Drei blieben zum Wein
Gruppensex · 25 Minuten lesen · 33 Minuten hören
Gelesen von Lana Weiss
Teil 3 der Serie Gemeinsame Nächte (2)
Ich hatte den Tisch für fünf Gäste gedeckt, weil die Einladung genau so gelautet hatte: eine private Party, klein, ohne Anlass außer dem, dass wir uns zu lange nicht gesehen hatten. Drei sagten am Nachmittag ab, höflich und mit echten Gründen, und ich stellte zwei Gedecke zurück in den Schrank. Es blieben Mara und Jonas. Ich war vierunddreißig, Mara zweiunddreißig, Jonas sechsunddreißig, und das wussten wir voneinander, ohne es an dem Abend noch einmal beweisen zu müssen.
Als Mara klingelte, stand ich barfuß im Flur und hielt die Weinflasche noch in der Hand. Sie trug ein dunkles Kleid, das an der Taille saß und darunter weich fiel, und ihr Haar war kürzer als in meiner Erinnerung. Wir umarmten uns länger als nötig. Ihr Parfüm war dasselbe wie damals, etwas Warmes mit Holz, und ich spürte, wie sich in meiner Brust etwas öffnete, das ich für erledigt gehalten hatte.
Jonas kam eine Viertelstunde später, den Mantel über dem Arm, mit einer zweiten Flasche und diesem Blick, der zuerst den Raum und dann uns beide maß. Er küsste mich auf die Wange, dann Mara, und seine Hand blieb einen Moment an meinem Unterarm. In der Wohnung roch es nach dem Brot, das ich zu früh aus dem Ofen geholt hatte, und nach den Kerzen, die ich nur angezündet hatte, weil das Deckenlicht zu hart gewesen war.
Wir setzten uns an den zu langen Tisch. Die drei leeren Stellen waren nicht mehr gedeckt, aber die Stühle standen noch da, und Jonas schob einen davon beiseite, damit wir näher zusammenrücken konnten. Ich schenkte ein. Der Wein war rot und nicht besonders teuer, und er schmeckte nach Kirsche und einem trockenen Ende, das auf der Zunge blieb.
Acht Jahre zuvor hatten wir sechs Wochen lang eine Wohnung geteilt, Mara und ich in dem größeren Zimmer, Jonas auf dem Sofa, das sich ausziehen ließ. Es war ein heißer Sommer gewesen. Wir hatten abends auf dem Boden gesessen, weil es dort kühler war, und Mara hatte mir einmal, sehr langsam, eine Haarsträhne hinters Ohr gestrichen. Ich hatte ihre Hand festgehalten. Wir hatten uns nicht geküsst, nicht weil eine von uns gezögert hätte aus Angst, sondern weil am nächsten Morgen ein Zug für sie bereitstand und wir beide zu feige für einen Abschied dieser Art gewesen waren.
Jonas hatte das gesehen. Er hatte es später, in einer Nachricht, die ich nie beantwortet hatte, benannt: dass er in jener Nacht ebenfalls hatte bleiben wollen, nicht als Zuschauer, sondern als jemand, der gefragt wird. Die Nachricht war klar gewesen und ohne Druck, und ich hatte sie aus Feigheit liegen lassen. Heute lag sie zwischen uns auf dem Tisch, unsichtbar und trotzdem schwer.
Wir sprachen zuerst über Arbeit, über Städte, über eine Ausstellung, die Mara kuratiert hatte, und über Jonas’ Umzug in eine kleinere Wohnung mit besserem Licht. Die Sätze waren leicht. Darunter lief etwas anderes. Ich merkte, wie oft mein Blick an Maras Mund hängen blieb, und wie oft Jonas denselben Weg nahm und dann zu mir zurückkehrte, als prüfe er, ob ich es bemerkte. Ich bemerkte es. Ich wollte, dass er es merkte.
Nach dem zweiten Glas stand ich auf, um Wasser zu holen, und Mara folgte mir in die Küche. Die Tür blieb offen. Sie lehnte sich an die Arbeitsplatte, die Arme locker, und sagte, sie habe die alte Nachricht von Jonas nie gelesen, aber sie habe unseren Sommer nicht vergessen. Ich stellte die Karaffe ab. Meine Hände waren ruhiger, als ich erwartet hatte.
Ich sagte ihr, dass ich sie damals hatte küssen wollen und dass ich es heute noch wollte, wenn sie das auch wollte. Mara sah mich an, lange genug, dass ich den Wunsch zurücknehmen konnte, und nickte dann. Sie trat einen Schritt näher. Ihr Kuss war zuerst vorsichtig, nur Lippen, warm, mit dem Geschmack von Wein. Dann öffnete sie den Mund ein wenig, und ich tat dasselbe, und die Vorsicht wich einer Klarheit, die mich weich in den Knien machte.
Aus dem Wohnzimmer kam Jonas’ Stimme, ruhig. Er fragte, ob er kommen solle oder ob wir den Moment für uns behalten wollten. Ich löste mich von Mara, nicht weil der Kuss zu Ende war, sondern weil die Frage eine Antwort verdiente, die er hören konnte. Ich rief ihn herein. Er blieb in der Tür stehen, die Hände sichtbar, und wartete.
Ich sagte, dass ich beide wollte, heute, hier, und dass das nur galt, wenn beide dasselbe wollten und es jederzeit stoppen konnten. Mara sagte ja, ohne Umschweife, und fügte hinzu, sie habe sich das in den letzten Jahren mehr als einmal vorgestellt. Jonas atmete aus, als habe er eine Last abgesetzt, und sagte ebenfalls ja. Er fragte noch, ob es Regeln gebe, die wir jetzt schon kennen sollten. Ich sagte, keine Schmerzen, die nicht erbeten waren, keine Überraschungen an Stellen, über die wir nicht gesprochen hatten, und dass ein Nein sofort galt, auch mitten in einem Satz.
Wir gingen zurück ins Wohnzimmer, nicht an den Tisch, sondern zu dem niedrigen Sofa unter der Lampe. Jonas zog die Vorhänge zu. Mara setzte sich neben mich, ihr Knie an meinem, und Jonas nahm den Sessel gegenüber, nah genug, dass unsere Beine sich hätten berühren können. Eine Weile sahen wir uns nur an. Das Schweigen war nicht leer. Es war die Stelle, an der die Erlaubnis schon ausgesprochen war und der Körper noch nachholte.
Mara legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel, über dem Stoff des Kleides, und fragte leise, ob das gut sei. Ich sagte ja. Ihre Hand blieb, warm, und der Daumen zeichnete einen kleinen Bogen. Jonas beobachtete uns ohne Hast. Ich streckte die andere Hand nach ihm aus, und er kam, setzte sich auf den Boden vor dem Sofa, den Rücken nicht an uns gelehnt, sondern seitlich, so dass er uns beide ansehen konnte. Ich berührte sein Haar. Es war dichter als früher, an den Schläfen schon etwas heller.
Der erste Kuss mit ihm war anders als der mit Mara, nicht besser und nicht schlechter, nur aus einem anderen Winkel desselben Verlangens. Sein Mund war fester, und er wartete, bis ich den Kuss vertiefte. Mara sah zu, ihre Hand noch auf meinem Bein, und als ich mich ihr wieder zuwandte, küsste sie mich, während Jonas’ Atem an meinem Hals lag. Ich spürte beide zugleich und musste einen Moment die Augen schließen, weil die Gleichzeitigkeit mich überrollte.
Wir zogen uns langsam aus, Stück für Stück, und jedes Kleidungsstück wurde angekündigt. Mara fragte, ob sie mein Kleid öffnen dürfe. Ich stand auf, drehte mich, und ihre Finger fanden den Reißverschluss. Der Stoff fiel an meinen Beinen herab. Darunter trug ich nichts Aufwendiges, nur schlichte Wäsche in einem dunklen Ton, und die kühle Luft der Wohnung legte sich auf meine Haut. Jonas fragte, ob er mein Hemd, das ich nicht trug, verzeih, ob er mein Oberteil, das schon lag, liegen lassen und stattdessen Maras Kleid lösen dürfe. Wir lachten kurz über seinen Satz, und das Lachen nahm nichts von der Hitze weg. Mara sagte ja.
Ihr Kleid glitt ebenfalls. Ihre Schultern waren schmaler, als meine Hände sie in Erinnerung hatten, und die Haut darunter war warm, als ich sie küsste, erst die linke, dann die Mulde über dem Schlüsselbein. Jonas zog sein Hemd selbst aus, nachdem er gefragt hatte, ob wir das sehen wollten. Wir wollten. Sein Oberkörper war nicht der eines sehr jungen Mannes mehr, und genau das gefiel mir: die Ruhe darin, die Linie der Schultern, ein kleiner Fleck an der Rippe, den ich nicht kannte.
Ich setzte mich wieder, nur noch in der Wäsche, und zog Mara zu mir, so dass sie rittlings auf meinem Schoß saß, das Gesicht zu mir. Ihr Gewicht war wirklich und gut. Wir küssten uns tiefer. Ihre Brust drückte gegen meine, und die dünnen Stoffe dazwischen wurden störend. Ich fragte, ob ich ihren BH öffnen dürfe. Sie führte meine Hände selbst nach hinten. Die Haken gaben nach. Ich schob die Träger von ihren Schultern und nahm ihre Brüste in die Hände, vorsichtig zuerst, dann fester, als sie sich in die Berührung lehnte und ein leises Geräusch machte, das ich im Mund behalten wollte.
Jonas kniete neben dem Sofa. Er fragte, ob er meine Brust küssen dürfe, während Mara auf mir saß. Ich sagte ja und bog den Oberkörper ein wenig zur Seite, damit er herankam. Sein Mund schloss sich um eine Brustwarze, warm und feucht, und die Zunge zog einen Kreis, der mir durch den Bauch fuhr. Mara sah zu, die Lippen offen, und ihre Hüften bewegten sich einmal, unwillkürlich, gegen meinen Schoß. Ich hielt sie an der Taille fest, nicht um sie zu stoppen, sondern um die Bewegung mitzumachen.
Wir wechselten. Mara rutschte von mir herunter und setzte sich neben mich, Jonas kam auf das Sofa, und ich kniete mich auf den Teppich zwischen seinen Knien, nachdem ich gefragt hatte, ob ich ihn aus der Hose holen und in den Mund nehmen dürfe. Er sagte ja, die Stimme schon tiefer, und öffnete den Gürtel selbst, damit ich nicht kämpfen musste. Ich zog Hose und Stoff herunter. Sein Glied war schon hart, die Haut heiß, und ich legte zuerst nur die Wange daran, um das Gewicht zu spüren, bevor ich die Lippen um die Spitze schloss.
Mara kniete sich hinter mich. Ihre Hände glitten über meinen Rücken, dann unter den Bund meiner Wäsche, und sie fragte, ob sie mich dort berühren dürfe. Ich nickte, den Mund voll, und gab ein Geräusch von mir, das Jonas als Ja verstand, weil ich zusätzlich die freie Hand hob und den Daumen nach oben drehte, eine kleine, klare Geste, über die wir später lachen würden und die in dem Moment genau richtig war. Maras Finger schoben den Stoff beiseite. Sie fand mich schon nass, und ihr Atem stockte an meinem Schulterblatt.
Sie streichelte mich langsam, zwei Finger entlang der inneren Lippen, ohne gleich einzudringen, und der Rhythmus passte sich dem an, mit dem ich Jonas im Mund hatte. Ich nahm ihn tiefer, nicht bis zum Ende, sondern so weit, wie es sich gut anfühlte, und meine Zunge drückte von unten. Seine Hand lag in meinem Haar, leicht, ohne zu führen, und er fragte einmal, ob der Druck stimme. Ich löste mich kurz, sagte ja, tiefer dürfe er nicht drücken, und nahm ihn wieder auf. Er gehorchte sofort. Das Vertrauen darin machte mich noch weicher zwischen den Beinen.
Mara schob einen Finger in mich, dann einen zweiten, als ich mich ihr entgegenbewegte. Ihr Daumen fand die Klitoris und blieb dort, kleine Kreise, nicht zu schnell. Ich stöhnte um Jonas herum. Der Teppich drückte in meine Knie, und ich verlagerte das Gewicht, ohne den Mund zu verlassen. Jonas sagte meinen Namen, leise, und dass er gleich kommen würde, wenn ich so weitermache. Ich ließ von ihm ab, weil ich ihn noch nicht so weit haben wollte, und sagte ihm das. Er lachte atemlos und strich mir über die Wange.
Wir standen auf, etwas ungelenk, und gingen ins Schlafzimmer, weil das Sofa zu schmal für das wurde, was wir alle drei wollten. Ich sagte das laut. Beide stimmten zu. Das Bett war breit, die Decke zurückgeschlagen, die Lampe auf der Kommode gedimmt. Ich legte mich in die Mitte, auf den Rücken, und bat sie, zu mir zu kommen, Mara links, Jonas rechts. Sie kamen. Eine Weile war da nur Küssen, Hände, das Gewicht von zwei Körpern, die sich nicht drängten.
Mara zog mir die Wäsche ganz aus. Jonas half, indem er das Stück Stoff an meinen Knöcheln abstreifte, und fragte, ob er mich mit dem Mund berühren dürfe. Ich sagte ja, und spreizte die Beine, nicht weit, nur genug. Er legte sich zwischen sie, die Schultern unter meinen Oberschenkeln, und küsste zuerst die Innenseite, langsam hinauf. Mara küsste meinen Mund, während sein Atem mich erreichte. Als seine Zunge mich endlich traf, flach und warm, bog ich den Rücken durch und hielt Maras Hand so fest, dass sie leise lachte und mich bat, nicht zu zerdrücken. Ich lockerte den Griff und führte ihre Hand stattdessen an meine Brust.
Jonas leckte mich mit einer Geduld, die mich fast ungeduldig machte. Er umkreiste die Klitoris, saugte leicht, ließ wieder ab, und schob dabei die Zunge tiefer, dorthin, wo ich schon offen war. Mara beobachtete mein Gesicht und küsste mich jedes Mal, wenn ein Laut aus mir herauswollte. Ich sagte ihnen, was sich gut anfühlte: langsamer an der Spitze, fester mit der Zunge darunter, ein Finger dazu, wenn er wollte. Jonas fragte, und ich sagte ja. Sein Finger glitt hinein, gekrümmt, und suchte, bis ich zusammenzuckte und ja sagte, genau dort.
Die Spannung stieg schnell. Ich spürte sie im Bauch, in den Oberschenkeln, in der Art, wie meine Hüften gegen seinen Mund arbeiteten. Mara flüsterte, ich solle kommen, wenn ich wolle, es sei genug Zeit für alles danach. Das erlaubte mir den letzten Schritt. Ich kam mit einem langen, offenen Laut, die Ferse in die Matratze gedrückt, Maras Mund an meiner Schläfe, Jonas’ Zunge noch an mir, bis ich seine Schulter berührte und ihn bat, kurz aufzuhören, weil es zu viel wurde. Er hob den Kopf sofort. Sein Kinn glänzte. Er sah zufrieden aus, nicht stolz auf eine Leistung, sondern froh, dass es mir so gegangen war.
Ich brauchte einen Moment, in dem niemand mich an der empfindlichen Stelle berührte. Sie gaben ihn mir. Jonas küsste mein Knie. Mara strich über meinen Bauch, weit genug oberhalb. Als der Nachhall nachließ, zog ich Mara zu mir herunter und sagte, jetzt wolle ich sie schmecken. Sie setzte sich über mein Gesicht, die Knie neben meinen Ohren, und fragte, ob das Gewicht in Ordnung sei. Ich sagte, sie solle sich auf die Arme stützen und nicht ganz niederlassen, und sie tat es. Ihr Geschmack war salzig und süß zugleich, anders als meiner, und ich leckte sie mit demselben Eifer, den Jonas mir gerade gegeben hatte.
Jonas kniete neben uns. Er fragte Mara, ob er ihre Brüste anfassen dürfe, und sie sagte ja, bitte. Seine Hände kamen von der Seite, und ich sah aus dem Augenwinkel, wie ihre Brustwarzen sich unter seinen Daumen aufrichteten. Mara bewegte die Hüften in einem kleinen Kreis über meinem Mund. Ich hielt sie an den Oberschenkeln und führte sie dorthin, wo meine Zunge am besten traf. Sie wurde lauter, kurze, helle Laute, und sagte meinen Namen, dann Jonas’ Namen, als wolle sie uns beide im selben Atemzug behalten.
Ich schob zwei Finger in sie, während ich weiter leckte, und sie kam schneller, als ich erwartet hatte, die Schenkel zitternd, eine Hand in meinem Haar, nicht ziehend, nur haltend. Sie hob sich von mir, als es zu empfindlich wurde, und ließ sich neben mich fallen, das Gesicht gerötet, ein Lachen in der Kehle, das kein Spott war. Ich wischte mir den Mund am Laken ab und küsste sie, damit sie sich selbst auf meinen Lippen fand. Sie küsste zurück, offen und dankbar.
Jonas war noch hart, und er hatte uns zugesehen, eine Hand lose um sich selbst, ohne zu hetzen. Ich setzte mich auf, noch weich von meinem eigenen Kommen, und fragte ihn, ob er in mir sein wolle. Er sagte ja. Ich fragte Mara, ob sie dabei sein wolle, nah, mit Händen und Mund, oder ob sie einen Moment nur zusehen wolle. Sie sagte, sie wolle dabei sein, und sie wolle sehen, wie ich ihn aufnehme. Wir sprachen kurz über Schutz. Ich hatte Kondome in der Schublade, ungeöffnet, und Jonas holte eines, zeigte es uns, und streifte es über, während ich auf dem Rücken lag und Mara meine Hand hielt.
Er kam über mich, stützte sich auf die Unterarme, und führte sich mit einer Hand. Die Spitze drückte gegen mich, und er hielt inne. Ich sagte, jetzt, langsam. Er schob sich hinein, Zentimeter um Zentimeter, und die Dehnung war voll und gut, ein anderes Gefühl als Finger, wärmer, dichter. Ich atmete aus und zog die Knie höher. Mara küsste meine Brust, während er ganz in mir war und stillhielt, bis ich nickte.
Er bewegte sich in einem ruhigen Rhythmus, nicht tief stoßend am Anfang, sondern gleitend, und jedes Mal, wenn er sich zurückzog, spürte ich die Leere und wollte ihn wieder. Ich sagte das. Er kam tiefer. Das Geräusch unserer Körper war leise und nass, und dazu Maras Atem an meiner Haut und Jonas’ Stimme, die fragte, ob der Winkel stimme. Ich bat ihn, das Becken ein wenig zu heben. Er tat es, und der nächste Stoß traf eine Stelle, die mich aufstöhnen ließ. Mara lächelte an meiner Brustwarze und saugte fester, als habe sie das Geräusch als Erlaubnis genommen.
Ich wollte Mara näher an dem teilhaben lassen, was zwischen meinen Beinen geschah. Ich bat Jonas, kurz stillzuhalten, und schob eine Hand zwischen uns, nicht um ihn zu verdrängen, sondern um Mara den Weg zu zeigen. Sie verstand. Während er langsam weiterstieß, legte sie zwei Finger auf meine Klitoris und rieb im Takt. Die doppelte Berührung war fast zu viel und genau richtig. Ich sagte beiden, sie sollten nicht schneller werden, nur genauso bleiben. Sie blieben.
Die zweite Welle baute sich anders auf als die erste, tiefer, mit einem Ziehen im Unterleib, das mit jedem Stoß stärker wurde. Ich sah Jonas an. Sein Gesicht war konzentriert, die Lippen offen, und er hielt meinen Blick, als wolle er nichts verpassen. Mara flüsterte, ich sei schön so, offen, zwischen ihnen. Das Wort traf mich härter als die Bewegung. Ich kam wieder, diesmal enger um ihn herum, die Innenmuskeln zuckend, ein Laut, der in Maras Kuss zerbrach, weil sie gerade meinen Mund gefunden hatte. Jonas fluchte leise, hielt aber den Rhythmus, bis ich seine Hüfte berührte und um eine Pause bat.
Er zog sich zurück, vorsichtig, und setzte sich auf die Fersen. Das Kondom glänzte. Ich lag da und spürte das Nachbeben in den Beinen. Mara strich mir das Haar aus der Stirn. Niemand sprach eine Weile. Draußen fuhr ein Auto vorbei, und das Geräusch erinnerte mich daran, dass die Wohnung in einer Stadt stand und nicht außerhalb der Zeit.
Jonas fragte, ob wir aufhören wollten oder weiter. Ich sagte, ich wolle weiter, aber nicht sofort in derselben Stellung, und ich wolle Mara wieder spüren, während er in mir sei, wenn das für beide noch gut sei. Mara sagte, sie wolle auf mir liegen, Gesicht zu mir, und ihn hinter mir wissen, nicht in ihr, sondern in mir, so dass sie meine Reaktionen küssen könne. Jonas sagte, das wolle er, und er wolle vorher hören, ob Mara selbst noch genommen werden wolle oder nicht. Mara sagte, heute nicht von ihm, ihr Körper wolle Finger und Mund, kein Eindringen von ihm, und das gelte für den Rest der Nacht. Er nickte ohne Enttäuschung, die ich hätte sehen können, und sagte, dann bleibe es so.
Wir tranken Wasser aus dem Glas auf dem Nachttisch, abwechselnd, und die kleine Pause machte die Haut wieder empfänglich. Ich legte mich auf die Seite, Mara vor mir, unsere Beine ineinander, und Jonas kam von hinten an mich heran. Er fragte noch einmal, bevor er eintrat. Ich führte ihn selbst. Der Winkel war enger so, und ich musste das obere Bein anheben, das Mara dann über ihre Hüfte zog, damit es nicht ermüdete. Er füllte mich wieder, langsamer als zuvor, und seine Brust lag an meinem Rücken, warm und etwas feucht.
Mara küsste mich, während er sich bewegte. Ihre Hand lag zwischen uns, an meiner Klitoris, und manchmal glitt sie tiefer, bis ihre Finger den Ansatz seines Glieds streiften, dort, wo er in mich hinein- und herausglitt. Sie fragte ihn, ob das für ihn in Ordnung sei. Er sagte ja, sehr. Ich spürte ihre Finger und ihn zugleich und verlor für ein paar Atemzüge die Fähigkeit, in ganzen Sätzen zu denken. Was blieb, waren Bitten: so, nicht schneller, küss mich, bleib.
Jonas’ Hand lag auf meiner Hüfte, der Daumen in der Mulde über dem Knochen. Er stieß nicht hart. Die Bewegung war ein gleichmäßiges Gleiten, das mich von innen ausfüllte und Maras Finger jedes Mal ein wenig gegen mich drückte. Ich kam nicht sofort wieder. Stattdessen blieb ich in einem hohen, offenen Zustand, in dem jeder Stoß ein fast-Kommen war und keines. Das war auf seine Art intensiver. Ich sagte ihnen, sie sollten nicht auf ein Ziel hin arbeiten, nur bleiben. Mara verstand sofort. Jonas auch. Eine Weile war da nur dieses Bleiben, Atem, Haut, das leise Geräusch des Bettes.
Dann wollte ich Mara unter meiner Hand haben. Ich schob die Finger zwischen ihre Beine, fand sie wieder nass, und rieb sie, während Jonas in mir war und sie mich rieb. Es wurde ein Kreis aus drei Berührungen. Mara stöhnte in meinen Mund. Ihre Hüften suchten meine Hand. Ich krümmte zwei Finger in sie, der Handballen an ihrer Klitoris, und sie bewegte sich dagegen in demselben Takt, in dem Jonas sich in mir bewegte. Das Gleichmaß zerbrach irgendwann, und das war gut so, weil jeder Körper seinen eigenen Punkt fand.
Mara kam zuerst von uns dreien in dieser Runde, die Stirn an meiner, ein langes Zittern, das ich in meiner Handfläche spürte. Sie bat mich, die Finger stillzuhalten, aber nicht herauszuziehen, und ich blieb in ihr, ohne zu bewegen, bis sie ausatmete und nickte. Jonas hatte seinen Rhythmus gehalten. Ich spürte, wie nah er war, an der Art, wie seine Stöße kürzer wurden und sein Atem an meinem Nacken stockte. Ich sagte, er dürfe kommen, ich wolle es spüren, auch durch das Kondom, das Nachgeben seines Körpers. Er fragte ein letztes Mal. Ich sagte ja.
Er kam mit einem tiefen Laut, die Hüfte fest an mich gedrückt, und hielt sich dort, während es durch ihn ging. Ich spürte das Pulsieren, gedämpft und trotzdem deutlich, und legte meine Hand über seine an meiner Hüfte. Mara küsste meine Wange, dann seine Schulter, soweit sie heranreichte, und sagte nichts, was den Moment kleiner gemacht hätte. Als er sich zurückzog, tat er es langsam und hielt das Kondom fest. Er verknotete es, stand auf und brachte es ins Bad, und das Gewöhnliche dieser Geste rührte mich mehr, als ich erwartet hatte.
Ich blieb mit Mara im Bett, unsere Beine noch verschlungen, und wir küssten uns ohne Eile. Meine Haut war empfindlich, besonders zwischen den Beinen, und sie berührte mich dort nicht, bis ich ihre Hand selbst wieder hinunterführte und sagte, nur außen, ganz leicht, ich wolle noch einmal, wenn es ginge. Es ging. Sie rieb mich mit zwei Fingern, flach, langsam, und ich kam ein drittes Mal, kleiner als die anderen, ein kurzes, helles Zusammenziehen, das mich zum Lachen brachte, weil es so plötzlich und so freundlich war.
Jonas kam zurück, nackt, mit einem feuchten Tuch, und fragte, ob jemand es wolle. Ich nahm es und wischte mich ab, Mara auch, und er legte sich auf die andere Seite von mir, so dass ich zwischen ihnen lag. Die Lampe brannte noch. Im Wohnzimmer stand der Wein wahrscheinlich warm geworden auf dem Tisch, und die drei leeren Stühle waren noch da, aber sie gehörten nicht mehr zu diesem Zimmer.
Wir sprachen leise. Mara sagte, sie habe Angst gehabt, der Abend würde in Höflichkeit versanden, und sie sei froh, dass ich in der Küche den Satz gesagt hatte. Jonas sagte, er habe die alte Nachricht nie als Forderung gemeint und sei dankbar, dass sie heute eine Antwort bekommen hatte, die nicht aus Schuld bestand. Ich sagte, ich habe beide gewollt, nicht als Ersatz füreinander, und das sei heute wahr gewesen. Niemand widersprach. Die Körper bestätigten es noch, warm an meinen Seiten, ohne etwas beweisen zu müssen.
Eine Weile dösten wir. Ich war nicht ganz eingeschlafen, nur in diesem Zustand, in dem die Glieder schwer werden und die Gedanken keine Kanten mehr haben. Maras Hand lag auf meinem Bauch. Jonas’ Atem ging gleichmäßig an meinem Rücken. Irgendwann bewegte sich Mara, küsste meine Schulter und sagte, sie habe noch Durst und wolle nicht, dass die Nacht schon in Schlaf übergehe, wenn wir alle noch wach genug seien. Ich war wach genug. Jonas auch.
Wir gingen nicht zurück an den Tisch. Jonas holte die Gläser und die Karaffe, und wir tranken im Bett, die Decke über den Hüften, die Oberkörper frei. Der Wein schmeckte jetzt anders, wärmer, und ich mochte ihn trotzdem. Mara erzählte von einer Reise, die sie im Frühjahr gemacht hatte, und mitten im Satz legte sie die Hand auf Jonas’ Knie, eine freundliche Berührung, keine Einladung zu mehr, und er ließ sie dort. Ich sah die beiden an und spürte keine Eifersucht, nur eine ruhige Freude, dass die alte Anziehung nicht nur meine gewesen war.
Das Verlangen kam noch einmal zurück, nicht als Dringlichkeit, sondern als Neugier, ob die Körper noch einmal zusammenfinden würden, nachdem sie schon so viel gegeben hatten. Ich sagte das laut. Mara lächelte und sagte, sie wolle mich noch einmal lecken, wenn ich auf dem Rücken liege und Jonas mich küsst, und sie wolle nicht, dass jemand in sie eindringe. Jonas sagte, er brauche eine Weile, bis er wieder hart sei, und er wolle in der Zeit zusehen und küssen und anfassen, wo es gewünscht sei. Ich sagte ja zu allem davon.
Ich legte mich hin. Mara rutschte zwischen meine Beine, küsste die Innenseite der Oberschenkel, die noch etwas wund von der Aufmerksamkeit waren, und wartete, bis ich die Hüften einlud. Ihre Zunge war weicher als zuvor, weniger auf ein Ziel gerichtet, mehr ein langsames Kennenlernen dessen, was nach dem Kommen noch empfindlich und was schon wieder hungrig war. Jonas lag neben mir und küsste meinen Mund im selben Tempo. Ich hielt sein Gesicht in beiden Händen. Zwischen den Küssen sagte ich Mara, ein wenig höher, ja, dort bleiben.
Es dauerte länger diesmal, und das war kein Mangel. Die Erregung stieg in flachen Wellen, fiel, stieg wieder. Jonas wurde unter meiner Hand wieder hart, ohne dass wir es zur Aufgabe gemacht hätten. Ich fragte ihn, ob er meinen Mund wolle, während Mara mich leckte. Er sagte ja, wenn ich den Hals nicht verdrehen müsse. Wir lagerten Kissen um, bis ich seitlich genug liegt, um ihn mit den Lippen zu erreichen, ohne die Stellung zu verlieren, in der Maras Mund an mir blieb. Es war ein wenig ungelenk und dadurch wahr. Ich nahm ihn auf, schmeckte Haut und ein wenig von dem, was das Kondom nicht ganz verborgen hatte, und das störte mich nicht.
Mara hob den Kopf einmal und sah uns an, die Augen dunkel, und sagte, das Bild wolle sie behalten. Dann senkte sie sich wieder und saugte sanft an meiner Klitoris, zwei Finger in mir, langsam krümmend. Die Kombination aus ihrem Mund und Jonas in meinem brachte mich näher, als ich in dieser ruhigen Runde erwartet hatte. Ich ließ von Jonas ab, um atmen zu können, und sagte Mara, sie solle genau so weitermachen, nicht fester. Sie tat es. Ich kam mit einem leisen, fast überraschten Laut, die Hand an Jonas’ Hüfte, die andere in Maras Haar, und beide blieben bei mir, bis ich sie bat, still zu werden.
Danach wollte ich Jonas noch einmal, nicht aus Pflicht, sondern weil sein Glied in meiner Hand noch hart war und mein Körper, obwohl empfindlich, eine letzte langsame Füllung wollte. Ich sagte das und fügte hinzu, es dürfe kurz sein und solle aufhören, sobald ich unwohl werde. Er holte ein neues Kondom. Mara setzte sich an das Kopfende und nahm mich in den Arm, so dass ich mit dem Rücken an ihrer Brust lag, die Beine offen. Jonas kniete zwischen ihnen. Er trat ein, sehr langsam, und die Empfindlichkeit war real, ein Brennen am Rand der Lust. Ich sagte, flacher, nicht so tief. Er verkürzte die Bewegung sofort. So war es gut: ein gleitendes, begrenztes Stoßen, Maras Arme um mich, ihre Hände auf meinen Brüsten, ihr Mund an meinem Ohr.
Ich kam nicht noch einmal, und das musste ich nicht. Es reichte, ihn in mir zu spüren und Maras Herz an meinem Rücken und zu wissen, dass beide auf meine Stimme hörten. Jonas kam nach einer kurzen Weile, das Gesicht an meinem Knie, das er hochgezogen hatte, und sein Laut war leiser als beim ersten Mal. Er blieb einen Atemzug in mir, zog sich dann zurück und entsorgte das Kondom wie zuvor, ohne Theater. Als er zurückkam, roch er nach Seife an den Händen.
Wir lagen zu dritt unter der Decke, diesmal wirklich müde. Die Lampe brannte noch, und niemand stand auf, um sie zu löschen. Mara sagte, sie wolle bleiben, wenn das Bett groß genug sei und ich das wolle. Ich wollte. Jonas fragte dasselbe, und ich sagte ja, mit dem Zusatz, dass Frühstück nicht versprochen sei, aber Kaffee schon. Er lachte in mein Haar. Draußen war es stiller geworden. Die Party, die ich für fünf geplant hatte, war eine Nacht für drei geworden, und die leeren Stühle im anderen Zimmer taten nichts mehr zur Sache.
Ich lag zwischen ihnen und spürte, wie die Hitze langsam aus der Haut wich und eine andere Wärme blieb, die nichts mit Leistung zu tun hatte. Maras Finger zeichneten kleine Linien auf meinem Unterarm. Jonas’ Knie lag an meinem. Ich dachte an den Sommer vor acht Jahren, an die Haarsträhne, an die unbeantwortete Nachricht, und daran, dass die Antwort heute nicht in Worten allein gelegen hatte. Sie hatte in jedem Ja gelegen, das wir uns gegeben hatten, und in jedem Innehalten.
Bevor der Schlaf kam, sagte Mara noch, sie sei froh, dass wir nicht so getan hätten, als sei das nur der Wein gewesen. Jonas stimmte zu. Ich auch. Der Wein hatte geholfen, den ersten Satz zu sagen, aber nicht den Kuss geführt und nicht die Hände. Das waren wir gewesen, wach und einverstanden, in einem Zimmer mit zugezogenen Vorhängen und einem Bett, das am Ende genau weit genug gewesen war. Ich schloss die Augen. Ihre Atemzüge legten sich links und rechts neben meinen, und die Nacht hielt uns, ohne noch etwas zu verlangen.
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