Die letzte Nacht vor der Abreise
Ehefrau · 20 Minuten lesen · 27 Minuten hören
Gelesen von Rowan
Teil 3 der Serie Ehe neu (9)
Ich war sechsunddreißig, Lena vierunddreißig, und der Zug sollte am nächsten Morgen um sechs Uhr zwölf gehen. Drei Wochen lang würde ich in Hamburg in einem möblierten Zimmer schlafen, zwischen Baustellenplänen und einem Fenster, das auf einen Hof ging. Den Koffer hatte ich auf das Bett gelegt, als könnte eine ordentliche Reihe Hemden die Abreise kleiner machen. Lena hatte den Abend über wenig gesagt. Sie hatte abgespült, das Licht in der Küche gelöscht und war ins Bad gegangen, während ich Socken zählte, die ich schon gezählt hatte.
Ich hielt ihr Schweigen für Müdigkeit und für einen Ärger, den sie nicht aussprechen wollte. Wir hatten uns nicht gestritten. Wir hatten nur den Tag hinter uns gebracht, als wäre die Nacht schon vorbei, bevor sie begonnen hatte. Im Flur roch es nach dem Duschgel, das sie im Winter benutzte, nach Zedernholz und etwas Wärmerem darunter. Ich hörte das Wasser und dachte, sie würde gleich im alten T-Shirt herauskommen, sich auf ihre Seite legen und mir den Rücken zukehren, nicht aus Bosheit, sondern weil Abschiede sie still machten.
Der Koffer stand offen. Mein Ausweis lag obenauf. Ich strich ein Hemd glatt und merkte, wie albern das war. In Hamburg würde niemand darauf achten, ob die Kragen faltenfrei blieben. Draußen fuhr ein später Bus vorbei, und das Licht seiner Scheinwerfer lief über die Decke, über die weiße Fläche und über den dunklen Rand des Koffers. Ich setzte mich auf die Bettkante und wartete auf das Ende des Wassers, auf ihre Schritte, auf irgendein gewöhnliches Zeichen, dass die Nacht noch uns gehörte und nicht schon dem Morgen.
Das Wasser hörte auf. Eine Weile blieb es still im Bad, länger als sonst. Ich stand auf, nahm die Mappe mit den Plänen vom Stuhl und legte sie neben den Koffer, damit sie nicht unter das Bett rutschte. Dann ging die Tür. Lena kam nicht im alten T-Shirt. Sie trug den seidenen Morgenmantel, den ich ihr vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt hatte und den sie fast nie anzog, weil sie sagte, Seide sei für Leute, die Zeit hätten. Der Gürtel war nur lose gebunden. Darunter schimmerte Haut, und der Stoff fiel so, dass ich den Ansatz ihrer Brüste sah und die Linie ihrer Hüfte, bevor ich überhaupt begriff, dass sie mich absichtlich so sehen ließ.
Sie blieb in der Tür stehen und sah mich an, nicht unsicher und nicht spielerisch im billigen Sinn. Ihr Haar war noch feucht an den Spitzen und klebte an ihrem Hals. Sie war barfuß. Der Teppich nahm ihre Schritte auf, als sie näher kam, und der Morgenmantel bewegte sich mit jedem Schritt ein wenig auseinander. Ich merkte, dass ich den Atem anhielt. Sie war schön auf eine Art, die ich kannte und die mich trotzdem jedes Mal neu traf, wenn sie sich nicht versteckte.
„Ich dachte, du legst dich hin“, sagte ich.
„Das hatte ich vor“, antwortete sie. Ihre Stimme war ruhig und tiefer als am Küchentisch. „Dann habe ich im Spiegel gestanden und mir vorgestellt, wie du morgen früh gehst, während ich noch schlafe, und wie wir drei Wochen lang nur telefonieren. Das wollte ich nicht als letzte Erinnerung.“
Sie blieb vor mir stehen, zwischen meinen Knien, weil ich mich wieder auf die Bettkante gesetzt hatte, ohne es zu merken. Ihre Hände lagen nicht auf mir. Sie wartete. Ich roch ihre Haut, warm vom Wasser, und das leichte Parfum, das sie nur dann nahm, wenn sie wollte, dass ich es bemerke. Der Morgenmantel klaffte weiter. Ich sah ihren Bauch, den weichen Schatten unter den Brüsten, die Innenseite eines Oberschenkels. Nichts an ihr war zur Schau gestellt wie in einem Bild. Es war Lena, meine Frau, und sie bot mir die Nacht an, statt sie verstreichen zu lassen.
„Wenn du müde bist, sagen wir es“, sagte sie. „Aber ich bin nicht müde. Ich will dich. Heute Nacht, bevor der Koffer zugeht. Richtig, nicht nebenbei.“
Ich legte die Hände an ihre Hüften. Die Seide war kühl, ihre Haut darunter warm. „Ich bin nicht müde“, sagte ich. „Ich habe nur gedacht, du willst Ruhe.“
„Ich will dich“, wiederholte sie, und diesmal lächelte sie kurz, als hätte sie die Überraschung lange genug getragen und dürfe sie jetzt ablegen. „Darf ich?“
„Ja“, sagte ich. „Komm her.“
Sie beugte sich zu mir, und der Kuss war zuerst langsam, fast prüfend, Lippen auf Lippen, ihr Atem an meiner Wange. Dann öffnete sie den Mund, und ich tat dasselbe, und die Zurückhaltung fiel von uns ab wie ein Mantel, den man endlich auszieht. Ihre Zunge fand meine. Sie schmeckte nach Minze und nach sich selbst. Ich zog sie näher, bis sie zwischen meinen Beinen stand und der Morgenmantel meine Unterarme streifte. Meine Hände glitten unter den Stoff, über ihre Taille, über den Rücken, an dem noch ein wenig Feuchtigkeit vom Duschen hing. Sie seufzte in den Kuss, nicht laut, aber so, dass ich es im Brustkorb spürte.
Der Koffer lag noch auf dem Bett. Sie löste sich so weit, dass sie ihn ansehen konnte, und lachte leise. „Der muss woanders hin“, sagte sie. „Ich will das Bett, nicht deine Hemden.“
Ich stand auf, hob den Koffer und stellte ihn auf den Boden neben den Schrank. Der Ausweis rutschte zur Seite. Es war mir gleich. Als ich mich umdrehte, hatte sie den Gürtel gelöst. Der Morgenmantel hing offen. Sie trug darunter nichts. Das Licht der Nachttischlampe fiel auf ihre Brüste, auf die dunkleren Höfe, auf den Bauch, der sich mit dem Atem hob, auf das dunkle Dreieck zwischen ihren Schenkeln. Sie ließ den Stoff von den Schultern gleiten. Er fiel in einem leisen Laut auf den Teppich und blieb dort liegen wie etwas, das nicht mehr gebraucht wurde.
Ich sah sie an und spürte, wie mein Körper antwortete, schnell und deutlich, gegen den Stoff der Hose. Sie bemerkte es. Ihr Blick ging nach unten und kam wieder zu meinem Gesicht, und in ihren Augen lag kein Spott, nur dieses warme, hungrige Interesse, das ich an ihr liebte, wenn sie sich erlaubte, es zu zeigen. „Zieh dich aus“, sagte sie. „Ich will dich sehen. Nicht halb, nicht später.“
Ich zog das Hemd über den Kopf. Die Luft im Zimmer war kühl an der Brust, und gleich darauf waren ihre Hände da, flach auf meiner Haut, die Daumen an den Rippen. Sie küsste meine Schulter, dann die Mitte der Brust, dann tiefer, während ich den Gürtel öffnete. Die Hose fiel. Die Shorts folgten. Ich stand nackt vor ihr, der Schwanz schon hart, und sie trat einen Schritt zurück, nur um mich anzusehen, als wollte sie sich das Bild für die Wochen merken, in denen sie es nicht vor sich haben würde.
„Komm ins Bett“, sagte sie.
Wir legten uns nicht ordentlich hin. Sie zog mich mit sich, und wir landeten seitlich auf der Decke, die noch ungeschlagen war, Knie an Knie, Münder wieder aneinander. Ich küsste ihren Hals, die Stelle unter dem Ohr, an der sie immer den Atem anhielt, wenn ich sie richtig traf. Sie hielt ihn an. Ihre Hand lag in meinem Nacken und drückte mich näher, kein Zögern, eine klare Bitte. Ich folgte ihr nach unten, über das Schlüsselbein, über die obere Wölbung der Brust, bis mein Mund eine Brustwarze fand. Sie war schon fest. Ich nahm sie zwischen die Lippen, sog leicht, und Lena bog den Rücken durch. Ein Laut kam aus ihr, kurz und offen.
„Ja“, sagte sie. „So. Nicht vorsichtig, als wäre ich aus Glas.“
Ich gab der anderen Brust dasselbe, die Zunge flach, dann die Zähne nur so weit, dass sie es spürte und die Finger in meinem Haar krallte. Ihre Haut roch nach dem Duschgel und darunter nach ihr, nach Salz und Wärme. Ich strich mit der Hand über ihren Bauch, langsam, und hielt an der Hüfte inne. „Darf ich tiefer?“, fragte ich, obwohl ihr ganzer Körper schon ja sagte. Ich wollte es hören.
„Ja“, sagte sie. „Bitte. Ich bin schon nass. Ich will deine Hand.“
Ich schob die Hand zwischen ihre Schenkel. Sie öffnete sie für mich, ein Knie angewinkelt, der Fuß auf dem Laken. Meine Finger fanden sie warm und glatt und feucht, die Schamlippen geschwollen, die Klitoris unter meiner Kuppe deutlich. Ich strich einmal der Länge nach, langsam, und sie atmete aus, als hätte sie auf genau diese Berührung gewartet. Ich kreiste, nicht hart, und sie bewegte die Hüften mit, klein und suchend, bis der Rhythmus uns gehörte. Zwei Finger glitten in sie. Sie war eng und heiß, und die Muskeln zogen sich um mich, als ich sie ein wenig krümmte. Ihr Mund öffnete sich. Sie sah mich an, die Augen dunkel, und nickte.
„Mehr Druck oben“, sagte sie. „Bleib in mir.“
Ich tat, was sie sagte. Der Daumen lag auf ihrer Klitoris, die Finger in ihr, und ich hielt den Takt, den ihr Becken mir vorgab. Sie wurde lauter, nicht schreiend, aber die Laute kamen jetzt ohne Filter, kurze Atemstöße, mein Name einmal, dann nur noch ein Stöhnen, das in der Kehle brach. Ich küsste sie dabei, unordentlich, und sie küsste zurück, bis sie den Kopf zur Seite drehte und die Stirn an meine Schulter legte. Ihre Nägel lagen auf meinem Rücken. Ich spürte, wie sie sich spannte, wie die Feuchtigkeit an meiner Hand zunahm, wie ihr Oberschenkel zitterte.
„Warte“, sagte sie plötzlich, und ich hielt sofort inne. Sie lachte atemlos. „Nicht aufhören für immer. Ich will nicht allein kommen. Ich will dich im Mund, bevor du in mir bist. Ich habe den ganzen Abend daran gedacht, während du Socken gezählt hast.“
Die Vorstellung traf mich so direkt, dass mein Schwanz zuckte gegen ihren Bauch. „Dann nimm ihn“, sagte ich. „Ich will das. Sag mir, wenn ich zu tief bin.“
Sie schob mich auf den Rücken. Die Decke raschelte. Sie kniete sich zwischen meine Beine, das feuchte Haar fiel nach vorn, und einen Moment sah sie nur zu mir auf, die Hände auf meinen Oberschenkeln, als wollte sie den Augenblick festhalten. Dann beugte sie sich hinunter und küsste die Innenseite meines Oberschenkels, einmal, zweimal, höher. Ihr Atem streifte die Haut. Ich spannte mich, nicht vor Angst, vor Erwartung. Ihre Zunge fuhr an der Unterseite meines Schwanzes entlang, langsam von der Wurzel bis zur Spitze, und ich stöhnte, lauter als ich vorgehabt hatte.
Sie nahm mich in den Mund. Wärme, Nässe, der weiche Druck ihrer Lippen, die Zunge, die sich bewegte, während sie tiefer ging. Ihre Hand lag um den Ansatz und bewegte sich mit, nicht hastig. Sie kannte mich. Sie wusste, wo ich empfindlich war, unter der Eichel, an der Stelle, an der ein fester Strich mit der Zunge mir die Hüften vom Bett hob. Sie tat es und summte leise, als würde ihr das selbst gefallen. Ich griff ins Laken, dann in ihr Haar, nicht um sie zu führen, nur um sie zu spüren. „Lena“, sagte ich. „Das ist gut. So gut.“
Sie hob den Kopf, die Lippen glänzend, und sah mich an. „Ich will dich tiefer. Halt mich nicht fest, wenn es zu viel wird. Stoß nicht. Lass mich.“
„Ja“, sagte ich. „Du bestimmst.“
Sie nahm mich wieder auf, diesmal weiter, bis ich ihren Rachen spürte und sie sich zurückzog, atmete und es noch einmal versuchte, in ihrem Tempo. Speichel machte alles glatter. Ihre Hand drehte sich leicht bei jedem Zug. Ich sah auf ihren Rücken, auf die Wirbelsäule, auf das Heben ihres Pos, und die Lust zog sich in mir zusammen, schwer und hell. Ich warnte sie, die Stimme rau. „Wenn du so weiter machst, komme ich. Ich will noch in dir sein.“
Sie ließ mich aus dem Mund gleiten, küsste die Spitze einmal, fast zärtlich nach all der Gier, und kam zu mir herauf. „Dann komm in mir“, sagte sie. „Ich will dich jetzt. Ich bin bereit. Ich will dich auf mir, und ich will dich ansehen.“
Ich drehte uns, langsam genug, dass sie mitgehen konnte, und lag zwischen ihren Schenkeln. Sie zog die Knie hoch und legte die Füße hinter meine Waden. Ich stützte mich auf die Unterarme, damit ich ihr Gewicht nicht nahm, und küsste sie. Sie schmeckte nach mir und nach sich. Meine Eichel lag an ihrer Öffnung, glitt durch die Nässe, und wir beide atmeten gleichzeitig ein. „Ja?“, fragte ich noch einmal, nah an ihrem Mund.
„Ja“, sagte sie. „Komm rein. Langsam zuerst. Ich will jeden Zentimeter spüren.“
Ich drang in sie ein. Die Hitze nahm mich auf, eng, feucht, ein Widerstand, der sofort nachgab, weil sie mich wollte. Ich ging langsam, wie sie gesagt hatte, und sah ihr ins Gesicht. Ihre Lippen teilten sich. Die Augen wurden schmal, nicht vor Schmerz, vor Konzentration auf das Gefühl. Als ich ganz in ihr war, blieben wir einen Moment so, Stirn an Stirn, und ich spürte ihr Herz oder meines, ich konnte es nicht trennen. Sie bewegte das Becken einmal, klein, und ein Laut kam aus uns beiden.
„Beweg dich“, sagte sie.
Ich zog mich zurück und stieß wieder hinein, zuerst gemessen, dann im Takt, den ihr Körper mir gab. Jeder Stoß war ein nasses, weiches Geräusch und das Reiben von Haut an Haut. Ihre Brüste bewegten sich unter mir. Ich senkte den Kopf und nahm eine Brustwarze in den Mund, während ich in ihr blieb, und sie krallte die Hände in meinen Rücken. „Härter“, sagte sie nach einer Weile. „Nicht grob. Härter. Ich will es morgen noch spüren, wenn du im Zug sitzt.“
Ich gab ihr mehr. Die Matratze antwortete. Das Kopfende schlug leicht gegen die Wand, ein gleichmäßiges, leises Klopfen, das uns nicht störte. Ich richtete mich auf die Knie, hielt ihre Hüften und stieß tiefer, in einem Winkel, bei dem sie die Augen aufriss und dann lächelte, offen und verloren. „Da“, sagte sie. „Bleib da. Genau da.“
Ich blieb in dem Winkel und legte den Daumen auf ihre Klitoris, kreisend, während ich in sie stieß. Sie war so nass, dass meine Hand glitt. Ihr Stöhnen wurde höher. Sie griff nach dem Laken über ihrem Kopf und hielt sich fest, die Knöchel weiß, und sagte meinen Namen, dann „nicht aufhören“, dann nur noch Laute. Ich sah, wie die Röte über ihre Brust stieg, wie ihr Bauch sich spannte, wie sie mir entgegenkam, Stoß für Stoß, nicht passiv, sondern mit mir. Das war keine Überraschung mehr im Sinn eines Tricks. Das war sie, ganz da, und ich war ganz da, und die Abreise lag draußen vor der Tür wie ein Mantel, den noch niemand anzog.
„Ich will oben sein“, sagte sie atemlos. „Ich will dich reiten. Hilf mir.“
Wir wechselten, ohne uns ganz zu trennen. Ich legte mich auf den Rücken, und sie setzte sich auf mich, die Knie neben meinen Hüften, eine Hand auf meiner Brust, um das Gleichgewicht zu halten. Sie führte mich mit der anderen Hand an ihre Öffnung und senkte sich. Ich füllte sie wieder, und aus diesem Winkel war es tiefer, enger um die Spitze, und ich musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht sofort zu kommen. Sie merkte es und lächelte, verschwitzt, das Haar im Gesicht. „Halt noch“, sagte sie. „Ich bin nah. Ich will mit dir, wenn es geht. Wenn nicht, komm. Ich will es sehen.“
Sie begann sich zu bewegen, zuerst kreisend, dann auf und ab, die Oberschenkel arbeitend, die Brüste schwingend. Ich hielt ihre Hüften, nicht um sie zu steuern, um sie zu spüren und ihr Halt zu geben. Meine Daumen lagen in den weichen Mulden neben ihren Knochen. Jedes Mal, wenn sie sich senkte, nahm sie mich bis zum Ansatz auf, und ein nasses Geräusch begleitete sie, ehrlich und gut. Ich setzte mich ein wenig auf, stützte mich auf eine Hand und nahm eine Brust in den Mund, saugte, während sie ritt. Sie fluchte leise, ein Wort, das sie selten sagte, und lachte danach, als wäre die Lust zu groß für Anstand.
„Fass mich an“, sagte sie. „Unten. Ich mache den Rest.“
Ich legte die Hand zwischen uns, fand ihre Klitoris, geschwollen und glitschig, und rieb sie im Takt ihrer Bewegungen. Sie wurde schneller. Ihre inneren Muskeln zogen sich um meinen Schwanz, rhythmisch, immer enger. Ihr Atem brach. Sie sah mich an, die Augen weit, und sagte: „Ich komme. Bleib in mir. Beweg die Hand. Ja.“
Sie kam. Ich spürte es in der Art, wie sie sich um mich schloss, in dem Zittern ihrer Oberschenkel, in dem Laut, der aus ihr herausbrach und dann in meinem Mund landete, weil sie sich vorbeugte und mich küsste, während die Wellen durch sie gingen. Sie hörte nicht sofort auf, sich zu bewegen. Sie ritt die Nachwehen aus, kleiner, tiefer, und die Enge und die Nässe und ihr Gesicht, offen und schön und ganz bei mir, zogen mich über die Kante.
„Ich komme“, sagte ich, die Stimme kaum noch Stimme.
„Ja“, sagte sie. „Komm. Ich will es. In mir.“
Ich stieß von unten in sie, zweimal, dreimal, und dann ließ ich los. Die Lust lief heiß durch mich, vom Rücken in den Schwanz, und ich ergoss mich in ihr, Stoß um Stoß, während sie mich hielt und leise weiterstöhnte, als würde mein Kommen ihres verlängern. Ich sah Sterne hinter den Lidern, albern und wahr, und als ich die Augen öffnete, war ihr Gesicht nah, verschwitzt, lächelnd, die Lippen geschwollen von unseren Küssen.
Wir blieben so, sie auf mir, ich noch in ihr, bis das Zittern nachließ. Ihr Gewicht war gut. Ihr Haar klebte an meiner Wange. Ich strich über ihren Rücken, langsam, die Wirbelsäule hinunter und wieder hinauf, und sie atmete gegen meinen Hals. Draußen fuhr wieder ein Wagen vorbei. Das Licht lief über die Wand und verschwand. Der Koffer stand am Schrank und war für einen Moment nur ein Gegenstand, kein Morgen.
Sie hob sich vorsichtig von mir. Ich glitt aus ihr, und wir beide lachten leise über das nasse, unordentliche Gefühl, das dazu gehörte. Sie legte sich neben mich, ein Bein über meines, die Hand auf meiner Brust. Zwischen ihren Schenkeln glänzte es, und ich sah es ohne Scham, weil sie es mich sehen ließ. Sie folgte meinem Blick und wurde nicht verlegen. „Das bleibt“, sagte sie. „Wenigstens ein Teil davon. Der Rest nehme ich mit ins Kissen, wenn du weg bist.“
Ich küsste ihre Stirn, dann ihren Mund, langsamer jetzt, ohne die Dringlichkeit von vorhin und ohne weniger Wunsch. „Ich habe gedacht, du bist sauer“, sagte ich.
„Ich war traurig“, sagte sie. „Das ist nicht dasselbe. Traurig heißt nicht, dass ich dich nicht anfassen will. Ich wollte dich überraschen, bevor du mich nur noch als Stimme am Telefon hast. Hat es funktioniert?“
„Ja“, sagte ich. „Ich werde im Zug sitzen und an genau das denken. An dich auf mir. An deinen Mund. An die Art, wie du ja gesagt hast.“
Sie schwieg einen Moment und zeichnete mit dem Finger einen Kreis auf meine Brust. „Gut“, sagte sie. „Dann ist die Nacht nicht verloren. Drei Wochen sind lang. Wir telefonieren. Und wenn du zurückkommst, machen wir das wieder, ohne Koffer im Weg. Vielleicht fange ich dann an, und du überraschst mich. Einverstanden?“
„Einverstanden“, sagte ich.
Wir standen nicht sofort auf. Die Luft kühlte den Schweiß auf unserer Haut, und ich zog die Decke über uns, bis zu den Hüften, damit uns nicht fror und damit wir uns noch ansehen konnten. Ihre Brustwarzen waren noch fest von der Kälte und von dem, was wir getan hatten. Ich strich mit dem Handrücken darüber, leicht, und sie schloss die Augen, nicht um zu schlafen, sondern weil die Berührung nach dem Höhepunkt noch nachklang. „Noch einmal?“, fragte ich leise. „Nicht, wenn du fertig bist. Nur wenn du willst.“
Sie öffnete die Augen. „Ich will noch deine Zunge“, sagte sie. „Nicht lange. Ich bin empfindlich. Aber ich will nicht, dass die Nacht nur in eine Richtung geht. Du warst in mir. Ich will deinen Mund, bevor wir schlafen.“
Ich rutschte unter die Decke, zwischen ihre Beine, und sie öffnete sie für mich, ein Knie zur Seite gelegt. Der Geruch war stärker jetzt, nach ihr und nach mir, nach Sex, der noch warm war. Ich küsste die Innenseite ihres Oberschenkels, gab ihr Zeit, und sie legte eine Hand auf meinen Kopf, nicht drückend. „Langsam“, sagte sie. „Seitlich, nicht direkt am Anfang.“
Ich leckte sie, wie sie es wollte, die Zunge breit an den äußeren Lippen, dann näher, das Salz und die Süße und das, was von mir aus ihr lief. Sie atmete tief. Als ich die Klitoris fand, war sie geschwollen und empfindlich, und ich blieb leicht, nur die Zungenspitze, kleine Kreise. Sie stöhnte anders als vorhin, höher und kürzer, und ihre Finger spannten sich in meinem Haar. „Ja. So. Nicht fester. Genau so.“
Ich blieb bei diesem Leichten, geduldig, und spürte, wie sie sich wieder aufbaute, nicht so gewaltig wie das erste Mal, aber wahr. Ihre Hüften hoben sich in kleinen Stößen. Ich hielt ihre Oberschenkel und leckte weiter, den Rhythmus nicht verlierend. Sie kam leiser, ein langes Ausatmen, ein Zittern, das durch den Bauch ging, und sie zog mich dann nach oben, weil es zu viel wurde. „Genug“, sagte sie, lächelnd, die Augen feucht an den Rändern, nicht vor Trauer. „Das war genau richtig. Komm her.“
Ich legte mich neben sie und küsste sie, und sie küsste mich zurück, ohne sich vor dem Geschmack zu scheuen. Wir lagen eine Weile so, die Beine ineinander, die Hände wandernd ohne Ziel, über Rippen, über Hüfte, über das weiche Fleisch am Ansatz des Pos. Mein Schwanz war nicht mehr hart, nur schwer und warm an ihrem Oberschenkel, und sie legte die Hand darum, nicht um mich wieder anzustacheln, sondern um ihn zu halten, als gehörte auch das zur Nacht. „Ich mag dich so“, sagte sie. „Nicht nur wenn du hart bist. Auch danach. Damit du es weißt, bevor du gehst.“
„Ich weiß es“, sagte ich. „Und ich mag dich so. Verschwitzt. Mit offenen Beinen. Mit dieser Stimme, die du nur hier hast.“
Sie lachte leise an meiner Schulter. „Die Stimme bekommt niemand sonst. Die bleibt hier. Hamburg bekommt die andere, die am Telefon sagt, dass die Heizung im Büro zu kalt ist und dass du Socken tragen sollst.“
„Ich werde Socken tragen“, sagte ich.
„Gut.“
Wir duschten nicht mehr. Wir wischten uns mit einem Handtuch ab, das ich aus dem Bad holte, langsam, einander helfend, ohne die Zärtlichkeit in Eile zu verwandeln. Sie stand vor mir, nackt im Licht der Lampe, und ich trocknete ihre Brüste, ihren Bauch, die Innenseiten der Schenkel, vorsichtig, wo sie empfindlich war. Sie trocknete meine Brust und meinen Schwanz und küsste mich einmal auf den Mund, kurz, als wäre das der Punkt, an dem die Szene sich schloss, ohne dass die Nähe aufhörte. Dann löschten wir das Licht bis auf die kleine Lampe und legten uns unter die Decke, diesmal richtig, Kissen zurechtgerückt, ihr Rücken an meiner Brust.
Ich legte den Arm um sie. Ihre Hand fand meine und hielt sie unter ihrer Brust. Draußen war die Straße stiller geworden. Der Wecker war noch nicht gestellt, aber ich wusste, dass ich ihn stellen musste, bevor ich einschlief. Noch nicht. Ihr Atem wurde länger. Sie war nicht eingeschlafen. Ich spürte es an der Art, wie ihr Daumen über meinen Handrücken strich.
„Danke, dass du nicht einfach gepackt hast und ins Bett gefallen bist“, sagte sie in die Dunkelheit.
„Du hast mich überrascht“, sagte ich. „Ich hätte es nicht angefangen. Ich dachte, du willst Abstand.“
„Manchmal will ich Nähe gerade dann, wenn der Abstand kommt“, sagte sie. „Merk dir das. Nicht raten. Fragen. So wie du heute gefragt hast. Das war gut.“
„Ich frage wieder“, sagte ich. „Auch am Telefon. Nicht nur nach der Heizung.“
Sie drückte meine Hand. „Dann wird die Abreise auszuhalten sein. Nicht leicht. Auszuhalten.“
Ich küsste ihren Nacken, dort, wo das Haar noch feucht war und nach Zedernholz roch. Sie schob sich ein wenig näher, bis kein Spalt mehr zwischen uns blieb. Der Koffer stand im Dunkeln am Schrank, geschlossen war er nicht, und das war in Ordnung. Die Nacht war nicht dazu da gewesen, die Abreise ungeschehen zu machen. Sie war dazu da gewesen, dass wir einander noch einmal ganz hatten, mit Mund und Händen und dem klaren Ja, das zwischen uns hin und her gegangen war, bis nichts davon übrig blieb außer Wärme.
Ich stellte den Wecker, als ihr Atem endlich gleichmäßig wurde, leise, damit ich sie nicht weckte. Sechs Uhr weniger zwanzig. Der Zug würde gehen. Ich würde gehen. Vorher lag noch diese Stunde, ihr Gewicht an meiner Brust, der Geruch von Sex und Haut und dem Morgenmantel auf dem Teppich, den wir nicht aufgehoben hatten. Ich schloss die Augen und hielt sie, und die letzte Nacht vor der Abreise war nicht leer. Sie war voll gewesen, bis zum Rand, und sie trug uns beide in den Schlaf.
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