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Die Wette unter den Lichterketten

Gruppensex · 20 Minuten lesen · 26 Minuten hören

Gelesen von Ekaterina

Teil 2 der Serie Gemeinsame Nächte (4)

Der Abend roch nach gegrilltem Gemüse, nach warmem Gras und nach dem süßen Rest von Weißwein, den jemand über den langen Holztisch verschüttet hatte. Ich stand am Rand der Wiese, zweiunddreißig Jahre alt, die Schuhe in der Hand, und sah zu, wie die Lichterketten über dem Sommerfest unserer Firma im leichten Wind schwankten. Mara lehnte neben mir an der Buchenhecke. Sie war dreißig, trug ein dunkles Kleid mit offenen Schultern, und ihr Lachen lag mir seit dem Frühjahr im Ohr, heller als die Musik aus den Boxen. Henrik kam mit drei Gläsern Wasser, nicht mit Wein. Er war fünfunddreißig, die Ärmel hochgekrempelt, und er stellte die Gläser so hin, dass jeder von uns eines greifen konnte, ohne den anderen schon zu berühren.

Wir hatten die Wette am Nachmittag ausgesprochen, als die Tische noch leer waren und die Technik die Kabel prüfte. Kein Spaß auf Kosten von irgendwem und kein Druck aus dem Büro. Wir drei arbeiteten auf derselben Ebene, niemand von uns führte die anderen, und genau das hatten wir laut gesagt, bevor irgendetwas auf Papier kam. Drei Erwachsene, drei Stimmen, drei Unterschriften auf der Rückseite einer Einladungskarte, die ich seitdem in der Innentasche meines Kleides trug.

Die Regeln waren kurz und wir hatten sie einander vorgesagt, bis jede Formulierung saß. Wer beim Boulespiel auf der Wiese verlor, führte die anderen beiden nach dem Feuerwerk in das Gästehaus am Ende des Gartens, das die Firma für den Abend gemietet und dann doch nicht belegt hatte. Der Schlüssel lag beim Empfang, Henrik hatte ihn sich mit einem ehrlichen Satz geholt: falls jemand aus der Stadt nicht mehr fahren wolle. In dem Haus galt nur, was wir vorher benannt hatten. Küssen, Ausziehen, Hände, Münder, und wenn wir es alle drei noch wollten, auch das Übrige, miteinander, in welcher Folge wir es in dem Moment aussprachen. Eine Stunde, dann eine Pause, in der jeder neu entscheiden durfte. Das Wort Halt beendete alles, ohne Begründung und ohne Nachfragen in derselben Minute. Keine Bilder, keine Nachrichten, am Montag im Büro kein Wort darüber, es sei denn, einer von uns brachte es selbst zur Sprache. Wer gehen wollte, ging, und der Schlüssel kam zurück, als wäre nur ein Glas Wasser getrunken worden.

Ich hatte die Karte zweimal gelesen, bevor ich unterschrieb. Mara hatte ihre Unterschrift langsam gesetzt und danach gelacht, nicht aus Verlegenheit, sondern weil ihr die eigene Klarheit gefiel. Henrik hatte den Satz wiederholt, der mir am wichtigsten war: Niemand gewinnt einen Körper. Die Wette entscheidet nur, wer die Tür aufschließt. Alles danach bleibt eine Frage, die dreimal mit Ja beantwortet werden muss.

Auf der Wiese wurde es lauter. Kollegen standen in kleinen Gruppen, Teller in der Hand, und die Lichterketten warfen warme Kreise auf das Gras. Ich kannte die Gesichter und ließ sie Namen sein, die ich an diesem Abend nicht brauchte. Mara strich sich eine Strähne hinter das Ohr und sah mich an, als prüfe sie, ob ich noch dieselbe war wie am Nachmittag. Ich war es. Mein Herz schlug nur schneller, weil die Regeln nicht mehr nur Worte waren, sondern eine Tür, die irgendwo hinter den Buchsbäumen schon offen stand.

Wir spielten, als die Reden vorbei waren und die meisten sich dem Buffet zuwandten. Drei Kugeln, ein kleines Feld, das Henrik mit zwei Jacken abgesteckt hatte. Die Regeln des Spiels waren so schlicht wie die anderen: wer am weitesten von der Zielkugel lag, hatte verloren. Mara warf ruhig und landete nah. Henrik landete näher. Ich warf zu fest, die Kugel rollte über das abgesteckte Gras hinaus, und ein Kollege am Buffet klatschte, ohne zu wissen, worum es ging. Ich hob die Kugel auf, spürte das warme Metall in der Hand und wusste, dass ich verloren hatte, bevor die anderen es aussprachen.

Mara sagte es trotzdem, leise, nur für uns. Du schließt auf. Ich nickte. Henrik fragte, ob ich es noch wolle, nicht als Floskel, sondern mit demselben Ton, in dem er am Nachmittag die Karte vorgelesen hatte. Ich wollte es. Ich sagte das Wort Ja so deutlich, dass es zwischen den Lichterketten nicht unterging. Mara sagte ihres. Henrik sagte seines. Drei Antworten, wie vereinbart, noch auf der Wiese, noch bevor wir einen Schritt in Richtung Haus taten.

Das Feuerwerk war kurz, ein höfliches Gold über den Dächern, und danach löste sich das Fest in Gespräche auf, die uns nicht mehr brauchten. Wir gingen nicht zusammen den Hauptweg hinunter. Mara nahm den Kiesweg links, ich den Rasen, Henrik wartete schon an der niedrigen Tür, den Schlüssel in der offenen Hand, damit ich ihn nehmen konnte und nicht er. Das gehörte zur verlorenen Wette. Ich schloss auf. Das Holz roch nach Sonne, die den Tag über darauf gelegen hatte. Drinnen war es stiller, nur das Summen eines Kühlschranks und von draußen, gedämpft, die letzten Lieder.

Im kleinen Wohnraum stand ein Sofa, ein Tisch, eine Lampe mit Stoffschirm. Hinter einer offenen Tür lag ein Bett mit weißer Decke, breit genug, dass drei Menschen sich nicht an den Rand drängen mussten. Ich stellte die Schuhe ab, die ich noch immer trug, und drehte mich zu den beiden um. Mara schloss die Tür von innen, ohne den Riegel vorzulegen. Henrik blieb stehen, bis ich ihn bat, näher zu kommen. Auch das hatten wir so gesagt: wer die Tür aufschließt, spricht die erste Einladung aus.

Ich sprach sie. Kommt her. Beide. Wenn ihr noch wollt. Mara kam zuerst, barfuß inzwischen, und legte die Hand an meine Wange, warm und trocken. Ihr Mund fand meinen ohne Hast. Sie schmeckte nach dem Wasser aus dem Glas und nach etwas Süßem, das sie am Buffet gegessen haben musste. Ich öffnete die Lippen, und ihre Zunge strich langsam über meine, eine Frage, die ich mit dem gleichen langsamen Zug beantwortete. Hinter mir hörte ich Henriks Atem. Ich löste mich einen Moment von Mara, drehte den Kopf und sah ihn an. Auch du. Er trat an meine andere Seite, und sein Kuss war anders, fester am Anfang, dann weicher, als ich die Hand in seinen Nacken legte und ihn zu dem Tempo zog, das ich wollte.

Wir küssten uns zu dritt, nicht immer gleichzeitig, aber ohne dass jemand außen blieb. Mara küsste Henrik, während ihre Finger an meinem Nacken blieben. Ich sah ihnen zu und spürte, wie die Hitze in meinem Bauch sich sammelte, nicht als Schreck, sondern als etwas, das ich seit Wochen schon geahnt hatte, wenn wir zu dritt nach Feierabend noch an der Ecke standen und keiner den ersten Satz sagte. Jetzt war der Satz gesagt. Die Regeln lagen auf dem Tisch, die Karte, die ich aus der Tasche gezogen und hingelegt hatte, damit sie im Raum war und nicht nur in meinem Kopf.

Henrik fragte nach dem Kleid. Ich nickte und hob die Arme. Mara fand den Reißverschluss zwischen meinen Schulterblättern und zog ihn langsam herunter, Zahn für Zahn, sodass die Luft an die Haut kam, bevor der Stoff fiel. Das Kleid rutschte mir bis zu den Hüften, und ich schob es selbst weiter, stieg heraus und stand in Unterwäsche vor ihnen, nicht verlegen, nur sehr wach. Mara sah mich an, als lese sie eine Seite, die sie schon kannte und trotzdem noch einmal wollte. Du bist schön, sagte sie, schlicht, und ich glaubte es, weil sie es nicht als Schmuck sagte.

Ich wollte ihre Haut sehen. Ich bat sie, und sie drehte sich, damit ich den kleinen Haken ihres Kleides lösen konnte. Der Stoff glitt von ihren Schultern, und darunter war sie nackt bis auf einen schmalen Slip. Ihre Brüste hoben sich mit dem Atem, die Brustwarzen schon fest, und ich legte die Hand darunter, spürte das Gewicht, den warmen Bogen, und strich mit dem Daumen einmal über die Spitze. Mara atmete aus, ein kurzer Laut, der mir direkt zwischen die Beine ging. Henrik hatte sein Hemd aufgeknöpft, ohne dass wir ihn darum bitten mussten, und als ich mich zu ihm drehte, stand er mit offenem Kragen da, die Brust breit, die Haut am Hals gerötet.

Zieh aus, sagte ich, und er tat es, Hemd, Gürtel, Hose, bis er in kurzen dunklen Shorts vor uns stand. Mara und ich sahen ihn an, dann einander, und in ihrem Blick lag dasselbe hungrige Einverständnis, das ich in meinem eigenen spürte. Wir gingen ins Schlafzimmer, nicht im Lauf, sondern mit den Händen ineinander, meine in Maras, Maras andere in Henriks. Die Lampe im Wohnraum ließ einen Streifen Licht über die weiße Decke fallen. Ich schlug sie zurück.

Auf dem Bett knieten wir zuerst voreinander. Ich küsste Maras Hals, die Stelle unter dem Ohr, und sie neigte den Kopf, damit ich mehr Platz hatte. Henrik kniete hinter mir, seine Hände auf meinen Hüften, und fragte leise, ob das so richtig sei. Ja, sagte ich. Seine Lippen legten sich zwischen meine Schulterblätter, und seine Hände wanderten nach vorn, über den Bauch, bis zu den Körbchen, die ich noch trug. Er öffnete sie, Mara half von vorn, und dann waren meine Brüste frei in der warmen Luft. Mara nahm eine in den Mund, saugte langsam, die Zunge kreiste um die Brustwarze, und ich stöhnte, leise zuerst, dann offener, weil niemand außer uns das hören sollte und weil ich aufhören wollte, den Laut zurückzuhalten.

Henriks Hand glitt über meinen Bauch nach unten, blieb am Bund meines Slips liegen und wartete. Ich führte sie selbst darunter. Seine Finger fanden mich warm und schon glatt vor Nässe, und er atmete gegen meinen Rücken, als hätte ihn das überrascht, obwohl wir alle wussten, wohin der Abend führte. Er strich langsam durch die Falten, nicht sofort auf die empfindlichste Stelle, sondern daneben, bis ich die Hüften gegen seine Hand schob und ihm damit sagte, wo ich ihn wollte. Mara hob den Kopf von meiner Brust, sah mir ins Gesicht und fragte, ob sie mich auch anfassen dürfe. Ich nahm ihre Hand und legte sie neben Henriks.

Zwei Hände, verschiedene Tempi. Mara kannte den kleinen Kreis besser, den eine Frau an einer Frau sucht, und sie fand meine Klitoris mit zwei Fingern, die sich leicht und stetig bewegten. Henrik hielt mich von hinten, ein Finger glitt vorsichtig in mich, dann ein zweiter, als ich nickte, und das Gefühl, gefüllt zu sein, während Mara außen an mir arbeitete, zog mir die Knie weich. Ich stützte mich auf Maras Schultern. Mein Mund fand ihren wieder. Wir küssten uns nass und offen, während ihre Finger nicht aufhörten und Henriks in mir ein langsames Stoßen begannen, das sich an ihren Kreis anpasste.

Ich wollte nicht die Einzige sein, die zitterte. Ich löste mich genug, um Mara auf den Rücken zu legen, und zog ihr den Slip über die Schenkel, über die Knie, von den Füßen. Sie öffnete die Beine ohne Theater, eine Einladung, die so klar war wie ihr Ja auf der Wiese. Ich küsste die Innenseite eines Schenkels, dann des anderen, roch ihre Wärme, salzig und süß, und legte den Mund auf sie. Sie schmeckte deutlich, und ich leckte langsam von unten nach oben, lernte in den ersten Zügen, wo sie die Luft anhielt. Als meine Zunge ihre Klitoris traf, hob sie die Hüften, und ihre Hand fand mein Haar, nicht zerrend, nur haltend.

Henrik kniete neben uns und sah zu, die Hand auf seinem eigenen Schoß, über dem Stoff, der sich deutlich spannte. Ich hob den Kopf einen Moment. Zieh das aus, sagte ich. Er tat es. Sein Glied stand schwer und gerade, die Spitze schon feucht, und Mara drehte den Kopf auf dem Kissen, sah ihn an und streckte die Hand aus. Er rutschte näher, sodass sie ihn umfassen konnte, während ich wieder den Mund auf sie senkte. Das Bild brannte sich ein: Maras Finger um ihn, mein Kopf zwischen ihren Schenkeln, sein leises Stöhnen, das in den stillen Raum fiel.

Ich leckte sie stetiger, zwei Finger in ihr, gekrümmt nach vorn, und spürte, wie sie sich um sie zog. Mara sagte meinen Namen, dann Henriks, dann nur noch Ja, und ihr Oberschenkel zitterte an meiner Wange. Sie kam mit einem offenen Laut, die Hand in meinem Haar fester für drei Atemzüge, dann locker, und ich blieb bei ihr, langsamer, bis sie mich an der Schulter nach oben zog, weil es zu viel wurde. Ihr Gesicht war gerötet, die Augen klar. Sie küsste mich und schmeckte sich selbst auf meinen Lippen, ohne zurückzuweichen.

Jetzt du, sagte sie zu mir, und zu Henrik: Wie sie es will. Ich setzte mich auf, das Herz laut, und sagte, was ich wollte, weil die Regeln das verlangten und weil ich es ohnehin nicht mehr nur denken konnte. Ich will dich in mir. Und ich will Maras Mund. Henrik fragte nach Schutz. Ich hatte welche in der Tasche des Kleides, er auch in der seinen, wir hatten das am Nachmittag mit auf die Karte geschrieben, nüchtern und nötig. Er holte eines, rollte es über sich, und ich legte mich auf den Rücken, Mara an meiner Seite, ihre Hand auf meiner Brust.

Er kam über mich, stützte sich auf die Unterarme, und die Spitze lag an meinem Eingang, wartend. Ich nickte. Er schob sich langsam hinein, und die Dehnung war voll, heiß, genau an der Grenze zwischen viel und genau richtig. Ich atmete aus, bis er ganz in mir war, und hielt ihn dort einen Moment, die Beine um seine Hüften, nur um das Gewicht zu spüren. Dann sagte ich, beweg dich. Er zog sich zurück und kam wieder, langsame Stöße, die mich jedes Mal neu füllten. Mara küsste meinen Hals, meine Brust, und ihre Hand glitt zwischen uns, fand meine Klitoris und rieb sie im Takt seiner Hüften.

Das Zusammentreffen der beiden Rhythmen nahm mir die letzten höflichen Laute. Ich stöhnte offen, sagte fester, und Henrik gehorchte, nicht grob, aber tiefer, die Stirn an meiner, sein Atem heiß auf meinem Mund. Mara rutschte tiefer, und als Henrik sich etwas aufrichtete, legte sie den Mund dorthin, wo seine Stöße mich trafen, und leckte mich, während er in mir blieb. Die doppelte Berührung war fast zu viel. Ich griff ins Laken, dann in Maras Haar, und sagte Halt nicht, weil ich nicht aufhören wollte, sondern ihren Namen, damit sie blieb.

Henrik verlangsamte, als er merkte, wie nah ich war, und fragte, ob ich so kommen wolle. Ja. Mara leckte fester, kleine genaue Züge, und er stieß wieder, flach und stetig, genau dort, wo es in mir zog. Der Höhepunkt kam nicht als einzelner Schlag, sondern als Welle, die im Bauch begann und sich nach unten und nach oben zugleich warf. Ich kam um ihn herum, die Schenkel zitternd, ein Laut in seiner Schulter, den ich nicht mehr formte. Mara blieb bei mir, bis ich ihre Hand wegzog, überempfindlich und lachend vor Atemnot.

Wir hielten inne, wie die Regeln es für jede neue Wendung verlangten, auch wenn wir das Innehalten nicht als Formular meinten, sondern als Blick. Henrik war noch hart in mir, zurückhaltend, die Kiefermuskeln sichtbar. Mara strich ihm über den Rücken und fragte, was er wollte. Er sah sie an, dann mich. Euch beide. Nicht nur eine. Ich löste mich von ihm, setzte mich auf, und wir wechselten die Plätze ohne Eile, die Haut klebrig von Schweiß, das Laken schon zerdrückt.

Mara kniete auf allen vieren, sah über die Schulter und sagte, dass sie ihn so wollte, und dass ich vor ihr sein sollte, damit sie mich noch einmal schmecken konnte. Ich setzte mich vor ihr an das Kopfende, die Beine offen, und sie beugte sich herunter, der Mund wieder auf mir, weicher jetzt, weil ich noch empfindlich war, aber nicht weniger genau. Henrik kniete hinter ihr, die Hände auf ihren Hüften, und wartete auf ihr Nicken. Sie nickte, ohne den Mund von mir zu nehmen. Er drang in sie ein, langsam, und das Stöhnen, das sie dabei ausstieß, vibrierte direkt an meiner Klitoris.

Ich sah ihm über ihren Rücken hinweg ins Gesicht. Seine Augen waren dunkel, aufmerksam, nicht verloren. Er stieß in Mara in einem Tempo, das sie mit einem Heben der Hüften annahm, und jedes Mal, wenn er tiefer kam, leckte sie mich fester, als gäbe sie den Stoß an mich weiter. Ich hielt ihre Schultern, strich ihr über das Haar, sagte ihr, wie gut das sei, und sagte es auch ihm. Der Raum roch nach uns dreien, nach warmer Haut und nach dem Holz der Wände, und von draußen drang nur noch ein fernes Lachen, das uns nichts anging.

Mara hob den Kopf, die Lippen glänzend, und bat ihn, nicht nachzulassen. Dann nahm sie zwei Finger zu Hilfe an mir, während ihr Mund die Spitze umspielte, und ich spürte, wie sich eine zweite Welle anbahnte, tiefer und langsamer als die erste. Henrik beugte sich über Maras Rücken, küsste ihr die Schulter und fragte, ob sie mehr wolle. Sie sagte Ja, deutlicher als alles vorher, und er gab es ihr, die Stöße kräftiger, das Geräusch von Haut an Haut leise und regelmäßig. Ich kam wieder, kürzer, schärfer, die Hand vor dem eigenen Mund, und Mara lachte Atem gegen meinen Schenkel, stolz und zärtlich zugleich.

Sie wollte ihn sehen, wenn er kam, und sie wollte mich dabei. Wir drehten uns noch einmal. Henrik lag auf dem Rücken, das Kondom noch intakt, die Brust hebend. Mara setzte sich auf ihn, führte ihn selbst ein und sank herab, bis sie ihn ganz hatte. Ihr Kopf fiel in den Nacken, die Brüste bewegten sich mit jedem Heben der Hüften. Ich kniete neben ihnen, küsste Henrik, dann Mara, dann die Stelle, wo ihr Körper seinen aufnahm, die Zunge an ihrer Klitoris, während sie auf ihm ritt. Henrik fluchte leise, kein hässliches Wort, nur die Fassung, die ihm ausging, und seine Hände lagen auf Maras Oberschenkeln, die Daumen streichelnd, auch jetzt.

Mara ritt ihn schneller, ich blieb mit dem Mund bei ihr, und Henrik sagte, dass er nah sei. Mara sah mich an. Ich nickte. Sie auch. Er durfte. Sie beugte sich vor, küsste mich hart, und er stieß von unten in sie, drei, vier tiefe Züge, dann hielt er sich in ihr fest, das Gesicht verzogen vor Lust, ein langer Laut an ihrer Brust. Mara bewegte sich noch ein wenig auf ihm, rieb sich an meiner Zunge, und kam kurz nach ihm, die Schenkel um seine Hüften geschlossen, mein Name und seiner in einem einzigen Atem.

Wir blieben so, ineinander und nebeneinander, bis die Spannung aus den Gliedern wich. Henrik hielt Mara an der Taille, damit sie sich nicht zu schnell löste. Ich legte mich neben sie, die Hand auf ihrem Rücken, und spürte, wie ihr Herz unter der Haut schlug, schnell, dann langsamer. Draußen raschelte der Wind in den Lichterketten. Drinnen war nur unser Atem.

Die Stunde war noch nicht um, das wussten wir, ohne auf eine Uhr zu sehen. Die Regeln erlaubten eine Pause und eine neue Frage. Henrik zog sich vorsichtig zurück, entsorgte das Kondom, und kam mit einem Glas Wasser vom Tisch zurück, das er zuerst Mara reichte, dann mir, dann selbst trank. Niemand sprach von Sieg. Die verlorene Kugel auf der Wiese war nur noch ein Vorwand gewesen, den wir alle gekannt hatten, und gerade deshalb hatte er gehalten: weil unter ihm echte Fragen gelegen hatten, dreimal beantwortet.

Mara lag auf der Seite, den Kopf auf meinem Arm, und strich Henrik über die Brust, als er sich wieder zu uns legte. Ich fragte, ob jemand Halt sagen wolle. Beide schüttelten den Kopf. Ich auch nicht. Was ich wollte, war kein zweites Mal in derselben Heftigkeit, sondern die Nähe, die nach dem Lärm kommt. Wir küssten uns langsamer, Münder, die nicht mehr forderten, Hände, die über verschwitzte Haut wanderten, ohne ein Ziel außer dem Bleiben. Mara nahm meine Brustwarze zwischen die Lippen, zart, und Henrik küsste die Innenseite meines Knies, das über ihrem Schenkel lag. Es war noch Lust darin, aber eine, die sich Zeit ließ.

Ich spürte, wie Henrik wieder hart wurde, an meiner Hüfte, und ich fragte ihn, ob er noch einmal wolle, mit mir, während Mara zusah oder mitmachte, wie sie entschied. Er sagte Ja. Mara sagte, sie wolle zusehen und meine Hand halten und ihn küssen, wenn er nah sei. Wir nahmen ein neues Kondom. Ich legte mich auf die Seite, er hinter mich, und er drang von hinten in mich ein, langsam, weil ich noch empfindlich war und es ihm sagte. Es war ein anderes Gefühl, enger durch die Lage, wärmer durch die Müdigkeit, und ich drückte Maras Hand, während er sich in kleinen Bewegungen in mir wiegte.

Mara lag vor mir, unsere Stirnen dicht, und sah mir beim Atmen zu. Sie küsste mich jedes Mal, wenn ein Laut aus mir kam, und ihre freie Hand lag zwischen meinen Beinen, nicht reibend, nur haltend, der Handballen leicht an meiner Klitoris, sodass Henriks Stöße die Berührung von selbst machten. Es dauerte länger. Ich wollte, dass es dauerte. Henrik flüsterte an meinem Ohr, dass ich mich gut anfühlte, dass er bleiben könne, solange ich es wolle. Ich sagte, noch, und noch einmal noch, und irgendwann kippte die Langsamkeit doch in ein Ziehen, das ich nicht mehr steuern wollte. Ich kam leise, fast nur ein Ausatmen in Maras Mund, und kurz danach hielt Henrik inne, tief in mir, und kam mit einem gedämpften Laut an meinem Nacken, Maras Hand in seinem Haar, weil sie sich hinübergebeugt hatte, um ihn zu küssen, wie sie es gesagt hatte.

Danach war die Stunde um, oder nahe daran. Wir prüften es nicht mit der Uhr. Wir prüften es an uns. Ich sagte, dass ich fertig sei, im guten Sinn, satt und wach und ein wenig wund. Mara sagte dasselbe. Henrik auch. Wir standen nacheinander auf, wuschen uns im kleinen Bad, reichten einander das Handtuch, und es war seltsam alltäglich und gerade deshalb richtig. Niemand wandte sich ab, als wäre der Körper nach der Lust etwas geworden, das man verstecken müsste. Ich sah die Röte an Maras Hüften, wo Henriks Hände gelegen hatten, und die an meinen eigenen Brüsten, und es störte mich nicht.

Wir zogen uns an, ohne zu hetzen. Mein Kleid schloss Mara wieder, von hinten, der Reißverschluss in der umgekehrten Richtung, und sie küsste mich einmal zwischen die Schulterblätter, bevor der Stoff sich schloss. Henrik knöpfte sein Hemd und suchte meinen Blick, nicht unsicher, nur offen. Die Karte mit den Regeln lag noch auf dem Tisch. Ich nahm sie, faltete sie und steckte sie zurück in die Tasche. Nicht als Beweis gegen jemanden. Als Erinnerung daran, dass wir es so gewollt hatten, mit Sätzen, die man wiederholen konnte.

Draußen war das Fest dünner geworden. Die Lichterketten brannten noch. Ein paar Kollegen standen am Tor, und wir gingen nicht als Gruppe auf sie zu, sondern mit einem kleinen Abstand, wie Menschen, die zufällig denselben Weg zum Parkplatz nahmen. Mara blieb an der Hecke stehen, wo wir am Anfang gestanden hatten, und sagte leise, dass die Regeln auch für den Montag galten, und dass sie sich trotzdem freue, uns dort zu sehen. Ich sagte, ich mich auch. Henrik nickte, der Schlüssel schon in der Hand, um ihn am Empfang abzugeben, wie versprochen.

Im Auto saß ich einen Moment mit den Händen auf dem Lenkrad und spürte den Abend noch im Körper, in den Schenkeln, im Mund, in der Stelle zwischen den Schultern, wo Maras Kuss durch den Stoff zu gehen schien. Die Wette war verloren und gehalten worden. Drei Ja am Anfang, drei am Ende, und dazwischen nichts, was einer von uns zurücknehmen musste. Ich fuhr langsam die Allee hinunter, die Lichterketten im Rückspiegel ein warmes Band, und ließ das Fenster einen Spalt offen, damit die Nacht hereinkam und der Geruch von Gras sich mit dem mischte, was von uns dreien noch an meiner Haut hing.

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