Neue Sexgeschichten

Meine Frau und der neue Nachbar

Ehefrau · 19 Minuten lesen · 26 Minuten hören

Gelesen von Rowan

Teil 2 der Serie Ehe neu (7)

An jenem Samstag im Juni zog der neue Nachbar ein, und meine Frau blieb länger am Gartenzaun stehen, als ein Gruß gebraucht hätte. Ich war vierunddreißig, Lena einunddreißig, und der Mann, der Kartons aus dem Wagen hob, nannte sich später Jonas und sagte ohne Umstände, er sei achtunddreißig. Die Luft stand still über den Beeten. Lena hatte Erde an den Fingern, ein altes Hemd über dem Kleid, und sie sah ihm zu, wie man einer Arbeit zusieht, die einen mehr angeht, als man zugeben will. Ich stand im Schatten der Terrassentür und spürte es sofort: nicht nur den Stich, auch die Wärme darunter, die ich nicht bestellt hatte.

Er trug die Kisten ohne Eile. Breite Schultern, ruhige Hände, ein Gesicht, das nicht darauf aus war, gesehen zu werden. Als eine Kiste zu schwer wurde, setzte er sie ab, wischte sich die Stirn und lachte kurz über sich selbst. Lena lachte mit, leise, obwohl er sie noch nicht bemerkt hatte. Dieses Lachen kannte ich aus den ersten Jahren, wenn sie jemanden mochte, bevor sie es sich eingestand. Ich trat hinaus, weil Wegsehen feige gewesen wäre, und weil ich wissen wollte, ob der Blick blieb, sobald er ein Gesicht bekam.

Wir stellten uns vor. Seine Hand war warm und trocken, der Druck fest, ohne Probe. Lena bot Wasser an. Er nahm an, dankte, und sie holte nicht ein Glas, sondern eine Karaffe, als rechne sie mit einem längeren Durst. Sie blieben am offenen Kofferraum stehen. Er fragte nach dem Boden, nach dem alten Apfelbaum, nach dem Lärm der Straße nachts. Sie antwortete ausführlicher als nötig. Ich hörte zu und sah, wie ihr Gewicht von einem Fuß auf den anderen ging, eine kleine Unruhe, die sie sonst nur hatte, wenn sie etwas wollte und noch höflich tat.

Am Nachmittag arbeitete ich im Schuppen und ließ die Tür einen Spalt offen. Lena brachte ihm ein zweites Glas. Diesmal setzte sie sich auf die niedrige Mauer, die unsere Grundstücke trennte, die Knie zur Seite, die Sonne auf dem Schlüsselbein. Jonas lobte die Tomaten. Sie strich sich eine Strähne hinters Ohr, eine Geste aus der Zeit, als sie mich noch prüfen musste. Er sah hin und sah wieder weg, höflich, fast zu höflich. Diese Höflichkeit machte es schlimmer. Ein Mann, der nicht griff, ließ den Wunsch in ihr stehen, und ich sah ihn stehen.

Abends schnitten wir in der Küche Gemüse, und das Messer auf dem Brett war das einzige laute Geräusch. Ich fragte, ob sie gemerkt habe, wie lange sie ihn angesehen hatte. Sie legte das Messer hin. Sie leugnete es nicht. Sie sagte, er sei ihr aufgefallen, die Ruhe, die Hände, die Art, nichts zu spielen. Dann sah sie mich an und fragte, ob mich das kränke. Ich sagte, es kränke mich und es tue noch etwas anderes, das ich nicht sauber benennen könne. Sie nickte, als habe sie genau auf diesen Satz gewartet und sich zugleich davor gefürchtet.

Wir aßen wenig. Später im Bett lag ihre Hand auf meiner Brust, und keiner von uns machte den nächsten Schritt. Ich wollte sie, und ich wollte zugleich das Bild nicht hergeben, das sich schon gebildet hatte: Lena an der Mauer, Jonas vor ihr, der Blick, der zu lange dauerte. Sie flüsterte, wir würden nichts tun, was wir nicht beide tragen könnten. Ich glaubte ihr. Trotzdem blieb ich wach, hörte nebenan eine Tür, einen Wasserhahn, dann Stille, und stellte mir vor, wie er in einem noch leeren Zimmer stand und vielleicht auch nicht schlief.

Am Sonntag brachte er die Karaffe zurück, gewaschen, mit einem kurzen Dank. Lena trug ein helles Kleid, nichts Auffälliges, und doch sah ich, wie der Stoff an den Schenkeln ging, wenn sie sich vorbeugte, um den Tisch frei zu machen. Ich lud ihn auf einen Kaffee ein, halb aus Anstand, halb weil ich sehen wollte, was zwischen ihnen blieb, wenn ich im Raum war. Er setzte sich so, dass er uns beide ansah, nicht nur sie. Das rechnete ich ihm an und nahm es ihm zugleich übel, weil es die Sache ernst machte.

Er erzählte knapp: Schreiner, eine Trennung hinter sich, die Wohnung in der Stadt zu laut, dieses Haus zufällig frei geworden. Keine Klage, keine Werbung. Lena fragte nach der Werkstatt, nach Holz, nach dem Geruch von frisch gesägten Brettern, und sie hörte mit dem ganzen Körper zu. Wenn er eine Pause ließ, füllte sie sie nicht sofort. Ich kannte diese Geduld an ihr. So hatte sie mich einmal hören lassen, dass ich bleiben durfte. Jonas bemerkte es. Einmal blieb sein Blick an ihrem Mund, dann hob er die Tasse und trank, als sei nichts gewesen.

Als er ging, blieb der Kaffee kalt in meiner Tasse. Lena räumte ab und sagte, ohne mich anzusehen, sie habe sich den ganzen Morgen vorgestellt, wie seine Hände aussähen, wenn sie nicht eine Tasse hielten. Ich spürte, wie mir das Blut in den Unterleib stieg, schnell und beschämend. Ich sagte, ich hätte es gesehen. Sie kam zu mir, legte die Stirn an meine und fragte, ob ich wolle, dass sie aufhöre, ihn anzusehen. Ich schwieg zu lange für ein einfaches Ja. Dann sagte ich, ich wolle, dass sie ehrlich bleibe, und dass nichts geschehe, solange nicht alle drei es klar wollten.

Montag war ich im Büro unbrauchbar. Gegen vier fuhr ich früher nach Hause und fand sie am Zaun, Jonas auf seiner Seite, ein Maßband in der Hand, weil das Tor schleifte. Sie standen mit Abstand. Als ich das Auto abstellte, färbte sich ihr Hals. Nichts war geschehen, sagte sie später in der Diele, und ich glaubte ihr, weil ihr Gesicht keine Ausflucht hatte. Sie sagte aber auch, sie habe den Tag über an ihn gedacht, an die Ader an seinem Unterarm, an die Frage, wie er küssen würde, wenn man ihn ließe. Ich stand mit dem Schlüssel in der Hand und war hart, bevor ich den Satz zu Ende gehört hatte.

Ich sagte ihr das. Es war das Schwerste an diesem Montag, schwerer als die Eifersucht. Sie nahm meine Hand und führte sie nicht weiter, sie hielt sie nur. Wir setzen uns auf die Treppe. Sie sagte, die Vorstellung errege sie, und die Vorstellung, dass ich sie dabei sehen könnte, errege sie noch mehr, und sie wisse nicht, ob das grausam sei. Ich sagte, es sei grausam und es sei auch das Gegenteil, wenn wir es nicht hinter ihrem Rücken täten. Wir blieben lange so sitzen. Draußen mähte jemand in der Ferne einen Rasen. Nebenan fiel kein Wort.

Am Dienstag brachte Jonas zwei gehobelte Latten und bot an, das Tor zu richten. Lena sah seinen Händen zu, wie sie maßen, zeichneten, die Säge führten. Ich half, hielt das Holz, und einmal lagen unsere drei Hände nah beieinander auf derselben Latte, ohne sich zu berühren. Der Moment war lächerlich klein und ließ mich trotzdem den Atem anhalten. Jonas arbeitete sauber, sprach wenig, dankte für das Wasser. Als er ging, roch die Einfahrt nach Harz. Lena stand noch einen Augenblick in diesem Geruch, als könne sie ihn aufheben.

Abends auf dem Sofa beschrieb sie, was sie sich vorgestellt hatte, ohne es zu spielen. Sie sprach leise, die Knie angezogen, den Blick auf meine Hände. Sie sagte, sie wolle seinen Mund an ihrem Hals, wolle wissen, ob er geduldig bleibe, wenn sie ungeduldig werde, wolle meinen Blick dabei nicht verlieren. Ich hörte zu und spürte, wie jede Einzelheit sich in mir festsetzte. Wir küssten uns, langsam, und brachen ab, bevor aus dem Kuss eine andere Szene wurde. Sie sagte, die eigentliche Nacht solle nicht aus Versehen kommen. Ich war ihr dankbar und zugleich so erregt, dass das Warten wehtat.

Mittwoch luden wir ihn zum Essen ein. Nichts war ausgesprochen, und doch lag es auf dem Tisch zwischen Brot, Tomaten und einem einzigen Glas Wein für jeden. Wir blieben klar. Jonas erzählte von einem Auftrag, Lena von einem Buch, ich von einer Reise, die wir nie angetreten hatten. Unter dem Tisch suchte ihr Fuß meinen, blieb, zog sich zurück. Einmal, als sie ihm die Schüssel reichte, streiften sich ihre Finger. Er zuckte nicht weg und suchte die Berührung auch nicht. Ich sah es und spürte einen heißen, engen Stolz, der keinen vernünftigen Namen hatte: sie gehörte zu mir, und sie wollte ihn, und sie versteckte es vor mir nicht.

An der Tür, als er ging, blieb ein Augenblick, in dem Lena sich hätte vorbeugen können. Sie tat es nicht. Jonas sagte gute Nacht, sah mich an, sah sie an, und trat zurück, als habe er die Linie gespürt, ohne dass sie gezogen worden war. Nachdem die Tür zu war, standen wir in der stillen Küche. Lena weinte nicht. Sie lachte einmal, kurz und nervös, und sagte, sie habe ihn beinahe geküsst und sei froh, dass sie es nicht getan habe, weil es ohne Worte unfair gewesen wäre. Ich nahm sie in den Arm. Ihr Herz ging schnell. Meins auch.

Wir redeten bis nach Mitternacht und legten fest, was gelten sollte, falls es überhaupt dazu käme. Sie wollte ihn. Ich wollte im Raum sein, sie sehen, ihre Stimme hören, nicht aus dem Haus geschickt werden. Er musste es selbst wollen, ohne Druck, und jeder durfte aufhören, ohne Erklärung, die länger war als ein Wort. Kein Alkohol über das eine Glas hinaus. Kein Spiel mit Überrumpelung. Wenn er nein sagte, war die Sache zu Ende, und wir würden damit leben müssen. Lena wiederholte die Punkte, als prüfe sie ein Versprechen an sich selbst. Ich sagte ja, mit wachem Kopf, nicht nur mit dem Körper.

Donnerstagabend gingen wir zu ihm hinüber, bevor der Mut sich in Ausflüchte auflöste. Er öffnete in einem ausgewaschenen Hemd, Sägemehl am Kragen, und bat uns in eine Küche, in der noch Kartons standen. Wir sagten es ohne Umweg. Lena sprach zuerst: sie fühle sich zu ihm hingezogen, sie wolle eine Nacht mit ihm, und sie wolle, dass ich dabei sei. Ich sagte, dass ich das nicht nur duldete, sondern wollte, und dass ich es bereuen würde, wenn wir es im Verborgenen geschehen ließen. Jonas setzte sich. Er fragte, ob das ein Scherz sei. Als er unsere Gesichter sah, fragte er nicht mehr.

Er sah mich lange an und fragte, ob ich sicher sei, nicht nur heute, sondern auch morgen früh. Ich sagte, sicher sei ein großes Wort, aber mein Ja sei kein Rausch und kein Befehl an ihn. Dann fragte er Lena, was sie von ihm wolle, nicht von der Idee. Sie sagte, seinen Körper, seine Aufmerksamkeit, und die Freiheit, mich anzusehen, während es geschah. Er schwieg eine Weile. Dann sagte er, er brauche die Nacht, um zu denken, und er werde nichts anfangen, was er nicht zu Ende verantworten könne. Wir gingen ohne Kuss. Auf dem kurzen Weg nach Hause hielt Lena meine Hand so fest, dass die Knöchel hell wurden.

Freitagmorgen lag ein Zettel in unserem Briefkasten, keine Nachricht auf dem Telefon: er komme um neun, wenn die Einladung noch stehe, und er werde gehen, sobald jemand zögere. Lena las den Satz zweimal. Sie war den Tag über hell und fahrig, räumte auf, stellte Gläser bereit, zog ein Kleid an und wieder aus und entschied sich am Ende für ein einfaches, dunkles, das sie nicht wie eine Darbietung aussehen ließ. Ich rasierte mich, als ginge es um etwas Feierliches, und lachte einmal über mich selbst, ohne dass der Spott die Aufregung nahm. Gegen Abend wurde das Haus sehr still. Wir aßen Brot und konnten es kaum schmecken.

Um neun klopfte er. Er hatte ein sauberes Hemd an und die Hände eines Mannes, der gearbeitet und sich danach gewaschen hatte. Wir setzten uns nicht lange. Lena sagte, die Einladung stehe. Ich sagte es auch. Jonas nickte und fragte noch einmal, ob irgendwer es sich anders überlegt habe. Niemand hatte. Dann stand er auf, kam zu ihr, blieb auf Armlänge und fragte, ob er sie küssen dürfe. Sie sagte ja. Sie sagte es klar, und sie sah dabei kurz mich an, nicht um Erlaubnis zu betteln, sondern um mich im Raum zu behalten.

Der erste Kuss war vorsichtig, beinahe prüfend. Ich saß im Sessel am Fenster und sah, wie ihre Schultern sanken, als sie merkte, dass er nicht hastete. Seine Hand lag an ihrer Taille, die andere blieb frei, bis sie sie selbst nahm und an ihre Hüfte führte. Ein Laut ging durch sie, klein, in seinen Mund hinein. Ich kannte diesen Laut. Ihn von einem anderen Mund ausgelöst zu sehen, traf mich so hart, dass ich die Lehne umfassen musste. Lena löste sich, atmete, und fragte mich, ob ich bleibe. Ich sagte, ich bleibe. Jonas sah mich an und wartete, bis ich nickte.

Sie führte uns ins Schlafzimmer, unser Schlafzimmer, das Licht einer Lampe, die Vorhänge zu. Jonas blieb an der Tür, bis sie ihn hereinbat. Er knöpfte ihr Kleid nicht auf, er fragte, und sie nahm seine Hände und legte sie an die Knöpfe. Der Stoff fiel. Darunter trug sie nichts Gesuchtes, nur Haut, die ich seit Jahren kannte und die in diesem Licht neu wirkte, weil ein fremder Blick darauf lag. Er sah sie an, ohne zu greifen, und sagte leise, sie sei schön. Sie errötete am Hals, dort, wo ich es immer zuerst sah, und streckte die Hand nach mir aus. Ich kam näher, küsste ihre Schläfe, und trat dann wieder so weit zurück, dass ich alles sehen konnte.

Jonas küsste ihren Hals, die Stelle unter dem Ohr, die Linie zum Schlüsselbein. Lena legte den Kopf zurück und hielt meinen Blick, während sein Mund tiefer ging. Ihre Brüste hoben sich unter seinem Atem. Er nahm eine Brustwarze zwischen die Lippen, langsam, und sie stöhnte offen, nicht für die Wirkung, sondern weil es sie überlief. Ich spürte meinen Schwanz gegen den Stoff und machte keine Anstalt, es zu verbergen. Sie sah es, und ihr Blick wurde dunkler, zufrieden und hungrig zugleich. Sie flüsterte meinen Namen, dann seinen, als wolle sie beide im Mund behalten.

Er ging auf die Knie. Seine Hände strichen an ihren Schenkeln hinauf, fragend, und sie öffnete die Beine, soweit sie im Stehen konnte, und sagte ja, bitte. Sein Mund fand sie. Ich sah, wie ihre Knie nachgaben, wie sie eine Hand in sein Haar legte und die andere gegen die Wand stützte. Das Geräusch war nass und nah, sein Atem, ihr stockender Laut. Sie war schon sehr erregt, das sah ich an der Art, wie ihre Hüften ihm entgegenkamen, klein, ungeduldig, dann wieder haltend, als wolle sie den Genuss dehnen. Jonas leckte sie mit einer Geduld, die mich rasend machte. Er sah nicht zu mir. Er war bei ihr, ganz, und gerade das war das Bild, das ich gewollt hatte, ohne es vorher in dieser Schärfe zu kennen.

Lena rief mich leise. Ich trat hinter sie, stützte sie an den Hüften, küsste ihre Schulter, während sein Mund an ihr arbeitete. Sie zitterte zwischen uns. Ihr Geschmack kannte ich, und doch war es anders, ihn nicht selbst zu nehmen, sondern zu sehen, wie ein anderer ihn nahm und wie sie sich dafür öffnete. Sie kam das erste Mal so, stehend, an seinem Mund, mein Name und dann nur noch ein langer, gebrochener Laut. Jonas hielt sie, bis die Wellen nachließen, und küsste die Innenseite ihres Schenkels, als danke er ihr. Sie lachte atemlos und sagte, sie wolle ihn jetzt sehen.

Er stand auf. Sie öffnete sein Hemd, Knopf für Knopf, und legte die Hände flach auf seine Brust, als prüfe sie die Wärme. Dann öffnete sie seine Hose. Sein Schwanz war hart, schwer, die Eichel schon feucht. Sie umfasste ihn und sah mich an, nicht triumphierend, eher ernst, als zeige sie mir etwas, das wir beide haben wollten. Ich nickte. Sie ging selbst auf die Knie, auf unseren Teppich, und nahm ihn in den Mund. Der Anblick schnitt und nährte mich in demselben Atemzug: ihre Lippen um ihn, die Wange leicht eingezogen, die Hand an seinem Ansatz, das leise, zufriedene Geräusch, das sie machte, wenn sie etwas tief wollte.

Jonas fluchte leise, eine Hand in ihrem Haar, nicht drückend. Er fragte, ob es so gut sei. Sie löste sich nur lange genug, um ja zu sagen, und nahm ihn wieder auf. Ich setzte mich auf die Bettkante, nah genug, dass sie mich erreichen konnte. Einmal tat sie es: ihre freie Hand suchte mein Knie und blieb dort, während ihr Mund an ihm arbeitete. Diese Hand hielt mich im Geschehen. Ich war nicht Publikum hinter Glas. Ich war der Mann, dem sie gehörte und der sie ihm für diese Nacht gab, weil sie es wollte und weil ich es wollte.

Sie richtete sich auf, wischte sich den Mund mit dem Handrücken und sagte, sie wolle ihn in sich. Jonas sah mich an. Ich sagte, ja. Wir hatten es so verabredet, und in diesem Moment war das Ja kein altes Wort, sondern ein neues, aus der Kehle geholt. Lena legte sich aufs Bett, auf den Rücken, die Knie offen, und streckte die Arme nach ihm aus. Er kniete sich zwischen ihre Schenkel, strich mit der Eichel durch ihre Nässe, einmal, zweimal, und fragte noch einmal. Sie sagte, jetzt. Er drang langsam in sie ein. Ihr Mund öffnete sich, kein Schrei, ein langes Einatmen, und ihre Augen fanden mich sofort.

Ich sah, wie er sie füllte. Ich sah, wie ihre Hände sich in das Laken krallten und dann an seinen Rücken wanderten. Er bewegte sich zuerst kaum, ließ sie sich an ihn gewöhnen, und sie hob ihm die Hüften entgegen, ungeduldig, fordernd. Dann fand er einen Rhythmus, tief und gleichmäßig. Das Bett gab ein leises Geräusch. Lenas Stimme nicht: sie stöhnte bei jedem Stoß, offen, mit Worten dazwischen, ja, so, tiefer. Jonas gehorchte nicht blind. Er veränderte den Winkel, bis sie einen höheren Laut machte, und blieb dort. Schweiß glänzte an seiner Schulter. Ihre Brüste bewegten sich mit den Stößen. Ich hatte sie noch nie so gesehen und kannte sie doch in jedem Zucken wieder.

Sie bat mich näher. Ich legte mich neben sie, küsste ihren Mund, schmeckte Salz und den fremden, jetzt nicht mehr fremden Geschmack. Jonas verlangsamte, während wir uns küssten, und sie lachte in den Kuss hinein, weil die Langsamkeit sie noch mehr reizte. Dann sagte sie, er solle nicht aufhören. Er nahm sie fester an den Hüften und stieß wieder zu, und sie bog sich zwischen seinem Körper und meinem Mund. Ich strich über ihre Brust, über die harte Brustwarze, und sie drückte meine Hand darauf. Ihr Blick wurde unscharf und klar im Wechsel, als käme sie in Wellen, die noch nicht der letzte Gipfel waren.

Jonas zog sich zurück und bat sie, sich umzudrehen, wenn sie das wolle. Sie wollte. Sie kniete sich aufs Bett, die Unterarme auf der Matratze, und sah über die Schulter erst ihn an, dann mich. Er drang von hinten in sie ein, eine Hand an ihrer Hüfte, die andere flach auf ihrem Rücken. Der neue Winkel ließ sie laut werden. Sie griff nach mir, zog mich vor ihr Gesicht, küsste mich ungeschickt zwischen den Stößen, lachte, stöhnte, sagte meinen Namen, als sei ich der Anker und er die Welle. Ich hielt ihr Gesicht in den Händen. Ihre Augen waren nass vor Anstrengung und Lust, nicht vor Schmerz. Ich fragte leise, ob es gut sei. Sie sagte, besser als gut, und sie wolle, dass ich bleibe, bis sie komme.

Jonas beugte sich über sie, küsste ihren Nacken, und seine Stöße wurden kürzer, härter, kontrolliert. Lena schob eine Hand zwischen ihre Schenkel und rieb sich, während er in ihr war. Ich sah ihre Finger, sah, wie sie sich um ihn dehnte, sah den Glanz an ihren Schenkeln. Sie kam mit einem langen, fast erstaunten Schrei, der Körper zog sich zusammen, und Jonas hielt still in ihr, die Zähne aufeinander, bis sie ihm sagte, er dürfe weiter, sie wolle ihn spüren, bis er auch so weit sei. Er bewegte sich wieder, langsamer jetzt, und jeder Stoß ließ einen Nachhall durch sie gehen, den ich an ihrem Mund sah.

Er fragte, wo er kommen solle. Lena sah mich an. Ich sagte, das entscheide sie. Sie sagte, in ihr, sie wolle es, und sie wolle, dass ich es sehe. Jonas suchte noch einmal meinen Blick. Ich nickte. Er stieß tiefer, sein Atem brach, und er kam mit einem rauen Laut an ihrem Nacken, die Hände fest, aber nicht grob. Lena hielt ihn in sich, die Augen offen, auf mich gerichtet, und in diesem Blick lag keine Entschuldigung. Es lag Dank, Lust und eine wilde, klare Zärtlichkeit. Ich küsste sie, während er noch in ihr zuckte. Sie schmeckte nach dem ganzen Abend.

Er zog sich vorsichtig zurück. Sie blieb einen Moment auf den Knien, atmete, dann drehte sie sich und ließ sich in die Kissen fallen, offen, erschöpft, glänzend. Jonas setzte sich auf die Bettkante, nicht fliehend, und legte eine Hand auf ihren Knöchel, eine stille Frage, ob Berührung noch recht sei. Sie nickte. Ich holte ein Glas Wasser, ein Tuch, und sie trank, während ich ihre Schenkel säuberte, langsam, ohne die Nacht auszulöschen. Jonas dankte ihr und dankte mir, schlicht, ohne große Rede. Lena sagte, er solle noch einen Augenblick bleiben, nicht für eine zweite Runde, nur damit das Zimmer nicht sofort wieder nur uns gehöre, als sei nichts gewesen.

Wir lagen eine Weile zu dritt, sie zwischen uns, sein Arm über ihrer Taille, meiner unter ihrem Nacken. Niemand sprach viel. Draußen fuhr ein spätes Auto vorbei. Ihr Atem wurde ruhiger. Ich spürte an meiner Hüfte, dass ich noch hart war, und sie merkte es, lächelte müde und nahm mich in die Hand, nicht um die Nacht neu zu eröffnen, sondern um mich nicht allein mit dem Bild zu lassen. Ein paar langsame Bewegungen, ihr Mund an meinem, Jonas still neben ihr, und ich kam in ihre Hand, heftig, kurz, mit dem Gesicht an ihrer Schulter. Sie hielt mich, bis es vorbei war. Dann lachte sie leise, zufrieden, und sagte, jetzt seien wir alle angekommen.

Jonas stand irgendwann auf, zog sich an, ohne Hast und ohne Verlegenheit, die alles kaputtgemacht hätte. An der Schlafzimmertür blieb er stehen und sagte, er werde nichts erzählen, nichts fordern und morgen nur der Nachbar sein, es sei denn, wir suchten ihn. Lena sagte, das sei gut so. Ich brachte ihn zur Tür. Auf der Schwelle gab er mir die Hand, derselbe feste Druck wie am Samstag, und sagte, ich solle gut auf sie achten, was kein Anspruch war, sondern eine Anerkennung. Ich sagte, das tue ich. Als seine Tür nebenan ins Schloss fiel, war das Haus wieder unseres.

Lena lag noch wach, das Laken bis zur Hüfte, die Lampe an. Ich legte mich zu ihr. Sie fragte, ob ich bereue. Ich sagte, ich sei erschüttert und ich bereue nicht. Sie nickte, als sei das die ehrlichste Form von Ja, die es in dieser Nacht geben könne. Wir sprachen nicht alles aus. Manches sollte erst am Morgen Worte bekommen, und manches brauchte keine. Sie schmiegte sich an mich, der Geruch von Haut, von ihm, von uns, noch im Kissen. Ich löschte das Licht. Nebenan ging auch seins aus. Die Woche, die so lang in der Brust gesessen hatte, war zu einer Nacht geworden, und die Nacht hatte ein Ende, still, schwer und ganz.

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