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Die Wette, die meine Frau einlöste

Ehefrau · 31 Minuten lesen · 41 Minuten hören

Gelesen von Rowan

Teil 1 der Serie Ehe neu (8)

Der Freitag roch nach nassem Asphalt und nach dem Metall der Straßenbahn, und ich schloss die Wohnungstür mit dem Gedanken an ein gewöhnliches Abendessen. Elisa und ich waren seit acht Jahren verheiratet. Ich war sechsunddreißig, sie dreiunddreißig, und die meisten Freitage liefen in derselben ruhigen Spur: Schuhe aus, Wasser aufsetzen, ihre Stimme aus der Küche. An diesem Abend war die Küche dunkel. Im Flur brannte nur die kleine Lampe, und auf dem Schuhschrank lag ein Umschlag aus schwerem Papier. Mein Name stand darauf, in ihrer engen Handschrift, und darunter ein Satz, der mich stehen bleiben ließ: Lies das, bevor du mich suchst.

Ich stellte die Tasche ab und öffnete den Umschlag mit dem Daumen, noch im Mantel, die Schlüssel in der anderen Hand. Das Blatt war eng beschrieben, nicht hastig, jede Zeile gerade. Oben stand das Datum des vergangenen Samstags und darunter ein Satz, den ich laut las, weil die Wohnung so still war, dass meine eigene Stimme mich erschreckte. Du hast die Wette verloren, stand da, und heute löse ich sie ein. Dann kamen die Regeln, klar und ohne Schnörkel, so wie sie sprach, wenn sie etwas ernst meinte und trotzdem lächelte.

Ich erinnerte mich an den Samstag, sobald ich die ersten Zeilen sah. Wir hatten nach dem Essen Karten gespielt, am Küchentisch, das Fenster einen Spalt offen, der Wein schon leer. Sie hatte drei Spiele hintereinander gewonnen, und ich hatte, übermütig und ein wenig gereizt von meiner eigenen Pechsträhne, gesagt, der Verlierer schulde dem Gewinner einen Abend unter Regeln, die der Gewinner schreibe. Sie hatte die Augen schmal gemacht, nicht spöttisch, eher wach. Wir hatten die Bedingungen noch am Tisch festgezurrt, nüchtern genug, um jedes Wort zu meinen: nichts, was einer von uns nicht wollte, kein Schmerz, keine Demütigung, die nicht vorher benannt war, und ein Wort, das alles sofort beendete. Halt. Wer Halt sagte, wurde nicht ausgelacht und nicht überredet. Wir hatten uns die Hand gegeben wie bei einem kleinen Vertrag und danach lange geküsst, bis das Kartenspiel vergessen war. Ich hatte in den Tagen danach halb damit gerechnet, dass sie die Wette als Scherz liegen ließ. Elisa ließ Dinge nicht liegen, die sie einmal in die Hand genommen hatte.

Die erste Regel war einfach und hart zugleich. Von dem Augenblick an, in dem ich die Schlafzimmertür berührte, bis zu dem Wort, mit dem sie mich freigab, sprach ich nur, wenn sie mich fragte. Die einzige Ausnahme war Halt. Halt durfte ich immer sagen, ohne gefragt zu werden, und dann war der Abend vorbei, ohne Vorwurf, ohne Nachspiel, nur mit dem, was wir danach brauchten, Wasser oder Nähe oder Stille. Die zweite Regel betraf den Weg dorthin. Ich sollte mich im Flur vollständig ausziehen, bevor meine Hand die Klinke erreichte, die Kleider ordentlich auf den Stuhl legen und im Schlafzimmer auf dem Stuhl am Fenster warten, bis sie mich rief. Die dritte Regel gehörte ihr allein für eine lange Strecke: Sie bestimmte jede Berührung, jedes Tempo, jeden Abstand. Ich durfte nichts fordern. Wenn sie jetzt du sagte, gehörte der Rest des Abends uns beiden, immer noch mit Halt als Ausgang. Unter den drei Regeln stand ein letzter Satz, den sie unterstrichen hatte. Du hast am Samstag ja gesagt. Wenn du heute nicht mehr willst, leg den Brief auf den Tisch und komm in die Küche. Dann kochen wir und reden und die Wette ist verfallen. Wenn du willst, zieh dich aus und komm.

Ich stand eine Weile mit dem Blatt in der Hand und spürte, wie das Blut in den Hals stieg und tiefer, wärmer, in den Bauch. Es war keine Falle. Es war eine Tür, und sie hatte mir beide Wege aufgeschrieben, den zurück und den hinein. Ich wollte den hinein. Ich wollte ihn so deutlich, dass mir die Knie einen Moment unsicher wurden, nicht vor Angst, vor der Schärfe des Wollens. Ich legte den Brief auf den Schuhschrank, zog den Mantel aus, dann das Hemd, die Schuhe, die Socken, die Hose, die Shorts. Die Luft im Flur war kühl an der Haut. Mein Schwanz war schon halb hart, nur vom Lesen, und das machte mich ein wenig verlegen und zugleich ruhiger, weil der Körper schneller entschieden hatte als der Kopf. Ich legte alles auf den Stuhl, wie sie es verlangt hatte, und ging nackt den kurzen Flur entlang, die Dielen kühl unter den Fußsohlen.

Die Schlafzimmertür war nur angelehnt. Ich legte die Hand an die Klinke und hielt inne, weil mit dieser Berührung die erste Regel begann. Dann drückte ich sie auf. Das Zimmer war warm. Sie hatte die Vorhänge zugezogen und zwei Lampen tief gedreht, sodass das Licht auf dem Bett lag und der Rest im weichen Schatten blieb. Der Stuhl am Fenster stand nicht an seinem gewöhnlichen Platz. Sie hatte ihn gedreht, genau auf das Bett zu, und auf der Sitzfläche lag ein gefaltetes Handtuch, daneben ein Glas Wasser. Elisa saß auf der Bettkante, die Füße auf dem Teppich, und sah mich an, als ich eintrat. Sie trug den dunklen Seidenmantel, den ich ihr im vorigen Winter geschenkt hatte, zugebunden in der Taille, die Beine bloß, das Haar offen und noch ein wenig feucht, als hätte sie geduscht und sich Zeit gelassen. Ihr Blick ging einmal an mir hinunter und wieder hinauf, langsam, ohne Hast, und ihr Mund wurde weich.

Setz dich, sagte sie. Ihre Stimme war ruhig und ein wenig tiefer als am Morgen. Ich setzte mich auf das Handtuch, die Hände auf den Oberschenkeln, wie ich es von selbst tat, weil ich nicht wusste, wohin sonst damit. Der Stuhl war hart unter mir. Zwischen uns lagen vielleicht drei Meter, und diese drei Meter fühlten sich an wie eine eigene Regel. Sie stand nicht auf. Sie ließ mich sitzen und sehen. Eine Weile sagte keiner von uns etwas. Ich hörte die Heizung ticken und meinen eigenen Atem und das leise Reiben von Seide, als sie die Beine übereinanderschlug und wieder löste.

Gilt Halt noch für dich, fragte sie. Ja, sagte ich, und ich will bleiben. Sie nickte, einmal, und etwas in ihren Schultern ließ nach, als hätte sie diese Antwort gebraucht, obwohl sie sie schon auf dem Brief erwartet hatte. Gut, sagte sie. Dann hörst du jetzt zu, und du sprichst nur, wenn ich frage. Ich blieb still. Sie löste den Gürtel des Mantels nicht sofort. Sie strich mit zwei Fingern über den Stoff an ihrer Taille, als prüfe sie die Naht, und sah mich dabei an, nicht das Tuch. Ich spürte, wie mein Schwanz gegen den Oberschenkel drückte und schwerer wurde. Ich legte die Hände flach, damit ich nicht von selbst nach ihm griff. Das gehörte nicht zu dem, was sie erlaubt hatte.

Weißt du noch, was du am Samstag gesagt hast, als ich die dritte Runde gewann, fragte sie. Ich nickte. Worte, sagte sie. Ich sagte, du sollst dir nehmen, was die Wette wert ist, und ich sagte, ich vertraue dir mit den Regeln. Sie lächelte kurz, kein breites Lächeln, eher ein Erkennen. Genau das habe ich getan. Ich habe mir drei Tage Zeit gelassen, weil ich nicht im Rausch schreiben wollte und nicht im Ärger. Ich wollte dich so, wie du jetzt bist. Nackt, wartend, und noch nicht berührt. Sie stand auf, langsam, und der Mantel fiel ein wenig auseinander, nicht ganz, nur so weit, dass ich die Innenlinie eines Schenkels sah und den Ansatz einer Brust. Sie kam nicht zu mir. Sie ging zum Fußende des Betts und blieb dort stehen, im Licht, und öffnete den Gürtel vollständig.

Der Mantel glitt von den Schultern und blieb an den Ellbogen hängen, dann ließ sie ihn fallen. Darunter war sie nackt. Ich hatte sie tausendmal nackt gesehen, morgens, nach dem Duschen, im Dunkeln, im hellen Sommer am Fenster, und trotzdem zog sich mir der Atem zusammen, weil sie sich mir nicht nebenbei zeigte, sondern als Teil einer Regel, die ich selbst mit unterschrieben hatte. Ihre Brüste waren voll, die Brustwarzen schon fest in der kühlen Luft des Augenblicks, der Bauch weich, die Hüften breit, das dunkle Haar zwischen den Beinen kurz geschnitten, so wie sie es seit dem Frühjahr trug. Ein feuchter Glanz lag auf der Haut an der Kehle, nicht von Schweiß, vom Duschen, das noch nicht ganz vergangen war. Sie drehte sich einmal, nicht wie auf einer Bühne, eher damit ich sie von der Seite sah, die Linie vom Brustkorb zur Taille zur Hüfte, und dann setzte sie sich wieder auf die Bettkante, die Knie auseinander, die Hände auf dem Laken neben sich.

Sieh mich an, sagte sie. Nicht auf den Boden und nicht auf deine Hände. Ich sah sie an. Sie spreizte die Knie ein wenig weiter und legte eine Hand auf den inneren Oberschenkel, hoch, knapp unter der Stelle, wo die Haut dünner und wärmer wird. Die andere Hand blieb auf dem Laken. Sag mir, was du siehst, sagte sie. Ich schluckte, weil die Stimme rau herauskam, obwohl ich nur einen Satz zu sagen hatte. Ich sehe dich nackt auf unserem Bett, die Beine offen, und ich sehe, dass du feucht bist, schon jetzt, ein Glanz zwischen den Schamlippen. Sie atmete aus, ein kurzes, zufriedenes Geräusch. Genau, sagte sie. Und du sitzt da und fasst dich nicht an. Das ist die Wette. Nicht dass ich dich besiege. Dass du mir diesen Abend gibst, ohne ihn dir selbst zu nehmen.

Sie strich mit dem Daumen über die Innenseite des Schenkels, langsam nach oben, und hielt an, bevor sie sich berührte. Ich spürte meinen Herzschlag im Schwanz, ein gleichmäßiges, schweres Pochen. Die Eichel war schon feucht, ein klarer Tropfen, den ich nicht wegwischen durfte, weil sie es nicht gesagt hatte. Sie beobachtete auch das. Ihr Blick ging kurz dorthin und zurück in mein Gesicht, und in diesem Blick lag kein Spott, nur ein warmes, genaues Interesse, als lese sie an meinem Körper ab, ob die Regeln hielten. Sie hielten. Ich blieb sitzen. Meine Finger krallten sich leicht ins Handtuch und lösten sich wieder.

Dann berührte sie sich. Zwei Finger legten sich flach über die äußeren Lippen, drückten sanft, kreisten nicht sofort. Sie schloss für einen Atemzug die Augen und öffnete sie wieder, weil sie mich sehen wollte, während sie es tat. Der Mittelfinger glitt in die Spalte, teilte sie, und ich sah, wie nass sie war, ein dunkles, glänzendes Rosa, die Klitoris schon geschwollen unter dem leichten Zug der Haut. Sie rieb nicht hart. Sie strich von unten nach oben, langsam, und am oberen Punkt verharrte sie, ein kleines Kreisen, kaum mehr als ein Zittern der Fingerkuppe. Ein leises, nasses Geräusch war im Zimmer, sehr klein, und dazu ihr Atem, der tiefer wurde. Ich saß so still, dass mir die Oberschenkel zu brennen begannen.

Beschreib es, sagte sie, ohne die Hand wegzunehmen. Ich suchte die Worte und fand sie, weil sie mich gefragt hatte und weil ich es wirklich sah. Du teilst dich mit zwei Fingern, du bist sehr nass, es glänzt an den Fingern, und du kreist oben, klein, nicht fest. Deine Brustwarzen sind hart. Du siehst mich an, während du es tust, und dein Mund ist ein wenig offen. Sie nickte, die Augen halb zu. Weiter, sagte sie. Ich will hören, was es mit dir macht, nicht nur was ich tue. Mein Schwanz ist vollständig hart, sagte ich. Es tropft. Ich will aufstehen und meine Zunge dahin legen, wo deine Finger sind, und ich tue es nicht, weil du es nicht gesagt hast. Ein Laut kam aus ihr, kurz, kein Wort, eher ein Ja, das sie nicht aussprechen musste. Ihre Hüften kippten ein wenig nach vorn, dem eigenen Finger entgegen, und sie schob die andere Hand unter die erste, zwei Finger in sich hinein, langsam, bis zu den Knöcheln, und ließ sie dort, während der Daumen oben blieb.

Ich hätte Halt sagen können, nicht weil ich aufhören wollte, sondern weil die Spannung so dicht war, dass ein Teil von mir nach einem Ventil suchte. Ich sagte es nicht. Ich wollte diese Dichte. Ich wollte sehen, wie sie sich selbst nahm, auf unserem Bett, mit den Regeln zwischen uns wie ein Geländer, an dem man sich festhält, statt zu fallen. Sie fickte sich mit den Fingern in einem ruhigen Takt, nicht schnell, und jedes Mal, wenn sie die Finger herauszog, glänzten sie stärker. Der Geruch erreichte mich, warm, salzig, vertraut und in diesem Abstand neu. Meine Hände zitterten leicht auf den Oberschenkeln. Ich presste die Fußsohlen in den Teppich, um irgendwohin zu drücken.

Genug vom Stuhl, sagte sie nach einer Weile, die sich länger anfühlte, als sie war. Komm her. Knie dich vor mich. Fass mich noch nicht an. Ich stand auf. Die Beine waren steif vom Sitzen und vom Halten. Ich ging die drei Meter und kniete mich auf den Teppich zwischen ihre Füße, die Knie auseinander, die Hände auf den eigenen Schenkeln, wie zuvor, weil sie keine andere Stelle genannt hatte. Aus dieser Nähe war die Hitze ihres Körpers deutlich. Ich sah die feinen Härchen auf ihren Unterarmen, den Puls an der Kehle, die Nässe, die an ihren Fingern hing und auf das Laken tropfte, ein dunkler Punkt. Sie zog die Finger aus sich und hielt sie mir hin, nicht an den Mund, nur in die Luft zwischen uns.

Riech, sagte sie. Ich beugte den Kopf und atmete ein. Der Geruch war dicht und süß und ein wenig metallisch, ihrer, den ich kannte und der mich trotzdem jedes Mal traf. Sie wartete, bis ich wieder aufsah. Lecken darfst du gleich, sagte sie. Zuerst sagst du mir, ob du das hier noch willst, so, auf den Knien, mit meinem Geschmack in der Nase und ohne die Hände an mir. Ja, sagte ich. Ich will es. Sie legte die feuchten Finger an meine Unterlippe, nicht hinein, nur an die Haut, ein kühler, glatter Strich. Dann nahm sie die Hand weg und legte sie in mein Haar, nicht ziehend, nur haltend, und spreizte die Knie weiter, bis ich ihren Schoß ganz vor mir hatte.

Jetzt, sagte sie. Die Zunge, langsam, von unten nach oben, und du bleibst mit den Händen an dir, bis ich etwas anderes sage. Ich beugte mich vor und legte die Zunge flach an die untere Öffnung, schmeckte sie, salzig und klar, und zog einen langen Strich nach oben, über die inneren Lippen, bis zur Klitoris, wo ich nicht sog, nur verharrte, die Zungenspitze weich. Sie atmete scharf ein. Wieder, sagte sie. Ich wiederholte den Strich, langsamer, und beim dritten Mal blieb ich oben und kreiste, so klein, wie sie es mit dem Finger getan hatte. Ihre Hand in meinem Haar wurde fester, nicht um mich zu führen, eher um sich selbst zu halten. Ein Oberschenkel legte sich warm an meine Wange. Ich leckte sie, wie sie es gesagt hatte, unten nach oben, dann Kreise, dann ein sanftes Saugen, als sie flüsterte, oben, genau da, und nicht härter.

Die Nässe wurde mehr. Sie lief mir über die Zunge, über das Kinn, und ich schluckte, was kam, und ging wieder hin, ohne die Hände zu heben. Meine Knie brannten auf dem Teppich. Mein Schwanz hing schwer zwischen den Beinen, unberührt, und jedes Mal, wenn sie die Hüften ein wenig gegen meinen Mund drückte, zuckte er. Sie sprach wenig, nur kurze Weisungen, tiefer, bleib, die flache Zunge, und zwischendurch ihr Atem, der aus dem Rhythmus fiel und wieder fand. Ich spürte, wie die Klitoris unter der Zunge härter wurde, ein kleiner fester Punkt, und wie die Muskeln in ihren Schenkeln zu zittern begannen. Nicht aufhören, sagte sie, und die Stimme war nicht mehr ganz fest. Ich hörte nicht auf. Ich hielt den Takt, den sie mir gegeben hatte, flach und stetig, und als sie kam, kam sie leise, mit einem langen, gepressten Laut, die Hand in meinem Haar, die Schenkel um meinen Kopf, die Öffnung zuckend gegen meine Unterlippe. Ich blieb, bis der Druck der Hand nachließ und sie mich mit einem kleinen Zug am Haar zurückholte.

Sie sah auf mich herab, die Wangen gerötet, die Augen dunkel und klar. Ihr Atem ging noch schnell. Du hast nicht nachgefasst, sagte sie. Ich schüttelte den Kopf, weil sie nicht gefragt hatte, ob ich sprechen sollte, und sie verstand es und lachte einmal, kurz, warm. Gut. Steh auf. Ich stand. Sie betrachtete meinen Schwanz, der gegen den Bauch zeigte, die Eichel dunkel und nass, ein Faden, der schon bis zum Oberschenkel gelaufen war. Mit zwei Fingern strich sie den Faden auf und verrieb ihn über die Eichel, einmal, fest genug, dass mir die Knie weich wurden, dann nahm sie die Hand weg. Noch nicht, sagte sie. Leg dich auf den Rücken, in die Mitte, die Arme neben dem Körper, und rühr dich nicht, bis ich es sage.

Ich legte mich hin. Das Laken war kühl am Rücken und warm, wo sie gesessen hatte. Sie kniete sich neben mich, nicht auf mich, und betrachtete mich eine Weile, die Hand flach auf meiner Brust, über dem Herzen, das hart schlug. Ich konnte ihren Geruch an meinem Mund riechen. Sie beugte sich herab und küsste mich, langsam, mit offenem Mund, schmeckte sich selbst auf meiner Zunge und machte ein leises, zufriedenes Geräusch dabei. Der Kuss war die erste Berührung, die nicht Anweisung war, sondern Zuneigung, und er machte die Regeln nicht weicher, nur sicherer. Als sie sich löste, strich sie mit der Nase an meiner Wange entlang und flüsterte, du bist so hart, dass es fast wehtut, nur vom Warten. Ich nickte. Worte, sagte sie, schon halb lächelnd. Es tut fast weh, sagte ich, und ich will, dass du entscheidest, wann es aufhört wehzutun.

Sie setzte sich rittlings auf meine Oberschenkel, nicht auf den Schwanz, ein Stück darunter, sodass er vor ihrem Bauch lag, heiß an ihrer Haut, und sie ihn nicht in sich nahm. Mit beiden Händen umfasste sie ihn, nicht pumpend, nur haltend, der Daumen unter der Eichel, und sie sah zu, wie ein neuer Tropfen austrat und über ihren Daumen lief. Sie beugte sich vor und leckte ihn ab, einmal, die Zunge breit, und der Reiz war so scharf, dass ich die Hände ins Laken krallte, um sie nicht an ihre Hüften zu legen. Bleib, sagte sie, obwohl ich geblieben war. Dann nahm sie mich in den Mund, nur die Eichel, warm und weich, die Zunge darunter kreisend, und ließ mich wieder frei, bevor ich in diesen Mund hinein hätte stoßen können. Sie tat es noch zweimal, jedes Mal kurz, jedes Mal so, dass ich am Rand einer Bewegung hängen blieb, die ich nicht ausführen durfte. Speichel glänzte auf der Eichel. Sie verrieb ihn mit der Faust, einmal von der Wurzel bis zur Spitze, fest, und hielt inne, als meine Hüften von selbst nach oben wollten.

Nicht kommen, sagte sie. Nicht jetzt. Ich atmete durch den Mund und hielt es. Es war knapp. Die Hoden waren hochgezogen, der ganze Unterleib gespannt, und ich sagte nichts, weil sie nicht gefragt hatte. Sie sah es und wurde freundlicher in den Händen, nur noch eine leichte Faust, kaum Druck, bis das Zittern in meinen Beinen nachließ. So, sagte sie leise. Du bleibst bei mir. Ich will dich in mir, aber nach meinen Regeln, und ich will, dass du lang genug da bist, um mich noch einmal zu spüren, bevor du gehst. Sie hob die Hüften, rückte nach vorn, und mit einer Hand führte sie die Eichel an ihre Öffnung, rieb sie durch die Nässe, ohne einzudringen, auf und ab, bis ich ganz von ihr benetzt war. Der Kontakt war eine einzige heiße Linie. Ich stöhnte, kurz, und sie erlaubte den Laut, weil sie ihn nicht verboten hatte, nur die Worte.

Sie senkte sich langsam. Die Eichel glitt hinein, dann ein Stück des Schafts, und sie hielt an, die Augen zu, den Mund offen, und gewöhnte sich, oder genoss das Halten selbst. Eng und heiß und sehr nass schloss sie sich um mich. Ich lag still, die Arme neben dem Körper, die Fäuste locker, und ließ sie das Tempo haben. Sie nahm mich tiefer, Zentimeter um Zentimeter, bis sie auf meinen Hüften saß und ich ganz in ihr war. Ein langer Atem ging durch uns beide. Sie blieb so, ohne zu reiten, und legte die Hände auf meine Brust, die Nägel leicht, nicht kratzend. Sieh mich an, sagte sie. Ich sah sie an. Ihr Haar fiel nach vorn, eine Strähne klebte an der feuchten Unterlippe, die Brüste hoben sich mit dem Atem, und zwischen uns, wo wir verbunden waren, spürte ich das kleine Zucken ihrer inneren Muskeln, als sie mich absichtlich zusammendrückte und wieder löste.

Beweg dich nicht, sagte sie, und dann begann sie sich zu bewegen, nicht auf und ab, sondern in einem kleinen Kreis, die Hüften mahlend, sodass ich in ihr rieb, ohne zu stoßen. Das Gefühl war tief und gleichmäßig, weniger Schlag als Druck, und es baute sich anders auf als ein schneller Ritt, gefährlicher, weil es nicht nachließ. Sie fand einen Winkel, bei dem die Klitoris bei jeder Drehung über den Knochen meiner Hüfte strich, und ihr Atem wurde kürzer. Ich hielt die Hüften unten, auch als alles in mir nach oben wollte. Meine Hände öffneten und schlossen sich auf dem Laken. Sie bemerkte es. Hände an meine Schenkel, sagte sie. Nur legen, nicht führen. Ich legte die Hände an die Außenseite ihrer Schenkel, spürte die Muskeln arbeiten, die Haut heiß und ein wenig feucht, und führte nicht. Sie ritt die Kreise weiter, dann wechselte sie in ein langsames Heben und Senken, jedes Mal fast bis zur Eichel hinaus und wieder ganz hinunter, und das nasse Geräusch unserer Körper wurde lauter im stillen Zimmer.

Rede, sagte sie. Sag mir, wie es sich anfühlt, und hör nicht auf zu liegen, wie ich dich hingelegt habe. Es fühlt sich an, als würde ich von dir gehalten und genommen zugleich, sagte ich, und die Stimme brach mitten im Satz, weil sie sich gerade tief senkte und dort blieb. Du bist so eng um mich, und jedes Mal, wenn du dich hebst, will ich dir nach, und ich tue es nicht. Sie beugte sich herunter, die Brüste an meiner Brust, und küsste mich, während sie weiter in kleinen Stößen auf mir blieb, der Kuss unordentlich, Zähne an der Unterlippe, ihr Stöhnen in meinem Mund. Ich schmeckte Salz und sie. Meine Hände blieben an ihren Schenkeln, die Daumen strichen nur, weil Streichen nicht Führen war, und sie ließ es zu, drückte sich sogar ein wenig in die Berührung.

Sie richtete sich wieder auf und wurde schneller, nicht hart, aber stetiger, die Hände auf meinen Rippen, die Nägel jetzt deutlicher. Ich sah, wie ihre Brüste sich mit dem Takt bewegten, wie der Bauch sich spannte, wie eine Röte vom Hals in die Brust lief. Komm noch nicht, sagte sie, obwohl ich am Rand war und sie es wusste. Ich will zuerst. Hilf mir mit dem Daumen, jetzt, auf mir, und sonst nichts. Ich löste eine Hand von ihrem Schenkel und legte den Daumen an die Klitoris, fand sie nass und hart, und rieb in dem Takt, den ihre Hüften schon hatten, kleine Kreise, nicht mehr Druck, als sie durch ein Nicken verlangte. Sie ritt dagegen, gegen meinen Daumen und gegen meinen Schwanz zugleich, und der Laut, der aus ihr kam, war tiefer als vorhin auf dem Bettrand, offener. Ihre inneren Muskeln zogen sich rhythmisch zusammen. Ich hielt den Daumen, wo er war, und die Hüften unten, und sah ihr Gesicht, die geschlossenen Augen, die Stirn leicht gefaltet, den Mund, der meinen Namen sagte, nicht als Befehl, als Halt in der eigenen Welle.

Sie kam so, auf mir, mit einem langen Beben, das durch ihre Schenkel in meine Hand lief und um meinen Schwanz herum pulsierte, eng, wiederholt, nass genug, dass es an meinen Hoden hinunterlief. Sie fiel nicht zusammen. Sie blieb aufrecht, zitternd, und ritt die letzten Zuckungen aus, langsam werdend, bis sie still auf mir saß, beide Hände auf meiner Brust, der Atem laut. Ich war so nah am Kommen, dass das Stillhalten wehtat, ein heller Schmerz tief im Unterleib, und ich hielt ihn, weil sie es gesagt hatte und weil ich sehen wollte, wie dieses Zittern aus ihr wich. Sie öffnete die Augen und sah mich an, weich und noch nicht ganz zurück. Du bist noch da, sagte sie. Ganz, sagte ich. Sie lächelte, erschöpft und wach zugleich, und strich mir das Haar aus der Stirn, eine Geste, die älter war als die Wette, die zu allen unseren Abenden gehörte.

Jetzt du, sagte sie. Die zwei Worte fielen in die Stille wie eine Tür, die aufgeht. Die Regeln wechseln. Du darfst mich anfassen, du darfst mich drehen, du darfst Tempo und Tiefe nehmen, und Halt gilt immer noch, für mich und für dich. Wenn ich Halt sage, hörst du sofort auf. Wenn du es sagst, höre ich auf. Nick, wenn du das verstanden hast und es willst. Ich nickte und sagte, weil sie die Worte wieder wollte, ich habe es verstanden, und ich will dich. Sie hob sich von mir, langsam, und die Kühle der Luft an meinem nassen Schwanz war fast zu viel. Sie legte sich neben mich auf den Rücken, ein Knie angewinkelt, und zog mich an der Schulter zu sich. Komm her, sagte sie, schon nicht mehr im Ton der Regeln, eher in dem Ton, in dem sie mich nachts weckte, wenn sie mich wollte. Ich kniete mich zwischen ihre Beine, beugte mich über sie und küsste sie lange, bevor ich wieder in sie eindrang, weil das Jetzt du nicht bedeutete, dass die Zärtlichkeit aufhörte, nur dass die Führung wechselte.

Ich schob mich in sie in einem langen Stoß, und wir stöhnten beide, weil sie empfindlich war und ich am Rand. Ich blieb tief und bewegte mich zuerst kaum, nur ein Wiegen, die Stirn an ihrer, die Hände neben ihrem Kopf im Kissen. Sie schlang die Beine um meine Hüften und die Arme um meinen Nacken und sagte, nicht so vorsichtig, ich bin nicht aus Glas, ich will dich spüren. Also nahm ich sie fester, längere Stöße, jeder bis zum Anschlag, das Becken gegen ihres, und das Geräusch wurde offen, Haut auf Haut, nass, regelmäßig. Sie hob mir die Hüften entgegen. Ihre Fersen drückten in meine Oberschenkel. Ich küsste ihren Hals, die Stelle unter dem Ohr, die sie immer weich machte, und sie lachte atemlos in mein Haar und sagte meinen Namen noch einmal, diesmal gedehnt.

Ich richtete mich auf, hakte die Arme unter ihre Knie und öffnete sie weiter, sodass ich tiefer kam, der Winkel steiler, und sie griff nach dem Laken über ihrem Kopf und hielt sich fest. So, sagte sie, ja, genau so, und dann keine ganzen Sätze mehr, nur Laut und Atem und das gelegentliche fester, wenn ich zu rücksichtsvoll wurde. Ich fickte sie in einem Takt, den ich halten konnte, ohne sofort zu kommen, tief und gleichmäßig, und sah zu, wie ihre Brüste sich bewegten, wie ihr Mund sich öffnete, wie die Röte auf der Brust dunkler wurde. Schweiß lief mir den Rücken hinunter. Das Zimmer roch nach uns, nach Sex und nach der Seife, mit der sie geduscht hatte, und nach dem warmen Holz des Bettes. Ich beugte mich wieder herunter und nahm eine Brustwarze in den Mund, saugte, während ich weiterstieß, und sie bog den Rücken durch und drückte sich mir entgegen, eine Hand in meinem Haar, die andere an meiner Hüfte, als wolle sie mich noch tiefer ziehen, obwohl es nicht tiefer ging.

Dreh mich, sagte sie nach einer Weile, die Stimme rau. Ich will dich von hinten, und ich will deine Hand an mir. Ich zog mich zurück, half ihr auf die Knie, und sie stützte sich auf die Unterarme, den Rücken lang, das Haar über eine Schulter geworfen, damit sie mich über diese Schulter ansehen konnte. Ich kniete hinter sie, strich mit beiden Händen über ihren Rücken, die Taille, die Hüften, eine langsame Landkarte, bevor ich wieder eindrang. Von hinten war sie eng und der Winkel anders, und sie schob sich mir beim ersten Stoß schon entgegen. Ich legte eine Hand flach auf ihren unteren Rücken und die andere um ihre Hüfte und nahm sie so, zuerst gemessen, dann fester, als sie den Rücken durchdrückte und sagte, mehr. Das Klatschen unserer Körper war deutlich. Ich griff nach vorn, fand die Klitoris mit zwei Fingern und rieb sie im Takt der Stöße, nass, geschwollen, und sie wurde lauter, nicht schreiend, aber offen, die Stirn gegen das Kissen, dann wieder gehoben, weil sie atmen wollte.

Ich war nah, zu nah, und sagte es, weil das Jetzt du das Sprechen freigegeben hatte. Ich komme gleich, wenn ich so weiter mache. Sie drehte den Kopf. Noch nicht in mir, sagte sie. Ich will dich sehen, wenn du kommst, und ich will noch einmal mit dir. Zieh dich raus und leg dich hin. Ich gehorchte, nicht mehr aus der alten Regel, sondern weil wir es beide so wollten, und das Unterscheiden fiel in diesem Moment leicht. Sie drehte sich, drückte mich auf den Rücken und setzte sich wieder auf mich, diesmal ohne Umweg, nahm mich in einem Zug ganz auf und begann zu reiten, schneller als vorhin, die Hände auf meinen Schultern, die Brüste nah an meinem Gesicht. Ich nahm sie in beide Hände, die Daumen an den Brustwarzen, und stieß von unten in ihren Takt, nicht dagegen. Sie fand den Winkel wieder, rieb sich an mir, und ihr Gesicht wurde dieses konzentrierte, schöne Gesicht, das ich kannte, wenn sie kurz vor dem Kommen war und nicht mehr sprach.

Komm mit mir, sagte sie, oder kurz danach, es ist mir gleich, ich will dich jetzt. Ich hielt ihre Hüften und stieß hinauf, tief, und die Spannung, die ich so lange gehalten hatte, löste sich nicht auf einmal, sondern in einer steigenden Reihe, jeder Stoß näher, bis es nicht mehr zu halten war. Sie kam einen Atemzug vor mir, ich spürte es an dem plötzlichen, harten Ziehen um meinen Schwanz und an dem Laut, den sie in meine Schulter drückte, weil sie sich vornüber fallen ließ. Ich kam in ihr, hart, in mehreren Stößen, die ich nicht mehr steuerte, das Gesicht an ihrem Hals, die Hände fest an ihrem Rücken, und alles, was ich zurückgehalten hatte, ging in sie, heiß und lang, bis die Muskeln in meinen Beinen zitterten und der Laut in meiner Kehle endlich herausdurfte. Sie blieb auf mir, eng, und ritt die letzten Zuckungen aus, kleine Bewegungen, die uns beide überempfindlich machten und die sie trotzdem nicht sofort beendete, weil das Nachbeben zu dem Gehören dazugehörte.

Wir lagen danach ineinander, sie auf mir, ich in ihr, noch nicht getrennt, der Schweiß kühl werdend auf den Rücken, die Herzen laut aneinander. Keiner sprach sofort. Ich strich ihr über das Haar, über die feuchte Wirbelsäule, und sie küsste die Stelle an meinem Hals, wo der Puls noch hämmerte. Als sie sich schließlich hob, glitt ich aus ihr, und eine Wärme lief aus ihr auf meinen Bauch, unser beider Nässe, und sie lachte leise, nicht verlegen, nur amüsiert über die Menge, und griff nach dem Handtuch, das ich vom Stuhl mitgedacht hatte, ohne dass sie es gesagt hatte. Sie trocknete uns notdürftig, warf das Tuch neben das Bett und legte sich an meine Seite, ein Bein über meines, den Kopf auf meiner Schulter.

Die Regeln sind zu Ende, sagte sie nach einer Weile. Du darfst alles sagen, was du sagen willst, und du darfst auch nichts sagen. Ich drehte den Kopf und küsste sie auf die Stirn, salzig. Ich will etwas sagen, sagte ich. Die Regeln waren klar. Ich habe mich kein einziges Mal verloren in dem Sinn, dass ich nicht wusste, wo die Tür ist. Halt war da. Und ich habe es nicht gebraucht, weil ich bleiben wollte, von dem Brief an bis jetzt. Sie schwieg einen Moment, und ich spürte, wie ihre Hand auf meiner Brust ruhiger wurde. Das wollte ich, sagte sie. Nicht dass du leidest und es aushältst. Dass du die Tür siehst und trotzdem durch sie gehst. Am Samstag, als du die Wette angeboten hast, habe ich zuerst gedacht, du meinst einen Scherz über Abwasch und Frühstück. Dann habe ich dein Gesicht gesehen und verstanden, dass du mir einen Abend anvertrauen wolltest. Ich habe drei Tage gebraucht, um die Sätze so zu schreiben, dass sie eng sind und trotzdem freundlich.

Ich erzählte ihr, wie der Brief im dunklen Flur auf mich gewirkt hatte, wie der Körper schneller ja gesagt hatte als der Mund, wie das Warten auf dem Stuhl schwerer gewesen war als das Knien und schöner, weil ich sie ganz gesehen hatte, ohne sie mir zu nehmen. Sie hörte zu, die Augen halb zu, ein Finger, der langsame Kreise auf meinen Rippen zog. Als ich beschrieb, wie knapp es gewesen war, als sie mich nur mit der Hand gehalten und dann losgelassen hatte, lächelte sie an meiner Haut. Das war Absicht, sagte sie. Ich wollte dich am Rand haben, nicht darüber, weil der Rand der Teil war, den die Wette mir schuldete. Das Danach, das Jetzt du, das war nicht die Schuld. Das war ich, die dich wollte, ohne Vertrag. Ich zog sie näher. Beides hat sich richtig angefühlt, sagte ich. Die Schuld und das ohne Vertrag. Wenn du mich nächstes Mal überraschen willst, schreib wieder beide Wege auf den Zettel, den zurück und den hinein. Das hat mich sicherer gemacht als jedes Versprechen im Vorübergehen.

Sie hob den Kopf und sah mich an, das Gesicht weich im niedrigen Licht, die Lippen noch gerötet. Es gibt kein nächstes Mal aus dieser Wette, sagte sie. Die ist eingelöst. Wenn es ein nächstes Mal gibt, ist es eine neue Abmachung, am Tisch, nüchtern, mit Halt und mit einem Datum, das wir beide kennen. Ich will keine Überraschung, die dich überfällt, ohne dass du am selben Abend noch nein sagen kannst. Der Brief war die Überraschung. Die Tür war das, was sie fair gemacht hat. Ich nickte. So habe ich es gelesen, sagte ich. Und so habe ich sie genommen. Sie küsste mich, langsam, ohne die Hitze von vorhin, mit dem Geschmack von Haut und ein wenig von sich selbst, der noch an meinem Mund hing. Draußen tickte die Heizung. Irgendwo im Haus schloss jemand eine Tür, fern, und das Geräusch gehörte nicht zu uns.

Wir standen nicht sofort auf. Elisa zog die Decke über unsere Hüften, weil die Luft kühl wurde, und blieb an mir liegen, eine Hand unter meinem Nacken, die andere auf dem Bauch, dort, wo die Haut noch feucht war. Ich fragte sie, ob sie Hunger habe, und sie sagte, später, erst Wasser, und ich reichte ihr das Glas vom Nachttisch, das sie für mich hingestellt hatte und das wir nun teilten, in kleinen Schlucken, abwechselnd. Das Wasser war kühl und schmeckte nach nichts, und genau das brauchten die Münder. Sie stellte das Glas zurück und legte sich wieder hin, diesmal mit dem Rücken an meiner Brust, und ich schloss die Arme um sie, eine Hand unter ihrer Brust, nicht greifend, nur warm. Ihr Atem wurde länger. Ich dachte an den Samstag, an die Karten auf dem Küchentisch, an mein übermütiges Angebot, und daran, dass sie es ernst genug genommen hatte, um es schön zu machen statt billig.

War irgendetwas zu viel, fragte ich leise an ihrem Haar. Sie schüttelte den Kopf, die Bewegung klein an meiner Brust. Nein. Das Warten war das Schärfste, und das wollte ich. Als du auf dem Stuhl gesessen hast und nicht aufgestanden bist, obwohl du schon hart warst, da habe ich gewusst, dass die Regeln tragen. Und als du Halt nicht gesagt hast, nicht aus Trotz, sondern weil du bleiben wolltest, da war die Wette für mich schon gewonnen, bevor ich dich in mir hatte. Das Danach war das Geschenk, nicht der Preis. Ich küsste ihren Nacken. Dann ist sie gut ausgegangen, sagte ich. Für uns beide. Sie legte ihre Hand auf meine, unter ihrer Brust, und drückte einmal. Ja, sagte sie. Und morgen ist Freitag vorbei, und wir kochen das, was heute dunkel geblieben ist in der Küche, und wir reden über gewöhnliche Dinge, und das hier bleibt in diesem Zimmer, vollständig, ohne dass wir es kleinreden.

Ich lag wach, während ihr Atem in den Schlaf hinüberwechselte, nicht tief, nur dösig, und hielt sie, wie sie es mochte, nicht zu fest. Der Brief lag noch im Flur auf dem Schuhschrank, neben den Schlüsseln, und ich würde ihn morgen mit ihr zusammen weglegen oder aufheben, je nachdem, was sie wollte. Die Regeln waren erfüllt. Die Tür war benutzt worden und wieder geschlossen, von innen, von uns beiden. Draußen regnete es noch, ein feines Ticken an der Scheibe, und im Zimmer roch es nach Haut und nach der Seide, die irgendwo auf dem Teppich lag, und nach dem Wasser im Glas. Ich schloss die Augen nicht sofort. Ich wollte den Nachklang noch einen Augenblick behalten, das Gewicht ihres Beins über meinem, die Wärme, die langsam gewöhnlich wurde, und die klare, ruhige Gewissheit, dass sie mich überrascht hatte, ohne mich zu überfallen, und dass ich ja gesagt hatte, zweimal, am Samstag und heute, und dass beide Ja denselben Abend getragen hatten, bis zum letzten, langen Atem.

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