Der Zettel auf dem Küchentisch
Ehefrau · 20 Minuten lesen · 27 Minuten hören
Gelesen von Edward
Teil 1 der Serie Ehe neu (10)
Das Wochenende begann mit dem Zettel, den Elena am Freitagabend noch einmal laut vorlas, während das Haus am See still wurde und ich ihr gegenübersaß. Wir hatten die Wette vor sechs Wochen verloren und gewonnen zugleich: ich hatte behauptet, ich könne einen Monat lang von dieser Fantasie schweigen, und sie hatte behauptet, ich würde es nicht schaffen. Am neunzehnten Abend hatte ich nach ihrer Hand gegriffen und gesagt, ich wolle sehen, wie sie einen anderen Mann küsse, wenn die Regeln klar seien. Damit war die Wette entschieden. Der Einsatz stand schon vorher fest, weil wir ihn gemeinsam aufgeschrieben hatten, nüchtern, bei Tageslicht, mit zwei Unterschriften und einem Datum.
Elena war vierunddreißig, ich siebenunddreißig, und Tobias, der an diesem Abend kommen sollte, war sechsunddreißig. Niemand in diesem Haus war jung in dem Sinn, der Unsicherheit bedeutet. Wir kannten einander lange genug, um zu wissen, worauf wir uns einließen. Elena las langsam, nicht theatralisch, sondern so, wie man einen Vertrag liest, den man halten will. Ihre Stimme blieb ruhig. Ich hörte jedes Wort und spürte zugleich, wie mein Puls in den Handgelenken lag.
Die Regeln waren kurz und ließen keinen Raum für spätere Ausreden. Erstens führte Elena. Sie durfte jederzeit innehalten, das Wort Pause sagen oder Schluss sagen, und dann hörte alles auf, ohne Diskussion und ohne nachtragenden Blick. Zweitens blieb ich im Raum, sofern sie mich nicht bat zu gehen. Ich durfte sie berühren, wenn sie nach mir griff. Ich berührte Tobias nicht. Drittens gab es keine Bilder, keine Nachrichten an Dritte und kein Erzählen außerhalb dieses Hauses. Viertens redeten wir danach, auch wenn es unbequem wurde. Fünftens benutzte Tobias ein Kondom, jedes Mal, ohne Ausnahme. Sechstens galt für den Kuss, für den Mund, für alles, was folgte: nur das, was Elena in dem Moment wollte, und nur so lange, wie sie es wollte.
Sie legte den Zettel auf den Küchentisch, glättete eine Ecke und sah mich an. In ihren Augen lag keine Herausforderung und kein Spott. Es lag eine Frage darin, die wir schon oft beantwortet hatten und die sie trotzdem noch einmal stellte. Ich nickte. Ich sagte, dass ich die Regeln kannte, dass ich sie wollte und dass ich sie halten würde. Sie stand auf, kam um den Tisch und küsste mich auf den Mund, langsam, mit geschlossenen Lippen zuerst, dann offener, bis ich ihre Zunge schmeckte und die vertraute Wärme ihres Atems. Dieser Kuss gehörte uns. Alles andere würde später kommen und würde trotzdem zu uns gehören, weil wir es so beschlossen hatten.
Tobias kam gegen acht. Er stellte die Tasche im Flur ab, zog die Schuhe aus und begrüßte Elena mit einer Umarmung, die länger dauerte als eine freundschaftliche und kürzer als eine besitzergreifende. Mich umarmte er danach, fest und ohne Ausweichen. Wir hatten ihn nicht aus einer Laune gewählt. Er war seit Jahren ein Freund, verlässlich im Kleinen, diskret im Großen, und er hatte den Zettel eine Woche zuvor gelesen und unterschrieben. Am Telefon hatte er gesagt, er komme nur, wenn Elena ihn wolle und wenn ich ihn wolle, und beides müsse am Abend noch einmal stimmen. Das tat es.
Wir aßen langsam. Brot, Fisch, ein Salat, Wein in kleinen Gläsern, weil niemand den Kopf verlieren sollte. Das Licht über dem Tisch war warm. Draußen lag der See dunkel und glatt, und ab und zu schlug etwas gegen den Steg, ein leises Holzgeräusch, das die Stille eher betonte als störte. Elena trug ein schwarzes Kleid, schlicht, mit einem Ausschnitt, der ihren Hals freiließ und die Linie ihrer Schlüsselbeine. Ich kannte dieses Kleid. Ich kannte auch die Art, wie sie den Träger mit zwei Fingern zurechtrückte, wenn sie nachdachte. An diesem Abend tat sie es öfter. Nicht aus Nervosität allein. Aus Aufmerksamkeit.
Tobias sprach wenig über die Regeln und viel über die Fahrt, über eine Baustelle, über den Geruch des Sees. Er drängte nicht. Das war Teil der Abmachung und zugleich Teil seines Charakters. Elena lachte einmal über eine Bemerkung von ihm, kurz und hell, und ich sah, wie sich ihre Schultern senkten. Die Spannung blieb, aber sie wurde weicher. Ich schenkte Wasser nach. Meine Hand war ruhig. Innen war ich es nicht. Ich wollte das, was kommen sollte, und ich hatte zugleich den klaren Wunsch, nichts zu überstürzen, nichts zu verderben, nichts zu tun, was den Zettel Lügen strafte.
Nach dem Essen räumten wir gemeinsam ab. Elena stellte die Gläser ins Spülbecken, drehte sich um und sagte, sie wolle die Regeln noch einmal hören, nicht von Papier, sondern von uns. Tobias wiederholte seinen Teil ohne Zögern: er folge ihren Zeichen, er höre auf Pause und auf Schluss, er bleibe bei dem Kondom, er filme nichts, er erzähle nichts, und er gehe, wenn sie es sage, auch mitten in einem Kuss. Ich wiederholte meinen Teil: ich bleibe, ich greife nur ein, wenn sie nach mir greift oder wenn ein Wort fällt, ich mache ihr keine Szene aus Eifersucht, und ich rede danach mit ihr, ehrlich. Elena sagte ihren Teil: sie wolle Tobias heute Nacht, sie wolle mich dabei, sie wolle seinen Mund und seinen Körper und danach meinen, und sie wolle, dass niemand so tue, als sei das ein Unfall.
Wir gingen ins Schlafzimmer, weil der Tisch zu hart war und das Sofa zu eng für das, was sie sich vorgenommen hatte. Das Bett war breit, bezogen mit hellem Leinen, das nach Sonne roch. Elena zündete keine Kerzen an. Sie ließ die kleine Lampe an, damit wir Gesichter sehen konnten. Das war ihre Entscheidung, und sie passte zu ihr. Sie wollte nicht im Halbdunkel raten müssen, wer atmete und wer schwieg.
Sie stellte sich zwischen uns, nicht als Preis und nicht als Bühne, sondern als die Frau, die den Abend führte. Zuerst küsste sie mich. Der Kuss war tiefer als der in der Küche, und ihre Hand lag an meinem Nacken, fest, vertraut. Ich schmeckte Wein und ihre Haut. Als sie sich löste, blieb ihre Stirn einen Moment an meiner. Sie flüsterte, dass sie mich liebe und dass das hier nicht weniger sei. Ich sagte es zurück. Dann drehte sie sich zu Tobias.
Der erste Kuss zwischen ihnen war vorsichtig. Ich stand nah genug, um das leise Geräusch ihrer Lippen zu hören und das Einziehen ihres Atems. Tobias hielt die Hände zunächst an ihren Oberarmen, nicht tiefer, bis sie seine Handgelenke nahm und sie an ihre Taille legte. Damit war die Erlaubnis gegeben, deutlich und körperlich. Er küsste sie wieder, länger, und Elena öffnete den Mund. Ich sah ihre Zunge an seiner, sah, wie sich ihr Rücken leicht bog, sah, wie ihre Finger in sein Hemd griffen. Mein Körper reagierte sofort. Hitze stieg in mir auf, dicht und unmissverständlich, und zugleich blieb ein klarer Faden in meinem Kopf: Regeln, ihr Gesicht, ihr Atem, das Wort, das sie jederzeit sagen konnte.
Sie knöpfte sein Hemd auf, Knopf für Knopf, ohne Eile. Darunter war seine Brust warm, die Haut ein wenig dunkler als ihre, das Haar dort fein. Elena legte die flache Hand darauf und ließ sie langsam nach unten wandern, bis zum Gürtel. Sie sah mich an, während sie das tat. In diesem Blick lag keine Bitte um Erlaubnis. Die Erlaubnis war längst gegeben. Es lag eine Einladung darin, nah zu bleiben. Ich trat hinter sie, legte die Hände auf ihre Hüften und küsste die Stelle unter ihrem Ohr, die sie immer weich machte. Sie seufzte in Tobias' Mund. Das Geräusch ging mir durch den ganzen Körper.
Wir zogen ihr das Kleid aus, gemeinsam, aber in der Reihenfolge, die sie vorgab. Zuerst die Träger, dann der Reißverschluss, dann der Stoff, der an ihren Schenkeln entlangglitt und auf dem Boden liegen blieb. Darunter trug sie nichts als einen schmalen schwarzen Slip. Ihre Haut war warm. Die Sommersprossen auf ihren Schultern kannte ich auswendig, und doch sah ich sie in diesem Licht neu, weil ein anderer Mann sie ebenfalls sah und die Hände noch nicht darauf gelegt hatte. Tobias fragte leise, ob er sie anfassen dürfe. Elena sagte ja. Er legte die Handflächen auf ihre Schultern, strich über die Schlüsselbeine, über die obere Wölbung ihrer Brüste, und hielt dort inne, bis sie seine Hände selbst weiterführte.
Ihre Brüste füllten seine Hände. Die Brustwarzen wurden hart unter seinen Daumen, dunkelrosa, empfindlich, und Elena legte den Kopf zurück an meine Schulter. Ich spürte ihr Gewicht, das leichte Zittern in ihren Oberschenkeln, den Geruch ihres Haars. Ich küsste ihren Nacken und ließ eine Hand über ihren Bauch gleiten, langsam, bis zum Bund des Slips. Ich hakte einen Finger darunter und wartete. Sie nickte. Ich zog den Stoff nach unten, und sie stieg heraus, nackt zwischen uns, die Haut schon ein wenig gerötet an Hals und Brust.
Tobias betrachtete sie ohne Hast. Sein Blick war offen, nicht gierig im hässlichen Sinn, sondern aufmerksam. Elena hielt diesem Blick stand. Sie mochte es, angesehen zu werden, wenn das Ansehen respektvoll blieb, und an diesem Abend blieb es das. Sie öffnete seinen Gürtel, zog den Reißverschluss herunter und schob Hose und Shorts zugleich über seine Hüften. Sein Schwanz war schon hart, dick, die Eichel dunkel und feucht an der Spitze. Elena umfasste ihn mit der rechten Hand, prüfend, und ein leises Geräusch kam aus seiner Kehle. Mit der linken Hand suchte sie meine und verschränkte die Finger. So standen wir einen Moment: sie nackt, er entblößt, ich noch im Hemd, ihre Hand in meiner, ihre andere Hand um ihn.
Sie sagte, sie wolle zuerst seinen Mund zwischen den Beinen, auf dem Bett, und mich neben sich. Wir folgten. Elena legte sich auf den Rücken, die Knie angewinkelt, die Schenkel geöffnet, nicht weit aufgerissen, sondern so, dass sie selbst den Winkel bestimmte. Ich setzte mich an ihre linke Seite, das Hemd inzwischen ausgezogen, die Hose noch an, weil sie gesagt hatte, sie wolle mich später ausziehen. Tobias kniete sich zwischen ihre Beine. Er küsste die Innenseite ihres rechten Oberschenkels, dann des linken, langsam nach oben, und jedes Mal wurde ihr Atem kürzer. Als sein Mund endlich ihre Scham erreichte, bog sich ihr Rücken vom Laken.
Er leckte sie mit ruhiger Zunge, erst die äußeren Lippen, dann die inneren, dann die kleine harte Stelle oben, die sie am schnellsten zum Zittern brachte. Elena stöhnte nicht laut. Sie atmete offen, mit einem tiefen Ton darin, den ich nur hörte, wenn sie wirklich erregt war und sich nicht zurückhielt. Ihre freie Hand lag in meinem Nacken. Die andere griff ins Laken, dann in Tobias' Haar, nicht um ihn zu zwingen, sondern um ihn zu halten. Ich beugte mich über ihre Brust und nahm eine Brustwarze in den Mund, saugte sanft, ließ die Zunge kreisen. Sie flüsterte meinen Namen und gleich darauf seinen, nicht als Verwechslung, sondern als zwei Wahrheiten nebeneinander.
Ich sah hinunter, während ich sie küsste. Tobias' Mund glänzte. Elenas Scham war geschwollen, nass, die inneren Lippen dunkler als sonst, und jedes Mal, wenn seine Zunge über ihre Klitoris strich, zuckte ihr Becken. Sie sagte, fester, und er wurde fester, ohne grob zu werden. Zwei Finger von ihm glitten in sie, langsam, und sie nahm sie mit einem tiefen Ausatmen auf. Das Geräusch ihrer Nässe war leise und eindeutig. Ich spürte, wie mein eigener Schwanz gegen den Stoff der Hose drückte, schmerzhaft hart, und ich ließ es zu, ohne mich zu reiben, weil sie mich noch nicht dorthin geführt hatte.
Elena kam das erste Mal so, mit seinem Mund und seinen Fingern und meiner Zunge an ihrer Brust. Es baute sich lange auf. Ihre Schenkel schlossen sich um seinen Kopf, öffneten sich wieder, ihre Ferse rutschte über das Laken, und dann spannte sich ihr ganzer Körper. Sie hielt meine Hand so fest, dass die Knöchel weiß wurden. Ein langer, gepresster Laut kam aus ihr, kein Schrei, eher ein Wort, das nicht fertig wurde. Danach lag sie still, die Augen geschlossen, die Brust hebend, und Tobias küsste die Innenseite ihres Oberschenkels, wartend, ohne weiterzumachen. Das Warten gehörte zu den Regeln, auch wenn es nicht auf dem Zettel stand. Er nahm sich nichts, was sie nicht gerade gab.
Als sie die Augen öffnete, lächelte sie, benommen und klar zugleich. Sie zog mich zu einem Kuss. Ich schmeckte sie an meinen eigenen Lippen nicht, aber ich schmeckte ihren Atem, salzig und warm, und ich spürte das Nachbeben in ihrem Bauch unter meiner Hand. Sie sagte, sie wolle ihn jetzt in sich, auf dem Rücken, mit mir neben ihrem Gesicht. Tobias holte das Kondom aus der Nachttischschublade, wo wir es am Nachmittag hingelegt hatten, riss die Packung auf und rollte es über seinen Schwanz, sorgfältig, bis zum Ansatz. Elena beobachtete das. Sie nickte, als er fertig war. Keine Eile, kein Weglassen, keine Ausnahme.
Er kam über sie, stützte sich auf die Unterarme und küsste sie einmal auf den Mund, kurz, fragend. Sie sagte ja. Die Spitze seines Schwanzes setzte an ihrer Öffnung an, und er schob sich langsam hinein, Zentimeter um Zentimeter, während Elena die Luft anhielt und dann lang ausstieß. Ich lag an ihrer Seite, das Gesicht nah an ihrem, und sah, wie sich ihre Lippen öffneten, wie sich ihre Augen weiteten und dann halb schlossen. Sie war eng um ihn, das sah ich an der Spannung in seinen Schultern und hörte ich an dem leisen, nassen Laut, mit dem er tiefer glitt. Als er ganz in ihr war, blieben beide still. Elena drehte den Kopf zu mir. Ihre Stirn war feucht. Sie flüsterte, dass es sich voll anfühle und gut und dass ich bleiben solle.
Er bewegte sich zunächst kaum, nur ein langsames Zurückziehen und ein ebenso langsames Zurückkommen, damit sie sich an Dicke und Winkel gewöhnte. Elena hob ihm das Becken entgegen, nicht hastig, sondern suchend, bis sie den Rhythmus fand, der sie wieder weich machte. Ihre Brüste bewegten sich mit jedem Stoß. Ich streichelte eine, dann die andere, rollte die Brustwarze zwischen den Fingern, so wie sie es mochte, fest genug, um zu spüren, nicht fest genug, um zu stören. Sie griff nach meinem Gürtel. Ihre Finger waren ungeschickt vor Erregung, und ich half ihr, öffnete Hose und Shorts und schob sie herunter. Mein Schwanz sprang frei, hart, die Spitze schon feucht. Elena umfasste ihn und führte die Hand in demselben Takt, in dem Tobias in sie stieß.
Das Bild brannte sich ein, nicht als Demütigung und nicht als Verlust, sondern als etwas, das wir gewollt hatten und das nun Körper war. Meine Frau, die ich liebte, lag unter einem anderen Mann, nahm ihn tief auf, stöhnte leise bei jedem Stoß, und zugleich hielt sie mich in der Hand, sah mich an, wenn sie die Augen öffnete, und zog mich näher, damit sie meinen Mund erreichen konnte. Tobias achtete auf sie. Er fragte einmal, ob der Winkel stimme, und sie sagte, tiefer, ein wenig schneller. Er gehorchte. Seine Hüften trafen ihre mit einem gleichmäßigen, fleischigen Klang. Das Bett gab ein leises Knarren von sich. Draußen schlug wieder etwas gegen den Steg, fern und gleichgültig.
Elena wurde lauter, nicht schreiend, aber offener. Sie sagte, wie gut er sich anfühle, sagte meinen Namen, sagte, ich solle ihre Hand nicht loslassen. Ich hielt sie. Mit der anderen Hand strich ich über ihren Bauch, spürte, wie sich die Muskeln unter der Haut spannten, wenn er tief kam. Tobias' Atem ging schwer. Schweiß glänzte auf seiner Brust und auf Elenas Schlüsselbeinen. Der Geruch im Zimmer wurde dichter: Haut, Sex, das saubere Leinen darunter, ein Hauch von ihrem Parfüm, das am Hals noch saß. Ich beugte mich hinunter und küsste die feuchte Stelle über ihrem Herzen. Sie bog sich mir entgegen, ohne den Rhythmus mit Tobias zu verlieren.
Sie wollte die Stellung wechseln, bevor es zu schnell zu Ende ging. Sie sagte es klar. Tobias zog sich vorsichtig aus ihr, das Kondom noch sicher an seinem Platz, und half ihr, sich aufzusetzen. Elena kniete sich aufs Bett, die Hände auf der Matratze, den Rücken leicht durchgedrückt, und sah über die Schulter. Sie sagte, so, und dass ich vor ihr sein solle. Ich kniete mich vor ihr Gesicht. Tobias kam hinter sie, legte eine Hand auf ihre Hüfte und die andere flach auf ihren unteren Rücken, und schob sich wieder in sie. Aus diesem Winkel ging er tief. Elena öffnete den Mund zu einem stummen Laut, dann fand sie die Worte: ja, genau so, nicht härter.
Ich hielt meinen Schwanz an ihre Lippen, und sie nahm ihn in den Mund, zuerst die Spitze, warm und nass, die Zunge darunter, dann mehr, so weit, wie es ihr in dieser Haltung leicht fiel. Jeder Stoß von hinten schob sie ein wenig nach vorn, und sie nutzte das, ohne sich zu verschlucken, mit einer Kontrolle, die mich fast um den Verstand brachte. Ihr Mund war weich, ihr Blick, wenn sie nach oben sah, dunkel und gegenwärtig. Speichel glänzte an ihren Lippen und an meinem Schaft. Ich strich ihr das Haar aus dem Gesicht, nicht um sie zu führen, sondern um sie zu sehen. Tobias hielt das Tempo, das sie verlangt hatte: tief, stetig, nicht roh. Seine Hände lagen fest an ihren Hüften, die Daumen streichelten die Haut dort, als wolle er sie zugleich halten und beruhigen.
Elena löste sich einmal von mir, atmete, sagte, sie sei nah, und nahm mich wieder auf. Ich spürte das Vibrieren ihres Stöhnens an meinem Schwanz. Tobias griff um sie herum, fand ihre Klitoris mit zwei Fingern und rieb sie im Takt seiner Stöße, so wie sie es ihm mit einer kurzen Bewegung der Hüfte zeigte. Das war der Punkt, an dem sie die Beherrschung der leisen Töne verlor. Sie ließ mich aus dem Mund gleiten, presste die Stirn gegen meinen Oberschenkel und kam, lang und zitternd, die Schenkel bebend, die innere Muskulatur so fest um ihn, dass Tobias ein heiseres Geräusch machte und stillhielt, tief in ihr, bis die Welle abebbte. Ich streichelte ihren Rücken. Meine eigene Erregung war so stark, dass ich die Zähne zusammenbiss, aber ich bewegte mich nicht in ihren Mund zurück, solange sie nur atmen wollte.
Als sie wieder sprechen konnte, sagte sie, sie wolle ihn noch, wolle sehen, wie er komme, und wolle danach mich in sich, ohne dass jemand das Zimmer verlasse. Tobias fragte, ob er weiter dürfe. Sie sagte ja. Er bewegte sich wieder, schneller jetzt, weil sie es mit einem Nicken verlangte, die Haut klatschte leise gegen ihre, und Elena stützte sich fester auf die Hände. Ich blieb vor ihr, küsste ihre Schläfe, ihre Schulter, flüsterte, dass sie schön sei und dass ich da sei. Sie griff nach meinem Schwanz und hielt ihn nur, ohne zu pumpen, als brauche sie den Kontakt mehr als den Reiz. Tobias' Atem wurde abgehackt. Er sagte ihren Namen, fragte noch einmal, und sie sagte, komm, ich will es. Er stieß noch ein paar Mal tief, dann spannte sich sein ganzer Körper, und er kam mit einem langen, gepressten Laut, die Hüften an ihre gepresst, die Hände fest, aber nicht grob. Das Kondom hielt. Er blieb einen Moment in ihr, die Stirn zwischen ihren Schulterblättern, und dankte ihr leise, was mich mehr rührte, als ich erwartet hatte.
Er zog sich behutsam zurück, hielt das Kondom an der Basis fest, knotete es zu und legte es in das Tuch, das wir dafür bereitgestellt hatten. Keine Nachlässigkeit. Elena drehte sich auf den Rücken, die Wangen gerötet, die Lippen geschwollen, die Schenkel noch offen, und streckte die Arme nach mir aus. Tobias setzte sich an den Bettrand, nicht verschwunden und nicht drängend, genau dort, wo die Regeln ihn ließen: anwesend, ruhig, bereit zu gehen, wenn sie es wollte. Sie wollte ihn noch im Raum. Sie sagte es. Dann sagte sie zu mir, jetzt du.
Ich legte mich zwischen ihre Beine. Wir brauchten kein Kondom miteinander, das war unsere gewöhnliche Abmachung, besprochen und geprüft, und sie wollte mich heute ohne diese Schicht, hautnah, nachdem ein anderer Mann in ihr gewesen war. Der Gedanke war so erregend, dass ich einen Moment stillhalten musste, die Spitze an ihrer nassen Öffnung, die Stirn an ihrer. Elena lächelte, müde und hell. Sie hob das Becken. Ich glitt in sie, und die Wärme, die Enge, die Glätte nach allem, was vorher gewesen war, nahm mir für einen Atemzug die Sprache. Sie war weich und zugleich fest, nass bis an die Schenkel, und sie zog mich mit den Beinen näher, die Fersen in meinem Kreuz.
Ich bewegte mich langsam, nicht weil ich zurückhaltend spielen wollte, sondern weil ich jeden Zentimeter spüren wollte und weil ihr Körper nach zwei Höhepunkten empfindlich war. Elena sagte, es sei viel, und gleich darauf, es sei richtig. Sie küsste mich mit offenem Mund, schmeckte nach sich und nach mir, und ihre Hände lagen an meinem Gesicht, als wolle sie sicher sein, dass ich es war. Ich war es. Tobias saß still. Ich hörte seinen Atem, sah aus dem Augenwinkel, wie er uns ansah, ohne einzugreifen. Das gehörte dazu. Elenas Blick ging manchmal zu ihm und kam zu mir zurück, und in diesem Hin und Her lag keine Zerrissenheit, sondern die Erfüllung dessen, was auf dem Zettel gestanden hatte.
Ich wurde schneller, als sie es verlangte, die Stöße tiefer, das Bett wieder in diesem leisen Takt. Ihre Brüste bewegten sich unter meinen Händen. Ich senkte den Mund auf eine Brustwarze und saugte, während ich in sie stieß, und sie bog sich so stark, dass ich fast den Rhythmus verlor. Sie flüsterte, sie wolle noch einmal kommen, mit mir, und ich legte die Hand zwischen uns, fand ihre Klitoris, geschwollen und glitschig, und rieb sie in kleinen Kreisen, so wie ich es aus Jahren kannte. Elena hielt sich an meinen Schultern fest. Ihr dritter Höhepunkt kam kürzer und schärfer als die beiden davor, ein Zusammenziehen um meinen Schwanz, ein Laut an meinem Mund, ihre Nägel in meiner Haut. Ich folgte ihr fast sofort. Die Spannung löste sich in langen Stößen, heiß, tief in ihr, und ich sagte ihren Namen, nur ihren, während ich kam.
Danach lagen wir eine Weile so, mein Gewicht zum Teil auf den Unterarmen, damit ich sie nicht erdrückte, ihr Herz schnell unter meinem. Tobias stand auf, holte ein Glas Wasser vom Nachttisch und stellte es in ihre Reichweite, ohne das Bett zu betreten. Elena dankte ihm mit einer heiseren Stimme. Ich zog mich vorsichtig aus ihr, und ein warmer Schauer lief über ihren Körper. Sie lachte einmal, leise, überrascht von sich selbst, und zog die Decke bis zur Hüfte, nicht aus Scham, sondern weil die Luft vom Fenster kühl auf der feuchten Haut lag.
Wir redeten, wie es vereinbart war, noch bevor jemand duschen ging. Elena sagte, es sei gut gewesen, besser als in der Fantasie an manchen Stellen und ungewohnter an anderen, und dass sie sich nicht verloren gefühlt habe, weil ich da gewesen sei und weil Tobias auf sie gehört habe. Sie sagte auch, dass der Moment, in dem er hinter ihr gekommen sei, intensiv gewesen sei, fast zu viel, und dass sie froh sei, das Wort nicht gebraucht zu haben, es aber jederzeit hätte sagen können. Tobias sagte, er habe sich an die Regeln gehalten und wolle das auch beim Gehen tun: keine Nachrichten, kein Erzählen, kein Nachfassen, es sei denn, sie beide schrieben ihm. Ich sagte, dass die Eifersucht dagewesen sei, scharf und kurz, als er das erste Mal ganz in ihr war, und dass sie nicht gewonnen habe, weil Elena meine Hand gehalten und mich angesehen habe. Ich sagte, dass ich sie mehr wolle als vor dem Wochenende, nicht weniger. Das stimmte. Es war keine Beschönigung.
Elena trank Wasser, reichte mir das Glas, und ihre Finger streiften meine länger als nötig. Draußen war der See noch immer dunkel. Im Haus roch es nach uns. Tobias zog sich an, ohne Hast und ohne den Abschied zu einem zweiten Anfang zu machen. Elena stand auf, nackt unter der Decke, die sie um die Schultern nahm, und umarmte ihn an der Tür des Schlafzimmers. Der Kuss, den sie ihm gab, war kurz und klar, ein Ende, kein Versprechen. Mich küsste sie danach länger, im Flur, während seine Schritte die Treppe hinuntergingen und die Haustür sich schloss.
Wir duschten gemeinsam, warmes Wasser, wenig Worte, ihre Stirn an meiner Brust. Ich wusch ihr den Rücken, sie wusch mir die Schultern, und nichts davon war eine Löschung. Es war Pflege. Im Bett, später, lag der Zettel noch in der Küche, unterschrieben, erfüllt, nicht zerrissen. Elena schlief mit dem Rücken an meinem Bauch ein, meine Hand auf ihrem, und ich blieb wach, bis ihr Atem gleichmäßig wurde. Die Wette war gehalten. Die Regeln hatten getragen. Was blieb, war meine Frau, der Geruch ihrer Haut und die Ruhe eines Abends, den wir gewollt und zu Ende gebracht hatten.
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