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Die eine Bitte meiner Frau

Ehefrau · 41 Minuten lesen · 54 Minuten hören

Gelesen von Rowan

Teil 2 der Serie Ehe neu (9)

Ich kam an diesem Abend zu meiner Frau nach Hause, als der Regen schon seit einer Stunde an den Scheiben stand, und Lena saß in dem Sessel am Fenster, die Füße unter sich gezogen, das dunkle Kleid glatt über den Knien. Ich war sechsunddreißig, sie dreiunddreißig, und wir waren seit acht Jahren verheiratet. Die Wohnung roch nach nassem Stein von draußen und nach dem Tee, der auf dem Tisch kalt geworden war. Sie hatte die Tasse nicht angerührt. Das war das erste Zeichen, und ich kannte es, bevor ich den Schlüssel ablegte.

Sie hob den Blick, als das Metall auf die Kommode traf, und lächelte nicht sofort. Ihr Lächeln kam einen Atemzug später, klein und fest, und es war das Lächeln, mit dem sie eine Entscheidung abschloss, nicht das, mit dem sie eine begann. Ich zog die nasse Jacke aus und hängte sie über den Stuhl. Wasser tropfte auf das Holz. Draußen fuhr ein Auto durch eine Pfütze, und drinnen war es still genug, dass ich ihren Atem hörte, als ich näher kam und die Wärme ihres Körpers schon spürte, bevor ich sie berührte.

In der Schublade unter den Servietten lag das Blatt, das wir vor drei Jahren beschrieben hatten. Ich sah im Vorbeigehen, dass die Schublade einen Fingerbreit offen stand. Wir hatten die Regel nicht leichtfertig aufgeschrieben. Eine offene Ehe, das hatten wir gewollt und gehalten: jeder durfte außerhalb liegen, mit Namen, die der andere kennen durfte, nie im eigenen Bett, nie als Geheimnis, das wehtat. Dazu die eine Bitte im Vierteljahr. Im Schlafzimmer ausgesprochen. Nicht zurückzunehmen, sobald der Satz gefallen war. Vor dem Morgen zu erfüllen. Nur das, was wir beide schon als möglich bezeichnet hatten, nur zwischen uns, nur mit dem Willen, der im Satz selbst lag.

Ich setzte mich auf die Armlehne, nicht auf den zweiten Sessel, weil ich nah bei ihr sein wollte und noch nicht wusste, ob sie mich schon rufen würde. Ihr Haar war offen und ein wenig feucht an den Spitzen, als wäre sie kurz auf dem Balkon gewesen, um den Regen zu riechen. Sie duftete nach der Seife mit der bitteren Orange und nach ihrer Haut darunter, warm und vertraut. Ihre Hand lag auf dem Knie, die Finger still. Ich wartete. Bei dieser Regel hatte Warten einen Sinn. Wer zuerst sprach, trug die Bitte, und wer hörte, trug die Antwort, und beides wog.

„Du hast das Blatt angesehen“, sagte ich.

„Ja.“ Ihre Stimme war ruhig. „Ich habe es gelesen, obwohl ich es auswendig kann. Ich wollte die Buchstaben sehen, die wir damals gesetzt haben, und nicht nur die Erinnerung daran.“

„Und jetzt willst du sie benutzen.“

„Ja. Heute. Wenn du bereit bist, mit mir ins Schlafzimmer zu gehen. Nicht hier. Die Regel sagt: im Schlafzimmer, mit der Tür zu, und mit dem Satz ganz ausgesprochen, bevor eine Hand unter den Stoff geht.“ Sie sah mich an, und in ihrem Blick war nichts Unsicheres, nur die Klarheit, die mich von Anfang an zu ihr gezogen hatte.

Ich nickte. Mein Herz schlug höher, nicht aus Angst, sondern weil ich wusste, wie sie aussah, wenn sie etwas wirklich wollte, und weil mein Körper diese Kenntnis schon in Wärme übersetzte. Zwischen uns hatte die offene Tür nie bedeutet, dass wir einander weniger gehörten. Sie hatte bedeutet, dass das Gehören gewählt blieb. An manchen Abenden war die Wahl leise. An diesem Abend lag sie schon in der Luft, dicht wie der Regen an der Scheibe, und ich spürte sie im Nacken, noch bevor wir aufstanden.

Wir gingen den kurzen Flur, und ich dachte an den Winter, in dem das Blatt entstanden war. Wir hatten an dem kleinen Tisch in der Küche gesessen, eine Flasche Wein zwischen uns, und die Sätze gesucht, die eine offene Ehe tragen konnten, ohne sie billig zu machen. Lena hatte gesagt, Freiheit ohne eine Form werde nur zu Ausreden, die man sich später schönredete. Ich hatte gesagt, eine Form ohne ein Wort, das man nicht zurückhole, zerfalle beim ersten Zweifel, und Zweifel kämen, das wüssten wir beide. So war die Bitte entstanden. Eine im Vierteljahr. Nicht als Strafe und nicht als Spiel, das man abbrach, wenn die eigene Courage nachließ. Wir hatten nervös gelacht und dann nicht mehr gelacht, als wir die Zeilen schrieben und beide unterschrieben, mit dem Datum und mit dem anderen Wort am Rand. Seitdem hatten wir die Bitte viermal benutzt, zweimal sie und zweimal ich, und jedes Mal war danach eine Stille gewesen, die nicht leer war. Heute würde das fünfte Mal sein, und ich spürte schon im Flur, dass sie nicht um eine Kleinigkeit bitten würde.

Das Schlafzimmer war nur von der Lampe auf der Kommode beleuchtet, ein warmes Gelb, das die graue Decke und das weiße Laken in weiche Flächen teilte. Der Regen klang hier lauter, weil das Fenster größer war und der Wind die Tropfen schräg gegen das Glas trieb. Sie schloss die Tür, obwohl niemand sonst in der Wohnung war. Das Schließen gehörte dazu, ein kleiner Riegel zwischen der Bitte und dem übrigen Abend. Sie stellte sich vor das Bett, die Hände an den Seiten, und wartete, bis ich die Schuhe ausgezogen und mich ihr zugewandt hatte. Ich sah den Puls an ihrem Hals. Er ging schneller als ihre Stimme vermuten ließ.

„Jonas“, sagte sie. „Hör mir zu, bevor du mich anfasst. Ich will, dass du den Satz ganz hörst, und ich will dein Gesicht dabei sehen, nicht deinen Hinterkopf und nicht die Decke.“

„Ich höre dich“, sagte ich und blieb stehen, die Hände offen, damit sie sah, dass ich noch nicht nach ihr griff.

Sie atmete einmal tief. Ihre Brust hob sich unter dem Kleid, und der Stoff spannte sich über ihr, dunkel und glatt. Dann sprach sie klar, ohne zu hasten, und jedes Wort setzte sich in den Raum wie etwas, das man nicht mehr vom Tisch nehmen kann, auch wenn die Hände danach zucken.

„Ich bitte dich, und ich nehme diese Bitte nicht zurück. Ich will, dass du mich ausziehst, Stück für Stück, mit den Händen und mit der Geduld, die du hast, wenn du mich wirklich ansiehst. Ich will deinen Mund zwischen meinen Schenkeln, bis ich komme, und ich will, dass du dabei nicht fragst, ob es reicht. Danach will ich dich in mir. Zuerst langsam, so dass ich jeden Zoll spüre. Dann nicht mehr langsam. Du sagst mir, während du in mir bist, dass ich deine Frau bin. Du kommst nicht, bevor ich es dir erlaube. Du hörst nicht auf, bevor ich sage: Die Bitte ist erfüllt. Das ist meine Bitte für dieses Vierteljahr. Sie steht. Sie gilt bis zum Morgen, und sie gilt jetzt.“

Die Stille danach war kurz und schwer. Ich spürte, wie mein Körper schon antwortete, das Blut warm im Bauch, das Glied schwer werdend in der Hose, noch bevor ich die Worte der Annahme fand. Die Regel verlangte eine klare Antwort, nicht ein Nicken, das man später umdeuten konnte. Wir hatten das so gewollt, damit niemand in der Früh sagen konnte, er habe nur mitgezogen, und damit das Wollen einen eigenen Satz bekam, hörbar und gehalten.

„Ich höre dich“, sagte ich. „Ich nehme die Bitte an. Ich führe sie aus. Ich will sie ausführen. Nicht weil ich muss und es nicht will, sondern weil ich dich so will, und weil du sie gestellt hast, mit diesem Blick und mit dieser Stimme.“

Ein wenig von der Festigkeit in ihrem Gesicht löste sich. Sie trat einen Schritt auf mich zu, und ihre Hände blieben noch unten, als warte auch sie auf den letzten klaren Rand. „Gut. Dann fang an. Und Jonas: wenn ich etwas nicht mehr will, sage ich unser anderes Wort. Das bleibt. Die Bitte nimmt mir das nicht, und sie nimmt es dir nicht. Wir haben es extra so auf das Blatt gesetzt, damit die große Bitte die kleine Tür nicht zumauert.“

„Ich weiß.“ Unser anderes Wort war schlicht, ein Küchenwort, das im Bett nichts verloren hatte, bis wir es dafür bestimmt hatten. Apfel. Wenn einer Apfel sagte, hörte alles auf, ohne Frage und ohne Kränkung, und der Abend durfte danach still sein oder zärtlich, aber nicht mehr das, was die Bitte verlangt hatte. Das Blatt in der Schublade nannte es in der zweiten Zeile, groß und allein am Rand. Ich hatte es nie hören müssen. Ich war froh, dass sie es trotzdem aussprach, bevor wir anfingen, denn die Regel war nur dann etwas, das ich liebte, wenn der Ausweg genauso ernst war wie der Satz, den man nicht zurücknahm.

Sie stand so nah, dass ich die Wärme ihres Körpers durch das Kleid spürte, und darunter ein feines Zittern, das nicht Angst war. Ich legte die Hände an ihre Taille, nicht um sie schon zu besitzen, sondern um das Gewicht des Augenblicks zu halten. Der Stoff war glatt und kühl von der Fensterseite, warm, wo er an ihrem Rücken gelegen hatte. Ich küsste sie nicht sofort. Die Bitte hatte mit Ausziehen begonnen, und ich wollte die Reihenfolge halten, weil die Reihenfolge ihr gehörte und weil Geduld an diesem Abend ein Teil des Begehrens war, nicht sein Gegenteil.

„Dreh dich um“, sagte ich leise.

Sie drehte sich. Der Reißverschluss saß zwischen den Schulterblättern, klein und metallisch, und meine Finger fanden ihn beim ersten Griff. Ich zog ihn langsam herunter, und das Geräusch war im Regen fast verloren, nur für uns da, ein leises Trennen von Zähnen. Der Stoff teilte sich und zeigte einen Streifen Haut, hell im Lampenlicht, mit dem feinen Schatten der Wirbelsäule. Ich schob das Kleid von den Schultern. Es fiel nicht von selbst. Ich musste es über die Arme führen, und sie half, indem sie die Ellbogen ein wenig bog, ohne die Hände zu heben wie jemand, der es eilig hat. Das Kleid sank bis zu den Hüften und blieb dort, weil es eng geschnitten war und weil ihr Körper es hielt.

Darunter trug sie keinen Büstenhalter. Ihre Brüste waren frei, als ich sie wieder zu mir drehte, voll und mit den dunkleren Höfen, die ich kannte und an diesem Abend neu ansah, weil die Bitte mich zum genauen Sehen verpflichtete. Die Brustwarzen waren schon fest, von der kühleren Luft oder von dem, was sie gesagt hatte, und sie zeichneten sich klar ab gegen die hellere Haut. Ich strich mit dem Daumen über die linke, einmal, und sie atmete aus, ein kurzer Laut, kein Wort. Ich wiederholte es an der rechten, langsamer, und sah zu, wie die Haut sich zusammenzog und sie die Lippen öffnete.

„Langsam“, sagte sie, und es war keine Bremse, sondern eine Erinnerung an ihren eigenen Satz, gesprochen ohne Schärfe.

Ich nickte und küsste die Stelle unter ihrem Ohr, dann den Hals, dann die Mulde über dem Schlüsselbein, wo ihr Puls gegen meinen Mund schlug. Ihre Haut schmeckte nach Salz und ein wenig nach der Orangen-Seife, und darunter nach ihr, nach dem Geschmack, den ich nach acht Jahren noch suchte, wenn ich abends nach Hause kam und die Tür hinter mir zufiel. Ich nahm eine Brust in die Hand, hob sie leicht und schloss den Mund um die Brustwarze, saugte, ließ die Zunge kreisen, bis sie hart gegen meine Zunge stand. Lena legte die Hand in mein Haar, nicht drückend, nur haltend. Ihr Atem wurde tiefer. Ich wechselte zur anderen Seite und nahm mir Zeit, bis beide Brustwarzen feucht und fest waren und ihre Hüften sich einmal, unwillkürlich, gegen mich schoben, ein Suchen, das sie nicht aussprach.

Dann ging ich in die Knie, wie die Bitte es nahelegte, noch bevor der Mund zwischen den Schenkeln war. Ich hakte die Finger in das Kleid an ihren Hüften und zog es über die Rundung, Zentimeter um Zentimeter, und spürte, wie der Stoff sich von der warmen Haut löste. Es fiel zu ihren Füßen. Sie stieg heraus, eine Hand auf meiner Schulter, und stand in einem dunklen Slip und in Strümpfen, die bis zur Mitte der Oberschenkel reichten, ohne Halter, der Rand ein wenig in die Haut gedrückt. Ich strich über diesen Rand, spürte den Unterschied zwischen glattem Nylon und der wärmeren Haut darüber, und küsste die Innenseite des einen Knies, dann höher, bis der Strumpf aufhörte und die nackte Haut begann.

„Die Strümpfe auch“, sagte sie. „Alles. Ich will nackt sein, wenn du mich so nimmst. Ich will nichts zwischen deinen Händen und mir, und nichts, was ich später ordnen muss, außer uns.“

Ich rollte den ersten Strumpf herunter, langsam, über die Wade, die Ferse, den Spann, und sie hob den Fuß und hielt sich an mir. Der zweite folgte, und ich küsste den Spann, bevor ich den Stoff ganz abstreifte, weil ich wollte, dass auch das Ausziehen ein Ansehen blieb und kein Abräumen. Ihre Beine waren lang in dem Licht, die Muskeln ruhig, die Haut an den Oberschenkeln weich, wo ich sie am liebsten anfasste, mit der kleinen Unebenheit einer alten Narbe am linken Knie, die ich mit dem Daumen grüßte, ohne sie zu nennen. Ich hakte die Daumen in den Slip. Er war an der Mitte schon dunkler und feucht, und der Geruch von ihr stieg mir entgegen, klar und süßlich und schwer, der Geruch, der mich immer enger in der Hose werden ließ. Ich zog den Stoff herunter und half ihr heraus. Sie stand nackt vor mir, die Füße auf dem Teppich, die Arme locker, die Augen auf meinem Gesicht, und wartete, ohne sich zu bedecken.

Ich blieb einen Moment knien und sah sie an, wie sie es verlangt hatte: wirklich, ohne den Blick höflich zu machen. Die weiche Linie vom Brustansatz zur Taille, die Hüften, der dunkle Flaum über dem Schoß, die Schenkel, die sich nicht schlossen, die Knie ein wenig gebeugt, als stünde sie schon bereit, sich zu öffnen. Sie war schön auf die Art, die nicht für ein Bild gemacht ist, sondern für eine Nähe, die dauert und die man am Morgen noch im Körper hat. Meine Frau. Der Gedanke kam schon jetzt, vor dem Satz, den ich später sprechen sollte, und er machte mich hart bis an die Grenze des Bequemen. Ich legte die Stirn einen Augenblick an ihren Bauch und atmete sie ein, und ihre Hand strich über meinen Kopf, ruhig und fordernd zugleich.

„Komm her“, sagte sie, und ihre Stimme war rauer als vorhin im Flur.

Ich stand auf, nur um sie zu küssen, weil ich ihren Mund brauchte, bevor ich wieder hinunterging. Der Kuss war tief, ihre Zunge fand meine, und sie schmeckte nach nichts Süßem, nur nach ihr, warm und offen. Ihre Hände öffneten mein Hemd, Knopf für Knopf, nicht als Teil der Bitte, sondern weil sie meine Haut wollte und weil die Regel ihre Hände nicht stillstellte. Ich ließ sie. Sie schob das Hemd von meinen Schultern, strich über meine Brust, über den Bauch, folgte der Linie der Haare nach unten und legte die flache Hand auf die Beule in meiner Hose, fest genug, dass ich gegen ihren Mund stöhnte. Ihr Daumen rieb einmal über den Stoff, und ich spürte, wie die Feuchtigkeit an der Spitze den Stoff dunkler machte.

„Später“, sagte sie an meinen Lippen. „Zuerst das, was ich zuerst genannt habe. Ich will deinen Mund, und ich will, dass du dir Zeit nimmst, bis ich nicht mehr höflich bin.“

Ich nickte und führte sie die zwei Schritte zum Bett. Sie setzte sich an die Kante, dann ließ sie sich zurück, die Beine noch am Boden, das Haar auf dem Laken ausgebreitet, und ich kniete wieder zwischen ihnen. Der Teppich war hart unter den Knien. Ich küsste die Innenseite des einen Schenkels, dann des anderen, langsam nach oben, und spürte, wie die Muskeln unter meinen Lippen sich spannten und lösten, ein Zittern, das kam und ging. Ihr Geruch wurde stärker, je höher ich kam, und die Haut wurde wärmer und weicher. Ich spreizte sie mit den Händen, sanft, und sie öffnete sich weiter, die Fersen rutschten auf dem Teppich auseinander, die Knie fielen nach außen.

Ihr Schoß war feucht, die inneren Lippen geschwollen und glänzend im Lampenlicht, die Klitoris schon hervorgetreten unter ihrer kleinen Haube. Ich küsste sie dort zuerst ohne Druck, nur den Mund auf sie gelegt, und sie zog die Luft ein, ein langer Zug, der in ein leises Stöhnen überging. Dann ließ ich die Zunge flach durch die Nässe gleiten, von unten nach oben, und schmeckte sie: salzig, ein wenig metallisch, warm, unverwechselbar. Ich wiederholte die Bewegung, langsamer, und hörte, wie ihr Atem brach. Ich nahm mir die Zeit, die sie verlangt hatte, küsste die weiche Haut daneben, kam zurück, leckte sie in langen Zügen und dann in kürzeren, bis sie die Hüften hob und mir entgegenkam, ohne ein Wort der Ungeduld, nur mit dem Körper.

„Ja“, sagte sie. „So. Nicht fragen. Bleib bei dem, was du tust, wenn ich lauter werde. Ich sage dir, wenn du die Stelle verlassen sollst, und bis dahin ist dein Mund genau da richtig.“

Ich fragte nicht. Ich leckte sie in einem gleichmäßigen Zug, die Zunge breit, dann spitzer, kreiste um die Klitoris, ohne sie sofort zu hart zu treffen, und saugte leicht an den Lippen, bis sie glänzten von meinem Mund und von ihr. Meine Hände hielten ihre Schenkel offen. Sie griff ins Laken über ihrem Kopf, fand keinen Halt und legte die Hand schließlich wieder in mein Haar, die Finger spreizend, ein Maß für das, was ihr gefiel. Als ich die Zungenspitze direkt auf die Klitoris setzte und sie in kleinen, festen Kreisen bewegte, hob sie die Hüften höher. Ich folgte ihr, ließ nicht ab, und schob zwei Finger in sie, langsam, bis zu den Knöcheln. Sie war eng und heiß und nass, und die Muskeln schlossen sich um meine Finger, als ich sie krümmte und die Stelle suchte, die sie innen weich und dann hart werden ließ, ein Polster unter der vorderen Wand, das ich kannte und an diesem Abend neu ertastete, weil alles neu gewogen wurde.

„Jonas.“ Nur der Name, gepresst, und dann ein Laut, der kein Wort mehr sein wollte.

Ich hielt den Rhythmus: Zunge auf der Klitoris, Finger in einem stetigen Ziehen, der Daumen außen, wo er die Haut spannte und sie offen hielt für meinen Mund. Ihr Schenkel zitterte gegen mein Ohr. Der Regen schlug in Böen. Ich hörte das nasse Geräusch meiner Finger und ihren Atem, der keine ganzen Wörter mehr trug, nur noch Bruchstücke meines Namens und ein Ja, das sich wiederholte, bis es kein Ja mehr war, sondern der Laut selbst. Sie kam nicht leise. Sie kam mit einem langen, offenen Ton, die Hüften gegen meinen Mund gedrückt, die inneren Muskeln in Wellen um meine Finger, die Hand in meinem Haar fest, und ich blieb, wo ich war, leckte sie durch die erste Schärfe hindurch, bis sie mich ein wenig wegzog, nicht weit, nur so, dass die Berührung weicher wurde und sie atmen konnte, ohne dass das Empfinden in Schmerz kippte.

Ich küsste die Innenseite ihres Schenkels, nass von ihr, und sah auf. Ihre Brust hob sich schnell. Die Augen waren halb geschlossen, der Mund offen, eine Hand lag auf ihrem eigenen Bauch, als müsse sie sich dort halten. Eine Röte lag auf ihrem Hals und über den Brüsten, fleckig und schön. Sie sah aus wie eine Frau, die bekommen hatte, was sie verlangt hatte, und die noch mehr wollte, mit dem Wissen, dass das Mehr schon ausgesprochen war und nicht mehr verhandelt werden musste.

„Komm hoch“, sagte sie. „Zieh dich aus. Ich will dich sehen, bevor du in mir bist. Die Bitte hat das nicht verboten, und ich will das Bild.“

Ich stand auf und öffnete die Hose. Meine Hände waren nicht ganz ruhig, und der Knopf widerstand einen Moment, weil der Stoff spannte. Ich schob Hose und Shorts zusammen herunter, stieg heraus, zog die Socken aus, weil Nacktheit in dieser Nacht vollständig sein sollte, und stand vor ihr. Mein Glied war hart, die Eichel feucht, die Adern deutlich, und es hob sich, als ich mich bewegte, schwer und empfindlich in der kühleren Luft. Sie setzte sich auf, betrachtete mich ohne Eile, strich mit dem Blick von der Brust bis zu den Hüften und legte die Hand um den Schaft. Die Wärme ihrer Hand nach der kühleren Luft ließ mich die Zähne zusammenbeißen. Sie strich einmal von der Wurzel zur Spitze, verteilte die Feuchtigkeit mit dem Daumen und beugte sich vor, das Haar fiel über eine Schulter.

Ihr Mund schloss sich um mich, heiß und weich, die Zunge unter der Eichel, ein Druck, der mir durch die Knie ging. Sie nahm mich nicht tief beim ersten Mal, nur so weit, dass ich den Ring ihrer Lippen und das Saugen spürte, und zog sich zurück, die Unterlippe an der empfindlichen Stelle. Ich legte die Hand an ihren Hinterkopf, nicht drückend, nur da, ein Kontakt, den sie mit einem Blick erlaubte, bevor sie die Augen wieder senkte. Sie nahm mich wieder auf, diesmal tiefer, bis ich ihren Rachen fast erreichte und sie sich zurückzog, um zu atmen, und wieder kam, die Hand an der Wurzel, der Mund nass und fest. Der Anblick ihrer Lippen um mich, der Speichel, der glänzte, ihr nackter Rücken, der sich beugte: ich hätte in ihrem Mund kommen können, wenn die Bitte es erlaubt hätte. Sie erlaubte es nicht. Nach einer Weile, die sich lang anfühlte und kurz war, ließ sie mich aus dem Mund gleiten und wischte sich mit dem Handrücken über die Lippe, die Augen dunkel und klar.

„Jetzt“, sagte sie. „In mir. Langsam, wie ich es gesagt habe. Und du sprichst, sobald du ganz in mir bist. Nicht vorher einen Scherz, nicht eine Frage. Den Satz.“

Sie rutschte auf dem Bett nach oben, bis ihr Kopf auf dem Kissen lag, und öffnete die Beine. Ich kniete mich zwischen sie, stützte mich auf die Arme und küsste sie, damit sie sich selbst auf meiner Zunge schmeckte, Salz und Wärme und der Nachhall ihres Kommens. Sie küsste zurück, hungrig, und griff nach meinem Glied, führte die Eichel an ihren Eingang. Die Hitze dort war unmittelbar, ein feuchtes Nachgeben, das mich schon beim ersten Kontakt die Luft anhalten ließ. Ich schob mich vor, nur die Spitze, und hielt inne, weil langsam der erste Teil ihrer Bitte nach dem Mund war und weil ich selbst spüren wollte, wie sie mich aufnahm, Muskel um Muskel, ohne den Moment in einen Stoß zu werfen.

„Weiter“, flüsterte sie. „Ich will dich ganz. Langsam heißt nicht halb.“

Ich glitt in sie, Zentimeter um Zentimeter, und das Gefühl war so eng und so nass, dass ich die Stirn an ihre Schulter legen musste, um nicht den Rhythmus zu verlieren, den sie verlangt hatte. Sie atmete gegen mein Ohr, kurze Laute, die Hände an meinem Rücken, die Nägel leicht in der Haut. Als ich ganz in ihr war, blieben wir einen Moment still. Ich spürte ihren Herzschlag durch die Brust an meiner, oder ich bildete es mir ein und glaubte es trotzdem, weil alles in diesem Zimmer nah genug war, um geglaubt zu werden. Draußen rauschte der Regen. Drinnen war nur unser Atem und das leise Nachgeben des Bettes unter unserem Gewicht.

„Du bist meine Frau“, sagte ich, weil der Satz zu diesem Teil gehörte und weil er wahr war, wahrer in diesem Augenblick als auf jedem Papier. „Lena. Du bist meine Frau.“

Sie schloss die Augen und öffnete sie wieder, und in dem Blick lag etwas, das die Bitte nicht hatte erfinden müssen. „Noch einmal. Wenn du dich bewegst. Ich will es im Takt hören, nicht als Rede danach.“

Ich zog mich zurück, fast bis zur Spitze, und schob mich wieder hinein, langsam und vollständig. „Du bist meine Frau.“ Wieder hinaus, wieder hinein, der gleiche langsame Zug, und bei jedem Hineingleiten sagte ich es, leiser oder fester, je nachdem, wie nah mein Mund an ihrem Ohr war. Sie hob die Knie, legte die Fersen an meine Waden und nahm mich tiefer, die Hüften ein wenig gekippt, so dass ich an der Stelle entlangglitt, die meine Finger vorhin gefunden hatten. Ihre Hände lagen auf meinem Rücken, die Nägel nicht kratzend, nur da, ein Maß für das, was sie fühlte, und manchmal drückten die Finger fester, wenn ich besonders langsam blieb und sie die Dehnung ganz auskosten musste.

Eine Zeit lang blieb es so: langsame Stöße, der nasse Laut, wenn ich in sie glitt, ihr leises Stöhnen an meinem Hals, mein Satz, der sich mit dem Rhythmus verband, bis er nicht mehr wie eine Pflicht klang, sondern wie das, was ich ohnehin gedacht hatte, seit ich die Jacke an den Stuhl gehängt hatte. Ich sah an uns herunter. Mein Glied verschwand in ihr und kam glänzend wieder hervor, und ihre Nässe zog Fäden im Licht, wenn ich mich weit genug zurückzog. Ihre Brüste bewegten sich leicht mit jedem Stoß. Der Anblick zog sich mir durch den Bauch bis in die Hoden, ein Ziehen, das nach mehr Tempo verlangte. Ich hielt es noch, weil sie das Halten bestellt hatte und weil das Halten selbst eine Lust war, scharf und hell.

Sie legte die Hände auf meine Brust und drückte, nicht stark, aber eindeutig. „Leg dich hin“, sagte sie. „Ich will einen Teil davon selbst führen. Die Bitte sagt, dass du in mir bist. Sie sagt nicht, dass du die ganze Zeit oben liegen musst, und ich will dein Gesicht von oben sehen, wenn du den Satz sagst.“

Ich zog mich zurück, legte mich auf den Rücken, das Kissen schief unter dem Kopf, und sie stieg über mich, ein Knie links und ein Knie rechts, das Haar fiel nach vorn und streifte meine Brust. Sie griff nach mir, hielt mich aufrecht und senkte sich, langsam, die Augen halb geschlossen, bis sie saß und ich ganz in ihr war. Ein Laut kam aus ihr, tief und zufrieden, und sie blieb einen Atemzug, die Hände auf meinen Rippen, das Gewicht ihres Körpers ein Geschenk und eine Forderung. Dann begann sie sich zu bewegen, ein Wiegen, dann ein Heben und Senken, bei dem sie mich fast verließ und wieder aufnahm, die Schenkel arbeitend, der Blick auf meinem Mund, als warte sie auf die Worte.

„Du bist meine Frau“, sagte ich, und diesmal klang es wie etwas, das ich ihr hinaufreichte, während sie mich nahm.

„Sag es noch einmal.“ Sie stützte die Hände neben meinem Kopf ab und bewegte sich schneller, und das nasse Geräusch wurde deutlicher, ein gleichmäßiges Treffen von Haut auf Haut, leiser als später, aber schon unmissverständlich. Ich sagte es. Sie küsste mich mitten im Satz, biss leicht in meine Unterlippe und richtete sich wieder auf, eine Hand an meiner Schulter, die andere zwischen uns, an sich selbst. Ich sah ihre Finger an der Klitoris, schnell und sicher, und spürte, wie sie sich um mich verengte, heiß und fordernd, während sie sich nahm, was sie brauchte, ohne mich aus dem Blick zu lassen.

„Nicht kommen“, erinnerte sie mich, atemlos, und lächelte, weil sie sah, wie nah ich war, an dem Zucken in meinem Bauch und an dem Griff meiner Hände. „Halt das für mich. Ich nehme mir das hier, und dann gehörst du wieder der härteren Hälfte der Bitte. Ich will dich noch lange in mir, Jonas. Nicht nur diesen einen Rand.“

Ich hielt es. Meine Hände lagen an ihrer Taille, halfen ihrem Rhythmus, ohne ihn zu stehlen, und ich atmete durch den Mund, die Augen auf ihrem Gesicht, auf den Brüsten, die sich mit jedem Senken bewegten, auf dem Glanz zwischen uns. Sie ritt mich, bis ihre Bewegungen ungleich wurden und sie sich vorbeugte, die Stirn an meiner, und ein kurzes, scharfes Kommen durch sie ging, kleiner als das erste und doch deutlich, ein Nachbeben, das sie lachen und stöhnen ließ in einem Atem. Sie blieb auf mir sitzen, zitternd, die inneren Muskeln in kurzen Wellen, und küsste mich, offen und salzig.

„Jetzt“, sagte sie. „Nicht mehr langsam. Nimm es von mir zurück. Ich will das Bett an der Wand, und ich will deinen Satz, auch wenn er kürzer wird. Die Bitte steht noch. Sie ist nicht kleiner geworden, nur weil ich oben war.“

Ich wälzte uns herum, ohne aus ihr zu gleiten, ein ungeschicktes und doch geglücktes Drehen, bei dem sie lachte und dann die Luft verlor, als ich tief in ihr landete. Ich stützte mich fester ab, zog die Knie an und stieß tiefer und schneller. Das Bett antwortete sofort, ein dumpfes Schlagen des Rahmens gegen die Wand, im Takt, und die Lampe auf der Kommode zitterte ein wenig mit. Sie keuchte auf, den Mund offen, und griff meine Schultern. Ich fand einen Rhythmus, der hart war, ohne roh zu sein, jeder Stoß bis zum Anschlag, die Hüften gegen ihre, und ich sprach zwischen den Atemzügen, weil sie das Sprechen zur Bedingung gemacht hatte und weil ich es wollte.

„Du bist meine Frau. Hörst du mich. Du bist meine Frau, Lena, und heute Nacht ist die Tür zu. Nicht die Regel. Die Tür dieses Zimmers. Ich bin in dir, und ich höre nicht auf.“

„Ja.“ Sie lachte einmal, kurz, mitten im Stöhnen, ein Laut der Freude, nicht des Spotts. „Sag es. Hör nicht auf. Ich will es im Körper behalten, nicht nur im Ohr.“

Ich hörte nicht auf. Schweiß bildete sich auf meinem Rücken und zwischen unseren Bäuchen, machte die Haut glitschig, so dass ich die Hand unter ihre Schulter schob, um sie zu halten. Ihre Brüste drückten sich an mich, die Brustwarzen hart. Ich senkte den Kopf und nahm eine in den Mund, ohne den Rhythmus zu verlieren, saugte, und sie bog den Rücken durch. Der Winkel änderte sich. Sie wurde lauter, die Fersen in meinem Kreuz, und zog mich tiefer, als könnte die Tiefe den Satz noch wahrer machen. Ich spürte, wie sie sich um mich zusammenzog, nicht noch ein Kommen, sondern das Vorfeld, das Ziehen, das mich selbst näher an den Rand brachte, als die Bitte erlaubte.

Ich verlangsamte nicht ganz, aber ich änderte die Tiefe, blieb länger in ihr, kreiste mit den Hüften, damit ich nicht kam, und küsste sie, während ich kreiste, den Mund offen, der Atem geteilt. Sie merkte es. Ihre Hand fand mein Gesicht, der Daumen an meinem Wangenknochen, und sie sah mich an, als prüfe sie, ob ich noch bei ihr war oder schon nur noch bei meinem eigenen Rand.

„Noch nicht“, sagte sie. „Ich weiß. Bleib in mir. Dreh mich um. Ich will dich von hinten, und ich will deine Hand unter mir, und du sprichst weiter, auch wenn du mein Ohr dafür suchen musst.“

Ich zog mich zurück, und das Gefühl der kühleren Luft an meinem nassen Glied war fast schmerzhaft, ein Verlust, der nur Sekunden dauern durfte. Sie drehte sich auf den Bauch, dann hob sie die Hüften, die Wange auf dem Kissen, die Knie gespreizt, und sah über die Schulter zurück. Das Bild war deutlich genug, dass ich einen Moment nur kniete und sie ansah: der Rücken, die Taille, das runde Gewicht ihres Hinterns, der glänzende Schoß zwischen den Schenkeln, offen von dem, was wir schon getan hatten, die Haut gerötet, wo meine Hüften sie getroffen hatten. Ich legte die Hände auf ihre Hüften und führte mich wieder ein. In diesem Winkel ging ich tief, und sie stöhnte in das Kissen, dann hob sie den Kopf, weil sie hören und gesehen werden wollte und weil die Bitte kein Verstecken erlaubt hatte.

„Weiter“, sagte sie. „Und sprich. Ich bin noch deine Frau, auch so. Gerade so.“

Ich stieß zu, zuerst maßvoll, dann so, wie sie es verlangt hatte, das Bett wieder gegen die Wand, meine Finger in das Fleisch ihrer Hüften gedrückt, nicht so fest, dass es wehtun sollte, fest genug, dass sie den Halt spürte und ich das Gewicht ihrer Bewegung in den Händen hatte. „Du bist meine Frau. Ich sehe dich. Ich bin in dir. Niemand sonst ist in diesem Zimmer, und ich will niemand sonst. Die offene Tür bleibt für andere Abende. Heute bin ich der, der dich so nimmt, weil du es gebeten hast und weil ich es will.“

„Gut“, brachte sie hervor. „Genau das. Genau so. Nicht aufhören, wenn ich komme. Nur die Hand weicher, wenn ich sie wegziehe. Den Rest hältst du.“

Ich beugte mich über sie, die Brust an ihrem Rücken, eine Hand unter ihr, zwischen den Beinen, und fand die Klitoris mit zwei Fingern. Sie war geschwollen und glitschig, empfindlich nach dem, was schon gewesen war. Ich rieb sie im Takt der Stöße, und Lenas Arme gaben ein wenig nach, so dass sie tiefer in die Matratze sank und der Winkel noch enger wurde. Ich spürte jede Kontraktion um mein Glied, heiß und fordernd. Mein eigener Höhepunkt drängte, nah und ungeduldig, und ich biss mir auf die Lippe, um ihn zu halten, weil sie ihn mir noch nicht erlaubt hatte. Das Halten machte alles schärfer: den Geruch ihres Haars, den Schweiß an ihrem Nacken, den ich küsste, das nasse Schlagen unserer Körper, den Regen, der nicht nachließ, das Knarren des Rahmens, ihr erstickter Laut im Kissen.

Sie kam so, das Gesicht zur Seite gedreht, der Mund offen, ein langer Laut, der in ein Zittern überging, und ihre inneren Muskeln packten mich in harten, kurzen Wellen. Ich blieb tief in ihr und bewegte die Finger weiter, weicher, wie sie es gesagt hatte, bis das Zittern nachließ und sie nach meiner Hand griff, um sie stillzuhalten. Ihr Rücken hob und senkte sich unter meiner Brust. Ich küsste die feuchte Haut zwischen den Schulterblättern und sprach den Satz noch einmal, heiser, fast nur noch Hauch, und sie nickte, unfähig zu mehr, das Nicken aber deutlich genug.

„Warte“, hauchte sie. „Bleib. Beweg dich kaum. Ich will das Gewicht, und ich will nicht, dass du jetzt gehst, nur weil ich gekommen bin. Die Bitte ist noch nicht zu Ende. Ich habe den Satz noch nicht gesagt.“

Ich gehorchte. Mein Glied zuckte in ihr, und ich atmete durch den Mund, die Stirn zwischen ihren Schulterblättern, die Augen geschlossen, dann offen, weil ich sie sehen wollte, auch so, den zerwühlten Haaransatz, das Ohr, die gerötete Wange. Wir waren beide nass vom Schweiß. Die Lampe warf unser Schattenbild an die Wand, ein einziges dunkles Gebilde, das sich nur noch mit dem Atem bewegte, und daneben zitterte der Lichtkreis, wenn der Rahmen noch einmal nachgab. Ich sagte es noch einmal, leiser, an ihre Haut. „Du bist meine Frau.“

Sie drehte den Kopf, so weit sie konnte, und ich küsste ihren Mundwinkel, schief und ehrlich. „Ich will dich sehen, wenn du kommst“, sagte sie. „Leg mich auf den Rücken. Aber komm noch nicht. Ich bin noch nicht fertig mit der Bitte, und ich will dein Gesicht, nicht nur deinen Nacken, wenn du loslässt. Das gehört mir heute Nacht, so wie der Rest.“

Ich zog mich vorsichtig zurück und half ihr, sich zu drehen. Sie lag wieder unter mir, das Haar auf dem Kissen durcheinander, die Lippen geschwollen, die Augen dunkel und klar, eine Röte auf der Brust, die langsam nachließ und doch blieb. Ich küsste sie lange, ohne in sie einzudringen, die Zunge langsam, und sie schlang die Beine um meine Taille, die Fersen in meinem Kreuz, und rieb sich an mir, die Nässe an meinem Schaft, eine Reibung, die mich leise fluchen ließ, an ihrem Mund, ein Wort ohne Ziel, nur Druck. Sie lächelte in den Kuss, weil sie die Macht dieses Augenblicks kannte und sie nicht missbrauchte, sondern hielt, wie man etwas Kostbares hält.

„Noch einmal langsam“, sagte sie. „Nur am Anfang. Dann nimm mich so, dass du kaum noch sprechen kannst. Aber du sprichst trotzdem. Das gehört dazu, und ich will es bis zum letzten Stoß, auch wenn es nur noch drei Wörter sind.“

Ich führte mich ein und glitt in einem langen Zug in sie. Sie war weicher jetzt und zugleich enger, empfindlich nach den Malen, die sie schon gekommen war, und sie zuckte, als ich ganz in ihr war, ein kleines Lachen und ein Stöhnen in einem Atem. Ich bewegte mich langsam, drei Stöße, vier, und sah ihr in die Augen, nah genug, dass ich die einzelnen Wimpern sah und den Glanz, der nicht von Trauer kam. „Du bist meine Frau“, sagte ich, und sie antwortete mit einem Ja, das kaum Laut war und doch vollständig.

Dann nahm ich das Tempo auf, das sie verlangt hatte. Nicht roh um der Rohheit willen, sondern tief und gleichmäßig und ohne die Pausen, die mich gerettet hätten. Das Bett schlug. Ihre Brüste bewegten sich unter mir. Ich stützte mich auf einen Arm und hielt mit der anderen Hand ihren Oberschenkel hoch, öffnete sie weiter, und jeder Stoß ging bis zum Grund, dort, wo sie jedes Mal die Luft einzog und die Nägel in meine Oberarme setzte. Sie klammerte sich fest. Worte fielen zwischen uns, gebrochen, und ich ließ sie fallen, weil die Bitte das Sprechen wollte und weil Schweigen sich jetzt wie ein Bruch angefühlt hätte.

„Meine Frau.“

„Deine“, sagte sie, und dann, als hätte sie den abgerissenen Satz selbst wieder ganz gemacht: „Ich bin deine Frau. Ich höre dich. Bleib. Härter, wenn du kannst, und sprich weiter.“

Ich gab ihr das Härtere, die Hüften schnell, der Schweiß in meinen Augen, der Geschmack von Salz, wenn ich mir über die Lippe leckte, und ich sprach, auch wenn die Sätze kürzer wurden und manchmal nur noch der eine blieb. „Du bist meine Frau. Die Tür ist zu. Ich halte dich. Ich höre nicht auf. Ich bin in dir, Lena, und ich will nirgends sonst sein.“

Sie kam noch einmal, schneller als ich erwartet hatte, oder vielleicht hatte ich die Zeit verloren, zwischen Regen und Atem und dem Schlagen des Bettes. Es ging durch sie wie eine Welle, die ich von innen sah und fühlte: das Zusammenziehen, das Beben ihrer Schenkel an meinen Hüften, der Laut, der diesmal meinen Namen trug, lang und offen, kein Verstecken mehr in dem Kissen. Ich stieß sie durch dieses Kommen hindurch, weil sie nicht gesagt hatte, dass ich aufhören sollte, und weil ihre Fersen mich noch immer an sie zogen, fordernd bis in die letzte Welle. Mein eigener Rand war keine Linie mehr, sondern ein Fallen. Ich keuchte ihren Namen und spürte, dass das Halten zu Ende war, ob sie es erlaubte oder nicht, und ich sagte es, weil die Ehrlichkeit zur Regel gehörte.

„Lena. Ich kann nicht mehr halten.“

Sie nahm mein Gesicht in beide Hände. Ihre Augen waren nass an den Rändern, nicht vor Schmerz, und ihr Blick hielt mich fester als ihre Schenkel. „Dann komm. Ich erlaube es. Komm in mir. Und hör den Satz, wenn ich ihn sage. Nicht vorher aufhören, nicht dich wegziehen. Ich will dich bis zum Ende, und dann will ich das Wort, das die Bitte schließt.“

Die Erlaubnis löste das, was ich gehalten hatte. Ich stieß noch dreimal, vier, tief, und kam mit einem Laut, den ich nicht kannte und der trotzdem meiner war, das Gesicht an ihrem Hals, die Hüften zuckend, das Glied in langen Stößen entleerend, heiß in ihr. Sie hielt mich, die Arme um meinen Rücken, die Beine um mich geschlossen, und flüsterte meinen Namen, während ich zitterte und nicht aufhörte, mich zu bewegen, kleine Bewegungen, weil Aufhören sich falsch angefühlt hätte, bevor der letzte Puls vorbei war. Ich sah sie dabei an, so gut ich konnte, die Augen halb offen, und sie sah zurück, und das Sehen gehörte zu dem, was sie sich ausbedungen hatte, nicht weniger als der Stoß.

Ich blieb in ihr. Das war wichtig, und ich wusste es, ohne dass sie es noch einmal sagen musste. Die Bitte endete nicht mit meinem Kommen. Sie endete mit ihrem Satz. Mein Atem ging schwer an ihrer Schulter. Ihr Herz schlug schnell unter meiner Brust. Der Regen füllte die Pause, gleichmäßiger jetzt, als hätte auch er einen Rand überschritten. Ich hob den Kopf, als ich konnte, und küsste sie, langsam und salzig, und sie küsste zurück, die Hände in meinem nassen Haar, die Daumen an meinen Schläfen, ein Halten, das nichts mehr forderte und doch nichts losließ.

„Noch nicht“, murmelte sie, als ich mich ein wenig zurückziehen wollte. „Bleib, solange du kannst. Ich will das Gewicht. Der Satz kommt, wenn ich ihn sagen kann, ohne dass er hastig wird. Die Bitte verdient ein ruhiges Ende, nicht ein Ende im Stolpern.“

Ich blieb. Mein Glied wurde weicher in ihr, noch immer warm, und die Nässe von uns beiden lief ein wenig heraus, an ihren Schenkel, auf das Laken. Ich störte mich nicht daran. Sie auch nicht. Ich strich ihr das Haar aus der Stirn und sah sie an, wirklich, wie am Anfang, als sie nackt vor mir gestanden hatte und die Regel noch als Satz im Raum gehangen hatte, unerfüllt und schwer. Jetzt hing er anders. Er war im Körper gewesen. Er war noch nicht geschlossen.

„Du bist meine Frau“, sagte ich noch einmal, ohne dass der Rhythmus es verlangte. Es war nur noch wahr, und ich wollte, dass sie es auch in der Ruhe hörte, nicht nur im Stoß.

Sie lächelte, müde und offen. Ihre Finger zeichneten eine Linie über meine Schulter, den Arm hinunter, bis zu der Stelle, wo unsere Körper noch verbunden waren, und sie ließ die Hand dort liegen, auf meinem Hüftknochen, warm und sicher. Eine Weile atmeten wir nur. Dann hob sie den Blick, und in ihren Augen war die gleiche Festigkeit wie in dem Sessel am Fenster, nur weicher an den Rändern, getragen von dem, was wir getan hatten, nicht von dem, was noch gesagt werden musste.

„Die Bitte ist erfüllt“, sagte sie.

Die Worte fielen in den Raum und blieben, so wie ihre Bitte am Anfang geblieben war. Ich spürte, wie etwas in mir nachließ, das nicht nur die Anspannung des Körpers gewesen war, ein Halten in der Brust, das ich erst jetzt als Halten erkannte. Die Regel war gehalten. Niemand hatte sie zurückgenommen. Ich küsste ihre Stirn, dann ihren Mund, und erst dann zog ich mich vorsichtig aus ihr. Sie atmete bei dem Verlust einmal tiefer und zog mich sofort wieder an sich, seitlich, so dass wir auf dem zerwühlten Laken lagen, ihr Bein über meinem, meine Hand auf ihrem Rücken, die Decke noch am Fußende, vergessen und unnötig, solange die Haut noch brannte.

Eine Weile sprachen wir nicht. Der Regen wurde dünner, dann wieder dichter, als zöge eine neue Wolke über das Dach. Die Lampe brannte noch. Ich roch uns, den Schweiß, den Sex, die Orange ihrer Seife, die irgendwo darunter überlebt hatte, und das feuchte Laken unter meiner Hüfte. Meine Knie schmerzten ein wenig vom Teppich. Ihr Haar klebte an meiner Wange. Es war ein gewöhnliches Nachher und zugleich keines, weil der Satz noch im Zimmer stand, erfüllt und deshalb nicht verschwunden, sondern abgelegt wie etwas, das man nicht verliert, wenn man es benutzt.

Ich stand irgendwann auf, nur kurz, und holte ein Handtuch aus dem Bad, mit warmem Wasser angefeuchtet, und wischte sie behutsam ab, die Schenkel, den Bauch, die Stelle, an der wir uns vermischt hatten. Sie ließ es geschehen mit geschlossenen Augen und einem kleinen Laut, der Dank war und kein neues Verlangen. Als ich mich wieder zu ihr legte, roch das Handtuch nach uns und nach der Seife am Waschbecken. Sie zog es beiseite und wollte Haut, nicht Stoff, und ich warf es auf den Stuhl, neben die Erinnerung an die nasse Jacke im anderen Zimmer, die hier nichts zu suchen hatte.

„Ich nehme sie nicht zurück“, sagte sie nach einer Zeit, die ich nicht gemessen hatte. „Auch jetzt nicht. Falls du denkst, das Danach mache die Bitte kleiner, oder die Zärtlichkeit danach sei ein Widerruf. Das ist sie nicht. Das Danach gehört dazu, sonst wäre die Bitte nur ein Griff und kein Satz.“

„Ich denke das nicht.“ Ich strich über ihre Wirbelsäule, langsam, die gleiche Linie, die ich beim Reißverschluss zuerst gesehen hatte, als der Stoff sich teilte und die Nacht ihre Richtung bekam. „Ich hätte sie auch angenommen, wenn es keine Regel gäbe. Die Regel hat nur gemacht, dass du sie ganz aussprechen musstest, mit allem, was du wolltest, ohne es auf dem Weg kleiner zu machen. Das wollte ich hören. Das habe ich gehört.“

Sie schwieg einen Moment. Ihre Hand lag auf meiner Brust, über dem Herzen, das ruhiger wurde, und ihr Daumen bewegte sich kaum, ein ruhiges Gewicht. „Die offene Tür bleibt“, sagte sie. „Das ist nicht das, was heute geschlossen wurde. Heute habe ich dich gebeten, mich so zu nehmen, dass ich es im Körper behalte. Dass ich weiß, wessen Frau ich bin, wenn ich durch diese Tür gehe und wenn ich zurückkomme. Das ist kein Widerruf der Offenheit. Das ist der Grund, warum die Tür überhaupt offen sein darf. Ohne so eine Nacht würde die Freiheit nur ein Loch sein.“

Ich verstand sie. Ich hatte es im Stoß verstanden und verstand es jetzt in der Ruhe noch einmal, klarer, ohne den Lärm des Bettes. „Dann ist es gut, dass man so eine Bitte nicht zurücknimmt. Sonst würde man sie am nächsten Morgen kleinreden, aus Scham oder aus Gewohnheit, und die Nacht wäre nur noch eine Übertreibung, die man dem Wein oder der Langeweile zuschreibt. Wir haben keinen Wein getrunken. Wir haben den Satz gehalten.“

„Ja.“ Sie küsste meine Brust, einmal, ohne Absicht auf mehr, die Lippen trocken jetzt und warm. „Morgen früh lese ich das Blatt nicht noch einmal. Es ist erfüllt. Das Vierteljahr ist in diesem Punkt zu Ende. Wenn du deine Bitte in den nächsten Wochen stellen willst, steht sie dir zu. Heute war meine, und ich bin froh, dass ich sie nicht für etwas Kleines verschwendet habe.“

„Und Apfel bleibt“, sagte ich, weil ich wollte, dass auch das andere Wort im Danach einen Platz hatte, nicht nur im Davor.

„Apfel bleibt.“ Sie lächelte an meiner Haut. „Wir haben ihn nicht gebraucht. Das ist kein Mangel. Das ist ein Glück, und ich will es nicht mit einem Beweis verwechseln. Wir hätten ihn gebraucht, wenn einer von uns über den anderen hinweggegangen wäre. Das ist nicht geschehen. Du hast gefragt, wo die Regel das Fragen erlaubt hat, und du hast geschwiegen, wo ich das Schweigen bestellt habe. Das ist die Ehe, die ich will, offen und trotzdem diese.“

„Nein“, sagte ich, und meinte das Nichtgebrauchen, und meinte auch, dass nichts fehlte. „Nichts davon war halb. Ich habe dich gehört, am Anfang und am Ende.“

Wir lagen noch, bis die Luft auf der feuchten Haut kühl wurde und die Gänsehaut an ihren Armen kam, fein und sichtbar im Lampenlicht. Ich zog die Decke über uns, grau und ein wenig verrutscht, und sie schob sich näher, die Stirn an meinem Hals, ein Bein noch über meinem, als wolle sie die Verbindung halten, die der Körper schon gelöst hatte. Draußen fuhr wieder ein Auto durch Wasser. Drinnen war das Bett warm, das Laken darunter feucht an einer Stelle, die uns nicht störte. Ich dachte an die Schublade im anderen Zimmer, an das Blatt mit unserer Schrift, an die Zeile, die wir heute gehalten hatten, ohne sie anzufassen. Ich dachte an ihre Stimme, als sie die Bitte gesprochen hatte, klar und ohne Ausweg, und an dieselbe Stimme, heiser, als sie mir das Kommen erlaubt hatte, und an die dritte Stimme, die ruhige, die den Schluss gesetzt hatte.

„Jonas“, sagte sie, schon halb im Schlaf, oder so nah daran, dass der Name weich wurde und die Silben ineinanderliefen.

„Ich bin hier“, sagte ich und legte die Hand fester an ihren Rücken, damit sie das Hier auch im Halbschlaf noch als Gewicht erkannte.

„Gut. Lass das Licht noch ein wenig. Ich will nicht sofort dunkel haben. Ich will die Lampe sehen, wenn ich die Augen noch einmal öffne, und wissen, dass wir nicht schon im Morgen sind, sondern noch in der Nacht, die die Bitte getragen hat.“

Ich ließ die Lampe brennen. Der Regen sprach weiter gegen das Glas, leiser jetzt, ein gleichmäßiges Rauschen, das nichts mehr von uns verlangte und doch das Zimmer nicht verließ. Lena atmete tiefer. Ich hielt sie, meine Frau, die Frau, die eine Bitte gestellt hatte, die man nicht zurücknehmen kann, und die sie nicht zurückgenommen hatte, weder im Sagen noch im Tun noch in der Ruhe danach. Mein Körper war müde auf die gute Art, schwer in der Matratze, noch empfindlich, wo sie mich aufgenommen hatte, die Haut an den Knien vom Teppich gerötet, der Mund noch mit ihrem Geschmack. Ich schloss die Augen nicht sofort. Ich sah die gelbe Lampe auf der Kommode und den Rand ihres Haars im Licht und dachte, dass die Regel nichts Kaltes war, wenn man sie so erfüllte: mit dem Mund, mit dem Satz, mit dem Bleiben, bis das Wort fiel, das das Ende markierte und nichts wegnahm.

Irgendwann wurde ihr Atem der Atem des Schlafs, länger und ohne die kleinen Laute, die das Wachen begleiten. Ich löschte die Lampe erst dann, mit der freien Hand, vorsichtig, und die Dunkelheit war nicht leer. Der Regen blieb. Ihr Gewicht blieb. Die Bitte blieb, erfüllt, zwischen uns, bis zum Morgen und über den Morgen hinaus, weil manche Sätze nicht dadurch aufhören, dass man sie zu Ende gebracht hat. Sie bleiben in dem Körper, der sie gehalten hat, und in dem anderen, der sie ausgesprochen hat, und in dem Blatt in der Schublade, das morgen unangerührt bleiben durfte, weil das Halten schon geschehen war.

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