an diesem Abend nicht nur uns beiden gehörte, sondern der Frage, die wir mitgebracht hatten. Als ich es doch sagte, leise, dass ich ihn wolle und gleichzeitig nicht die ganze Nacht in unserem Bett verbringen wolle, als wäre der Club nur eine teure Kulisse, verstand er mich. Er küsste meine Stirn und sagte, dann bleiben wir bei dem, was uns trägt, und lassen den Rest für einen Tag, an dem das Wollen nicht mehr zittert.

Wir legten uns hin, Haut an Haut unter der Decke, und sprachen, bis die Stimmen im Gang leiser wurden. Ich erzählte ihm, was ich im Gang gespürt hatte: nicht Scham, eher eine hohe Aufmerksamkeit, als wäre jede Pore wach. Er sagte, bei ihm sei es ähnlich gewesen, nur tiefer im Bauch, ein Ziehen, das er nicht gleich habe einordnen können. Wir einigten uns auf drei Dinge für die kommenden Tage. Wir würden nichts tun, nur weil der Ort es nahelegte. Wir würden einander nichts verübeln, was der Körper zeigte. Und wir würden eine dritte Person nur dann in unsere Nähe lassen, wenn das Ja von allen dreien laut und ohne Eile gekommen war.

Ich schlief mit dem Gefühl ein, dass der Ort uns nicht verschluckt hatte. Er hatte uns nur Platz gelassen. Markus' Arm lag über meiner Taille, schwer und vertraut, und irgendwo im Haus schloss eine Tür, ohne zu knallen. Ich träumte nichts, woran ich mich am Morgen erinnern konnte. Nur die Wärme blieb, und die leise Überraschung, dass ich nicht hatte fliehen wollen.

Am Samstagmorgen war das Licht im Hof weiß und dünn. Wir frühstückten fast allein, Kaffee, Brot, Obst, und ich merkte, wie mein Körper wacher war als mein Kopf. Markus schnitt mir einen Apfel in Spalten, ohne daraus eine Geste zu machen, und ich aß sie mit den Fingern. Wir sprachen über den Abend, nicht als Prüfung, sondern als zwei Menschen, die denselben Raum betreten hatten und nun vergleichen wollten, was sie gesehen hatten. Er hatte die tanzenden zwei länger angesehen als ich. Ich hatte die Gruppe in der Ecke länger gehört. Beide Bilder waren uns geblieben, keines hatte uns bedrängt.

Im Becken, das hinter einer Glaswand lag, schwammen zwei Menschen langsam ihre Bahnen. Wir zogen uns um und gingen hinein. Das Wasser war warm, fast zu warm, und trug mich so, dass ich die Schultern endlich senken konnte. Markus schwamm neben mir, und ab und zu berührten sich unsere Hände unter der Fläche, kurz, wie ein Satz, den man nicht zu Ende spricht. Ich tauchte unter, öffnete die Augen und sah nur Helligkeit und seine Beine, ruhig im Takt. Als ich wieder hochkam, lachte ich, ohne Grund, und er lachte mit, und für ein paar Minuten war das Wochenende nur ein Bad.

Sara kam gegen zehn. Sie stellte sich selbst vor, ohne Umweg, und sagte, sie sei einunddreißig und zum zweiten Mal hier, diesmal allein, weil ihre letzte Begleitung abgesagt hatte und sie den Ort trotzdem mochte. Sie hatte dunkles Haar, nass an den Schläfen, und eine Stimme, die nicht warb. Sie setzte sich an den Beckenrand, die Füße im Wasser, und fragte, ob der Platz neben uns frei sei. Ich sagte ja, bevor ich über das Ja nachdenken konnte, und Markus nickte, ruhig, mit diesem Blick, den ich kenne, wenn er etwas ernst nimmt.

Wir redeten eine Stunde, vielleicht länger. Über die Fahrt, über Arbeit, über die seltsame Höflichkeit solcher Häuser, die mehr schützt als jedes Schloss. Sara sagte, sie wolle an diesem Wochenende nichts erzwingen. Sie wolle sehen, ob ein Gespräch trägt, bevor ein Körper etwas verspricht. Das traf mich so genau, dass ich einen Moment lang nicht antworten konnte. Markus sagte, wir seien aus demselben Grund gekommen: nicht für eine Liste, sondern für eine Nacht, die sich richtig anfühlen müsse, oder für gar keine.

Sara erzählte, ihr erstes Mal hier sei höflich und etwas steif gewesen, zwei Abende voller Blicke und ein Kuss, der nicht weitergegangen war, weil einer der beiden am nächsten Morgen hatte fahren müssen. Sie sagte das ohne Bedauern, eher wie jemand, der eine Stadt beschreibt, in der man einmal war und die man wiedersehen möchte, ohne sie zu besitzen. Ich mochte diese Art zu sprechen. Sie nahm dem Wollen die Hast. Markus fragte, ob sie allein sein wolle oder Gesellschaft beim Mittag, und sie sagte, Gesellschaft, wenn sie leicht bleibe. Wir verabredeten den Tisch am Fenster, ohne daraus ein Versprechen zu machen.

Beim Essen saßen wir zu dritt, und das Gespräch blieb auf der Oberfläche, wo es atmen konnte. Sara aß langsam, Markus schenkte Wasser nach, ich hörte zu und merkte, wie mein Blick immer wieder an ihrem Mund hängen blieb, an der Art, wie sie eine Gabel ablegte, bevor sie einen Satz zu Ende brachte. Einmal streifte ihr Knie meines unter dem Tisch, versehentlich oder nicht, und sie zog es zurück und sah mich an, eine stumme Entschuldigung und eine stumme Frage zugleich. Ich ließ mein Knie, wo es war, und schob es einen Fingerbreit näher. Sie verstand. Sie lächelte nicht breit. Sie atmete nur aus, als hätte sie etwas abgelegt.

Am Nachmittag lagen wir zu dritt auf den Liegen am Rand des Hofs, Handtücher unter uns, die Sonne nur noch ein Streifen an der Mauer. Sara las nicht. Sie sah in die Blätter und manchmal zu mir, und wenn sich unsere Blicke trafen, war da keine Forderung, nur eine Wärme, die sich nicht entschuldigte. Einmal strich sie eine Haarsträhne aus meiner Stirn, fragte mit der Geste mehr als mit Worten, und ich ließ es zu. Die Berührung dauerte drei Atemzüge. Danach zog sie die Hand zurück, und ich spürte die Stelle noch, als wäre die Luft dort dünner geworden.

Markus beobachtete uns nicht wie ein Wächter. Er lag auf der Seite, den Kopf auf dem Arm, und als ich ihn ansah, lächelte er kaum, aber seine Augen waren weich. Ich rückte näher an ihn, sodass mein Rücken seine Brust berührte, und Sara blieb auf ihrer Liege, nah genug, dass ich ihre Wärme ahnte, weit genug, dass niemand sich bedrängt fühlen musste. Eine Weile war da nur der Hof, das leise Plätschern aus dem Becken und das Geräusch eines Vogels in der Mauer. Ich dachte, so könnte ein ganzes Wochenende vergehen, und es wäre nicht zu wenig. Gleichzeitig wusste ich, dass ich mehr wollte, und dass das Mehr einen Namen hatte, den ich noch nicht laut gesagt hatte.

Später, als Sara duschen ging, blieben wir liegen, und ich sagte Markus, dass ich sie wollte und dass ich Angst hatte, die Angst mit Lust zu verwechseln. Er nahm meine Hand. Er sagte, Angst sei erlaubt und Lust auch, und dass wir nichts schuldeten, nicht ihr und nicht uns. Wir könnten den Abend verbringen und am Sonntag fahren, und das wäre kein Verlust. Ich glaubte ihm, und gerade deshalb wurde das Wollen klarer, nicht kleiner. Ich beschrieb ihm, was ich mir vorstellte, nicht als Drehbuch, sondern als Richtung: ihr Mund, seine Hände, meine Stimme, die jederzeit halt sagen durfte. Er hörte zu, ohne zu grinsen, und sagte, dass er dasselbe Bild habe, nur von seiner Seite, und dass er Sara nichts nehmen wolle, was sie nicht selbst hingelegt habe.

Wir gingen eine Runde um das Haus, barfuß auf dem warmen Stein, und begegneten einem Paar, das freundlich grüßte und dann weiterzog, ohne anzudocken. Ich war dankbar für dieses Weiterziehen. Im Schatten der Mauer blieb Markus stehen und küsste mich, lang und offen, und ich spürte, wie der Kuss anders war als die Küsse vom Freitag: nicht mehr nur Ankommen, schon ein Vorgeschmack. Als wir uns lösten, stand Sara am Ende des Gangs, frisch geduscht, das Haar noch dunkel vor Nässe, und sie hatte uns gesehen. Sie kam nicht herüber. Sie hob nur die Hand, eine kleine Geste, die sagte, ich habe euch gesehen und ich gehe nicht weg und ich dränge nicht. Ich hob die Hand ebenfalls. Markus auch. Der Abstand zwischen uns blieb, und gerade darin lag die Spannung, die den ganzen Tag gehalten hatte.

Gegen Abend zogen wir uns an, nicht festlich, nur so, dass der Stoff auf der Haut lag und nicht störte. Ich wählte ein Kleid, das sich leicht öffnen ließ, und stand einen Moment zu lange vor dem Spiegel. Markus kam hinter mich, legte die Hände auf meine Schultern und fragte, ob ich das Kleid für uns anzog oder für sie oder für den Ort. Ich sagte, für mich, weil ich mich darin bewegen konnte, und für den Fall, dass der Abend eine Richtung nahm. Er küsste meinen Nacken und sagte, dann sei es das richtige Kleid. Mein Herz schlug so deutlich, dass ich es im Hals spürte, und ich ließ es schlagen, ohne es kleinzureden.

Im Saal war mehr Licht als am Freitag, mehr Stimmen, mehr Lachen aus einem Nebenraum. Sara stand an der Bar mit einem Glas Wasser und wartete nicht auf uns, das sah ich sofort: sie war einfach da. Als wir zu ihr traten, stellte sie das Glas ab und sagte, sie habe den Nachmittag nicht vergessen und wolle nichts davon zurücknehmen, aber sie wolle es laut hören, von uns beiden, bevor irgendetwas weitergehe. Ich war ihr dankbar für diesen Satz, so dankbar, dass mir die Kehle eng wurde.

Wir setzten uns in eine Nische. Ich sagte, ich wolle sie. Ich sagte, ich wolle Markus dabei, nicht als Zuschauer am Rand, sondern als den Menschen, mit dem ich gekommen war, mit Haut und Stimme und dem Recht, jederzeit innezuhalten. Markus sagte, er wolle das auch, und er wolle, dass Sara die gleiche Freiheit habe, jeden Moment zu gehen oder zu bleiben oder nur zu küssen und sonst nichts. Sara hörte zu, die Hände um das leere Glas, und dann sagte sie ja. Nicht schnell. Ein ja, das sie sich anhörte, bevor sie es uns gab.

Wir sprachen noch über Grenzen, weil das Ja ohne Grenzen kein Ja gewesen wäre, sondern nur ein Rausch. Sara wollte kein Spiel mit Schmerz und kein Fotografieren und kein Weitererzählen mit Namen. Wir wollten dasselbe. Markus sagte, er werde Kondome benutzen, und Sara nickte, als wäre das selbstverständlich, was es auch war. Ich sagte, dass ich oralen Kontakt wollte, mit ihr und mit ihm, und dass ich ihn in mir wollte, während sie nah war, wenn alle das noch wollten, wenn wir im Zimmer standen. Sara sagte, sie wolle meinen Mund und seinen, und sie wolle sehen, wie ich kam, wenn das geschehen sollte. Niemand lachte über diese Sätze. Sie waren zu klar, um komisch zu sein, und zu warm, um klinisch zu wirken.

Wir verabredeten ein Zimmer mit Riegel, eine Stunde später, und dass jedes Nein den Abend beenden dürfe, ohne Erklärung und ohne Gesicht, das man verlieren könnte. Sara stand zuerst auf, berührte meine Wange mit dem Handrücken und ging, um das Zimmer zu richten. Markus und ich blieben sitzen, bis unsere Gläser leer waren. Er fragte noch einmal, leise, ob irgendetwas in mir zögerte, das ich ihm noch nicht gesagt hatte. Ich suchte und fand nur Aufregung, keine Warnung. Ich sagte das. Er atmete aus, lang, und ich merkte, dass auch er gezittert hatte, nur tiefer, wo man es nicht sieht.

Die Stunde dazwischen verbrachten wir in unserem Zimmer. Wir sprachen wenig. Ich wusch mir das Gesicht, zog das Kleid wieder an und sah im Spiegel eine Frau, die nicht mehr nur nervös war. Markus kam hinter mich, küsste meine Schulter durch den Stoff und fragte noch einmal, ob ich sicher sei. Ich sagte ja. Ich sagte, die Sicherheit sei nicht die Abwesenheit von Herzklopfen, sondern die Anwesenheit von ihm und von dem Satz, den Sara uns gelassen hatte. Er nickte an meiner Haut. Wir gingen den Gang hinunter, als die Stunde um war, und klopften.

Sara öffnete. Das Zimmer war größer als unseres, mit einem breiten Bett, einer kleinen Lampe und einem Riegel, den sie selbst vorschob, nachdem wir eingetreten waren, und den sie uns zeigte, damit wir wussten, wo er saß. Sie trug ein dunkles Hemd, offen am Kragen, und barfuße Füße auf dem Teppich. Einen Moment standen wir nur da, drei Erwachsene in einem stillen Raum, und das Warten der letzten zwei Tage lag zwischen uns wie Wärme, die endlich einen Ort hatte. Sara fragte, ob das Ja vom Saal noch galt. Ich sagte ja. Markus sagte ja. Sie sagte, ihres gelte auch, und wenn es aufhörte zu gelten, würde sie es sagen, nicht mit einem Blick, den man deuten müsse, sondern mit einem Wort.

Ich ging zuerst zu ihr. Nicht weil ein Plan es verlangte, sondern weil mein Körper die Frage schon gestellt hatte und ihre Augen die Antwort hielten. Wir küssten uns langsam. Ihr Mund war weich, anders als der von Markus, nicht besser, nur anders, und ich lernte den Unterschied mit einer Aufmerksamkeit, die mich selbst überraschte. Ihre Hände lagen an meinen Hüften, leicht, und sie löste den Kuss, um mich anzusehen. Geht das, fragte sie. Ja, sagte ich. Markus stand nah genug, dass ich seine Wärme am Arm spürte, und als ich die Hand nach ihm ausstreckte, nahm er sie und küsste meine Knöchel, bevor er sich zu uns beugte und Sara auf die Wange küsste, vorsichtig, bis sie sich ihm zuwandte und den Kuss selbst vertiefte.

Der Kuss zwischen den beiden dauerte, und ich sah zu, ohne mich ausgeschlossen zu fühlen, weil Markus' freie Hand meine hielt und Saras andere Hand an meiner Taille blieb. Als sie sich lösten, war Saras Mund gerötet, und Markus atmete tiefer. Ich küsste ihn dann, mit dem Geschmack von ihr noch zwischen uns, und er stöhnte leise in meinen Mund, ein Laut, den ich kannte und der hier neue Ränder bekam. Sara sah uns an und strich mit dem Daumen über meinen Arm, als würde sie prüfen, ob die Haut noch ja sagte. Sie sagte ja.

Wir zogen uns nicht in einem Ruck aus. Sara öffnete die Knöpfe meines Kleides, einen nach dem anderen, und fragte bei der Mitte, ob sie weiter solle. Ich sagte ja und half ihr, den Stoff von den Schultern zu schieben. Darunter trug ich nichts als Haut und das Zittern, das kein Mangel war. Markus zog sein Hemd über den Kopf, und ich sah seinen Körper, den ich kannte, in diesem Licht neu, weil eine dritte Person ihn auch ansah und das Ansehen nicht wegnahm, sondern dazulegte. Sara ließ ihr Hemd fallen. Ihre Brüste waren voll, die Brustwarzen schon fest, und als ich die Hand hob und innehielt, nahm sie mein Handgelenk und legte meine Hand selbst auf sich. So, sagte sie leise. Genau so ist es richtig.

Ich strich über ihre Haut, lernte das Gewicht, die Wärme, die Art, wie sie den Atem anhielt, wenn mein Daumen die Spitze traf. Markus stand hinter mir, seine Brust an meinem Rücken, seine Hände an meinem Bauch, und küsste meinen Nacken, während ich Sara küsste und sie meine Brüste in die Hände nahm, erst fragend mit dem Blick, dann sicher, als ich in den Kuss hinein nickte. Die drei Körper fanden einen Rhythmus, der nicht geprobt war und doch nicht stolperte. Wir bewegten uns zum Bett, ohne dass jemand führte wie ein Regisseur. Sara setzte sich, zog mich mit, und Markus kniete sich neben uns, eine Hand auf meinem Oberschenkel, die andere in Saras Haar, langsam, nie ziehend.

Ich beugte mich über Sara und küsste ihren Bauch, die weiche Stelle unter dem Nabel, die Linie zur Hüfte. Sie spreizte die Beine nicht als Angebot auf einer Bühne, sondern weil sie Platz für mich machte und mir dabei zusah, ob ich den Platz wollte. Ich wollte ihn. Ich küsste die Innenseite ihres Schenkels, roch ihre Haut, salzig und sauber, und als mein Mund höher wanderte, sagte sie meinen Namen, den sie am Becken erfahren hatte, und dann ja, leise und klar. Ich leckte sie langsam, erst die äußere Wärme, dann die feuchte Mitte, wo sie schon offen war, und lernte mit der Zunge, was sie schneller atmen ließ. Markus streichelte meinen Rücken, dann meinen Hintern, und fragte an meinem Ohr, ob er mich anfassen dürfe, während ich sie schmeckte. Ich hob den Kopf nur kurz. Ja, sagte ich. Bitte.

Seine Finger fanden mich von hinten, vorsichtig, und ich war so nass, dass er ohne Druck hineinglitt, erst einer, dann zwei, während mein Mund an Sara blieb. Das Gefühl, sie zu schmecken und gleichzeitig von ihm gefüllt zu werden, zog mir die Knie weich. Sara hielt mein Haar nicht fest. Sie lag mit offenen Händen auf dem Laken und bewegte die Hüften in kleinen Kreisen, die ich mit der Zunge aufnahm. Als sie schneller wurde, verlangsamte ich, nicht um sie zu quälen, sondern um den Moment zu dehnen, den wir zwei Tage lang nicht gehabt hatten. Sie lachte einmal, atemlos, und sagte, das sei gemein und gut. Ich lächelte an ihrer Haut und gab ihr wieder mehr.

Sie kam nicht sofort. Sie hielt sich am Rand, sagte es auch, sie wolle noch nicht, sie wolle länger in diesem Mund bleiben. Ich gehorchte nicht, ich folgte, und das ist ein Unterschied, den der Körper kennt. Markus bewegte die Finger in mir in einem langsamen Takt, krümmte sie, wo ich es am deutlichsten spürte, und ich stöhnte gegen Sara, was sie wiederum tiefer atmen ließ. Eine Weile waren wir nur das: Zunge, Finger, drei Atemzüge, die sich suchten und fanden. Dann zog Markus die Hand zurück, küsste meine Schulter und sagte, er wolle mich sehen, ganz, bevor er weitergehe. Ich richtete mich auf, das Gesicht warm, der Geschmack von ihr auf den Lippen, und Sara zog mich zu sich hoch, um mich zu küssen und sich selbst zu schmecken.

Sara wollte mich ebenso. Sie bat darum, klar, und ich legte mich auf den Rücken, die Knie offen, und nickte. Sie küsste sich an mir herunter, Brust, Bauch, die empfindliche Stelle an der Hüfte, und fragte noch einmal, dicht an meiner Haut, ob sie mich lecken dürfe. Ja, sagte ich, und das Wort kam brüchig vor Lust. Ihr Mund war geduldig und genau. Sie leckte mich breit und dann spitz, fand die Stelle, an der ich die Hüften hob, und blieb dort, ohne zu hetzen. Markus kniete neben meinem Kopf, und ich drehte mich zu ihm, nahm ihn in die Hand, dann in den Mund, langsam, so weit, wie es gut war. Er hielt mein Haar nur leicht und fragte, ob die Tiefe stimmte. Ich nickte, den Mund voll, und er verstand das Nicken, blieb in dem Maß, das ich ihm gab.

So lagen wir eine Weile, Sara zwischen meinen Beinen, ich mit Markus im Mund, und das Bild, das ich am Nachmittag nur hatte sagen können, war jetzt Haut. Ich kam nicht in diesem Moment, obwohl es nah war. Ich wollte den Rand noch halten, weil die Nacht lang sein durfte und weil ich ihn in mir wollte, bevor ich mich ganz verlor. Ich löste mich von ihm, sagte das, und beide hielten inne, sofort, ohne gekränkten Blick. Sara küsste die Innenseite meines Schenkels und kam hoch, um mich anzusehen. Markus strich mir das Haar aus der Stirn. Die Pause war kein Bruch. Sie war der Beweis, dass das Ja noch lebte.

Markus holte ein Kondom aus der Schale auf dem Nachttisch, die der Club dort hingestellt hatte, und streifte es über, ohne Eile, während Sara und ich uns ansahen und ich ihre Hand hielt. Er fragte Sara, ob sie ihn in sich wollte, und er fragte mich, ob ich das sehen und spüren wolle, nah dabei. Sara sagte ja, mit fester Stimme. Ich sagte ja. Er kniete sich zwischen ihre Beine. Sie führte ihn selbst, die Hand um ihn, und als er in sie eindrang, langsam, bis zum Ansatz, entfuhr ihr ein tiefer Laut, kein Schrei, eher ein Ja, das den Körper verlassen hatte, bevor der Mund es formen konnte.

Ich lag neben ihr, küsste ihren Mund, ihre Brust, und spürte jede seiner Bewegungen durch ihren Körper hindurch, weil das Bett sie weitergab und weil meine Hand auf ihrem Bauch lag. Markus bewegte sich ruhig, tief, und sah uns beide an, nicht nur sie. Er fragte einmal, ob das Tempo stimmte. Sara sagte, tiefer, und dann, als er folgte, dass es genau so gut sei. Ich rutschte tiefer, küsste die Stelle, wo ihre Körper sich trafen, leckte sie dort, wo er sie füllte, und die Enge dieses Kontakts ließ mich selbst stöhnen. Markus fluchte leise, liebevoll, und hielt inne, damit niemand zu schnell am Ende war. Wir lachten, kurz, und das Lachen nahm nichts weg. Es machte den Raum nur bewohnbar.

Dann wechselten wir, weil ich ihn auch wollte und weil Sara sagte, sie wolle mich sehen, wenn er in mir sei. Ich legte mich auf den Rücken. Sara kniete sich neben meinen Kopf, beugte sich herunter und küsste mich, während Markus meine Beine öffnete und mit den Fingern prüfte, ob ich bereit war. Ich war mehr als bereit. Er drang in mich ein, langsam, und die Fülle war vertraut und neu zugleich, weil Saras Mund an meinem war und ihre Hand meine Brust hielt und ihr Blick nicht wich. Ich hob die Hüften ihm entgegen. Er stieß in einem Takt, den ich kannte, und doch hörte ich mich anders klingen, offener, weil eine Frau mich dabei ansah, ohne zu nehmen, was mir gehörte.

Sara setzte sich über mein Gesicht, fragte noch einmal, ob ich sie so wollte, und ich zog sie herunter zur Antwort. Ich leckte sie, während Markus mich nahm, und die Welt verengte sich auf Zunge, Schwere, Stoß und den Geruch von Haut. Sara stützte sich am Kopfende ab und bewegte sich vorsichtig, damit ich atmen konnte, und als ich die Hände an ihre Hüften legte und sie näher zog, verstand sie das als das Ja, das es war. Markus griff nach ihrer Brust, fragte mit der Berührung, und sie legte ihre Hand auf seine und hielt sie dort. Wir waren drei Stimmen, drei Atem, kein Chor, der sich verfehlen musste.

Ich kam zuerst. Es baute sich nicht als Überraschung auf, sondern als etwas, das seit dem Hof in mir gewartet hatte, und als es kam, war es lang und tief, ein Ziehen vom Bauch in die Schenkel, und ich presste den Mund an Sara und hielt Markus mit den Beinen fest, damit er nicht aufhörte, bis die Wellen nachließen. Er wurde langsamer, blieb in mir, küsste mein Knie, das er erreichen konnte, und wartete. Mein Körper zuckte noch in kleinen Nachstößen, und Sara rutschte von mir herunter, küsste meine feuchte Stirn und sagte, das sei schön gewesen, so schlicht, dass mir die Augen warm wurden.

Ich brauchte einen Moment, in dem niemand sich bewegte. Markus blieb in mir, still, und Sara lag an meiner Seite, die Hand flach auf meinem Herzen, als wollte sie den Schlag zählen, nicht messen. Als ich wieder sprechen konnte, sagte ich, dass es gut sei, dass er noch da sei, und dass ich Sara noch einmal schmecken wolle, wenn sie das wolle, bevor wir weitergingen. Sie sagte ja, müde und hell zugleich, und setzte sich nicht wieder auf mein Gesicht, sondern legte sich neben mich, ein Bein über meines, und ich drehte mich zu ihr und leckte sie seitlich, langsam, während Markus sich aus mir zurückzog, um uns nicht zu stören, und sich hinter mich legte, sein Körper eine warme Wand.

Sara kam unter meiner Zunge, nicht laut, sondern mit einem langen Ausatmen und einem Zittern in den Schenkeln, das ich mit der Hand auffing. Sie hielt meinen Kopf nicht. Sie ließ die Finger in meinem Haar liegen, offen, und als die Welle nachließ, zog sie mich hoch und küsste mich, dankbar und noch ein wenig verloren. Markus küsste meine Schulter von hinten und fragte, ob wir eine Pause brauchten oder ob das Wollen noch da sei. Sara lachte leise und sagte, das Wollen sei sehr da, nur die Beine seien kurz ausgeliehen. Ich sagte, meine auch, und dass ich ihn trotzdem noch einmal in mir wollte, später, wenn sie so weit sei, ihn wieder zu nehmen oder zuzusehen. Niemand drängte die Uhr.

Wir tranken Wasser aus den Gläsern, die Sara vorher hingestellt hatte, und die kleine Alltäglichkeit dieses Trinkens machte den Raum noch sicherer. Markus saß am Bettrand, das Kondom noch an, und wartete, ohne Ungeduld zu spielen. Sara strich über seinen Rücken und fragte, ob er kommen wolle, und wie, und mit wem. Er sagte, er wolle noch in ihr sein, wenn sie das tragen könne, und er wolle mich dabei ansehen. Ich sagte, ich wolle das sehen und ihre Hand halten. Sara nickte, stand auf, um die Beine zu schütteln, und legte sich dann auf die Seite, ein Bein angewinkelt.

Markus wechselte das Kondom mit ruhigen Händen. Sara bat ihn, von hinten zu kommen, nah, damit ich vor ihr bleiben konnte. Er tat es. Ich lag ihr gegenüber, unsere Münder fast aneinander, und hielt ihre Hand, während er in sie stieß, diesmal etwas schneller, weil sie ihn darum bat. Ihre Augen wurden weit, dann halb zu, und sie sagte meinen Namen und seines, nicht als Ruf, sondern als Vergewisserung, dass wir beide da waren. Ich schob eine Hand zwischen uns und rieb sie dort, wo sie es am deutlichsten spürte, im Takt seiner Bewegungen, und sie kam mit einem langen, gepressten Laut, der Körper eng um ihn, die Finger in meiner Hand so fest, dass es fast wehtat, auf eine gute Art.

Markus hielt aus, bis sie nachließ, und fragte dann, heiser, ob er kommen dürfe und wo. Sara sagte, in ihr, mit dem Kondom, und ich sagte, ich wolle es sehen, nah bei ihnen. Er stieß noch ein paar Mal, tiefer, und kam mit einem Stöhnen, das ich aus unseren Nächten kannte und das hier größer klang, nicht lauter, nur weniger allein. Er blieb einen Moment in ihr, die Stirn an ihrer Schulter, und ich strich über seinen Rücken, über ihren Arm, über die Stelle, wo Schweiß die Haut kühl werden ließ. Sara drehte den Kopf und küsste mich, langsam, während er noch in ihr war, und dieser Kuss war das letzte helle Stück der Nacht, nicht ein Anfang von Neuem, sondern ein Schließen.

Danach lag niemand sofort auf. Markus zog sich zurück, entsorgte das Kondom, und kam mit einem feuchten Tuch zurück, das er uns beiden anbot, ohne zu wischen, wo niemand es wollte. Sara nahm es und lachte leise, müde, und sagte, so etwas vergesse man in Filmen immer. Wir lagen zu dritt unter der Decke, nicht verschlungen wie ein Knoten, sondern Seite an Seite, meine Hand auf Saras Bauch, Markus' Arm unter meinem Nacken. Der Riegel war noch vor. Draußen ging jemand den Gang entlang und verschwand. Im Zimmer roch es nach Haut und nach der Lampe, die zu warm war, und niemand machte sie aus.

Wir sprachen eine Weile, leise. Sara sagte, sie habe am Nachmittag fast geglaubt, wir würden uns anders entscheiden, und sie wäre auch damit gegangen, ohne Groll. Ich sagte, das Warten sei der Grund gewesen, warum die Nacht sich richtig angefühlt habe, nicht trotz des Wartens. Markus sagte wenig. Er küsste meine Schläfe und dann, als Sara sich zu ihm drehte, ihre Stirn, und fragte, ob sie bleiben wolle oder gehen. Sie blieb noch eine Stunde. Wir schliefen nicht. Wir lagen und ließen die Körper abkühlen, und einmal küssten wir uns noch, alle drei, langsam, ohne dass daraus ein zweites Mal werden musste.

Sara erzählte, halb im Dunkeln, von der Fahrt am Morgen und davon, dass sie fast umgekehrt wäre, weil Alleinsein in solchen Häusern manchmal lauter ist als Gesellschaft. Ich sagte, wir wären fast im Auto sitzen geblieben, am Freitag, vor dem Tor. Markus sagte, er habe den Schlüssel zweimal falsch herum gehalten und so getan, als sei das Absicht. Wir lachten, leise, damit der Gang es nicht als Einladung verstand. Das Lachen tat gut. Es setzte die Nacht nicht herab. Es gab ihr einen Boden, auf dem man auch am nächsten Tag stehen konnte.

Als Sara ging, zog sie ihr Hemd an, schob den Riegel zurück und sagte, sie sei morgen am Becken, falls wir Kaffee wollten, und falls nicht, sei das auch eine ganze Antwort. Ich begleitete sie bis zur Tür, nicht aus Höflichkeit allein, sondern weil ich ihre Hand noch einmal halten wollte, im Stehen, angezogen, mit klarem Kopf. Sie drückte meine Finger, küsste mich auf den Mund, kurz, und ging barfuß den Gang hinunter, bis die Ecke sie nahm. Markus stand hinter mir, wartete, und als ich die Tür schloss, den Riegel nicht wieder vorschob, legte er die Arme um mich und sagte nichts. Das Nichts war richtig.

Am Sonntagmorgen war das Licht wieder dünn. Markus und ich frühstückten, und Sara kam tatsächlich, mit nassem Haar und einem Tablett, und setzte sich, als wäre die Nacht ein Gespräch gewesen, das man am Tag weiterführen darf, ohne es zu wiederholen. Wir tranken Kaffee. Niemand erzählte die Einzelheiten nach. Das war nicht nötig. In meinem Körper lag noch die Erinnerung an ihren Geschmack und an Markus in mir und an die Hand, die ich gehalten hatte, als sie kam, und das reichte als Beweis, dass das Wochenende nicht nur eine Idee geblieben war.

Sara sprach über die Straße nach Hause und über eine Verabredung am Abend, die nichts mit uns zu tun hatte, und diese gewöhnliche Zukunft tat mir gut. Wir tauschten keine Nummern. Wir hatten das am Vorabend schon entschieden, nicht aus Kälte, sondern weil die Nacht vollständig sein sollte und nicht der Anfang einer Geschichte, die wir nicht führen wollten. Sie stand auf, als ihr Kaffee leer war, berührte meine Schulter und Markus' Hand und ging zum Becken. Ich sah ihr nach, bis das Glas der Wand sie in Licht auflöste, und spürte keine Leere, nur ein sattes Nachklingen.

Am frühen Nachmittag packten wir. Ich faltete das Kleid zusammen und roch daran, bevor ich es in die Tasche legte, nicht aus Sentimentalität, sondern weil der Stoff noch den Hof und die Lampe trug. Markus schloss das Fenster. Im Gang war es still, die meisten Türen offen und leer, die Handtücher schon eingesammelt. An der Rezeption gab die Frau uns den Umschlag zurück, den wir nicht gebraucht hatten, und wünschte uns eine ruhige Fahrt. Sie fragte nicht, wie die Nächte gewesen waren. Auch das gehörte zur Höflichkeit des Hauses.

Draußen auf dem Kies blieb ich einen Moment stehen. Markus lud die Tasche ein und wartete, ohne zu drängen. Ich dachte an das Tor am Freitag, an die falsche Haltung des Schlüssels, an das Wasser, an Saras ja, das sie sich angehört hatte, bevor sie es gab. Die Spannung der Tage war nicht verschwunden wie ein Rausch. Sie hatte sich gesetzt, in eine Nacht, die einen Anfang, eine Mitte und ein Ende gehabt hatte, und in einen Morgen, der nichts davon zurücknehmen musste.

Im Auto legte ich die Hand auf Markus' Oberschenkel, dort, wo der Stoff warm war. Er sah kurz herüber und lächelte, das gleiche kleine Lächeln wie auf der Liege. Wir fuhren los, und der Ort blieb hinter den Bäumen, ohne dass ich mich umdrehen musste. Ich war vierunddreißig, er achtunddreißig, und irgendwo im Haus war eine Frau von einunddreißig, die vielleicht noch einmal ins Becken ging. Das Wochenende hatte gehalten, was es nicht versprochen hatte: nicht alles, nur das, was drei Menschen einander laut gegeben hatten, und die Stille danach, die niemanden kleiner machte.

Mehr zum Thema Gruppensex

TitelThemaMinuten
Fünfte Runde mit der KochGruppensex1
Als die Chirurgin beim Hausparty bliebGruppensex1
Beim Clubnacht mit die BergführerinGruppensex1
Der Fünfte Runde und die BuchhändlerinGruppensex1
Die letzte Saunaparty im SpaGruppensex21
Drei blieben zum WeinGruppensex25