Neue Sexgeschichten

Der Blick, mit dem sie mich überraschte

Ehefrau · 26 Minuten lesen · 35 Minuten hören

Gelesen von Edward

Teil 1 der Serie Ehe neu (5)

Ich drehte den Schlüssel langsamer als sonst, weil ich die Wohnung still glaubte. Der Regen hatte meinen Mantel schwer gemacht, und an den Schuhen klebte das Wasser der letzten Straßenecke. Im Flur war es dunkel und ein wenig kühl. Ich stellte die Tasche neben die Kommode, ohne die Lampe zu berühren, und lauschte auf Lenas Atem, den ich aus dem Schlafzimmer zu hören erwartete. Seit Wochen kam ich spät, und sie ging früh. Wir küssten uns morgens an der Kaffeemaschine und abends manchmal gar nicht mehr, und ich hatte mir eingeredet, das sei nur eine Phase und keine Entfernung.

Unter der Wohnzimmertür lag ein Streifen Licht. Ich blieb mit dem Mantel in der Hand stehen. Kein Fernseher, kein Besteck, kein Umblättern einer Seite. Nur dieses warme Band auf dem Dielenboden, das sich nicht bewegte. Mein erster Gedanke war praktisch: Sie hatte das Licht vergessen. Der zweite Gedanke kam langsamer und setzte sich tiefer in die Brust. Lena vergaß kein Licht. Sie löschte abends sogar die kleine Lampe im Flur, weil sie die Dunkelheit zum Einschlafen brauchte, und sie hatte mir das vor Jahren erklärt, als wäre es eine kleine Wahrheit, die ich behalten sollte.

Ich öffnete die Tür und blieb auf der Schwelle. Sie stand mitten auf dem Teppich, barfuß, und sah mich an. Lena war vierunddreißig, ich achtunddreißig, und nichts an ihr wirkte in diesem Augenblick zufällig. Das dunkle Hemd, das ihr bis zur Mitte der Oberschenkel fiel, war meins, ein altes aus weicher Baumwolle, an der Seite ein wenig verrutscht, sodass die Linie ihrer Hüfte frei lag. Ihr Haar war offen und an den Spitzen noch feucht, als hätte sie geduscht und sich nicht die Mühe gemacht, es zu föhnen. Die Stehlampe hinter ihr brannte niedrig und warm.

Sie lächelte nicht. Sie sprach nicht. Sie sah mich an, und der Blick hatte ein Gewicht, das ich seit Monaten nicht mehr gespürt hatte. Ich zog den Mantel nicht aus. Ich sagte ihren Namen nicht. Die Hand blieb am Türrahmen, und ich ließ mich ansehen, weil ich spürte, dass jede frühe Bewegung das zerbrechen würde, was sie mir gerade hinhielt. Zwischen uns lag der Teppich, hell an den Rändern vom Lampenlicht, und er schien länger zu werden, je länger wir uns ansahen.

In ihrem Gesicht war die Müdigkeit der letzten Wochen nicht verschwunden, aber sie war zur Seite gerückt. Die Augen waren dunkel und wach. Der Mund stand einen Spalt offen, als hätte sie einen Satz begonnen und ihn dann für unnötig gehalten. An der Kehle lag ein schwacher Schein, dort, wo die Haut dünn ist und der Puls sitzt. Ich kannte dieses Gesicht aus dem Schlaf, aus dem Morgen, aus dem Lachen über etwas Dummes in der Küche. Heute kannte ich es nicht ganz. Heute war darin eine Aufmerksamkeit, die mich bis in die Fußsohlen traf.

Ich merkte, wie mein eigener Atem flacher wurde. Die Schultern, die den ganzen Tag schwer gewesen waren, sanken nicht. Sie wurden still. In der Hose regte sich Wärme, nicht als plötzlicher Ruck, sondern als langsames Wissen: Sie sieht mich, und ich werde hart davon, nur davon. Ich schämte mich nicht. Ich bewegte mich auch nicht, um es zu verbergen. Der Blick ließ keinen Raum für Versteck. Wenn ich jetzt den Kopf gesenkt hätte, wäre etwas verloren gegangen, das ich noch nicht benennen konnte.

Vor Jahren, in der ersten Wohnung, hatte sie mich einmal so angesehen, als ich aus der Dusche kam und sie auf dem Bettrand saß. Damals hatten wir noch wenig Möbel und viel Zeit. Ich erinnerte mich an das Gefühl, ganz gesehen zu werden, ohne dass jemand etwas von mir verlangte außer da zu sein. Heute war das Zimmer voller: Bücher, die Lampe, der Teppich, den wir gemeinsam ausgesucht hatten. Und trotzdem war der Blick derselbe, nur reifer, genauer, als hätte sie in acht Jahren Ehe gelernt, wohin sie sehen musste, damit ich stillstand.

Sie hob die Hand nicht. Sie kam nicht auf mich zu. Das war die Überraschung, begriff ich langsam: nicht ein Kleid, nicht eine Bemerkung, nicht ein Spiel mit Regeln. Sie hatte auf mich gewartet, und nun tat sie das Schwerste, das sie tun konnte. Sie blieb stehen und ließ den Blick arbeiten. Ich hörte den Regen an der Scheibe. Irgendwo im Haus schloss eine Tür. In unserer Wohnung rührte sich nichts außer dem kleinen Heben ihres Brustkorbs unter der Baumwolle.

Das Hemd war an der Brust nicht ganz geschlossen. Ein Knopf fehlte seit langem, und durch die Lücke sah ich den Ansatz ihrer Brüste, die weiche Schattenlinie dazwischen, die sich mit jedem Atemzug veränderte. Die Beine waren nackt. An der linken Wade klebte ein Tropfen Wasser, vielleicht vom Haar, vielleicht von der Dusche. Die Füße standen etwas auseinander, die Zehen in den Flor des Teppichs gedrückt, als brauche sie Halt. Ich sah all das und kam doch immer wieder zu den Augen zurück, weil die Augen mich festhielten und der Rest nur erklärte, warum.

Der Tag fiel von mir ab, ohne dass ich ihn ablegte. Die Sitzung, die zu lang gedauert hatte, die Stimmen im Zug, der nasse Kragen: alles wurde dünn. Übrig blieb ihr Gesicht und die Frage, die kein Mund stellte. Willst du mich noch so sehen. Willst du noch stehen bleiben, wenn ich dich nicht mit einem Witz entlasse. Ich antwortete nicht mit Worten. Ich antwortete, indem ich den Mantel endlich sinken ließ. Er traf den Boden mit einem dumpfen Laut, der in der Stille zu laut war. Sie zuckte nicht. Ihr Blick wurde nur eine Spur tiefer, als hätte der Laut ihr bestätigt, dass ich angekommen war.

Ich machte einen Schritt in den Raum und blieb wieder stehen. Etwas in ihren Augen bat um Langsamkeit, nicht aus Angst, sondern aus Hunger nach dem Weg und nicht nur nach dem Ende. Ich verstand das, weil mein eigener Körper dasselbe wollte: nicht sofort die Hände, sondern noch diese Spanne, in der das Sehen schon fast Berührung war. Meine Socken hinterließen feuchte Abdrücke. Ich zog sie nicht aus. Es wäre eine Geschäftigkeit gewesen, und Geschäftigkeit hatte in diesem Licht nichts zu suchen.

Sie atmete durch den Mund. Ich sah es an der kleinen Bewegung der Unterlippe. Dann glitt ihr Blick einmal an mir hinab, über das offene Hemd am Kragen, über die Brust, über den Gürtel, über die deutliche Wölbung in der Hose, und kehrte ohne Eile in meine Augen zurück. In diesem Hin und Her lag keine Prüfung und kein Spott. Es lag ein Ja, so klar, dass mir die Kehle eng wurde. Sie hatte gesehen, was sie mit mir tat, und sie wollte, dass ich wusste, dass sie es gesehen hatte.

Ich flüsterte ihren Namen. Er kam heiser heraus, kaum mehr als Luft. Lena antwortete nicht mit meinem. Sie neigte nur den Kopf um eine Winzigkeit, und die feuchten Spitzen ihres Haars streiften die Schulter. Der Blick blieb. Ich hätte in diesem Moment gehen können, theoretisch, zurück in den Flur, in die Gewohnheit, in ein müdes Gute Nacht an der Schlafzimmertür. Ich wollte nicht. Ich wollte genau hier stehen, bis sie entschied, dass der Blick genug gesagt hatte.

Die Uhr auf dem Sideboard tickte. Ich hatte sie monatelang nicht gehört. Jetzt zählte sie eine Zeit, die sich nicht wie Minuten anfühlte. Der Regen wurde stärker und dann wieder dünn. Lenas Hände hingen locker an den Seiten, die Finger leicht gekrümmt, als erinnere sich die Haut schon an etwas, das die Augen noch zurückhielten. An den Innenseiten der Handgelenke war die Haut hell. Ich kannte den Geschmack dort, salzig und warm, und die Erinnerung daran machte mich härter, ohne dass sie mich berührt hatte.

Unter dem Hemd zeichneten sich ihre Brustwarzen ab, klein und deutlich gegen den Stoff. Die Lampe warf von hinten einen Rand um ihren Körper, sodass ich die Form der Taille sah und das leichte Ausladen der Hüften. Sie war keine Erscheinung aus einem fremden Wunsch. Sie war Lena, die Frau, mit der ich Einkäufe trug und mit der ich stritt, wenn die Spülmaschine falsch eingeräumt war. Gerade deshalb traf mich der Blick so. Die Vertrautheit machte das Begehren nicht kleiner. Sie machte es genauer.

Ich spürte meinen Puls im Hals und tiefer, dort, wo das Glied gegen den Stoff drückte und jeder Herzschlag eine kleine Spannung mehr war. Die Hände waren leer. Ich wusste nicht, wohin mit ihnen, also ließ ich sie sinken und öffnete die Finger. Sie sah auch das. Ein Hauch von Wärme ging über ihr Gesicht, kein Lächeln, eher ein Erkennen. Ja, schien dieses Erkennen zu sagen. So stehst du, wenn du mich willst und nicht weißt, ob du schon dürfen darfst. Du darfst. Aber noch nicht mit den Händen.

Wir sahen uns an, bis die Luft zwischen uns dick wurde. Ich roch sie jetzt, obwohl noch Schritte zwischen uns lagen: das saubere Haar, die Haut nach der Dusche, ein Rest von dem Öl, das sie manchmal auf die Schlüsselbeine tat. Darunter lag ihr eigener Geruch, der mich immer an die Stelle hinter ihrem Ohr erinnerte. Mein Mund wurde feucht. Ich schluckte und hielt den Blick, weil Wegsehen sich angefühlt hätte wie eine Lüge.

Dann sprach sie. Die Stimme war leise und fest, ohne Spiel darin.

Komm her, Jonas. Ich will dich. Aber sieh mich noch an, bis du bei mir bist.

Ich nickte. Das Ja kam erst danach, ebenso leise.

Ja. Ich komme.

Sie setzte sich nicht in Bewegung, um mir den Weg abzunehmen. Sie wartete, und das Warten war die Fortsetzung des Blicks. Ich ging langsam, Schritt für Schritt, und ließ die Augen nicht fallen. Aus der Nähe war die Farbe ihrer Iris deutlicher, das kleine Gold am Rand, das ich in der Eile der Morgen so oft übersehen hatte. Die Wimpern warfen Schatten. An der Unterlippe war eine trockene Stelle, die sie nicht mit der Zunge benetzte. Ich blieb stehen, als noch eine Handbreit zwischen uns lag, nah genug, dass ihr Atem meine Kehle wärmte.

So nah war der Blick fast unhaltbar. Ich sah die feinen Linien an ihren Augenwinkeln, die Müdigkeit und das Lachen der Jahre. Ich sah, dass sie ebenso erregt war wie ich: die geweiteten Pupillen, die Röte, die vom Hals zur Brust stieg, das leichte Zittern in den Fingern, die noch immer nichts anfassten. Mein Glied pochte. Ich wollte die Hand heben und tat es nicht, weil sie mich gebeten hatte, sie anzusehen, bis ich bei ihr war, und ich war noch nicht ganz angekommen. Angekommen sein hieß hier nicht den Raum durchqueren. Es hieß den Blick aushalten, bis er in Berührung übergehen durfte.

Sie hob die Hand zuerst. Die Fingerspitzen legten sich an meinen Kiefer, leicht, als prüfe sie die Temperatur meiner Haut. Der Kontakt war so klein und so vollständig, dass mir ein Laut entkam, kaum ein Stöhnen, mehr ein Nachgeben. Ihre Hand roch nach Seife. Der Daumen strich einmal über die Bartstoppeln am Kinn, langsam, und ihre Augen blieben in meinen. Ich spürte, wie sich alles in mir auf diese eine Stelle sammelte und zugleich nach unten zog, in die Härte, die schon fast schmerzte.

Darf ich dich anfassen, fragte ich, obwohl ihre Hand schon an mir lag. Ich wollte das Wort, nicht nur die Geste.

Ja, sagte sie. Fass mich an. Ich habe darauf gewartet, dass du nach Hause kommst und mich so ansiehst, wie du mich jetzt ansiehst.

Meine Hände fanden ihre Taille über dem Hemd. Die Baumwolle war warm von ihrem Körper. Darunter die feste Weiche der Hüfte, das kleine Nachgeben, wenn ich die Finger spreizte. Ich zog sie nicht sofort an mich. Ich hielt sie nur und sah sie weiter an, weil der Blick noch nicht zu Ende war. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, nicht um mich zu küssen, sondern um die Stirn an meine zu legen. Unsere Nasen streiften sich. Der Atem mischte sich. Unten berührte ihr Bauch die Wölbung in meiner Hose, und sie drückte sich einen Herzschlag lang dagegen, bewusst, dann blieb sie still.

Ich will es langsam, sagte sie an meinem Mund. Ich will, dass du mich spürst und nicht nur nimmst. Wenn dir etwas zu viel wird, sagst du es. Ich sage es auch.

Ich sagte, dass ich dasselbe wollte. Die Worte waren einfach und wahr. Dann küsste ich sie, endlich, und der Kuss begann so, wie der Blick gewesen war: offen, ohne Eile, mit dem ganzen Gewicht des Abends darin. Ihre Lippen waren weich und ein wenig kühl von der Luft im Raum. Sie öffnete den Mund nicht sofort. Sie ließ mich die Form ihrer Lippen lernen, als wäre es das erste Mal, und vielleicht war es das auch, nach all den kurzen Küssen an der Tür. Als ihre Zunge meine berührte, war es ein langsames Gleiten, warm, salzig, ein Geschmack nach ihr und nach dem Tee, den sie irgendwann getrunken haben musste.

Ich stöhnte in den Kuss. Sie antwortete mit einem Laut, der tief in der Kehle saß und mir durch die Brust ging. Meine Hände wanderten über den Rücken des Hemds, über die Schulterblätter, hinab zur Rundung ihres Pos, der unter dem Saum nackt war. Die Haut dort war heiß. Ich umfasste sie und zog sie näher, und diesmal wich sie nicht zurück. Sie drückte den Unterleib an meinen und rieb sich einmal, langsam, an der Härte, sodass der Stoff zwischen uns zu einer fast unerträglichen Schicht wurde. Ihre Finger öffneten den ersten Knopf meines Hemds, dann den zweiten, ohne den Kuss zu unterbrechen.

Sieh mich an, sagte sie wieder, als wir uns lösten, um Luft zu holen. Ich sah sie an. Die Lippen waren feucht und dunkler. Die Augen glänzten. Sie schob mir das Hemd von den Schultern, und ich half, indem ich die Arme sinken ließ. Der Stoff fiel zu dem Mantel. Die Luft auf der nackten Brust war kühl, ihre Hände danach warm. Sie legte beide Flächen auf meine Brust, über die Brustwarzen, und strich mit den Daumen darüber, bis sie hart wurden. Der Blick blieb dabei auf meinem Gesicht, als wolle sie jede Reaktion lesen und behalten.

Ich griff nach dem Saum ihres Hemds und hielt inne.

Ausziehen, fragte ich.

Ja. Zieh es mir aus. Ich will, dass du mich ansiehst, wenn ich nackt bin. Nicht nur anfasst. Ansierst.

Ich hob das Hemd langsam. Zuerst die Oberschenkel, glatt und warm, dann die Hüften, der Bauch mit der kleinen weichen Stelle unter dem Nabel, die ich immer gern geküsst hatte. Sie hob die Arme. Das Hemd ging über den Kopf, verfing sich einen Moment im feuchten Haar und fiel dann neben uns. Sie stand nackt vor mir, und ich tat, was sie verlangt hatte. Ich sah sie an.

Die Brüste waren voll, die Warzenhöfe dunkler als der Rest der Haut, die Spitzen schon fest. Der Bauch hob und senkte sich. Zwischen den Schenkeln, dort, wo sie die Beine nicht ganz schloss, sah ich das dunkle Haar, kurz und weich, und darunter die feuchte Schimmerlinie ihrer Scham. Sie war erregt, sichtbar, und sie ließ mich hinsehen, ohne die Hände vor den Körper zu legen. Mein Glied zuckte in der Hose. Ich atmete aus, lang, und hob den Blick wieder zu ihren Augen, weil sie das so wollte und weil ich es auch wollte: nicht nur den Körper konsumieren, sondern sie darin erkennen.

Gefällt dir, was du siehst, fragte sie. Die Stimme war rau.

Ja. Du bist schön. Und du bist nass, und ich will dich, und ich werde nichts tun, was du nicht auch willst.

Dann zieh dich aus, sagte sie. Ich will dich genauso ansehen.

Ich öffnete den Gürtel. Das Metall klickte leise. Hose und Shorts gingen zusammen hinunter, und ich stieg heraus, etwas ungeschickt, weil ich den Blick nicht lange lösen wollte. Als ich wieder aufrecht stand, war ich nackt, das Glied hart und schwer, die Eichel schon feucht. Die kühle Luft strich darüber und machte die Empfindung schärfer. Lena sah hin, lange, ohne Hast, und dann wieder in mein Gesicht. In ihren Augen lag Hunger und auch Zärtlichkeit, eine Mischung, die mich mehr erregte als jede schnelle Geste.

Sie trat den letzten Schritt. Ihre Brüste berührten meine Brust. Die Haut an Haut war ein Schock aus Wärme. Mein Glied lag an ihrem Bauch, heiß und pochend, und sie schob die Hüfte ein wenig vor, sodass es zwischen uns eingeklemmt war. Ihre Hand legte sich in meinen Nacken. Meine Hände lagen auf ihrem Rücken, dann tiefer, auf dem Po, die Finger in das weiche Fleisch gedrückt. Wir küssten uns wieder, tiefer jetzt, mit Zungen und Zähnen, die nur streiften, nicht bissen. Speichel glänzte an ihren Lippen, als wir uns lösten. Sie lachte einmal, ganz kurz, ein Atemlachen, und das Lachen machte mich noch härter, weil es Lena war und nicht eine Rolle.

Komm auf den Teppich, sagte sie. Ich will dich hier. Nicht im Bett, wo wir einschlafen, bevor wir uns ansehen. Hier, im Licht.

Wir sanken gemeinsam. Der Flor war dicht und ein wenig kratzig an den Knien. Sie legte sich nicht sofort hin. Sie kniete mir gegenüber, die Hände auf meinen Oberschenkeln, und sah auf mein Glied, dann in meine Augen, als bitte sie noch einmal um Erlaubnis, obwohl ihr ganzes Gesicht schon Ja sagte.

Ich will dich in den Mund nehmen, sagte sie. Sag mir, ob du das willst.

Ich will es. Und ich will dich dabei ansehen, so lange ich kann.

Sie beugte sich vor. Zuerst küsste sie die Innenseite meines Oberschenkels, dort, wo die Haut dünn ist und der Muskel zittert. Die Lippen waren weich. Die Zunge folgte, ein feuchter Strich nach oben, bis sie die Wurzel erreichte. Ich stützte mich mit einer Hand hinter mir auf den Teppich und legte die andere nicht auf ihren Kopf, noch nicht. Ich wollte, dass sie führte. Sie leckte einmal von unten nach oben, langsam, über die ganze Länge, und die Empfindung war so hell, dass ich den Kopf in den Nacken werfen wollte. Ich tat es nicht. Ich sah sie an, wie versprochen, und sie hob den Blick im selben Moment, die Zunge noch an der Eichel, und dieses Bild brannte sich ein: ihre Augen, ihr offener Mund, mein Glied an ihrer Unterlippe.

Dann nahm sie mich auf. Die Wärme ihres Mundes schloss sich um die Spitze, eng und nass, und sie senkte sich langsam, nicht bis zum Anschlag, sondern so weit, wie es ihr leicht fiel. Die Zunge drückte von unten. Eine Hand umfasste den Rest, fest und gleichmäßig, und bewegte sich im Takt mit dem Mund. Ich stöhnte ihren Namen. Die andere Hand fand endlich ihr Haar, nicht um zu drücken, nur um da zu sein, und sie nickte kaum merklich gegen mich, ein Einverständnis. Speichel machte alles glatt. Sie löste sich, atmete, leckte die Eichel in kleinen Kreisen, nahm mich wieder auf, tiefer diesmal, und ein leises Würgen kam und ging, ohne dass sie hastig wurde.

Langsamer, bat ich, nicht weil es schlecht war, sondern weil ich zu schnell an den Rand kam. Sie verstand. Der Rhythmus wurde gedehnt. Sie hielt mich im Mund und bewegte nur die Zunge, während ihre Hand ruhig pumpte, und sah immer wieder hoch, als wolle sie den Moment nicht nur mit dem Mund, sondern mit den Augen ficken. Das Wort entstand in mir roh und wahr. Ich sagte es nicht. Ich sagte nur, dass es gut war, dass sie wunderschön aussah, dass ich sie gleich umdrehen und schmecken wollte, wenn sie bereit war.

Sie ließ mich aus dem Mund gleiten, einen Faden Feuchtigkeit zwischen Lippe und Eichel, den sie mit dem Daumen wegstrich und dann an meiner Hüfte abwischte, praktisch und zärtlich zugleich. Ihre Lippen waren geschwollen. Sie setzte sich zurück auf die Fersen und öffnete die Schenkel ein wenig, sodass ich sah, wie nass sie geworden war. Die inneren Lippen glänzten. Ein Tropfen lief langsam zur Falte am Oberschenkel.

Jetzt du, sagte sie. Ich will deinen Mund. Und ich will dein Gesicht sehen, wenn du mich schmeckst.

Sie legte sich auf den Rücken. Der Teppich nahm ihr Haar auf. Die Knie fielen auseinander, nicht weit wie in einer Pose, sondern so, wie ein Körper sich öffnet, wenn er vertraut und hungrig ist. Ich kniete zwischen ihren Beinen und sah sie zuerst nur an, den ganzen Weg von den Augen über die Brüste, den Bauch, das dunkle Haar, die offene feuchte Mitte. Sie hielt meinem Blick stand. Eine Hand lag auf ihrem Bauch. Die andere streckte sich nach mir aus, und ich küsste die Handfläche, bevor ich mich hinabbeugte.

Ich küsste die Innenseite eines Knies, dann höher, die weiche Haut des Oberschenkels, die wärmer wurde, je näher ich kam. Ihr Geruch war stark und süß und salzig, vertraut wie ein Zimmer, in das ich zurückkehrte. Ich spreizte sie mit den Daumen, sanft, und sah die Röte, die Nässe, die kleine feste Perle der Klitoris, die schon hervorstand. Dann leckte ich einmal, langsam, von unten nach oben, die ganze Spalte entlang, und Lena bog den Rücken durch. Ein Laut kam aus ihr, offen, nicht zurückgehalten.

Ja, sagte sie. Genau so. Sieh mich an, Jonas. Heb den Kopf.

Ich hob den Kopf, das Kinn nass, und sah sie an, während meine Zunge wieder über die Klitoris strich, flach und langsam. Ihre Augen waren halb geschlossen und doch auf mich gerichtet. Die Hand fand mein Haar und hielt es, nicht stoßend, nur haltend. Ich leckte in ruhigen Zügen, dann in kleineren Kreisen, und als ihre Hüften zu zittern begannen, nahm ich die Perle zwischen die Lippen und saugte leicht. Zwei Finger legte ich an den Eingang, nicht hinein, nur als Frage. Sie nickte, der Mund offen.

Ja. Finger auch. Langsam.

Ich schob einen Finger in sie, dann den zweiten, und die Enge war heiß und glatt. Innen zog sie sich um mich zusammen, ein erstes unwillkürliches Greifen. Ich krümmte die Finger leicht nach oben und suchte die Stelle, die sie immer weich und laut gemacht hatte, und fand sie an dem leicht geriffelten Polster. Gleichzeitig leckte ich weiter, der Rhythmus von Mund und Hand gleich. Lena stöhnte ohne Worte. Die Brüste bewegten sich mit dem Atem. Die freie Hand knetete eine Brustwarze, und ich sah das, zwischen den Zügen, und wurde so hart, dass mein Glied gegen meinen eigenen Bauch stieß.

Sie schmeckte nach Salz und nach der Süße, die kam, wenn sie nah war. Ich trank sie, im wörtlichen Sinn: die Nässe lief über meine Finger, über das Kinn, in den Teppich. Ich wurde nicht grob. Ich blieb bei dem Tempo, das ihre Hüften mir vorgaben, mal etwas fester mit der Zunge, mal nur haltend, wenn sie die Luft anhielt. Ihre Schenkel schlossen sich um meinen Kopf und öffneten sich wieder. Sie sagte meinen Namen, zweimal, und dann, dass sie noch nicht kommen wolle, nicht so, nicht bevor ich in ihr sei.

Komm hoch, sagte sie. Ich will dich in mir. Ich will dich dabei ansehen. Wenn du auch willst.

Ich will, sagte ich, die Stimme belegt. Ich kam über sie, stützte mich auf die Unterarme, und wir küssten uns, lang, sodass sie sich selbst auf meiner Zunge schmeckte. Sie stöhnte in den Kuss und griff zwischen uns nach meinem Glied. Die Hand war nass von ihrer eigenen Feuchtigkeit, die sie von meinem Mund abbekommen hatte, und von dem, was schon an der Eichel stand. Sie führte mich an ihren Eingang und hielt inne, die Spitze nur angelegt, heiß an heiß.

Sieh mich an, sagte sie noch einmal, und diesmal war es fast ein Flehen und fast ein Befehl, beides willkommen.

Ich sah sie an. Sie nickte. Ich schob mich in sie, Zentimeter um Zentimeter, und die Enge nahm mich auf, heiß, nass, so eng, dass ich die Zähne zusammenbeißen musste, um nicht sofort zu stoßen. Ihr Mund öffnete sich. Die Augen blieben in meinen, auch als sie feucht wurden vor Empfindung, nicht vor Schmerz. Ich fragte trotzdem, mitten in der Bewegung, ob es gut sei. Sie sagte ja, tiefer, bitte, und ich gab ihr den Rest, bis ich ganz in ihr war und unsere Hüften sich trafen.

Eine Weile bewegten wir uns nicht. Ich war in ihr, hart und vollständig, und sie umschloss mich mit kleinen inneren Zuckungen, die sie vielleicht nicht einmal steuerte. Der Blick hielt. Ich spürte ihren Atem an den Lippen. Eine Haarsträhne klebte an ihrer Wange. Ich strich sie weg und küsste die Stelle, dann den Mund, dann blieb ich wieder in ihren Augen. Draußen rauschte der Regen. Drinnen war nur unser Atem und das leise nasse Geräusch, als ich mich das erste Mal zurückzog und wieder hineinglitt.

Der erste Stoß war langsam. Der zweite auch. Ich wollte den Winkel, der sie zum Stöhnen brachte, und fand ihn, als ich die Hüften ein wenig kippte und mit dem Becken über ihre Klitoris strich, während ich in ihr blieb. Lena hob mir das Becken entgegen. Ihre Fersen lagen auf meinen Waden. Die Hände gingen über meinen Rücken, die Nägel nur als Druck, nicht als Kratzer. Wir fanden einen Rhythmus, der nicht schnell war und doch immer dichter wurde: hinaus bis fast zur Spitze, hinein bis zum Anschlag, eine kleine Pause, in der wir uns ansahen, dann wieder.

Du fühlst dich so gut an, sagte ich an ihrem Mund. So warm. Ich könnte die ganze Nacht so bleiben und dich nur ansehen.

Dann bleib, sagte sie. Aber beweg dich. Ich will dich spüren, Jonas. Ich will, dass du mich nimmst, langsam und ganz, und dass du nicht wegsiehst, wenn ich laut werde.

Ich wurde nicht grob. Ich wurde deutlicher. Die Stöße bekamen mehr Gewicht, der nasse Klang zwischen uns lauter, ihr Stöhnen offener. Die Brüste wippten unter mir. Ich senkte den Kopf und nahm eine Brustwarze in den Mund, saugte, leckte, und sah dabei von unten zu ihr hoch, sodass der Blick nicht abriss. Sie hielt meinen Kopf an ihrer Brust und sagte ja, dort, und gleichzeitig bitte nicht aufhören, mich anzusehen. Ich kam zurück zu ihren Augen. In ihnen lag alles: die Überraschung dieses Abends, die Wochen der Müdigkeit, der Hunger, das Vertrauen.

Sie bat mich, sie auf sich zu lassen. Ich rollte uns, vorsichtig, ohne aus ihr zu gleiten, und der Teppich brannte kurz an meinem Rücken. Lena saß auf mir, die Knie neben meinen Hüften, mein Glied tief in ihr. Das Licht der Lampe lag auf ihren Brüsten und auf dem Bauch, und zwischen uns glänzte die Nässe an der Stelle, wo wir verbunden waren. Sie stützte die Hände auf meine Brust und begann sich zu bewegen, nicht wild, sondern in einem rollenden Kreis, der mich jedes Mal bis zum Grund nahm und die Klitoris an meinem Schambein rieb.

Sieh mich an, sagte ich diesmal, weil ich ihren Blick brauchte, als sie die Augen schloss. Sie öffnete sie. Das Haar fiel nach vorn und rahmte das Gesicht. Sie sah aus wie eine Frau, die genau wusste, was sie wollte, und die es sich nahm, ohne mich zu verlieren. Ich hielt ihre Hüften und half dem Rhythmus, hob mich ihr entgegen, wenn sie sich senkte. Die Enge um mein Glied wurde wellenweise fester. Ihr Atem zerfiel in kurze Laute. Eine Brust streifte meine Hand, und ich umfasste sie, den Daumen auf der Warze, während die andere Hand an ihrer Taille blieb.

Ich bin nah, sagte sie. Bleib so. Sieh mich an, wenn ich komme. Ich will dein Gesicht.

Ich versprach es. Sie ritt mich schneller, immer noch nicht hart, aber drängender, die Kreise enger, der Druck auf der Klitoris stetig. Ihr Mund öffnete sich. Die Augen wurden groß und dunkel und ließen mich nicht los. Dann kam sie. Ich sah es zuerst in den Augen, ein Aufgehen, ein Staunen, und gleich danach im Körper: das innere Zusammenziehen, rhythmisch und stark, um mein Glied, das Zittern der Oberschenkel, das Vorfallen des Oberkörpers, bis ihre Stirn fast meine berührte und sie trotzdem den Blick hielt, so lange sie konnte. Ein Laut kam aus ihr, lang und gebrochen, mein Name darin, und Nässe lief über mich, warm, über die Hoden, in den Teppich. Ich stieß klein und tief weiter, durch ihren Orgasmus hindurch, und hielt ihre Hüfte, damit sie nicht den Kontakt verlor.

Nicht aufhören, flüsterte sie, als die erste Welle nachließ und eine zweite sie schüttelte. Ich bin noch da. Bleib in mir.

Ich blieb. Als sie wieder atmen konnte, küsste sie mich, offen und dankbar und immer noch hungrig, und sagte, dass sie mich jetzt spüren wolle, bis ich auch käme. Sie wollte es in sich. Sie fragte, und ich sagte ja, ich wollte dasselbe, ich war nah, ich brauchte nur noch sie und diesen Blick. Sie richtete sich wieder auf, nur wenig, und bewegte sich langsam, melkend, die inneren Muskeln bewusst um mich geschlossen. Die Empfindung war fast zu viel. Meine Hände krallten sich in ihre Hüften. Ich warnte sie mit einem heiseren Laut.

Ich sehe dich, sagte sie. Komm. Ich will es sehen.

Der Blick tat das Übrige. Ich stieß von unten nach, dreimal, vierimal, tief und langsam, und dann brach es aus mir. Die Lust kam nicht als einzelner Punkt, sondern als Welle vom Rückgrat in das Glied, und ich ergoss mich in sie, Stoß um Stoß, heiß und reichlich, während ich ihr Gesicht ansah und nicht weg konnte und nicht weg wollte. Mein Stöhnen war roh. Ihr Name war darin. Sie nahm alles, die Augen feucht, ein kleines Lächeln im Mundwinkel, das keine Distanz war, sondern Freude, und sie bewegte sich weiter, sanft, bis ich zuckte vor Empfindlichkeit und sie stillhielt, mich ganz in sich behaltend.

Wir atmeten. Die Lampe brummte leise, oder vielleicht war das nur das Blut in meinen Ohren. Lena sank auf meine Brust, blieb aber so liegen, dass sie mein Gesicht sehen konnte, das Kinn auf den verschränkten Händen. Mein Glied wurde langsam weicher in ihr und glitt schließlich heraus, und mit ihm kam ein Schub warmer Nässe, unseres beider, über meinen Bauch und den Teppich. Sie lachte wieder, diesmal länger, ein leises, echtes Lachen, und küsste mich auf das Brustbein.

Du hast den Teppich ruiniert, sagte ich, und die Stimme gehorchte mir noch nicht ganz.

Wir haben ihn ruiniert, sagte sie. Er war ohnehin schon alt. Und du hast mich angesehen. Das wollte ich. Das war die ganze Überraschung. Kein Plan mit Kerzen. Nur ich, und dass du stehen bleibst, wenn ich dich so ansehe.

Ich strich ihr das feuchte Haar aus der Stirn. Die Haut dort war warm und ein wenig salzig. Meine Beine zitterten noch. Auf dem Rücken klebte der Teppichflor. Irgendwo lag der Mantel, nass vom Regen, und die Wohnung roch jetzt nach uns, nach Haut und Sex und dem Öl an ihrem Schlüsselbein. Ich sagte ihr, dass ich fast nicht hereingekommen wäre, weil ich sie schlafend glaubte. Sie sagte, sie habe das Licht angelassen, damit ich nicht am Schlafzimmer vorbeigehe. Sie habe sich das Hemd genommen, weil es nach mir roch, und dann habe sie einfach gewartet, bis der Schlüssel kam.

Hat es dich gestört, fragte sie nach einer Weile, die Stimme kleiner, aber nicht unsicher. Dass ich dich so überrascht habe. Dass ich nichts gesagt habe, bis du schon hart warst vom Hinsehen.

Nein, sagte ich. Es war das Gegenteil von stören. Ich habe mich gesehen gefühlt. Und gewollt. Wenn du das wieder willst, warte ich gern im Türrahmen, so lange du mich ansiehst.

Sie küsste mich, langsam, der Geschmack von uns noch auf den Lippen. Draußen wurde der Regen dünner. Die Stehlampe brannte weiter, warm auf ihrer Schulter und auf meinem Arm, der um sie lag. Wir standen nicht auf. Wir zogen keine Decke heran. Lena legte die Hand auf meine Brust, dort, wo der Puls endlich ruhiger wurde, und ich hielt ihren Blick, müde jetzt und klar, bis auch sie die Augen sinken ließ, nicht vor Entfernung, sondern weil der Abend gehalten hatte, was er versprochen hatte, und nichts mehr bewiesen werden musste.

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