Neue Sexgeschichten

Die Bitte um zwölf

Gruppensex · 19 Minuten lesen · 26 Minuten hören

Gelesen von Ivanna

Teil 3 der Serie Gemeinsame Nächte (5)

Die letzten Gäste zogen die Wohnungstür hinter sich zu, und das Knallen draußen wurde dünner, als gehöre es schon einer anderen Straße. In der Küche standen noch die Gläser mit den Goldrändern, der Sekt war warm geworden, und auf dem Fensterbrett lag Konfetti, das niemand mehr fegen wollte. Ich war neunundzwanzig, barfuß, das schwarze Kleid ein wenig verrutscht, und ich hörte Anton im Flur die Mäntel sortieren, ruhig wie immer. Lea kam aus dem Bad, die Wangen noch rot von der Kälte des Balkons, und blieb in der Tür stehen, als hätte sie einen Satz schon im Mund und wage ihn nicht.

Wir drei hatten die Party getragen, ohne es auszusprechen. Anton, zweiunddreißig, mein Mitbewohner seit zwei Jahren, hatte den Tisch gedeckt und die Lichterketten so gehängt, dass das Wohnzimmer weicher wirkte als sonst. Lea, achtundzwanzig, seine Freundin seit dem Herbst, hatte mit mir in der Küche gelacht, bis die anderen unruhig wurden, weil wir zu lange bei den Gläsern blieben. Ich hatte den ganzen Abend gespürt, wie ihr Blick an meinem Hals hängen blieb und wie Anton das bemerkte, ohne uns zu unterbrechen. Als die Uhr auf dem Herd zwölf zeigte, hatten wir uns auf dem Balkon umarmt, alle drei, länger als der Knall es verlangte, und ich hatte Leas Atem an meinem Ohr und Antons Hand warm an meinem Rücken gefühlt.

Jetzt war die Wohnung stiller als an jedem gewöhnlichen Abend. Ich stellte drei saubere Gläser auf den Tisch und goss den letzten Sekt ein, obwohl niemand mehr durstig war. Anton kam herein, das Hemd oben offen, die Ärmel hochgeschoben, und setzte sich nicht, sondern lehnte sich an die Lehne des Sofas. Lea legte ihre Jacke über den Stuhl und sah mich an, nicht flüchtig, sondern so, als wolle sie sicher sein, dass ich nüchtern genug war, um zu hören. Wir hatten getrunken, aber langsam, und ich kannte meinen Kopf: ich war wach, die Hände ruhig, die Worte klar.

„Bleib noch“, sagte Lea. Ihre Stimme war leise, nicht unsicher. „Nicht weil die Gläser noch da sind. Weil wir dich etwas fragen wollen, und weil wir es nicht als Scherz verkleiden werden, wenn es draußen ist.“

Anton nickte, ohne mich zu drängen. „Wir haben darüber gesprochen, Mira. Nicht heute zum ersten Mal. Wenn du nein sagst, bleibt der Abend ein Abend, und morgen früh gibt es Kaffee wie immer. Wenn du ja sagst, nehmen wir die Bitte nicht zurück, und du musst deine auch nicht zurücknehmen.“

Ich setzte mich auf die Sofakante und hielt das Glas, ohne zu trinken. Draußen fiel noch vereinzelt ein Licht über die Dächer, innen roch es nach Orange und nach dem Holz des Tisches. Ich hatte den Satz schon seit Wochen in mir getragen, in den Nächten, in denen ich ihre Stimmen durch die Wand hörte und nicht weghörte, und in den Morgen, an denen Lea in meinem Pullover Kaffee kochte, als gehöre sie schon ein wenig zu dieser Wohnung. Ich hätte ausweichen können. Ich tat es nicht.

„Dann sage ich es“, sagte ich. „Ich will euch beide. Heute, hier, nicht als Versuch, den man morgen für einen Rausch erklärt. Ich will, dass ihr mich fragt, bevor ihr weitergeht, und ich will dasselbe von mir. Das nehme ich nicht zurück.“

Lea atmete aus, als hätte sie die Luft seit Mitternacht gehalten. Sie kam zu mir, setzte sich so nah, dass unser Knie sich berührte, und fragte leise: „Darf ich dich küssen?“ Ich sagte ja, und sie küsste mich, zuerst nur mit dem Mund, warm und vorsichtig, der Sekt noch auf ihrer Lippe. Anton blieb stehen, bis ich den Kopf hob und ihn ansah. „Komm her“, sagte ich. „Wenn du willst.“ Er wollte. Er kniete sich vor das Sofa, legte eine Hand an mein Knie und wartete, bis ich sie höher schob, an den Saum des Kleides.

Der erste Kuss mit ihm war anders als der mit ihr, tiefer, bekannter durch all die Abende in dieser Wohnung und doch neu, weil Lea zusah und ihre Finger in mein Haar legte. Ich spürte, wie mein Puls in den Handgelenken schlug. Niemand lachte. Niemand machte einen Witz, der uns einen Ausgang gelassen hätte. Die Bitte stand im Raum wie ein drittes Glas, das niemand mehr umstieß.

„Langsam“, sagte Anton, und es klang nicht wie eine Warnung, sondern wie ein Versprechen. Lea öffnete den Reißverschluss meines Kleides nur ein Stück und fragte, ob sie weiter dürfe. Ich nickte, dann sagte ich es laut, weil Nicken in dieser Nacht nicht reichen sollte. Das Kleid rutschte von den Schultern. Die Luft der Wohnung war kühl auf der Haut, ihre Münder waren es nicht. Lea küsste meine Schulter, die Stelle über dem Schlüsselbein, dann die obere Wölbung der Brust, und Anton hielt meine Hand, während er zusah, wie ich unter ihren Lippen weicher wurde.

Ich zog Lea das Oberteil über den Kopf, nachdem sie es mir erlaubt hatte, und strich mit dem Daumen über ihre Brustwarze, bis sie die Augen schloss. Anton öffnete sein Hemd selbst, faltete es nicht, ließ es auf den Stuhl fallen. Sein Körper war mir aus dem Sommer bekannt, aus dem Flur, aus dem zufälligen Blick, wenn er aus der Dusche kam und das Handtuch zu tief saß. Heute durfte ich hinsehen, ohne wegzusehen. Ich legte die Hand auf seine Brust und spürte, wie schnell sein Herz ging, schneller als seine ruhige Stimme.

Wir zogen uns nicht in einem Ruck aus. Jedes Stück Stoff war eine Frage. Leas Rock. Meine Strumpfhose, die sie langsam über die Knie schob und an den Knöcheln abstreifte, die Lippen dabei an meiner Wade. Antons Gürtel, den ich öffnete, während Lea hinter mir saß und meine Brüste in beiden Händen hielt, nicht fest, nur gegenwärtig. Als ich nur noch im Slip war und sie nur noch im Höschen, hielt Anton inne und sah uns beide an. „Wollt ihr das wirklich so?“, fragte er. Lea sagte ja, ich sagte ja, und ich hörte in unserer Stimme denselben Ton, nicht betrunken, nicht überredet, nur entschieden.

Er führte uns nicht ins Schlafzimmer. Das Wohnzimmer war der Ort der Bitte, und wir blieben dort, auf dem Sofa und auf dem Teppich davor, zwischen den Kissen, die noch nach den Gästen rochen und bald nach uns riechen würden. Lea legte mich auf den Rücken, die Kissen im Kreuz, und küsste sich an mir hinab, über den Bauch, an den Hüften entlang, bis sie am Bund des Slips anhielt. „Darf ich?“, fragte sie. „Ja“, sagte ich, und meine Stimme war schon rau. Sie zog den Stoff zur Seite und küsste mich dort, wo ich seit dem Balkon feucht gewesen war, langsam, mit der Zunge flach und dann spitzer, als lerne sie mich in dieser einen Nacht auswendig.

Anton saß neben meinem Kopf und strich mir das Haar aus der Stirn. Ich drehte mich zu ihm, öffnete seine Hose weiter und nahm ihn in die Hand, hart und warm, die Haut glatt unter dem Daumen. Er atmete durch die Nase, ein leises Geräusch, das ich aus keinem anderen Zusammenhang kannte. „Mund?“, fragte ich. Er sagte bitte, und das Wort traf mich stärker als jede Berührung. Ich nahm ihn zwischen die Lippen, erst die Spitze, salzig und sauber, dann mehr, während Lea unten nicht aufhörte, mich mit der Zunge zu öffnen. Die beiden Rhythmen fanden sich nicht sofort. Ich musste langsamer werden, um nicht die Luft zu verlieren, und Lea legte eine Hand auf meinen Oberschenkel, als wolle sie mich halten, nicht festhalten.

Es war viel, und es war genau das, worum ich gebeten hatte. Ich ließ Anton aus dem Mund gleiten, nur um zu sagen, dass es gut sei, dass sie nicht aufhören sollten, und Lea lachte leise gegen meine Haut, ein Lachen ohne Spott. Anton beugte sich herab und küsste mich, schmeckte sich und mich, und dann küsste er Lea, als sie den Kopf hob, und ich sah ihre Zungen und spürte, wie mein Körper darauf antwortete, ohne dass jemand mich berührte. Die Scham, die ich erwartet hatte, kam nicht. An ihrer Stelle war eine klare Hitze, die sich im Bauch sammelte und in die Schenkel lief.

Lea zog ihren letzten Stoff aus und setzte sich über mein Gesicht, nicht schwer, die Knie im Polster, und fragte noch einmal. Ich zog sie herab. Ihr Geschmack war anders als meiner, wärmer, ein wenig süßer, und ich leckte sie, wie sie mich geleckt hatte, aufmerksam, mit Pausen, in denen ich ihren Namen sagte, damit sie wusste, dass ich da war. Anton kniete zwischen meinen Beinen. Seine Finger strichen durch die Nässe, einer, dann zwei, und er wartete auf das Heben meiner Hüften, bevor er sie tiefer schob. „So?“, fragte er. „So“, sagte ich gegen Lea, und das Wort vibrierte in ihr.

Er fickte mich nicht sofort. Er benutzte die Finger, langsam, den Daumen an der Stelle, die mich zittern ließ, und sah dabei zu, wie ich Lea mit dem Mund bediente. Ich hörte sie über mir stöhnen, kurz und hoch, dann länger, und ich spürte, wie ihre Schenkel sich spannten. Anton küsste die Innenseite meines Knies und sagte, er wolle in mir sein, wenn ich es wolle. Ich schob Lea ein wenig zurück, nur so weit, dass ich sprechen konnte. „Ja. Bitte. Und sag es mir, wenn du kommst, ich will es hören.“ Er nickte. Lea stieg von mir, küsste mich auf den feuchten Mund und setzte sich neben uns, eine Hand auf Antons Rücken, die andere in meinem Haar.

Er drang langsam ein, Zentimeter um Zentimeter, und hielt an, als ich die Luft anhielt. Es war voll, vertraut in der Form eines Körpers, den ich noch nie so gehabt hatte, und ich brauchte einen Moment, um mich um ihn zu öffnen. Lea flüsterte, ich solle atmen. Ich atmete. Anton bewegte sich erst, als ich die Fersen in seinen Rücken legte und ihn näher zog. Der Teppich kratzte ein wenig unter meinen Schultern, das Sofa warf Schatten über sein Gesicht, und irgendwo in der Küche tickte die Uhr, als ginge die Zeit noch immer in gewöhnlichen Minuten.

Lea beugte sich über meine Brust und nahm eine Brustwarze in den Mund, saugte, ließ die Zunge kreisen, während Anton in einem gleichmäßigen Stoß blieb, nicht hart, tief genug, dass ich jedes Mal ein kleines Geräusch verlor. Ich griff nach Leas Hüfte und zog sie wieder zu meinem Mund, seitlich diesmal, damit ich sie lecken konnte, während er in mir war. Es war ungeschickt und dann nicht mehr. Wir fanden einen Winkel, in dem mein Nacken nicht schmerzte und ihre Klit unter meiner Zunge lag, geschwollen und deutlich. Anton fluchte leise, einmal, ein Wort ohne Ziel, und verlangsamte sich, weil er zu nah war. Ich spürte das Zucken in ihm und sagte, er solle nicht kommen, noch nicht, ich wolle Lea zuerst hören.

Sie kam nicht auf Befehl, aber sie kam, als ich zwei Finger zu meiner Zunge nahm und sie in sie schob, während ich an der kleinen harten Stelle saugte. Ihr Körper spannte sich, ein Bogen über mir, und sie sagte meinen Namen, dann Antons, dann nur noch ein langes, offenes A. Ich hielt sie, bis das Zittern nachließ, und küsste die Innenseite ihres Schenkels, salzig von Schweiß. Sie rutschte neben mich, das Gesicht an meinem Hals, und lachte einmal, atemlos, nicht weil es komisch war, sondern weil der Körper mehr gegeben hatte, als der Kopf erwartet hatte.

Anton war still geworden in mir, ganz still, die Stirn an meiner Schulter. „Ich bin nah“, sagte er. „Wo willst du mich?“ Ich dachte nicht lange. „In mir. Und Lea soll zusehen, und sie soll mich anfassen, während du kommst.“ Lea schob ihre Hand zwischen uns, fand meine Klit mit zwei Fingern und rieb in kleinen Kreisen, nass von allem, was schon geschehen war. Anton bewegte sich wieder, tiefer, ein wenig schneller, und ich spürte, wie sich in mir etwas zusammenzog, das nicht nur von ihm kam und nicht nur von ihr. Es baute sich aus beiden, aus dem Blick, den sie wechselten, aus seiner Stimme an meinem Ohr, die nur sagte, dass ich schön sei, aus ihrer Hand, die nicht abrutschte.

Ich kam mit einem Laut, den ich nicht kannte, die Hüften gegen seine Stöße, die Hand in Leas Haar. Es rollte durch den Bauch und die Schenkel und ließ mich einen Moment lang nichts sehen außer dem Gold der Lichterkette. Anton folgte wenige Stöße später, hielt mich an der Taille, vergrub das Gesicht an meinem Hals und kam in mir, heiß und deutlich, ein Stöhnen, das er nicht schluckte. Lea küsste uns beide, wo sie hinkam, Wange, Mund, Schulter, und ihre Finger wurden langsamer, bis ich ihre Hand wegzog, weil es zu viel wurde.

Wir blieben liegen, ineinander und nebeneinander, der Atem laut in der stillen Wohnung. Anton glitt aus mir, vorsichtig, und holte ein Handtuch aus dem Bad, ohne dass jemand es verlangt hatte. Er wischte mich ab, fragte, ob es zu rau sei, und ich schüttelte den Kopf. Lea lag auf der Seite, eine Hand auf meinem Bauch, und sah mich an, als prüfe sie, ob die Bitte noch galt, jetzt, wo der Körper nachgelassen hatte. Sie galt. Ich sagte es, bevor sie fragen konnte. „Ich nehme nichts zurück.“ Anton setzte sich auf die Fersen, nackt, das Haar durcheinander, und lächelte zum ersten Mal seit Mitternacht richtig. „Wir auch nicht.“

Die Nacht war nicht vorbei, nur die erste Welle. Ich trank Wasser aus dem Glas, das noch auf dem Tisch stand, und schmeckte nichts als das Glas. Draußen war es stiller geworden. Drinnen war die Haut noch wach. Lea strich über Antons Oberschenkel und dann über meinen, eine Linie, die uns verband, und fragte, ob wir mehr wollten oder ob das genug sei. Ich spürte die Müdigkeit in den Beinen und darunter ein neues Ziehen, nicht satt, nur versetzt. „Mehr“, sagte ich. „Aber ich will euch sehen. Nicht nur mich in der Mitte.“

Wir rückten das Sofa ein Stück von der Wand, damit Platz war, und legten die Decke vom Sessel auf den Teppich. Anton setzte sich mit dem Rücken an die Couch, die Beine lang, und Lea kniete sich über ihn, das Gesicht zu mir. Sie führte ihn selbst ein, langsam, und ich sah, wie ihr Mund sich öffnete, als er sie füllte. Es war ein anderes Bild als das, was ich durch die Wand gehört hatte. Hier war nichts verborgen. Sie bewegte sich auf ihm, die Hände auf seinen Schultern, und ich kniete neben ihnen, küsste ihren Rücken, die Wirbelsäule hinab, und griff um sie herum an ihre Brust. Anton sah mich über ihre Schulter an. „Komm her“, sagte er. „Ich will deinen Mund, wenn sie mich reitet.“

Ich beugte mich zu ihm, küsste ihn, während Lea sich hob und senkte, und spürte in dem Kuss das Stoßen ihres Körpers. Dann rutschte ich tiefer, zwischen seine gespreizten Beine, und leckte dort, wo sie verbunden waren, seine Wurzel und ihre Nässe, die an ihm hinablief. Lea stöhnte lauter, als meine Zunge sie von unten traf. Anton legte eine Hand in mein Haar, nicht drückend, nur da, und sagte, dass das zu gut sei, dass er nicht lange so bleiben könne. Lea lachte wieder, atemlos, und beugte sich vor, damit ich besser an sie kam. Ich leckte sie, während er in ihr blieb, und wechselte, nahm ihn in den Mund, wenn sie sich hob, schmeckte sie an ihm, und schob ihn zurück in sie, wenn sie sich senkte.

Es war unordentlich und genau. Schweiß lief mir in die Augen. Leas Knie rutschten auf der Decke. Anton bat um eine Pause, und wir hielten an, alle drei, die Stirnen aneinander, das Lachen klein und ehrlich. „Wasser“, sagte Lea. Ich holte die Flasche aus der Küche, nackt im Flur, und die Kälte der Fliesen unter den Füßen holte mich ein Stück in den gewöhnlichen Abend zurück. Als ich wiederkam, hatten sie sich nicht angezogen. Sie warteten, und das Warten war selbst schon eine Berührung.

Wir tranken. Anton wischte mir einen Tropfen vom Kinn und küsste die Stelle. Lea fragte, ob etwas wehtue. Nichts tat weh, nur die Knie vom Teppich, und wir schoben ein Kissen darunter. Dann sagte ich, was ich noch wollte, weil die Bitte nicht nur das erste Ja gewesen war. „Ich will dich in mir, Anton, von hinten, und ich will Lea vor mir, ihr Gesicht, ihren Mund. Und wenn einer von uns stoppt, stoppen wir.“ Sie nickten beide.

Ich ging auf die Knie, die Unterarme auf dem Sofa, und Lea setzte sich vor mich, die Beine gespreizt, so dass mein Mund wieder an ihr lag, wenn ich mich vorbeugte. Anton kniete hinter mir, strich über meinen Rücken, über das Kreuz, und fragte noch einmal. Ich schob mich ihm entgegen. Er drang ein, tiefer in diesem Winkel, und ich musste die Stirn einen Moment auf Leas Schenkel legen, bis der Körper nachgab. Dann fand er einen Takt, fest, nicht roh, und ich leckte Lea im selben Takt, so gut ich konnte, wenn die Stöße mir die Worte aus dem Mund nahmen.

Lea hielt meinen Kopf, sanft, und sagte mir, was gut war, ein wenig höher, ja, dort, nicht aufhören. Anton griff um mich und fand mit den Fingern dieselbe Stelle, die Lea vorhin gerieben hatte, und das doppelte Gefühl zog mir die Knie weich. Ich sagte seinen Namen in Leas Haut. Sie kam zum zweiten Mal schneller, kürzer, ein Zucken gegen meine Zunge, und sie zog mich hoch, küsste mich, während Anton nicht aufhörte. „Ich will dich sehen, wenn du noch einmal kommst“, sagte sie. Sie rutschte zur Seite, legte sich so, dass sie mein Gesicht hatte, und Anton drehte mich ein wenig, eine Hand an meiner Hüfte, die andere an meiner Brust.

Ich kam wieder, diesmal mit offenem Mund, den Blick in Leas Augen, und der Laut war tiefer, länger, fast ein Schluchzen ohne Trauer. Anton hielt durch, die Zähne aufeinander, und fragte heiser, ob er in mir bleiben dürfe. Ich sagte ja. Er stieß noch ein paar Mal, dann kam er, die Stirn zwischen meinen Schulterblättern, die Hände fest, aber nicht schmerzhaft, und ich spürte jeden Puls von ihm. Lea küsste meine Schläfe und flüsterte, dass es schön gewesen sei, dass ich schön sei, und die Worte landeten nicht als Floskel, sondern als etwas, das sie meinte.

Wir sanken auf die Decke. Der Schweiß kühlte. Anton lag auf dem Rücken, ich an seiner Seite, Lea über uns beiden wie eine Decke aus Haut, ihr Bein über meinem. Niemand sprach sofort. Die Lichterkette blinkte in einem langsamen Takt, den wir beim Aufhängen für festlich gehalten hatten und der jetzt nur noch da war. Ich hörte Antons Herz unter meinem Ohr und Leas Atem an meinem Nacken. Draußen fuhr ein einzelnes Auto vorbei, die Reifen auf nassem Asphalt, und das Geräusch gehörte schon dem neuen Jahr.

„Tut dir etwas weh?“, fragte Anton nach einer Weile. Ich prüfte den Körper ehrlich. Die Knie waren rot, die Lippen ein wenig geschwollen, zwischen den Beinen ein müdes Ziehen, nichts Scharfes. „Nein“, sagte ich. „Und euch?“ Lea schüttelte den Kopf an meiner Schulter. Anton sagte, sein Rücken werde morgen meckern, und das sei es wert. Wir lachten, leise, und das Lachen löste etwas, das die Lust nicht hatte lösen können: die Frage, ob wir uns am Morgen noch ansehen könnten.

Lea setzte sich auf und suchte ihr Höschen, fand es unter dem Sessel und zog es nicht an. Sie holte die Decke vom Sofa und breitete sie über uns, obwohl die Heizung lief. „Ich will nicht, dass das ein Geheimnis wird, das uns im Flur ausweicht“, sagte sie. „Wir wohnen nicht alle hier, aber wir werden uns sehen. Kaffee. Einkauf. Der Schlüssel, den du mir geliehen hast, Mira. Wenn die Bitte stehen bleibt, dann auch am Tag.“

Ich nickte unter der Decke. „Sie bleibt. Ich habe sie nicht im Rausch gesagt. Ich sage sie noch einmal, damit ihr es hört, wenn das Blut ruhiger ist. Ich will euch. Nicht jede Nacht, nicht als Regel, die uns auffrisst. Aber ich will, dass das hier wahr war, und dass wir es wieder tun dürfen, wenn wir alle drei ja sagen.“ Anton drehte den Kopf und küsste meine Stirn, dann Leas Hand, die auf seiner Brust lag. „Dann ist das die Abmachung“, sagte er. „Drei Jas, jedes Mal. Und ein Nein reicht, ohne Erklärung, die man schuldet.“

Wir blieben noch eine Stunde so, halb wach, halb in dem schweren Frieden nach dem Körper. Irgendwann stand Lea auf und duschte, und ich hörte das Wasser und stellte mir ihre Schultern unter dem Strahl vor, die Male, die meine Zähne nicht hinterlassen hatten, weil wir vorsichtig gewesen waren, und die Röte, die trotzdem da sein würde. Anton und ich räumten nicht auf. Die Gläser blieben. Das Konfetti auch. Er zog mich an sich auf dem Teppich und fragte, ob ich in meinem Zimmer schlafen wolle oder hier. Ich sagte hier, noch ein wenig, und dann vielleicht bei ihnen, wenn das Sofa zu hart werde. Er lachte. „Das Bett ist groß genug. Lea hat das schon gesagt, bevor du ja sagtest. Sie wollte nicht, dass du nachher allein im Flur stehst und nicht weißt, wohin.“

Als Lea zurückkam, das Haar nass, ein Handtuch um die Brust, roch sie nach meinem Duschgel, und das rührte mich mehr als vieles von dem, was wir getan hatten. Sie ließ das Handtuch fallen, nicht als Einladung zu einer dritten Runde, sondern weil es in diesem Zimmer nichts mehr zu verbergen gab. Wir standen auf, die Knie steif, und gingen zu dritt den kurzen Flur zu Antons Zimmer. Das Bett war ungemacht von gestern, die Decke zurückgeschlagen, und wir legten uns hinein, ich in die Mitte, weil sie mich darum baten und weil ich es wollte.

Anton löschte das Licht. Durch die Jalousie kam ein Streifen von der Straßenlaterne. Lea lag mit dem Gesicht zu mir, die Hand auf meiner Taille, Anton hinter mir, der Arm über uns beide, schwer und warm. Ich war wund auf eine Art, die ich morgen spüren würde, und ich war nicht beschämt. Die Bitte lag zwischen uns wie ein Gegenstand, den man nicht mehr in die Tasche stecken kann, weil alle ihn gesehen haben. Ich dachte an die Gäste, die um zwölf auf dem Balkon gestanden hatten, an ihre Wünsche, die im Lärm untergegangen waren. Unserer nicht.

„Schlaf“, sagte Lea. „Oder nicht. Aber bleib.“ Ich blieb. Anton atmete schon tiefer, nicht ganz eingeschlafen, nur auf dem Weg. Ich strich über Leas Handgelenk und spürte ihren Puls, ruhiger als vor einer Stunde. Draußen war das Jahr neu und noch ohne Form. Drinnen hatten wir eine Form gefunden, die niemand uns aufgedrängt hatte, drei Erwachsene, eine Wohnung, eine Frage, die man nicht zurücknimmt, und die Antwort, die wir einander gegeben hatten, mit Mund und Händen und dem ganzen übrigen Körper, bis die Sprache wieder kam und dasselbe sagte.

Ich schloss die Augen nicht sofort. Ich hörte die Heizung, einen fernen Böller, der zu spät war, und das leise Geräusch, mit dem Lea die Decke höher zog. Morgen würde Kaffee da sein, und vielleicht ein kurzes Stocken im Flur, und dann nicht mehr, weil wir die Stockung heute Nacht schon ausgegeben hatten. Ich legte meine Hand über ihre und über seine, dort, wo sie sich auf meinem Bauch trafen, und hielt sie, bis der Schlaf kam, ohne dass ich die Bitte leiser machte.

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