Die abgesprochene Umkehr
Gruppensex · 30 Minuten lesen · 40 Minuten hören
Gelesen von Ekaterina
Der Hof roch nach gegrilltem Gemüse, nach kaltem Weißwein und nach dem Staub, den der warme Tag in den Ritzen der alten Fabrik gelassen hatte. Ich stand mit dem Rücken an der Mauer, das Glas in der Hand, und sah zu, wie die Lichterketten über den Tischen schwankten, sobald jemand die Tür zum Treppenhaus aufstieß. Das Sommerfest der Firma war laut auf die freundliche Art, die entsteht, wenn Menschen sich plötzlich barfuß im Kies wiederfinden. Ich war zweiunddreißig, und das leichte Kleid klebte mir an den Schenkeln, sobald ich mich nicht bewegte.
Henrik stand am Grill und drehte die Spieße mit derselben Ruhe, mit der er Entwürfe prüfte. Er war fünfunddreißig, breit in den Schultern, das Hemd an den Ärmeln hochgekrempelt. Wenn er den Kopf hob, suchte sein Blick nicht die Menge, sondern mich und dann Lina. Lina war dreißig, das Haar im Nacken festgesteckt, und sie sprach mit zwei Kolleginnen über die Playlist, als ginge es um einen Liefertermin. Nur ich wusste, wie ihre Stimme am Nachmittag geklungen hatte.
Wir hatten uns in der Teeküche getroffen, als der Hof schon nach Holzkohle roch und die anderen unten Tische schleppten. Lina hatte die Tür geschlossen und die Hände flach auf die Arbeitsplatte gelegt. Sie hatte gesagt, sie wolle an diesem Abend nicht die sein, die wartet, bis jemand anders den Satz zu Ende spricht. Henrik hatte genickt, ohne sie zu unterbrechen, was bei ihm selten war.
Er hatte gesagt, er wolle einmal nicht entscheiden, nicht den Takt vorgeben und nicht der sein, der fragt, bevor er sich bewegt. Ich hatte zugehört und gespürt, wie mir die Kehle eng wurde, nicht vor Angst, sondern vor dem Wunsch, das Amt abzulegen. Im Haus leitete ich das Team. Ich sagte, was als Nächstes kam, und die beiden folgten, gut und ohne Murren. An diesem Abend sollte es umgekehrt sein.
Wir hatten drei Dinge festgehalten, klar und ohne Spiel. Nur wir drei, und nur, solange jeder es wollte. Das Wort Pause beendete alles, ohne Erklärung, und danach gab es kein Nachfragen in der Tür. Am Montag würden die Rollen im Haus wieder die alten sein, und niemand sonst würde erfahren, was oben geschah. Ich hatte gesagt, dass ich es wollte, und ich hatte es so gesagt, dass in der kleinen Küche kein Zweifel blieb.
Lina hatte mich angesehen, lange, und dann gefragt, ob ich wirklich folgen könne, wenn sie langsam sei und wenn sie mich warten lasse. Ich hatte ja gesagt. Henrik hatte gefragt, ob er den Mund halten solle, außer wenn etwas zu viel werde, und Lina hatte gesagt, genau das. Wir hatten gelacht, kurz und ein wenig zittrig, und dann hatte jeder wieder eine Schüssel in die Hand genommen, als wäre nichts gewesen. Aber etwas war gewesen. Es lag den ganzen Nachmittag unter meiner Haut.
Jetzt, im Hof, legte Lina die Hand kurz an meinen Unterarm, als sie an mir vorbeiging, um eine Karaffe zu holen. Die Berührung war nichts, was jemand anders bemerkt hätte. Dennoch blieb die Wärme ihrer Finger, als hätte sie mir schon dort oben etwas versprochen. Henrik sah es. Er senkte den Blick auf die Glut, und sein Mund wurde weich, ohne dass er lächelte.
Ich trank einen Schluck. Der Wein war zu kalt und zu hell, und er löschte nichts von dem, was in mir arbeitete. Die Musik wechselte. Jemand lachte zu laut. Ein Kollege aus der Buchhaltung erzählte von einem Urlaub am Meer, und ich nickte an den richtigen Stellen, während mein Körper schon woanders war. Unter dem Kleid trug ich nichts, was mich hielt, nur den dünnen Stoff und die Vorstellung, dass Lina später sagen würde, ich solle ihn heben.
Der Gedanke machte mich unruhig auf eine Art, die ich im Hof nicht zeigen durfte. Ich stellte das Glas ab und ging zu den Waschbecken hinter der Trennwand, nur um die Hände unter kaltes Wasser zu halten. Im Spiegel sah ich Wangen, die warm waren, und Augen, die klar blieben. Ich war nicht betrunken. Ich wollte nüchtern sein für das, was wir uns gegeben hatten, und ich wollte jeden Satz noch verstehen, den Lina oben sprechen würde.
Als ich zurückkam, standen Henrik und Lina ein Stück abseits der Tische an der Mauer. Sie sprachen leise. Lina hob den Kopf, als sie mich sah, und in ihrem Blick lag keine Frage mehr, nur die Ruhe einer Frau, die einen Plan gefasst hat. Sie sagte, die Gästewohnung oben sei gelüftet, das Fenster zum Hof gekippt, die Tür von innen zu schließen. Sie sagte es so, wie sie sonst einen Raum für ein Kundengespräch bestätigte.
Genau darin lag der Tausch. Sie sprach, und ich hörte zu. Henrik wischte sich die Hände an einem Tuch ab und sagte nichts. Das war sein Teil. Er wartete, die Schultern locker, und ich sah, wie seine Finger das Tuch länger hielten als nötig. Auch er war nicht so ruhig, wie er tat. Das Wissen darum ließ mich den Atem tiefer nehmen.
Wir gingen nicht zusammen durch die Menge. Lina zuerst, mit einer Ausrede über Unterlagen, die sie holen müsse. Ich ein paar Minuten später, weil mir warm sei und ich kurz nach oben wolle, wo es kühler sei. Henrik blieb am Grill, bis jemand anders die Zange nahm, und kam dann mit zwei Flaschen Wasser, als bringe er sie für die, die noch tanzten. Niemand hielt uns auf. Das Fest hatte seine eigene Richtung gefunden.
Die Treppe war schmal und roch nach altem Holz und nach dem Putz, der in der Hitze trocknete. Auf dem zweiten Absatz hörte ich die Musik nur noch als dumpfes Schlagen gegen die Wände. Mein Herz schlug schneller als dieses Schlagen. Ich legte die Hand an das Geländer und spürte die Maserung unter den Fingern. Ich dachte daran, dass ich gleich die Tür öffnen und das Amt draußen lassen würde, und dass ich es freiwillig tat.
Lina hatte das Licht im Flur ausgelassen. In der Gästewohnung brannte nur die kleine Lampe neben dem Bett, ein warmes Gelb auf weißer Bettwäsche und auf dem abgetretenen Läufer. Das Fenster stand auf Kipp. Unten lachte jemand, weit weg. Hier oben hörte ich Linas Atem, als sie die Tür hinter mir schloss und den Riegel vorlegte. Sie drehte sich um. Das dunkle Kleid war schlicht, und sie hatte die Schuhe schon ausgezogen. Ihre Füße waren nackt auf dem Holz.
Henrik kam zwei Minuten später. Er klopfte nicht laut. Lina öffnete, ließ ihn ein und schloss wieder. Er stellte die Flaschen auf den Tisch und blieb stehen, die Hände an den Seiten, als warte er auf eine Anweisung, die er im Haus sonst selbst gegeben hätte. Ich sah ihn an und spürte, wie sehr ich ihn wollte. Zugleich war es neu, diesen Wunsch nicht selbst in einen nächsten Schritt zu übersetzen.
Lina trat zwischen uns. Sie sah erst mich an, dann ihn, und ihre Stimme war fest, ohne hart zu sein. Sie sagte, wir sollten uns ansehen, bevor wir uns auszogen. Sie sagte, wenn jemand Pause sagen wolle, sei jetzt der Moment leichter als später, und später sei es immer noch recht. Ich schüttelte den Kopf. Henrik sagte, er wolle bleiben. Seine Stimme war tiefer als am Grill, und sie zitterte nicht.
Lina nickte, als hätte sie eine Antwort abgehakt, die sie erwartet hatte. Dann sagte sie, ich solle das Kleid ausziehen und mich auf die Bettkante setzen, die Knie auseinander, die Hände auf den Schenkeln. Ich solle nichts tun, bis sie es sagte. Ich gehorchte. Der Stoff glitt über den Kopf, und die Luft aus dem gekippten Fenster legte sich kühl auf Brust und Bauch. Die Bettkante war hart unter mir.
Meine Knie öffneten sich, weil sie es gesagt hatte, und die Bewegung allein ließ eine Wärme zwischen den Schenkeln aufsteigen, die nichts mit dem Wein zu tun hatte. Ich legte die Hände auf die Oberschenkel und spürte, wie die Haut dort schon empfindlich war. Lina betrachtete mich ohne Eile. Henrik stand noch angezogen. Sein Blick ging über meine Brüste, über den Bauch, über die offene Stelle zwischen den Beinen, und er schluckte.
Lina trat zu ihm und knöpfte sein Hemd auf, Knopf für Knopf, langsam, als lese sie eine Liste. Darunter war seine Brust warm und dicht behaart, der Bauch fest, die Haut am Schlüsselbein heller als an den Armen. Sie schob das Hemd von seinen Schultern und sagte, er solle die Arme sinken lassen und stillstehen. Er tat es. Ich sah zu, wie sie den Gürtel öffnete, wie die Hose sank, wie er aus den Schuhen stieg.
Er trug nichts darunter. Seine Erektion war schon deutlich, schwer, die Spitze dunkler, und als die Luft ihn traf, zuckte er leicht. Lina legte nicht sofort die Hand um ihn. Sie sagte nur, er solle sich neben mich setzen, nah, aber ohne mich zu berühren, bis sie es erlaube. Er setzte sich. Die Matratze gab nach. Sein Oberschenkel lag einen Fingerbreit von meinem entfernt, und diese kleine Lücke war fast schlimmer als eine Berührung.
Ich roch ihn, Seife und Grillrauch und darunter den Geruch seiner Haut, den ich aus langen Abenden im Büro kannte. Hier oben wirkte er privater, näher am Mund. Lina zog ihr Kleid aus. Darunter war sie nackt, die Brüste kleiner als meine, die Brustwarzen schon fest, der Bauch flach, zwischen den Beinen ein dunkles, kurz gehaltenes Dreieck. Sie stellte sich vor uns, und zum ersten Mal sah ich, dass auch ihre Ruhe eine Oberfläche war. Ihre Atmung ging schneller.
Sie sagte, Henrik solle meine Brüste ansehen und mir sagen, was er sehe, ohne die Hände zu benutzen. Er wandte den Kopf. Seine Stimme war heiser, als er sagte, sie seien voll, die Warzen dunkel und aufgerichtet, die Haut an den Seiten weicher, und er wolle den Mund darauflegen. Lina sagte, noch nicht. Sie sagte, ich solle ihm dasselbe tun, nur mit den Augen und mit einem Satz. Ich sah an ihm hinab.
Sein Schwanz lag gegen den Bauch, dick, die Ader an der Unterseite sichtbar, die Hoden schwer zwischen den Schenkeln. Ich sagte, ich wolle ihn im Mund, und ich wolle spüren, wie er die Hüften nicht bewegen dürfe, bis Lina es sage. Henrik atmete aus, ein kurzer Laut, halb Lachen, halb Not. Seine Hand öffnete sich auf dem Laken und schloss sich wieder. Lina sah das und lächelte kaum, nur mit den Augen.
Sie kniete sich zwischen meine Knie. Das Holz war hart, aber sie schien es nicht zu merken oder wollte es nicht merken. Sie legte die Hände auf meine Schenkel und schob sie weiter auseinander. Ihr Daumen strich einmal innen entlang, nicht ganz dort, wo ich sie am meisten wollte, und die Stelle, die sie ausließ, begann zu pochen. Sie sah zu mir auf. Sie sagte, ich solle die Hände auf der Bettkante lassen und nicht in ihr Haar greifen, weil heute sie bestimme, wie nah sie komme.
Ich nickte. Meine Finger krallten sich in die Decke. Ihr Mund war warm. Sie küsste zuerst die Innenseite des linken Schenkels, dann des rechten, langsam, mit offenen Lippen, und jedes Mal blieb ein feuchter Fleck, der in der Luft kühl wurde. Dann legte sie die Zunge flach an mich, von unten nach oben, ein langer Strich, der mich zusammenzucken ließ. Ich war schon nass. Sie schmeckte es, das hörte ich an dem leisen Laut in ihrer Kehle.
Sie wiederholte die Bewegung, diesmal langsamer, die Zungenspitze am oberen Punkt, wo alles eng und hell wurde. Ich biss mir auf die Lippe, damit unten im Hof niemand etwas hörte, obwohl die Musik laut genug war. Henrik neben mir atmete durch den Mund. Seine Hand lag auf seinem eigenen Oberschenkel und zuckte, als wolle sie zu mir. Lina sagte, ohne den Mund von mir zu nehmen, er solle sich selbst noch nicht anfassen.
Sie leckte mich mit einer Geduld, die ich von ihr im Haus nicht kannte. Dort war sie schnell, präzise, immer schon beim nächsten Punkt. Hier blieb sie bei einem. Ihre Zunge kreiste, drückte, ließ nach und kam wieder. Zwei Finger legte sie an meinen Eingang und wartete. Sie hob den Kopf nur so weit, dass ich ihre nassen Lippen sah, und fragte, ob ich sie in mir wollte. Ich sagte ja, und das Wort kam rau.
Die Finger glitten hinein, leicht, weil ich offen war, und sie krümmte sie, suchte und fand die Stelle, die mich die Hüften heben ließ. Sie sagte, ich solle sitzen bleiben. Ich versuchte es. Meine Oberschenkel zitterten. Henrik flüsterte meinen Namen, Mara, und Lina sagte, er dürfe meine Hand nehmen, sonst nichts. Seine Hand war groß und trocken und heiß. Ich hielt sie fest, während Lina mich mit Mund und Fingern weiter öffnete.
Der Höhepunkt kam nicht sofort. Sie ließ ihn nicht kommen. Jedes Mal, wenn ich mich spannte und der Atem abbrach, verlangsamte sie sich, küsste mich nur noch außen und zog die Finger fast heraus. Sie wartete, bis das Drängen nachließ, und begann von vorn. Es war quälend und gut. Ich sagte bitte. Sie sagte, noch nicht, und in dem Wort lag keine Härte, nur die Freude daran, dass ich sie bat und dass sie die sein durfte, die wartete.
Dann wandte sie sich Henrik zu. Sie sagte, er solle aufstehen und sich vor mich stellen, die Hände auf meinen Schultern, und er solle den Mund halten, außer wenn es zu viel werde. Er stand auf. Sein Schwanz war direkt vor meinem Gesicht, warm, der Geruch salzig und sauber. Lina kniete sich seitlich, eine Hand noch zwischen meinen Beinen, die Finger wieder in mir, langsam stoßend. Mit der anderen Hand führte sie ihn an meine Lippen.
Sie sagte, ich solle ihn aufnehmen, aber nicht tief und nicht schnell, nur die Spitze, und ich solle ihn ansehen, während ich es tat. Ich öffnete den Mund. Die Spitze war glatt und heiß, ein Tropfen salzig auf der Zunge. Ich schloss die Lippen darum und saugte leicht, und Henrik machte einen Laut, den er sofort schluckte. Seine Hände auf meinen Schultern drückten zu, nicht grob, nur haltend. Lina beobachtete uns beide, das Gesicht nah, die Augen dunkel.
Sie sagte, tiefer, einen Zoll, und ich nahm mehr, die Zunge unter dem Schaft, die Lippen fest. Sie sagte, wieder heraus, und ich gehorchte. Ein Faden zwischen Mund und Spitze kühlte in der Luft. Unten bewegten sich ihre Finger in einem gleichmäßigen Takt, und jedes Mal, wenn ich ihn in den Mund nahm, drückte sie innen gegen mich. Es war, als wolle sie die beiden Empfindungen aneinanderbinden, damit keiner von uns vergaß, dass wir drei in demselben Augenblick waren.
Henrik zitterte. Er sagte, er sei nah. Lina nahm ihn aus meinem Mund, die Hand um die Wurzel, fest genug, dass er die Augen schloss und durch die Nase atmete. Sie sagte, noch nicht, und sie sagte es zu ihm mit derselben Stimme wie zu mir. Dann küsste sie ihn. Es war der erste Kuss des Abends zwischen ihnen, und ich sah ihn aus der Nähe. Linas Mund war noch feucht von mir. Henriks Mund war offen. Ihre Zungen zeigten sich für einen Moment.
Seine Hand legte sich in ihr Haar, weil sie es nicht verboten hatte. Der Kuss war lang und nass und ohne Eile. Ich spürte ihre Finger in mir nicht mehr, weil sie beide Hände an seinem Gesicht hatte. Die Leere machte mich ungeduldig auf eine Art, die ich nicht kannte, weil ich sonst die Ungeduld selbst beendet hätte. Ich blieb sitzen. Ich wartete. Das Warten gehörte heute nicht mir, und genau das wollte ich spüren, bis in die Fußsohlen.
Lina löste sich von ihm und sah mich an. Sie sagte, ich solle auf das Bett rutschen, auf den Rücken, das Kissen unter dem Kopf, die Beine offen. Sie sagte, Henrik solle sich zwischen meine Schenkel knien, aber nicht eindringen, bis sie es sage. Sie selbst legte sich neben mich, den Oberkörper aufgerichtet, eine Brust nahe an meinem Mund. Sie sagte, ich solle sie lecken, während er wartete, und ich solle ihm dabei zusehen, wie er zusah.
Ich drehte den Kopf. Ihre Brustwarze war fest und klein, und ich nahm sie zwischen die Lippen, saugte und ließ die Zunge kreisen. Lina atmete aus und legte die Hand in mein Haar. Diesmal durfte sie das, weil sie es selbst tat. Henrik kniete zwischen meinen Beinen. Die Spitze seines Schwanzes lag an mir, nicht in mir, nur dort, wo ich nass und offen war. Er bewegte sich kaum und rieb sich nur so weit, dass die Wärme sich verteilte.
Es war fast unerträglich. Ich wollte die Hüften heben und ihn in mich ziehen. Lina spürte es. Sie sagte, still, und sie sagte zu Henrik, er solle mit der Hand prüfen, wie bereit ich sei, und es laut sagen. Seine Finger glitten durch die Nässe, zwei, dann drei, leicht spreizend. Er sagte, ich sei sehr nass und sehr offen, und er wolle in mir sein. Seine Stimme brach bei dem letzten Wort. Lina küsste meine Schläfe und sagte, dann jetzt, langsam, und ich solle die Augen nicht schließen.
Er setzte an. Die Spitze drängte, fand den Eingang und glitt hinein. Die Dehnung war voll und genau richtig, ein Ziehen, das in den Bauch stieg. Er hielt inne, halb in mir, die Hände neben meinen Rippen auf der Matratze. Lina sagte, ganz. Er schob sich tiefer, bis sein Becken an meinem lag und ich ihn vollständig spürte, dick und heiß und still. Ich stöhnte in ihre Brust. Unten im Hof setzte ein Lied ein, das ich kannte, und der Takt hatte nichts mit dem zu tun, was in mir pochte.
Lina sagte, er solle sich nicht bewegen. Sie rutschte höher, setzte sich über mein Gesicht, die Knie neben meinem Kopf, und senkte sich, bis ich sie schmecken konnte. Sie war nass, salzig-süß, die inneren Lippen geschwollen, und ich leckte sie, wie sie mich geleckt hatte, flach und dann gezielt. Über mir wurde ihr Atem lauter. Sie sagte zu Henrik, jetzt, kurze Stöße, nicht tief, und er gehorchte. Jeder Stoß schob mich ein wenig gegen ihren Schoß.
Ich musste den Mund offen halten, die Zunge fest, während er in mir arbeitete und sie auf mir saß. Die Enge des Augenblicks war vollständig. Ihr Gewicht lag auf mir. Sein Schwanz füllte mich. Der Geruch von uns dreien hing in der warmen Luft, und das Fest unter dem Fenster war nur noch ein gedämpftes Schlagen. Ich hatte im Haus oft drei Stimmen gleichzeitig im Kopf, Termine, Einwände, den nächsten Satz. Hier waren es drei Körper, und ich musste keinen davon führen.
Sie führte ihn mit der Stimme. Tiefer. Langsamer. Halt. Wieder. Henrik folgte, als hätte er sein Leben lang auf solche Sätze gewartet, und vielleicht hatte er das, nur nicht im Büro, wo er selbst die Sätze sagte. Ich spürte, wie sich in mir etwas zusammenzog, nicht mehr aufzuhalten, und ich gab einen Laut von mir, der in ihrem Körper erstickte. Lina hob sich ein wenig, damit ich atmen konnte, und sagte, ich dürfe kommen. Henrik sagte nichts. Er stieß gleichmäßig.
Seine Hand lag an meiner Hüfte. Der Daumen kreiste an der Stelle über dem Eingang, weil Lina seine Hand einen Moment zuvor dorthin gelegt hatte. Der Höhepunkt kam als Welle, die in den Schenkeln begann und nach oben schlug. Ich spannte mich um ihn, die Fersen in die Matratze gedrückt, der Rücken gehoben, und ich hörte mich selbst, einen langen, gebrochenen Laut. Henrik fluchte leise und hielt still, tief in mir, während ich um ihn pulsierte. Lina beugte sich herab und küsste meinen Mund.
Sie schmeckte sich selbst auf meinen Lippen und sagte, gut, so gut. Die Worte waren kein Amt mehr, nur Wärme. Sie stieg von mir. Henrik war noch in mir, hart, zitternd, am Rand. Lina sagte, er solle herauskommen. Er tat es, langsam, und die Leere war sofort da, nass an den Schenkeln. Sie sagte, er solle sich auf den Rücken legen. Er legte sich. Sein Schwanz lag auf dem Bauch, glänzend von mir. Lina sah mich an.
Sie sagte, jetzt dürfe ich mich auf ihn setzen und ihn in mich nehmen, und ich solle mich nicht bewegen, bis sie auf seinem Mund sitze. Das sei kein Amt, das ich zurückbekomme, sondern nur dieser eine Weg, den sie wähle. Ich nickte. Ich stieg über ihn. Meine Knie sanken in die Matratze. Ich nahm ihn in die Hand, führte ihn und senkte mich. Er füllte mich wieder, und aus diesem Winkel war es tiefer, ein Druck weit innen, der mich einen Moment die Augen schließen ließ.
Lina sagte, Augen auf. Ich öffnete sie. Sie kniete über seinem Gesicht, dem Kopfende zu, und senkte sich auf seinen Mund. Henrik hob die Hände an ihre Hüften. Sie sagte, er dürfe sie halten, aber nicht lenken. Dann sagte sie zu mir, jetzt bewegen, langsam, und ich solle ihre Brüste anfassen. Ich ritt ihn in einem langen, gleitenden Takt. Jedes Senken nahm ihn ganz. Jedes Heben ließ die Spitze fast gleiten, und ich hielt ihn dort, weil es mich wahnsinnig machte und ihn auch.
Unter Lina arbeitete sein Mund. Ich hörte das nasse Geräusch und ihr leiseres Stöhnen, das sie nicht mehr ganz zurückhielt. Ich umfasste ihre Brüste von hinten, die Warzen zwischen den Fingern, und sie lehnte sich in meine Hände, den Rücken an meine Brust. So bildeten wir drei eine senkrechte Linie. Mein Schoß umschloss ihn. Sein Mund lag an ihr. Meine Hände hielten ihre Brüste. Ihr Gewicht ruhte zwischen uns, warm und zitternd.
Sie sagte, schneller. Ich gehorchte. Die Matratze schlug leise gegen die Wand. Henrik stöhnte in sie hinein, und die Vibration musste sie treffen, denn sie griff nach hinten, fand meinen Nacken und hielt sich. Ich spürte, wie er in mir dicker wurde und wie sein Bauch sich spannte. Er hob eine Hand von ihrer Hüfte und suchte blind nach meiner. Ich gab sie ihm für einen Moment, drückte sie und ließ sie wieder los, weil ich beide Hände brauchte, um Lina zu halten und mich zu stützen.
Lina sagte, sie sei nah. Ihre Stimme war dünn. Sie rieb sich auf seinem Mund, nicht mehr nur empfangend, und Henrik ließ sie, die Zunge fest, wie sie es brauchte. Ich spürte ihren Rücken sich spannen. Sie kam mit einem gepressten Laut, die Schenkel zitternd neben seinem Kopf, und sie beugte sich vor, die Hände auf der Matratze. Ich folgte ihr mit den Hüften, nahm Henrik tiefer und schneller, weil ihr Kommen mich mitzog. Ein zweiter Höhepunkt traf mich kürzer und schärfer als der erste.
Ich sagte seinen Namen und ihren, ohne zu wählen. Henrik hielt es nicht mehr. Er sagte, er komme, die Stimme gedämpft unter Lina, und Lina hob sich gerade genug, dass wir ihn hörten. Sie sah mich an, das Gesicht gerötet, das Haar aus der Steckfrisur gelöst, und fragte, wo. Ich sagte, in mir. Ich wollte es. Sie nickte. Henrik stieß zweimal hart nach oben, die Hände an meinen Hüften, und dann war er still und tief. Ich spürte das Pulsieren, heiß und wiederholt, während er in mir kam.
Sein Laut war roh und kurz. Danach lag er da und atmete, als hätte er eine Treppe zu schnell genommen. Wir bewegten uns nicht sofort. Lina stieg vorsichtig von seinem Gesicht und setzte sich neben uns auf die Matratze, eine Hand auf meinem Knie, die andere auf seiner Brust. Ich blieb auf ihm, ihn noch in mir, weicher werdend, die Stirn an seiner Haut. Sein Herz schlug gegen meine Wange. Seine Hand lag auf meinem Rücken, groß und ruhig, und er streichelte nicht einmal. Er hielt nur.
Nach einer Weile hob ich mich. Er glitt aus mir, und ein warmer Schwall folgte, über ihn und über die Decke. Lina holte ein Handtuch aus dem kleinen Bad, ohne Hast, und sie wischte mich und wischte ihn, mit einer Sorgfalt, die nichts mehr mit Anweisung zu tun hatte. Henrik lag mit geschlossenen Augen und einem Mund, der endlich lächelte. Ich setzte mich an das Kopfende, die Knie angezogen, und trank aus einer der Flaschen. Das Wasser war lau und tat gut in der Kehle.
Lina setzte sich zu mir und strich mir das Haar aus der Stirn. Ihre Finger rochen nach uns. Unten wechselte die Musik zu etwas Langsamerem, und jemand rief einen Namen, der nicht unserer war. Sie fragte, ob es recht gewesen sei, nicht als Form, sondern weil sie es wissen wollte. Ich sagte ja. Ich sagte, es sei mehr als recht gewesen, und dass ich das Amt gern abgegeben hätte, ohne dass diese Stunde dadurch kleiner werde. Henrik öffnete die Augen und suchte unsere Gesichter, als müsse er sich vergewissern, dass wir beide noch da waren.
Er sagte, er sei noch nicht fertig mit dem Wunsch, nur nicht sofort, und er wolle wissen, ob wir noch wollten, was Lina vorhin in der Küche nur angedeutet hatte. Lina wurde stiller. Sie sah mich an und sagte, sie wolle ihn in sich, wenn er wieder könne, und sie wolle meinen Mund dabei, wenn ich das wolle. Sie sagte es ohne die feste Stimme von vorhin, fast schüchtern, und gerade das machte den Tausch vollständig. Die Frau, die geführt hatte, bat nun, und wir durften ja oder nein sagen.
Ich sagte ja. Henrik sagte ja, aber er brauche einen Moment und unsere Hände, nicht nur den Willen. Lina nickte und sagte, dann ohne Amt für eine Weile, nur Haut, bis er wieder hart sei, und danach dürfe sie wieder sagen, wie. Wir lagen nebeneinander, ich in der Mitte, und die Eile war aus dem Raum. Henrik küsste meine Schulter. Lina küsste meinen Mund, langsam, und ihre Zunge schmeckte noch nach mir und nach ihm. Ich legte eine Hand an ihre Taille und die andere an seinen Bauch und spürte, wie der Atem unter beiden Händen ruhiger wurde.
Es dauerte nicht lange, bis die Ruhe wieder in Wärme umschlug. Lina nahm meinen Busen in die Hand und strich mit dem Daumen über die Warze, bis sie sich erneut festzog. Henrik küsste die andere Seite, den Mund offen, die Zunge feucht, und ich bog den Rücken, weil beide gleichzeitig zu viel und genau richtig waren. Meine Hand fand ihn zwischen uns. Er war weich und warm und noch feucht, und ich hielt ihn nur, ohne zu fordern. Lina legte ihre Hand über meine. Gemeinsam streichelten wir ihn, leicht, vom Ansatz bis zur Spitze, und er atmete gegen meine Brust.
Er wurde langsam wieder hart, nicht auf einmal, sondern in Schüben, die ich in der Hand spürte. Lina rutschte tiefer und nahm ihn in den Mund, kurz, nur um ihn nass zu machen, und sah dann zu mir auf, als gebe sie mir den Platz. Ich beugte mich über ihn und leckte die Spitze, während ihre Finger an der Wurzel blieben. Henrik fluchte leise und legte den Unterarm über die Augen, dann nahm er ihn wieder weg, weil Lina sagte, er solle zusehen. Er sah zu. Sein Schwanz füllte meine Faust wieder, schwer und heiß, und ein neuer Tropfen lag salzig auf meiner Zunge.
Lina fragte, ob er bereit sei und ob er in ihr kommen wolle oder ob das zu viel sei nach dem ersten Mal. Henrik sagte, er wolle in ihr sein, und er wolle kommen, wo sie es sage, und er wolle, dass Mara dabei sei, nicht nur daneben. Ich küsste die Innenseite seines Oberschenkels und sagte, ich sei da. Lina stand auf, die Knie ein wenig unsicher vom Holz und von dem, was schon gewesen war, und sie sagte, dann so: sie auf Händen und Knien, quer über das Bett, ich darunter, mein Mund an ihr, er hinter ihr, und er solle warten, bis sie ihn bitte.
Wir richteten uns ein, ohne Hast und ohne dass jemand die Führung an sich riss. Lina kniete sich über mein Gesicht, diesmal mit dem Rücken zu Henriks Seite des Bettes, die Hände auf der Matratze, die Knie weit. Ich lag unter ihr und sah ihren Bauch, die Unterseite ihrer Brüste, das dunkle Dreieck direkt über meinem Mund. Henrik kniete hinter ihr. Seine Hände lagen auf ihren Hüften, aber er drängte nicht. Lina senkte sich ein wenig, bis ich sie erreichen konnte, und sagte, zuerst nur Mara, er solle zusehen und sich bereithalten.
Ich leckte sie von unten, die Zunge breit, dann schmal, und sie war noch empfindlich vom ersten Mal, denn sie zuckte und lachte einmal kurz in den Atem hinein. Sie sagte, ja, dort, und ich blieb dort, gleichmäßig, die Hände an ihren Oberschenkeln, damit sie nicht ausweichen musste, wenn es zu hell wurde. Henrik beugte sich vor und küsste ihren Rücken, die Wirbelsäule hinab, und seine Erektion streifte ihren Po, ohne einzudringen. Lina atmete schneller. Sie sagte, jetzt, langsam, und sie sagte meinen Namen dazu, als wolle sie, dass ich den Moment mit ihr teile.
Henrik setzte an. Ich sah von unten, wie die Spitze sie teilte und wie er Zentimeter um Zentimeter in sie glitt. Lina machte einen tiefen Laut und senkte die Stirn auf die Matratze. Ich leckte weiter, den Mund an der Stelle, die er nicht füllte, und jedes Mal, wenn er sich bewegte, verschob sich ihr Körper über meiner Zunge. Es war nah und deutlich und ohne Abstand. Ich schmeckte sie und hörte das leise Geräusch, mit dem er in sie stieß, und meine eigene Erregung kam zurück, obwohl niemand mich anfasste, nur durch das, was ich sah und schmeckte und hörte.
Lina sagte, tiefer, und Henrik gehorchte. Sie sagte, Mara solle zwei Finger in sich nehmen, wenn sie wolle, und ich wollte. Ich schob eine Hand zwischen meine Beine und fand mich noch offen und nass, und zwei Finger glitten leicht hinein, während meine Zunge an Lina blieb. Der Takt entstand von selbst. Wenn Henrik stieß, leckte ich. Wenn ich die Finger krümmte, stöhnte ich gegen sie, und sie spürte die Vibration. Henrik sagte, er sehe uns beide, und seine Stimme war heiser vor Staunen, nicht vor Befehl. Lina sagte, gut, und dann, fester, und er nahm sie fester, die Hüften klatschten leise gegen sie.
Ich spürte, wie sich ihre Schenkel spannten. Sie sagte, nicht aufhören, zu mir und zu ihm zugleich, und dann kam sie, länger als beim ersten Mal, in Wellen, die ich an meiner Zunge fühlte und die Henrik in sich spürte, denn er fluchte und hielt einen Moment still, tief in ihr. Lina zitterte und lachte wieder, diesmal ohne Stimme, nur ein Hauch, und sie sagte, bleib, bleib. Henrik blieb. Ich leckte sie sanfter, bis das Zucken nachließ, und meine eigenen Finger bewegten sich weiter, weil ich nah war und weil sie gesagt hatte, ich dürfe.
Sie hob den Kopf und sah über die Schulter. Sie fragte Henrik, ob er noch könne, und er sagte ja, knapp, am Rand. Sie fragte mich, ob ich mitkommen wolle, jetzt, unter ihr, und ich sagte ja. Sie sagte, dann stoß, und er stieß, gleichmäßig, nicht wild, und ich rieb mich mit der Handfläche, die Finger noch in mir, den Mund offen an ihr. Der Höhepunkt kam schnell, scharf, ein Ziehen bis in die Waden, und ich presste das Gesicht an ihren Schenkel, damit der Laut im Fest unterging. Henrik hörte ihn trotzdem. Er sagte meinen Namen, dann ihren, und Lina sagte, in mir.
Er kam mit drei kurzen Stößen, die Hände fest an ihren Hüften, und Lina nahm ihn, den Rücken durchgebogen, ein leises Ja bei jedem Pulsieren. Danach sanken wir nicht übereinander, sondern lösten uns mit der Vorsicht von Menschen, die noch spüren, wo der andere aufhört. Henrik zog sich zurück und setzte sich auf die Fersen, atemlos, die Stirn an Linas Kreuz. Ich rutschte unter ihr hervor und legte mich neben sie, eine Hand auf ihrem Rücken, bis ihr Atem sich glättete. Niemand sagte Pause. Niemand musste es sagen. Das Ende kam von selbst, als die Körper weich wurden.
Lina drehte sich auf die Seite und zog mich an sich, die Stirn an meiner. Henrik legte sich hinter mich, nicht drängend, nur warm, sein Arm über meiner Taille, die Hand offen auf meinem Bauch. Eine Weile sprachen wir nicht. Das Fenster kühlte den Schweiß. Unten lachte jemand über einen Witz, den wir nicht hörten. Ich spürte Henriks Atem im Nacken und Linas Knie an meinem, und ich dachte, dass ich im Haus selten so still zwischen zwei Menschen gelegen hatte, ohne schon den nächsten Punkt auf einer Liste zu suchen.
Lina fragte leise, ob irgendetwas zu viel gewesen sei. Ich sagte nein. Henrik sagte nein, und er sagte, das Warten sei das Schwerste und das Beste gewesen, weil er sonst immer der sei, der die Lücke füllt, bevor sie entsteht. Lina sagte, sie habe zum ersten Mal in diesem Haus einen Raum gehalten, ohne zu fragen, ob sie zu viel Raum nehme. Ihre Knie täten weh vom Holz, und das sei ihr gleichgültig. Ich sagte, ich würde das Amt am Montag wieder nehmen, und diese Stunde werde dadurch nicht kleiner. Wir lachten, leise, und das Lachen löste den letzten Rest von Anspannung in den Schultern.
Henrik stand auf und holte das zweite Handtuch und die zweite Flasche. Er reichte sie Lina zuerst, dann mir, und setzte sich auf die Bettkante, nackt und ohne Eile, sich zu bedecken. Wir tranken. Das Wasser lief kühl die Kehle hinab. Lina wischte sich die Schenkel ab und dann mich, und ich nahm ihr das Tuch aus der Hand und tat dasselbe für Henrik, nicht als Dienst, sondern weil ich seine Haut noch einmal anfassen wollte, ohne dass jemand es anordnen musste. Er küsste meine Fingerknöchel, eine kleine, fast schüchterne Geste, die nicht zu dem Mann am Grill gepasst hätte und doch zu ihm gehörte.
Wir zogen uns nicht sofort an. Ich legte den Kopf an Linas Schulter, und Henrik legte den Arm um meine Taille, und so saßen wir auf dem zu schmalen Bett, während unter uns das Sommerfest weiterging, als hätte es uns nicht vermisst. Irgendwann sagte Lina, wir sollten in Abständen zurück, sie zuerst, dann ich, dann er, und niemand solle uns zusammen die Treppe hinunterkommen sehen. Es war wieder die praktische Stimme, aber weicher. Ich küsste sie auf den Mund, kurz, salzig, dankbar. Ich küsste Henrik auf die Brust, dort, wo das Herz noch schnell ging. Er küsste mein Haar.
Als ich das Kleid wieder überzog, klebte der Stoff an den Stellen, die noch feucht waren, und ich strich ihn glatt, ohne mich dafür zu schämen. Lina öffnete den Riegel. Die Musik kam die Treppe herauf wie eine Erinnerung an ein anderes Leben, das auch unseres war. Sie ging zuerst, barfuß bis zum Absatz, wo ihre Schuhe standen, und sie drehte sich nicht um. Ich wartete, zählte langsam bis sechzig, trank noch einen Schluck und sah Henrik an. Er knöpfte das Hemd zu und lächelte, als trage er ein Geheimnis, das ihn nicht belastete. Ein Knopf saß falsch. Ich sagte es ihm nicht.
Dann ging ich hinunter in den Hof, in das Licht und in das Lachen, und niemand fragte, wo ich gewesen war, weil alle mit ihrem eigenen Abend beschäftigt waren. Ich nahm ein neues Glas. Der Wein war immer noch zu kalt. Lina stand bei der Playlist und nickte einer Kollegin zu, und als ihr Blick meinen traf, war darin nichts, was jemand anders hätte lesen können, und alles, was ich brauchte. Henrik stand wieder am Grill, die Zange in der Hand, und drehte einen Spieß mit derselben Ruhe wie zuvor. Nur der verrutschte Knopf verriet ihn, und ich ließ ihn so.
Am Montag würden wir wieder die sein, die wir im Haus waren. Ich würde sagen, was als Nächstes kam. Henrik würde entscheiden, wo eine Linie sitzen musste. Lina würde warten, bis der Satz einen Platz für sie ließ, und ihn dann genau füllen. Heute Nacht, für eine Stunde über dem Fest, waren wir die gewesen, die wir uns in der Teeküche versprochen hatten. Der Tausch hatte gehalten, weil wir ihn ausgesprochen hatten, bevor wir die Treppe hinaufgingen, und weil jeder von uns hätte aufhören dürfen und keiner es gewollt hatte.
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