Die letzte Nacht vor der Abreise
Ehefrau · 20 Minuten lesen · 26 Minuten hören
Gelesen von Rowan
Teil 3 der Serie Ehe neu (5)
Die Kisten standen bereits im Flur, als es an der Tür klingelte. Lena trug das dunkle Kleid, das sie nur für Abende wie diesen aus dem Schrank nahm, und der Stoff lag weich an ihren Hüften. Ich stand am Fenster und sah auf die Straße hinunter, wo morgen früh der Transporter halten sollte. Wir hatten die Wohnung drei Jahre bewohnt, und nun blieb uns nur noch diese eine Nacht, bevor wir die Stadt verließen. Markus wohnte seit acht Wochen nebenan, und aus einem Gespräch im Treppenhaus war etwas geworden, das wir alle drei wollten.
Ich öffnete die Tür. Markus stand im Flur, das Hemd an den Ärmeln hochgekrempelt, und nickte mir zu, ruhig und ohne Hast. Lena kam aus dem Wohnzimmer, barfuß, und sagte seinen Namen so, dass die Wärme darin nicht zu überhören war. Wir hatten vor einer Woche am Küchentisch gesessen und jeder hatte laut gesagt, was er sich wünschte. Sie wollte ihn in sich spüren, während ich zusah. Ich wollte ihr Gesicht sehen und dabei hart sein. Er wollte sie und wollte, dass ich blieb, weil es so vereinbart war. Niemand hatte gedrängt, und jeder konnte jederzeit aufhören. Heute sagte niemand nein.
Wir setzten uns ins Wohnzimmer, wo nur noch eine Lampe brannte und die Vorhänge zugezogen waren. Auf dem Tisch stand eine angebrochene Flasche Wein, und Lena schenkte drei Gläser ein. Markus setzte sich neben sie auf das Sofa, nicht zu nah und nicht zu weit, und ich nahm den Sessel gegenüber, von dem aus ich beide sehen konnte. Eine Weile sprachen wir über die Fahrt morgen, über die neue Wohnung und über die Pflanzen, die wir nicht mitnehmen konnten. Die Worte waren gewöhnlich, doch unter ihnen lag etwas anderes, das wir alle spürten und das niemand überstürzte.
Lena stellte ihr Glas ab und legte die Hand auf Markus’ Knie. Er sah sie an, dann mich, und ich nickte einmal. Das war unser Zeichen, seit wir es das erste Mal so gemacht hatten, und es bedeutete, dass ich dabei war und dass es stimmte. Markus drehte sich zu ihr, strich mit dem Daumen über ihren Handrücken und fragte leise, ob sie das wirklich wollte. Sie sagte ja, klar und ohne Zögern, und sah dabei auch mich an. Ich sagte ebenfalls ja. Erst dann beugte er sich vor und küsste sie.
Der Kuss begann langsam. Lena öffnete den Mund ein wenig, und ich hörte ihren Atem, als seine Hand an ihren Nacken glitt. Ich blieb sitzen und spürte, wie mein Puls in den Schläfen schlug. Es war nicht das erste Mal, dass ich sie mit ihm sah, doch heute wusste ich, dass es das letzte Mal in dieser Wohnung sein würde, und das machte jeden Augenblick schwerer und heller zugleich. Markus löste sich kurz, fragte noch einmal, ob alles gut sei, und sie zog ihn wieder an sich.
Sie standen auf, ohne das Sofa zu verlassen im eigentlichen Sinn, denn sie blieben dicht beieinander stehen, und das Kleid rutschte ein Stück höher, als sie sich an ihn lehnte. Ich sah ihre Waden, die Linie ihrer Knie, und dann seine Hände, die über den Stoff an ihren Hüften entlangfuhren. Lena seufzte in seinen Mund. Ich öffnete den obersten Knopf meines Hemdes, weil mir warm wurde, und blieb sonst still. Wir hatten ausgemacht, dass ich sprechen durfte, wenn ich wollte, und dass ich auch schweigen durfte. Heute wollte ich zuerst nur zusehen.
Markus führte sie ein paar Schritte zum Teppich vor dem Sofa. Die Lampe warf einen warmen Kreis auf den Boden, und außerhalb davon lag der Raum im Halbdunkel. Lena setzte sich auf die Kante des Sofas, und er kniete sich vor sie. Seine Hände glitten unter den Saum des Kleides, langsam, und er sah zu mir herüber, bevor er den Stoff höher schob. Ich sagte, dass er weitermachen solle. Lena spreizte die Knie ein wenig und legte eine Hand in sein Haar. Unter dem Kleid trug sie nichts, das wir nicht schon kannten, und als der Stoff über ihre Hüften glitt, lag ihre Haut frei im Lampenlicht.
Er küsste die Innenseite ihres Oberschenkels, erst links, dann rechts, und ließ sich Zeit. Lena lehnte den Kopf zurück und atmete durch den Mund. Ich hörte das leise Geräusch ihrer Haut unter seinen Lippen und sah, wie ihre Finger sich in seinem Haar schlossen. Als seine Zunge sie schließlich berührte, zog sie die Luft scharf ein und sagte seinen Namen. Ich spürte, wie ich hart wurde, und legte die Hand nicht auf mich, noch nicht. Wir hatten Zeit, und ich wollte jeden Schritt mitnehmen.
Markus arbeitete ruhig und gründlich. Seine Zunge glitt über sie, dann drückte er fester, und Lena hob die Hüften ihm entgegen. Sie sah mich an, die Augen halb geschlossen, und ich hielt ihren Blick. In diesem Blick lag kein Zweifel und keine Bitte um Erlaubnis, sondern das Wissen, dass wir das zusammen wollten. Sie flüsterte, dass es gut sei, und dass er nicht aufhören solle. Er hörte nicht auf. Seine Hände hielten ihre Oberschenkel, und ich sah, wie ihre Muskeln sich spannten und wieder lösten.
Eine Weile blieb es so. Lena wurde lauter, nicht schreiend, sondern in kurzen, offenen Lauten, die ich kannte und die mir durch den Körper gingen. Markus wechselte den Druck, mal langsamer, mal dichter, und sie sagte ihm, wo es stärker sein sollte. Er folgte. Ich stand auf und ging näher, setzte mich auf die Armlehne des Sofas, sodass ich ihr Gesicht und seine Schultern sehen konnte. Lena griff nach meiner Hand und hielt sie fest, während ihr Körper unter seinem Mund arbeitete. Ihre Finger waren warm und ein wenig feucht.
Sie kam das erste Mal so, mit seiner Zunge an sich und meiner Hand in ihrer. Ihr Rücken bog sich, ihre Schenkel schlossen sich kurz um seinen Kopf und öffneten sich wieder, und ein langer Atemzug ging durch sie. Markus blieb bei ihr, bis das Zittern nachließ, und küsste dann die weiche Haut oberhalb ihres Knies. Lena lachte leise, atemlos, und strich ihm über die Wange. Sie sagte, dass sie ihn jetzt sehen wolle, und er richtete sich auf.
Er zog das Hemd aus, Knopf für Knopf, und Lena half ihm bei den letzten. Seine Brust war breit, die Haut ein wenig dunkler als ihre, und sie legte beide Hände darauf, als wolle sie sich die Wärme merken. Dann öffnete sie seinen Gürtel. Ich sah zu, wie der Stoff seiner Hose nachgab und wie sie ihn freilegte. Er war bereits hart, und sie umschloss ihn mit der Hand, langsam, von der Wurzel bis zur Spitze. Markus atmete aus und legte eine Hand an ihren Nacken, nicht drückend, nur haltend.
Lena beugte sich vor und nahm ihn in den Mund. Ich sah ihre Lippen, die sich um ihn schlossen, und hörte das leise, feuchte Geräusch, als sie tiefer ging. Markus stöhnte einmal, kurz, und sah mich an, als wolle er sicher sein, dass ich noch da war. Ich sagte, dass es gut sei, und dass sie schön aussehe. Das stimmte. Ihr Haar fiel nach vorn, und sie strich es mit einer Hand zurück, damit ich sehen konnte. Die andere Hand blieb an seinem Oberschenkel. Sie bewegte den Kopf in einem gleichmäßigen Rhythmus, und ab und zu löste sie sich, um Luft zu holen und um mit der Zunge über die Spitze zu fahren.
Markus bat sie nach einer Weile, langsamer zu machen, weil er noch nicht kommen wollte. Sie gehorchte nicht im Sinn eines Befehls, sondern weil sie dasselbe wollte, und sie lächelte dabei. Dann stand sie auf, drehte sich um und ließ das Kleid von den Schultern gleiten. Es fiel zu ihren Füßen. Sie stand nackt im Lampenlicht, die Haut ein wenig gerötet an Brust und Hals, und sah erst ihn an, dann mich. Ich sagte, dass sie bleiben solle, wo sie war, nur einen Moment, damit ich sie so sehen konnte. Sie blieb.
Markus trat hinter sie und legte die Hände auf ihre Brüste. Seine Daumen strichen über ihre Brustwarzen, die bereits fest waren, und Lena lehnte den Rücken an seine Brust. Ich sah, wie ihre Augen sich schlossen und wieder öffneten. Er küsste ihre Schulter und fragte, ob sie ihn jetzt in sich haben wolle. Sie sagte ja. Ich sagte, dass das Sofa reichen würde, oder der Teppich, wie sie es wollte. Lena entschied sich für das Sofa und kniete sich darauf, die Hände auf der Lehne, den Rücken leicht durchgedrückt.
Markus stellte sich hinter sie. Er strich mit der Spitze über sie, ohne einzudringen, und sie drückte sich ihm entgegen. Ich setzte mich wieder in den Sessel, nah genug, um alles zu sehen, und öffnete meine Hose, weil der Druck zu groß geworden war. Ich berührte mich langsam, im gleichen Takt, in dem er sie reizte. Lena sah über die Schulter zu mir und sagte, dass ich bleiben solle, dass sie mich sehen wolle, während er in sie kam. Ich blieb.
Er drang ein, langsam, und beide atmeten gleichzeitig aus. Lena senkte den Kopf für einen Moment und hob ihn wieder, und ich sah, wie ihr Mund sich öffnete. Markus hielt ihre Hüften und bewegte sich erst kaum, nur so weit, dass sie sich an ihn gewöhnen konnte. Sie sagte, dass es gut sei, dass er tiefer gehen könne. Er tat es. Der Rhythmus wurde stetig, nicht hart am Anfang, und das Geräusch ihrer Körper füllte den Raum zusammen mit ihrem Atem.
Ich sah, wie ihre Brüste sich mit jeder Bewegung leicht bewegten, wie ihre Finger sich in das Sofapolster gruben, wie Markus’ Hände ihre Taille umspannten. Ab und zu beugte er sich vor und küsste ihren Rücken, zwischen den Schulterblättern, und sie antwortete mit einem leisen Laut. Einmal fragte er, ob der Winkel stimmte, und sie rückte die Knie ein wenig auseinander und sagte, jetzt sei es richtig. Er wurde fester. Ich bewegte die Hand an mir im gleichen Tempo und spürte, wie die Erregung sich sammelte, ohne dass ich ihr nachgab.
Lena bat ihn, eine Hand nach vorn zu legen. Markus griff um sie herum und fand sie mit den Fingern, während er weiter in sie stieß. Sie wurde lauter. Ihr Kopf fiel nach vorn, das Haar verbarg ihr Gesicht für einen Augenblick, dann warf sie es zurück und sah mich an. In ihren Augen lag Lust, klar und ungeteilt, und auch etwas wie Dank, dass ich da war und dass wir das so haben konnten. Ich sagte ihren Namen. Sie antwortete mit meinem und sagte, dass sie gleich wieder kommen würde.
Sie kam mit einem langen, gezogenen Laut, die Hüften gegen ihn gepresst, und Markus hielt inne, tief in ihr, bis die Wellen nachließen. Dann bewegte er sich wieder, langsamer, und sie lachte atemlos und sagte, er solle nicht aufhören, nur ein wenig warten, bis sie wieder bei sich sei. Er wartete, streichelte ihren Rücken, und ich stand auf und ging zu ihnen. Ich legte eine Hand an Lenas Wange. Sie drehte den Kopf und küsste meine Handfläche, feucht und warm. Markus fragte, ob ich näher kommen wolle. Ich sagte, ich wolle zusehen, noch ein wenig, und dass er weitermachen solle.
Sie wechselten die Stellung. Lena legte sich auf den Rücken, ein Kissen unter dem Kopf, und Markus kniete zwischen ihren Beinen. Ich setzte mich auf den Boden neben das Sofa, sodass mein Gesicht auf der Höhe ihres lag. Sie griff nach meiner Hand und hielt sie, während er wieder in sie eindrang. Diesmal sah sie mich die ganze Zeit an. Ihre Augen wurden weit, wenn er tiefer stieß, und sie biss sich auf die Unterlippe, wenn es besonders gut war. Ich strich ihr das Haar aus der Stirn und sagte, dass sie wunderschön sei. Sie flüsterte, dass sie mich liebe, und dass sie das hier auch liebe, und beides war wahr und widersprach sich nicht.
Markus bewegte sich gleichmäßig, die Hände neben ihren Schultern abgestützt, und ab und zu senkte er den Kopf, um ihre Brust zu küssen. Lena bog sich ihm entgegen. Ich hörte das leise Klatschen ihrer Haut und ihren Atem, der kürzer wurde. Sie bat ihn, ein Bein höher zu nehmen, und er legte ihren Unterschenkel über seine Schulter. Der Winkel änderte sich, und sie stöhnte offen. Ich spürte ihre Hand fester in meiner. Sie sagte, dort, genau dort, und er hielt den Rhythmus.
Eine Weile sprach niemand. Es gab nur die Bewegung, den Atem, das Licht auf ihrer Haut und auf seiner. Ich war so hart, dass es fast schmerzte, und ich berührte mich mit der freien Hand, langsam, um nicht zu früh zu kommen. Lena bemerkte es und sagte, ich solle mich nicht zurückhalten, wenn ich wolle. Ich sagte, ich wolle noch warten, bis sie noch einmal gekommen sei. Sie lächelte, kurz und echt, und schloss dann die Augen, weil die Empfindung zu stark wurde.
Markus wurde schneller, als sie ihn darum bat. Seine Stöße wurden kürzer und tiefer, und Lena hob die Hüften ihm entgegen, so gut sie konnte. Ich sah, wie sich ihre Bauchmuskeln spannten, wie ihre Brustwarzen hart waren, wie ein feiner Schweißfilm auf ihrer Haut lag. Sie kam wieder, diesmal mit einem höheren Laut, und ihre Hand drückte meine so fest, dass ich die Knochen spürte. Markus stöhnte und verlangsamte, blieb aber in ihr, und wartete auf ihr Zeichen.
Als sie wieder sprechen konnte, sagte sie, dass sie ihn auf sich haben wolle, richtig, mit seinem Gewicht. Er legte sich vorsichtig auf sie, stützte sich auf die Unterarme, und sie schlang die Beine um seine Hüften. Ich rückte ein wenig zur Seite, damit ich ihre Gesichter sehen konnte. Sie küssten sich, lang und offen, und er bewegte sich in ihr, während ihre Zungen sich trafen. Lena löste den Kuss und sah mich an, über seine Schulter hinweg, und ihr Blick war weich und gleichzeitig voller Lust. Ich nickte. Sie nickte zurück.
So blieben sie eine lange Zeit. Markus fand einen ruhigen, tiefen Rhythmus, und Lena antwortete mit kleinen Bewegungen ihrer Hüften. Ab und zu flüsterte sie ihm etwas ins Ohr, das ich nicht ganz verstand, und er antwortete mit einem Laut oder mit einem festeren Stoß. Einmal hörte ich, dass sie sagte, er solle ihr in die Augen sehen, und er tat es. Ich saß daneben und spürte die Wärme ihrer Hand, die meine nicht losließ, und die Hitze in meinem eigenen Körper, die ich noch hielt.
Lena bat um eine Pause, nicht weil es zu viel war, sondern weil sie trinken wollte und weil ihre Beine zitterten. Markus zog sich zurück, vorsichtig, und half ihr, sich aufzusetzen. Ich holte ein Glas Wasser aus der Küche und reichte es ihr. Sie trank, reichte es Markus, und er trank ebenfalls. Niemand sprach laut. Lena lehnte den Kopf an meine Schulter für einen Moment und sagte, dass es gut sei, dass wir das so machten, und dass sie morgen nicht bereuen werde. Ich sagte, ich auch nicht. Markus setzte sich auf den Boden, den Rücken an das Sofa gelehnt, und wartete, ohne zu drängen.
Nach ein paar Minuten stand Lena auf und zog Markus mit sich. Sie führte ihn zum Sessel, in dem ich gesessen hatte, und drückte ihn hinein. Dann setzte sie sich auf ihn, das Gesicht zu mir gewandt, und führte ihn mit der Hand wieder in sich. Ich stand vor ihnen, nah genug, dass sie mich berühren konnte, wenn sie wollte. Sie begann sich zu bewegen, langsam kreisend, und ihre Hände lagen auf seinen Oberschenkeln hinter ihr. Markus hielt ihre Hüften und sah an ihr vorbei zu mir. Sein Gesicht war angespannt vor Lust und gleichzeitig aufmerksam.
Lena ritt ihn in einem Tempo, das sie selbst bestimmte. Manchmal sank sie tief und blieb so, die Augen geschlossen, und manchmal bewegte sie sich schneller, die Brüste leicht schwingend. Ich trat noch näher. Sie öffnete die Augen, griff nach meinem Hemd und zog mich zu sich, bis ich zwischen ihren Knien stand, soweit das ging. Sie öffnete meine Hose ganz und nahm mich in den Mund, während sie sich weiter auf Markus bewegte. Die Empfindung war so stark, dass ich einen Laut nicht zurückhalten konnte. Sie lächelte um mich herum und nahm mich tiefer, dann löste sie sich und sagte, ich solle ihre Haare halten, wenn ich wolle. Ich tat es, sanft.
So waren wir drei verbunden, sie zwischen uns, ihr Körper in Bewegung, ihr Mund an mir, Markus in ihr. Ich sah auf ihren Rücken, auf die Stelle, wo sie mit ihm verbunden war, und auf ihr Gesicht, wenn sie den Kopf hob, um Luft zu holen. Markus stöhnte unter ihr und sagte, dass er nicht mehr lange durchhalten werde, wenn sie so weitermachte. Lena sagte, er solle kommen, wenn er wolle, dass sie es spüren wolle. Wir hatten darüber gesprochen, und sie nahm seit Langem etwas, das eine Schwangerschaft verhinderte, und alle waren einverstanden. Markus fragte noch einmal, kurz, und sie sagte ja, klar.
Er kam mit einem tiefen, gepressten Laut, die Hände fest an ihren Hüften, und ich sah, wie sein Körper sich spannte und löste. Lena bewegte sich weiter, langsamer, und nahm ihn in sich auf, bis er still wurde. Sie löste sich von meinem Mund, atmete schwer und küsste meine Hüfte, eine kurze, warme Berührung. Dann hob sie sich von Markus und setzte sich neben ihn auf die Armlehne, die Beine noch zitternd. Ein wenig von ihm lief an ihrem Oberschenkel hinab, und sie wischte es nicht sofort weg. Sie sah mich an und sagte, dass sie mich jetzt wolle, wenn ich noch könne.
Ich konnte. Ich half ihr, sich auf den Teppich zu legen, ein Kissen unter dem Kopf, und kniete mich zwischen ihre Beine. Markus blieb im Sessel, nackt und noch außer Atem, und sah zu. Lena spreizte die Knie und zog mich zu sich. Ich drang in sie ein und spürte, wie warm und offen sie war, und auch die Feuchtigkeit, die von ihm stammte und von ihr. Das Wissen darum machte mich nicht kleiner, sondern stärker, weil es zu dem gehörte, was wir gewählt hatten. Ich bewegte mich langsam zuerst, dann fester, und sie schlang die Arme um meinen Nacken.
Sie flüsterte, dass es gut sei, dass ich da sei, dass sie mich spüre. Ich küsste sie und schmeckte uns beide, ein wenig Salz und Wein und Haut. Markus sagte leise, dass sie schön aussehe, und Lena lächelte in den Kuss hinein. Ich fand einen Rhythmus, der zu ihrem Atem passte, und sie hob die Hüften mir entgegen. Ihre Fersen lagen an meinen Waden. Ich spürte, wie sich alles in mir sammelte, die ganze Nacht, das Zusehen, ihr Mund, ihr Körper jetzt unter mir.
Sie bat mich, nicht zu hasten, noch nicht, und ich verlangsamte. Wir bewegten uns eine Weile so, dicht und warm, und ich spürte jede kleine Veränderung in ihr. Ab und zu sah ich zu Markus, der ruhig dasaß und uns ansah, ohne einzugreifen, weil das jetzt unser Teil war. Lena drehte den Kopf und sagte ihm, dass er bleiben solle, dass sie ihn noch sehen wolle. Er blieb. Sie kam noch einmal, leiser als zuvor, ein langes Zittern, das durch ihren ganzen Körper ging und das ich in mir spürte. Danach sagte sie, ich solle kommen, dass sie es wolle.
Ich kam in ihr, tief, mit einem Laut, den ich nicht kannte und der trotzdem zu mir gehörte. Meine Stirn lag an ihrer, und wir atmeten dieselbe Luft, bis die Wellen nachließen. Ich blieb einen Moment in ihr, dann zog ich mich zurück und legte mich neben sie auf den Teppich. Markus stand auf, holte eine Decke vom Sofa und breitete sie über uns. Er setzte sich wieder, diesmal auf den Boden, den Rücken an den Sessel gelehnt, und niemand sprach sofort.
Lena lag zwischen uns im weiteren Sinn, obwohl Markus ein wenig entfernt saß, und ihre Hand fand meine unter der Decke. Die Lampe brannte noch. Draußen war es still, bis auf ein Auto, das irgendwo weiter unten vorbeifuhr. Ich spürte die Wärme ihres Körpers und den leichten Schweiß auf meiner Haut und den Geruch von uns dreien im Raum. Es war nicht peinlich und nicht schwer. Es war das, was wir gewollt hatten, und es war vorbei im Sinn der Bewegung, aber noch nicht vorbei im Sinn der Nacht.
Nach einer Weile stand Markus auf und zog seine Hose an, ließ das Hemd aber offen. Er fragte, ob wir Wasser wollten oder ob er gehen solle. Lena sagte, er solle noch bleiben, eine Weile, wenn er wolle. Er wollte. Ich stand ebenfalls auf, zog mich nicht ganz an und holte drei Gläser. Wir setzten uns auf das Sofa, die Decke über Lenas Schoß, und tranken. Markus erzählte leise von der Arbeit morgen früh, die er trotzdem schaffen werde, und Lena erzählte von der Route, die wir fahren wollten. Die Worte waren wieder gewöhnlich, und darunter lag eine Müdigkeit, die nicht unangenehm war.
Ich sah Lena an und fragte, ob alles gut sei. Sie sagte ja, und sie sagte es so, dass ich es glaubte. Sie fragte Markus dasselbe, und er sagte ja, dass es gut gewesen sei und dass er die Nacht nicht vergessen werde. Ich sagte, ich auch nicht. Niemand machte große Versprechen über später. Der Nachbar würde hierbleiben, und wir würden morgen fahren, und das war bekannt und akzeptiert. Was blieb, war diese Nacht und das, was wir darin getan hatten, einvernehmlich und bis zum Ende gewollt.
Lena lehnte den Kopf an meine Schulter und streckte die Füße aus, sodass sie Markus’ Bein berührten. Er legte eine Hand auf ihren Knöchel, leicht, und ließ sie dort. Wir saßen so, bis das Weinrest im Glas warm wurde und die Lampe ein wenig flackerte, weil die Birne alt war. Irgendwann stand Markus auf, knöpfte das Hemd zu und sagte, er gehe jetzt, damit wir noch schlafen könnten vor der Fahrt. Lena stand auf, die Decke um sich, und küsste ihn auf den Mund, kurz und ohne Eile. Ich gab ihm die Hand, und er hielt sie einen Moment länger als sonst.
An der Tür drehte er sich noch einmal um. Lena sagte, dass die Tür nebenan immer offen gewesen sei in den letzten Wochen und dass das gestimmt habe. Markus nickte. Ich sagte, er solle gut ankommen morgen in seinem Tag, und er sagte dasselbe für unsere Fahrt. Dann ging er. Die Tür fiel leise ins Schloss. Lena und ich standen im Flur zwischen den Kisten, und sie legte die Stirn an meine Brust. Ich hielt sie, und wir hörten seine Schritte auf der Treppe, bis sie verklangen.
Wir löschten die Lampe nicht sofort. Lena ließ die Decke fallen und ging ins Bad, und ich folgte ihr, als sie mich rief. Wir wuschen uns, ohne viel zu sprechen, und das Wasser war warm und gewöhnlich. Im Spiegel sah ich ihr Gesicht, ruhig, ein wenig müde, und meines daneben. Sie trocknete sich ab und sagte, dass sie die Nacht mitnehmen werde, nicht als Gewicht, sondern als etwas, das zu uns gehöre. Ich sagte, dass ich dasselbe meine. Wir legten uns in das Bett, das morgen abgebaut werden sollte, und sie schlief ein, bevor ich die Decke ganz über uns gezogen hatte.
Ich blieb noch wach und hörte ihren Atem. Draußen begann es ganz leicht zu dämmern, ein grauer Streifen über den Dächern. Die Kisten im Flur warteten. Ich dachte an Markus in seiner Wohnung nebenan und an Lena hier und an mich, und nichts davon fühlte sich falsch an. Wir hatten ja gesagt, jeder für sich und alle zusammen, und wir hatten es getan, bis zum Ende der Nacht. Morgen würde der Transporter kommen, und wir würden fahren, und diese Wohnung würde leer sein. Was blieb, lag schon in uns, still und vollständig, und das reichte.
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